Montag, 28. Januar 2013

Mike Oldfield – QE2




Mike Oldfield – QE2


Besetzung:

Mike Oldfield – electric & acoustic guitars, mandolin, bass, synthesizers, banjo, celtic harp, drum machine, timpani, bass pedals, claptrap, vocoder, syndrums, chair, african drums, spanish guitar, aboriginal rhythm sticks, vocals, marimbas, vibraphone, 2xspeed guitar, bass drum, tambourine, gong, northumbrian bagpipes


Gastmusiker:

David Hentschel – synthesizers, drums, vocals, cs80 steel drums, synthesized french horn, horn arrangement
Mike Frye – african drums, timpani, vocoder, drums, tambourine, hi-hat
Phil Collins – drums
Maggie Reilly – vocals
Tim Cross – piano, synthesizer
Morris Pert – drums
David Bedford – string & choir arrangements
Dick Studt – leader of strings
English Chorale – choir
Raul D’Oliveira – trumpet
Guy Barker – trumpet
Paul Nieman – trombone
Philip Todd – tenor saxophone


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Instrumentalmusik, Pop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Taurus 1 (10:17)
2. Sheba (3:33)
3. Conflict (2:52)
4. Arrival (2:50)
5. Wonderful Land (3:38)
6. Mirage (4:41)
7. QE2 (7:38)
8. Celt (3:05)
9. Molly (1:20)


Bonus Tracks:

10. Polka (live) (3:39)
11. Wonderful Land (Single Version) (2:54)
12. Shiva (2012 Reworking Of "Sheba") (3:35)

Gesamtspieldauer: 50:01




Im Jahr 1980 erschien das sechste Studioalbum Mike Oldfields. Auf dieser Platte mit dem Titel „QE2“, ging der Brite den Weg weiter, den er mit dem ein Jahr zuvor erschienenen Album „Platinum“ bereits eingeschlagen hatte: Weg von den seitenfüllenden, über zwanzig Minuten andauernden Titeln, hin zu kürzeren Liedern, die durchaus auch mal in Richtung Pop gehen können.

Mit etwas über zehn Minuten Spielzeit ist die erste Nummer „Taurus 1“ auch gleichzeitig das längste Lied der Platte. Auf späteren Alben sollten auch Fortsetzungen dieses Titels erfolgen, deshalb auch diese „1“ im Namen. Das Stück ist erneut eine schöne Instrumentalnummer im Stile der vorherigen Alben, abwechslungsreich und gelungen und gewinnt vor allem auch durch den Einsatz eines Banjos an Ausdruckskraft. Allerdings ist die Spieldauer, trotz dieser 10:17 Minuten Spielzeit, bereits deutlich reduzierter als bei den vorherigen Instrumentalstücken anderer Alben Mike Oldfields.

Das Titelstück „QE2“, benannt nach dem Kreuzfahrt-Schiff „Queen Elisabeth II“, kommt dem Eingangsstück auf der Platte noch am nächsten. Auf knapp über siebeneinhalb Minuten herrscht hier eine sehr fröhliche und optimistische Stimmung vor, wie sie sonst in den Instrumentalpassagen Mike Oldfields nur selten anzutreffen ist.

„Sheba“ ist ein eingängiger Pop-Song, der sich dadurch auszeichnet, dass der Gesang Maggie Reilly’s in einer Phantasie-Sprache gehalten ist. „Conflict“ ist genauso wie „Arrival“ erneut eine Instrumentalnummer. Letztere beinhaltet zwar viele „Aahs“ und „Lalalas“, gesprochenes Wort wird allerdings nicht widergegeben. Erwähnenswert ist dabei noch, dass es sich hierbei um eine Coverversion des Titels „Arrival“ von ABBA handelt. Auch „Wonderful Land“ ist eine Cover-Version. Dieses Mal eine des gleichnamigen Shadows-Titels aus dem Jahr 1962. Hier übertrifft Mike Oldfield das Original allerdings um Längen. „Wonderful Land“ ist eines der Höhepunkte auf „QE2“.

Auch „Mirage“ ist ein schönes und eingängiges Instrumentalstück. Dies gilt ebenso für „Celt“, allerdings gibt es hier wieder diesen lautmalerischen Gesang zu hören, der nur Silben, jedoch keine sinnvollen Worte wiedergibt. Mit „Molly“ klang das ursprüngliche Album dann ganz ruhig, fast in der Art eines leisen Wiegenliedes aus.

Auch dieses Mal gibt es auf der remasterten Fassung der CD aus dem Jahr 2012 wieder drei Zugaben in Form von Bonus Tracks. „Polka“ ist eine ebensolche, klingt sehr irisch und wurde live eingespielt. Dann gibt es da noch die Single Version von „Wonderful Land“, die sich nicht großartig von der Album-Version unterscheidet. Bliebe schließlich noch „Shiva“. Hier hat Mike Oldfield das Lied noch mal mit seinem eigenen Gesang und etwas Chor-Gesang unterlegt. Klingt ein wenig seltsam.

Fazit: Diese tollen Momente, die die ersten Platten Mike Oldfields auszeichnen, diese gibt es auch noch auf „QE2“. Allerdings nicht mehr in dieser Konzentration und immer wieder gibt es auch mal einen Song oder einen Abschnitt eines Liedes, der nun nicht mehr so richtig überzeugen kann. In seiner Gesamtheit ist aber auch dieses Album, genau wie sein Vorgänger noch gelungen. Wer „Platinum“ mochte, der wird auch an „QE2“ Gefallen finden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Taurus 1, Sheba, Wonderful Land, Mirage, QE2, Celt




Sonntag, 27. Januar 2013

Queen – Hot Space




Queen – Hot Space


Besetzung:


John Deacon – bass guitar, guitar, keyboards
Roger Taylor – drums, vocals, guitar, keyboards
Brian May – guitar, vocals, piano, keyboards
Freddie Mercury –vocals, piano, keyboards


Gastmusiker:

David Bowie – vocals on “Under Pressure”


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Disco, Pop


Trackliste:

1. Staying Power (4:13)
2. Dancer (3:50)
3. Back Chat (4:36)
4. Body Language (4:32)
5. Action This Day (3:38)
6. Put Out The Fire (3:20)
7. Life Is Real (Song For Lennon) (3:31)
8. Calling All Girls (3:52)
9. Las Palabras De Amor (The Words Of Love) (4:32)
10. Cool Cat (3:30)
11. Under Pressure (4:08)

Gesamtspieldauer: 43:43




Mit dem 1982 veröffentlichten Album „Hot Space“ versuchten Queen die Discotheken zu erobern. Und sicherlich gelang ihnen das auch mit ihrem bereits zehnten Studioalbum. Queen-Fans ließ dies allerdings ein wenig sprachlos zurück.

Solch Titel wie „Staying Power“, „Dancer“, „Body Language“ oder „Cool Cat“ erfordern schon sehr viel Toleranz vom Musikfreund, der in den ersten Platten der Band seine Erfüllung fand. Diese vier Titel sind so etwas von grandios schlecht, dass es kaum in Worte zu fassen ist – zumindest wenn man ganz andere Musik erwartet. Nichtsdestotrotz ist es fast schon unglaublich, welcher Stilmix sich auf „Hot Space“ eingeschlichen hat, denn es gibt sie auch hier, diese wahrlich tollen Queen-Lieder, die so gar nichts mit den eben genannten vier Stücken zu tun haben. Auch kaum zu glauben, dass alles hier auf „Hot Space“ von einer Band in einer sehr kurzen Schaffensperiode komponiert worden sein soll.

Nun, nach Disco klingt auch „Back Chat“ ein wenig, jedoch hat das Lied etwas, was es zu einem sehr viel besseren Stück werden lässt, als die anderen Disco-Nummern: Eine gute Melodie, die dieses pseudosoulige Gehabe vollkommen umgeht. Eine Melodie, die sich einprägt und eben auch packen kann. Auch „Under Pressure“ jenes Lied, was aus der Zusammenarbeit mit David Bowie entstand, ist durchaus discotauglich. Allerdings ist die Nummer in ihrer Dramaturgie, ihrem Groove und auch wieder in ihrer Melodie so was von mitreißend, dass man hier auch als Nichttänzer die Füße kaum stillhalten kann. Sicherlich ein Höhepunkt des Albums, wenn nicht sogar der Höhepunkt.

Ganz anders, eher im Gewand früherer Stücke, präsentieren sich „Life Is Real (Song For Lennon)“ und „Las Palabras De Amor (The Words Of Love)“. Hier zeigen Freddie Mercury und Brian May, dass sie ihr Gefühl für tolle und eingängige Melodien noch nicht verloren haben. Die restlichen drei, hier noch nicht genannten Stücke, laufen so mit. Soll heißen, dass sie sicherlich keine Höhepunkte auf dem Album, geschweige denn im Schaffen der Band darstellen, sich aber deutlich positiv von diesen seltsamen Discotiteln abheben.

Fazit: „Hot Space“ stellt für mich ein sehr zerrissenes Album dar. Zerrissen deshalb, weil ich es nicht schaffe, die Platte in einem durchzuhören. Dazu nerven einige der Titel einfach zu sehr und sind kaum auszuhalten. Andererseits gibt es auf „Hot Space“ aber auch Lieder, die das Album lohnenswert machen. Alles sehr uneinheitlich eben. Aber „Hot Space“ stellt letztlich doch das erste richtige Studioalbum Queens dar, dem man das Gütesiegel „Gut“ nicht mehr verleihen kann. Dazu hat sich einfach zu viel „Grottiges“ auf der Platte versammelt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Back Chat, Life Is Real (Song For Lennon), Las Palabras De Amor (The Words Of Love), Under Pressure




Samstag, 26. Januar 2013

Opeth – Heritage




Opeth – Heritage


Besetzung:

Mikael Åkerfeldt – vocals, electric and acoustic guitars, mellotron, grand piano, fx
Fredrik Åkesson – electric rhythm and lead guitars
Martin Mendez – electric and upright bass guitars
Martin Axenrot – drums and percussion
Per Wiberg – hammond b3, mellotron, fender rhodes, wurlitzer and grand piano


Gastmusiker:

Alex Acuña – percussion (on "Famine")
Björn J:son Lindh – flute (on "Famine")
Joakim Svalberg – grand piano (on "Heritage")


Label: Roadrunner Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Progressive Rock, Progressive Metal


Trackliste:

1. Heritage (2:05)
2. The Devil's Orchard (6:40)
3. I Feel The Dark (6:40)
4. Slither (4:03)
5. Nepenthe (5:40)
6. Häxprocess (6:58)
7. Famine (8:32)
8. The Lines In My Hand (3:49)
9. Folklore (8:19)
10. Marrow Of The Earth (4:19)

Gesamtspieldauer: 57:05




Immer wenn auf einem Opeth-Album mal nicht gegrowlt und durchgängig äußerst kräftig gerockt wird, dann haben viele der Heavy-Fans der schwedischen Progressive-Metal-Band ein relativ großes Problem mit dem Output. Das war bereits 2003 bei der Veröffentlichung von „Damnation“ so und ist auch 2011, beim bereits zehnten Studioalbum der Schweden mit dem Titel „Heritage“ der Fall.

Nun das soll auch nicht bedeuten, dass auf der Platte überhaupt nicht gerockt wird. Hört man nur den Beginn wie das Ende des Albums, könnte man dies allerdings meinen. Der Titelsong „Heritage“ führt ganz sanft in das Album mit Piano-Klängen ein, während „Marrow Of The Earth“ den Hörer mit ebenso sanften, hauptsächlich akustischen Gitarrenklängen wieder aus dem Album entlässt. Beide Nummern sind tolle verträumte Stücke, die man von einer Metal-Band so nicht unbedingt erwarten würde.

Aber bereits mit dem zweiten Stück wird ordentlich gerockt. Passend zum Titel „The Devil's Orchard“ schreit der Teufel da, dass Gott tot sei. Dazu gibt es schwere Gitarren, einen dichten Sound und auch eine, dem Klang angepasste Geschwindigkeit. Allerdings ist hier bereits zu erhören, dass auf dieser Platte nichts einfach nur so durchgezogen wird, denn auch auf „The Devil's Orchard“ gibt es zwischendurch sehr viel sanftere Klänge auf die Ohren.

Genau dies ist auch eine Stärke des Albums. Opeth klingen auf „Heritage“ spannend, nie vorhersehbar, immer wieder für eine Überraschung gut. Das Spiel mit den treibenden, lauten Parts und den schwebenden und leiseren Abschnitten ist vollkommen gelungen. Gleich beim nächsten Titel ist dies erneut festzustellen. Mit spanischen Gitarrenklängen wird auf „I Feel The Dark“ begonnen, dann jedoch steigert sich auch dieses Lied in einen kräftigen, sehr viel atonaleren Part, um schließlich wieder ganz leicht und sehr melodiös auszuklingen. Toll gelungen hier auch das Querflötenspiel.

So lebt die Platte von der Abwechslung. Durchgängig sind diese verschiedenen Abschnitte zu hören, die einmal das Ohr umschmeicheln, mit fast schon süßen Klängen, ein anderes Mal rocken, wie es sich für eine „anständige“ Metal-Band gehört. In diesem Wechselspiel der Emotionen scheint man irgendwie auch Steven Wilson herauszuhören, der das Album allerdings lediglich zusammen mit Mikael Åkerfeldt, der alle Lieder schrieb, abgemischt hat. Denn auch gerade die Solo-Alben des Steven Wilson leben sehr vom Zusammenspiel der fordernderen und der sanfteren Passagen, deutlich mehr als die Titel seines Hauptprojekts Porcupine Tree.

Fazit: Das Album macht Spaß und das „Growling“ vermisst man an keiner Stelle der Platte – zumindest ich nicht. Wunderschöne Melodien gibt es hier zu hören und tolle treibende Parts. Das Mellotron wärmt einem das eine und andere Mal das Herz und für solch einen Song wie „Folklore“ muss man Mikael Åkerfeldt einfach dankbar sein. Elf Punkte.

Anspieltipps: Heritage, I Feel The Dark, Häxprocess, Famine, Folklore, Marrow Of The Earth





Freitag, 25. Januar 2013

Elliott Smith – Figure 8




Elliott Smith – Figure 8


Besetzung:

Elliott Smith – guitars, piano, vocals


Gastmusiker:

Sam Coomes – bass on "Everything Means Nothing To Me", "In The Lost And Found (Honky Bach)", "Stupidity Tries" and "Pretty Mary K"
Pete Thomas – drums on "Junk Bond Trader", "Wouldn't Mama Be Proud?" and "Can't Make A Sound"
Joey Waronker – drums on "Stupidity Tries"
Jon Brion – backup vocals on "Happiness / The Gondola Man"
Suzie Katayama – string conduction and orchestration


Label: Dreamworks Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Indie Folk, Indie Rock


Trackliste:

1. Son Of Sam (3:04)
2. Somebody That I Used To Know (2:09)
3. Junk Bond Trader (3:50)
4. Everything Reminds Me Of Her (2:38)
5. Everything Means Nothing To Me (2:24)
6. L.A. (3:14)
7. In The Lost And Found (Honky Bach) / The Roost (4:33)
8. Stupidity Tries (4:24)
9. Easy Way Out (2:44)
10. Wouldn't Mama Be Proud (3:26)
11. Color Bars (2:20)
12. Happiness / The Gondola Man (5:04)
13. Pretty Mary K (2:36)
14. Better Be Quiet Now (3:35)
15. Can't Make A Sound (4:19)
16. Bye (1:53)

Gesamtspieldauer: 52:14




Fünf Alben veröffentlichte Elliott Smith zu Lebzeiten, ein Studioalbum wurde 2004 noch posthum auf den Markt gebracht. 2003 nahm sich der durch diverse Drogeneinnahmen geschwächte und von Depressionen verfolgte Sänger und Songwriter angeblich mittels eines, sich selbst in die Brust gerammten Messers das Leben. Über diesen Umstand gibt es allerdings jede Menge Unklarheiten und Fragezeichen. Letztendlich stellt damit aber „Figure 8“ aus dem Jahr 2000 das fünfte und letzte Album dar, welches der amerikanische Sänger und Songwriter während seines nur 34 Jahre währenden Lebens aufnahm und veröffentlichte.

Schöne und eingängige Songs gibt es auf „Figure 8“ zu hören. „Indie Folk“ ist dabei wohl auch die passende Beschreibung, denn Rock ist das eher nicht mehr. Die Musik ist ruhig und sanft und dabei schreckt Elliott Smith auch nicht vor ein paar schrägeren Tönen zurück. Das hält sich allerdings alles in sehr engen Grenzen und dient nur zur Auflockerung. Allgemein sind die Lieder sehr eingängig, sehr melodiös und auf die Harmonie in den Stücken wurde sehr viel Wert gelegt.

Viel akustische Gitarre gibt es zu hören, die Elliott Smith während seines einfühlsamen Gesangs begleitet. Dieser Gesang beinhaltet dabei keine 08/15 Texte, sondern geht inhaltlich sehr viel tiefer und befasst sich mit Themen, die weitab vom Liebes- und Herzschmerz liegen. Sehr angenehm und damit ist es auch lohnenswert, einmal genauer auf die Texte zu hören beziehungsweise diese mitzulesen. Aufgenommen wurde das Album „Figure 8“ zum Teil in den Abbey Road Studios in London. Somit verwundert es auch nicht weiter, dass man sich beim Hören manchmal auch ein wenig an die Beatles erinnert fühlt.

Fazit: „Figure 8“ von Elliott Smith klingt. An dieser Feststellung führt eigentlich kein Weg vorbei. Man muss auch konstatieren, dass dieses Album mit dem häufigeren Hören wächst. Gleich beim ersten Hören hatte sich mir das Universum des Elliott Smith noch nicht so ganz erschlossen. Allerdings merke ich, dass mich auf „Figure 8“ auch nach mehrmaligen bis vielen Durchläufen nicht alles überzeugt. Die Lieder der zweiten Hälfte der Platte bewegen mich nicht so sehr, langweilen mich mitunter sogar ein wenig. Liest man die Bewertungen zu diesem Album auf Verkaufsplattformen, dann wird es dort durchgehend als das Nonplusultra des Indie Folk gepriesen. Soweit möchte ich hier ganz bestimmt nicht gehen. Gut ist diese fünfte Scheibe Elliott Smiths aber auf alle Fälle. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Son Of Sam, Junk Bond Trader, Everything Means Nothing To Me, Stupidity Tries, Easy Way Out, Can't Make A Sound




Donnerstag, 24. Januar 2013

Leonard Cohen – Songs From A Room




Leonard Cohen – Songs From A Room


Besetzung:

Leonard Cohen – guitar, vocals, jew’s harp


Gastmusiker:

Ron Cornelius – acoustic and electric guitar
Bubba Fowler – banjo, bass guitar, violin, acoustic guitar
Charlie Daniels – bass guitar, violin, acoustic guitar
Bob Johnston – keyboards


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk


Trackliste:

1. Bird On The Wire (3:29)
2. Story Of Isaac (3:39)
3. A Bunch Of Lonesome Heroes (3:18)
4. The Partisan (3:29)
5. Seems So Long Ago, Nancy (3:41)
6. The Old Revolution (4:50)
7. The Butcher (3:22)
8. You Know Who I Am (3:32)
9. Lady Midnight (3:02)
10. Tonight Will Be Fine (3:53)

Gesamtspieldauer: 36:16




Im Grunde genommen wirkt „Songs From A Room“, das zweite Album des Kanadiers Leonard Cohen aus dem Jahre 1969, wie eine Fortsetzung seines Erstlingswerks. Erneut ist es die Stimme des Sängers gepaart mit sehr ruhiger und nur ganz sanft instrumentierter Musik, die die Atmosphäre auf dieser Platte erzeugen.

Ein Album Leonard Cohens ist wie eine gedankliche, melancholische Reise in die eigene Vergangenheit, hin zu Stellen und Situationen, die schön waren, an die man sich gerne zurückerinnert. Ein Album Leonard Cohens ist wie ein Spaziergang im November, bei grauem und nasskaltem Wetter. Allerdings hängen noch sehr viele bunte Blätter an den Zweigen der Bäume, ein Umstand, der die Stimmung tröstet. Süße Melancholie, ergreifende Sentimentalität, wie traurig schön kann das alles sein.

Die Maultrommel, hat Einzug gefunden in die Musik Leonard Cohens. Das ist die wohl größte Änderung an der Musik auf diesem zweiten Album im Vergleich zum Debut ein Jahr zuvor. Sonst belieben die Zutaten alle dieselben: Sehr poetische Texte, weiche Melodien und eine über allem schwebende Ruhe. Das ist mitunter ergreifend, kann einem allerdings auch, wenn man sowieso schon nicht so gut drauf ist, den Tag endgültig versauen. Es lebe die Tristesse.

„Song From A Room“ enthält ein paar Hammer-Lieder, neben einigen Titeln, die so mitlaufen. Die Stimmung ist dabei immer die gleiche, jedoch die Melodie einzelner Stücke packt manchmal mehr, manchmal weniger.

Fazit: Wer auf traurige Musik steht, der findet mit „Songs From A Room“ seine Erfüllung. Auf der Platte ist alles in Moll gehalten. Das ist schon sehr beeindruckend, wie Leonard Cohen diese „Anti-Party-Musik“ zelebriert. Konsequent wird bei keinem Lied die Sonne rausgelassen. Das macht an traurigen Tagen jede Menge Spaß, wenn man sich in trüben Gedanken suhlen will oder einfach nur mal der Vergangenheit nachhängt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Bird On The Wire, Story Of Isaac, The Partisan, You Know Who I Am, Tonight Will Be Fine





Mittwoch, 23. Januar 2013

The Doors – The Doors




The Doors – The Doors


Besetzung:

Jim Morrison – vocals
Ray Manzarek – organ, piano, bass
Robby Krieger – guitar
John Densmore – drums


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Break On Through (To The Other Side) (2:28)
2. Soul Kitchen (3:34)
3. The Crystal Ship (2:35)
4. Twentieth Century Fox (2:34)
5. Alabama Song (Whisky Bar) (3:18)
6. Light My Fire (7:00)
7. Back Door Man (3:34)
8. I Looked At You (2:25)
9. End Of The Night (2:51)
10. Take It As It Comes (2:20)
11. The End (11:41)


Bonus Tracks:

12. Moonlight Drive (Version 1) (2:42)
13. Moonlight Drive (Version 2) (2:31)
14. Indian Summer (8/19/66 Vocal) (2:36)

Gesamtspieldauer: 52:08




Dieses Debut der Doors ist wahrlich beeindruckend. Nicht mehr lange hin und das Album ist bereits ein halbes Jahrhundert alt, trotzdem klingen die Doors hier modern und immer noch zeitgemäß. Fast nichts ist auf dieser Platte vergleichbar mit der Pop-Musik, die man sonst in den 60er Jahren zu hören bekam. Die Lieder der Doors klingen hier wie für diese heutige Zeit gemacht. So klangen sie allerdings auch schon seit ihrer Entstehung. Zeitlose Musik eben. Der intensive Gesang des Jim Morrison, das beeindruckende und beherrschende Orgelspiel des Ray Manzarek, das kreative Gitarrenspiel des Robby Krieger und dazu die Drums auf den Punkt, mal zurückhaltend, mal treibend umgesetzt von John Densmore.

Aber das ist es noch nicht einmal, was die Musik dieses Albums zu etwas Besonderem werden lässt. Es sind die Ideen, mit denen die Platte vollgestopft ist, es sind die Melodien, die den Hörer packen. Und es ist auch diese seltsame, marode Stimmung, die nicht nur beim Song „The End“ herauszuhören ist. Alles spiegelt hier eine gewisse Todessehnsucht wider, die sich ja tatsächlich wenige Jahre später erfüllen sollte. „The Doors“ von den Doors besitzt eine traurige und nachdenkliche Stimmung, die einen vereinnahmt. Es ist poetisch, verspielt, kann manches Mal allerdings auch sehr rau klingen. Auf jeden Fall hinterlässt diese Platte Spuren beim Hörer.

Auf „The Doors“ befinden sich zumindest zwei Titel, die auch heute wohl fast jeder Musikhörer kennt: „Light My Fire“ und „The End“. Reduziert man das Album jedoch nur auf diese beiden Titel, dann wird man diesem Werk in keinster Weise gerecht, denn noch eine ganze Menge mehr an eindrucksvollen Liedern befindet sich auf dieser Debut-Platte der US-Amerikaner. Da gibt es noch den rockigen Opener „Break On Through (To The Other Side)“, das etwas verträumte „The Crystal Ship“, die Kurt Weill und Bertold Brecht Adaption „Alabama Song (Whisky Bar)“, das groovende „I Looked At You“, den fast schon marod klingenden Titel „End Of The Night“ und das wieder deutlich fröhlichere „Take It As It Comes“, mit erneut klasse gelungenen Orgeleinlagen des Ray Manzarek. Die Platte ist angefüllt mit eindrucksvollen und eindringlichen Liedern, die alle Atmosphäre transportieren, welche wirkt.

Auf der remasterten Fassung befinden sich noch drei Bonus-Tracks. „Moonlight Drive“ gibt es dabei gleich in doppelter Ausführung - einmal dezenter, einmal intensiver instrumentiert. Beherrscht werden beide Stücke von einer etwas seltsam jaulenden Gitarre. „Indian Summer“ ist eine Aufnahme aus dem Jahr 1966, sehr ruhig und klingt ein ganz wenig wie ein kleiner Vorgänger zu „The End“.

Fazit: „The Doors“, das Debut-Album der Doors ist ein sehr beeindruckendes Album geworden. Jedes Stück ist angefüllt mit einer gewissen Stimmung, die augenblicklich den Raum erfüllt. Diese wirkt meistens nicht sehr positiv, hell oder fröhlich – aber stets sehr intensiv. „The Doors“ sollte jeder Musikliebhaber kennen, sonst hat sie oder er etwas ganz Essentielles verpasst. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Crystal Ship, Twentieth Century Fox, Light My Fire, End Of The Night, Take It As It Comes, The End





Dienstag, 22. Januar 2013

Renaissance – Illusion




Renaissance – Illusion


Besetzung:

Keith Relf – vocals, guitar
Jim McCarty – drums, vocals
Lewis Cennamo – bass
John Hawken – keyboards
Jane Relf – vocals, percussion


Gastmusiker:

Michael Dunford – guitar on “Mr. Pine”
Neil Korner – bass on “Mr. Pine”
T. Slade – drums on “Mr. Pine”
T. Crowe – vocals on “Mr. Pine”
Don Shin – electric piano on “Past Orbits Of Dust”


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Love Goes On (2:49)
2. Golden Thread (8:12)
3. Love Is All (3:39)
4. Mr. Pine (6:59)
5. Face Of Yesterday (6:05)
6. Past Orbits Of Dust (14:40)

Gesamtspieldauer: 42:22




Zwei Jahre nach dem Debut 1969, veröffentlichte die englische Band Renaissance ihr zweites Album unter dem Titel „Illusion“. Es sollte das letzte in dieser Zusammensetzung werden, denn anschließend verließen alle (!) Mitglieder die Band. Allerdings war auf „Illusion“ bereits ein Gastmusiker zugegen, der den Song „Mr. Pine“ beisteuerte, dort auch selbst Gitarre spielte und den weiteren Weg Renaissances wie kein weiterer Musiker prägen sollte: Michael Dunford. Und noch jemand sollte in den Credits zu „Illusion“ zum ersten Mal vermerkt werden und später ebenfalls regelmäßig in den Bemerkungen zu anderen Alben vertreten sein: Betty Thatcher, häufige Text-Lieferantin der Band, die hier genau wie Michael Dunford ihren ersten Auftritt hat.

Nun, musikalisch ist „Illusion“ nicht mehr ganz so stark wie das Debut und vom Songmaterial sogar deutlich den nachfolgenden Alben unterlegen. „Golden Thread“, das zweite Stück der Platte, stellt da schon einen der Höhepunkte des Albums dar. Sehr melodiös, pianodominiert, und auch einprägsam ist es eines der besseren Stücke des Albums, ohne dabei jedoch als einer der absoluten Höhepunkte in die Bandgeschichte einzugehen. Sehr gelungen ist zudem „Mr. Pine“, jenes bereits erwähnte Lied aus Michael Dunfords Feder. Wahrlich seltsam ist dabei allerdings, dass dieses Lied im Grunde genommen aus zwei Titeln besteht, die per Ein- und Ausblende aneinandergeheftet wurden, ohne dabei offensichtlich irgendwie zueinander zu gehören. Trotzdem klingen beide Parts, Teil 1 mit Gesang und Cembalo, Teil 2 überwiegend instrumental und mit einem fetten Orgelsound. Dieser geht dann allerdings gegen Ende wieder in Teil 1 über, erneut komischerweise mittels Ein- und Ausblendetechnik.

„Past Orbits Of Dust“ ist eine Nummer in Gedenken an „Bullet“ aus dem Debut-Album. Auch hier gibt es zwei unterschiedliche Abschnitte. Einen etwas „rockigeren“ beziehungsweise fast schon bluesigen Part zu Beginn des Stückes, welcher sich dann über jazzige-Anleihen immer mehr in die psychedelische Ecke entwickelt, bis es zu einem ganz langen und sphärischen Ausklang kommt.

Blieben noch drei Lieder übrig. Bei „Love Goes On“ und „Love Is All“ handelt es sich um, nomen est omen, Liebeslieder. Allerdings benötigt man Nerven wie Drahtseile, um sich diesen Schmalz entspannt reinziehen zu können. Vor allem erstgenannte Nummer ist unsäglich. „Love Is All“ verfügt dagegen zumindest noch über eine nette Pianolinie, wenn auch hier dieses ewige „Love Is All“-Gesinge einem schon nach kurzer Zeit unglaublich auf den Senkel geht. Hier klingt Renaissance ganz schwer nach den Les Humphries Singers. „Face Of Yesterday“ ist in etwa doppelt so lang wie die beiden gerade erwähnten Liebeslieder. Wieder hat man die Möglichkeit einem sehr melodiösen Pianospiel zu lauschen, aber dieses Lied rettet auch der zusätzlich stark verbesserte Gesang Jane Relfs nicht mehr. Dieses „Ba-ba-da-da“-Geträllere nervt ziemlich schnell. Das ist einfach alles ein wenig zu zuckersüß geworden.

Fazit: „Illusion“ kann nicht ganz an das Debut von Renaissance heranreichen, dazu ist das Songmaterial mitunter zu poppig, zu schmachtend und einfach auch nicht gut genug. Die Höhepunkte liegen in den längeren Stücken des Albums. Irgendwie ist es nicht verwunderlich, dass sich die Band in dieser Zusammensetzung anschließend auflöste, denn es scheint fast so, als ob die Musiker in dieser Konstellation musikalisch nichts mehr zu sagen hatten. Neun Punkte.

Anspieltipps: Golden Thread, Mr. Pine, Past Orbits Of Dust





Montag, 21. Januar 2013

Florence And The Machine – Lungs




Florence And The Machine – Lungs


Besetzung:

Florence Welch – vocals, additional drums, percussion (all tracks), backing vocals (tracks 7, 8)


Gastmusiker:

Rob Ackroyd – guitar (tracks 1, 5, 10, 13), bass (track 5)
Christopher Lloyd Hayden – drums (tracks 1–3, 5, 10, 11, 13)
Tom Monger – harp (tracks 1–3, 7–13)
Isabella Summers – additional drums, percussion (all tracks), piano (tracks 1, 3, 4, 7, 8, 10, 13)
Leo Abrahams – guitar (track 6)
Victoria Akintola – backing vocals (tracks 7, 8)
Mete Burch Bator – bass (track 10)
Ian Burdge – cello (tracks 1, 3, 7, 8, 12)
James Ford – additional piano (tracks 1, 3, 7, 8), drums (tracks 7, 8), bass (tracks 1, 7), organ (track 7)
LaDonna Harley-Peters – backing vocals (tracks 7, 8)
Charlie Henry – cello (track 10)
Sally Herbert – string arrangements, violin
Charlie Hugall – additional drums, percussion (all tracks), additional bass (track 13)
Stephen Mackey – bass (tracks 5, 6)
Tim McCall – guitar (track 5), additional guitar (track 6)
Duncan "Pixie" Mills – hammond organ (track 10)
Everton Nelson – violin
Martin Slattery – drums (track 6)
Bruce White – viola


Label: Universal Island Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Independent Pop, Independent Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Dog Days Are Over (4:13)
2. Rabbit Heart (Raise It Up) (3:52)
3. I'm Not Calling You A Liar (3:05)
4. Howl (3:34)
5. Kiss With A Fist (2:04)
6. Girl With One Eye (3:39)
7. Drumming Song (3:44)
8. Between Two Lungs (4:09)
9. Cosmic Love (4:16)
10. My Boy Builds Coffins (2:57)
11. Hurricane Drunk (3:13)
12. Blinding (4:40)
13. You've Got The Love (2:51)

Gesamtspieldauer: 46:17




Florence Leontine Mary Welch heißt die Sängerin und Songwriterin, die hauptsächlich hinter „Florence + The Machine“ steckt. Mit „Machine“ ist dabei ihre Begleitband gemeint, die sie in unterschiedlicher Zusammensetzung auch beim Komponieren unterstützt. „Lungs“ erschien im Jahre 2009 und war das Debut-Album der englischen Sängerin aus London. Und eins bleibt gleich festzuhalten: Singen kann sie die Dame. Das klingt alles sehr gut. Mal eher kraftvoll, manches Mal verspielt, mal überaus weiblich, mal rockig und wieder ein anderes Mal eher soulig bis fast schon bluesig. Sehr, sehr ausdrucksstark haucht, schreit und singt Florence Welch in das Mikrophon. Dies vollführt sie in einer Art und Weise, die den Hörer angenehm berührt.

Auch die Musik stimmt. Auf „Lungs“ gibt es einige richtige Ohrwürmer zu genießen, die meistens auch zum Mitwippen einladen. Die Lieder des Albums sind hauptsächlich im Mid-Tempo gehalten und machen einfach Spaß. Vor allem am Beginn des Albums „stapeln“ sich die tollen Songs, reiht sich ein Höhepunkt an den anderen. Die Stimmung ist dabei durchweg positiv bis fröhlich. Gute Laune wird hier also unterstützt und wenn diese noch nicht vorherrscht, dann wird sie garantiert beim Hören des Albums geschaffen.

Instrumentierung und Sound wissen auf „Lungs“ ebenfalls zu überzeugen. Perfekt abgemischt sind die einzelnen Instrumente, ebenso wie der Gesang und harmonieren dabei überzeugend miteinander. Zudem ist der Einsatz der Harfe, die auf dem Album fast allgegenwärtig ist, an dieser Stelle eine Erwähnung wert. Auch wenn dieses Musikinstrument immer wieder auf „Lungs“ zum Einsatz kommt, so wird das Ganze jedoch nicht überstrapaziert. Ganz im Gegenteil, die Harfe gibt der Musik von Florence + The Machine noch so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal. So konsequent und unterstützend eingesetzt gibt es dieses Instrument nicht allzu oft in der Pop-Musik zu hören.

Fazit: „Lungs“ von Florence + The Machine ist ein schönes Album geworden. Durchaus fröhliche Musik, eingängige Melodien und auch Texte, die deutlich anspruchsvoller sind als jenes „I love you and hope you love me too…“, welches man so oft hört, wenn die Worte nur das Beiwerk zur Musik darstellen. Vor allem am Anfang des Albums wird ein wahres Feuerwerk an tollen Ideen gezündet. Gegen Ende der Platte lässt die Qualität der Lieder leider ein wenig nach – hier überzeugen die Stücke nicht mehr ganz so. Die Musik auf „Lungs“ ist gut und Florence Welch hat eine schöne und wandlungsreiche Stimme. Sicher kein Überalbum, aber ein schönes Debut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Dog Days Are Over, Rabbit Heart (Raise It Up), I'm Not Calling You A Liar, Howl, Kiss With A Fist, Girl With One Eye, Cosmic Love





Sonntag, 20. Januar 2013

Shiny Gnomes – MC Creatrix




Shiny Gnomes – MC Creatrix


Besetzung:

Hanz – basses, 12-string-guitar, strings
Limo – vicals, guitars, synthesizers, mandolin, sitar, drum programming, farfisa organ, samples
Ufo – drums, percussion, synthesizers, drum programming, samples, farfisa, guitar on „Birthday Om“


Gastmusiker:

Markus Rießbeck – soprano saxophon, flute
Hanna Pietzcker – cello
Mrs. Fit – vocal


Label: Rough Trade


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Elektronische Musik, Psychedelic Rock, Art Rock und Pop


Trackliste:

1. Birthday Om (4:01)
2. Healingsounds Asleep (4:44)
3. It's All Here (4:09)
4. In Nadreenas Garden (7:29)
5. Heartmoon (6:37)
6. Lavender Hill (3:34)
7. Dyade (3:12)
8. Triple Mother (4:14)
9. Thinking At The Edge Of The Unthinkable (8:35)
10. Hemlock 93 (6:15)
11. Ra (9:39)

Gesamtspieldauer: 1:02:29




1994 veröffentlichte die Nürnberger Band Shiny Gnomes mit „MC Creatix“ ein Album, welches das Herz des Freundes psychedelischer Klänge und elektronischer Musik durchaus erwärmen kann. Irgendwo im Spannungsfeld zwischen Kula Shaker und Klaus Schulze ist diese Musik angesiedelt, die mitunter fernöstlich, dann wieder sphärisch entspannend und wieder ein anderes Mal folkig bis rockig klingt. Jede Menge unterschiedliche Stile haben die drei Musiker hier auf „MC Creatrix“ vereinigt, die in dieser Konstellation trotzdem durchweg gut und spannend zusammenpassen.

Auf diesem Album kann man Eintauchen in indische Weisen, sich auf eine Reise hin zum Ende des Universums begeben, den mitwippenden Füßen freien Lauf lassen oder einfach nur träumen. Die Lieder klingen sehr ausgereift, durchdacht und sind spannend arrangiert, wobei der letzte Titel „Ra“ allerdings ein eher sehr, sehr sphärisches Ausklingen der CD darstellt. Schöne Melodien gibt es genauso zu entdecken, wie die schrägeren Titel, die sich erst mit dem wiederholten Hören dem Konsumenten erschließen. Neben den unterschiedlichen Stilen ist auch die Bandbreite der eingesetzten Instrumente beachtlich, die zusätzlich noch den Eindruck der Diversität verstärken.

Legt man das Album in den CD-Spieler, so macht man sich auf eine musikalische Reise durch eine sehr dichte und atmosphärische Platte, die immer wieder erstaunt, an etwas erinnert, mitunter berührt und nie langweilig wird. Überraschend dabei ist, dass die Shiny Gnomes mit ihren Werken nicht mehr Aufmerksamkeit erlangt haben, als ihnen, wenn man dieses Album hier hört, eigentlich zustehen müsste.

Fazit: „MC Creatrix“ von den Shiny Gnomes ist eine sehr intensive und gelungene Platte geworden. Die Musik auf dem Album wirkt. Allerdings ist das, was man hier zu hören bekommt nicht einheitlich, was für den einen oder anderen Hörer ein Nachteil darstellen könnte. Elektronische Musik überwiegt ein klein wenig, aber andere Genres wie Psychedelic, Rock und Pop werden eben auch bedient. Für mich ist das sogar gerade eine Stärke der Platte. Wo sonst bekommt man schon die Gelegenheit eine Reise von Tangerine Dream über Pink Floyd nach Kula Shaker mit einem Abstecher zu Klaus Schulze und zurück zu buchen? Elf Punkte.

Anspieltipps: Birthday Om, It's All Here, In Nadreenas Garden, Triple Mother, Hemlock 93




Samstag, 19. Januar 2013

Queen – Flash Gordon




Queen – Flash Gordon



Besetzung:


John Deacon – bass guitar, guitar, synthesizer
Roger Taylor – drums, vocals, synthesizer
Brian May – lead guitar, vocals, synthesizer
Freddie Mercury – lead vocals, synthesizer


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Soundtrack


Trackliste:

1. Flash's Theme (3:30)
2. In The Space Capsule (The Love Theme) (2:43)
3. Ming's Theme (In The Court Of Ming The Merciless) (2:41)
4. The Ring (Hypnotic Seduction Of Dale) (0:57)
5. Football Fight (1:29)
6. In The Death Cell (Love Theme Reprise) (2:25)
7. Execution Of Flash (1:06)
8. The Kiss (Aura Resurrects Flash) (1:45)
9. Arboria (Planet Of The Tree Men) (1:41)
10. Escape From The Swamp (1:43)
11. Flash To The Rescue (2:44)
12. Vultan's Theme (Attack Of The Hawk Men) (1:13)
13. Battle Theme (2:18)
14. The Wedding March (0:56)
15. Marriage Of Dale And Ming (And Flash Approaching) (2:04)
16. Crash Dive On Mingo City (1:01)
17. Flash's Theme Reprise (Victory Celebrations) (1:24)
18. The Hero (3:33)

Gesamtspieldauer: 35:12




Im selben Jahr wie „The Game“ veröffentlichten Queen bereits ihr neuntes Studioalbum mit dem Titel „Flash Gordon“. Allerdings handelt es sich hierbei um den Soundtrack zum gleichnamigen Film und somit stellt diese Platte eigentlich kein reguläres Album der Band dar. Und damit ist eigentlich schon alles zu dieser Veröffentlichung erzählt. Nur wenige „richtige“ Lieder befinden sich auf der Platte - zum Beispiel “Flash’s Theme“, „Football Fight“, „Vultan’s Theme“, „The Hero“ und mit Abstrichen noch „Battle Theme“. Meist werden nur atmosphärische Stimmungen wiedergegeben, die mit Gesprächsfetzen aus dem Film angereichert wurden. Diese Stimmungen können, wie bei „The Kiss (Aura Resurrects Flash)“, allerdings richtig klasse klingen.

Auch fällt der sehr elektronische Sound auf, den Queen hier verwenden. In den Credits kann man schließlich nachlesen, dass sich auf „Flash Gordon“ mit Freddie Mercury, Brian May und Roger Taylor gleich drei der Musiker mit dem Synthesizer beschäftigten und diesen in die Musik zum Soundtrack mit integrierten.

Fazit: Nun, dieses Queen-Album muss man nicht unbedingt besitzen. Die meisten Lieder darauf wirken einfach nicht, da die dazugehörigen Bilder fehlen. Und richtig eintauchen in die jeweilige, oftmals sphärische Stimmung eines Liedes kann man auch nicht, da diese dazu viel zu kurz sind. Gerade hat man sich reingehört, da ist alles schon wieder vorbei. „Flash Gordon“ ist ein Soundtrack, der sich für Komplettisten oder aber den riesengroßen Queen-Fan lohnt. Musikalisch nur manchmal ganz interessant - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Flash's Theme, Football Fight, The Kiss (Aura Resurrects Flash)




Freitag, 18. Januar 2013

Rammstein - Videos 1995 - 2012

 


Rammstein - Videos 1995 - 2012


Die erfolgreichste deutsche Band ist zweifelsohne Rammstein. Das kann man drehen und wenden wie man will, vom massgeblichen Einfluß der Düsseldorfer Kraftwerk auf die internationale Musikwelt sprechen, vom Stadionrock der Scorpions schwärmen, von den kreischenden Mädchen bei Tokio Hotel Konzerten berichten. Egal, wen man anführt, man kommt an Rammstein nicht vorbei. Man kann von den Berliner Schwermetallern halten was man will, sie ziehen ihr Ding durch, und das konsequent und in deutscher Sprache.

Nun wurde die DVD Box “Videos 1995 – 2012” veröffentlicht. Ich könnte jetzt einfach sagen, hervorragend, genial, unbedingt kaufen, doch das würde dem nicht gerecht werden, was diese Box ausdrückt. Rammstein haben ein vollendetes Konzept, und das wird hier ganz deutlich. Die Videos sind nicht einfach ein zwangsläufiges Übel im Fernseh- und Onlinezeitalter für diese Band, sie sind vielmehr eine weitere Schaffensmöglichkeit für die Sechs. Rammstein Videos sind Filmkunst. Durchdacht, erzählerisch, experimentierfreudig, mit Tiefgang. Das passt einfach, ergänzt sich, hebt den eigentlichen Song hervor und betont noch einmal, dass Rammstein derzeit die einzige deutsche Band ist, die weltweit in der obersten Liga mitspielen kann.