Sonntag, 10. März 2013

Styx – Big Bang Theory




Styx – Big Bang Theory


Besetzung:

Tommy Shaw – guitars and vocals
James Young – guitars and vocals
Todd Sucherman – drums, percussion and background vocals
Lawrence Gowan – keyboards and vocals
Ricky Phillips – bass guitar and vocals
Chuck Panozzo – bass guitar on “Locomotive Breath”


Gastmusiker:

Koko Taylor – additional vocals on “Blue Collar Man”
Johnnie Johnson – piano on “Blue Collar Man”
Oracle Diva – additional vocals on “It Don’t Make Sense” and “Wishing Well”


Label: Frontiers Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Mainstream, Melodic Rock


Trackliste:

1. I Am The Walrus [The Beatles] (4:41)
2. I Can See For Miles [The Who] (4:29)
3. Can't Find My Way Home [Blind Faith] (3:25)
4. It Don't Make Sense (You Can't Make Peace) [Willie Dixon] (4:11)
5. I Don't Need No Doctor [Humble Pie] (4:23)
6. One Way Out [The Allman Brothers] (4:43)
7. A Salty Dog [Procol Harum] (4:02)
8. Summer In The City [Lovin' Spoonful] (3:26)
9. Manic Depression [Jimi Hendrix] (4:00)
10. Talkin' About the Good Times [The Pretty Things] (3:57)
11. Locomotive Breath [Jethro Tull] (3:33)
12. Find The Cost Of Freedom [CSNY] (1:04)
13. Wishing Well [Free] (3:40)
14. Blue Collar Man @ 2120 [Styx] (6:30)

Gesamtspieldauer: 56:04




Zwei Jahre, nach dem nun wieder sehr überzeugenden Album „Cyclorama“, brachte die amerikanische Mainstream-Formation Styx ihr bereits fünfzehntes Album auf den Markt. „Big Bang Theory“ wurde dies getauft, allerdings lässt sich trefflich darüber streiten, ob dies denn nun wirklich ein „reguläres“ Studioalbum der Styx-Discographie darstellt.

„Big Bang Theory“ ist ein Cover-Album, wobei die Band sich mit dem letzten Titel sogar selbst covered. Bei der Interpretation ihres eigenen Stücks „Blue Collar Man @ 2120“ applaudieren sich die Musiker am Ende selbst, wohingegen dieser Part beim Beatles-Klassiker „I Am A Walrus“ von Zuhörern übernommen wird, da es sich hier um eine Live-Einspielung vor Publikum handelt. Der Rest der Platte sind Studioaufnahmen, die sich meist sehr eng an die Originale anlehnen. Die Song-Auswahl ist ganz nett, aber das ist sowieso Geschmackssache. Alle Lieder klingen überaus kraftvoll und sind technisch perfekt eingespielt worden. Am Sound gibt es also nichts zu mäkeln.

Bleibt allerdings die Frage: Was das soll? Warum müssen Styx solch ein Album aufnehmen? Wo liegt da der Sinn? Die Lieder werden nur leicht interpretiert, ganz anders wie zum Beispiel bei Coverversionen anderer Künstler. Erinnert sei hier nur an „Hurt“ von Johnny Cash oder „My Body Is A Cage“ von Peter Gabriel, die die jeweiligen gecoverten Lieder fast schon zu ihren eigenen machten. Und wenn es dann doch auch mal auf „Big Bang Theory“ etwas freier wird, dann fehlt so ein essentieller Teil wie das Querflöten-Solo auf „Locomotive Breath“. Schade!

Fazit: Diese Platte ist so unnütz wie ein Kropf. Da lohnt es sich doch sehr viel mehr die Originale anzuhören. Die Musik ist gut gespielt, aber das wurde sie ursprünglich auch schon. Dafür gibt es auch keine Punkte - solche Plagiate langweilen. Vier Punkte.

Anspieltipps: Alles und nichts.



Samstag, 9. März 2013

Ayreon – The Final Experiment




Ayreon – The Final Experiment


Besetzung:

Stimmen:

Arjen Anthony Lucassen – vocals as Ayreon on "Nature’s Dance", "Listen To The Waves", "Magic Ride", and "Ayreon’s Fate"
Barry Hay – vocals as Ayreon on "Sail Away To Avalon"
Edward Reekers – vocals as Merlin on "Prologue", "The Awareness" and "Ayreon’s Fate"; vocals as Ayreon on "The Awareness" and "Ayreon’s Fate"
Ian Parry – vocals as Nobleman on "Ye Courtyard Minstrel Boy"; vocals as Ayreon on "Computer Reign" and vocals as Merlin on "Ayreon’s Fate"
Jan-Chris de Koeijer – vocals as Ayreon on "The Banishment"
Jay van Feggelen – vocals as Ayreon on "Waracle" and vocals as Merlin on "Ayreon's Fate"
Lenny Wolf – vocals as Ayreon on "Eyes Of Time"
Leon Goewie – vocals as Merlin on "Merlin's Will" and "Ayreon's Fate"; vocals as Ayreon on "Ayreon's Fate"
Robert Soeterboek – vocals as Villagers on "The Banishment" and as Merlin on "Ayreon's Fate"
Ruud Houweling – vocals as Ayreon on "The Charm Of The Seer"
Debby Schreuder – vocals as Merlin, Women and Villagers on "Ayreon's Fate"; chorus vocals on several tracks
Mirjam van Doorn – vocals as Merlin, Women and Villagers on "Ayreon's Fate"; chorus vocals on several tracks
Lucy Hillen – vocals as Ayreon on "The Charm Of The Seer"; chorus vocals on several tracks


Instrumente:

Arjen Anthony Lucassen – guitar, bass, keyboards, synthesizer
Cleem Determeijer – keyboards
Ernst van Ee – drums
Jan Bijlsma – bass
Jolanda Verduijn – bass
Peter Vink – bass
Rene Merkelbach – keyboards


Instrumentierung auf der Bonus CD, der Veröffentlichung von 2005:

Arjen Anthony Lucassen – acoustic, electric, and bass guitars, drums, percussion and timpani
Davy Mickers – drums
Peter Vink – acoustic bass guitar
Marieke van der Heyden – cello
Ewa Albering – flute
Lori Linstruth – electric guitar solos
Jeroen Goossens – assorted wind instruments
Dewi Kerstens – cello
Robby Valentine – piano
Astrid van der Veen – vocals
Ruud Houweling – vocals
Rodney Blaze – vocals
Esther Ladiges – vocals
John JayCee Cuijpers – vocals
Peter Daltrey – vocals
Marcela Bovio – vocals
Irene Jansen – vocals


Label: InsideOut


Erscheinungsdatum: 1995, wiederveröffentlicht mit Bonus CD 2005


Stil: ArtRock, ProgMetal


Trackliste:

CD1:

1. Prologue (3:17)
    A. The Time Telepathy Experiment
    B. Overture
    C. Ayreon's Quest


Act I - The Dawning

2. The Awareness (06:36)
    A. The Premonition
    B. Dreamtime (Words Become A Song)
    C. The Awakening
3. Eyes Of Time (5:06)
    A. Eyes Of Time
    B. Brainwaves
4. The Banishment (11:08)
    A. A New Dawn
    B. The Gathering
    C. The Accusation
    D. The Banishment
    E. Oblivion


Act II - King Arthur's Court

5. Ye Courtyard Minstrel Boy (2:46)
6. Sail Away To Avalon (4:02)
7. Nature's Dance (2:27)


Act III - Visual Echoes

8. Computer-Reign (Game Over) (3:24)
9. Waracle (6:44)
10. Listen To The Waves (4:59)
11. Magic Ride (3:36)


Act IV - Merlin's Will And Ayreon's Fate

12. Merlin's Will (3:21)
13. The Charm Of The Seer (4:11)
14. Swan Song (2:44)
15. Ayreon's Fate (6:55)
    A. Ayreon's Fate
    B. Merlin's Prophecy
    C. Epilogue

Gesamtspielzeit CD1: 1:11:17


CD2:

1. Dreamtime (4:19)
2. Eyes Of Time (3:25)
3. The Accusation (3:49)
4. Ye Courtyard Minstrel Boy (2:50)
5. Sail Away To Avalon (3:27)
6. Nature's Dance (2:03)
7. Waracle (5:17)
8. Merlin's Will (3:29)
9. The Charm Of The Seer (9:01)

Gesamtspielzeit CD2: 37:41

Gesamtspielzeit CD1 und CD2: 1:48:59




Fast schon unglaublich, was der Niederlänger Arjen Anthony Lucassen hier präsentiert. „The Final Experiment“ wurde mit dem Untertitel: „A Rock Opera by Arjen Anthony Lucassen“ versehen. Ist das jetzt ein zu hoher Anspruch? Entspricht das denn wirklich dem Gehörten? Keine Ahnung, mich lässt das Ganze relativ unschlüssig und verunsichert zurück und leider nicht sehr überzeugt. Klar Arjen Lucassen hat sich hier viel Mühe gegeben. Sehr viel Mühe sogar. Alles ist bis ins letzte Detail ausgelotet, ausgetüftelt und arrangiert. Jeder Ton, jede Stimmung, jede Gesangspassage. Etwas überrascht mich allerdings dabei sehr: Neun der insgesamt 26 Titel, die auf der ursprünglichen CD zu hören waren, sind auf der Bonus-CD der Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2005 akustisch und deutlich einfacher eingespielt worden – und da gefallen mir die Titel sehr viel besser.

CD1, das ursprüngliche Werk, wirkt irgendwie überarrangiert, zu verschachtelt, zu ausgetüftelt, mit der Absicht eines unglaublich hohen Anspruchs versehen, bei dem die Musik auf ganz seltsame Weise auf der Strecke bleibt. Diese Rock-Oper, wenn sie denn eine ist, wirkt gekünstelt, schwer nachvollziehbar. Vielleicht müsste man das Ganze mal auf einer Bühne sehen. So allerdings kommt man nur schwerlich in diese „schwere“ Musik hinein, die zwar immer wieder schöne Abschnitte aufweist, dann allerdings umgehend wieder ein neues Thema aufgreift. Es ist schwer diesem Werk von vorne bis hinten zu folgen, immer wieder wird man aus einer Stimmung herausgerissen, um sich umgehend in ganz anderer Umgebung wiederzufinden. Und warum der Protagonist dieses Werks in vielen verschiedenen Stimmen auftritt, will mir auch nicht so recht logisch erscheinen. Schon gar nicht, wenn er dann bei „Oblivion“ auch noch zu growlen anfängt.

Die Geschichte, die hinter der Handlung steckt ist genauso abstrus, wie die Musik mitunter wirkt. Ein buntes Potpourri aus Science Fiction und mittelalterlicher Sage. Alles eben irgendwie schwer nachzuvollziehen. Dass Arjen Lucassen tolle Musik schreiben kann, das beweist er zwar auch auf „The Final Experiment“, denn wie schon erwähnt finden sich auch hier immer wieder sehr schöne Stellen, das Gesamtergebnis passt allerdings für mich irgendwie nicht zusammen.

Fazit: Sicherlich mit viel Mühe komponiert und mit einem sehr hohen Anspruch versehen, kann ich diesem Werk leider trotzdem nicht allzu viel abgewinnen. Ich kann in diese Musik einfach nicht eintauchen, irgendetwas treibt mich immer wieder nach oben, um nach Luft zu schnappen. Arjen Lucassen macht klasse Musik, wie man auf CD2 hören kann oder wenn man an sein Projekt „Guilt Machine“ denkt. Hier bei „The Final Experiment“ wollte er aber wohl einfach zu viel. Sorry, mich packt das einfach nicht so richtig. Acht Punkte.

Anspieltipps: Listen To The Waves; muss man wohl echt durchhören, um sich ein Bild machen zu können.





Freitag, 8. März 2013

Anathema - A Fine Day To Exit




Anathema – A Fine Day To Exit


Besetzung:

David Cavanagh – guitars
Vincent Cavanagh – vocals, guitar
John Douglas – drums
Les Smith – keyboards


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: ArtRock


Trackliste:

1. Pressure (6:44)
2. Release (5:47)
3. Looking Outside Inside (6:23)
4. Leave No Trace (4:46)
5. Underworld (4:09)
6. Barriers (5:53)
7. Panic (3:30)
8. A Fine Day To Exit (6:49)
9. Temporary Peace (18:26)

Gesamtspieldauer: 1:02:31




Mit Ihrer sechsten Veröffentlichung haben Anathema einen Volltreffer gelandet. Kein Lied fällt aus der Reihe, soll heißen, kein Lied ist schlecht. Alle neun Stücke haben etwas Besonderes, womit es sich lohnt, sich etwas Zeit für dieses Album zu nehmen.

Gleich der erste Track „Pressure“ ist eine wunderschöne Nummer, die sofort ins Ohr geht und wohl so ähnlich auch von Steven Wilson geschrieben hätte werden können. Ebenso „Release“, auch dieses Lied erinnert ein wenig an Porcupine Tree und hätte auf „Lightbulb Sun“ (oder vielleicht sogar auf „Fear Of A Blank Planetß) sicherlich seinen Platz gefunden und keinen Stilbruch eingeläutet. Mehrstimmiger Gesang und die Art der Instrumentierung lassen diese Assoziation wie von selbst entstehen.

Das nächste Stück „Looking Outside Inside“ beginnt wie eine Ballade, um dann bei 2:30 die schnellere Fahrt aufzunehmen. Das Lied lebt dabei vom genialen Drum-Part John Douglas‘. Schließlich beruhigt sich das Stück wieder und wird jetzt durch schönen mehrstimmigen Gesang getragen. „Leave No Ttrace“ ist im Anschluss ebenfalls wieder ein guter und ruhiger Rocksong, der von Vincent Cavanagh so herrlich getragen dargeboten wird. Einen Höhepunkt auf der ganzen Platte stellt dann sicherlich „Underworld“ dar. Diese tollen verqueren Gitarren geben der Nummer einen ganz eigenen Touch. Eine richtig gute Rocknummer ist das.

Der Titel „Barriers“ kommt schließlich schwebend daher mit mehrstimmigem Gesang und beweist, dass Anathema eine sehr vielseitige Band ist, die ein Gespür für gute Melodien hat. Und mit „Panic“ folgt dann, dem Titel entsprechend, fast schon so etwas wie Hektik aus den Boxen. Das Lied geht durch seine Gitarren in Richtung Punk und ist auch das härteste Stück auf der Platte. Der treibende Rhythmus bildet hier einen klasse Gegenpol zu den anderen, doch eher ruhigeren Nummern auf dem Album.

Auch das Titelstück „A Fine Day To Exit“ ist ein Highlight. Die klasse Steigerung im hinteren Teil des Tracks lassen es zu einer richtig guten Rocknummer werden. Zum letzten Lied auf der CD: „Temporary Peace“ ist eigentlich kein Longtrack, auch wenn auf der Anzeige des CD-Players 18:27 erscheint. Vielmehr besteht das Stück aus drei einzelnen Songs, wobei die letzteren beiden wohl so eine Art Hidden Track darstellen. Vor allem Nummer zwei ist dabei sogar recht witzig. Man hört zunächst nur Meeresrauschen und dann zwei Männer den Strand entlanggehen. Und schließlich sinniert einer der beiden vor sich hin, während der andere zu hören ist mit: „Hello, I’m here: What about dogs? What about cats? What about chickens?“ Und dieses Chickens wird so herrlich, fast wie ein Gekrähe, in die Länge gezogen. Sicher nur eine Spielerei, aber eine sehr lustige. Dieser Teil der Nummer endet dann um 10:20 und jetzt wird es ganz ruhig. Bei 15:30 geht es erneut weiter, klingt wie ein Lied was auf „Saucerful Of Secrtes“ vorkommen könnte aber noch von Syd Barrett komponiert worden ist. Wie gesagt, eine schöne Spielerei.

Fazit: Anathema haben hier ein richtig gutes Album hingelegt, nach meinem Dafürhalten sogar das bisher Beste ihres Schaffens. Alles wirkt in seiner Gesamtheit, alle Titel haben eine gleichhohe Qualität. Also die CD einfach einlegen und sich berieseln lassen. Macht Spaß! Dafür gibt es von mir volle 11 Punkte.

Anspieltipps: Barriers, Panic, A Fine Day To Exit, Temporary Peace





Donnerstag, 7. März 2013

Queen – Made In Heaven





Queen – Made In Heaven


Besetzung:

Freddie Mercury –vocals, piano, keyboards
John Deacon – bass guitar, keyboards
Roger Taylor – drums, percussion, keyboards, vocals
Brian May – guitars, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Rebecca Leigh-White, Gary Martin, Catherine Porter, Miriam Stockley – extra backing vocals on “Let Me Live”


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Rock


Trackliste:

1. It's A Beautiful Day (2:33)
2. Made In Heaven (5:25)
3. Let Me Live (4:46)
4. Mother Love (4:49)
5. My Life Has Been Saved (3:15)
6. I Was Born To Love You (4:50)
7. Heaven For Everyone (5:36)
8. Too Much Love Will Kill You (4:20)
9. You Don't Fool Me (5:25)
10. A Winter's Tale (3:49)
11. It's A Beautiful Day (Reprise) (3:01)
12. Yeah (0:04)
13. Untitled Hidden Track (22:33)

Gesamtspieldauer: 1:10:27




"Made In Heaven“ ist das fünfzehnte und letzte Album Queens, an dem Freddie Mercury noch „irgendwie“ aktiv mitwirkte. Allerdings wurde es erst vier Jahre nach seinem Tod veröffentlicht. „Innuendo“ war noch nicht veröffentlicht, da befand sich die Band bereits wieder im Studio, um neues Songmaterial aufzunehmen. Immer mit dem Hintergedanken, dass dies die letzten Aufnahmen Freddie Mercurys sein werden, der geschwächt durch seine Aids-Erkrankung auch nicht mehr alle Titel vollständig einsingen konnte.

"Wenn man ehrlich ist, dann geht es bei diesem Album gar nicht mehr um die Musik. Es geht sehr viel mehr um Freddie Mercury und um die Traurigkeit, dass dieser geniale Musiker nun eben nicht mehr da sein wird und (ganz egoistisch) unser Leben nicht mehr mit Musik bereichern kann. Außerdem kenne ich keinen Menschen, der die Musik liebt und Freddie Mercury nicht irgendwie sympathisch fand. Der war ausgeflippt und mitunter exzentrisch, aber eben immer auch sympathisch und auf seine Weise irgendwie cool.

Das Album ist vollgestopft, wie bereits der Vorgänger „Innuendo“, mit Anspielungen auf seine Krankheit und den Tod. Musikalisch packt mich das persönlich nicht mehr so. Da finde ich „Innuendo“ sehr viel gelungener. Und mit solch einem Song wie „Let Me Live“, vollgepackt mit Massen an Backgroundsängerinnen und einem Gesangsteil, den Freddie Mercury bereits in den frühen Achtzigern aufgenommen hatte, tue ich mich verdammt schwer. Ganz anders verhält es sich da bei „Mother Love“. Ein sehr bewegender Text, der in der letzten Strophe dann sogar von Brian May gesungen wird, da es Freddie Mercury nicht mehr schaffte, das Lied selbst vollständig einzusingen. Gegen Ende wird bei diesem Stück dann noch ein Schnipsel eines Live-Konzertes eingespielt, in welchem Freddie Mercury mit seinem Publikum interagiert. Toll gemacht und sehr bewegend.

Eine ganze Menge „Hits“ befinden sich auch auf dem Album, die damals, nach der Veröffentlichung im Radio rauf und runter gespielt wurden. Die da wären „It’s A Beatiful Day“, „Made In Heaven“, „I Was Born To Love You“, „Heaven For Everyone“, „Too Much Love Will Kill You“, „You Don’t Fool Me“ und „A Winter’s Tale“. Alles ganz nette und eingängige Lieder, die mir aber fast schon zu eingängig daherkommen.

Aber schließlich gibt es ganz zum Schluss noch 22 Minuten lang Atmosphäre zum Schnuppern. Synthesizer-Klangteppiche, sehr zurückhaltend, die eine Stimmung der Entspanntheit und Freiheit erzeugen. Mitunter wirkt das sogar ab und an ein wenig bedrohlich, entspannt sich dann allerdings wieder in ein schier grenzenloses Nichts.

Fazit: Es ist sehr seltsam, wenn jemand über den Tod singt, der diesem auch gerade ins Antlitz sieht. Schwer vorzustellen, wie sich Freddie Mercury damals, 1991, bei den Aufnahmen gefühlt haben muss. Das bewegt mich. Die Musik selbst bewegt mich auf „Made In Heaven“ nur noch zweimal richtig. Das eine Mal bei „Mother Love“, das andere mal 22 Minuten lang während dieses letzten Titels, der ohne Namen so absolut untypisch für Queen klingt. Sphäre pur, daran hat Freddie Mercury auch mit Sicherheit nicht mehr mitgewirkt, aber trotzdem sehr passend für ein „Goodbye“! Zehn Punkte.

Anspieltipps: Made In Heaven, Mother Love, Heaven For Everyone, Untitled Hidden Track





Mittwoch, 6. März 2013

Eels – Wonderful, Glorious




Eels – Wonderful, Glorious


Besetzung:

E – vocals, guitar
The Chet – guitar
Knuckles – drums
Koool G Murder – bass guitar
P-Boo – guitar


Gastmusiker:

Professor Snatch and The Wonderful, Glorious Orchestra


Label: E Works Records


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Independent Rock


Trackliste:

CD1:

1. Bombs Away (5:24)
2. Kinda Fuzzy (3:38)
3. Accident Prone (2:49)
4. Peach Blossom (4:02)
5. On The Ropes (3:11)
6. The Turnaround (4:50)
7. New Alphabet (4:08)
8. Stick Together (3:43)
9. True Original (3:48)
10. Open My Present (3:10)
11. You're My Friend (3:48)
12. I Am Building A Shrine (3:35)
13. Wonderful, Glorious (3:44)


CD2:

1. Hold On To Your Hat (0:46)
2. Your Mama Warned You (3:09)
3. I'm Your Brave Little Soldier (2:51)
4. There's Something Strange (3:12)
5. Happy Hour (We're Gonna Rock) (3:50)
6. That's Not Really Funny (Live 2011) (4:55)
7. In My Dreams (Live 2010) (3:07)
8. Prizefighter (Live 2010) (3:01)
9. Looking Up (Live 2011) (5:06)
10. What I Have To Offer (Live At KEXP) (2:56)
11. I Like The Way This Is Going (Live At KEXP) (2:13)
12. Spectacular Girl (Live At KEXP) (3:32)
13. Summer In The City (Live At KEXP) (2:12)

Gesamtspieldauer: 1:30:44




Ich liebe die Eels alias Marc Oliver Everett - wenn sie wunderschöne Melodien entwickeln, eingängige Harmonien kreieren, einfühlsame, nahegehende und auch ergreifende Texte präsentieren. Mit Letzterem kann „Wonderful, Glorious“, das inzwischen zehnte Album des Amerikaners auch aufwarten, obwohl diese Texte anscheinend nur kurze Notizen auf diversen Schmierzetteln darstellen. Mit der Musik habe ich da allerdings ein wenig mehr Schwierigkeiten. Klar gibt es auch hier diese einfühlsamen Songs, die einen packen, zum Träumen einladen und einfach wirken. Allerdings finden sich auf dem neuesten Album der Band auch jede Menge Lieder, die manchmal sogar eher verstörend daherkommen, die eben so gar nicht ins Ohr gehen wollen – auch nicht nach dem zwanzigsten Mal des Hörens.

Auch auf „Wonderful, Glorious“ spielt Marc Oliver Everett immer wieder mit dem Stilmittel der knapp an der Übersteuerung balancierten Stimme. Das mag ab und an ganz interessant wirken, zu häufig eingesetzt verfehlt es allerdings seine Wirkung deutlich und nervt sogar ein wenig. Dadurch klingen die einzelnen Songs mitunter richtiggehend aggressiv, aufgeregt und ein wenig an den Nerven zerrend.

Aber es gibt sie auch hier auf diesem Album, die schönen und eingängigen Titel, die die Musik der Eels zu einem Erlebnis werden lassen. Da ist zum einen das wirklich tolle „Turnaround“. Sanfte und ruhige Klänge bahnen sich hier den Weg zum Ohr des Hörers. Alles klingt einfach schön, etwas getragen, völlig unaufgeregt und sehr eingängig. Ebenso klasse gelungen ist „I Am Building A Shrine“. Ein wenig traurig und gedrückt klingt das Lied, gerade so, als ob es zur Zeit von „Blinking Lights And Other Revelations“ im Jahr 2005 entstanden wäre. Ein Trip in die Vergangenheit der Band, der durchaus gelungen ist, ohne diese zu kopieren. Auch der Titeltrack „Wonderful, Glorious“ hat etwas. Deutlich flotter und rhythmischer entwickelt sich hier ein kraftvolles Lied, welches durch seine Stimmungswechsel und Einschübe punkten kann.

Die zweite CD der Deluxe Edition wird mit „Hold On Your Hat“ eingeleitet, bei dem eine Frau davon schwärmt, wie toll das Album bisher war und dass man sich nun auf die Zugaben freuen kann. Diese sind im Falle von „Your Mama Warned You“ und „I'm Your Brave Little Soldier“ wirklich gelungen und auch hier kommen Erinnerungen an frühere Werke des Marc Oliver Everett auf. Insgesamt befinden sich vier neue Lieder auf der zweiten CD, die im Anschluss an die bereits erwähnte Einführung folgen. Weiter aufgefüllt wird diese Bonus-CD mit zusätzlichen acht Live-Titeln, die sich aus den Alben „Souljacker“ (That’s Not Really Funny), „Hombre Lobo“ (In My Dreams und Prizefighter), sowie vor allem „Tomorrow Morning“ (Looking Up, What I Have To Offer, I Like The Way This Is Going und Spectacular Girl) zusammensetzen. Schließlich folgt ganz am Ende noch eine Cover-Version des The Lovin‘ Spoonful Hits „Summer In The City“ der aus dem Jahr 1966. Die letzten vier Nummern wurden dabei ohne Publikum, dafür allerdings live bei KEXP, einer Radiostation in Seattle eingespielt.

Fazit: Es gibt sie auf „Wonderful, Glorious“, diese tollen Nummern der Eels, die einem im Gedächtnis bleiben. Allerdings gibt es auch einige Titel – und diese sind leider in der Überzahl – die genau eine Eigenschaft nicht besitzen: Nachhaltigkeit. Somit hinterlässt das zehnte Studio-Album der Eels bei mir einen klein wenig einen zwiegespaltenen Nachgeschmack, ein Gefühl, nicht so richtig überzeugt worden zu sein. Die Platte ist weit davon entfernt schlecht zu sein, jedoch fehlt auch ein ganzes Stück, dass ich sie für mich gut bewerten könnte. Acht Punkte.

Anspieltipps: On The Ropes, The Turnaround, I Am Building A Shrine, Wonderful Glorious





Dienstag, 5. März 2013

David Bowie – The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars




David Bowie – The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitars, saxophone


Gastmusiker:

Mick Ronson – guitar, piano, vocals
Doug Stegmeyer – bass
Trevor Bolder – bass
Mick Woodmansey – drums
Dana Gillespie – backing vocals on “It Ain’t Easy


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: GlamRock, Pop, Rock


Trackliste:

1. Five Years (4:43)
2. Soul Love (3:34)
3. Moonage Daydream (4:39)
4. Starman (4:14)
5. It Ain’t Easy (2:57)
6. Lady Stardust (3:20)
7. Star (2:47)
8. Hang On To Yourself (2:39)
9. Ziggy Stardust (3:13)
10. Suffragette City (3:24)
11. Rock’n’Roll Suicide (3:01)

Gesamtspieldauer: 38:30




„The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars“ ist das fünfte Studioalbum David Bowies, dessen Inhalt den Aufstieg und Fall des androgynen Musikers und Außerirdischen (?) Ziggy Stardust beschreibt - fünf Jahre bevor die Erde durch eine Naturkatastrophe vernichtet werden soll.

So abstrus wie die Geschichte, ist die Musik auf dem dazugehörigen Album allerdings nicht. Auf diesem hört man nämlich klasse Rockmusik, mit einem kleinen Anstrich an GlamRock. Die CD beginnt mit „Five Years“, in dem der nahe Weltuntergang ankündigt wird. Ein relativ ruhiges Lied, während dessen Verlauf hauptsächlich David Bowie, mit seinem fast schon verzweifelten Gesang, für die Steigerung sorgt. Klasse die Streichereinsätze in Verbindung mit dem Piano. Bei „Soul Love“ hat David Bowie dann seinen Auftritt am Saxophon. Ein netter Song, aber noch längst nicht der Höhepunkt des Albums.

In „Moonage Daydream“ erhält Ziggy Stardust dann seinen ersten Auftritt. Der Track ist ein wenig härter gehalten als die beiden Vorgänger und lädt gerade bei den Teilen mit dem Saxophonspiel zum Mitwippen ein. Dann gibt es mit „Starman“ bereits einen Höhepunkt des Albums. Ein absolut gelungenes und tolles Lied mit einer schönen Melodieführung und klasse gewählten Streichereinsätzen. Dabei trägt vor allem das zweimalige Wiederholen der jeweils letzten Silbe in der Strophe dazu bei, dass sich das Lied ohrwurmmäßig im Musikzentrum des Hörers verankert.

Weiter geht es mit „It Ain’t Easy“, dem einzigen Song, den Bowie nicht selbst geschrieben hat. In dieser Nummer wird, als Kontrast zum relativ ruhigen Strophenteil, der Refrain im Chor gesungen. „Lady Stardust“ ist dann im Anschluss daran sehr pianolastig und weiß durch seine schönen Moll Akkorde zu gefallen. Bei „Star“ klingt das Piano schließlich fast schon Honky Tonk-mäßig und „Hang On To Yourself“ ist anschließend eine reine Rock’n’Roll-Nummer und gleichzeitig das schnellste Lied auf der Silberscheibe.

Bei „Ziggy Stardust“, dem Titeltrack, dominiert dann erneut die Gitarre. Ein sehr schöner und ausgereifter Song, der auch von Bowies stimmlicher Abwechslung lebt. „Suffragette City“ wächst ebenfalls mit dem Gesang, bei dem David Bowie immer wieder auf ein „Hey man“ antwortet. Beendet wird das Album mit dem melancholisch schönen“ Rock’n’Roll Suicide“, welches zu Beginn hauptsächlich von einer Akustikgitarre dominiert wird, bis dann auch erneut Bläser und Streicher einsetzen und das ganze Klanggebilde fast schon symphonisch werden lassen. Ein klasse Abschluss für ein richtig gutes Album.

Fazit: „The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars“ ist sicherlich eines der bekanntesten Alben David Bowies. Und das mit Sicherheit auch nicht zu Unrecht, denn hier stimmt die Mischung aus schönen Melodien und spannenden Abschnitten, die erst erarbeitet werden wollen. Zudem wurde das Album vom Melody Maker nicht nur zum „maßgeblichen Album der 70er“ gekürt, sondern auch, laut New Musical Express im Jahr 2008, zum „gayest album of all time by a panel of gay experts" ernannt. Unter den Experten befanden sich dabei unter anderem Boy George, Cyndi Lauper und Rufus Wainwright… Nein, „gay“ klingt „The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars” für mich nicht. Für mich ist das Album ein schönes Rockstück aus den frühen 70ern, welches aber auch heute noch seinen Reiz entfalten kann. Und von mir gibt es dafür 12 Punkte.

Anspieltipps: Starman, Ziggy Stardust, Rock’n’Roll Suicide





Montag, 4. März 2013

Yes – Big Generator




Yes – Big Generator


Besetzung:

Jon Anderson – vocals
Alan White – drums, percussion
Trevor Rabin – guitars, keyboards, backing vocals
Chris Squire – bass, backing vocals
Tony Kaye – keyborards


Gastmusiker:

James Zavala – harmonica on track 5
Soul Lips (James Zavala, Lee R. Thornberg, Nick Lane, Greg Smith) – horns on track 4


Label: ATCO Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: ArtPop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Rhythm Of Love (4:49)
2. Big Generator (4:34)
3. Shoot High Aim Low (7:03)
4. Almost Like Love (4:58)
5. Love Will Find A Way (4:50)
6. Final Eyes (6:26)
7. I’m Running (7:38)
8. Holy Lamb (3:19)

Gesamtspieldauer: 43:36




Wie alle anderen progressiven Gruppen der 70er Jahre des vorherigen Jahrhunderts, so verfielen auch Yes in den folgenden 80er Jahren dem Mainstream Pop. Diesen Umstand braucht man noch nicht einmal zu hören, man kann ihn bereits lesen, wenn man sich die Trackliste zum 1987 veröffentlichten Werk „Big Generator“ zu Gemüte führt. Gleich in drei Titeln taucht hier das Wort „Love“ auf. Eindeutig kein gutes Zeichen, zumal die Musik Yes‘ vorher häufig mitunter „abgefahrene“, zumindest jedoch sehr poetische Texte beinhaltete, die nur wenig Spielraum für Schmalz und Liebeskummer boten. Vorwiegend zeichnete sich nun der Südafrikaner Trevor Charles Rabin für die musikalische Ausrichtung der Band aus und zudem produzierte das Album auch. Und um es gleich vorweg zu nehmen: „Big Generator“ ist eher ein Pop-Album geworden, denn ein Album, welches mit progressivem Rock aufwartet.

Schon die ersten beiden Stücke spiegeln genau das wieder, was man beim Lesen der Lieder-Liste erwartet hatte: Pop-Liedchen gibt es da auf die Ohren. Zwar noch mit Yes-Ansätzen versehen, wie es die schönen Gesangsarrangements widerspiegeln, aber letztendlich eben doch nur Mainstream Pop. Deutlich besser wird es da schon beim Stück „Shoot High Aim Low“, dem Höhepunkt des ganzen Albums und dem dritten Stück auf der Platte. Das Lied weiß mit einer intensiven Stimmung aufzuwarten, ist relativ ruhig gehalten und hier spielt Trevor Rabin eine klasse Gitarre. Auf jeden Fall ein Lied, welches in Erinnerung bleibt.

Danach geht es wieder deutlich schlechter weiter. „Almost Like Love“ gehört wieder in die Kategorie der ersten beiden Nummern: Pop, bei dem man nichts verpasst hat, wenn man ihn nicht gehört haben sollte. „Love Will Find A Way” fängt dann zumindest ganz interessant mit Streichern an, verflacht im weiteren Verlauf allerdings leider völlig. Und bei solch einem Text wie: „Here is my heart, Waiting for you, Here is my soul, I eat at Chez Nous“ kräuseln sich demjenigen Hörer die Nackenhaare vor Entsetzen, dem eben auch die Inhalte der einzelnen Lieder wichtig sind. Nur vom Aufbau und der Spannung her weiß das Lied zu gefallen und ist damit sogar trotzdem noch einen Tick besser als sein Vorgänger.

„Final Eyes“ ist im Anschluss daran an manchen Stellen sogar richtig schön sphärisch und setzt sich so ein wenig von dem anderen Pop-Müll ab. Anschließend folgt mit „I’m Running“ der zweite Höhepunkt des Albums. Beginnt das Lied noch mit Gitarren, die ein wenig spanisch klingen, so übernimmt anschließend das Keyboard die Führung des Songs und sorgt für eine schöne Stimmung. Dieser hier gebotene Keyboardsound ist klasse. Auch die Übergänge zwischen den einzelnen Teilen sind den fünf Musikern sehr gut gelungen, sodass das Lied letztendlich auch zu überzeugen weiß. Und ebenso „Holy Lamb“, der letzte Track des Albums, kann gefallen. Schön getragen, fast schon balladenhaft, ist dieser Titel umgesetzt. Klasse hier Andersons Gesang auch in der Zweitstimme. Ein Lied zum Augenschließen und Träumen.

Fazit: Immerhin drei gute Lieder hat das Album aufzuweisen, sodass es doch noch einen einigermaßen befriedigenden Eindruck hinterlässt. Dass Yes gute Lieder schreiben können, egal in welcher der vielen Formationen sie gerade kreativ waren, beweisen sie hier an diesen drei Stellen. Allerdings ist das Album kein Vergleich zu den Veröffentlichungen der 70er Jahre. Für Komplettisten und Yes-Fans natürlich ein lohnender Kauf. Wer allerdings in die Welt von Yes zum ersten Mal eintauchen möchte, dem seien die ersten Veröffentlichungen Anfang der 70er Jahre wärmstens empfohlen. Dafür gibt es acht Punkte.

Anspieltipps: Shoot High Aim Low, I’m Running, Holy Lamb





Sonntag, 3. März 2013

Steven Wilson – The Raven That Refused To Sing And Other Stories




Steven Wilson – The Raven That Refused To Sing And Other Stories


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, mellotron, keyboards, guitars, bass guitar on “The Holy Drinker”


Gastmusiker:

Nick Beggs – bass guitar, chapman sticks on “The Holy Drinker”, backing vocals
Guthrie Govan – lead guitar
Adam Holzman – fender rhodes, hammond organ, piano, minimoog
Marco Minnemann – drums, percussion
Theo Travis – flutes, saxophones, clarinet
Jakko Jakszyk – additional vocals on “Luminol” and “The Watchtower”
Alan Parsons – haw-haw guitar on “The Holy Drinker”


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2013


Trackliste:

1. Luminol (12:10)
2. Drive Home (7:37)
3. The Holy Drinker (10:14)
4. The Pin Drop (5:03)
5. The Watchmaker (11:42)
6. The Raven That Refused To Sing (7:57)

Gesamtspieldauer: 54:53




Man weiß einfach nicht, wie Steven Wilson das alles zustande bringt. Da mischt er alte Klassiker des Progressive Rock ab, bedient seine diversen Bandprojekte, spielt als Gastmusiker auf Veröffentlichungen anderer Bands mit und findet trotzdem noch die Zeit, eigene Solo-Projekte zu verwirklichen. Sein Tag scheint 72 Stunden zu haben. Hat er aber nicht! Nun könnte man meinen, dass dies der Qualität der Werke nicht gerade zuträglich wäre. Doch weit gefehlt, auch das neue Album „The Raven That Refused To Sing And Other Stories“ bewegt sich auf allerhöchstem Niveau. So klingt Progressive Rock, der im 21. Jahrhundert angekommen ist.

Seit drei Tagen habe ich nun das Vergnügen dieses Album rauf und runter hören zu dürfen. Und es ist wahrlich ein Vergnügen, welches sich bei mir jedoch definitiv nicht beim ersten Hören einzustellen vermochte. Einige Durchläufe waren notwendig, aber dann öffnete sich dieses Buch mit den sechs Geschichten, die ich bereits jetzt nicht mehr missen möchte.

Neben sehr schönen und eindringlichen, allerdings sehr kurzen Texten finden sich hier diese verstörenden Abschnitte, die sich in Harmonien auflösen, welche nur so vor Melodiösität strotzen, die ungeraden Takte, die im Laufe des Titels wieder in „gewohntere“ Gefilde übergehen. Treibende Parts, in denen durch die Rhythmus-Fraktion Druck erzeugt wird, um nur wenig später wieder in fast schon schwebende Melancholie überzugehen, die dann vom Piano oder der Gitarre dominiert werden. Tieftraurige Passagen und anschließend wiederum Parts, die wahrlich vor Lebensfreude nur so strotzen. Das alles verpackt in sechs Titel, die in sich abwechslungsreicher gar nicht gestaltet sein könnten.

Immer wieder kann man dabei die Musik von King Crimson Mitte der 70er Jahre heraushören und auch Jethro Tull-Anleihen, was nur wenig am Einsatz einer Querflöte liegt, bleiben dem Zuhörer nicht verborgen. Nicht sehr überraschend nach der Arbeit des Steven Wilsons mit dem Remastering diverser Alben aus jener Zeit. Bei all diesen Reminiszenzen fehlt jedoch völlig der fade Beigeschmack des Abkupferns. Vielmehr wurde die Musik in die Zeit etwa 40 Jahre später transportiert, aktualisiert und auch verfeinert und zusätzlich mit den Zutaten der Musik des Steven Wilson versehen, wodurch die einzelnen Lieder auf „The Raven That Refused To Sing And Other Stories“ in einem völlig neuen Gewand erscheinen. Spannend, abwechslungsreich und durchaus auch neu, unverbraucht und bisher ungehört.

Fazit: „The Raven That Refused To Sing And Other Stories“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden. Spannend vom ersten bis zum letzten Takt. Über allem liegt zwar eine mehr oder weniger vorhandene und manches Mal auch nur latent zu spürende Traurigkeit, allerdings wird der Hörer immer wieder aufgefangen, eingefangen und umarmt. Umarmt mit Akkorden, Melodien und Stimmungen, die es zu genießen lohnt, denen man sich in ihrer Mannigfaltigkeit ganz hingeben kann, die nie langweilig werden und immer wieder begeistern können.

Das Album ist übrigens in mehreren Varianten zu haben. Neben der CD auch auf Blue Ray und der Limited Edition mit DVD, worauf sich die Lieder im 5.1 Mix befinden sowie mit einer Kunst- und Photo-Gallery und einer Studio-Dokumentation. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Drive Home, The Watchmaker, The Raven That Refused To Sing und der Rest






Samstag, 2. März 2013

Queen – Innuendo




Queen – Innuendo


Besetzung:

Freddie Mercury – lead vocals and keyboards
Brian May – guitars, keyboards, harmonies and vocals
Roger Taylor – drums, percussion, keyboards, harmonies and vocals
John Deacon – bass guitar and keyboards


Gastmusiker:

Mike Moran – keyboards on “All God’s People”
Steve Howe – additional wandering minstrel spanish guitar – somewhere in the middle on “Innuendo”


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Rock


Trackliste:

1. Innuendo (6:33)
2. I'm Going Slightly Mad (4:23)
3. Headlong (4:38)
4. I Can't Live With You (4:34)
5. Don't Try So Hard (3:40)
6. Ride The Wild Wind (4:43)
7. All God's People (4:22)
8. These Are The Days Of Our Lives (4:15)
9. Delilah (3:35)
10. The Hitman (4:57)
11. Bijou (3:37)
12. The Show Must Go On (4:38)

Gesamtspieldauer: 53:54




1991 erschien mit „Innuendo“ das vierzehnte Studioalbum von Queen. Und diese Platte war gleichzeitig leider die letzte, die zu Lebzeiten Freddie Mercurys veröffentlicht wurde. Musikalisch ist diese Scheibe allerdings wie eine Auferstehung. Nach all den Enttäuschungen und Fehlgriffen, die Queen immer wieder in den 80er Jahren veröffentlicht hatten, kam nun mit „Innuendo“ ein Queen-Album auf den Markt, welches wahrlich wieder beeindrucken konnte. Musikalisch, wie auch von der Stimmung der Lieder und Texte her. „Innuendo“ bedeutet auf Deutsch „Anspielung“ und das Album ist voller Anspielungen auf die Erkrankung Freddie Mercurys und seinen wohl bevorstehenden Tod. Als Beispiele dafür seien hier die Titel „I'm Going Slightly Mad“, „These Are The Days Of Our Lives“ und „The Show Must Go On“ angeführt. Alles sehr bewegend.

Mit dem Lied und Titeltrack „Innuendo“ befindet sich zudem eines der besten Queen-Lieder überhaupt auf dem Album. Das Stück strotzt nur so vor Kraft und Innovation und wirkt im Mittelteil, der mittels spanischer Gitarre von Steve Howe von „Yes“ wiedergegeben wird, unglaublich zerbrechlich. Auch hier lohnt es sich das Stück auch mal als Video anzusehen. Richtig toll gemacht.

Seltsames gibt es auch zu hören. Das Lied „Delilah“ hat Freddie Mercury seiner gleichnamigen Katze gewidmet. Dabei erzeugt Brian May Miau-Geräusche auf der Talkbox. Klingt seltsam und irgendwie komisch. Rockfreunde werden mit „Headlong“ und „The Hitman“ bedient, wobei vor allem „Headlong“ musikalisch überzeugen kann. „Bijou“ klingt wie ein sphärischer Abschied. Hauptsächlich Brian Mays Solo-Gitarre ist hier zu hören vor einem weichen Synthesizer-Klangteppich. Dazu singt dann Freddie Mercury nur wenige Zeilen.

Ganz am Ende des Albums wartet dann mit „The Show Must Go On“ noch der perfekte Titel, der perfekte Titel für das letzte Auftreten des Freddie Mercury:



Empty spaces - what are we living for?
Abandoned places - I guess we know the score
On and on, does anybody know what we are looking for…

Another hero, another mindless crime
Behind the curtain, in the pantomime
Hold the line, does anybody want to take it anymore
The Show must go on,
The Show must go on
Inside my heart is breaking
My make-up may be flaking
But my smile still stays on

Whatever happens, I'll leave it all to chance
Another heartache, another failed romance
On and on, does anybody know what we are living for?
I guess I'm learning, I must be warmer now
I'll soon be turning, round the corner now
Outside the dawn is breaking
But inside in the dark I'm aching to be free

The Show must go on
The Show must go on
Inside my heart is breaking
My make-up may be flaking
But my smile, still, stays on

My soul is painted like the wings of butterflies
Fairytales of yesterday will grow but never die
I can fly - my friends

The Show must go on
The Show must go on
I'll face it with a grin
I'm never giving in
On - with the show -
I'll top the bill, I'll overkill
I have to find the will to carry on
On with the -
On with the show -

The Show must go on...



Fazit: Beeindruckend, dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Innuendo, I'm Going Slightly Mad, Ride The Wild Wind, These Are The Days Of Our Lives, Bijou, The Show Must Go On