Donnerstag, 29. März 2018

Kaipa – Inget Nytt Under Solen




Kaipa – Inget Nytt Under Solen


Besetzung:

Ingemar Bergman – drums, temple blocks, rattle and vocals
Tomas Eriksson – bass guitar, synthesizer bass and the voice of the Almighty
Roine Stolt – electric guitar, 6 & 12 string acoustic guitar and rattle
Hans Lundin – grand piano, fender rhodes piano, hammond organ, mellotron, synthesizers, string synthesizer, clavinet, vibraphone, marimba, honky-tonk piano and vocals


Gastmusiker:

Lars Hoflund – lead vocals on tracks 7, 9 & 10


Label: Tempus Fugit


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Skenet Bedrar (It's Not What It Seems) (21:43)
     a) Uppvaknandet (Awakening) (2:43)
     b) Bitterheten (Bitterness) (3:10)
     c) Hoppfullheten (Hopefulnes) (4:44)
     d) Överheten (The Authorities) (8:12)
     e) Vilseledd (Lead Astray) (2:52)
2. Ömson Sken (How Might I Say Out Clearly) (3:17)
3. Korståg (Crusade) (5:20)
4. Stengrodornas Parad (The Parade Of The Stone Frogs) (0:56)
5. Dagens Port (The Gate Of Day) (2:36)
6. Inget Nytt Under Solen (Nothing New Under The Sun) (6:14)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

7. Awakening / Bitterness (6:10)
8. How Might I Say Out Clearly (3:40)
9. The Gate Of Day (2:27)
10. Blow Hard All Tradewinds (6:19)

Gesamtspieldauer: 58:47




Kaipa ist eine schwedische Progressive Rockband, die Mitte der 70er Jahre bis zum Beginn der 80er Jahre fünf Studio-Alben veröffentlichte. Schließlich löste sich die Band wieder auf, um zwanzig Jahre später wiederbelebt zu werden und bis heute Platten zu veröffentlichen. „Inget Nytt Under Solen“, was so viel bedeutet wie „Nichts Neues unter der Sonne“, ist das zweite Studio-Album der Schweden und wurde im Jahr 1976 eingespielt und auch veröffentlicht. Ursprünglich war „Inget Nytt Under Solen“ auf dem Plattenlabel Decca erschienen. Es erfolgte 1993 eine Wiederveröffentlichung auf dem Label Musea und schließlich erschien die Platte im Jahr 2005 ein drittes Mal. Dieses Mal war es das Label Tempus Fugit, welches das Album erneut in die Plattenläden brachte.

Auf „Inget Nytt Under Solen“ hört man klassischen Progressive Rock, der stark an die Musik der englischen Vorbilder Genesis und Yes angelehnt ist, ohne diese jedoch einfach plump zu imitieren. Kaipa haben durchaus ihren eigenen und unverwechselbaren Stil, der nicht nur durch die schwedischen Texte definiert wird. Die Musik klingt sehr verspielt, ist mit zahlreichen kleineren Gimmicks angereichert und quillt fast über vor Melodiösität und Harmonie. Wenn man Spaß daran hat, in zumeist warme und eingängige Mellotron-, Keyboard- und Gitarrenklängen einzutauchen, findet man genau dies auf „Inget Nytt Under Solen“. Den ganz jungen Roine Stolt kann man hier zudem hören, der bei den Aufnahmen zur Platte noch nicht einmal zwanzig Jahre alt war. Er und Keyboarder Hans Lundin sind die Hauptkomponisten des Albums, wobei der Longtrack „Skenet Bedrar“ von Hans Ludin alleine geschrieben wurde.

Und dieses „Skenet Bedrar“ ist auch gleichzeitig das längste Lied und der Höhepunkt des Albums. Hier lebt der Abwechslungsreichtum in der Musik von Kaipa und des Progressive Rocks allgemein. Schwärmerische Passagen werden von rockigeren Abschnitten abgelöst, um dann genau wieder darin zu münden. Dazu die Klänge des Mellotrons, des Clavinets, der Hammond Orgel, des Xylophons und so weiter. Schnell schmiegen sich die Melodien ins und ans Ohr, die immer wieder durch kleine stimmliche oder musikalische Spielereien ergänzt und untermalt werden. Das ist Abwechslungsreichtum schlechthin, der diese Art der Musik so unglaublich spannend werden lässt. Auch die restlichen Stücke des Albums lohnen gehört zu werden und stellen für alle Freundinnen und Freunde des Progressive Rocks sehr hörenswerte Lieder dar.

Ergänzt wird die Wiederveröffentlichung durch vier Titel, von denen die ersten drei bereits auf dem offiziellen Album enthalten sind, dieses Mal allerdings in englischer Sprache eingesungen wurden. Dazu gesellt sich die Nummer „Blow Hard All Tradewinds“. Ein ebenfalls von Roine Stolt geschriebenes Lied, welches von Lars Hoflund eingesungen wird. Dieses stellt eine schöne Ergänzung des Albums dar und fällt in keiner Weise gegenüber den restlichen Liedern ab.

Fazit: Ein melodiöses und eingängiges Album ist „Inget Nytt Under Solen“ der Band Kaipa geworden. Ein Album vollgepackt mit symphonischen Progressive Rock, wie man ihn Anfang bis Mitte der 70er Jahre hauptsächlich von englischen Bands hörte. Die Musik von Kaipa klingt dabei durchaus eigenständig und nicht nach einem Nachahmen von bereits vorhandener Musik. Viel Melodiösität und Abwechslungsreichtum wird einem auf „Inget Nytt Under Solen“ geboten. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Skenet Bedrar



Mittwoch, 28. März 2018

Wobbler – From Silence To Somewhere




Wobbler – From Silence To Somewhere


Besetzung:

Lars Fredrik Frøislie – hammond c3, mellotron, mini moog, chamberlin, hohner clavinet, rhodes, william de blaise spiner, arp pro soloist, arp axxe, solina string ensemble, optigan, wurlitzer, marxophone, grand piano, backing vocals
Kristian Karl Hultgren – bass, bass pedals, wood winds
Martin Nordrum Kneppen – drums, woodwinds
Marius Bergom Halleland – 6 and 12 string electric and acoustic guitars, backing vocals
Andreas Wettergreen Strømman Prestmo – vocals, electric and acoustic guitars, glockenspiel, percussion, brass bell, children's toy


Gastmusiker:

Ketil Vestrum Einarsen – flute on „From Silence To Somewhere“ and „Foxlight“
Øystein Bech Gadmar – crumhorn on „Foxlight“
Renato Manzi – the old man on „Fermented Hours“


Label: Karisma Records


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Retro Prog


Trackliste:

1. From Silence To Somewhere (21:01)
2. Rendered In Shades Of Green (2:05)
3. Fermented Hours (10:12)
4. Foxlight (13:19)

Gesamtspieldauer: 46:38




Steht man auf den klassischen englischen Progressive Rock und kann auch damit leben, dass dieser nicht in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand, sondern in der heutigen Zeit, dann sollte man sich definitiv mal Zeit für die norwegische Band Wobbler nehmen. Das vierte Studioalbum der Retro-Progger aus dem Norden heißt „From Silence To Somewhere“ und erschien im Herbst des Jahres 2017 auf dem Plattenlabel Karisma Records – acht Jahre nach der letzten Platte „Rites At Dawn“.

„From Silence To Somewhere“ wimmelt nur so von Reminiszenzen an Prog-Größen der 70er Jahre. Genesis hört man fast an jeder Stelle der Scheibe heraus, angefangen vom wahrlich epischen Titellied bis hin zum Ausklang mit „Foxlight“. Aber auch Gentle Giant, Yes und Emerson, Lake & Palmer schimmern immer wieder durch – und ganz bestimmt noch jede Menge andere Bands. Dies alles jedoch in einer keinesfalls störenden Art und Weise, denn die Musik ist spannend, melodiös, abwechslungsreich und spielt mit den Emotionen, die beim Hören dieser „Erinnerungen“ zwangsläufig aufkommen müssen. Einen kleinen und intensiven Ausflug in die Melancholie stellt dabei ebenfalls das kurze „Rendered In Shades Of Green“ dar. Dieses traurige Stückchen Musik geht in seinem kurzen Verlauf fast in David Bowies „Warszawa“ über, dass einem die Tränen in die Augen schießen – vor Rührung.

Bei Musikliebhaberinnen und -liebhabern ist solche Musik, wie diese zitierende von Wobbler auf „From Silence To Somewhere“ häufig umstritten. Wie viel darf denn überhaupt „zitiert“ werden? Wie viele neue Ideen muss solch ein Album des Retro Prog enthalten? Komischerweise stellt sich für mich im Falle dieser Veröffentlichung diese Frage überhaupt nicht. Die vier auf „From Silence To Somewhere“ enthaltenen Lieder klingen so überzeugend und mitreißend, dass sie eher eine Art Ergänzung der Musik der Heroen der End-60er bis Mid-70er darstellen, als dass sie lediglich zusammengesetzte Kopien schon längst veröffentlichter Stücke wären. Die hier wiedergegebenen Zitate wirken.

Fazit: Ein Retro-Prog-Album der allerfeinsten Sorte haben die norwegischen Musiker von Wobbler mit ihrem vierten Album „From Silence To Somewhere“ veröffentlicht. Wer Spaß daran hat, in den Klängen der frühen 70er Jahre zu schwelgen, die oder der wird hier auf das Allerbeste bedient. Die Musik ist abwechslungsreich, spannend, sehr melodiös und schafft es einen zu packen. Alles schon mal dagewesen? Na und? In der Zusammenstellung wie auf „From Silence To Somewhere“ nämlich ganz bestimmt noch nicht. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: From Silence To Somewhere und die restlichen Lieder



Dienstag, 27. März 2018

Ed Sheeran – X




Ed Sheeran – X


Besetzung:

Ed Sheeran – lead vocals, acoustic guitar, electric guitar, handclaps on "I'm A Mess" and "Nina", instrumentation and programming on "Don't", violin on "I See Fire", production on "I See Fire"


Gastmusiker:

Jake Gosling – drums on "One", "I'm A Mess", "Nina", "The Man", "Thinking Out Loud", "Shirtsleeves" and "Even My Dad Does Sometimes", percussion on "I'm A Mess", "Nina", "Thinking Out Loud" and "Shirtsleeves", piano and handclaps on "I'm A Mess" and "Nina", synths on "Nina", rhodes on "The Man", strings and horns on "One", bass guitar on "Even My Dad Does Sometimes"
Pharrell Williams – background vocals on "Sing"
Benny Blanco – instrumentation and programming on "Don't"
Rick Rubin – instrumentation and programming on "Don't"
Johnny McDaid – programming on "Afire Love", keys on "Tenerife Sea" and "Bloodstream", guitars, bass, backing vocals, percussion, piano, hammond on "Afire Love"
Jeff Bhasker – piano, keys and bass guitar on "Photograph"
Foy Vance – backing vocals on "Afire Love"
Amy Wadge – piano on "Even My Dad Does Sometimes"
Chris Leonard – guitars and bass guitar on "I'm A Mess", "Nina" and "Thinking Out Loud", guitars on "The Man" and "Even My Dad Does Sometimes", handclaps on "I'm a Mess" and "Nina"
Andrew Coleman – additional guitars on "Sing" and "Runaway"
Jason Lader – keyboards and bass guitar on "Don't", keyboards on "Bloodstream" and "Tenerife Sea", bass guitar on "Tenerife Sea"
Eric Lynn – keyboards on "Bloodstream" and "Tenerife Sea"
Adam MacDougall – keyboards on "Don't" and "Bloodstream"
Lenny Castro – percussion on "Don't", "Bloodstream" and "Tenerife Sea"
Luis Conte – percussion on "Don't", "Bloodstream" and "Tenerife Sea"
Matthew Gooderham – assistant engineer on "Nina"
Ed Howard – handclaps on "Nina"
Emile Haynie – drum programming on "Photograph"
Tyler Sam Johnson – electric guitar and drum programming on "Photograph"
Davide Rossi – string arrangement on "Photograph", live strings on "Afire Love"
Chris Dave – drums on "Bloodstream" and "Tenerife Sea"
Blake Mills – guitar on "Tenerife Sea"
Peter Gosling – piano on "Thinking Out Loud"
Geoff Leaa – drums on "Afire Love"
Coco Arquette – additional vocals and gang percussion on "Afire Love"
Courteney Cox – additional vocals and gang percussion on "Afire Love"
Eamon Harkin – additional vocals and gang percussion on "Afire Love"
Nigel Collins – cello on "I See Fire"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Pop, HipHop


Trackliste:

1. One (4:12)
2. I’m A Mess (4:04)
3. Sing (3:55)
4. Don’t (3:39)
5. Nina (3:45)
6. Photograph (4:19)
7. Bloodstream (5:00)
8. Tenerife Sea (4:01)
9. Runaway (3:25)
10. The Man (4:10)
11. Thinking Out Loud (4:41)
12. Afire Love (5:14)


Bonus Tracks “Deluxe”-Edition:

13. Take It Back (3:28)
14. Shirtsleeves (3:10)
15. Even My Dad Does Sometimes (3:48)
16. I See Fire (4:58)
17. All Of The Stars (3:57)

Gesamtspieldauer: 1:09:53




„X“ (ausgesprochen: „multiply“) heißt das zweite Studio-Album des englischen Sängers und Songwriters Ed Sheeran. Es erschien am 20. Juni im Jahr 2014 auf dem Plattenlabel Atlantic Records. Das Album wurde zum großen Erfolg für Ed Sheeran, konnte sich in fünfzehn Ländern auf Platz 1 der Charts platzieren – auch in Deutschland, England und den USA. Bis heute verkaufte sich die Platte weltweit über vierzehn Millionen Mal. Fünf Singles wurden aus „X“ ausgekoppelt, um den Erfolg weiter anzukurbeln. Diese hießen „Sing“, „Don‘t“, „Thinking Out Loud“, „Bloodstream“ und „Photograph“.

Auf „X“ hört man eine Mischung aus Pop und HipHop, die manchmal, jedoch nicht immer eingängig klingt. Auch R&B und folkige Passagen gibt es auf „X“ zu hören, sodass ganz sicher auch ein breites Publikum angesprochen wird. Steht man auf Rock Musik, klingen solche Titel wie „Sing“ zwangsläufig gewöhnungsbedürftig. Diese Mischung aus Pop und HipHop, angereichert mit jeder Menge Falsett-Gesang, wirkt nicht unbedingt bei jeder und jedem. Bei der breiten Masse der Hörerinnen und Hörer allerdings ganz sicher, da hier wirklich für jede und jeden etwas dabei ist, die Musik dazu meist sanft klingt, die Melodien umso harmonischer.

Für mich ist diese Musik wahrlich schwer zu beurteilen, passt sie doch so überhaupt nicht in mein musikalisches „Beuteschema“. Diese Lieder packen mich nicht, leider unterhalten sie mich auch nicht, sie langweilen, klingen belanglos. Das hört sich alles wie aufgewärmt an und um etwas anders zu klingen, noch mit einer hohen männlichen Stimme versehen. Gerade die Mischungen aus Pop und HipHop wurden als Single veröffentlicht, kamen überwiegend sehr gut an und trugen nicht zuletzt auch zum Erfolg des gesamten Albums bei. Wenn die Musik vom Pop allerdings leicht in den Folk abzudriften scheint, geht sie besser ins Ohr, klingt eingängiger, überzeugt mehr. „I’m A Mess“ sei an dieser Stelle genannt, genau wie „Tenerife Sea“ und das mit reichlich Streichern unterlegte „Afire Love“. Richtiggehend begeisternd klingt das allerdings nicht, ganz nett dafür schon. Inhaltlich schlecht und langweilig sind allerdings durchweg die Texte geraten, welche – wie nicht anders zu erwarten – das Thema der Liebe immer wieder aufgreifen. Wenn mir nichts einfällt und ich nichts zu sagen habe, dann zieht das Wörtchen „Love“ immer.

Fazit: Überaus erfolgreich und trotzdem auch überaus langweilig ist „X“ von Ed Sheeran geworden. Fans werden das definitiv anders sehen. Etwas Neues, Innovatives oder Besonderes gibt es in der Musik des Briten jedoch nicht zu entdecken. Die Stücke platzen auch nicht vor Melodiösität, lassen sich zumeist aber gut anhören – nebenbei. Mich langweilt das Gehörte zum allergrößten Teil. Sechs Punkte.

Anspieltipps: I’m A Mess, Tenerife Sea, Afire Love



Montag, 26. März 2018

Gary Barlow – Since I Saw You Last




Gary Barlow – Since I Saw You Last


Besetzung:

Gary Barlow – vocals, backing vocals, piano, keyboards


Gastmusiker:

Sam Dixon – bass
Dave Bronze – bass
David Catlin-Birch – bass, backing vocals, guitar
Karl Brazil – drums
Ryan Carline – keyboards
Pete Davis – keyboards
Fergus Gerrand – percussion
Rohan Onraet – percussion
Andy Duncan – percussion
Ben Mark – guitar
Tim Van Der Kuil – guitar, banjo, pedal steel guitar, mandolin
John Parricelli – guitar
Gary Nuttall – guitar
Neil Taylor – guitar
Massimo Restaino – accordion
Ami Richardson – backing vocals
Andy Caine – backing vocals
John Shanks – backing vocals
Jeremy Stacey – bass drum, drums
David Arch – piano
Elton John – vocals
Caroline Dale – cello


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Pop


Trackliste:

1. Requiem (4:43)
2. Let Me Go (3:38)
3. Jump (4:08)
4. Face To Face (3:33)
5. God (5:04)
6. Small Town Girls (3:19)
7. 6th Avenue (5:00)
8. We Like To Love (5:26)
9. Since I Saw You Last (3:32)
10. This House (3:58)
11. Dying Inside (4:33)
12. More Than Life (3:50)

Gesamtspieldauer: 50:51



„Since I Saw You Last“ heißt das dritte Studio-Album des englischen Sängers, Songschreibers und Take That-Mitglieds Gary Barlow. Das Album erschien am 22. November im Jahr 2013 auf dem Plattenlabel Polydor Records. Ganze vierzehn Jahre lagen zwischen dieser Veröffentlichung und seinem zweiten Studio-Album „Twelve Months, Eleven Days“ aus dem Jahr 1999.

Überraschend an „Since I Saw You Last“ ist, dass Gary Barlow auf dieser Platte seinen Hörerinnen und Hörern deutlich anderen Pop präsentiert, als er das mit Take That, für die er ebenfalls der Songschreiber ist, zu machen pflegt. Dieses unfassbar süßliche Gesäusel bei Take That, das gibt es auf „Since I Saw You Last“ kaum zu hören. Diese Scheibe ist eine eher „normale“ Pop-Platte geworden, bestückt mit zwölf sanften Pop-Liedern, von denen einige sogar ganz nett klingen und ins Ohr gehen. Die Kritik an diesem Album fiel allerdings zumeist sehr schlecht aus und das Album erreichte auch längst nicht die Verkaufszahlen eines Take That-Albums.

Freilich hört man auf „Since I Saw You Last“ nichts sonderlich Bewegendes, doch die Platte kann nebenbei laufen ohne, dass man fluchtartig den Raum verlassen müsste. Vergisst man auch die Texte, die zum Teil sehr gewöhnungsbedürftig sind und hauptsächlich das Thema der Liebe abhandeln, so finden sich auf der Platte mit den Liedern „Requiem“, „Let Me Go“, „Small Town Girls“ und „This House“ sogar vier Titel, die melodiös und eingängig ins Ohr gehen.

Fazit: „Since I Saw You Last“ ist auszuhalten. Kein Boy-Group-Schmachtfetzen. Auf der Platte befindet sich aktueller Pop, der zum Teil sogar ganz gut ins Ohr geht. Nichts, was man mit auf die berühmte einsame Insel nehmen würde, jedoch auch nichts, was man zur Hölle wünscht. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Requiem, Let Me Go, Small Town Girls, This House



Sonntag, 25. März 2018

Tom Jones – Welterfolge mit Tom Jones




Tom Jones – Welterfolge mit Tom Jones


Besetzung:

Tom Jones – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Polystar


Erscheinungsdatum: 1989 (Musik aus den Jahren 1964 – 1969)


Stil: Pop, Oldies


Trackliste:

1. It's Not Unusual (2:02)
2. Help Yourself (2:54)
3. What's New Pussycat? (2:06)
4. Hold On, I'm Coming (3:18)
5. It's A Man's Man's Man's World (2:41)
6. Detroit City (3:33)
7. (It Looks Like) I'll Never Fall In Love Again (4:14)
8. Sixteen Tons (3:07)
9. I'm Coming Home (3:22)
10. Funny Familiar Forgotten Feelings (2:58)
11. Riders In The Sky (3:05)
12. Delilah (3:23)
13. Green Green Grass Of Home (3:05)
14. Without Love (There Is Nothing) (3:46)
15. Don't Fight It (2:53)
16. Memphis Tennessee (2:42)
17. Once Upon A Time (2:09)
18. With These Hands (2:43)
19. Not Responsible (2:12)
20. Love Me Tonight (3:13)
21. Little Green Apples (4:20)
22. Wichita Lineman (2:50)
23. Thunderball (2:44)
24. A Minute Of Your Time (2:56)

Gesamtspieldauer: 1:12:27



Der Waliser Tom Jones hat in den Jahren von 1965 bis 1969 unfassbare zwölf Studioalben veröffentlicht. Damals wurden so manchem Sänger und mancher Sängerin die Titel massenweise auf den Leib geschrieben oder diese interpretierten einfach die Stücke anderer Komponisten. Bands wie die Beatles, die ihre Titel selbst komponierten, konnten solch einen Output natürlich nicht vorweisen, dafür jedoch jede Menge musikalische Qualität. Diese wiederum leidet, wie im Falle des Tom Jones, bei allzu großer Quantität nur zu natürlich.

„Welterfolge mit Tom Jones“ ist ein Kompilationsalbum speziell für den deutschsprachigen Raum, welches die Anfänge des Tom Jones beleuchtet und zu dessen Füllung, mit zwölf Studioplatten, natürlich reichlich Material zur Verfügung stand. Die Scheibe erschien als Doppel-LP sowie als CD im Jahr 1989 auf dem Plattenlabel Polystar. Man erhältt mit „Welterfolge mit Tom Jones“ eine ganz gute Übersicht über die Musik des Tom Jones, der sich damals in den 60ern, Mitte bis Ende zwanzig Jahre alt, noch zu Beginn seiner Karriere befand. Man sollte definitiv Oldies lieben, um mit dieser Art der Musik auch „warm“ werden zu können. Einige Evergreens“ befinden sich glücklicherweise ebenfalls auf der Zusammenstellung, allerdings auch jede Menge süßliches Gesäusel, welches heutzutage nur noch schwer zu ertragen ist. Beispiele hierfür wären die Nummern „(It Looks Like) I'll Never Fall In Love Again“ oder „With These Hands“. Wahrlich hart an der Schmerzgrenze und schon darüber hinaus.

Doch genug genörgelt, Tom Jones hat eine schöne Stimme und interpretiert viele der Lieder auch sehr überzeugend. Einige der Titel werden auch so gut wie jeder und jedem bekannt sein, die oder der öfters Musik im Radio hört. An manchen Nummern kommt man einfach nicht vorbei – sie werden auch heute noch manchmal gespielt. „It's Not Unusual“, „Help Yourself“, „Hold On, I'm Coming“, „It's A Man's Man's Man's World“, „Riders In The Sky“ oder „Delilah“ sind alles mehr oder weniger bekannte Stücke. Der ganze Rest dieser Zusammenstellung ist dagegen eher unbekannt, zumindest mir.

Fazit: Um eine Übersicht über die Anfangsjahre der Musik des Tom Jones zu erhalten, dazu eignet sich „Welterfolge mit Tom Jones“ gut. Ansonsten ist diese Scheibe nicht mehr sonderlich interessant. Die Musik klingt für heutige Ohren oftmals überholt und altbacken und sehr langweilig. Oldie-Fans werden das freilich ganz anders sehen. Was bleibt ist der überzeugende Bariton des Walisers sowie einige schöne Interpretationen sehr bekannter Lieder. Fünf Punkte.

Anspieltipps: It's A Man's Man's Man's World, Riders In The Sky, Delilah



Samstag, 24. März 2018

Message – Synapse




Message – Synapse


Besetzung:

Tom McGuigan – lead vocals, soprano- and alto-saxes
Alan Murdoch – guitars
Horst Stachelhaus – bass
Manfred v. Bohr – drums, percussion


Gastmusiker:

Tony Greaves – tenor sax on „To Live Again“, tenor sax and flute on „The Sailor And Flyer“
The Anonymous Hamburg Big Brass Band – brass on „Destruction“ and „Volcanoes Under The Sun“
Three Wee Lassies – vocals on „The Sailor And Flyer“


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Jazz Rock, Fusion


Trackliste:

1. Fred The Head (6:01)
2. Chessman (4:07)
3. Destruction (5:31)
4. To Live Again (4:37)
5. Volcanoes Under The Sun (4:56)
6. Triangle (5:58)
7. The Sailor And The Flyer (7:51)
8. The Pharao’s Leg (3:17)

Gesamtspieldauer: 42:03




„Synapse“ heißt das vierte und letzte Studioalbum der Deutsch-Amerikanischen Band Message. Es erschien ursprünglich im Jahr 1976 auf dem Platenlabel Nova Records, wurde später wieder neu von Warner Music in einer remasterten Version aufgelegt. Auf der Scheibe hört man eine Mischung aus Jazz Rock und eher rockigen Mainstream Tönen.

Die Musik auf „Synapse“ klingt ein wenig groovy und schräg. Definitiv muss man sich diese Scheibe erarbeiten. Eingängig soll das alles auch gar nicht klingen, macht es auch nicht. Dem Rhythmus fällt immer eine zentrale Rolle zu, ein Lied kann dabei sogar auch mal leicht funkig klingen. Dazu gesellen sich jede Menge Bläser, die die Musik von Message durchaus besonders klingen lassen. Diese Mischung aus Rhythmus, jazzigen Klängen und verschiedensten Bläsern gibt es sonst nicht allzu häufig zu hören.

Allerdings ist bei aller Besonderheit der Musik der Zugang zu den einzelnen Liedern eben nicht besonders einfach. Zwar wippt immer wieder der Fuß freudetrunken mit, jedoch das Herz wird in Falle von Message und seiner „Synapse“ vor allen Dingen im Falle des Freundes jazziger Klänge erwärmt. Wenn es zu schräg und konstruiert klingt, steige ich persönlich leider aus. Nicht weiter verwunderlich von daher, dass mir am ehesten die eher sphärischen Titel zusagen. Dies ist zumindest der Beginn des Openers und ganz bestimmt das letzte Lied der Platte, „The Pharao’s Leg“, welches so wunderschön sehnsüchtig klingt. Auch „Distruction“ hat was, was dieses Mal jedoch durch die Bläser ausgelöst wird. Und der Rest? Für meine Ohren interessant, aber keineswegs begeisternd.

Fazit: „Synapse“ war die vierte und letzte Veröffentlichung von Message. Die Musik der Band hatte sich im Laufe ihres Bestehens geändert und jetzt waren die Musiker im Jazz Rock angekommen. Das klingt zum Teil spannend, aber nur sehr selten eingängig. Man muss diese, zum Teil seltsamen Tonfolgen lieben, um die Platte mehr als nur mögen zu können. Ganz bestimmt befindet sich auf „Synapse“ keine schlechte Musik, jedoch stellt diese Platte auch keinen musikalischen Höhepunkt dar. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Fred The Head, Destruction, The Pharao's Leg



Freitag, 23. März 2018

Neil Diamond – The Best Of Neil Diamond




Neil Diamond – The Best Of Neil Diamond


Besetzung:

Keine Musiker- oder Instrumentenangaben


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1996 (Musik aus den Jahren 1968 - 1972)


Stil: Pop


Trackliste:

1. Cracklin' Rosie (Single Version) (2:59)
2. I Am...I Said (Single Version) (3:35)
3. Song Sung Blue (Single Version) (3:14)
4. Brother Love's Traveling Salvation Show (3:28)
5. Holly Holy (Single Version) (4:39)
6. Soolaimon (Single Version) (4:17)
7. He Ain't Heavy ... He's My Brother (4:11)
8. Stones (Single Version) (3:05)
9. Play Me (3:52)
10. Walk On Water (Album Version) (3:07)
11. And The Singer Sings His Song (Album Version) (3:37)
12. Mr. Bojangles (Album Version) (4:51)
13. Solitary Man (Live At The Greek Theatre, Los Angeles/1972) (3:03)
14. Kentucky Woman (Live At The Troubador/1970) (2:35)
15. And The Grass Won't Pay No Mind (3:35)
16. The Last Thing On My Mind (3:35)
17. Girl You'll Be A Woman Soon (Live At The Greek Theatre, Los Angeles/1972) (2:53)
18. If You Go Away (3:49)
19. Brooklyn Roads (3:39)
20. Sweet Caroline (Single Version) (3:29)

Gesamtspieldauer: 1:11:40



Bei dieser Veröffentlichung, die ursprünglich auf dem Plattenlabel MCA Records erschien, handelt es sich um eine der zahlrechen „Best Of…“-Alben des Neil Diamond, die manchmal zu mehreren im Jahr veröffentlicht werden. Eine kurze Recherche im Internet brachte schnell über fünfzig Treffer an derartigen Kompilations-Scheiben, bei bisher 34 Studio-Alben. Bei dieser „Best Of…“-Platte handelt es sich um Veröffentlichungen, die in den Jahren von 1968 bis 1972 entstanden. Manche davon bekannter, andere völlig unbekannt, wenn man nicht gerade Fan des Neil Diamond ist.

Leider sind auch nicht alle der hier enthaltenen Titel Studio-Aufnahmen. Das Album enthält auch Live-Mitschnitte, Lieder die, aus welchen Gründen auch immer, in dieser Version der Platte hinzugefügt wurden. Man erhält mit „The Best Of Neil Diamond“ trotzdem eine Übersicht über das Schaffen des US-Amerikaners Ende der 60er bis Anfang der 70er Jahre. Allerdings auch nur über diese Jahre, denn wer die Musik des Neil Diamond genauer kennenlernen möchte und dazu den Weg über ein „Best Of…“-Album wählt, die oder der wird mit dieser Ausgabe nicht gut bedient. Die Evergreens des Neil Diamond aus dieser Zeit sind allerdings natürlich auf „The Best Of Neil Diamond“ enthalten.

Diese wenigen Höhepunkte und gleichzeitig auch bekannteren Lieder sind die Stücke „I Am...I Said“, „Song Sung Blue“, „He Ain't Heavy ... He's My Brother“, „Mr. Bojangles“ und „Solitary Man“, wobei gerade das letztgenannte Stück erst durch seine Interpretation von Johny Cash so richtig überzeugend klingt. Der Rest der Scheibe ist zumeist ziemlich süßliches Gesäusel, oft mit ganz viel Orchester unterlegt. Viele der Lieder gehen auch nicht ins Ohr und laufen einfach so mit, ohne jegliche Nachhaltigkeit.

Fazit: Es wird nicht ganz klar, an wen sich dieses Album richtet. Eine Übersicht über das Werk des Neil Diamond bekommt man mit „The Best Of Neil Diamond“ nur auszugsweise, da es sich hierbei lediglich um Aufnahmen aus den Jahren 1968 bis 1972 handelt. Dazu kommt, dass noch nicht einmal alle Lieder in Studio-Versionen vorliegen, was den Eindruck sehr uneinheitlich werden lässt. Irgendwie wirkt es so, als ob man krampfhaft versuchte zwanzig Titel zusammen zu bekommen, um das Album zu füllen. Höhepunkte sind das nämlich nicht nur. Was allerdings sicherlich sehr beim Hören hilft, das ist die Liebe zum Oldie, denn genau diese hört man hier. Vier Punkte.

Anspieltipps: I Am...I Said, Song Sung Blue, He Ain't Heavy ... He's My Brother, Mr. Bojangles, Solitary Man



Donnerstag, 22. März 2018

Westlife – Westlife




Westlife – Westlife


Besetzung:

Nicky Byrne – vocals
Kian Egan – vocals
Mark Feehily – vocals
Shane Filan – vocals
Brian McFadden – vocals


Gastmusiker:

Mats Berntoft – acoustic guitar, electric guitar
Henrik Janson – sting arrangement
Richard Niles – sting arrangement
Ulf Janson – sting arrangement
Steve Mac – vocal arrangement
Wayne Hector – vocal arrangement
Anders Von Hofsten – backing vocals
Andreas Carlsson – backing vocals
Steve Pearce – bass
Tomas Lindberg – bass
Esbjörn Öhrwall – guitar
Paul Gendler – guitar
Per Magnusson – keyboards


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Pop


Trackliste:

1. Swear It Again (4:08)
2. If I Let You Go (3:41)
3. Flying Without Wings (3:36)
4. Fool Again (3:54)
5. No No (3:14)
6. I Don't Wanna Fight (5:03)
7. Change The World (3:09)
8. Moments (4:17)
9. Seasons In The Sun (4:08)
10. I Need You (3:49)
11. Miss You (3:53)
12. More Than Words (3:54)
13. Open Your Heart (3:38)
14. Try Again (3:34)
15. What I Want Is What I've Got (3:33)
16. We Are One (3:42)
17. Can't Lose What You Never Had (4:21)

Gesamtspieldauer: 1:05:41



Westlife ist eine gecastete irische Boygroup, bei der ursprüngliche Mitglieder sogar wieder entlassen wurden, da sie zwar singen konnten, angeblich aber zu hässlich waren. Das selbstbetitelte Debut-Album erschien am 1. November 1999 auf den Plattenlabels RCA Records sowie auf BMG. Keines der Lieder auf dem Album wurde von einem „Band“-Mitglied geschrieben.

Auf „Westlife“ von Westlife hört man kommerziellen Schmuse-Pop, der abgrundtief schlechte Texte beinhaltet. Lediglich das Thema „Liebe“ spielt hier eine Rolle. Die gecastete Band sollte eingängigen Liebes-Pop zelebrieren und für volle Kassen sorgen und das gelang auch. Das Debut-Album schlug beim weiblichen Publikum ein und auch wenn der Erfolg in den USA verwehrt blieb, so verkaufte sich das Album in der restlichen Welt durchaus gut. Süßlicher Schmalz-Pop, der absolut unaufgeregt klingt und dabei dreizehn oder vierzehn Mal hintereinander auf die CD gepresst wurde, denn alles hört sich sehr gleich an.

Das Lied „Seasons In The Sun“ ist ein schönes im Original und Westlife haben es durch ihre Interpretation nicht zerstört. Das ist der einzige Lichtblick auf „Westlife“ von fünf irischen Jungen, die singen und wohl hübsch aussehen.

Fazit: Katastrophal schlechte Texte, süßlich anbiedernde Musik, die speziell für die fünf Iren geschrieben oder aber von ihnen interpretiert wurde. Im Grunde genommen ist jede Sekunde verschenkt, die man diese Musik hört, aber auch der Kommerz will gehört werden. Nur „Seasons In The Sun“ ist schön. Ein Punkt.

Anspieltipps: Seasons In The Sun



Mittwoch, 21. März 2018

Motorpsycho – Blissard




Motorpsycho – Blissard


Besetzung (Original Album):

Hans Magnus Ryan – lead guitars, vocals
Håkon Gebhardt – drums
Bent Sæther – lead vocals, bass, acoustic guitar (sic!)


Gastmusiker (Original Album):

Morten Fagervik – keyboards, vibraphone, rhythm guitar, vocals
Helge Sten (Deathprod) – theremin, samples, oscillator
Ole Henrik Moe (Ohm) – violin track 5
Bitten Forsudd – vocals track 4+5
Matt Burt – words, voice track 6
Rolf Yngve Uggen – vocals track 4
M. Banto – pandeira track 7


Label: Stickman Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Rock, Progressive Rock


Trackliste:

CD1 (Original Album):

1. Sinful, Wind-Borne (5:19)
2. "Drug Thing" (4:37)
3. Greener (6:14)
4. 's Numbness (3:57)
5. The Nerve Tattoo (4:02)
6. True Middle (4:51)
7. S.T.G. (9:45)
8. Manmower (4:15)
9. Fool's Gold (3:57)
10. Nathan Daniel's Tune From Hawaii (6:11)


CD2 (When The World Sleeps (The KiT-Sessions, 1994)):

1. Stalemate (8:34)
2. Flick Of The Wrist (10:52)
3. When The World Sleeps (5:25)
4. Black W'abbit (13:25)
5. The Ballad Of Patrick & Putrick (7:00)
6. 7th Dream (4:00)
7. Mad Sun (3:25)


CD3 (The Pidah Mixes):

1. Sinful, Wind-Borne (5:21)
2. "Drug Thing" (4:35)
3. Greener (6:10)
4. The Matter With Her (4:58)
5. 's Numbness (3:44)
6. The Nerve Tattoo (4:03)
7. Manmower (4:32)
8. Like Always (4:10)
9. True Middle (4:50)
10. S.T.G. (10:07)
11. Stalemate (5:15)


CD4 (The Ones That Got Away (B-Sides, Rehearsal Tapes, The Atlantis Psychosis Files...):

1. The Nerve Tattoo (4:30)
2. Of Beacons & Beams (1:14)
3. The Wheel (7:44)
4. Pale Day (2:30)
5. Mad Sun (Short Version) (2:29)
6. A Saw Sage Full Of Secretion (1:57)
7. Heaven And Hell (3:54)
8. Sterling Says (4:15)
9. Never Judge (6:32)
10. Baby Scooter (3:05)
11. In The Midst Of All That (1:14)
12. Silver Tongue (6:55)
13. Dave Gave Up (4:41)
14. That Dying Breed (3:46)
15. "Drug Thing" (4:11)
16. A Shortcut To The Stars (5:49)
17. La Luna (4:26)
18. Atlantis Swing (1:40)
19. Familjen Tar Plats I Studion / Fyra Kvällar Session (4:05)
20. Jazz På Trøndska (3:37)

Gesamtspieldauer: CD1 (53:13) und CD2 (52:44) und CD3 (57:51) und CD4 (1:18:46): 4:02:34




„Blissard“ heißt das fünfte Studio-Album der norwegischen Rock Band Motorpsycho und wurde ursprünglich am 16. Februar 1996 auf dem Plattenlabel Stickman Records als Doppel-LP beziehungsweise CD veröffentlicht. Im Jahr 2012 erschien die Neuauflage der Scheibe, dieses Mal inklusive einer umfassenden Erweiterung in Form von drei weiteren CDs, wodurch das Album nun auf eine Gesamtspieldauer von über vier Stunden kommt. Dazu gibt es noch ausführliche Erläuterungen zur Entstehung der Platte sowie alle Texte und Informationen über die beteiligten Musiker.

„Blissard“ ist irgendwie ein seltsames Album geworden. Hört man die ersten drei Stücke, so klingt das Ganze nach Alternative Rock, ohne großartige andere Ansätze wie Psychedelic Rock oder gar Progressive Rock. Das hört sich alles auch nicht schlecht an, trotzdem erwartet man bei einem Motorpsycho Album irgendwie etwas Besonderes und Ausgefallenes. Ein besonders gelungenes Alternative-Rock-Stück ist dabei übrigens das Lied „Greener“. Eine mitreißende Rock-Nummer, aber eben eine Rock-Nummer. „'s Numbness“ wird anschließend mit der Stimme einer alten Frau eingeleitet, die auf Deutsch sagt: „Halte Du den Glauben fest, Angst und Sorge wird’s nicht wenden“. Dann bricht die Nummer los, das ist Punk. Mit diesem Lied kommt es nun zum ersten Stilbruch auf „Blissard“ und der zweite folgt sogleich.

„The Nerve Tattoo“ startet wieder eher wie ein guter Alternative Rock Song, Streicher sorgen dabei für eine klasse Atmosphäre, alles wirkt nett und lieb und plötzlich dreht die Nummer ab – ziemlich zentral in die totale Verwirrung hinein. Bass, Schlagzeug, Gitarren und vor allen Dingen die Streicher scheinen durchzudrehen und das Lied endet in fürchterlichem Chaos. Was anschließend folgt, ist für mich der Höhepunkt der gesamten Platte. Das Lied „True Middle“. Monoton, sanft, sich langsam steigernd, kurzzeitig ausbrechend, dann wieder in den sanften und monotonen Part zurückfallend, sich erneut steigernd und steigernd, um schließlich ebenfalls im Chaos zu enden. Kakophonie at its best. Dazu hört man im ruhigeren Part eine Stimme, jene von Matt Burt, die an die „Telefonstimme“ der australischen Band Flash And The Pan erinnert. Diese Stimme singt auch nicht, sie erzählt. Man hört von tropfender Eiscreme, vom Wasser in der Dusche und von einer Frau, die sich im Wald über die Finger pieselt. Es geht um das Leben, welches für viele Menschen so unerfüllt bleibt und in dem viele, scheinbar unverbundene Zufälle schließlich doch einen Sinn ergeben. In Kombination mit dieser Musik ergibt auch dieser Text einen Sinn – jeder wird ihn für sich finden. Psychedelic Rock eben. Mit „S.T.G.“ folgt sofort die nächste psychedelische Nummer. Auf knapp zehn Minuten gibt es jetzt die gesamte Achterbahnfahrt an musikalischen Emotionen. Von eingängig bis verstörend, von rockig bis sphärisch kumuliert hier eine ganze Palette an Musik. Klasse Nummer.

Der nächste Stilbruch folgt. „Manmower“ ist eine eher sanfte und sehr eingängige Nummer. Alternative Rock der weicheren Art und Weise. Schönes Lied. Doch es wird noch sanfter. „Fool's Gold“ wird zunächst nur noch mit einer akustischen Gitarre instrumentiert, zu der Bent Sæther sehr zerbrechlich klingend singt. Ein paar Tupfer auf dem Banjo von Hans Magnus Ryan lockern das Lied schließlich noch etwas auf. Doch auch dies war noch nicht die letzte Steigerung. Mit „Nathan Daniel's Tune From Hawaii“ steht am Ende der Platte eine über sechsminütige atmosphärische Soundcollage, dunkel und dumpf, mit der die ursprüngliche Platte ganz sanft und ganz lang ausklingt.

Kurz noch ein paar Worte zu den zusätzlichen CDs. CD2, „When The World Sleeps“, die KiT-Sessions aus dem Jahr 1994 enthält Aufnahmen aus der Kunstakademie in Trondheim (Kunstakademiet i Trondheim, kurz KiT). Nachdem es keinen Besucherverkehr mehr gab, wurden die Lieder dort in einem großen und kahlen Raum live eingespielt. Abgemischt wurden sie im Februar und April 1995 sowie im August 2012. Zu hören sind hier sieben Titel, alle sehr dunkel gehalten, durchaus auch mal rockig, jedoch immer mit einer gehörigen Prise Monotonie versehen, die aus der Redundanz der Themen herrührt. Besonders eingängig sind diese Stücke nicht unbedingt, doch dieser psychedelische Moment ist ihnen ganz bestimmt nicht abzusprechen. Höhepunkt hierbei ist die Nummer „Black W'abbit“. Hey, wann hat Monotonie schon jemals interessanter geklungen? CD3 enthält schließlich die PIDAH-Mixe. Die meisten Titel stammen dabei vom offiziellen Album, die Lieder „The Matter With Her“, „Like Always“ und „Stalemate“ ergänzen das Ganze. Pidah-Mix heißt nichts anderes, als dass diese Stücke vom Niederländer Pieter „Pidah“ Kloos im Atlantis Grammofon Studio in Stockholm vom 25. September bis 9. Oktober 1996 etwas anders abgemischt wurden. Der Unterschied zum offiziellen Album ist allerdings nicht zu groß.

Bliebe noch die vierte CD, auf der sich die restlichen Titel der beiden EPs „Nerve Tattoo“ und „Manmower“ befinden („Of Beacons & Beams“, „The Wheel“, „Pale Day“, „Mad Sun“ beziehungsweise „A Saw Sage Full Of Secretion“, „Heaven & Hell“, „7th Dream“, „Sterling Says). Alles noch ganz nett, was allerdings danach kommt sind zumeist qualitativ schlechte Proberaum-Aufnahmen, die eher den Hardcore-Fan oder den Chronisten erfreuen oder gar begeistern dürften.

Fazit: Auch „Blissard“ ist ein überzeugendes Album geworden, welches einige tolle Lieder beinhaltet. Das Besondere an dieser Scheibe sind die vielen Stilbrüche, die hier nacheinander „durchlebt werden müssen“. Zwar gibt es auf „Blissard“ viel Alternative Rock zu hören, doch dann eben auch einige Psychedelic Rock Lieder, die wahrlich lohnen. Noch lohnender wird das Album mit dieser Ausgabe, die mit der zweiten CD noch eine ganze Ladung weiterer Rock-Titel beinhaltet, die dem Psychedelic Rock zugerechnet werden können. Schließlich umfasst diese Version von „Blissard“ auch noch die beiden EPs „Nerve Tattoo“ und „Manmower“. Eine volle Ladung Motorpsycho also, die in den 90er Jahren noch nicht im Progressive Rock angekommen waren. Elf Punkte.

Anspieltipps: Greener, True Middle, S.T.G., Black W'abbit



Dienstag, 20. März 2018

The Flower Kings – The Rainmaker




The Flower Kings – The Rainmaker


Besetzung:

Roine Stolt – lead & backing vocals, guitars
Tomas Bodin – piano, organ, synthesizers, mellotrons
Hasse Fröberg – lead & backing vocals, acoustic guitars
Jonas Reingold – basses
Jaime Salazar – drums


Gastmusiker:

Ulf Wallender – soprano saxophone


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Progressive Rock, RetroProg


Trackliste:

1. Last Minute On Earth (11:51)
2. World Without A Heart (4:30)
3. Road To Sanctuary (13:49)
4. The Rainmaker (6:02)
5. City Of Angels (12:04)
6. Elaine (4:56)
7. Thru The Walls (4:28)
8. Sword Of God (6:03)
9. Blessing Of A Smile (3:10)
10. Red Alert (1:07)
11. Serious Dreamers (9:00)

Gesamtspieldauer: 1:17:05



„The Rainmaker“ heißt das sechste Studio-Album der schwedischen RetroProg Band The Flower Kings um Roine Stolt, der auch dieses Mal wieder alle Lieder komponierte und die Texte gestaltete. „The Rainmaker“ erschien am 18. September im Jahr 2001 auf dem Standard Plattenlabel der Flower Kings, auf InsideOut Music. Auch wenn es etwas Neues in der Musik der Schweden gibt, so gilt doch einmal mehr, dass man bei den Flower Kings schon beim Einlegen der CD weiß, was einen erwartet.

„The Rainmaker“ unterscheidet sich dahingehend von den bisherigen Veröffentlichungen der Band, da auf „The Rainmaker“ mehr gerockt und das zum Teil sehr konsequent. Dabei weist das ein oder andere Lied durchaus Passagen auf, die dem Hard Rock zuzurechnen sind. Daneben erklingen natürlich auch wieder sehr sanfte und das Ohr umschmeichelnde Abschnitte, die in Kombination bewirken, dass die Musik der Flower Kings auf der Platte selbst niemals langweilig wird. Abwechslung wird auch auf „The Rainmaker“ groß geschrieben, allerdings wirkt es ein wenig so, dass Roine Stolt durch seine häufigen und auch langen Veröffentlichungen etwas die Ideen ausgehen. So richtig mitreißend klingt auf „The Rainmaker“ nämlich nichts mehr. Die einzelnen Stücke bauchen definitiv ein paar Durchläufe, bis sie sich einem etwas mehr erschließen. So etwas wie einen Ohrwurm oder aber ein Stück, was wirklich längerfristig hängenbleibt, das findet man auf dieser Platte nicht.

Trotzdem ist „The Rainmaker“ ganz bestimmt kein schlechtes Album geworden, aber irgendwie scheint sich bei den Flower Kings mit jedem Album noch mehr zu wiederholen. Alles irgendwie schon mal dagewesen. Nichtsdestotrotz unterhält das Album natürlich. Die Musik der Flower Kings ist immer eine Art Reise, die einen durch verschiedene musikalische Landschaften führt, die sich einem mal lieblicher, mal zerklüfteter präsentieren. Diese musikalischen Abschnitte gehen ineinander und überraschen immer wieder. Vorhersehbar ist diese Musik der Flower Kings niemals. Am überzeugendsten klingt für mich das Titellied „The Rainmaker“. Diese Instrumentalnummer verfügt über eine sanfte Steigerung, ist mit das ruhigste Lied der Platte und dabei atmosphärisch dicht. Zwar gibt es bei dieser Nummer auch keine besondere Melodie, die sich einprägen könnte, dafür wird mit dem Stück allerdings Atmosphäre transportiert, die wirkt.

Fazit: Das sechste Studio-Album der schwedischen RetroProg Band The Flower Kings mit dem Titel „The Rainmaker“ lässt nur noch an wenigen Stellen richtig aufhorchen. Vieles klingt bekannt auf dieser Platte, die mich weniger an die progressiven Bands der 70er Jahre erinnert, denn an die Flower Kings selbst. Wenn man diese Scheibe zuerst hört, gefällt sie wahrscheinlich mehr. Hört man sie allerdings nach vielen anderen Platten der Schweden, hört es sich irgendwie nach Routine an. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Rainmaker



Montag, 19. März 2018

Bright Eyes – The People’s Key




Bright Eyes – The People’s Key


Besetzung:

Conor Oberst – vocals, guitars, pianos, keyboards
Mike Mogis – guitars, pedal steel, effects, programming, percussion
Nate Walcott – synthesizers, pianos, organs, mellotron


Gastmusiker:

Andy LeMaster – vocals on tracks 1, 2, 3, 4, 6, 8, bass guitar on track 10, guitar on tracks 4, 10, 
Matt Maginn – bass guitar on tracks 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8
Carla Azar – drums and percussion on tracks 2, 6, 8
Clark Baechle – drums on tracks 1, 3, 4, 5, 7
Shane Agsperen – drums on tracks 3, 10, percussion on track 2
Laura Burhenn – vocals on tracks 4, 7, 8
Denny Brewer – shamanic vocals


Label: Saddle Creek


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Independent Rock, Independent Pop


Trackliste:

1. Firewall (7:16)
2. Shell Games (3:55)
3. Jejune Stars (4:10)
4. Approximate Sunlight (4:24)
5. Haile Selassie (4:33)
6. A Machine Spiritual (In The People’s Key) (4:20)
7. Triple Spiral (3:50)
8. Beginner’s Mind (3:55)
9. Ladder Song (3:58)
10. One For You, One For Me (6:37)

Gesamtspieldauer: 47:02



„The People’s Key“ ist das achte und gleichzeitig letzte Studioalbum der Band Bright Eyes, die hauptsächlich vom Input des Conor Oberst lebte, obwohl Mike Mogis und Nate Walcott auf den letzten Alben ebenfalls zum festen Stamm der Band gehörten. „The People’s Key“ erschien am 15. Februar des Jahres 2011, an Conor Obersts Geburtstag, auf dem Plattenlabel Saddle Creek Records. Die Scheibe konnte sich in den englischsprachigen Ländern überall in den Charts platzieren, stieg in den US Billboard 200 Charts sogar bis auf Platz 13.

Das Album klingt durchaus eingängig, man benötigt nicht allzu viele Durchläufe, um in die Musik von Bright Eyes auf „The People’s Key“ eintauchen zu können. Allerdings wird diese Eingängigkeit ein wenig auf Kosten der Intensität „erkauft“. Diese Lieder, in die man auf früheren Veröffentlichungen von Bright Eyes so unfassbar tief eintauchen konnte, die einen packten und umarmten, diese Titel sind auf dem achten Album der Band etwas rarer geworden – doch sie gibt es glücklicherweise noch. Ein „Schamene“ begleitet einen erzählend durch das Album mit seinen Geschichten. Ein ganz netter Einfall, der das Album ein klein wenig außergewöhnlicher werden lässt.

„The People’s Key“ ist ganz bestimmt kein schlechtes Album geworden. Über allem schwebt erneut die etwas weinerliche und markante Stimme des Conor Oberst, die man natürlich mögen muss, denn sie macht viel der Musik von Bright Eyes aus. Manche Lieder klingen dabei etwas fröhlicher und auch rockiger, als auf den früheren Veröffentlichungen von Bright Eyes. Doch auch diese intensiven und eher traurigen Momente gibt es noch bei solch Liedern wie dem Opener „Firewall“ oder den Nummern „Approximate Sunlight“ sowie „Ladder Song“. Alle drei Titel sind die Höhepunkte der Platte und bei diesen Nummern kommt dieses wunderbar melancholisch bis sentimentale Gefühl beim Hören auf, welches die Musik von Bright Eyes so unverwechselbar zu vermitteln weiß. Insgesamt ist „The People’s Key“ ein Album geworden, in denen sich die fröhlichen und eher nachdenklichen und traurigen Lieder abwechseln. Das Spiel mit den atmosphärischen Stimmungen ist auf dem Album also durchaus gegeben – vielleicht sogar noch ein wenig mehr, als auf den vorherigen Alben, die allgemein noch etwas düsterer klangen. Auf „The People’s Key“ hört man somit eine Mischung aus Independent Rock und Independent Pop, die durchaus ins Ohr geht, mit Atmosphären spielt, dabei jedoch nicht immer gleich intensiv wirkt.

Fazit: Auch das achte und wohl letzte Studioalbum von Bright Eyes ist getragen von Traurigkeit und Melancholie, die auf „The People’s Key“ noch ein wenig eingängiger verpackt wurde. Mitunter geht dieser Umstand ein klein wenig zu Lasten der Intensität der Musik, wobei diese trotzdem sehr überzeugend bleibt. Mit jedem Durchlauf sogar noch ein klein wenig mehr. Neun Punkte.

Anspieltipps: Firewall, Approximate Sunlight, Ladder Song



Sonntag, 18. März 2018

Wobbler – Afterglow




Wobbler – Afterglow


Besetzung:

Morten Andreas Eriksen – gibson sg, gibson explorer, fender telecaster, fender stratocaster, danelectro and jay turser double neck guitar, martin acoustic guitar and the "fluffy mute" voice
Lars Fredrik Frøislie – mellotrons (m400), hammond organ (C3), piano (l. schmidt), minimoog model d, arp pro soloist, arp axxe, rhodes mark II, hohner clavinet d6, solina string ensemble, roland ep-10, elka elkapiano 88, stylophone and vocals
Kristian Karl Hultgren – rickenbacker 4001 and fender jazz bass, double and acoustic bass
Martin Nordum Kneppen – yamaha club costum drums, steinkopf soprano crumhorn, moeck soprano recorder, medieval and renaissance percussion


Gastmusiker:


Aage Moltke Schou – vibraphone, glockenspiel and percussion
Sigrun Eng – cello
Tony Johannessen – vocals
Ketil Vestrum Einarsen – miyazawa flute, trevor james alto flute, yamaha piccolo flute


Label: Termo Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Progressive Rock, RetroProg


Trackliste:

1. The Haywain (0:55)
2. Imperial Winter White (15:04)
3. Interlude (2:37)
4. In Taberna (13:09)
5. Armoury (3:00)

Gesamtspieldauer: 34:47




„Afterglow“ heißt das zweite Studio-Album der norwegischen progressive Rock Band Wobbler. Die beiden Longtracks auf „Afterglow“ wurden allerdings schon vor dem Debut-Album „Hinterland“ geschrieben und für dieses Album neu arrangiert und eingespielt. „Afterglow“ erschien schließlich im Jahr 2009 auf dem Plattenlabel Termo Records.

Auf diesem Album hört man RetroProg der allerfeinsten Sorte. Musik, die Spaß macht. Klingen die drei kürzeren Stücke etwas nach Mittelalter-Musik, so haben es die beiden langen Stücke des Albums, „Imperial Winter White“ sowie „In Taberna“ wahrlich in sich. Man fühlt sich beim Hören dieser Nummern musikalisch um etwa 45 Jahre zurückversetzt. Zwei sehr abwechslungsreiche Lieder, aus verschiedenen Teilen zusammengesetzt, die mal melodiöser, mal treibender klingen. Viele bekannte Bands kann man da heraushören. Yes, King Crimson, Gentle Giant kommen einem beim Hören in den Sinn. Doch Wobbler kopieren dabei nicht, vielmehr lehnen sie ihre Musk an die der Progressive Rock Bands der frühen 70er Jahre an. RetroProg eben.

„Afterglow“ ist eine kleine musikalische Zeitreise, die sich lohnt. Sehr abwechslungsreiche Musik erwartet die Hörerin beziehungsweise den Hörer. Langeweile kann da ganz bestimmt nicht aufkommen. Der Höhepunkt der Platte ist gleichzeitig auch das längste Lied auf „Afterglow“, die Nummer „Imperial Winter White“. Hier klingen Wobbler so wunderbar verspielt und die Musik ist angefüllt mit vielen wunderschön umgesetzten Ideen. Abwechslungsreichtum an allen Ecken und Enden. Dazu ist dieses Stück noch einen Tick melodiöser als der zweite lange Titel des Albums „In Taberna“. Damit verfestigt sich dieses Lied auch ein wenig besser und schneller im Ohr und besitzt gleichzeitig etwas mehr Nachhaltigkeit. Gelungen sind allerdings alle fünf Titel auf „Afterglow“. Einziges Manko der Scheibe ist die relativ kurze Laufzeit von gerade einmal knapp 35 Minuten. Bei manch anderer Band läuft so etwas unter der Überschrift „EP“.

Fazit: Ein sehr schönes, abwechslungsreiches und an vielen Stellen sehr eingängiges Album ist „Afterglow“ der norwegischen Band Wobbler geworden. RetroProg der Spaß macht und an vielen Stellen Reminiszenzen zu anderen Progressive Rock Bands aufweist, ohne diese jedoch zu kopieren. Höhepunkt der Platte ist das Stück „Imperial Winter White“, auf dem Wobbler ihre ganze Spielfreude und ihre Ideen auszuleben verstehen. Da allerdings auch die restlichen Titel überzeugen, lohnt sich die Scheibe sehr für alle RetroProg-Fans. Einziger Wermutstropfen ist die relativ kurze Laufzeit des Albums. Elf Punkte.

Anspieltipps: Imperial Winter White