Mittwoch, 19. Juni 2013

And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Madonna




And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Madonna


Besetzung:

Jason Reece – ohne Instrumentenangabe
Conrad Keely – ohne Instrumentenangabe
Kevin Allen – ohne Instrumentenangabe
Neil Busch – ohne Instrumentenangabe


Gastmusiker:

Julie Pomerleau – horn
Carolyn Cremona – horn
Clay Embry – horn
Jimmy Burdine – horn
Steven Hall – drums


Label: Domino Recording Ltd.


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock, Hard Rock, Alternative


Trackliste:

1. And You Will Know Them By The Trail Of Dead (0:31)
2. Mistakes & Regrets (3:47)
3. Totally Natural (4:16)
4. Blight Takes All (4:44)
5. Clair De Line (3:26)
6. Flood Of Red (3:54)
7. Children Of The Hydras Teeth (1:23)
8. Mark David Chapman (4:10)
9. Up From Redemption (0:23)
10. Aged Dolls (7:17)
11. The Day The Air Turned Blue (1:03)
12. A Perfect Teenhood (5:17)
13. Sigh Your Children (5:00)

Gesamtspieldauer: 45:12




Sechszehn Monate nach ihrem Debut, veröffentlichten die Texaner von And You Will Know Us By The Trail Of Dead bereits ihr zweites Album. Musikalisch hatte sich nicht allzu viel getan, produktionstechnisch jedoch eine ganze Menge. Die einzelnen Titel waren nun nicht mehr übersteuert, sondern genau richtig und hörenswert abgemischt worden. Auch auf „Madonna“ belieferten die vier Musiker ihre Käufer wieder mit knallhartem Rock, der durchaus mit Hard Rock umschrieben werden kann, wenn auch der Alternative Einfluss ein klein wenig Einzug in die Musik von Trail Of Dead gefunden hatte.

Der Eingangstitel „And You Will Know Them By The Trail Of Dead“ ist eine kurze Soundkollage, während der verschiedene weibliche wie männliche Stimmen je ein Wort zum Titel des Liedes beisteuern. Interessant dabei das „Them“ anstatt des „Us“, wie es im wirklichen Bandtitel vorkommt. Allgemein kann man auf „Madonna“ feststellen, dass die Titel etwas melodischer geworden sind und sie haben in ihrer Songstruktur an Gehalt gewonnen. Es geht auf „Madonna“ nicht mehr nur um den ultimativen Kick, nicht mehr nur darum den Hörer wegzubeamen, auch Melodien stehen jetzt im Fokus der Songs und der Band – wenn auch nicht immer und manches Mal auch nur ganz zart angedeutet.

Eingängigkeit sieht jedoch definitiv anders aus, das Album will erarbeitet werden. Stück für Stück. Überwiegend „kracht“ wieder und das durchaus auch kompromisslos auf „Madonna“. Trotzdem „knallt“ es hier besser als noch auf dem Debut-Album, da man jetzt alles wesentlich besser nachvollziehen, in die Lieder besser eintauchen kann. Zudem haben sich nun auch etwas „ruhigere“ Songs wie „Claire De Lune“ oder das fast schon sphärisch zu nennende „Children Of The Hydra's Teeth“ mit auf das Album geschlichen. Und dann gibt es da auch noch so schöne Songs wie „Aged Dolls“, ruhig und fast schon untypisch für den Rest der Platte, aber eingängig und ein Vorgeschmack auf das, was And You Will Know Us By The Trail Of Dead dem Hörer später noch kredenzen werden. Aber das da kein Missverständnis aufkommt, auch bei diesem Titel wird im Refrain „hart“ gerockt, aber dieses Zusammenspiel, das eben nicht mehr nur noch aus „Augen zu und durch“ besteht, dieses ist verflogen. Die Band hat einen Schritt in Richtung der etwas anspruchsvolleren Musik gemacht, die nicht nur durch Lautstärke und eiskalt durchgezogenen Heavy Rock punkten will. Nicht umsonst folgt im Anschluss an „Aged Dolls“ auch gleich der kurze Titel „The Day The Air Turned Blue“. Sphärisch, pianolastig und so ganz neu im Songkatalog der US-Amerikaner. Okay, danach geht es erst mal wieder so richtig ab, aber allein dieser Wechsel wäre auf dem Debut-Album schon undenkbar gewesen.

Fazit: Stilistisch noch sehr am Erstling angelehnt, gibt es hier allerdings schon die sanfteren und auch durchaus interessanteren Zwischentöne zu hören, die die Musik von And You Will Know Us By The Trail Of Dead so bereichernd werden lassen. Es „kracht“ zwar wieder, jedoch nicht mehr durchgängig. Für Freunde des Hard’n’Heavy definitiv immer noch genau die richtige Scheibe. Für Freunde von Platten wie „World’s Apart“ eröffnen sich hier zum ersten Mal die Horizonte. Das Album knallt, für mich knallt es manches Mal noch ein klein wenig zu undifferenziert. Aber mit jedem weiteren Hören passt es Stückchen für Stückchen ein wenig mehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Mistakes & Regrets, Aged Dolls, The Day The Air Turned Blue





Dienstag, 18. Juni 2013

Golden Earring – No Promises...No Debts




Golden Earring – No Promises...No Debts


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums


Gastmusiker:

John Legrand – harmonica


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Rock


Trackliste:

1. Heartbeat (3:01)
2. Need Her (3:08)
3. Sellin‘ Out (3:46)
4. Snot Love In Spain (3:50)
5. Save Your Skin (6:43)
6. D Light (3:35)
7. Tiger Bay (3:13)
8. Weekend Love (4:15)
9. Don't Close The Door (3:30)
10. Don't Stop The Show (2:42)
11. By Routes (2:54)

Gesamtspieldauer: 40:37




Irgendwie schienen der niederländischen Band Golden Earring Ende der 70er Jahre die Ideen auszugehen, ganz so hört sich nämlich „No Promises...No Debts“ an. Allerdings hielt das die Band nicht davon ab, weiter ganz fleißig Platten zu veröffentlichen. „No Promises...No Debts“ ist bereits die fünfte Platte in lediglich vier Jahren und das vierzehnte Studio-Album der Band insgesamt.

Auf „No Promises...No Debts“ tummeln sich Belanglosigkeiten ohne Ende, die zum einen Ohr hinein-, aus dem anderen wieder herauswandern. Das ist 08/15-Rock geworden, ohne jegliche Höhepunkte. Klar ist das keine schlechte Musik, allerdings auch überhaupt keine, die einen in irgendeiner Art und Weise begeistern könnte. Man legt die CD in den Spieler ein, dann läuft sie durch und plötzlich ist wieder Schluss. War da was?

Das Album erzeugt Langeweile. Ab und an wird mal geschrien, ich nehme an, um den Hörer wieder aus seinem Schlummer herauszureißen. Mitreißende Ideen oder gute Melodien: völlige Fehlanzeige. Und dabei ist die Musik noch nicht mal wirklich schlecht gemacht, eben nur völlig ideen- und einfallslos. So wirkt das zumindest. Und immer dann, wenn ein Lied mal gut eingeleitet wird, dann entwickelt es sich im weiteren Verlauf zu etwas Nichtssagendem, geschweige denn besonders Hörenswertem. Da ist man schon dankbar, wenn wenigstens der letzte Titel sich mal ein klein bisschen von den anderen abhebt. Das liegt allerdings daran, dass es ein Instrumentalstück ist.

Fazit: Vielleicht haben Golden Earring in dieser Zeit einfach zu viele Platten veröffentlicht und hätten sich mal etwas mehr Zeit für Ideen nehmen sollen, damit diese auch reifen können. „No Promises...No Debts“ ist eines dieser Alben, die man hat, aber nie anhört. Ich habe das jetzt noch ein paar Mal gemacht, um das hier auch schreiben zu können. Aber das war es jetzt. Jetzt kommt die CD wieder an ihren Platz im Schrank und ich befürchte für einige Zeit. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Sellin‘ Out, Save Your Skin, By Routes





Montag, 17. Juni 2013

Ape, Beck & Brinkmann – Regenbogenland





Ape, Beck & Brinkmann – Regenbogenland


Besetzung:


Fred Ape – Gesang, Gitarre
Klaus Beck – Gitarre, Gesang, Mundharmonika, Percussion
Peter Brinkmann – Congas, Percusssion, Gitarre, Gesang, Mandoline, Mundharmonika, Das wahnsinnige Schlagzeug, ECS-Steeldrum, Trommel, Kesselpauke


Gastmusiker:


Walter Speckmann – Bass, Drei Goldgräber vom Klondike: Chorus
Klara Brandi – Flöte


Label: FolkFreak Schallplatten


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Deutscher Folk


Trackliste:

1. Regenbogenland (4:12)
2. Indianersee (3:21)
3. Das Haus (3:43)
4. Der Schlag (2:07)
5. Das letzte Paradies (2:09)
6. Endlich ein Liebeslied (4:06)
7. Wir sind noch wahre Pioniere (1:51)
8. Global 2001 (3:25)
9. Auf der Flucht erschossen (3:07)
10. Wounded Knee (4:10)
11. Startbahn (4:26)

Gesamtspieldauer: 36:37



Wenn man mal so seine alten Platten durchforstet, dann stößt man immer wieder auf Dinge, an die man eigentlich schon Jahrzehnte nicht mehr gedacht hat. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man sich zu der Zeit bereits Platten zugelegt hat und nicht dem „Wahn“ verfallen ist, diese Schallplatten in Zeiten von CD’s oder MP3-Dateien zu entsorgen. Solch eine Platte hielt ich heute tatsächlich in Händen, als ich mir angesehen habe, was da so alles unter dem Buchstaben „A“ noch rumsteht: „Regenbogenland“ von Ape, Beck und Brinkmann. Ausgeschrieben waren das Fred Ape, Klaus Beck und Peter Brinkmann, die zusammen eine Folk Combo aus Dortmund bildeten, welche Anfang der 80er Jahre Musik mit, na nennen wir sie mal „Musik mit sozialkritischen Texten“ veröffentlichte. Und dieses „Regenbogenland“ ist genau so eine Platte, die lange nicht mehr den Weg auf meinen Plattenteller fand.

Irgendwie ist diese Scheibe ein Zeitdokument der neueren deutschen Geschichte. Die Platte gibt es leider nur noch in Second Hand Läden oder aber auf Plattenbörsen zu erwerben. Auf CD wurde sie wohl nie gepresst (anscheinend wurde allerdings mal ein Sampler 2003 nachgedruckt). Beim Hören selbiger Scheibe ist es wahrlich sehr interessant, was sich Musiker, die ganz offensichtlich politisch gesehen eher links angesiedelt waren, damals so vorstellten, mit welchen Texten sie ihre Platten zu verkaufen versuchten. Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts herrschte noch der kalte Krieg und „saurer Regen“ war genauso ein Thema wie die Anti-AKW-Bewegung. Im Grunde genommen sind solche Inhalte ja auch heute zum Teil noch aktuell. Sehr  interessant ist dabei jedoch vor allem, wie zu jener Zeit an diese Themen herangegangen wurde, wie sie behandelt und musikalisch umgesetzt wurden.

Die Lieder auf „Regenbogenland“ handeln von der Umweltzerstörung, der Hausbesetzerszene, von Polizeiwillkür und deren Aggressivität, einer Tankerhavarie, dem Streben nach möglichst viel Gewinn, unabhängig davon, ob die Natur dabei nun zerstört wird oder nicht, wie die Welt wohl im 21. Jahrhundert aussehen wird, was Amerika mit seinen Ureinwohnern veranstaltet hat, der Anti-Atomkraft-Bewegung und und und.

Einiges davon mag vielleicht heute ein wenig naiv klingen, zu sehr schwarzgemalt und auch zu pessimistisch gesehen. Was ich allerdings hier unbedingt anführen möchte – denn darum geht es ja auch vor allem auf diesen Seiten – das ist die Musik. Und die ist einfach klasse. Deutsche Folk-Musik, absolut eingängig und mit Ohrwurmcharakter. Da haben sich die drei Dortmunder Musiker sehr viel Mühe gegeben. Das klingt richtig gut und macht einfach Spaß beim Zuhören, ist sehr melodiös und hat den gewissen Wiedererkennungswert. Bei der Umsetzung des Ganzen steht dabei meist die akustische Gitarre im Vordergrund. Die Lieder auf „Regenbogenland“ sind auch in ihrer Kombination aus Text und Musik Teil der Deutschen Geschichte, allein deshalb lohnt es sich, soweit die Möglichkeit besteht, mal ein Ohr zu riskieren – ganz egal, ob man das damals für richtig, für übertrieben, für falsch hielt oder ob man zu jener Zeit überhaupt schon Musik konsumieren konnte.

Fazit: „Regenbogenland“ von Ape, Beck und Brinkmann ist ein Zeitdokument unserer deutschen, neueren Historie, die noch gar nicht so lange zurück liegt. Die Texte sind zumindest interessant, da sie den zu jener Zeit vorherrschenden Zeitgeist sehr gut wiedergeben. Die Musik dazu ist richtig toll gelungen, wenn man auf die „leiseren Töne“, Melodiösität  und Eingängigkeit steht. Schade, dass es „Regenbogenland“ nicht auf CD gibt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Im Grunde genommen jedes Lied, wenn es noch aufzutreiben ist.



Sonntag, 16. Juni 2013

.Com/Kill – .Com/Kill




.Com/Kill – .Com/Kill


Label: Accession Records


Erscheinungsdatum: 2013


Trackliste:

1. Freaks Like Us (5:19)
2. Com/Kill One (4:29)
3. Das Blendwerk (3:57)
4. Monster Divine (4:40)
5. Who:Ah! (3:45)
6. Machines (5:32)
7. Still die Gier (3:47)
8. Out of Control (4:16)
9. Knecht der Lüge (4:21)

Gesamtspieldauer: 40:06



Eine der Bands, die von Anfang an auf Radio Goethe mit dabei war, ist Diary Of Dreams. Irgendwie hatten und haben sie genau das, was mich anspricht. Elektronisch geladene, treibende Beats, dunkel-düstere Atmosphäre, Texte am Rande des Wahnsinns, dazu die beeindruckende Stimme von Sänger Adrian Hates.

Doch neben DoD arbeiteten Hates und sein Co-Partner Gaun:A seit 1996, dem Gründungsjahr von Radio Goethe, auch noch an einem Nebenprojekt, das irgendwie immer ins Hintertreffen geriet. Nun ist es da und heißt “.Com/Kill”. Und ich frage mich, warum man damit so lange wartete. Eine geniale Platte, die man laut hören muss, wirklich laut. Zeit für eine Dröhnung der Extraklasse. Ein Tick verdrehter, härter, abgefahrener als Diary Of Dreams. Etliche Lagen an Klanggewittern und fernen Soundskulpturen berauschen und berieseln einen. Die Texte mal Englisch, mal Deutsch. .Com/Kill sind ein musikalischer Weitsprung für die beiden Musiker. Man kann nur hoffen, dass das Nachfolgewerk nicht wieder so lange auf sich warten lässt. Die internationale Clubszene wird dieses Projekt dankend annehmen.

Absolut empfehlenswert, zweifellos eine der besten Platten 2013, 14 Punkte.




Samstag, 15. Juni 2013

The Pogues – Red Roses For Me




The Pogues – Red Roses For Me


Besetzung:

Shane MacGowan – vocals, guitar
Jem Finer – banjo
Spider Stacy – tin whistle
James Fearnley – accordion
Cait O'Riordan – bass guitar
Andrew Ranken – drums


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Irish Folk, Punk


Trackliste:

1. Transmetropolitan (4:16)
2. The Battle Of Brisbane (1:50)
3. The Auld Triangle (4:20)
4. Waxie's Dargle (1:53)
5. Boys From The County Hell (2:56)
6. Sea Shanty (2:25)
7. Dark Streets Of London (3:33)
8. Streams Of Whiskey (2:33)
9. Poor Paddy (3:10)
10. Dingle Regatta (2:52)
11. Greenland Whale Fisheries (2:37)
12. Down In The Ground Where The Dead Men Go (3:30)
13. Kitty (4:23)

Gesamtspieldauer: 40:17




The Pogues machen Irish-Folk-Musik, die leicht punkig angehaucht ist, allerdings nichts mit der Musik der Heroen dieses Genres, wie den Sex Pistols oder den Ramones gemein hat. Mitunter sind die Stücke auch überarbeitete traditionelle irische Folk-Songs, die etwas „flotter“ wiedergegeben werden.

Wer Irish Folk mag, der wird auch mit den Pogues seinen Spaß haben. Irgendwie klingt jedes Lied nach „Guter Laune“. Die einzelnen Stücke sind meist im Mid-Tempo gehalten und wenn man der Musik zuhört, hat man sofort ein irisches Volksfest vor Augen, bei dem von den Teilnehmern ordentlich und schnell das Tanzbein geschwungen wird.

Abwechslung wird auf diesem ersten Werk der Iren allerdings nicht allzu groß geschrieben, die Lieder ähneln sich sehr. Mit einer Spieldauer von vierzig Minuten, wird es auf der ursprünglichen Version der Platte allerdings auch niemals langweilig. Die Musik wippt irgendwie durch und die einzelnen Songs ziehen zügig am Ohr des Hörers vorbei. Zwei Ausnahmen gibt es diesbezüglich allerdings doch. „The Auld Triangle“ und das letzte Stück „Kitty“ sind deutlich melancholischer und ruhiger gehalten und lockern das Gesamtwerk dadurch noch malen bisschen auf.

Fazit: Die Musik der Pogues zaubert einem irgendwie ein Lächeln auf die Lippen und man ist ständig in Versuchung mit zu wippen. Dem spricht auch nichts entgegen, sodass man sich mit „Red Roses For Me“ die gute Laune ins Haus holen kann. Vielleicht nicht jeden Tag, dazu wirkt es manches Mal auch ein klein wenig zu hektisch – obwohl, ist eben Irish Folk, der will zum Mitmachen animieren und da kann eine kleine Prise „Hektik“ durchaus auch mal von Vorteil sein. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Auld Triangle, Dark Streets Of London





Freitag, 14. Juni 2013

Red Hot Chili Peppers – Blood Sugar Sex Magik




Red Hot Chili Peppers – Blood Sugar Sex Magik


Besetzung:

Flea – bass, backing vocals, trumpet, keyboard, percussion
John Frusciante – electric and acoustic guitars, 12-string guitar, backing vocals, percussion
Anthony Kiedis – lead vocals, percussion
Chad Smith – drums, percussion


Gastmusiker:

Brendan O'Brien – mellotron on "Breaking the Girl" and "Sir Psycho Sexy", b3 organ on "Suck My Kiss" and the B-Side "Soul To Squeeze"
Gail Frusciante and her friend – choir vocals on "Under the Bridge"
Pete Weiss – jew's harp on "Give It Away"


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Funk Rock, Rock


Trackliste:

1. The Power Of Equality (4:04)
2. If You Have To Ask (3:37)
3. Breaking The Girl (4:55)
4. Funky Monks (5:23)
5. Suck My Kiss (3:37)
6. I Could Have Lied (4:04)
7. Mellowship Slinky In B Major (4:00)
8. The Righteous & The Wicked (4:08)
9. Give It Away (4:43)
10. Blood Sugar Sex Magik (4:31)
11. Under The Bridge (4:24)
12. Naked In The Rain (4:26)
13. Apache Rose Peacock (4:42)
14. The Greeting Song (3:14)
15. My Lovely Man (4:39)
16. Sir Psycho Sexy (8:17)
17. They're Red Hot (1:12)

Gesamtspieldauer: 1:13:56




Eigentlich passen die Red Hot Chili Peppers so gar nicht in mein Beuteschema, wenn es um deren Musik geht. Obwohl, später schon, allerdings nicht zu der Zeit, als „Blood Sugar Sex Magik“ entstanden ist. Das war 1991 und die Band machte damals so eine Art Funk Rock, angereichert mit HipHop-Elementen. Im Grunde genommen müsste ich das Weite suchen.

Trotzdem ist dieses fünfte Album der Red Hot Chili Peppers keine schlechte Platte geworden, selbst für mich nicht, dessen Musikgeschmack immer wieder mal nur tangiert wird. Die Musik ist in sich geschlossen, konsequent und geht meist nur wenig Kompromisse ein. Soll heißen, ein einmal eingeschlagener Weg wird unabdingbar weiter verfolgt. Und wenn das dann so klingt wie bei „Give It Away“ kann selbst ich etwas damit anfangen. Hier groovt es, es gibt auch mal den etwas „schrägeren“ Ton und dieser HipHop-Gesang des Anthony Kiedis passt einfach perfekt.

„Breaking The Girl“ und das wohl bekannteste Lied der Platte „Under The Bridge“ sind dagegen fast schon „normale“ Rock-Lieder, die zudem auch noch eingängig und melodiös gelungen sind. Noch ein weiteres Beispiel für die Abwechslung auf dem Album ist „I Could Have Lied“. Ein sehr ruhiger Song, der mitunter richtiggehend balladesk klingt und somit fast aus dem Rahmen des Gesamtkonzepts auf „Blood Sugar Sex Magik“ fällt.

Der Titeltrack selbst ist auch wieder eine groovige und funkige Nummer, der allerdings auch etwas härtere Töne beiwohnen. Vielleicht ist auch gerade das der Grund, warum das Lied überzeugen kann. Dieser Rock in Verbindung mit der gesprochen Strophe, das hat schon was. Der Rest der Platte dagegen ist eher unmelodiös, hier wird ebenfalls viel Wert auf den Groove oder den Funk gelegt und findet seine volle Ausprägung im über achtminütigen „Sir Psycho Sexy“. Das ist kann dann allerdings schon sehr gewöhnungsbedürftig.

Fazit: Funk Rock, den bekommt man hier auf „Blood Sugar Sex Magik“ hauptsächlich zu hören. Wenn man damit so gar nichts anzufangen weiß, dann wird einem dieses Album fürchterlich auf den Senkel gehen. Es gibt sie zwar auch, die schönen Rock-Nummern, aber der Fokus der Platte liegt auf einem anderen Schwerpunkt. Jedoch auch hier gibt es etwas für den Rock Fan zu entdecken. Nicht alles wirklich überzeugend, aber dafür sind Fernbedienungen ja auch erfunden worden. Festzuhalten bleibt allerdings, dass man sich das Label „Funk Rock“ durchaus auch mal geben kann, denn „selbst hier“ versteckt sich mitunter richtig gute Musik. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Breaking The Girl, Give It Away, Under The Bridge





Donnerstag, 13. Juni 2013

Golden Earring – To The Hilt




Golden Earring – To The Hilt


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums
Bertus Borgers – saxophone
Robert Jan Stips – keyboards


Gastmusiker:

Chris Mercer – tenor saxophone


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock


Trackliste:

1. Why Me? (7:16)
2. Facedancer (4:09)
3. To The Hilt (3:10)
4. Nomad (7:09)
5. Sleepwalkin' (5:03)
6. Latin Lightning (7:17)
7. Violins (10:21)

Gesamtspieldauer: 44:25




Das elfte Album der niederländischen Band Golden Earring erschien 1976 und wurde mit dem Titel „To The Hilt“ versehen. Und auf diesem Album gibt es relativ geradlinigen Rock zu hören. Der ist handwerklich auch gut gemacht, aber so richtig überzeugen, wie noch vor ein paar Jahren, können die Niederländer damit nicht mehr.

Zwei Höhepunkte gibt es auf „To The Hilt“ noch zu hören. Der erste ist gleich der Opener „Why Me?“ ein wirklich guter Rock-Song der groovt. Besonders gelungen ist hier das Keyboard-Spiel und die Abwechslung, die in der Mitte des Songs durch das Solo geschaffen wird. Auf früheren Alben wäre das aber wohl erst gar nicht der Rede wert gewesen.

Der Höhepunkt des Albums liegt beim Titel „Nomad“. Wenn man das gerade erwähnte Lied und diesen Song hintereinander hört, klingen beide phasenweise sogar recht ähnlich. Auch hier überzeugt das Keyboard-Spiel, was an einigen Stellen des Stücks deutlich im Vordergrund steht. Dann wird es sphärisch und man glaubt Katzen maunzen zu hören und weiter geht es richtig schön melodiös. Sehr abwechslungsreich dieser Titel, bei dem sich Gitarre und Keyboard klasse ergänzen.

Nun und der Rest? Der ist irgendwie nichts Besonderes. Die Violinen auf „Violins“ hört man in der zweiten Hälfte des Stücks, das zwar irgendwie treibend und groovend ist, trotzdem nicht so recht überzeugen kann. Alles andere läuft so mit oder so durch, ganz wie man das sehen will.

Fazit: Außer bei „Nomad“ und mit Abstrichen noch bei „Why Me?“ ist auf „To The Hilt“ unspektakuläre Rock-Musik zu hören, die es nicht schafft irgendwelche Spuren oder Eindrücke zu hinterlassen. Sicherlich kein schlechtes Album und wie bereits erwähnt handwerklich gut gemacht, aber das war es dann auch schon. Durchschnitt eben, den man wohl meist ganz schnell wieder vergisst. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Why Me?, Nomad






Mittwoch, 12. Juni 2013

Neil Young – After The Goldrush




Neil Young – After The Goldrush


Besetzung:

Neil Young – vocals, guitar, piano, harmonica, vibes


Gastmusiker:

Danny Whitten – guitar, vocals
Nils Lofgren – piano, guitar, vocals
Jack Nitzsche – piano
Billy Talbot – bass
Greg Reeves – bass
Ralph Molina – drums, vocals
Bill Peterson – flugelhorn
Stephen Stills – vocals
Susan Young – patches


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Tell Me Why (2:59)
2. After The Gold Rush (3:47)
3. Only Love Can Break Your Heart (3:10)
4. Southern Man (5:31)
5. Till The Morning Comes (1:28)
6. Oh Lonesome Me (3:50)
7. Don't Let It Bring You Down (2:58)
8. Birds (2:33)
9. When You Dance, I Can Really Love (3:46)
10. I Believe In You (3:27)
11. Cripple Creek Ferry (1:34)

Gesamtspieldauer: 35:03




Bei Neil Young scheiden sich ja allzu oft die Geister, wenn es um die Beurteilung seines Gesangs geht. Dieses Genuschel geht vielen Hörern auf den Senkel. Ich habe damit überhaupt kein Problem, ich finde es passt sogar sehr gut zu der Art Folk-Rock, die er macht. Dazu dieser relativ hohe Gesang, der nicht so ohne weiteres zu interpretieren ist, das hat schon etwas Besonderes.

„After The Goldrush“ ist die dritte Platte Neil Youngs, die 1970 veröffentlicht wurde. Und mit dem Titeltrack enthält sie auch gleich einen der Höhepunkte im Schaffen des US-Amerikaners. Kann Musik sehr viel schöner klingen als beim Titel „After The Goldrush“ selbst? Kaum möglich, oder? Mit „Southern Man“ ist noch ein ganz bemerkenswertes Lied auf dem Album vertreten. Es klingt mwlodiös und eingängig und inspirierte die Süd-Staatler von Lynyrd Skynyrd seinerzeit zu ihrem „Sweet Home Alabama“. Im Verlauf dieses Songs erwähnen sie Neil Young auch wortwörtlich und klagen ihn sogar ein klein wenig an, da ihnen bei „Southern Man“ die Menschen der Süd-Staaten der USA etwas zu schlecht wegkommen.

Auch noch sehr gelungen ist der Song „Don't Let It Bring You Down“, bei dem dieses Folk Rock Feeling so herrlich transportiert wird. Im Übrigen befindet sich kein wirklich schlechtes Lied auf der Platte. Mir sagt das zwar nicht immer alles so absolut zu, was ich da auf „After The Goldrush“ höre, trotzdem finde ich die Platte überaus gelungen. Wenn es zu american-folk-mäßig wird und in die Country-Richtung abdriftet, dann steige ich manches Mal ein klein wenig aus. Keine Ahnung, vielleicht bin ich da einfach zu sehr Europäer und mir fehlt das entsprechende amerikanische Gen. Nichtsdestotrotz, hörbar ist das alles sehr gut und so wird sicher die ein- oder der andere ein völlig anderes Lied absolut genial auf dieser Scheibe finden. Mir haben es die drei beschriebenen Stücke angetan, der Rest läuft bei mir so mit.

Fazit: Folk Rock, immer sehr gemäßigt und ruhig, selten mal, dass der Rhythmus an Fahrt gewinnt, alles wirkt auf seine Art sehr bedacht. Dabei entwickelt Neil Young allerdings Melodien, die ich nicht mehr missen möchte. Schlecht finde ich nichts auf der Platte, absolut überzeugen mich allerdings auch nur ein paar, nämlich die bereits erwähnten Stücke. Da ich diese allerdings für so gut halte, dass sie wahrlich eine Bereicherung meines musikalischen Lebens darstellen, gebe ich dem Album elf Punkte.

Anspieltipps: After The Gold Rush, Southern Man, Don't Let It Bring You Down





Dienstag, 11. Juni 2013

Renaissance – Azure D’Or




Renaissance – Azure D’Or

 
Besetzung:

Annie Haslam – vocals and backing vocals
John Tout – piano, synthesizers, mellotron
Jon Camp – bass, bass pedals, lead vocals on "Only Angels Have Wings"
Terence Sullivan – drums, timpani, chimes, xylophone, small percussion, backing vocals on "Golden Key"
Michael Dunford – guitars, autoharp


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop


Trackliste:

1. Jekyll And Hyde (4:43)
2. The Winter Tree (3:07)
3. Only Angels Have Wings (3:43)
4. Golden Key (5:17)
5. Forever Changing (4:51)
6. Secret Mission (5:05)
7. Kalynda (A Magical Isle) (3:43)
8. The Discovery (Instrumental) (4:29)
9. Friends (3:34)
10. The Flood At Lyons (4:58)

Gesamtspieldauer: 43:30




1979 hatte es Renaissance dann auch erwischt, wie so viele andere progressive Rockbands der 70er Jahre: Die Musik hatte sich schwer dem Pop angenähert. Zehn Titel passen plötzlich auf ein Renaissance Album, da keine Nummer mehr länger als fünf Minuten Zeit für sich in Anspruch nimmt. Ein Orchester wurde für die Produktion auch nicht mehr gebucht, diesen Sound übernahmen jetzt die Synthesizer.

Nun, all das wäre noch gar nicht so schade, wenn sich denn zumindest eine gute Mischung aus Pop und Progressive-Rock auf der Platte befinden würde. Dem ist allerdings leider nicht so. Das, was hier auf der bereits neunten Platte der Engländer zu hören ist, das ist leider ein langweiliges Etwas geworden, nichts Halbes und nichts Ganzes. Klar, Annie Haslam singt immer noch sehr schön, hell und klar. Auch ist die Musik, die hier zu hören ist keine einfache, sondern immer noch einigermaßen anspruchsvoll konzipiert und vorgetragen, wenn auch, wie bereits erwähnt, das Orchester fehlt und durchaus eine Lücke hinterlässt.

„Azure D’Or“ ist ebenfalls noch um Klassen progressiver als das, was Kollegen wie Genesis oder Emerson, Lake & Palmer zur selben Zeit ablieferten. Trotzdem erreicht die Platte nicht mehr die Klasse der vorherigen Alben der Band. Dies liegt jedoch nicht an den kürzeren Titeln oder aber an dem Fehlen von Orchestermusikern und einem vermehrten Synthesizer-Einsatz. Die Antwort ist viel einfacher: „Azure D’Or“ ist deshalb schlechter gelungen als viele der Vorgängeralben Renaissances, weil es einfach das schlechtere Songmaterial aufweist. Die Ideen waren Michael Dunford, dem Hauptkomponisten der Band anscheinend ausgegangen.

Fazit: Ein sich der Pop-Musik angenähertes Renaissance-Album stellt „Azure D’Or“ dar. Es war auch das letzte Mal, dass die Band in dieser Zusammensetzung ein Album veröffentlichte, John Tout und Terence Sullivan verließen danach Renaissance. Richtig schlecht ist das Gehörte nicht. Eingängig sind die Lieder immer noch, aber nicht mehr in der Art und Weise, wie auf den vorherigen Veröffentlichungen. So schwingt vielleicht beim Hören der Platte auch ein wenig Enttäuschung mit, dass die Musik nicht mehr so klingt, wie nur wenige Jahre zuvor. Dass es die Musik von Renaissance einfach nicht mehr so recht schafft, den Hörer richtig zu packen und damit auch zu überzeugen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Golden Key, The Discovery, The Flood At Lyons (im Grunde genommen hätte ich hier auch drei andere Lieder hinschreiben können)





Montag, 10. Juni 2013

Mike Oldfield – Voyager




Mike Oldfield – Voyager


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments


Gastmusiker:

Maire Breatnach – fiddle
London Voices – choir
Noel Eccles – percussion
Liam O'Flynn – uillean pipes
Chris Apps, Roger Huth, Ian Macey, Bob MacIntosh – highland pipes
Sean Keane – fiddle
London Symphony Orchestra – orchestra
Matt Molloy – flutes, tin whistles
John Myers – tin whistle, fiddle
David Spillane – uillean pipes, low whistle


Label: Warner Music UK Ltd.


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Folk, Chill-Out, New Age


Trackliste:

1. The Song Of The Sun (4:33)
2. Celtic Rain (4:41)
3. The Hero (5:04)
4. Women Of Ireland (6:30)
5. The Voyager (4:26)
6. She Moves Through The Fair (4:07)
7. Dark Island (5:44)
8. Wild Goose Flaps Its Wings (5:05)
9. Flowers Of The Forest (6:03)
10. Mont St. Michel (12:19)

Gesamtspieldauer: 58:31




1996 veröffentlichte Mike Oldfield sein siebzehntes Studioalbum unter dem Titel „Voyager“. Dieses Werk klingt kurz gesagt wie eine Mischung seines vorherigen Albums „The Songs Of Distant Earth“ gepaart mit irischer Folklore. Die Platte wäre der perfekte Hintergrund, würde man die musikalische Untermalung für einen Film über Irland suchen. Man hätte den idealen Soundtrack gefunden und müsste ihn gar nicht mehr selbst komponieren lassen.

Alles auf „Voyager“ ist ruhig und sanft und plätschert leider auch ein wenig so vor sich hin. Viele der Titel beruhen auf traditionellen Stücken, die von Mike Oldfield neu bearbeitet wurden. Und genau wie beim Vorgängeralbum, so eignet sich auch diese Platte perfekt als Hintergrundmusik. Im Vordergrund kann man jede Menge andere Dinge treiben. Essen, sich unterhalten, ein Buch lesen, zum Fenster rauskucken, Auto fahren, vor sich hinträumen. Fast hätte ich jetzt sogar „Musik hören“ geschrieben, so unaufdringlich wirkt das Ganze.

Das ist wohl auch das Manko der Scheibe, die sicherlich kleine schlechte Musik enthält. Allerdings enthält sie eben auch keine packende Musik. Irischer Folk klingt gut, kann mitunter auch kraftvoll und treibend und mitreißend sein. Auf diese eher schnelleren Töne hat Mike Oldfield auf „Voyager“ aber wohl ganz bewusst verzichtet. Das Album sollte „fließen“ und das ist etwas, was man der Platte wahrlich auch nicht absprechen kann.

Etwas Abwechslung in sich birgt da auf jeden Fall noch der letzte Titel des Albums „Mont St. Michel“. Das Gitarrenspiel Mike Oldfields ist hier grandios und auch das Orchester wirkt dort sehr kraftvoll. Natürlich ist auch dieses Lied wie der Rest der Platte sehr eingängig, kann aber immerhin auch mit etwas flotteren Abschnitten aufwarten.

Fazit: Mit dieser Unaufgeregtheit und Unaufdringlichkeit streift dieses Werk Mike Oldfields allerdings auch wieder haarscharf an der Langeweile vorbei. Das ist keine Musik, die sich irgendwie festsetzt, immer wieder gehört werden will. Das ist zwar irgendwie schöne Musik, leider aber auch Musik, die nur mal eben so mitläuft. Einfach nichts Halbes und nichts Ganzes. Acht Punkte.

Anspieltipps: Wild Goose Flaps Its Wings, Mont St. Michel




Sonntag, 9. Juni 2013

The Gun Club – Lucky Jim




The Gun Club – Lucky Jim


Besetzung:

Jeffrey Lee Pierce – vocals, guitars, lead guitars
Romi Mori – bass and melody guitar
Nick Sanderson – drums


Gastmusiker:

Bart van Poppel – hammond organ on “Anger Blues” and “Cry To Me”
Simon Fish – drums on “Blue Monsoons”


Label: What’s So Funny About


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Lucky Jim (3:44)
2. A House Is Not A Home (4:03)
3. Cry To Me (5:55)
4. Kamata Hollywood City (5:08)
5. Ride (3:57)
6. Idiot Waltz (6:43)
7. Up Above The World (4:50)
8. Day Turn The Night (2:52)
9. Blue Monsoons (2:52)
10. Desire (5:08)
11. Anger Blues (7:45)

Gesamtspieldauer: 53:12




Dieses sechste und letzte Studioalbum der amerikanischen Band „The Gun Club“ steht ganz im Zeichen des Blues. Drei Jahre später, 1996, starb der Sänger und Song-Writer der Band Jeffrey Lee Pierce an einer Gehirnblutung. Jahrelanger Drogen- und Alkoholmissbrauch hatten, bei dem zusätzlich noch HIV positiven sowie an Leberzirrhose und Hepatitis leidenden Kopf der Band, ihren Tribut verlangt.

Dieser Blues auf „Lucky Jim“ kann mal rockiger klingen, wie bei den deutlich mehr groovenden Titeln „Ride“ und „Up Above The World“, sich mal verspielt und melodiös anhören wie bei „Idiot Waltz“, „Blue Monsoons“ oder auch beim Titeltrack. Allerdings gibt es auf dem Album ebenfalls die Ausführung der Stilrichtung, die den Blues in langen Instrumental- und Gesangspassagen widergibt, die schon sehr an die Urform dieses Musikgenres erinnern. Besonders ausgeprägt ist dies beim letzten und längsten Titel der Platte: „Anger Blues“.

Die nicht allzu üppig instrumentierten Titel transportieren durchweg eine eher traurige Atmosphäre und Stimmung, die sich mehr für die nachdenklicheren Momente des Tages anbietet. Und wenn die Musik dann doch mal ein wenig an Fahrt gewinnt, schwebt trotz allem über Allem ein deutlich zu erspürendes Gefühl der Tristesse bis hin zur Verzweiflung. Allerdings ist genau das für eine ordentliche Portion Blues auch nicht weiter überraschend.

Fazit: Die Ader sich dieser Musik hingeben zu können besitzt man - oder eben nicht. Ich steige da ein wenig aus. Das hat allerdings weniger mit der eher traurigen Musik zu tun, sondern sehr viel mehr mit der Stilrichtung dieses Blues‘ an sich. Bei Titeln wie „Anger Blues“ bleibt mir einfach nur die Flucht. Hier erschließt sich mir das Ganze nicht – auch nach Jahren noch nicht, bei dem die CD immer wieder eingelegt wurde. Die Musik bleibt nicht hängen - zumindest nicht bei mir. Für Blues-Freunde allerdings wärmstens zu empfehlen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Lucky Jim, A House Is Not A Home, Idiot Waltz, Blue Monsoons




Samstag, 8. Juni 2013

Golden Earring – Switch




Golden Earring – Switch


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums
Eelco Gelling – guitar
Bertus Borgers – saxophone
Robert Jan Stips – keyboards


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock


Trackliste:

1. Intro: Plus Minus Absurdio (3:08)
2. Love Is A Rodeo (3:37)
3. The Switch (5:27)
4. Kill Me (Ce Soir) (6:23)
5. Tons Of Time (4:21)
6. Daddy's Gonna Save My Soul (4:16)
7. Troubles And Hassles (4:21)
8. Lonesome D.J. (4:38)

Gesamtspieldauer: 36:10




„Switch“ nannten die Niederländer von Golden Earring ihr bereits zehntes Studio-Album, welches zwei Jahre nach „Moontan“ im Jahr 1975 veröffentlicht wurde. Und ein „Switch“ war das wirklich, denn nur noch wenig erinnert an den Vorgänger, allerdings hat auch dieses Album einige gute Stücke aufzuweisen.

Das beginnt gleich mit dem Opener. Schöne melodiöse Einführung und dann wird das ganze Lied deutlich rockiger. Schließlich vernimmt man weiblichen Hintergrundgesang, auch nicht so ganz gewöhnlich für Golden Earring. Der Titel groovt und rockt im weiteren Verlauf wirklich gut. Das kann man auch von „Kill Me (Ce Soir)“ behaupten. Eine tolle treibende Nummer, die auch auf vielen Kompilationen der Band enthalten ist. Dann folgt mit „Tons Of Time“ ein ganz ungewöhnliches Lied für Golden Earring. Ist das Reggae? Nicht so wirklich, aber es klingt irgendwie lustig, macht Spaß und zeigt eine ganz andere Seite der Band.

Ansonsten gibt es eine ganze Menge handwerklich gut gemachten Rock auf „Switch“. Meist ist dieser auch noch melodiös und sehr eingängig. Die beiden letzten Stücke beweisen dies zusätzlich noch mit viel Abwechslung. Das klingt gut, ist mal treibender, mal zarter akzentuiert, besitzt aber immer die Gabe, auch ein wenig im Ohr des Hörers zu verweilen.

Fazit: Nein, ein zweites „Moontan“ ist „Switch“ nicht geworden. Vielleicht soll der Titel ja auch bereits darauf hinweisen. Progressiven Rock gibt es hier nicht zu hören, jedoch auch keinen Blues-Rock mehr. Auf dem Album befinden sich zudem keine Ausfälle, sondern im Gegenteil, sogar einige Höhepunkte. Ein gutes Golden Earring Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Intro: Plus Minus Absurdio, Kill Me (Ce Soir), Tons Of Time