Mittwoch, 20. Februar 2013

Porcupine Tree – On The Sunday Of Life…




Porcupine Tree – On The Sunday Of Life…


Besetzung:

Steven Wilson – vocals and all instruments


Gastmusiker:

John Marshall – drums on “Third Eye Surfer”
Solomon St. Jemain – additional guitar and voice on “Queen Quotes Crowley”
Master Timothy Masters – oboe


Label: Snapper


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Music For The Head (2:42)
2. Jupiter Island (6:12)
3. Third Eye Surfer (2:48)
4. On The Sunday Of Life (2:12)
5. The Nostalgia Factory (7:27)
6. Space Transmission (2:59)
7. Message From A Self-Destructing Turnip (0:27)
8. Radioactive Toy (10:01)
9. Nine Cats (3:57)
10. Hymn (1:14)
11. Footprints (5:52)
12. Linton Samuel Dawson (3:04)
13. And The Swallows Dance Above The Sun (4:04)
14. Queen Quotes Crowley (3:57)
15. No Luck With Rabbits (0:47)
16. Begonia Seduction Scene (2:20)
17. This Long Silence (5:01)
18. It Will Rain For A Million Years (10:50)

Gesamtspieldauer: 1:15:53




Als „On The Sunday Of Life…“ 1991 unter der Überschrift „Porcupine Tree“ veröffentlicht wurde, da gab es diese „Band“ im Grunde genommen noch überhaupt nicht. Porcupine Tree war zu diesem Zeitpunkt eine One-Man-Show, das erste Solo-Werk Steven Wilsons, der die Musik zu allen Stücken auf dem Album schrieb. Bei den Texten ließ er sich noch von einem ehemaligen Schulfreund, Alan Duffy, unterstützen. Eingespielt wurde das Album von Steven Wilson dann wieder fast im Alleingang. Nur bei wenigen Titeln holte er sich diesbezüglich Unterstützung. Die einzelnen Lieder auf „On The Sunday Of Life…“ waren dabei noch nicht einmal neu, denn sie entstammen Kassetten-Veröffentlichungen („Tarquin's Seaweed Farm“, 1989 und „The Nostalgia Factory“, 1990), die Wilson in Kleinstauflage selbst produzierte und veröffentlichte. Das restliche Material, welches sich auf diesen Kassetten befand und nicht auf „On The Sunday Of Life…“ Verwendung fand, wurde schließlich 1994 unter dem Titel „Yellow Hedgerow Dreamscape“ veröffentlicht.

Die Musik auf „On The Sunday Of Life…“ ist noch sehr uneinheitlich und hat nur wenig mit den Klängen zu tun, die man in letzter Zeit auf einem Porcupine Tree Album serviert bekommt. Hier, auf diesem Debut, schwankt die Spannbreite der Musik von Psychedelic Rock über Ambient und elektronischer Musik zu Pop bis hin zu sehr experimentellen Stücken. Der Hörer bekommt also jede Menge geboten - nur einheitlich ist das Ganze nicht besonders.

Höhepunkte sind das zehnminütige „Radioactive Toy“, bei dem die Musik dem Genre „Progressive Rock“ schon recht nahe kommt und „Nine Cats“, eine eingängige Nummer, die folkig beginnt und im weiteren Verlauf etwas psychedelischer wird. Der Rest der Platte hat einige Überraschungen zu bieten, die von Sphäre pur bis hin zum Mickey Mouse Gesang in Verbindung mit Synthie-Pop reichen.

Fazit: Für Porcupine Tree Fans ist diese Platte natürlich ein „Must Have“, um die Anfänge der Band, die Wurzeln der späteren Platten auch mal kennenzulernen. Für alle anderen dürfte diese Scheibe etwas weniger interessant sein, da sie so unglaublich uneinheitlich ist. Es fällt einem als Hörer schwer, sich auf eine bestimmte Stimmung einzustellen, da diese ziemlich schnell wieder vergangen ist und man sofort etwas Neues, völlig anderes dargeboten bekommt. Ein paar schöne Stellen gibt es allerdings, genauso wie die etwas langweiligeren und deutlich gewöhnungsbedürftigeren Passagen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Radioactive Toy, Nine Cats, Footprints, And The Swallows Dance Above The Sun, Begonia Seduction Scene





Dienstag, 19. Februar 2013

Curved Air – Second Album




Curved Air – Second Album


Besetzung:

Sonja Kristina – vocals
Darryl Way – vocals, electric violin, piano on “Puppets”
Francis Monkman – guitars, keyboards, vcs3 synthesizer
Ian Eyre – bass guitar
Florian Pilkington-Miksa – drums


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Young Mother (5:57)
2. Back Street Luv (3:38)
3. Jumbo (4:09)
4. You Know (4:13)
5. Puppets (5:29)
6. Everdance (3:08)
7. Bright Summer's Day '68 (2:52)
8. Piece Of Mind (12:52)

Gesamtspieldauer: 42:17




1971 veröffentlichte die britische Band Curved Air ihr zweites Album, passenderweise unter dem Titel „Second Album“. Erneut bekommt der Hörer progressive Rock-Musik zu hören, bei der die elektrische Violine des Darryl Way eine ganz zentrale Rolle einnimmt. Es wird zudem gerockt, jedoch kommen die sanften Töne kommen auf „Second Album“ ebenso nicht zu kurz.

Die Musik von Curved Air ist nicht ganz so eingängig wie jene der Kollegen von Renaissance, die sich zur selben Zeit am Progressive Rock versuchten. Bei Curved Air gibt es durchaus auch mal den „schrägeren“ Ton, der dort zuerst gar nicht so richtig hinpassen will und erst nach dem mehrmaligen Hören seinen Platz doch genau an der richtigen Stelle gefunden hat.

Es gibt die melodiöseren Abschnitte neben den etwas rockigeren Parts, die immer spätestens durch den klaren Gesang Sonja Kristinas zusammengeführt werden. Nicht alle Titel schaffen es den Hörer zu bewegen, aber gerade am Anfang, wie am Ende des Albums, befinden sich die Höhepunkte der Platte, die durchaus auch längerfristig wirken und auch haften bleiben. „Young Mother“ kann gleich zu Beginn der Platte mit melodiösen, wie auch fast schon jazzigen Parts punkten. Das ist wahrlich sehr abwechslungsreich und nie langweilig. Der nächste Titel „Back Street Luv“ schaffte es sogar bis auf Platz 4 der britischen Single Charts. Sehr viel rockiger und mit einem schönen Groove ausgestattet, lädt der Song zum Mitwippen ein.

Nun folgen ein paar Lieder, die irgendwie nicht so ganz überzeugen können. „Jumbo“ ist ein wenig zu lieblich geraten und versinkt fast schon in Süße, wohingegen die weiteren Stücke deutlich rauer wirken, auch mal etwas schräger, jedoch trotzdem nicht so richtig zünden können. Dies liegt manches Mal an der fehlenden Eingängigkeit, ein anderes Mal schlicht und ergreifend an der dem Titel zugrundeliegenden Idee.

Aber da gibt es noch die letzte Nummer des Albums, das Magnus Opus auf „Second Album“. „Piece Of Mind“ heißt das Stück, ein Titel in bester, progressiver Rock Tradition. Aus mehreren Teilen bestehend, die manchmal melodiös, ein anderes Mal etwas schräger klingen. Rhythmus- und Tempowechsel sind genauso vorhanden wir lautere und leisere Abschnitte. Das ist wirklich wieder gelungen.

Fazit: Für ein Curved Air Album benötigt man einige Durchläufe. Erst dann erschließt sich einem viel mehr an der Musik. Dann erst registriert man auch diese Feinheiten, die Lieder eben auch ausmachen können. Der Orchestereinsatz und die Instrumentierung stimmen und lassen Atmosphäre entstehen. Allerdings sind neben den Höhepunkten auch einige Füller mit auf der Platte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Young Mother, Back Street Luv, Piece Of Mind





Montag, 18. Februar 2013

Leonard Cohen – Death Of A Ladies’ Man




Leonard Cohen – Death Of A Ladies’ Man


Besetzung:

Leonard Cohen – vocals


Gastmusiker:

Phil Spector – guitar, keyboards, backing vocals
Art Blaine – guitar
Hal Blaine – drums
Ronee Blakley – backing vocals
Bobby Bruce – fiddle, violin
Brenda Bryant – backing vocals
Conte Candoli – trumpet
Jesse Ed Davis – guitar
Billy Diez – backing vocals
Steve Douglas – flute, saxophone, wind
Oma Drake – backing vocals
Bob Dylan – backing vocals
Gene Estes – percussion
Venetta Fields – backing vocals
Gerald Garrett – backing vocals
Terry Gibbs – percussion, vibraphone
Allen Ginsberg – backing vocals
Barry Goldberg – keyboards
Tom Hensley – keyboards
David Isaac – guitar
Pete Jolly – keyboards
Jim Keltner – drums
Dan Kessel – organ, synthesizer, guitar, keyboards, backing vocals
David Kessel – guitar, backing vocals
Clydie King – backing vocals
Sneaky Pete Kleinow – guitar, pedal steel, slide guitar
Michael Lang – keyboards
Charles Loper – trombone
Sherlie Matthews – backing vocals
Bill Mays – keyboards
Don Menza – flute, saxophone, wind, horn arrangements
Jay Migliori – saxophone
Art Munson – guitar
Ray Neapolitan – electric & upright bass
Al Perkins – pedal steel, slide guitar
Ray Pohlman – bass, guitar
Emil Radocchia – percussion
Don Randi – keyboards
Jack Redmond – trombone
Bob Robitaille – synthesizer, synthesizer programming
Devra Robitaille – synthesizer
Bill Thedford – backing vocals
Julia Tillman Waters – backing vocals
Oren Waters – backing vocals
Lorna Willard – backing vocals
Robert Zimmitti – Percussion


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Pop


Trackliste:

1. True Loves Leaves No Traces (4:28)
2. Iodine (5:05)
3. Paper Thin Hotel (5:45)
4. Memories (6:03)
5. I Left A Woman Waiting (3:29)
6. Don't Go Home With Your Hard-On (5:38)
7. Fingerprints (3:01)
8. Death Of A Ladies’ Man (9:24)

Gesamtspieldauer: 42:53




1977 erschien das fünfte Album Leonard Cohens unter dem Titel „Death Of A Ladies‘ Man“. Auf diesem Album des Kanadiers ist alles ganz anders, als auf den vorherigen vier Scheiben. Es ist der Sound, der den Unterschied macht, was man bereits an der Anzahl der beteiligten Musiker feststellen kann. Fette Chorhintergründe, mitunter fast schon Big-Band-Sound und immer zahlreiche Instrumente, die an so gut wie allen Liedern beteiligt sind. Dieses ruhige, nur ganz dezent mit Gitarre instrumentierte Lied, dieses sucht man auf „Death Of A Ladies‘ Man“ vergeblich.

Nun, das vorliegende Ergebnis war auch nicht gerade das, was sich Leonard Cohen von dem Album erhofft hatte. Die Musik auf „Death Of A Ladies‘ Man“ stammt hauptsächlich vom Produzenten Phil Spector, die Texte wie immer von Leonard Cohen selbst. Beide hatten jedoch völlig unterschiedliche Ansichten über die Instrumentierung der Songs. Letztendlich setzte sich Phil Spector, wohl gegen den Willen Leonard Cohens durch, der dieses Album auch als seine schlechteste Platte bezeichnet.

Gerade die Instrumentierung ist es zugegebenermaßen, die das ganze Album sehr gewöhnungsbedürftig werden lässt. Aber leider ist das nur die halbe Wahrheit, denn die Songs, die sich auf dieser fünften Platte Leonard Cohens befinden, sind einfach nicht so gut. Oder aber sie verstecken sich unter dieser Überinstrumentierung. Mal Pop, mal Country, mal Big Band Sound und wieder ein anderes Mal irgendwie schwülstige Musical-Musik. Meist heiter und fröhlich, ruhige Töne gibt es auf „Death Of A Ladies‘ Man“ nicht. Alles klingt, leider oftmals relativ schrill. Das Album ist auf seine Weise „laut“, nicht sehr melodisch, von wirklich guten Songs fehlt gar jede Spur.

Fazit: Die Abkehr vom Bewährten war für Leonard Cohen wahrlich kein Meisterwerk. Langweilige 08/15 Musik ist hier zu hören, die belanglos in das eine Ohr hineingeht, nur um ganz schnell wieder aus dem anderen zu entweichen. Und wenn ein Lied dann doch mal ganz nett ist, dann wird es mit Klängen übertüncht und überfrachtet. Chöre, Bläser und jedes einzelne Instrument scheint seinen großen Auftritt zu wollen und diesen auch zu bekommen – leider alle immer gleichzeitig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Paper Thin Hotel, Death Of A Ladies' Man





Sonntag, 17. Februar 2013

Florence And The Machine – Ceremonials




Florence And The Machine – Ceremonials


Besetzung:

Florence Welch – vocals (all tracks), bass (track 13)


Gastmusiker:

Rob Ackroyd – guitar (tracks 3, 13–15)
Christopher Lloyd Hayden – drums (tracks 1–12, 14, 15), backing vocals (tracks 1–4, 7–10), percussion (tracks 2, 3, 14)
Tom Monger – harp (all tracks), bass (track 8)
Mark Saunders – backing vocals (tracks 1–4, 7–9), percussion (tracks 1–3, 7, 9, 14), bass (tracks 3, 4, 7, 9, 11, 12, 14, 15), additional guitar ( track11)
Isabella Summers – piano (tracks 6, 7, 11), additional backing vocals (tracks 7, 11), drum programming (tracks 7, 11, 13), choir parts, strings (7); synthesizer (tracks 8, 13, 14), celesta, (track 11), bells (track13)
Sian Alice – backing vocals (tracks 1–4, 7–9)
Max Baillie – viola (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Rusty Bradshaw – keyboards (tracks 1–5, 7–10, 12, 13, 15), hammond organ (track 6)
Bullion – additional esoteric sounds, drum programming (tracks 1, 2, 4, 5, 9, 14)
Ian Burdge – cello (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Gillon Cameron – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Paul Epworth – pump organ (track 2)
Sam Paul Evans – drums (track 13)
Richard George – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Sally Herbert – string arrangements, violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Rick Koster – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Oli Langford – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)
Nikolaj Torp Larsen – piano (tracks 6, 10)
Lisa Moorish – backing vocals (tracks 1–4, 7–9)
Jack Peñate – backing vocals (tracks 1–4, 7–9)
Lucy Shaw – double bass (track 1)
Jesse Ware – backing vocals (tracks 1–4, 7–9)
Warren Zielinski – violin (tracks 1, 5, 7, 8, 10, 11)


Label: Universal Island Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Independent Pop, Independent Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Only If For A Night (4:59)
2. Shake It Out (4:38)
3. What The Water Gave Me (5:33)
4. Never Let Me Go (4:31)
5. Breaking Down (3:49)
6. Lover To Lover (4:03)
7. No Light, No Light (4:35)
8. Seven Devils (5:03)
9. Heartlines (5:02)
10. Spectrum (5:12)
11. All This And Heaven Too (4:06)
12. Leave My Body (4:37)

Gesamtspieldauer: 56:06




Im Jahr 2011 veröffentlichte die Band Florence + The Machine um Sängerin und Songwriterin Florence Welch ihr zweites Album. Nun, wenn man sich diese Platte betrachtet beziehungsweise anhört, fällt ziemlich schnell auf, dass sich nicht allzu viel getan hat im Vergleich zum Vorgängeralbum. Und dieser Umstand bedeutet in diesem Fall mit Sicherheit auch nichts Schlechtes. Man erkennt eindeutig, dass es sich um eine Platte von Florence And The Machine handelt, was natürlich nicht zuletzt am ausdrucksstarken Gesang der Sängerin liegt. Die Stücke benötigen jedoch ein paar Durchläufe mehr im CD-Player, um so richtig zu zünden, da sie im Großen und Ganzen nicht mehr ganz so offensichtlich eingängig sind, wie noch auf dem Debut-Album „Lungs“.

Die Titel schwanken häufig ein wenig zwischen poppig eingängig und poppig soulig hin und her und der Harfe wird nicht mehr dieser Platz, wie noch auf dem vorherigen Album eingeräumt. Das macht die Musik ein klein wenig vorhersehbarer, als noch eine Platte zuvor. Trotzdem hat auch „Ceremonials“ seine großen Momente. Da gibt es das unglaublich symphonische „Only If For A Night“, dann so ein Stück wie „Seven Devils“. Irgendwie mystisch klingt dieses Lied und es vereinnahmt den Hörer sehr intensiv. Richtig klasse gelungen.

So ein Stück wie „Spektrum“ möchte ich ebenfalls nicht mehr missen. Dieser Groove des Liedes gepaart mit unterschiedlichen Stimmungen hat einfach etwas. Und hier gibt es sie dann auch wieder ausgeprägter zu hören, Harfenklänge, die das Stück noch mal interessanter werden lassen. Des Weiteren sollte die letzte Nummer „Leave My Body“ nicht unerwähnt bleiben. Ein Stück, welches wirklich schnell ins Ohr geht, kraftvoll klingt und vielleicht am meisten auf diesem Album nachhallt.

Fazit: Auch dieses Album von Florence + The Machine hat was. Es hat sich kein schlechtes Stück unter die zwölf Titel geschlichen, wenn einen auch nicht alle absolut zu begeistern wissen. Manchmal plätschert die Musik auf „Ceremonials“ ein wenig dahin, schön zwar, aber ohne den absoluten Höhepunkt, jenen Moment, der Musik zu etwas sehr Bewegenden werden lässt. Wer Spaß an schöner Pop-Musik hat, geboten von einer Sängerin, die wirklich was von ihrem Handwerk versteht, der wird auch mit „Ceremonials“ von Florence + The Machine viel Spaß haben. Obwohl mir das, was ich hier höre gefällt, haut es mich nicht ganz um. Die schönen Momente gibt es aber auch für mich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Only If For A Night, Breaking Down, Seven Devils, Heartlines, Spectrum, Leave My Body





Samstag, 16. Februar 2013

Randy Newman – Little Criminals




Randy Newman – Little Criminals


Besetzung:

Randy Newman – vocals, piano, keyboards, synthesizer


Gastmusiker:


Mike Boddicker – additional synthesizer, synthesizer programming
Waddy Wachtel – guitar
Glenn Frey – guitar, backing vocals
Joe Walsh – guitar, slide guitar
Ry Cooder – mandolin
Klaus Voormann – bass
Willie Weeks – bass
Ralph Grierson – piano
Jim Keltner – drums, percussion
Andy Newmark – drums
Rick Marotta – drums
Milt Holland – congas, percussion
J.D. Souther – backing vocals
Tim Schmitt – backing vocals
Don Henley – backing vocals


Label: Warner Music Group


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Soft Rock


Trackliste:

1. Short People (23:57)
2. You Can't Fool The Fat Man (2:47)
3. Little Criminals (3:06)
4. Texas Girl At The Funeral Of Her Father (2:43)
5. Jolly Coppers On Parade (3:50)
6. In Germany Before The War (3:43)
7. Sigmund Freud's Impersonation Of Albert Einstein In America (2:53)
8. Baltimore (4:06)
9. I'll Be Home (2:48)
10. Rider In The Rain (3:55)
11. Kathleen (Catholicism Made Easier) (3:38)
12. Old Man On The Farm (2:13)

Gesamtspieldauer: 38:39




Das fünfte Album Randy Newmans, „Little Criminals“, aus dem Jahr 1977, hat eine ganze Menge zu bieten und stellte den kommerziellen Durchbruch des Sängers, Pianisten und Songwriters dar. Das lag nicht zuletzt am Titel „Short People“ der ein Hit wurde, gleichzeitig allerdings auch von Radiostationen boykottiert wurde, da jeder etwas anderes in den Text hineininterpretierte. Aber wie so oft, machte gerade diese „Verbannung“ den Song erst so richtig interessant für viele Musikhörer.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle auch die Mitwirkung der „Eagles“ in Form von Joe Walsh, Glen Frey und Don Henley an dieser Platte. Das bezieht sich jedoch nur auf die Instrumentierung, denn das Komponieren und Texten lag auf „Little Criminals“ einzig und allein in den Händen des Randy Newman. Allerdings ist festzustellen, dass das ganze Album deutlich rockiger klingt, als alles bisher von Randy Newman veröffentlichte. Vielleicht zeigt sich hier ja der Einfluss der Südstaaten-Rocker. Allerdings verdient an dieser Stelle noch eine Person Erwähnung: Der Deutsche Klaus Voormann, seines Zeichens Musiker und Künstler. So malte dieser zum Beispiel das Cover zum Beatles-Album „Revolver“, produzierte die deutsche Band „Trio“ und unterstützte im Studio sowie Live zahlreiche internationale Musiker und Bands. Hier, auf „Little Criminals“, übernahm er den Bass.

„Little Criminals“ beinhaltet wieder diese sehr beißenden, manches Mal sarkastischen und wieder ein anderes Mal zum Nachdenken anregenden Texte. Und dann finden sich auf diesem Album auch diese tieftraurigen Melodien, für die Randy Newman eben auch steht. Beispiele, hierfür wären „Texas Girl At The Funeral Of Her Father“, das sehr bewegende „In Germany Before The War“, in dem es anscheinend um einen Kindermörder geht und das letzte Stück des Albums, dieses vielleicht traurigste Lied, was es jemals auf ein Album geschafft hat: „Old Man On The Farm“.

Schließlich beinhaltet „Little Criminals“ auch noch eines der besten Stücke Randy Newmans, wenn nicht sogar das beste Lied seiner ganzen Karriere als Komponist und Musiker: „Baltimore“. Diese Nummer ist einfach ein klasse Song, erneut sehr melancholisch und tragend. „Baltimore“ ist eines jener Lieder, welche hängenbleiben, die man auch viele Jahre später nicht vergessen hat und immer nur einzig und allein Randy Newman zuordnen kann.

Richtig schlecht wird es auf dem Album eigentlich nur, wenn es einen Rückfall in die Country Musik gibt. Das passiert allerdings glücklicherweise nur ein einziges Mal mit der Nummer „Rider In The Rain“. Aber Leute, die der Pedal Steel Guitar etwas mehr abgewinnen können, werden sich wohl auch mit diesem Song versöhnen.

Fazit: Für mich ist „Little Criminals“ das bisher beste Album Randy Newmans, da es einfach ein paar Songs beinhaltet, die es lohnt gehört zu haben. Natürlich gibt es auch einige Lieder, die einfach so mitlaufen, andererseits nur einen einzigen Track, der sehr stark nach unten ausschlägt. Randy Newman macht nicht gerade meine absolute Lieblingsmusik, aber trotzdem würde ich dieses Album vermissen, wenn ich es nicht hätte. Manchmal ist die Zeit einfach reif für Randy Newman und „Little Criminals“. Neun Punkte.

Anspieltipps: Short People, In Germany Before The War, Sigmund Freud's Impersonation Of Albert Einstein In America, Baltimore, I'll Be Home, Old Man On The Farm




Freitag, 15. Februar 2013

Nektar – A Tab In The Ocean




Nektar – A Tab In The Ocean


Besetzung:

Roye Albrighton – guitars & vocals
Allan Freeman – keyboards, mellotron, backing voices
Derek “Mo” Moore – bass, vocals
Mick Brockett – liquid lights
Ron Howden – drums, percussion, backing vocals


Label: Bellaphon / Bacillus Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. A Tab In The Ocean (16:43)
2. Desolation Valley (7:16)
3. Waves (0:57)
4. Crying In The Dark (6:28)
5. King Of Twilight (4:16)

Gesamtspieldauer: 35:40




1972 veröffentlichte die englische Band Nektar, die im hessischen Seeheim einen alten Bauernhof bewohnte, ihr zweites Album mit dem Titel „A Tab In The Ocean“. Musikalisch ist hier eine deutliche Entwicklung in Bezug auf das Debut-Album festzustellen beziehungsweise zu hören: Die Musik von Nektar ist härter geworden. Der psychedelische Anteil in der Musik der Band wurde zusätzlich auch noch stark zurückgedrängt und somit bleibt zusammenfassend festzuhalten, dass sich auf diesem zweiten Album Nektars progressiver Rock befindet, der häufig auf die härteren Töne in der Musik setzt.

Es wird gerockt auf „A Tab In The Ocean“. Die Gitarren klingen sehr viel härter als auf dem Debut-Album und die Orgel hört sich fetter und breiter an und legt einen dichten Klangteppich aus, der durchaus auch mal „wummert“. Das hat natürlich noch nichts mit Hard Rock oder Heavy Metal zu tun und somit ist die Band auch durchaus noch als progressiv zu erkennen beziehungsweise zu erhören.

Allerdings klingt das Ganze etwas „krautrockiger“ als auf dem Debut-Album „Journey To The Center Of The Eye“. Sehr schön zu hören ist dies auf „Crying InThe Dark“. Die Orgel breitet sich dicht und schwer aus, die Gitarren ächzen, da wird gegroovt und gerockt, dass es dem Hörer schwerfällt die Beine still zu halten. Noch ein wenig härter wird es dann mit „King Of Twilight“. Hier bewegt sich Nektar dann durchaus bereits sehr nah an der Grenze zum Heavy Rock.

Dies alles passiert ein klein wenig auf Kosten der Melodien. Melodien der Lieder des Albums, versehen mit überaus eingängigen Harmonien, wie sie noch auf dem Debut zu hören waren. Natürlich ist auch auf „A Tab In The Ocean“ nichts atonal oder besonders gewöhnungsbedürftig, trotzdem benötigen die fünf Nummern etwas mehr Zeit, um ihre Wirkung entfalten zu können. Was auf der ersten Platte mehrfach unterteilt wurde, wird hier in deutlich weniger Longtracks zusammengefasst, die dadurch allerdings vor Abwechslung nur so überquellen. Somit entstehen äußerst spannende Stücke, die jedoch alle erarbeitet werden wollen.

Fazit: Auch mit ihrem zweiten Album können die Engländer von Nektar punkten. Sehr abwechslungsreichen progressiven Rock serviert die Band mit „A Tab In The Ocean“. Dieser mag nicht mehr ganz so eingängig wie das vorhergehende Album sein, gut und lohnenswert ist das allerdings immer noch. Zumindest dann, wenn man dem progressiven Rock der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts etwas abgewinnen kann. Zehn Punkte.

Anspieltipps: A Tab In The Ocean, Crying In The Dark, King Of Twilight



Donnerstag, 14. Februar 2013

Queen – A Kind Of Magic




Queen – A Kind Of Magic


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, keyboards
John Deacon – bass guitar, keyboards, occasional guitar
Roger Taylor – drums, occasional vocals, keyboards
Brian May – guitar, occasional vocals, keyboards, orchestral arrangements


Gastmusiker:

Spike Edney – extra keyboards
Steve Gregory – saxophone
Lynton Naiff – string arrangement
Michael Kamen – orchestral arrangements
National Philharmonic Orchestra – orchestration
Joan Armatrading – incidental vocals on “Don’t Lose Your Head”


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop


Trackliste:

1. One Vision (5:11)
2. A Kind Of Magic (4:24)
3. One Year Of Love (4:28)
4. Pain Is So Close To Pleasure (4:22)
5. Friends Will Be Friends (4:13)
6. Who Wants To Live Forever (5:17)
7. Gimme The Prize (4:35)
8. Don't Lose Your Head (4:38)
9. Princes Of The Universe (3:34)

Gesamtspieldauer: 40:42




„A Kind Of Magic“ stellte 1986 bereits das zwölfte Studioalbum Queens dar und bewegt sich sehr in der Tradition der Vorgängerplatte „The Works“. Der Unterschied und das Besondere liegt vielleicht in dem Umstand, dass Queen sich hier bei „One Year Of Love“ von Streichern, bei „Who Wants To Live Forever“ sogar von einem ganzen Orchester begleiten lassen.

Dieser Titel „Who Wants To Live Forever“ stellt auch gleichzeitig den Höhepunkt des Albums dar. Sehr intensive Musik beinhaltet das Lied, eingängig und melodiös. Das Stück schrieb Brian May ursprünglich für den Film „Highlander“ und ist auf „A Kind Of Magic“ in einer leicht veränderten Fassung zu hören. Diese Nummer wurde auch als Single veröffentlicht, allerdings mit nur mäßigem Erfolg.

Ansonsten beinhaltet die Platte eine ganze Reihe weiterer Singleauskopplungen, von denen einige sogar Hits wurden. „One Vision“, „A Kind Of Magic“, „Friends Will Be Friends“ und „Princes Of The Universe“ erreichten alle die Charts, sind auch eingängig, aber weit davon entfernt, etwas Besonderes zu sein. Am ehesten gelungen ist dabei noch der letzte Titel des Albums „Princes Of The Universe“. Wie bereits angemerkt, gehen diese Titel durchaus ins Ohr, zielen aber eindeutig auf einen Massenmarkt und den kurzzeitigen Erfolg ab. Aber selbst dies gelang nicht allzu überzeugend. Die beste Platzierung erreichte das Lied „A Kind Of Magic“ mit Platz drei in Großbritannien.

„One Year Of Love“ ist mir deutlich zu schnulzig und „Pain Is So Close To Pleasure“ erinnert schmerzlich an „Hot Space“ und Disco-Zeiten, die eigentlich schon überwunden waren. Grausam. „Gimme The Prize“ und „Don't Lose Your Head“ bilden schließlich die etwas härtere Fraktion des Albums, ohne dabei jedoch durchschlagend überzeugen zu können.

Fazit: Für mich bisher ganz klar das am wenigsten überzeugende Queen-Album. Hier gibt es erneut schlechte Songs, jede Menge unterer Durchschnitt und eigentlich mit „Who Wants To Live Forever“ nur ein richtiges Highlight. Wenn nicht Queen draufstehen würde, dann hätte ich mir das meiste davon niemals angehört, geschweige denn die Platte gekauft. Mich langweilt „A Kind Of Magic“ absolut. Das ist alles nicht richtig schlecht, aber meistens in meinem Musikverständnis auch nicht mehr Durchschnitt. Diese „Übersongs“, die es auf jedem Queen Album zu entdecken gibt, die fehlen hier einfach und können somit die Gesamtnote auch nicht mehr anheben. Sechs Punkte.

Anspieltipps: A Kind Of Magic, Who Wants To Live Forever, Princes Of The Universe




Mittwoch, 13. Februar 2013

Leonard Cohen – New Skin For The Old Ceremony




Leonard Cohen – New Skin For The Old Ceremony


Besetzung:

Leonard Cohen – guitar, vocals


Gastmusiker:

John Lissauer – woodwinds, keyboards, backing vocals
Emily Bindiger – backing vocals
Gerald Chamberlain – trombones
Erin Dickins – backing vocals
Lewis Furey – viola
Ralph Gibson – guitar
Armen Halburian – percussion
Janis Ian – vocals
Gail Kantor – backing vocals
Jeff Layton – banjo, mandolin, guitar, trumpet
Barry Lazarowitz – percussion
Roy Markowitz – drums
John Miller – bass
Don Payne – bass


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Folk-Rock


Trackliste:

1. Is This What You Wanted (4:19)
2. Chelsea Hotel No. 2 (3:09)
3. Lover Lover Lover (3:24)
4. Field Commander Cohen (4:04)
5. Why Don't You Try (3:55)
6. There Is A War (3:05)
7. A Singer Must Die (3:22)
8. I Tried To Leave You (2:43)
9. Who By Fire (2:37)
10. Take This Longing (4:11)
11. Leaving Green Sleeves (2:39)

Gesamtspieldauer: 37:28




Auf diesem vierten und 1974 erschienen Studioalbum mit dem Namen “New Skin For The Old Ceremony” hatte sich einiges am Stil der Musik des Leonard Cohens geändert. Die Musik war fröhlicher geworden, sogar poppiger und wurde deutlich abwechslungsreicher instrumentiert. Nicht mehr nur Gitarre und sanfte Orchesterstreicher gibt es hier zu hören, auch das Keyboard und einige Blasinstrumente hielten Einzug in die Musik des Kanadiers. Dies wiederum hat zur Folge, dass “New Skin For The Old Ceremony” deutlich differenzierter ist, als die Vorgängerwerke Leonard Cohens. Es ist nicht mehr nur eine Stimmung die vorherrscht, neben den traurigen Tönen gibt es jetzt auch Hoffnung und Freude zu hören. Alles ist ein wenig aufgelockerter und auch abwechslungsreicher geworden.

Zumindest gilt das alles für die erste Hälfte des Albums. Gegen Ende nimmt dieser melancholische Touch in der Musik des Kanadiers wieder stark zu. „Is This What You Wanted“ klingt zu Beginn der Platte zunächst ein wenig nach Country, entwickelt sich dann allerdings zu einer fast schon groovigen Folk-Rock-Nummer im Refrain. „Chelsea Hotel No. 2“ ist ein Lied, bei dem es nach eigener Aussage Cohens um ein Treffen von ihm mit Janis Joplin geht, eben in jenem Chelsea Hotel in New York. Dieses Stück ist allerdings schon sehr sentimental und in einem späteren Interview sagte Leonard Cohen, dass er es bereue, öffentlich gemacht zu haben, dass er hier von Janis Joplin singen würde. „Lover Lover Lover“ ist flott, etwas poppig und war nicht zuletzt wegen des sehr eingängigen Refrains sogar ein kleiner Single-Hit. Während des Stückes „Field Commander Cohen“ haben dann neben der obligatorischen Gitarre auch ein Piano, Streicher und ebenso, ganz zart angedeutet, Bläser ihren Auftritt. Ein sehr intensives Lied, welches wieder eine stark schwermütige Stimmung verbreitet.

Während „Why Don’t You“ ein bisschen schräg klingt, das Banjo seinen Auftritt hat und das Genre „Country-Music“ nicht ganz so weit weg ist, ist „There Is A War“ wiederum eine fast schon treibende und schnelle Nummer, die zum Mitwippen einlädt. Anschließend wird es oft wieder sehr folkig und ruhig. Das gilt für „A Singer Must Die“, bei dem es auch schöne Streicher- und Bläsereinlagen gibt, genau wie für „I Tried To Leave You“ und „Take This Longing“. „Leaving Green Sleeves“ ist ganz zum Schluss eine Adaption des bekannten, aus dem 15. Jahrhundert stammenden Folk-Songs „Greensleeves“.

Ein wenig aus dem Rahmen fällt gegen Ende der Platte noch das Stück „Who By Fire“ mit sehr schönem und weiblichem Begleitgesang. Klasse Nummer, die fast ein wenig zu kurz geraten ist. Sehr eingängig und deutlicher akzentuiert, als die meisten anderen Lieder des Leonard Cohen bis zu diesem Zeitpunkt seines Wirkens.

Fazit: „New Skin For The Old Ceremony“ ist schon ein wenig anders geworden, als die drei Vorgängeralben. Aber bereits der Titel der Platte weist schon darauf hin, dass sich etwas geändert hat. Die Musik ist ein wenig abwechslungsreicher geworden und wer auf melancholische und ruhige Musik steht, die hier jedoch auch mal mehr variiert wird, der findet auf „New Skin For The Old Ceremony“ garantiert etwas für sich. Neun Punkte.

Anspieltipps: Is This What You Wanted, Chelsea Hotel No. 2, Lover Lover Lover, Field Commander Cohen, There Is A War, Who By Fire





Dienstag, 12. Februar 2013

Schicke, Führs & Fröhling – Symphonic Pictures




Schicke, Führs & Fröhling – Symphonic Pictures


Besetzung:

Eduard Schicke – drums, percussion, moog, metallophone, xylophone
Gerd Führs – piano, electric piano, moog, clavinet, mellotron, string ensemble, bassett
Heinz Fröhling – keyboards, vocals


Label: Esoteric Recordings


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock, Instrumentalmusik


Trackliste:

CD1:

1. Tao (8:38)
2. Solution (2:56)
3. Dialogue (5:33)
4. Sundrops (2:29)
5. Pictures (16:26)


CD2:

1. Tao (Live) (9:26)
2. Dialogue (Live) (7:20)
3. Gedankenspiel (Live) (8:51)
4. Modimidofre (Pictures) (Live) (27:43)
5. Prickel Pit (Live) (6:03)
6. Ammernoon (Live) (5:14)
7. Dadadam (Live) (4:49)

Gesamtspieldauer: 1:45:28




Eduard Schicke, Gerd Führs und Heinz Fröhling waren drei Musiker aus Oldenburg, die ab Mitte der 70er Jahre drei Alben veröffentlichten, wobei zumindest die ersten beiden Platten deutschen, progressiven Rock enthielten. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus progressiven Anteilen, Space Rock und jazzigen Momenten.

Die Vorbilder der Band scheinen dabei unter anderem Pink Floyd gewesen zu sein. Auf „Dialogue“ und „Pictures“ kommen deutliche Anleihen dieser britischen Band zum Vorschein, die sich auf „A Saucerful Of Secrets“ sowie „Ummagumma“ finden lassen. Wobei bei letzterem Stück offensichtlich Rick Wrights Sysyphus Pate stand.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich bei „Symphonic Pictures“, dem ersten Album der Band aus dem Jahr 1976, um ein Plagiat handelt. Nein die Musik von Schicke, Führs und Fröhling ist durchaus eigenständig und wahrlich schwer zu beschreiben. Das Ganze ist nicht so übermäßig eingängig, trotzdem hat die Musik bereits nach wenigen Durchläufen etwas hinterlassen. Sie klingt manchmal mystisch, manches Mal spacerockig, mitunter verschroben und immer sehr spannend. Eindrucksvoll kommt auf „Smyphonic Pictures“ häufig und rehelmäßig das Mellotron zum Einsatz, welches zusätzlich noch zu dieser schwer zu fassenden Stimmung beiträgt. Irgendwie klingt mit Musik ein klein wenig unheimlich, bis es dann ein bisschen jazzig wird, um anschließend doch solch kleine Melodien zu präsentieren, die sich im Ohr des Hörers verankern.

Trotzdem ist das keine Musik für Leute, die nur auf die eingängigen Parts der frühen Genesis stehen, obwohl diese Abschnitte auch vorhanden sind. Allerdings ist es auch keine Musik für Musikliebhaber, die ihre Erfüllung hauptsächlich in den fast schon nach Improvisationen klingenden Instrumentalsoli von Emerson, Lake & Palmer finden. Auch diejenigen, die im Space-Rock à la Hawkwind ihre Klangvorstellungen befriedigt wissen, werden belohnt – jedoch ebenfalls nur phasenweise. Und die frühen Pink Floyd wurden an dieser Stelle ebenso bereits erwähnt, obwohl die drei Oldenburger irgendwie auch nicht wie die Heroen des Psychedelic Rock klingen. Ein wenig ist die Musik von Schicke, Führs und Fröhling eine Melange aus allen diesen Bands und Stilrichtungen, obwohl sie diesen dann andererseits doch wieder nicht entspricht. Sehr spannend.

Dazu gibt es auf der remasterten Version von Esoteric Records gleich noch eine ganze Bonus-CD, die ein Konzert der Band aus dem Jahr 1975 im norddeutschen Papenburg enthält. Klanglich ist das Ganze nicht auf der Höhe der Zeit und klingt recht dumpf und relativ undifferenziert, hinterlässt allerdings trotzdem einen positiven, da irgendwie historischen Eindruck.

Fazit: Die Musik von Schicke, Führs und Fröhling ist schwer zu fassen, ganz sicher etwas Besonderes. Dunkel klingt sie meist, dunkel und schwer. Keine leichte Kost also, die mal kurz nebenbei gehört werden kann. „Symphonic Pictures“ benötigt zudem einige Durchläufe, bis es seine Schönheit entfaltet, dann allerdings bietet sich dem geneigten Hörer die Möglichkeit, etwas Nichtalltägliches genießen zu können. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Alle Titel





Montag, 11. Februar 2013

The Smashing Pumpkins – Gish




The Smashing Pumpkins – Gish


Besetzung:

Jimmy Chamberlin – drums
Billy Corgan – vocals, guitar
James Iha – guitar, vocals
D'arcy Wretzky – bass guitar, vocals, lead vocals on "Daydream"


Gastmusiker:


Mary Gaines – cello on "Daydream"
Chris Wagner – violin and viola on "Daydream"


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. I Am One (4:07)
2. Siva (4:23)
3. Rhinoceros (6:31)
4. Bury Me (4:48)
5. Crush (3:35)
6. Suffer (5:11)
7. Snail (5:11)
8. Tristessa (3:34)
9. Window Paine (5:52)
10. Daydream (3:08)

Gesamtspieldauer: 46:19




Das Studioalbum-Debut der Chicagoer Band The Smashing Pumpkins erfolgte 1991 mit der Platte „Gish“, die nach der Schauspielerin Lillian Diana Gish benannt wurde. Eine Mischung aus „Grunge“-ähnlichem und „Alternative Rock“. Die harten Töne überwiegen dabei, denn meist kommt die Musik sehr kraftvoll aus den Boxen.

Genau so startet das Album auch. „I Am One“ wird mit dem Schlagzeug eröffnet, der Bass setzt ein und dann rockt das Lied kompromisslos weiter. Die „Headbanging-Fraktion“ kommt hier durchaus auf ihre Kosten. Nun das war allerdings nur der Beginn. Bei „Siva“ kann das Haupthaar gleich weitergeschüttelt werden. Das Lied knallt zunächst mit der gleichen Härte wie der Vorgänger weiter, hat dann aber auch ganz ruhige bis fast schon zarte Parts zu bieten und beinhaltet zusätzlich ein wahrlich beeindruckendes Gitarren-Solo.

Richtiggehend psychedelisch wird es anschließend bei „Rhinoceros“. Hier klingen die Smashing Pumpkins sehr viel „gemäßigter“ und sogar ein klein wenig schräg, was der Abwechslung der Platte nur gut tut. „Bury Me“ knallt dann erneut in bewährter Manier los, wobei das dieses Mal schon schwer nach geradlinigem Hard Rock klingt. Mit „Crush“ wird im Anschluss daran erneut für Abwechslung gesorgt. Wieder sehr viel ruhiger gestaltet sich dieser Song. „Crush“ ist eine leichte und fast schon schwebende Nummer, etwas getragen und durchaus eingängig. Ebenfalls entspannt und ruhig gestaltet sich im Folgenden „Suffer“, aber dieser Titel groovt dabei richtiggehend. Klasse hier auch der Basslauf D'arcy Wretzkys.

Der folgende Song „Snail“ startet ebenfalls eher zurückhaltend, bis er im weiteren Verlauf schließlich Fahrt aufnimmt und schließlich immer wieder mit den leiseren und lauteren Abschnitten spielt. „Tristessa“ knallt anschließend wieder Hard Rock-mäßig aus den Boxen, wobei das Gitarrenspiel phasenweise sogar Death Metal Anleihen aufweist. „Window Paine“ vereinigt dann alle Zutaten des bisherigen Albums auf sich. Da wird gerockt und auch mal ganz „sanft“ musiziert. Beschlossen wird dieses Album mit einer kleinen Besonderheit. Das letzte Lied, „Daydream“, wird von D'arcy Wretzkys gesungen. Das einzige Lied der Smashing Pumpkins, bei dem nicht Billy Corgan selbst singt. Die Nummer wird akustisch, ohne Schlagzeug, mit der Gitarre und am Ende noch mittels einiger Streichinstrumente begleitet und dauert knapp zwei Minuten. Es folgt nämlich noch ein kurzer „Hidden Track“ mit dem Titel „I’m Going Crazy“. Besser wäre es da wohl gewesen „Daydream“ etwas länger zu spielen.

Fazit: „Gish“ ist wahrlich kein schlechtes Debut der Smashing Pumpkins. Harte Abschnitte und Lieder wechseln sich darauf mit verspielteren Passagen und ruhigeren Tracks ab. Die Mischung macht es hier, sodass nie Langeweile aufkommt. Die Melodien und Rhythmen zünden dabei zusätzlich. Wohl nicht gleich beim ersten Mal des Hörens, aber dann doch mit den Wiederholungen. „Gish“ ist kein „Über-Album“ geworden, dazu fehlen mir die „Über-Lieder“. Trotzdem gefällt mir das, was ich da höre, gerade wegen der härteren Stücke. Neun Punkte.

Anspieltipps: I Am One, Siva, Bury Me, Suffer, Snail, Tristessa