Klasse, dass das Plattenlabel Bureau B dieses Album erneut aufgelegt hat. „Weites Land“ von Hans Joachim Roedelius und Alexander Czjzek stammt ursprünglich aus dem Jahr 1987 und war selbstverständlich schon lange vergriffen.
Auf dem Album hört man Hans Joachim Roedelius am Piano und den österreichischen Saxophonisten Alexander Czjzek, der zu den sanften Piano-Klängen auf dem Tenor- oder Sopran-Saxophon improvisiert. Das klingt alles unfassbar entspannt beziehungsweise entspannend und ideal, um einen anstrengenden Tag bei Kerzenschein beruhigend ausklingen zu lassen.
Nichts auf dem Album klingt hektisch oder aggressiv. Es stehen die sanften Töne im Vordergrund, die auch genauso aus den Boxen zu schweben scheinen. Alles hört sich eingängig und melodiös an, obwohl man hier nicht von „richtigen“ Melodien sprechen kann. Es sind diverse Atmosphären, verschiedene Stimmungen, die mit den einzelnen Titeln transportiert werden und diese sind eben sehr einnehmend. Das Ganze bewegt sich im Bereich des Ambient, mit ein paar klitzekleinen jazzigen Einsprengseln. Dabei hört sich die Musik immer wunderschön unaufgeregt an.
Ein kleines Manko des Albums ist leider das Ausblenden der Lieder. Vor allen Dingen beim letzten Stück „Hoffnung“ kommt das unfassbar überraschend und hier hätte man sich ein sanfteres Herausgleiten aus den Stücken gewünscht.
Fazit: „Weites Land“ ist eine klasse Scheibe, wenn man es sich gutgehen lassen möchte. Die Musik erklingt wunderbar eingängig und verfügt dabei noch nicht einmal über eine irgendwie fassbare Melodie. Vorgegeben wäre diese sowieso nicht, da das Album improvisiert wurde. Entspannend und entspannt. Elf Punkte.
Manchmal passiert es beim Musikhören, dass man sich in längst vergangene Zeiten zurückversetzt fühlt. Eine bestimmte Stimme, ein bestimmter Sound und schon schwelgt man in Erinnerungen. John Watts hat solch eine Stimme. Oh, was haben wir damals „Red Skies Over Paradise“ rauf und runtergehört. „Berlin“, „Marliese“, „In England“, „Battalions Of Strangers“, „Cruise Missiles“ und und und. Die Welt war eine völlig andere damals und man selbst auch. Und nun schlägt John Watts mit seiner Band eine Brücke zur damaligen Zeit. Zu genau jenem Album. „Wie hat sich inzwischen alles verändert?“ „Wie hat es sich alles in den letzten vierzig Jahren entwickelt?“, fragt sich John Watts und singt darüber.
Ein wenig Wehmut hört man inhaltlich aus den Liedern heraus, doch trotz dieser Wehmut ist „Til The Oceans Overflow“ gewiss kein trauriges oder schwermütiges Album geworden. Die meisten Stücke grooven sogar und sie klingen eindeutig nach Fischer Z – nicht nur aufgrund der Stimme des John Watts. Doch klingen diese Lieder im Jahr 2021 anders als auf „Red Skies Over Paradise“. Wäre auch schlimm, wenn dem nicht so wäre.
Und so hört man die Musik, sieht das Cover und bemerkt sofort die Verbindung zum 40 Jahre zuvor veröffentlichten Album. Doch beim ersten Mal des Hörens sprangen mich die einzelnen Lieder nicht sofort an, das muss ich gestehen. Jedoch mit jedem weiteren Durchlauf werden auch diese Titel irgendwie zu guten Freunden. Ich habe das Album jetzt mehrere Male durchgehört und mir gefällt das inzwischen sehr, was ich hier zu hören bekomme. Gut, solch ein „lustig-fröhliches“ und irgendwie aufgesetzt klingendes „A.I.Owns.U.“ hätte zum Abschluss nicht mehr unbedingt sein müssen, aber das ist sicherlich Geschmackssache.
Fazit: Somit bleibt festzuhalten, dass man mit „Til The Oceans Overflow“ ein Fischer Z-Album hört, das nach der Band klingt und welches etwas Zeit benötigt, im Ohr von Hörerin und Hörer zu reifen. Diese Zeit sollte man dem Album einräumen, dann wirkt es. Zehn Punkte.
Anspieltipps: Romance Can Last Forever, Cuban Rain Falling, Til The Oceans Overflow, Big Orange Sun
„Real Live“ ist das vierte offizielle Live-Album des US-amerikanischen Musikers Bob Dylan. Es wurde am 29. November 1984 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht. Die Aufnahmen setzen sich aus verschiedenen Konzerten zusammen. „License To Kill“ sowie „Tombstone Blues“ stammen vom 5. Juli 1984 während eines Konzertes im St. James‘ Park in Newcastle. „I And I“ und „Girl From The North Country“ wurden am 8. Juli in Slane Castle in Irland aufgenommen und die restlichen Aufnahmen stammen von einem am 7. Juli 1984 gespielten Konzert im Wembley-Stadion, London.
Die Aufnahmen fanden im Rahmen der Europa-Tournee des Bob Dylan zur Unterstützung seines Albums „Infidels“ statt. Mit den Liedern „I And I“ und „License To Kill“ finden sich allerdings lediglich zwei Stücke dieses Albums auf „Real Live“. Der Veröffentlichungstermin Ende November brachte Bob Dylan etwas Kritik ein, zu nah lag diese Veröffentlichung am beginnenden Weihnachtsgeschäft.
Auf „Real Live“ hört man ein kleines Potpourri des Schaffens von Bob Dylan. Folk hört man auf dem Album nur ansatzweise, Bob Dylan rockt auf „Real Live“. Manchmal bis hin zum Hard Rock. Das klingt durchaus überzeugend und die Füße scheinen ganz automatisch beim Hören mitzuwippen. Das Publikum ist ebenfalls zu hören, beim Titel „It Ain‘t Me, Babe“ singt es sogar lautstark mit, sodass die Live-Atmosphäre des Albums aufgrund des rockigen Ansatzes und dem Mitwirken der Zuschauer auch gut zu vernehmen ist.
Klasse auch die ausgedehnten Soli, die die einzelnen Lieder nochmals aufwerten. Auch wenn die Kritiker nicht sehr begeistert von diesem Album waren, es sich zudem auch schlecht verkaufte, mich überzeugt „Real Live“ durch den rockigen Ansatz, der oftmals richtig mitreißend gelungen ist und begeistert. Besonders gilt das für die Lieder „I And I“ und „Masters Of War“. Beides auch die längsten Stücke, bei denen die Instrumentalpassagen klasse ausgebaut wurden.
Fazit: „Real Live“, das steht für den rockigen Bob Dylan, der seinen Liedern nochmals Tempo und ausgedehnte Instrumentalpassagen hinzufügte. Die Platte groovt und macht Spaß. Mit Folk hat das nur am Rande zu tun, mit Rock sehr viel mehr. Diese Bearbeitung der Lieder ist es durchaus wert, genauer angehört zu werden. Lohnt sich. Zehn Punkte.
„Don‘t Give Me Names“ heißt das zweite Studioalbum der deutschen Band Guano Apes. Es wurde am 2. Mai 2000 auf dem Plattenlabel BMG veröffentlicht. Einer der Hits der Guano Apes befindet sich auf „Don‘t Give Me Names“, das Alphaville-Cover „Big In Japan“, was sich sogar auf Platz 9 der deutschen Charts platzieren konnte. Auch das Album lief gut und erreichte in Deutschland immerhin Gold-Status.
Nun, auch auf „Don‘t Give Me Names“ hört man relativ kompromisslosen Rock, der auch mal etwas funkig klingen kann. Viel changieren die Guano Apes das Tempo nicht gerade auf diesem Album. Dies bewirkt allerdings auch, dass sich die Platte rundherum geschlossen anhört. Der erste Titel erklingt und man weiß sofort, auf was man sich für die nächste Dreiviertelstunde einstellen kann. Rock-Fans wird es demnach freuen.
Das bereits erwähnte „Big In Japan“ gehört für mich dabei nicht zu den Höhepunkten des Albums. Das Original von Alphaville kenne ich deutlich länger und überzeugt mich da auch noch mehr. Geschmackssache, denn interpretiert haben die Guano Apes das Lied – und nicht nur einfach nachgespielt. Die Nummer rockt hier. Die ersten Lieder knallen sowieso alle rockig aus den Boxen. Erst „Living In A Lie“ nimmt etwas die Geschwindigkeit heraus. Aber das bleibt eine von wenigen Ausnahmen. Eine zweite Ausnahme ist der letzte Titel des Albums, das Lied „Anne Claire“. Für mich sogar der Höhepunkt des ganzen Albums. Das Lied wechselt ein wenig zwischen den Stimmungen und Tempi. Klasse gemacht, dazu noch wunderschön eingängig.
Fazit: Ganz so überzeugend wie das Debut ist „Don‘t Give Me Names“ nicht geworden. Trotzdem macht auch dieses Album Spaß und rockt richtig gut. Die Lieder packen vielleicht zunächst nicht mehr ganz so, doch mit jedem weiteren Durchlauf scheinen auch sie sich zu steigern. Rock-Fans und Fans der Band wird es gefallen. Neun Punkte.
Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:
11. La Raza Del Sol (B-side of "Still They Ride") (3:26)
12. Don‘t Stop Believin‘ (Live at The Summit, Houston, Texas, November 6, 1981 (4:19)
13. Who‘s Crying Now (Live at The Summit, Houston, Texas, November 6, 1981 (5:43)
14. Open Arms (Live at The Summit, Houston, Texas, November 6, 1981 (3:22)
Gesamtspieldauer: 59:44
„Escape“ nannte die US-amerikanische Rock Band Journey ihr siebtes Studioalbum. „Escape“ erschien am 31. Juli 1981 auf dem Plattenlabel Columbia Records und kletterte bis an die Spitze der amerikanischen Billboard 200 Charts. Unterstützt wurde dieser Erfolg nicht zuletzt auch durch die vier erfolgreichen Single-Auskopplungen der Lieder „Don‘t Stop Believin‘“, „Who‘s Crying Now“, „Still They Ride“ sowie „Open Arms“. „Escape“ ist das erfolgreichste Studioalbum der Band und nach ihrem Greatest Hits Album das zweiterfolgreichste Album insgesamt.
Nun, Journey machen Mainstream Rock, der sich größtenteils immer im selben Tempo abspielt. Natürlich sind die obligatorischen Balladen hier eine Ausnahme. Die Texte behandeln das Thema der Liebe. Mal glücklich, mal traurig, mal euphorisiert, mal verzweifelt. Die einzelnen Lieder gehen mehr oder weniger gut ins Ohr, nichts klingt bei Journey atonal und in keines der einzelnen Stücke muss man sich erst genauer einhören. Journey-Lieder funktionieren bereits beim ersten Hören – das ist auch auf „Escape“ nicht anders.
Und somit gelangt man beim Hören schnell zu der Erkenntnis, dass man ein Journey-Album auch gut nebenbei hören kann. Da tut einem Nichts weh. Zu viel Anspruch an die Texte darf man freilich nicht haben, aber „Nebenbeihören“ bedingt sowieso, dass man auf Inhalte weniger Wert legt. Zu Gute halten muss man den Musikern auf jeden Fall, dass sie es schaffen Lieder zu kreieren, die schnell ins Ohr gehen. Auch das ist sicherlich eine Gabe und im Falle von Journey auch das Erfolgsgeheimnis.
Fazit: Kaum eine Band versteht sich besser darin eingängige „Rocker“ zu schreiben, welche sofort wirken. Auf „Escape“ haben Journey dies formvollendet unter Beweis gestellt. Wer auf Mainstream und AOR steht, die oder der wird mit „Escape“ ganz viel für sich entdecken können. Achtet man allerdings auch auf die Texte und erwartet etwas mehr als „Bum-Tsching-Bum-Tsching-Bum-Tsching“ dann wird „Escape“ zwar noch nicht zu einer schlechten Platte, aber zu einer höchstdurchschnittlichen, über die man sich freut, wenn man das eine oder andere Lied auf der 80er Party hört. Ganz Durchhören ist dagegen langweilig. Acht Punkte.
Es war schon eine coole Zeit damals, Anfang der 80er Jahre. Deutsche Bands sprießten wie Pilze aus dem Boden und sangen Lieder mit deutschen Texten. Dass diese Bands dabei oftmals kaum ihre Instrumente beherrschten und die Texte meist völlig sinnfrei waren, das spielte damals kaum eine Rolle. Und diese Welle, sie glättete sich auch nach kurzer Zeit bereits wieder, da diese Musik nur in den wenigstens fällen nachhaltig geschweige denn gut war.
P!OFF? waren eine dieser Bands. Im Jahr 1982 veröffentlichten sie ihr einziges selbstbetiteltes Album auf dem Plattenlabel Ariola. Im Jahr 2009, zum 50. Geburtstag von Bandmitglied Alex Weidner, entschlossen sich die drei Musiker, die nach P!OFF? weiterhin musikalisch aktiv geblieben waren, nochmals alte Stücke aus dieser Platte live zu spielen. Das machte sicherlich Spaß und kam wohl auch gut an. Im Jahr 2021 entschloss sich schließlich das Label Bureau B die Platte neu aufzulegen. Neu gemastert und mit allen Texten sowie einem Vorwort von eben jenem Alex Weidner erschien „P!OFF?“ von P!OFF? am 7. Mai 2021 erneut.
Nun, die drei Jungs konnten damals zumindest ihre Instrumente bedienen und die Musik klang abwechslungsreicher als jene manch anderer Kombo aus dieser Zeit. Man sollte beim Hören allerdings definitiv der Neuen Deutschen Welle etwas abgewinnen können, sonst wird es auch vierzig Jahre nach dem ursprünglichen Erscheinen des Albums wahrlich schwierig. Man hört Musik, die kaum noch in diese heutige Zeit passt. Und hört man diese Nummern jetzt auch noch zum ersten Mal, hat keine Verbindung dazu, dann wird es nochmal deutlich schwieriger.
Trotzdem verbergen sich auch schöne Momente auf der Platte. Und das sind jene, wenn P!OFF? nicht nach der Neuen Deutschen Welle klingen. Und diese Momente gibt es glücklicherweise auf dem Album. Ansonsten packt einen die Musik kaum mehr. Das Album wurde liebevoll aufbereitet und die drei Musiker können heute noch gehört werden. Das ist schon mal was, was viele vergessene Musiker nicht von sich sagen können. Musikalisch klingen P!OFF? allerdings trotzdem leider nicht überzeugend.
Fazit: P!OFF? machen Neue Deutsche Welle. Jedoch hört man diese nicht nur auf ihrem einzigen Album. Und genau das ist der Lichtblick des Albums. Etwas mehr von Titeln wie zum Beispiel „In der Nacht“ wäre schön gewesen. Fünf Punkte.
„Nonagon Infinity“ heißt das achte Studioalbum der australischen Psychedelic-Rock-Band King Gizzard And The Lizard Wizard. Es wurde am 29. April 2016 auf dem Plattenlabel Heavenly Recordings veröffentlicht. „Nonagon Infinity“ stellte den ersten kommerziellen Erfolg der Band dar und platzierte sich sogar in den Top 20 in Australien. Das Besondere an dem Album ist, dass es in einer Endlosschleife laufen könnte. Jedes Lied geht in das nächste Lied über und die letzte Nummer endet, wie die erste startet. Darauf weist auch bereits der Plattentitel „Nonagon Infinity“ hin.
Nun, die Lieder gehen alle ineinander über und dabei klingen sie auch sehr ähnlich. Die Nummern rocken und zu Beginn ist man sich gar nicht mehr sicher, ob das erste Lied so lange läuft oder ob man nicht schon bei Nummer 3 oder 4 angekommen ist. Eine gewisse hypnotisierende Monotonie ist der Musik von King Gizzard And The Lizard Wizard mit Sicherheit nicht abzusprechen. Erst mit „Mr. Beat“ merkt man im Grunde genommen endgültig, dass jetzt doch mal ein neues Lied intoniert wird. Und dies ist keineswegs negativ zu werten. Die Australier schaffen es so, Hörerin und Hörer ganz tief in ihren Sound und damit Bann zu ziehen. King Gizzard And The Lizard Wizard rocken auf „Nonagon Infinity“ und das konsequent und kompromisslos und einfach gut. Hypnotisierender Psychedelic Rock der sehr gelungenen Art.
Klar birgt der Umstand der Ähnlichkeit der Lieder auch die Schwierigkeit in sich, den Höhepunkt der Platte bezeichnen zu können. Irgendwie sind ja alle Nummern die Höhepunkte, da man ein sehr langes Lied zu hören glaubt. Um mich hier doch festzulegen, nenne ich an dieser Stelle das Lied „People-Vultures“. Der Grund dürfte darin liegen, da es zu diesem Lied auch ein wunderbar lustiges Video gibt – denn die anderen Titel klingen wie gesagt sehr ähnlich. Und trotzdem kommt beim Hören eben doch keine Langeweile auf, da die Australier zu rocken verstehen. Klasse.
Fazit: King Gizzard And The Lizard Wizard ist nicht nur ein seltsamer Bandname, die ganze Band ist seltsam. Auf diesem Album befindet sich ein langes Lied, welches irgendwie in neun Lieder unterteilt wurde. Im folgenden Jahr veröffentlichte die Band übrigens ganze fünf Studioalben. Verrückt. Doch zurück zu „Nonagon Infinity“. Das ist eine rockende Scheibe, die bei aller Monotonie niemals Langeweile aufkommen lässt. Das Zuhören macht Spaß und man kann sich ganz tief in die musikalischen Welten von King Gizzard And The Lizard Wizard hinabziehen lassen. Elf Punkte.
„One On One“ heißt das sechste Studioalbum der US-amerikanischen Band Cheap Trick. Das Album wurde am 30. April 1982 auf dem Plattenlabel Epic Records veröffentlicht und war das erste Cheap Trick Album, auf dem man den neuen Bassisten Jon Brant hören kann. Im August hatte der ursprüngliche Bassist Tom Petersson die Band verlassen, um mit seiner Frau Dagmar ein Soloalbum aufzunehmen. Im Jahr 1987 kehrte Tom Petersson allerdings wieder zu Cheap Trick zurück.
Die Lieder „If You Want My Love“ sowie „She‘s Tight“ wurden aus dem Album als Singles ausgekoppelt und waren, wie das Album selbst, nur mäßig erfolgreich. In den USA erreichte „One On One“ Platz 39, in Großbritannien Platz 95.
Verwundert braucht man darüber nicht großartig sein. Ich möchte hier gar nicht auf die unsäglichen Texte eingehen, die platt und banal das Thema der Liebe rauf und runter behandeln. Langweilig, sehr langweilig. Doch das trifft leider genauso auf die Musik zu. Die einzelnen Titel, allesamt im Mid-Tempo gehalten, rocken leicht an einem vorbei. Man merkt sich nichts, es gibt keine Stücke, die einen aufhorchen lassen. Mainstream Rock, radio- und massentauglich. Langweilig eben, da auch noch die besonderen Melodien fehlen, die sich festsetzen.
Somit ist „One On One“ auch ein Album geworden, auf dem es so gut wie keine Höhepunkte gibt. Abwechslung bekommt man ein wenig durch das Lied „Saturday At Midnight“, was eine Mischung aus Rock (und jetzt doch mal Abwechslung) sowie New Wave darstellt. Ganz interessant klingt „If You Want My Love“. Aber auch hier der Text…
Fazit: „One On One“ ist am ehesten ein Album für Cheap Trick Fans und in diesem Bereich die Komplettisten, die alles von ihrer Lieblingsband besitzen möchten. Ansonsten ist diese Platte, bald vierzig Jahre nach ihrem Entstehen, kaum mehr hörenswert. Doch wer Mainstream mag, wird womöglich doch noch etwas fündig. Ich leider nicht. Sechs Punkte.
Anspieltipps: If You Want My Love, Saturday At Midnight
Gesamtspieldauer CD1 (47:40) und CD2 (13:42): 1:01:23
Sieben Jahre ist es her, dass das letzte Yes-Album veröffentlicht wurde. Das im Jahr 2014 erschienene „Heaven And Earth“ war auch gleichzeitig die letzte Platte an der Chris Squire beteiligt war. Chris Squire verstarb leider im Jahr 2015 an Leukämie und schlug als seinen Nachfolger am Bass Billy Sherwood vor. Dieser hatte Yes bereits bei den beiden „Keys To Ascension“- (1996) und „Keys To Ascension 2“-Alben (1997) produktionstechnisch unterstützt. Für die zwei folgenden Platten „Open Your Eyes“ (ebenfalls 1997) sowie „The Ladder“ (1999) war er dann sogar festes Bandmitglied vornehmlich an der Gitarre geworden. Nun, „Heaven And Earth“ klang für Yes-Fans wenig erbaulich und ist meiner Meinung nach ein Pop-Album geworden, was man von Yes nicht unbedingt hören möchte.
Umso gespannter durfte man also sein, wie „The Quest“, das 22. Studioalbum von Yes, klingen würde, zumal die Band mit InsideOut Music bei einem Plattenlabel gelandet ist, welches etwas von Progressive Rock versteht und Gitarrist Steve Howe das Album dieses Mal sogar selbst produzierte. Um es gleich vorweg zu nehmen, „The Quest“ stellt eine deutliche Steigerung gegenüber „Heaven And Earth“ dar. Zwar gibt es diese sehr poppigen „Einschläge“ immer noch zu hören, jedoch auch Musik, die dann doch zumindest etwas an frühere, progressive Veröffentlichungen von Yes erinnert.
Das beginnt sofort mit dem ersten Titel „The Ice Bridge“, der mittels einer Fanfare eingeleitet wird. Energiegeladen klingen Yes hier. Die Nummer changiert zwischen verschiedenen Passagen und rockt sogar. In den Credits ist neben Jon Davison und Geoff Downes ein gewisser Francis Monkman angegeben, den einige vielleicht noch von Curved Air her kennen. Nun, auf einem Tonband aus dem Jahr 1977 im Besitz von Geoff Downes hatte sich das Riff zum Lied befunden, welches dieser nun für Yes weiterentwickeln wollte. Nur war Francis Monkman allerdings auch auf diesem Tonband mit Ideen vertreten und über die Jahre hinweg hatte Geoff Downes diesen Umstand wohl nicht mehr ganz „auf dem Schirm“. Das war allerdings kein großes Problem, denn als dies bemerkt wurde, wurde eben auch Francis Monkman kurzerhand als Co-Komponist aufgeführt.
Noch mehr nach Yes und längst vergangenen Tagen klingt dann jedoch sowieso die nächste Nummer, „Dare To Know“. Steve Howe hat sie geschrieben und bei diesem Lied kommt es auch zum gelungenen Einsatz des Fames Orchestras. Ein spannendes und ebenfalls abwechslungsreiches Lied, welches wunderschön mit akustischer Gitarre ausklingt. Mit dem anschließenden „Minus The Man“, erneut einer Co-Produktion von Davison und Downes, wird es nun sanfter. Die Streicher des Orchesters tragen viel zum Gesamteindruck des Stücks bei. Klingt ganz nett, allerdings ist das ganz bestimmt kein Höhepunkt im Schaffen von Yes.
Apropos „Höhepunkt“. Jener von „The Quest“ folgt für mich mit der nächsten Nummer „Leave Well Alone“. Dieses Mal wieder von Steve Howe geschrieben. Mehrere musikalische Themen werden in diesem Lied sehr gelungen verbunden und genau dieses Stück klingt für mich am ehesten und typischsten nach Yes, so wie ich die Band seit vielen Jahrzehnten mag. Klar, das ist auch das längste Stück des Albums. Irgendwie scheint Progressive Rock eben doch auch was mit Liedlängen zu tun zu haben. „Leave Well Alone“ ist Progressive Rock, der dabei auch gut ins Ohr geht.
Die folgenden Lieder verfügen über schöne Momente wie „The Western Edge“ oder auch „Future Memories“. Letzterer Titel, geschrieben von Jon Davison, ist eine sanfte Nummer, die mich sehr an das Album „Anderson, Bruford, Wakeman, Howe“ erinnert, als sich diese vier Musiker aufgrund von Rechtsstreitigkeiten gerade mal nicht „Yes“ nennen durften. Neben Jon Davisons Gesang steht hier das Gitarrenspiel des Steve Howe stark im Vordergrund. Das folgende „Music To My Ears“ stammt wieder aus der Feder von Steve Howe, klingt allerdings leider sehr poppig und reißt einen wahrlich nicht aus dem Sitz. Beendet wird das „offizielle“ Album durch den Titel „A Living Island“. Eine Davison-Downes-Ballade, die im weiteren Verlauf das Tempo etwas anzieht und dann im Mid-Tempo verharrt. Auch diese Nummer ist ganz bestimmt kein Höhepunkt im Schaffen von Yes und klingt bei aller Eingängigkeit im Enddefekt trotzdem langweilig.
Schließlich gibt es auf der zweiten CD noch drei Zugaben. Diese sind wohl absichtlich nicht mit auf die erste Scheibe gepackt worden, um den Gesamteindruck des Albums nicht zu schmälern. Denn das würden die drei Pop-Liedchen definitiv. Ich freue mich immer über Zugaben, ob ich jedoch diese drei Nummern öfters hören werde, wage ich stark zu bezweifeln. Keine Musik, die ich von Yes hören mag und im Radio würde sie mir nicht auffallen. Doch, „Mystery Tour“ würde auffallen. Es klingt nicht nur von der Melodie her langweilig, sondern vor allen Dingen vom Text her peinlich.
Fazit: Insgesamt klingt „The Quest“ deutlich besser und überzeugender als noch das Vorgängeralbum „Heaven And Earth“. Dies liegt in dem Umstand begründet, dass man auf „The Quest“ auch Musik hört, die dann doch vom Stil her etwas an frühere Veröffentlichungen von Yes erinnern, ohne hier zu kopieren. Die Höhepunkte sind da, melodiös und eingängig klingt das Album sowieso fast durchgehend. Und die Pop-Musik? Die gehört inzwischen bei Yes eben auch dazu. Muss man ja nicht mögen, aber man überlebt es und konzentriert sich eben mehr auf die schönen Passagen. Neun Punkte.
Anspieltipps: Dare To Know, Leave Well Alone, Future Memories
3. Mermaid In A Whiskeytumbler / Meerjungfrau Im Whiskeyglas (7:17)
4. Zhivago Shankar / Schiwago Shankar (5:53)
5. Rockingchair On Cloud 7 / Schaukelstuhl Auf Wolke 7 (9:26)
6. Echo Boogie (3:28)
7. Perfect World With Little Bugs / Heile Welt Mit Kleinen Fehlern (8:46)
8. Lost In A Mirror Maze / Verloren Im Spiegelkabinett (5:59)
Gesamtspieldauer: 51:00
Bei „Virtual Journey (DJ Aspects)“ handelt es sich um eine weitere Zugabe, die im Rahmen der Wiederveröffentlichung der A.R. & Machines-Alben im Jahr 2017 erschien, aber wohl bereits im Jahr 2015 auf diese Weise abgemischt wurde. Dabei handelt es sich um acht Lieder, die bereits auf „14 Pieces For Guitar And Echo Chamber – The Pure Stuff“ zu hören sind. Dieses Mal aber eben nicht mehr das pure Zeugs, sondern auf die heutige Zeit, die Clubszene adaptiert.
Die ursprünglichen Lieder wurden dabei zum Teil verlängert und mit ordentlich Beat und Rhythmus versehen, sodass sie in jedem Club für volle Tanzflächen sorgen könnten. Hypnotisierend klingt das freilich alles immer noch, zum Abtanzen ideal und dabei dann mächtig schweißtreibend.
Fazit: Noch eine weitere, jedoch ebenfalls nicht essentielle Zugabe gibt es mit „Virtual Journey (DJ Aspects)“ zu hören. Das macht gerade beim Tanzen durchaus Laune. Für Fans der ursprünglichen Klänge von A.R. & Machines allerdings wohl weniger geeignet. Neun Punkte.
Roy Harper – guitar, all vocals, lead and moog synthesizer on "Hors d'Oeuvres", 12 string guitar + percussion on "The Same Old Rock" + piano bits throughout
Gastmusiker:
Jimmy Page – lead guitar on "The Same Old Rock"
David Bedford – hammond on "Hors d'Oeuvres", string arrangements on "Me And My Woman"
Roy Harper wird häufig in der Nähe des Progressive Rocks angesiedelt. Vielleicht liegt das daran, dass Ian Anderson ihn verehrt oder er „Have A Cigar“ von Pink Floyd einsang? Nun, auf „Stormcock“ deuten zumindest zwei Titel aufgrund der Laufzeit in die Richtung des Progs. Doch hört man auf diesem Album keinen, auf „Stormcock“, dem fünften Album des englischen Musikers, gibt Roy Harper einmal mehr Folk zum Besten. Und zwar eine ziemlich konsequente und reine Darbietung dieses musikalischen Genres.
Im Mai 1971 ist das Album erschienen und Roy Harper lässt auf der Platte den Melodien viel Zeit zum Wirken. Besonders viel passiert nämlich nicht, ein einmal eingeschlagener Weg wird konsequent fortgesetzt. Mit der meisten Abwechslung ist da noch die letzte Nummer „Me And My Woman“ gesegnet, in deren Verlauf sogar Streicher und ein Synthesizer zum Einsatz kommen und dann doch für deutlich mehr Abwechslung sorgen. Melodiös klingt die Musik von Roy Harper auf „Stormcock“ jedoch immer. Dazu auch sanft und absolut unaufgeregt.
Somit ist diese Platte definitiv eine geworden, die die ruhigen Momente des Tages nochmals zu unterstreichen versteht. Irgendwie herbstliche Musik, leicht traurig und etwas getragen und dabei fast immer eingängig. Am Gelungensten klingt Roy Harper mit dem Titel „Me And My Woman“. Langsam scheint dieses Lied durch die Zeit zu mäandern und besitzt dieses gewisse Flair, dieses Etwas, was manches Lied zu etwas Besonderem werden lässt. Auf „Me And My Woman“ trifft dies definitiv zu.
Fazit: „Stormcock“ ist ein sanftes und ruhiges Album geworden. Folk, der zurückhaltend klingt und sich nicht aus der Deckung wagt. Nun, beim letzten Titel doch etwas, deswegen ist diese Nummer auch das interessanteste Lied des Albums. Die restlichen drei Stücke sind ganz nett, fallen dabei allerdings nicht besonders auf und bleiben genauso wenig hängen. Zehn Punkte.
Wenn Leslie Mandoki ruft, scheinen sie alle zu kommen. Hinter seinen Soulmates verbergen sich solch illustre Namen wie Ian Anderson von Jethro Tull, Jack Bruce von Cream, Chris Thompson von Manfred Mann‘s Earthband, Bobby Kimball von Toto, John Helliwell von Supertramp, Al Di Meola und viele andere mehr. „Hungarian Pictures“ basiert auf Kompositionen und Themen von Bartók, ergänzt durch eigene Stücke. Zurück geht das Ganze auf eine Idee, die Leslie Mandoki ursprünglich mit Greg Lake von Emerson Lake & Palmer und Jon Lord von Deep Purple hatte. „Hungarian Pictures“ war bereits im Jahr 2019 zusammen mit dem Album „Living In The Gap“ veröffentlicht worden. In dieser neuen Ausgabe sind die Lieder „Transylvanian Dances“ und „Return To Budapest“ allerdings deutlich verlängert worden. Zudem gibt es weitere Ausgabe mit einer BluRay mit einer Laufzeit von 2:23:56, die einen Live-Konzertfilm enthält, ergänzt durch Studioaufnahmen, Filme und eine umfassende Making-of-Dokumentation.
Nun, die Musik auf „Hungarian Pictures“ bewegt sich deutlich im Bereich des Prog, ergänzt wird das Ganze durch poppige Abschnitte, eher im Mainstream beheimatete Passagen, kleinere Ausflüge in den Jazz und Momente mit klassischen Anspielungen. Das klingt auch alles eingängig, zudem abwechslungsreich und kurzweilig. Hat man beim ersten Mal des Hörens noch mitunter das Gefühl, dass es sich gerade bei den längeren Titeln um eine Aneinanderreihung nicht zusammenhängender Nummern handelt, die deswegen in einem Lied zusammengefasst wurden, um vielleicht auch mal zwei Longtracks zu produzieren, so wird dieses Gefühl mit jedem erneuten Hören doch noch etwas relativiert. Es passt dann doch alles zusammen und wird stimmiger.
Am Interessantesten klingt die Musik der Mandoki Soulmates jedoch, wenn die Musiker proggig bis jazzig unterwegs sind. Driften sie in Richtung Pop ab und singen auch noch im Chor, dann erinnert das fatal an Michael Jacksons Band Aid und ertönt irgendwie anbiedernd. Aber wie gesagt, die schönen, spannenden und interessanten Momente, die auch Proggiers erfreuen, gibt es definitiv ebenfalls auf „Utopia For Realists: Hungarian Pictures“. Und dies am Gelungensten in den Nummern „Sessions In The Village“, „Transylvanian Dances“ sowie „Barbaro“.
Fazit: Ein kurzweiliges Album ist „Utopia For Realists: Hungarian Pictures“ definitiv geworden. Dafür sorgen schon die zahlreichen musikalischen Genres, die man auf der Platte zu hören bekommt. Nicht alles darauf überzeugt, vor allem wenn es zu poppig klingt, fühlt man sich als Hörerin und Hörer diverser Radio-Stationen, die ihre Musik in Dauerschleife senden, wahrscheinlich wohl. Steht man eher auf Prog, klingen genau diese Lieder eher grenzwertig und langweilig. Insgesamt macht es aber Spaß hier zuzuhören. Zehn Punkte.
„Living The Dream“ heißt das vierte Soloalbum des US-amerikanischen Gitarristen Slash und ist gleichzeitig das dritte Album, welches er zusammen mit Myles Kennedy und den Conspirators einspielte. Slash und Myles Kennedy haben auch alle Lieder des Albums geschrieben. „Living The Dream“ wurde am 21. September 2018 auf Slashs eigenem Plattenlabel Snakepit Records und auf Roadrunner Records veröffentlicht. In den US Billboard 200 Charts erreichte die Platte Platz 27. In Deutschland kletterte sie immerhin sogar bis auf Platz 6 der Albumcharts.
Auf „Living The Dream“ hört man Hard Rock, der überaus eingängig und zumeist konsequent aus den Boxen quillt. Das ein oder andere Solo von Slash bereitet zudem Spaß, sodass alle Freundinnen und Freunde der etwas härteren Gangart sehr auf ihre Kosten kommen werden. Und selbstverständlich darf die melodiöse Ballade auch nicht fehlen. Auf „Living The Dream“ heißt diese „The One You Loved Is Gone“. Auch „The Great Pretender“ besitzt solch balladeske Ansätze. Wunderschön.
Doch tatsächlich gehen auch die restlichen Lieder des Albums gut ins Ohr, egal ob langsamer oder rockiger eingespielt. Das Gespür für die eingängige Melodie kann man Slash wahrlich nicht absprechen. Und so finden sich auf „Living The Dream“ viele gute Nummern, ohne dabei das eine, das ganz große „Überlied“ zu beinhalten. Doch das Zuhören macht hier definitiv Spaß und ist kurzweilig – auch wenn die Musik so gehalten ist, dass sie kaum Angriffspunkte bieten kann. Der breiten Masse soll dieses Album gefallen und wurde dementsprechend auch genau so produziert.
Fazit: Ein gutes und eingängiges Album ist Slash und Myles Kennedy mit „Living The Dream“ gelungen. Auf dem Album werden keine Experimente vollführt, ohne dabei zu spektakulär zu klingen. Andererseits unterhält die Musik gut und es macht Laune hier mitzugehen. Manchmal ist es eben auch schön dem Heavy-Rock-Mainstream zuzuhören. Neun Punkte.
„Infidels“, zu Deutsch „Ungläubige“ heißt das 22. Studioalbum des US-amerikanischen Sängers und Songwriters Bob Dylan. „Infidels“ erschien am 27. Oktober 1983 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Produziert wurde das Album von Bob Dylan selbst und von Mark Knopfler, der auf dem Album auch an der Gitarre zu hören ist.
Obwohl das Album mit „Ungläubige“ betitelt wurde, so stellt es doch eine Abkehr von den drei vorher religiös dominierten Alben dar. Auf „Infidels“ lässt Bob Dylan wieder sehr persönliche und weltliche Themen in seine Musik einfließen. Das Album war kommerziell durchaus erfolgreich und ist angefüllt mit zum Teil poppig angehauchten Rocktiteln, bei denen auch mal Reggae-Akkorde zu hören sind. Direkt ins Ohr gehen die Lieder nicht, da hilft es eindeutig, dem Album mehrere Durchläufe zu gestatten, die einzelnen Titel scheinen dann zu wachsen. Slide-Gitarre und Mundharmonika bringen zusätzlich auch einen sehr amerikanischen Touch mit auf das Album.
Richtig begeistern kann mich allerdings keines dieser Lieder. Am Gelungensten hört sich für mich da noch das sehnsüchtig klingende „I And I“ an. In diese Nummer kann man wunderschön eintauchen und sie bekommt im weiteren Verlauf immer wieder auch einen klasse rockigen Groove. Die restlichen Stücke sind allesamt keine Ausfälle, doch so richtige Höhepunkte stellen sie im Schaffen des Bob Dylan leider auch nicht dar.
Fazit: Nach den vorherigen, religiös orientierten Alben stellt „Infidels“ die Rückkehr zur Weltlichkeit dar. Den Einfluss des Mark Knopfler an der Produktion kann man immer wieder heraushören. Trotzdem überzeugt die Scheibe nicht restlos. Aber sie unterhält und Bob Dylan Fans werden das eh ganz anders sehen. Acht Punkte.