Donnerstag, 13. September 2018

Mimicking Birds – Layers Of Us




Mimicking Birds – Layers Of Us


Besetzung:

Nate Lacy – vocals, guitars, banjo, keyboards
Adam Hanson – drums, percussion, programming
Adam Trachsel – bass, keyboards


Gastmusiker:

Jeremy Sherrer – sampling, drums
Ian Luxton – guitars
Russel Higbee – marimba


Label: Glacial Pace Recordings


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Dust Layers (4:34)
2. Another Time (4:28)
3. Sunlight Daze (3:09)
4. Island Shore (4:27)
5. Great Wave (5:05)
6. A Part (3:14)
7. Belongings (3:34)
8. Lumens (6:05)
9. Time To Waste (1:06)
10. One Eyed Jack (6:39)

Gesamtspieldauer: 42:15



Die Mimicking Birds sind eine Rockband aus Portland, Oregon, welche als ein Projekt des Nate Lacy Anfang der 2000er Jahre startete. Als dieser schließlich im Jahr 2008 auf dem Label Glacial Pace Recordings des Isaac Brock, seines Zeichens Sänger, Gitarrist und Songschreiber bei Modest Mouse unterschrieb, wurde das ursprüngliche Solo-Projekt zu einer „richtigen“ Band mit drei festen Mitgliedern, die bei den Studio-Aufnahmen und Touren durch weitere Musiker unterstützt wird. „Layers Of Us“ heißt das vierte Studioalbum der Mimicking Birds und erschien Anfang des Jahres 2018.

Die Musik der Mimickimng Birds ist anders, als jene von Modest Mouse, auch wenn sie die Band als Vorgruppe bereits auf Tourneen unterstütze. Was jedoch zweifelsohne ähnlich ist, ist das Gespür für die tolle Melodie, die sich bei der Hörerin und beim Hörer schnell festsetzt. Dabei wachsen die einzelnen Titel noch mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe, werden schnell zu „guten Freunden“, auf die man sich freut. Die Musik klingt zumeist sanft, etwas verträumt, mitunter sogar ein wenig entrückt. Dabei haben elektronische Klänge deutlich mehr Einzug in die Musik der Mimicking Birds gefunden, als dies noch zu Beginn der Bandgeschichte der Fall war. Überzeugend klingen die einzelnen Nummern auf „Layers Of Us“ allerdings auch im Gewand des vermehrten Synthesizer-Einsatzes.

Höhepunkte des Albums sind die Titel „Another Time“, „Sunlight Daze“ sowie das so wunderschön verwunschen klingende „Lumens“. Alles drei Titel, die trotz oder gerade wegen ihrer Sanftheit kleine Ohrwürmer darstellen, die einen angenehm verfolgen. Nicht unerwähnt sollte an dieser Stelle allerdings bleiben, dass jeder der zehn Titel des Albums im selben Stil gehalten ist, was ein „Herauspicken“ der Höhepunkte noch mehr zu reiner Geschmackssache werden lässt.

Fazit: Die Mimicking Birds präsentieren ihren Hörerinnen und Hörern auf „Layers Of Us“ interessanten und abwechslungsreichen Independent Rock bis Pop, der zumeist sanft und immer völlig unaufgeregt klingt. Die Lieder wirken, gehen ins Ohr und verbleiben dort auch durchaus länger. Für alle, die gerne mal über den Tellerrand hinaussehen sehr zu empfehlen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Another Time, Sunlight Daze, Lumens



Mittwoch, 12. September 2018

Various Artists – Alpine Dreaming




Various Artists – Alpine Dreaming


Label: Archeophone Records


Erscheinungsdatum: 2018



Stil: Divers


Viel wurde schon über die amerikanische “Folk Music” geschrieben. Was dabei aber immer wieder übersehen und überhört wird ist, dass all die Einwanderer, die in die USA kamen, ihre Kultur und Musik mit- und in der neuen Heimat einbrachten. Mit “Alpine Dreaming” erscheint nun eine Doppel-CD auf Archeophone Records, die das kurzlebige US Label “Helvetia Records” vorstellt.

Viel ist nicht bekannt über Ferdinand Ingold, nur soviel, dass er 1860 in Bischofszell im Kanton Thurgau zur Welt kam. Im Alter von 32 Jahren zog er mit seiner Frau und seinen fünf Kindern von Bern in die USA. Dort siedelten sich die Ingolds in “Green County” in Wisconsin an, dem “Little Switzerland” in Amerika. Hier hatten Einwanderer aus dem Kanton Glarus “New Glarus” gegründet. Ferdinand Ingold unterhielt in der Kleinstadt Monroe einen Laden, in dem er unter anderem auch erste Schallplatten aus der alten Heimat verkaufte. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges hatte Ingold die Idee für ein eigenes Plattenlabel, eines, mit dem er seine Heimatverbundenheit und seine Kunden gleichermaßen zufrieden stellen konnte: Helvetia Records war geboren.

Der Musikethnologe James Leary stieß zum ersten Mal vor etwa 30 Jahren auf eine 78er Schellack Platte von Helvetia Records. In einem Plattenladen fand er eine Aufnahme von Otto Rindlisbacher, dem Sohn Schweizer Einwanderer. Learys Neugier war geweckt, von da an suchte er nach weiteren Scheiben des Labels. Im Musik Archiv der University of Wisconsin in Madison, an der er lehrt, konnte er über die Jahre zehn weitere 78er finden. Die Idee für eine Gesamtschau des Labels war geboren. „Man kann eine Mischung aus Jodlern hören, vor allem von Charles Schoenenberger. Aber es gibt auch Akkordeon und Violin Duette und rein männliche und gemischte Quartetts, daneben noch eine Art Operetten Jodler, gesungen von der Schweizer Nachtigall.“

Helvetia Records existierte gerade einmal vier Jahre, von 1920 – 1924, alle Aufnahmen wurden allerdings in den USA eingespielt, meist in New York City, wo es seinerzeit zahlreiche Recordings Studios gab. Zielgruppe waren vor allem die Schweizer in Amerika, die in New Jersey, Ohio und eben Wisconsin lebten, aber Ingold platzierte auch Werbung in Swiss-American Zeitungen, die an der Westküste gelesen wurden. “Alpine Dreaming” stellt nun zum ersten Mal den Gesamtkatalog von Helvetia Records vor, 36 Lieder konnte James Leary für dieses Album finden: „Wir hatten Glück, dass die Besitzer von Archeophone Records so ein gutes Netzwerk zu Sammlern haben. Darüber haben wir noch einige der 78er gefunden, die wir nicht in unserem Archiv hatten. Rich and Meagan vom Label sind dann mit einem Plattenspieler und Computer zu Sammlern nach Tennessee und Wisconsin gefahren, um dort einzelne Lieder zu digitalisieren.“

Begleitet wird die Doppel-CD von einem umfangreichen und reich bebilderten Booklet, in dem die Geschichte des Labels und der einzelnen Musiker erzählt wird. Für den Musikethnologen James Leary, der schon zahlreiche Bücher und Musikprojekte zur Geschichte der Einwanderer im Mittleren Westen veröffentlicht hat, war “Alpine Dreaming” eine Herausforderung. Die Sprache sei nicht leicht gewesen, lacht er. „Zum einen waren die Aufnahmen alt, sie waren gesungen und nicht gesprochen. Zum anderen sind diese Schweizer und diese verschiedenen österreichischen Dialekte keine geschriebene Sprache.“ Herausforderungen, die aber schließlich gemeistert wurden.

Auch wenn Helvetia Records nur vier Jahre existierte und 1924 im Konkurs endete, ist diese Episode und damit diese neue Veröffentlichung ein wichtiges und bislang übersehenes oder vergessenes Klangdokument in der langen Geschichte der Schweizer Einwanderer in den USA.

Dienstag, 11. September 2018

The Fur Coats – Mirror Gazing




The Fur Coats – Mirror Gazing


Besetzung:

Chris Karl Hoganson – lead vocals, saxophone, percussion
Betty Downey – saxophone, lead vocals
Anna Tyler – keyboards, vocals
Nathan Weber – bass, vocals
Jacob Early – guitar
Matthew Lynch – drums
Papi Fimbres – congas
Bambi Browning – cello


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Real Love (3:17)
2. We Live (4:10)
3. In The Garden (3:45)
4. Transmortal Vibes (4:24)
5. Don’t Be Cruel (2:20)

Gesamtspieldauer: 17:58



The Fur Coats sind eine Band aus Portland, Oregon, die stilistisch gar nicht so einfach einzuordnen sind. Ein wenig psychedelischer Garage Rock mit Soul- und Funk-Anleihen und selbstverständlich auch eine ordentliche Prise Pop und Rock, dafür stehen die Fur Coats. Mit der EP „Mirror Gazing“ bekommen die Hörerinnen und Hörer eine Sammlung der bisher veröffentlichten drei Singles mit den Namen „Mirror Gazing Pt.1: We Live”, „Mirror Gazing Pt.2: Real Love” sowie „Mirror Gazing Pt.3: In The Garden” passend zur bevorstehenden Europa-Tour geliefert. Ergänzt wird die Musik der EP durch die bisher unveröffentlichten Nummern „Transmortal Vibes“ sowie „Don’t Be Cruel“.

Wer auf eingängige und doch leicht psychedelisch angehauchte populäre Musik steht, welche groovt und ins Ohr geht, die oder der kann mit dieser kleinen Zusammenstellung wahrlich nichts falsch machen. Keine Durchschnittsmusik aus dem Radio, welches nebenbei dudelt und in dem uns immer fröhliche Moderatoren die Leichtigkeit des Seins näherzubringen versuchen, sondern frische und unverbrauchte Titel, die sich nicht im breiten Mainstream-Sound verlieren und manchmal die Leichtigkeit des Seins selbst zu verkörpern scheinen. Das klingt für Musikgenießer sehr spannend und sehr lohnend.

Um sich einen Überblick über die Musik der Band zu verschaffen, lohnt ein Besuch einer der Konzerte im September und Oktober in Deutschland und Österreich, die im Folgenden aufgeführt sind.


Di 18.09. Papp | Bremen (DE)
Mi 19.09. Hansa 48 | Kiel (DE)
Do 20.09. Sage Club | Berlin (DE)
Fr 21.09. Ex Sparr | Hamburg (DE)
Sa 22.09. Q | Marburg (DE)
Mo 24.09. Monomontag | Winterthur (CH)
Mi 26.09. Cafe Vinyl | Wetzlar (DE)
Do 27.09. La Parenthese | Nyon (CH)
Fr 28.09. Kasseturm | Weimar (DE)
Sa 29.09. Live Club | Bamberg (DE)
Mo 01.10. SCHICK & SCHÖN | Mainz (DE)
Di 02.10. Zauberberg | Passau (DE)
Mi 03.10. early show: Hafen 2 | Offenbach (DE) - late night show: Frischzelle | Darmstadt (DE)
Sa 06.10. Röda | Steyr (AT)
Di 09.10. Fluc | Wien (AT)
Mi 10.10. Lendhafen Cafe | Klagenfurt (AT)
Do 11.10. Bar Gabanyi | München (DE)
Fr 12.10. Altes Stellwerk | Solingen (DE)
Sa 13.10. Club Nacht @Prinz Willy | Kiel (DE)


Anspieltipps: In The Garden, Don’t Be Cruel



Montag, 10. September 2018

Tangerine Dream – Exit




Tangerine Dream – Exit


Besetzung:

Edgar Froese – keyboards
Chris Franke – keyboards
Johannes Schmoelling – keyboards


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Kiew Mission (9:21)
2. Pilots Of Purple Twilight (4:21)
3. Choronzon (4:09)
4. Exit (5:35)
5. Network 23 (4:57)
6. Remote Viewing (8:19)

Gesamtspieldauer: 36:46




„Exit“ heißt das sechzehnte Studioalbum der deutschen Band Tangerine Dream, die wohl wie kaum eine zweite für das Genre elektronische Musik steht. Veröffentlicht wurde die Scheibe im September 1981 auf dem Plattenlabel Virgin Records. Das Album konnte sich in Großbritannien in den Charts platzieren, kletterte dort bis auf Platz 43 und verblieb insgesamt fünf Wochen in diesen.

„Exit“ klingt zum Teil sehr poppig, diese sphärischen und elegischen Atmosphären der früheren Jahre waren fast vollständig aus der Musik der Berliner verschwunden. Der Rhythmus aus dem Synthesizer lädt dabei sogar zum Tanzen ein. Die Lieder gehen dabei durchaus auch manchmal ins Ohr und klingen melodiös. Dabei sind sie nun weitaus kompakter, als auf den früheren Veröffentlichungen von Tangerine Dream.

Beim ersten Titel „Kiew Mission“ hört man sogar eine Frau auf Russisch sprechen, die um den Weltfrieden bittet, der in der Zeit der Entstehung des Albums, also in der Hochzeit des kalten Krieges, durchaus auf dem Spiel stand. Ansonsten handelt es sich wieder um reine Instrumentalstücke, die sehr viel schneller, eine einmal erarbeitete Melodie wieder aufgeben, ohne sie auszuwalzen. Somit kling vieles auf „Exit“ wie Filmmusik, welche eine Szene untermalt und unterstreicht. Richtige Ohrwürmer sind dabei nicht vorhanden, auch wenn fast alles auf „Exit“ durchaus melodiös klingt. Im Falle von zu viel Anbiederei an den Pop, wie bei den Nummern „Choronzon“ und „Network 23“, mag man das jedoch sehr viel weniger gern hören – zumindest wenn einem die Band Tangerine Dream aufgrund der ersten Werke gefällt. Höhepunkt der Scheibe ist das letzte Lied, „Remote Viewing“. Hier klingen Tangerine Dream nochmals sphärisch, der Sequenzer setzt ein, ein zarter Rhythmus entsteht und alles klingt nach grenzenloser Melancholie.

Fazit: Tangerine Dream wurden mit ihren poppigen Alben in den 80er Jahren immer etwas uninteressanter für Leute, die die Band zu Beginn ihrer Karriere liebten. Ein schönes Beispiel für den Übergang zwischen musikalischen Phasen der Band stallt das Album „Exit“ dar. Vom tanzbaren Pop bis hin zu den, schließlich dann doch noch vorhandenen sphärischen Klängen, bekommt man hier einiges geboten. Nur überzeugend klingt das leider nicht mehr immer. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Remote Viewing



Sonntag, 9. September 2018

Walking On Cars – Everything This Way




Walking On Cars – Everything This Way


Besetzung:

Patrick Sheehy – vocals and acoustic guitar
Sorcha Durham – piano, keyboards and backing vocals
Dan Devane – guitar and backing vocals
Paul Flannery – bass and backing vocals
Evan Hadnett – drums


Gastmusiker:

Tim Bran – programming
Roy Kerr – programming
Jack Ruston – programming


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Indie Pop


Trackliste:

1. Catch Me If You Can (4:22)
2. Two Stones (3:08)
3. Don’t Mind Me (4:06)
4. Ship Goes Down (3:09)
5. Speeding Cars (4:02)
6. Love Backs Down (4:01)
7. Always Be With You (3:55)
8. Hand In Hand (3:48)
9. At Gunpoint (3:33)
10. Tick Tock (3:40)
11. Flying High Falling Low (4:21)
12. As We Fly South (3:53)

Gesamtspieldauer: 46:03



„Walking On Cars“ sind eine fünfköpfige irische Alternative-Pop-Band aus dem Ort Dingle im County Kerry. Am 29. Januar 2016 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum unter dem Titel „Everything This Way“ und erreichte damit in Irland gleich Platz 1 der Charts. Das Album erschien auf dem Plattenlabel Virgin Records, die daraus veröffentlichten sieben Singles „Catch Me If You Can“, „Everything This Way“, „Two Stones“, „Tick Tock”, „Hand In Hand”, „Always Be With You” sowie „Speeding Cars“ erschienen alle bereits in den Jahren 2013 bis 2015 und trugen nicht zuletzt auch mit zum Erfolg des Albums selbst bei.

Auf „Everything This Way“ hört man Mainstream Pop, auch wenn dieser durchaus noch dem Genre Indie Pop zuzuordnen ist. Doch die Musik ist durchgängig radiotauglich, klingt an der einen oder anderen Stelle schon etwas kommerziell ausgerichtet und die Lieder gehen schnell ins Ohr. Textlich beleuchten die einzelnen Stücke meist das große Thema der Liebe. Bei allen Titeln steht der Gesang des Patrick Sheehy im Vordergrund, der weich und sanft klingt, seine Stimme immer wieder leicht überschlagen lässt und dadurch das Bild der Zerbrechlichkeit transportiert. Sicherlich ein Stilmittel, zu penetrant eingesetzt kann dies allerdings auch zu Verdruss und Genervtheit führen. Die Leidesschwelle wird hier sicherlich jedoch bei allen Hörerinnen und Hörern unterschiedlich hoch liegen. Nach dem Genuss des Albums lege ich zumindest mal ganz gern AC/DC auf, um mich wieder zu erden.

Die einzelnen Stücke gehen allesamt ins Ohr, besonders gelungen klingen dabei die beiden Titel „Speeding Cars“ und „Always Be With You“, welche sich noch ein wenig mehr dem Ohrwurm annähern, als die restlichen Lieder. Melodiös klingt auf „Everything This Way“ im Grunde genommen jedoch alles, sodass letztlich der eigene Geschmack sicherlich über die einzelnen Höhepunkte entscheiden wird. Da auch keine Titel auf der Platte enthalten sind, die qualitativ nach unten ausschlagen, lässt sich das alles sehr gut anhören – auch ohne dauernd die Fernbedienung parat halten zu müssen.

Fazit: Ein ganz nettes Album ist „Everything This Way“, das Debut-Album der irischen Band „Walking On Cars“ geworden. Zu hören gibt es darauf sehr melodiösen und eingängigen Indie Pop, der es jederzeit schafft, von den Radiostationen dieser Welt gespielt zu werden. Dabei klingt die Musik jedoch weder flach noch anbiedernd, auch wenn sich nichts „Besonderes“ auf „Everything This Way“ versteckt. Kein schlechtes Album insgesamt, wenn man es mal nicht allzu kompliziert mag. Acht Punkte.

Anspieltipps: Speeding Cars, Always Be With You



Samstag, 8. September 2018

Roxy Music – Stranded




Roxy Music – Stranded


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals, piano, electric piano, harmonica
John Gustafson – bass guitar
Eddie Jobson – synthesizers, keyboards, electric violin
Andy Mackay – oboe, saxophone, treatments
Phil Manzanera – guitar, treatments
Paul Thompson – drums, timpani


Gastmusiker:

Chris Laurence – string bass on “Sunset”
The London Welsh Male Choir – chorus on “Psalm”
Chris Thomas – bass on “Street Life”


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Street Life (3:29)
2. Just Like You (3:36)
3. Amazona (4:16)
4. Psalm (8:04)
5. Serenade (2:59)
6. A Song For Europe (5:46)
7. Mother Of Pearl (6:52)
8. Sunset (6:04)

Gesamtspieldauer: 41:10




„Stranded“ heißt das dritte Studioalbum der englischen Rockband Roxy Music. Es erschien am 1. November 1973 ursprünglich auf den Plattenlabels Island Records und Polydor in Europa. Die ursprüngliche Platte platzierte sich auf Platz 1 der UK-Album-Charts. Das Cover zeigt Bryan Ferry‘s damalige Freundin und das 1973er „Playmate Of The Year“, Marilyn Cole. Es ist das erste Roxy Music Album, auf dem Bryan Ferry nicht der alleinige Songwriter ist, da auch der Multi-Instrumentalist Andy Mackay („A Song For Europe“) und Gitarrist Phil Manzanera („Amazona“) je ein Lied zusammen mit Bryan Ferry schrieben. Obwohl „Stranded“ auch die erste Scheibe ohne Beteiligung Brian Eno war, der die Gruppe nach dem zweiten Album „For Your Pleasure“ verlassen hatte, betitelte dieser später das Album angeblich als beste Platte von Roxy Music.

Wer nur die Veröffentlichungen von Roxy Music kennt, die Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre entstanden sind und alle Charts stürmten, der kennt die Band Roxy Music wahrlich nur zu einem sehr kleinen Teil. Es sind gerade die ersten Veröffentlichungen der Engländer, die überaus beeindruckend sind und klingen. Hier hört man spannenden und abwechslungsreichen Pop, ein wenig Rock und Musik, die an mancher Stelle durchaus sogar mal etwas experimenteller klingen kann. Dabei verlieren die Musiker allerdings niemals die einprägsame Melodie aus den Augen beziehungsweise Ohren und machen auch „Stranded“ zu einem hörenswerten Erlebnis.

Die Höhepunkte auf „Stranded“ heißen „Just Like You“, „A Song For Europe“ und „Sunset“. Sehr gute Pop-Musik, hunderte Male abwechslungsreicher als alles, was heutzutage in den Charts zu hören ist. Dazu gehen diese Titel auch noch bei aller Komplexität und Andersartigkeit wunderbar ins Ohr und verbleiben dort mit sehr großer Nachhaltigkeit. Roxy Music machen keinen reinen Rock, das ist Art Pop allererster Güte. Freilich gilt dies nicht für alle Titel des Albums. Der Titel „Street Life“, ein gar nicht ungewöhnlicher Pop-Titel und ganz bestimmt nicht der Höhepunkt der Scheibe, wurde als einiges Lied der Platte als Single ausgekoppelt und kletterte in den britischen Charts bis auf Platz 9. Somit macht es auch die Mischung auf „Stranded“, die dieses Album zu einer richtig guten Platte werden lässt.

Fazit: Pop kann komplex klingen und dabei doch eingängig und melodiös sein. Dies beweisen die Musiker um Bryan Ferry hier auf ihrem dritten Album „Stranded“. Die Platte ist sehr abwechslungsreich, enthält poppige Abschnitte, einige rockige Passagen, ein paar Experimente und auch etwas progressiven Rock. Das macht Spaß, klingt interessant und geht auch nach weit über vierzig Jahren seit der Entstehung noch gut ins Ohr. Elf Punkte.

Anspieltipps: Just Like You, A Song For Europe, Sunset



Freitag, 7. September 2018

Various Artists – Platin - Das Album Der Megastars




Various Artists – Platin - Das Album Der Megastars


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

CD1:

1. Queen - You Don't Fool Me (3:54)
2. Bon Jovi - Hey God (4:46)
3. Bryan Adams - The Only Thing Thats Looks Good On Me Is You (3:26)
4. Westernhagen - Sexy (3:56)
5. The Cranberries - Free To Decide (4:26)
6. Alanis Morissette - You Oughta Know (4:09)
7. Guns N' Roses - Knockin' On Heaven's Door (5:36)
8. Deep Blue Something - Breakfast At Tiffany's (4:18)
9. Sheryl Crow - All I Wanna Do (4:34)
10. Joe Cocker - Don't Let Me Be Misunderstood (3:54)
11. Oasis - Wonderwall (4:20)
12. Amanda Marshall - Let It Rain (4:33)
13. R.E.M. - Strange Currencies (3:53)
14. Tina Turner - Goldeneye (3:30)
15. Everything But The Girl - Missing (4:06)
16. Robert Miles - Children (3:52)
17. Maxi Priest Feat. Shaggy - That Girl (3:59)
18. George Michael - Fast Love (4:24)

CD2:

1. Chris Rea - On The Beach (3:45)
2. Simply Red - Fairground (4:25)
3. Zucchero - My Love (5:30)
4. Fool's Garden - Lemon Tree (3:12)
5. Pur - Daß Es Dir Leid Tut (4:27)
6. Cher - One By One (5:03)
7. Rod Stewart - Every Beat Of My Heart (5:20)
8. Celine Dion - Think Twice (4:12)
9. Janet Jackson - Runaway (3:36)
10. Sting Feat. Pato Banton - This Cowboy Song (Remix) (3:59)
11. Roxette - She Doesn't Live Here Anymore (4:06)
12. Joan Osborne - One Of Us (4:18)
13. Scorpions - You And I (4:21)
14. Bonnie Tyler - Limelight (4:08)
15. The Corrs - The Right Time (4:09)
16. Meat Loaf - There Is Not A Dry Eye In The House (5:01)
17. Enya - Anywhere (3:45)
18. Vangelis - Conquest Of Paradise (4:53)

Gesamtspieldauer CD1 (1:15:42) und CD2 (1:18:18): 2:34:00




„Platin - Das Album Der Megastars“ heißt die erste Ausgabe einer ganzen Reihe von „Platin-Veröffentlichungen“, die im Jahr 1996 begann und von den Fernsehsendern SAT1 und Pro7 mit promotet wurde. Die letzte mir bekannte Ausgabe der Reihe heißt „Platin - Das Album Der Megastars Volume 13“. Veröffentlicht wurden die verschiedenen Ausgaben auf dem Plattenlabel Warner Music. 

Der Untertitel der Reihe ist dabei allerdings etwas zweideutig. Zwar hört man auf dieser Zusammenstellung durchaus Bands wie Queen, R.E.M., Guns’N Roses, Oasis und viele mehr, jedoch sind diese nur mit Titeln vertreten, die eher in der zweiten Liga ihrer musikalischen Karriere spielen. Richtige Hits wie zum Beispiel „Wonderwall“ von Oasis sind äußerst rar gesät auf „Platin - Das Album Der Megastars“.

Musikalisch ist irgendwie wohl für jede und jeden etwas dabei. Andersherum ist es jedoch leider genauso. Eine einheitliche musikalische Richtung besitzt das Album nicht, wodurch man dringend auf die Fernbedienung seines CD-Players angewiesen ist. Einem ganz guten Lied folgt sogleich eine Grausamkeit. Welche Titel man hierbei allerdings wo einordnet, wird unterschiedlich sein und ist reine Geschmackssache.

Fazit: Eine sehr weitgefasste Mischung populärer Musik wurde auf „Platin - Das Album Der Megastars“ zusammengefasst. Die Künstler sind bekannt, die Lieder häufig unbekannt und ganz bestimmt nicht die besten Werke ihrer Komponisten. Einige Höhepunkte gibt es allerdings doch, trotzdem kann man diese Scheibe kaum in einem Zug durchhören, da jede Hörerin und jeder Hörer hier auf Lieder stoßen wird, die gar nicht so recht ins eigene musikalische „Beuteschema“ passen wollen. Vier Punkte.

Anspieltipps: Wonderwall, Lemon Tree



Donnerstag, 6. September 2018

The Flower Kings – Paradox Hotel




The Flower Kings – Paradox Hotel


Besetzung:

Tomas Bodin – keyboards, vocals
Hasse Bruniusson – marimba, percussion
Hasse Fröberg – vocals, guitars
Marcus Liliequist – drums, percussion, vocals
Jonas Reingold – bass guitar, vocals
Roine Stolt – vocals, guitars


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1 - Room 111

1. Check In (1:38)
2. Monsters & Men (21:19)
     I. Seasons Of War
     II. Prophets And Preachers
     III. Silent River
3. Jealousy (3:20)
4. Hit Me With A Hit (5:31)
5. Pioneers Of Aviation (7:42)
6. Lucy Had A Dream (5:28)
7. Bavarian Skies (6:38)
8. Selfconsuming Fire (5:54)
9. Mommy Leave The Light On (4:39)
10. End On A High Note (10:43)

CD2 - Room 222

1. Minor Giant Steps (12:13)
2. Touch My Heaven (6:08)
3. The Unorthodox Dancinglesson (5:22)
4. Man Of The World (5:59)
5. Life Will Kill You (7:02)
6. The Way The Waters Are Moving (3:11)
7. What If God Is Alone (6:59)
8. Paradox Hotel (6:29)
9. Blue Planet (9:43)

Gesamtspieldauer: CD1 (1:12:57) und CD2 (1:03:10): 2:16:07




„Paradox Hotel” nannte die schwedische Progressive Rockband The Flower Kings ihr neuntes Studioalbum. Zudem ist es auch ihre bereits vierte Doppel-Album Veröffentlichung. „Paradox Hotel” erschien am 4. April 2006 auf dem Plattenlabel InsideOut Music. Es ist das einzige Studioalbum der Band mit dem Schlagzeuger Marcus Liliequist.

Deutlich über zwei Stunden Spieldauer haben Roine Stolt und seine Mitstreiter also dieses Mal für ihre Hörerinnen und Hörer zusammengestellt. Es passiert bei den Schweden phasenweise in einer schier unglaublichen Geschwindigkeit, mit der sie Alben veröffentlichen, sodass man sich bereits beim Kauf einer Platte der Flower Kings manchmal die Frage stellt, ob hier Quantität nicht vor Qualität geht. Dann legt man die Scheibe ein, hört sich durch Stunden und fühlt sein zögerndes Gefühl leider bestätigt. Ins Ohr mag auf „Paradox Hotel“ schon mal gar nichts mehr gehen und beim ersten Mal des Durchhörens bleibt auch kein Titel besonders hängen. Mit jedem weiteren Durchlauf fallen einem dann doch ein paar schöne Stellen beziehungsweise Lieder auf, allerdings auch Titel, die nur als Füllmaterial bezeichnet werden können. Schade.

Auf „Paradox Hotel” hört man jede Menge Mainstream Rock, mit Progressive Rock hat dies oftmals nur noch am Rande zu tun. Nebenbei hören kann man eine Flower Kings Scheibe sowieso nicht, man muss sich immer darauf konzentrieren. Aber über zwei Stunden der eigenen Zeit konzentriert investieren, um diese Scheibe zu hören, das verlangt viel von einem ab. Trotzdem ist „Paradox Hotel” kein ganz schlechtes Album. Wenn man sich ein Album der Flower Kings zulegt weiß man, was man zu erwarten hat, welche Musik aus den Boxen beziehungsweise den Lautsprechern quellen wird. Es ist dieser ganz eigene musikalische Kosmos, indem die Flower Kings inzwischen schweben. Versetzte Stücke, mitunter etwas konstruiert klingend und nur ganz selten wirklich melodiös. Trotzdem werden die Platte eingefleischte Flower Kings Fans lieben und genau in deren Foren wird das Album auch durchaus positiv goutiert. Allerdings ist dies keine Musik für „jeden“ Progressive Rock Fan. Ganz viele Hörerinnen und Hörer wird diese geballte Ladung nicht mehr erreichen – Mainstream-Pop- und Rock-Freunde sowieso nicht.

Fazit: „Paradox Hotel” ist ein typisches Flower Kings Album geworden. Auf dem Doppelalbum gibt es diesen inzwischen so vertrauten Flower Kings Sound zu hören. Lieder, etwas konstruiert klingend, mit sehr melodiösen Parts, andererseits auch frickeligen Abschnitten, die kompliziert klingen und auch genauso klingen sollen. Ein Fest für Flower Kings Fans und ein Album, auf das man sich intensiv konzentrieren muss, um es zu begreifen. Nicht für jeden Progressive Rock Fan geeignet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Lucy Had A Dream, Selfconsuming Fire



Mittwoch, 5. September 2018

Wingenfelder – Selbstauslöser




Wingenfelder – Selbstauslöser


Besetzung:

Kai Wingenfelder – Gesang, Gitarre, Keyboards, Programming, Chorgesang
Thorsten Wingenfelder – Gesang, Gitarren, Mandoline, Banjo, Chorgesang
Lutz Sauerbier – Schlagzeug und Stallmaxe, Perkussion auf 7, 13, 9
Volker Rechin – Bass, Akustikgitarre, Chorgesang
Norman Keil – Gitarren, Chorgesang
Sebastian Demmin – Farfisa, Hohner-String Ensemble, Piano, Synthesizer, Wurlitzer, Drum-Programming


Gastmusiker:

Benny Glass – Schlagzeug und Perkussion auf 1, 4
Sönke Reich – Schlagzeug und Perkussion auf 2, 3, 5, 6, 8, 9, 10, 11, 12, 14
Florian Esch – Trompete auf 8
Anne de Wolff – Geige, Akkordeon, Chorgesang auf 3, 6, 8
Suzie Kerstgens – Gesang auf 9


Label: Una Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Petra Pan (2:17)
2. Du bist die Nacht (3:40)
3. Zu wahr um schön zu sein (3:57)
4. Klassenfahrt (4:18)
5. Astro James (3:51)
6. Mensch Paul (4:23)
7. Selbstauslöser (4:34)
8. Fenster nach Süden (4:08)
9. Die Wand (4:14)
10. Neuer Tag (4:03)
11. Wenn du gehst (4:05)
12. Oben am Wendehammer (5:31)
13. O.K. (4:03)
14. Der letzte Ricard von St. Malo (3:32)

Gesamtspieldauer: 56:43




Wingenfelder, das sind die beiden Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder, die bereits in der, im Jahr 2008 aufgelösten Band Fury In The Slaughterhouse zusammenspielten und dort einen Großteil der Musik schrieben. Wie bei Fury In The Slaughterhouse sind sie ebenfalls bei Wingenfelder als Sänger und Gitarristen aktiv. Die Band Wingenfelder selbst besteht in dieser Konstellation seit dem Jahr 2010 und hat seitdem vier Studioalben veröffentlicht. Das Album „Selbstauslöser“ ist das dritte dieser bisher noch überschaubaren Reihe und erschien im Jahr 2013 auf dem Plattenlabel Una Music. Das Album kletterte bis auf Platz 23 der deutschen Charts.

Auf „Selbstauslöser“ hört man eine musikalische Mischung aus Pop- und Rock-Liedern, wobei die Betonung meistens jedoch auf dem Genre des Pops liegt. Die einzelnen Stücke klingen alle überaus unaufgeregt, sind kurze und radiotaugliche Nummern, die durchaus melodiös und eingängig klingen. „Selbstauslöser“ kann man gut anhören, egal ob intensiv oder auch nebenbei. Viel zum Aufregen oder Beschweren gibt es da nicht. Alles klingt, die Lieder erzählen kurze Geschichten aus dem Leben und sind in etwa alle im selben Stil gehalten, was allerdings eine gewisse genormte Stromlinienförmigkeit in sich trägt. Nicht nur durch die Stimme wird man dabei automatisch etwas an Fury In The Slaughterhouse erinnert.

So eingängig „Selbstauslöser“ auch klingt, so wenig nachhaltig hört sich die Platte leider auch an. Es befinden sich darauf keine Lieder, die länger nachhallen, die einem sofort einfallen, wenn man ein paar Tage wieder an „Selbstauslöser“ von Wingenfelder denkt. Das soll keinesfalls bedeuten, dass die Musik schlecht wäre, denn das ist sie nicht. Allerdings fehlt ihr jedoch ganz klar das Besondere, was sehr gute Musik von durchschnittlicher Musik unterscheidet. Trotzdem, hören kann man das alles gut und man wird auch im Moment des Abspielens bestens unterhalten mit „Selbstauslöser“. Schöne Nummern sind die Lieder „Klassenfahrt“, „Astro James“ und das Titellied „Selbstauslöser“, wobei es keinen einzigen Ausfall auf dem Album zu beklagen gibt und an dieser Stelle wohl auch drei andere Titel stellvertretend hätten genannt werden können.

Fazit: Eine melodiöse und unterhaltsame Zusammenstellung von vierzehn verschiedenen Titeln aus dem Bereich der Pop- und Rock-Musik gibt es auf „Selbstauslöser“ von Wingenfelder zu hören. Die einzelnen Lieder klingen noch ein wenig nach Fury In The Slaughterhouse – wie sollte das auch anders sein. Absolut überzeugend ist „Selbstauslöser“ allerdings nicht, dazu klingt das Album einfach zu gewöhnlich, hat keine Ecken und Kanten und auch keine besonderen Höhepunkte. Trotzdem wird man mit dem Album gut unterhalten. Für alle die auf unaufgeregte Pop- und Rock-Musik stehen bestens geeignet. Acht Punkte.

Anspieltipps: Klassenfahrt, Astro James, Selbstauslöser



Dienstag, 4. September 2018

Regina Spektor – Far




Regina Spektor – Far


Besetzung:

Regina Spektor – vocals, piano, keyboards, string arrangement, drums, percussion


Gastmusiker:

Mike Elizondo – bass, upright bass
Matt Chamberlain – drums and percussion
Brad Warnaar – french horn
Jeff Lynne – bass, guitar, 12 string guitar, background vocals
Marc Mann – orchestral programming, keyboards
Yoed Nir – cello
Dave Price – drums, percussion
Sonia Slany – violin, viola
Jeremy Isaac – violin
Nicholas Holland – cello
Katherine Jenkinson – cello
Jack Dishel – additional vocals
McKenzie Smith – drums
Jacknife Lee – guitars, programming, keyboards, bass, drums, percussion
Oren Marshall – tuba
Reggie Watts – beatboxing


Label: Sire Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Independent Pop


Trackliste:

1. The Calculation (3:11)
2. Eet (3:52)
3. Blue Lips (3:34)
4. Folding Chair (3:35)
5. Machine (3:55)
6. Laughing With (3:17)
7. Human Of The Year (4:07)
8. Two Birds (3:18)
9. Dance Anthem Of The 80's (3:43)
10. Genius Next Door (5:06)
11. Wallet (2:28)
12. One More Time With Feeling (3:59)
13. Man Of A Thousand Faces (3:11)

Gesamtspieldauer: 47:21



„Far“ nannte die US-Amerikanerin Regina Spektor ihr fünftes Studioalbum. Am 22. Juni 2009 wurde „Far“ auf dem Plattenlabel Sire Records veröffentlicht und die Vorgehensweise der Regina Spektor war dieses Mal eine andere. Die Musikerin arbeitet auf „Far“ mit mehreren Produzenten zusammen und auch die Liste der beteiligten Musiker ist dieses Mal deutlich länger, als noch auf den vorherigen Veröffentlichungen. Einer der Produzenten ist Jeff Lynne, Gründer und Mitglied des Electric Light Orchestras und der Traveling Wilburys. Angeblich war dieser Jeff Lynne Regina Spektor völlig unbekannt, als sie sich zum ersten Mal kennenlernten. Insgesamt produzierte Jeff Lynne vier Lieder auf „Far“.

Das fünfte Album der Regina Spektor ist angefüllt mit Melodiösität und eingängigen Melodien. Praktisch jeder der insgesamt dreizehn Titel geht ins Ohr und dies bereits mit dem ersten Mal des Hörens. Trotzdem überhört man sich nicht schnell an der Musik der gebürtigen Russin. Die Lieder wirken und hallen allesamt langfristig nach. Im Zentrum der Musik steht einmal mehr der Gesang und das Pianospiel der Regina Spektor. Jedoch weisen auf „Far“ nun weitere Instrumente deutlich mehr Einsatzzeit auf, als man dies von den früheren Veröffentlichungen der Musikerin her kennt. Der Musik schadet dies keineswegs, denn diese sanften und ruhigen Passagen sind durchaus noch vorhanden, werden dieses Mal eben noch zusätzlich ergänzt.

Höhepunkte gibt es einige auf „Far”. „The Calculation”, „Blue Lips”, „Human Of The Year”, „Genius Next Door” sowie „Man Of A Thousand Faces” kann man hier anführen. Allesamt Titel, die sich in ihrer Machart und Wirkung zum Teil deutlich unterscheiden. Mal fröhlicher, mal nachdenklicher gehalten, allerdings immer sehr überzeugend und unterhaltend. Statt dieser fünf Nummern hätte ich allerdings auch die anderen acht Stücke auf „Far“ an dieser Stelle aufführen können, denn das Album überzeugt durchgängig.

Fazit: Ein wunderschönes, sanftes und auch mitreißendes Album ist Regina Spektor mit ihrer fünften Platte „Far“ gelungen. Natürlich wird hier die Musik nicht neu erfunden doch das, was man auf diesem Album hört, unterhält und geht ins Ohr. Einige Ohrwürmer verstecken sich außerdem in den dreizehn Liedern der Platte. Intelligenter und abwechslungsreicher Pop. Lohnt sich. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Calculation, Blue Lips, Human Of The Year, Genius Next Door, Man Of A Thousand Faces



Montag, 3. September 2018

Aqua – Aquarium




Aqua – Aquarium


Besetzung:

Lene Nystrøm – lead and backing vocals
René Dif – lead vocals
Søren Rasted – synthesizer, backing vocals
Claus Norreen – synthesizer


Gastmusiker:

Bee – backing vocals
Marian Binderup – backing vocals
Mogens Binderup – backing vocals
Vivian Cardinal – backing vocals
Kati – backing vocals
Douglas Carr – guitar
Claus Hvass – guitar
Jan Langhoff – guitar


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Synthie Pop, Eurodance


Trackliste:

1. Happy Boys & Girls (3:37)
2. My Oh My (3:24)
3. Barbie Girl (3:17)
4. Good Morning Sunshine (4:04)
5. Doctor Jones (3:23)
6. Heat Of The Night (3:35)
7. Be A Man (4:23)
8. Lollipop (Candyman) (3:36)
9. Roses Are Red (3:45)
10. Turn Back Time (4:09)
11. Calling You (3:32)

Gesamtspieldauer: 40:50




Aqua ist eine dänische Musikgruppe, die um die Norwegerin Lene Nystrøm bereichert wird und deren Musik in den Genres Synthie Pop und Eurodance beheimatet ist. Ihre erste Platte von bisher insgesamt drei Studioalben heißt Aquarium“ und wurde am 26. März 1997 veröffentlicht.

Manchmal bleibt man mit offenem Mund stehen und hört Musik, von der man kaum glauben kann, dass etwas so schlecht sein kann und dass es so etwas überhaupt gibt. So ergeht es einem, wenn man zumindest etwas Anspruch an Musik stellt und dann die skandinavische Band Aqua hört. Es ist unfassbar schlecht. Und man denkt dauernd, jetzt geht es nicht mehr schlimmer, doch das Debut-Album der Band enthält insgesamt elf Titel und nach jedem folgt sogleich das nächste Lied und man wird wieder einmal eines Besseren belehrt. Billige Beats und belanglose Melodien im Überfluss. Unglaublich schlimm.

Bekannt wurden Aqua wegen der Nummer „Barbie Girl“, dieses Lied kurbelte auch den Erfolg des Albums an. Dieses platzierte sich in Deutschland auf Platz 6 der Charts, genau wie in England. In den USA erreichte die Scheibe Platz 7, in Australien, Neuseeland, Kanada, Italien und den skandinavischen Ländern kletterte „Aquarium“ sogar bis auf Platz 1 der jeweiligen Charts. Wie ein Virus scheint diese Musik von manchen Hörerinnen und Hörern Besitz ergriffen zu haben. Dasselbe passiert bei der Grippe mit einem richtigen Virus, also warum soll man sich darüber Gedanken machen? Alles klingt hier synthetisch, kommerziell, anbiedernd und flach. Diese Platte ist für den kurzen Augenblick gemacht, denn lange kann man das nicht hören. Schnell Geld verdienen und dann weg.

Fazit: Die Musik von Aqua auf „Aquarium“ ist so schlecht, dass es sich wieder einmal lohnen würde ein negatives Punktesystem einzuführen. Passiert aber nicht, doch dieser Synthie Pop und Eurodance ist so unfassbar schlecht, dass hierfür im Grunde genommen jedes einzelne Wort zu viel ist. Doch es gibt schlechte Musik, definitiv. Aqua beweisen das hier einmal mehr. 0 Punkte.

Anspieltipps: Barbie Girl



Sonntag, 2. September 2018

Northern Lite – Ten




Northern Lite – Ten


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Andreas Kubat
Sebastian Bohn
Frithjof Rödel
Valerian Herdam


Gastmusiker:

Ksenia Dyachkina – vocals („Feels So Good“)
Jens Gathemann – drums („Stuck In Nowhere“)


Label: Una Music


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Elektro-Pop


Trackliste:

1. Brand New Day (5:17)
2. Feels So Good (3:29)
3. Johnny (4:34)
4. Feel Like Dancing (5:44)
5. Peace Of Mind (4:24)
6. Take My Time (4:31)
7. Paper Aeroplane (5:29)
8. You Know Me (5:11)
9. Ey Pretty (3:43)
10. Into The Fire (4:16)

Gesamtspieldauer: 46:41




„Ten“ heißt irgendwie logischerweise das zehnte Studio-Album der Erfurter Elektro-Pop Band Northern Lite. Das Album erschien am 6. März im Jahr 2015 auf dem Plattenlabel Una Music und ist angefüllt mit synthetischen und elektrischen Beats, die oftmals am ehesten für die Club-Szene gedacht zu sein scheinen.

Steht man auf Rhythmik in der Musik, wird man mit dieser Scheibe bestens bedient. Ist es allerdings der Text oder gar die Melodie, die einen an der gerade gehörten Musik interessiert, dann ist man bei Northern Lite auf jeden Fall auf der falschen Fährte. Dumpfe und monotone Beats hört man bei den Erfurtern, bei denen der Text wohl eher Mittel zum Zweck ist, damit man ohne gesungene Worten nicht unter der Überschrift „Instrumental-Musik“ eingruppiert wird. Ins Ohr geht keines der Lieder so vollends, dafür umso mehr in die Beine, denn die Lieder regen zum Tanzen, zumindest allerdings zum Mitwippen an.

Die Höhepunkte des Albums gibt es in der Mitte der Platte. „Peace Of Mind“ besitzt tatsächlich einen etwas rockigeren Ansatz. „Take My Time“ beginnt redundant mit wenigen Gitarren-Akkorden, entwickelt sich in seinem weiteren Verlauf allerdings zu einem Lied mit eingängiger Melodie und ist jenes auf „Ten“, welches wohl am ehesten hängebleibt. „Paper Aeroplane“ schließlich klingt nach Techno, wiederholt fortlaufend ein kurzes Thema und geht dabei ebenfalls ins Ohr.

Fazit: Wer Elektro-Pop mag, die oder der wird mit „Ten“ von Northern Lite bestens unterhalten. Für andere Geschmäcker mag das alles viel zu synthetisch und auch langweilig, da monoton klingen. Doch das ist genau der Ansatz in der Musik von Northern Lite, die durch ihre Musik zum Tanzen animieren. Auf einer Tanzfläche dürfte auch genau der Ort sein, an dem diese Lieder am besten ihre Wirkung entfalten können. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Peace Of Mind, Take My Time, Paper Aeroplane



Samstag, 1. September 2018

Udo Lindenberg – Der Detektiv - Rock Revue 2




Udo Lindenberg – Der Detektiv - Rock Revue 2


Besetzung:

Udo Lindenberg – Gesang, Schlagzeug, Perkussion


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Deutsch Rock, Rock’n‘Roll


Trackliste:

1. Der Amerikanische Traum (4:21)
2. Dialog zu ”As Time Goes By” (0:36)
3. As Time Goes By (1:39)
4. New York (3:12)
5. Es reicht gerade noch zum Überleben (Living For The City) (4:08)
6. Born To Be Wild (4:28)
7. Lost Paradise (0:47)
8. Desperado (3:24)
9. Ich Steh Ja So Auf Disco (4:55)
10. Baltimore (4:50)
11. Die kleine Stadt (My Little Town) (4:09)
12. Kentucky Mädchen (3:58)
13. Candle In The Wind (Good-bye, Norma Jean) (3:47)

Gesamtspieldauer: 44:21



Nach „Lindenbergs Rock Revue“ im Jahr 1978 veröffentlichte Udo Lindenberg ein Jahr später, am 15. Oktober 1979, gleich noch ein zweites Album mit Cover-Versionen hinterher. Sein elftes Studio-Album heißt „Der Detektiv - Rock Revue 2“ und erschien ursprünglich bei Teldec / Telefunken und wurde von Warner Music neu aufgelegt.

Auf „Der Detektiv - Rock Revue 2“ hört man Cover-Versionen von Steppenwolf, den Eagles, Randy Newman, Elton John und vielen mehr. Die Texte sind dabei häufig sehr nah am Original und einfach nur ins Deutsche übersetzt. Man braucht diese Platte vielleicht, wenn man eingefleischter Udo Lindenberg Fan ist, ansonsten ganz sicher nicht. Über die Musikauswahl kann man sowieso geteilter Meinung sein, das ist immer Geschmackssache. Warum man diese Lieder allerdings auch noch in der Version von Udo Lindenberg hören soll, das weiß wohl nur er selbst. Die Originale sind definitiv gelungener.

Fazit: Es gibt Platten, die sind absolut überflüssig. „Der Detektiv - Rock Revue 2“ von Udo Lindenberg gehört definitiv dazu. Wenn einem gerade nichts mehr einfällt, veröffentlicht man eben mal ein Album mit Cover-Versionen. Udo Lindenberg machte das sogar zwei Mal in direkt aufeinanderfolgenden Jahren. Das muss wirklich nicht sein und somit ist dieses Album ein weiteres, welches sich allerhöchstens für Komplettisten lohnt. Absolut belanglos und überflüssig. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Baltimore



Freitag, 31. August 2018

No-Man – Together We’re Stranger




No-Man – Together We’re Stranger


Besetzung:

Tim Bowness – vocals, words
Steven Wilson – instruments, harmony vocals


Gastmusiker:

Ben Castle – clarinet, bass clarinet, flute
David Picking – trumpet (1,2), electronics (1,2,3,4), percussion (2,5,9)
Michael Bearpark – guitar solo (1)
Stephen Bennett – noise (1), organ and cymbal (6)
Peter Chilvers – space-bass (1,2), bass (6)
Roger Eno – harmonium (5,8)


Label: KScope (ursprünglich Snapper Music)


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Post Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Together We’re Stranger (8:32)
2. All The Blue Changes (7:49)
3. The City In A Hundred Ways (2:23)
4. Things I Want To Tell You (9:06)
5. Photographs In Black And White (10:03)
6. Back When You Were Beautiful (5:07)
7. The Break-Up For Real (4:39)

Bonus Tracks (Ursprünglich nur auf der Vinyl-Ausgabe des Albums)

8. Bluecoda (2:33)
9. The Break-Up For Real – Drum Mix (4:03)

Gesamtspieldauer: 54:19




„Together We‘re Stranger“ heißt das fünfte Studioalbum der englischen Band No-Man, bestehend aus Tim Bowness und Steven Wilson. Das Album wurde am 2. September 2003 ursprünglich auf dem Plattenlabel Snapper Music veröffentlicht, die Wiederveröffentlichung erschien im Jahr 2014 auf dem Label KScope.

Die ersten vier Lieder auf „Together We‘re Stranger“ gehen ineinander über und bilden eine sehr atmosphärische Einheit, die an mancher Stelle nahe am Ambient angelehnt ist, ohne dieses musikalische Genre wirklich widerzuspiegeln. Man hört viel Mellotron und Synthesizer, jedoch auch Gitarre sowie Gesang. Das klingt alles so wunderschön intensiv und dabei absolut relaxt. In den drei folgenden Stücken stehen dann mehr die Akustikgitarre und auch die Klarinette des Ben Castle im Vordergrund. Auch jetzt weiß die Musik zu überzeugen, geht schnell ins Ohr und führt einen durch traumhafte Landschaften. Die Lieder werden dabei rhythmischer und die Melodien deutlich variabler.

Insgesamt klingt „Together We‘re Stranger“ sehr nach den eher ruhigen Titeln, die Steven Wilson für seine Band Porcupine Tree schrieb. Auch dieser leichte Ambient Charakter mancher Stücke, die man auf früheren Porcupine Tree Alben zu hören bekommt, führt zwangsläufig zu Vergleichen. Würde „Together We‘re Stranger“ unter der „Überschrift“ Porcupine Tree laufen, wäre es zwar eine sehr ruhige und atmosphärisch dichte Platte geworden, die im damaligen Kontext etwas außergewöhnlich geklungen hätte, jedoch so richtig überrascht hätte diese Platte keine Hörerin und keinen Hörer.

Schlecht hört sich nichts auf „Together We‘re Stranger“ an, vieles dafür wunderschön eingängig. Alles klingt sanft, sehr melodiös, das Ohr umgarnend. Eine dichte atmosphärische Stimmung geht dabei von jedem der Titel aus. Das macht durchaus Spaß, wenn es denn geschmacklich nicht immer krachen und rocken muss, denn nichts auf „Together We‘re Stranger“ rockt oder kracht. Höhepunkte sind das sehr intensive „All The Blue Changes“, welches sich in seinem Verlauf immer weiter steigert und dabei beweist, dass auch Monotonie packend klingen kann. Dann wäre da noch der längste Titel des Albums „Photographs In Black And White“ zu erwähnen. Hier klingen No-Man nun am intensivsten und am packendsten – obwohl die Musik auch bei diesem Titel alles andere als „laut“ wird.

Der ursprünglichen Vinyl-Ausgabe der Platte waren noch zwei Zugaben hinzugefügt worden. Dabei handelt es sich um das sehr eingängige und sanfte „Bluecoda“ sowie eine Version von „The Break-Up For Real“, die dieses Mal mit einem Schlagzeug unterlegt wurde. Diese beiden Zugaben finden sich auch auf den Wiederveröffentlichungen des Albums.

Fazit: Ein atmosphärisch sehr dichtes Album ist „Together We‘re Stranger“ von No-Man, der Band von Tim Bowness und Steven Wilson geworden. Die Musik ist zu jeder Stelle sanft, melodiös und eingängig. Mitunter nähert sie sich sogar dem Genre des Ambient an, Gesang und Melodiebögen verhindern allerdings die Eingruppierung des Albums in dieses musikalische Genre. Wer die ruhigeren Lieder von Porcupine Tree mag und allgemein auch den sanften musikalischen Tönen etwas abzugewinnen weiß, die oder der wird an „Together We‘re Stranger“ von No-Man jede Menge Gefallen finden. Elf Punkte.

Anspieltipps: All The Blue Changes, Photographs In Black And White