Sonntag, 5. Oktober 2014

John Lennon – Double Fantasy




John Lennon – Double Fantasy


Besetzung:

John Lennon – lead, harmony and background vocals, rhythm and acoustic guitars, piano and keyboards
Yoko Ono – lead and background vocals


Gastmusiker:

Earl Slick – lead guitar
Hugh McCracken – lead guitar
Tony Levin – bass
George Small – keyboards
Andy Newmark – drums
Arthur Jenkins – percussion
Ed Walsh – oberheim synthesizer
Robert Greenidge – steel drum on "Beautiful Boy"
Matthew Cunningham – hammer dulcimer on "Watching The Wheels"
Randy Stein – english concertina
Howard Johnson –horns
Grant Hungerford – horns
John Parran – horns
Seldon Powell – horns
George "Young" Opalisky – horns
Roger Rosenberg – horns
David Tofani – horns
Ronald Tooley – horns
Tony Davillo – horn arrangements
Michelle Simpson – background vocals
Cassandra Wooten – background vocals
Cheryl Mason Jacks – background vocals
Eric Troyer – background vocals
Benny Cummings Singers – background vocals
The Kings Temple Choir – background vocals


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. (Just Like) Starting Over (3:56)
2. Kiss Kiss Kiss (2:41)
3. Cleanup Time (2:58)
4. Give Me Something (1:35)
5. I'm Losing You (3:57)
6. I'm Moving On (2:20)
7. Beautiful Boy (Darling Boy) (4:02)
8. Watching The Wheels (3:35)
9. Yes, I'm Your Angel (3:08)
10. Woman (3:32)
11. Beautiful Boys (2:55)
12. Dear Yoko (2:34)
13. Every Man Has A Woman Who Loves Him (4:02)
14. Hard Times Are Over (3:20)

Gesamtspieldauer: 45:05




Drei Wochen nach der Veröffentlichung dieses Albums, wurde John Lennon von Mark David Chapman, am 8. Dezember 1980, vor dem Dakota Building in New York erschossen. Somit stellt diese Platte sicherlich etwas Besonderes dar, da es die letzten musikalischen Schritte dieses wahrlich beindruckenden Musikers widerspiegelt. Das Folgealbum „Milk And Honey“, welches 1984 veröffentlicht wurde, enthält hauptsächlich Nummern, die es zuerst nicht auf „Double Fantasy“ geschafft hatten und ebenfalls während dieser Zeit entstanden.

Sieben Stücke auf „Double Fantasy“ stammen von John Lennon, sieben Nummern von Yoko Ono. John Lennons Musik ist dabei nicht nur wegen seiner Stimme eindeutig zu erkennen. Der Stil der Lieder, die in Fragmenten zum Teil in seiner fünfjährigen Auszeit vom Musikgeschäft entstanden, kann eindeutig diesem Beatle zugeordnet werden. Jedes der sieben Stücke geht sofort ins Ohr und verlässt das Musikzentrum auch niemals wieder. Absolut nachhaltig. Melodiös, eingängig und spannend klingen diese Nummern, die zu langjährigen Begleitern werden können. Inhaltlich befassen sich die Texte hauptsächlich mit seiner Liebe zu Yoko Ono, umgekehrt geht diese genauso auf John Lennon ein.

Die sieben Beiträge der Yoko Ono sind dabei jedoch ein ganz eigenes Kapitel. Keine Ahnung, ob sie die Beatles zerstörte und womöglich der Trennungsgrund für diese wohl erfolgreichste Band aller Zeiten war. Dies ist der Grund, warum viele Musikfreunde nicht so besonders auf diese Frau zu sprechen sind. Ich habe da einen ganz anderen Ansatz. Festzuhalten bleibt nämlich, dass Yoko Ono weder eine Komponistin, noch eine Musikerin, noch eine Sängerin ist. Dieser absolut flache Gesang, bei dem auch mal ganz einfach nur bis zum Orgasmus gestöhnt wird, ein anders Mal wohl auch ein Erbrechen zu hören ist, ist so etwas von dermaßen schlecht und flach, das man kaum Worte zu finden scheint, diesen zu umschreiben. Ich zumindest nicht. Die meisten Titel sind Synthie-Pop-Aufnahmen in ihrer grausamsten Ausprägung. Langweilig und bis in den letzten Takt erschreckend belanglos. So etwas würde weltweit wohl keine einhundert Käufer finden. Die ganze Platte lebt somit von den wahrlich gelungenen Beiträgen des John Lennon.

Fazit: Schöner wäre es natürlich gewesen, wenn man hier nur John Lennon hören würde, da gerade das Abwechseln in den Songs nervt. Einem schönen Lied von John Lennon folgt das Grausen durch Yoko Ono. Klar ist auch, dass die beiden nicht wollten, dass zum Beispiel eine Seite von John Lennon eingespielt wurde, die andere von Yoko Ono. Die zweite wäre maximal einmal gehört worden. Heutzutage kann man sich, wenn man die Platte oder CD besitzt, die Abfolge natürlich selbst zusammenstellen. Das ist auch dringend anzuraten, ansonsten ist diese Scheibe sehr schwere Kost, die doch ansonsten mit vielen gelungenen Kompositionen des John Lennon aufzuwarten weiß. Somit bleibt letztendlich als Gesamtfazit eine Mischung aus guten und schlechten Titeln – und als Gesamtergebnis nur ein befriedigendes Hörerlebnis. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Alle John Lennon Titel



Samstag, 4. Oktober 2014

Jars Of Clay – Much Afraid




Jars Of Clay – Much Afraid


Besetzung:

Dan Haseltine – vocals and percussion
Stephen Mason – guitars and backing vocals
Matt Odmark – guitars and backing vocals
Charlie Lowell – keyboards and backing vocals


Gastmusiker:

Greg Wells – drums, bass guitar
Kate St. John – english horn on “Frail”


Label: Essential Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Overjoyed (2:58)
2. Fade To Grey (3:35)
3. Tea And Sympathy (4:52)
4. Crazy Times (3:35)
5. Frail (6:58)
6. Five Candles (You Were There) (3:49)
7. Weighed Down (3:39)
8. Portrait Of An Apology (5:44)
9. Truce (3:12)
10. Much Afraid (3:53)
11. Hymn (3:56)

Gesamtspieldauer: 46:09




Christliche Rock Musik machen die Jars Of Clay. Zwei Jahre nach ihrem Debut, welches nicht nur in religiösen Kreisen gehört wurde, legten sie mit „Much Afraid“ im Jahr 1997 ihr zweites Album vor. Das Wort „christlich“ bezieht sich dabei natürlich auf die religiös angehauchten Texte der Band, ansonsten hört man hier gut gemachten Alternative Rock, der ziemlich schnell ins Ohr geht. Alles ist melodiös, klingt harmonisch und ausgereift. Passend dazu klingt die Stimme des Dan Haseltine sehr sanft und durchaus trotzdem auch eindringlich.

Wenn man bei Jars Of Clay von Alternative Rock spricht, sollte man jedoch auch unbedingt festhalten, dass es sich hierbei um die weiche Ausprägung dieses Genres handelt. Richtig gerockt wird da höchstens mal phasenweise. Ansonsten überwiegen ganz klar die sanften und eher zerbrechlichen Töne, obwohl hier mitnichten von weichgespülter Musik gesprochen werden kann. Der Rhythmus wird immer wieder angezogen, jedoch bleibt die eher softere Grundausrichtung der einzelnen Nummern immer erhalten.

Noch kurz etwas zu den Texten. Diese sind weder missionierend oder sonst irgendwie fordernd gehalten. Meistens auch nicht ganz eindeutig. Man muss häufig schon wissen, welchen Hintergrund die Band hat, um hier oftmals die christlichen Botschaften auch heraushören zu können – zumindest meistens. Von daher dürften auch Agnostiker und Atheisten wohl kaum Probleme mit der Musik von Jars Of Clay bekommen.

Fazit: Wer auf weiche und melodische Pop- und Rock-Musik steht, der kann mit den Jars Of Clay kaum etwas falsch machen – und schon gar nicht mit diesem Album. „Much Afraid“ ist angefüllt mit sehr eingängiger Musik, die niemals zum Tanzen anregt, dafür umso mehr zum Träumen und Relaxen. Reinen Hard Rock Freunden wird es vielleicht zu soft sein, allen anderen dürfte das gefallen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Crazy Times



Freitag, 3. Oktober 2014

Jethro Tull – Benefit




Jethro Tull – Benefit


Besetzung:

Ian Anderson – vocals, guitar, flute, keyboards
Glenn Cornick – bass guitar, hammond organ
Clive Bunker – drums
Martin Barre – electric guitar


Gastmusiker:

David Palmer – orchestral arrangements
John Evan – piano and organ


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Rock, Folk, Progressive Rock


Trackliste:

1. With You There To Help Me (6:19)
2. Nothing To Say (5:14)
3. Alive And Well And Living In (2:49)
4. Son (2:51)
5. For Michael Collins, Jeffrey And Me (3:52)
6. To Cry You A Song (6:16)
7. A Time For Everything (2:44)
8. Inside (3:50)
9. Play In Time (3:50)
10. Sossity, You're A Woman (4:43)


Bonus Tracks:

11. Singing All Day (3:07)
12. Witches Promise (3:52)
13. Just Trying To Be (1:38)
14. Teacher (3:49)

Gesamtspieldauer: 54:54




„Benefit“ nannten Jethro Tull ihr drittes Studioalbum, welches 1970 veröffentlicht wurde. Und wenn man die einzelnen Jethro Tull Veröffentlichungen kennt, dann ist es nicht besonders schwierig festzustellen, dass diese Scheibe wohl die härteste im Katalog der Band darstellt. Auf „Benefit“ wird ordentlich abgerockt. Obwohl hier ebenso Ansätze des Progressive Rock und vor allem auch des Folk auszumachen sind.

„Benefit“ ist allerdings eines jener wenigen Alben von Jethro Tull, bei denen ich ein wenig Schwierigkeiten habe, damit so richtig „warm“ zu werden – und ich weiß noch nicht einmal genau, an was das eigentlich liegt. Die Musik ist wahrlich nicht schlecht, durchaus auch eingängig, allerdings, so ein richtig herausragender Song fehlt. Es hat zwar alles seine Qualität, uneingeschränkt begeistern kann es irgendwie jedoch nicht so richtig. Mehr Spaß kommt am ehesten noch bei drei Titeln auf. Zum einen ist da der Opener, „With You There To Help Me”, der so unglaublich “progressive-folkig-rockig” klingt, wenn das mal nicht sogar ein neues Musikgenre darstellt. „To Cry You A Song” ist wohl die Nummer des Albums, die am schnellsten hängenbleibt, was an dem außergewöhnlichen Gitarrenlauf liegt, der auch immer wieder neu zelebriert wird. Und dann wäre da noch der ursprünglich letzte Titel „Sossity, You're A Woman”. Toller Folk-Rock, der so nur von Jethro Tull stammen kann.

Der remasterten Fassung wurden vier Zugaben beigemischt, die stilistisch sehr gut zum Rest der Platte passen, wenn auch nicht deren Höhepunkte darstellen. Trotzdem nette Beigaben.

Fazit: Sicherlich nicht der Klassiker unter den Jethro Tull Alben. Aber auch hier lässt die Zeit die einzelnen Titel reifen und dann doch noch längerfristig nachhallen. Somit ist „Benefit“ beileibe kein schlechtes Album geworden, allerdings ein eher unauffälliges, obwohl auf der Platte der etwas härtere Rock durchaus zum Tragen kommt und somit durchaus etwas Besonderes darstellt. Acht Punkte.

Anspieltipps: With You There To Help Me, To Cry You A Song, Sossity You're A Woman



Donnerstag, 2. Oktober 2014

David Bowie – Outside




David Bowie – Outside


Besetzung:

David Bowie – vocals, saxophone, guitar, keyboards


Gastmusiker:

Brian Eno – synthesizers, treatments, strategies
Reeves Gabrels – guitar
Erdal Kizilcay – bass, keyboards
Mike Garson – grand piano
Sterling Campbell – drums
Carlos Alomar – rhythm guitar
Joey Baron – drums
Yossi Fine – bass
Tom Frish – additional guitar on “Strangers When We Meet”
Kevin Armstrong – additional guitar on “Thru' These Architect's Eyes”
Bryony, Lola, Josey and Ruby Edwards – background vocals on “The Hearts Filthy Lesson” and “I Am With Name”


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Art Rock, Experimental Rock


Trackliste:

1. Leon Takes Us Outside (1:25)
2. Outside (4:05)
3. The Hearts Filthy Lesson (4:58)
4. A Small Plot Of Land (6:35)
5. Segue - Baby Grace (A Horrid Cassette) (1:40)
6. Hallo Spaceboy (5:15)
7. The Motel (6:51)
8. I Have Not Been To Oxford Town (3:49)
9. No Control (4:33)
10. Segue - Algeria Touchshriek (2:04)
11. The Voyeur Of Utter Destruction (As Beauty) (4:21)
12. Segue - Ramona A. Stone/I Am With Name (4:02)
13. Wishful Beginnings (5:09)
14. We Prick You (4:36)
15. Segue - Nathan Adler (1:01)
16. I'm Deranged (4:31)
17. Thru' These Architects Eyes (4:22)
18. Segue - Nathan Adler #2 (0:29)
19. Strangers When We Meet (5:07)

Gesamtspieldauer: 1:14:51




„Outside“ ist ein Konzeptalbum und die insgesamt zwanzigste Studio-Veröffentlichung von David Bowie. Erzählt wird hier die Science Fiction Story von Nathan Adler, einem Privatdetektiv. Nun, die Platten davor hießen „Never Let Me Down”, „Black Tie White Noise” und „The Buddha Of Suburbia”. Alles drei Alben, die absolute Fehlschläge waren und jedem David Bowie Fan die Tränen in die Augen trieben. Und dann kam „Outside“, ein Album, welches den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Konzeptalben darstellen sollte.

„Outside“ ist anders, als das, was David Bowie zuletzt abgeliefert hat. Schön. Das liegt wohl zu einem nicht unerheblichen Teil daran, dass hier Brian Eno wieder mit eingebunden wurde, den Bowie erstmals seit längerer Zeit wieder auf seiner Hochzeit im Jahr 1992 traf. Man kam sich erneut näher und das Ergebnis ist dieses wahrlich beeindruckende Album geworden.

„Outside“ klingt nicht wie „Heroes“ oder „Low“, bei deren Herstellung Brian Eno auch eine bedeutende Rolle zukam. „Outside“ ist anders als alles, was David Bowie bisher veröffentlicht hat. Die Platte wirkt wie ein Experiment, vollgestopft mit Musik, die beim ersten Hören gar nicht eingängig klingen will. Wieder mal Musik, die erst im Ohr des Hörers reifen muss. Ein wenig düster, dann wieder sphärisch, aber auch etwas verschroben und seltsam. Doch dann hört man auch wieder Pop, der ziemlich geradlinig ans Ohr des Hörers dringt. Dazu gesellen sich verschiedene Gesangsstimmen, die verschiedene Charaktere der Geschichte von „Outside“ verkörpern – und die können mitunter sogar auch lustig wirken. Trotzdem oder auch darum bleibt ein wenig der Stempel: „Nicht ganz einfache Kost“.

Fazit: Wahrlich ungewöhnlich ist „Outside“. Musik in Worte zu fassen ist nie so ganz einfach, hier ist es noch mal ein Stückchen schwieriger. Ein dunkles Album ist es geworden, welches unbedingt mehrmals gehört werden muss, bevor das endgültige Urteil darüber getroffen werden kann. Ein spannendes Album auf jeden Fall, da hier nichts vorauszusehen ist, immer wieder Überraschendes passiert. Ein Album, bei dem es schwer fällt, einzelne Titel herauszuheben, da irgendwie alles zusammen zu gehören scheint. Ach ja, „Outside” blieb übrigens die einzige Veröffentlichung der ursprünglich geplanten Reihe mit Konzept-Alben. Vielleicht, weil sich die Scheibe am Anfang nicht sonderlich gut verkaufte? Schade. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Hearts Filthy Lesson, No Control, I'm Deranged



Mittwoch, 1. Oktober 2014

Deus – Pocket Revolution




Deus – Pocket Revolution


Besetzung:

Stéphane Misseghers – drums
Klaas Janzoons – violin, keyboards, mandoline
Alan Gevaert – bass
Mauro Pawlowski – guitar
Tom Barman – vocals, electric and acoustic guitar


Label: V2 Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Bad Timing (7:08)
2. 7 Days, 7 Weeks (3:53)
3. Stop-Start Nature (4:28)
4. If You Don't Get What You Want (3:49)
5. What We Talk About (When We Talk About Love) (4:49)
6. Include Me Out (5:02)
7. Pocket Revolution (6:01)
8. Nightshopping (4:04)
9. Cold Sun Of Circumstance (5:44)
10. The Real Sugar (3:59)
11. Sun Ra (6:44)
12. Nothing Really Ends (5:36)

Gesamtspieldauer: 1:01:16




„Pocket Revolution“ wurde sechs Jahre nach dem Vorgänger „The Ideal Crash“ veröffentlicht und stellt gleichzeitig das vierte Album der belgischen Band Deus dar, die im mGrunde genommen „dEUS“ heißt. Nun, wer auf gut gemachten Alternative Rock sehr, der melodiös ist und sofort ins Ohr geht, dem sei diese Platte wärmstens empfohlen.


Ganz im Stile des Vorgängers, bekommt der geneigte Musik-Freund auch auf „Pocket Revolution“ sehr intelligenten und spannenden Rock geboten, der mal sanfter, mal härter aus den Boxen dringt und an ein paar Stellen fast schon zu explodieren scheint. Und dies immer dann, wenn Sänger, Gitarrist und hauptsächlicher Songschreiber Tom Barman alles, aber wirklich auch alles, aus seiner Gitarre herauszuholen versucht – was ihm dann auch heftig gelingt. Aber natürlich ist „Pocket Revolution“ kein Metal oder Progressive Rock Album oder dergleichen. Diese „Ausflüge“ werden auf einzelne Passagen begrenzt, ansonsten stehen bei den einzelnen Liedern eher Harmonie und Eingängigkeit im Vordergrund.

Nach einem 08/15-Album, welches sich dem Mainstream verschrieben hat, klingt „Pocket Revolution“ ebenfalls nicht. Immer wieder gilt es tolle Einfälle zu erhören. Zudem ist zwar ein musikalischer Stil zu erkennen, der eindeutig der Musik von Deus zuzuordnen ist, jedoch gleicht kein Lied dem anderen. Immer wieder wird mit Stimmungen und Atmosphären gespielt, sodass man sich getragen fühlt, getragen auf einer Reise, die einen an verschiedenste Orte führt. Mal schnell, mal langsam, mal geradlinig, mal verspielt, mal laut, mal leise und zurückhaltend. Spannend, abwechslungsreich und lebendig klingt das alles.

Fazit: Irgendwie schon was Besonderes, auch wenn das nicht so ohne Weiteres in Worte zu fassen ist, geschweige denn beim ersten Hören offensichtlich wird. Falsches Wort: „hörbar“ ist. Alternative Rock, der einfach interessant klingt und Spaß macht – und ein Füller oder irgendwelche Ausschussware befindet sich ebenfalls nicht auf dem Album. Dazu noch Lieder, die einfach rocken, manchmal eskalieren und trotzdem auf ihre Art und Weise melodiös zu sein scheinen. Hörenswert, zehn Punkte.

Anspieltipps: Bad Timing, Pocket Revolution, Sun Ra



Dienstag, 30. September 2014

Klaus Schulze – Moondawn




Klaus Schulze – Moondawn


Besetzung:

Klaus Schulze – moog, arp 2600, arp odyssey, ems synthi-a, farfisa syntorchestra, crumar keyboards, sequenzer synthanorma 3-12


Gastmusiker:

Harald Grosskopf – drums


Label: Brain Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Elektronische Musik, Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Floating (27:15)
2. Mindphaser (25:22)

Gesamtspieldauer: 52:37




Mich hat es schon immer interessiert in so ein Raumschiff, eine Rakete einzusteigen. Ich werde unfassbar stark gegen meinen Sitz gepresst, als die Rakete versucht, der Anziehungskraft der Erde zu entgehen. Alles wird plötzlich schwarz und dann sehe ich ihn neben mir, den Mond, der mir zusätzlich noch einmal Schwung verleiht. Ich nähere mich Mars, dessen „Kanäle“ ich von hier aus bestens sehen kann. Der gewaltige Jupiter, mit seinem roten Fleck und den galileischen Monden, Io, Europa, Ganymed und Callisto erscheint. Alles sieht so wunderschön aus, so friedlich, so ruhig und auch so farbenprächtig. Und dann sehe ich Saturn mit seinem eindrucksvollen Ring und ich bin fasziniert und jetzt wird mir auf einmal auch die Musik um mich herum wieder gewahr. Ich öffne die Augen, sehe mich auf dem Sofa liegen, doch diese Musik zwingt mich erneut die Augen zu schließen und meine Reise in Richtung Neptun und Uranus fortzusetzten. Es gibt noch so viel zu entdecken hier.

Leider ist der Weltraum still. Absolut still, nur ganz selten ist da mal etwas zu hören. Wenn dieser jedoch mit Musik angefüllt wäre, dann bin ich mir sicher, würde man Klaus Schulzes „Moondawn“ hören. Und außerdem, sein sechstes Album muss er einfach auf einem Trip zu den Sternen hin geschrieben haben. Anders lässt sich diese sphärische Musik, die durchaus auch treibend und „fließend“ ist, wie es ein Titel bereits aussagt, einfach nicht komponieren. Synthesizer-Musik, die unweigerlich Assoziationen zum Weltraum und den Sternen aufkommen lässt. Dicht gepackt, voll und intensiv wird hier der Geist auf die Reise geschickt. Das ist mitunter durchaus meditativ, denn allzu viel passiert auch nicht in diesen etwas über fünfzig Minuten. Und doch ist es unglaublich anregend, für Geist und Seele.

Fazit: Esoterische Musik ist das nicht, aber meditative auf jeden Fall. Mal was ganz anderes und sehr entspannendes. „Moondawn“ kann man zugegebenermaßen nicht immer hören, jedoch findet sich auch immer wieder eine Gelegenheit dafür. Wer sphärische Synthesizerklänge liebt, wird dieses Album lieben, denn damit bekommt er die volle Ladung davon. Elf Punkte.

Anspieltipps: Floating



Montag, 29. September 2014

King Crimson – Three Of A Perfect Pair




King Crimson – Three Of A Perfect Pair


Besetzung:

Adrian Belew – vocals, fretted guitar, fretless guitar
Robert Fripp – guitar
Tony Levin – bass, stick, synth, vocals
Bill Bruford – acoustic and electric drumming




Erscheinungsdatum: 1984


Stil: ArtPop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Three Of A Perfect Pair (4:13)
2. Model Man  (3:49)
3. Sleepless (5:24)
4. Man With An Open Heart (3:05)
5. Nuages (That Which Passes, Passes Like Clouds) (4:47)
6. Industry (7:04)
7. Dig Me (3:16)
8. No Warning (3:29)
9. Larks' Tongues In Aspic (Part III) (6:05)

Gesamtspieldauer: 40:59



Es ist schon sehr beeindruckend, was King Crimson hier mit „Three Of A Perfect Pair“, ihrem zehnten Studioalbum, veröffentlichten. In der Diaspora des Progressive Rock der 80er Jahre legten die vier Musiker erneut eine sehr packende Scheibe vor, die absolut in der Tradition der beiden Vorgänger „Discipline“ und „Beat“ steht. Natürlich ist das keine Musik mehr, die jeden automatisch anspricht, dazu ist das Ganze dann zum Teil zu verschroben und abgefahren. So richtig eingängig auf das erste Hören ist hier nichts. Jedoch, nicht wie ein guter Wein, wächst dieses Album im Laufe der Zeit, sondern mit jedem weiteren Einlegen in den CD-Player oder eben Auflegen auf den Plattenteller. So viel Zeit sich beweisen zu können, bekommt derartige Musik jedoch im Radio nicht, bekam sie auch damals schon nicht, sodass man hier schon spezielle Spartensender suchen muss, um derartige Musik zu hören, die garantiert nicht massenkompatibel ist.

Die Rhythmik steht einmal mehr im Vordergrund bei King Crimson. Was Tony Levin und Bill Bruford hier an Bass und Schlagzeug zelebrieren, lässt kein Bein ruhig bleiben. Da zuckt es ganz automatisch. Dazu auch immer wieder die fast schon monoton und redundanten Gitarrenakkorde des Robert Fripp und die Musik scheint zu pulsieren und wirkt einfach ansteckend auf das vegetative Nervensystem. Allerdings gibt es auch die sphärischeren Passagen und Lieder, in denen alles zu gleiten scheint, alles so schwerelos und entrückt wirkt, sodass man diese eben ganz ruhig auf dem Sofa genießen sollte. Und das ist ein weiterer Punkt, der dieses Album ausmacht. Diese Varianz an Stimmungen. Atmosphären werden geschaffen und gehen und man wird auf einer kleinen musikalischen Reise durch das Album geführt.

Fazit: „Three Of A Perfect Pair“ ist wahrlich keine ganz leichte Kost. Die speziellen Antennen für solche Art der Musik muss man definitiv besitzen, ansonsten bleibt das Album ungespielt unter irgendeinem Stapel liegen. Wer jedoch Spaß an sehr abwechslungsreichem Progressive Rock hat, der nicht unbedingt sofort zugänglich ist und erst erarbeitet werden will, die oder der hat hier eine ganze Menge zu entdecken. Und dann kann es natürlich auch passieren, dass man ganz zufrieden in diese Musik eintaucht, die Tür öffnet sich und jemand meint: „Oh Gott, was hörst Du denn da?“ Musik ist herrlich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Three Of A Perfect Pair



Sonntag, 28. September 2014

The Beatles – Past Masters




The Beatles – Past Masters


Besetzung:

John Lennon –vocals, guitars, piano
Paul McCartney –vocals, bass, piano
George Harrison –vocals, guitars
Ringo Starr – drums, percussion


Gastmusiker:

Jede Menge, jedoch nicht einzeln aufgeführt

Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

Past Masters, Volume One

1. Love Me Do (from 5 October 1962 A-side, the original single version on Parlophone, recorded on 4 September 1962, featuring Ringo Starr on drums; mono) (2:24)
2. From Me To You (from 11 April 1963 A-side; mono, stereo on 2009 remasters) (1:58)
3. Thank You Girl (from 11 April 1963 B-side; mono, stereo on 2009 remasters) (2:04)
4. She Loves You (from 23 August 1963 A-side; mono) (2:21)
5. I'll Get You (from 23 August 1963 B-side; mono) (2:06)
6. I Want To Hold Your Hand (from 29 November 1963 A-side) (2:27)
7. This Boy (from 29 November 1963 B-side) (2:16)
8. Komm, Gib Mir Deine Hand (from 5 March 1964 German single; very narrow stereo, wider stereo on 2009 remasters) (2:27)
9. Sie Liebt Dich (from 5 March 1964 German single; very narrow stereo, wider stereo on 2009 remasters) (2:20)
10. Long Tall Sally (from 19 June 1964 Long Tall Sally EP) (2:03)
11. I Call Your Name (from Long Tall Sally EP) (2:09)
12. Slow Down (Larry Williams) (from Long Tall Sally EP) (2:56)
13. Matchbox (Carl Perkins) (from Long Tall Sally EP) Ringo Starr (1:59)
14. I Feel Fine (from 27 November 1964 A-side) (2:20)
15. She's A Woman (from 27 November 1964 B-side) (3:03)
16. Bad Boy (Williams) (from 14 June 1965 US album Beatles VI, 10 December 1966 UK album A Collection of Beatles Oldies) (2:21)
17. Yes It Is (from 9 April 1965 B-side of "Ticket to Ride") (2:43)
18. I'm Down (from 23 July 1965 B-side of "Help!") (2:32)

Spieldauer CD1: 42:29


Past Masters, Volume Two

1. Day Tripper (from 3 December 1965 double A-side) (2:50)
2. We Can Work It Out (from 3 December 1965 double A-side) (2:16)
3. Paperback Writer (from 10 June 1966 A-side) (2:19)
4. Rain (from 10 June 1966 B-side) (3:02)
5. Lady Madonna (from 15 March 1968 A-side) (2:18)
6. The Inner Light (15 March 1968 B-side) (2:37)
7. Hey Jude (from 30 August 1968 A-side) (7:08)
8. Revolution (from 30 August 1968 single version B-side) (3:25)
9. Get Back (from 11 April 1969 single version A-side) (3:15)
10. Don't Let Me Down (from 11 April 1969 B-side) (3:35)
11. The Ballad Of John And Yoko (from 30 May 1969 A-side) (3:00)
12. Old Brown Shoe (Harrison) (30 May 1969 B-side) (3:18)
13. Across The Universe (12 December 1969 "Wildlife" version from the charity album No One's Gonna Change Our World) (3:49)
14. Let It Be (from 6 March 1970 single version A-side) (3:51)
15. You Know My Name (Look Up The Number) (from 6 March 1970 B-side; mono) (4:19)

Spieldauer CD2: 50:59

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: 1:33:28




1988 wurden zum ersten Mal die Platten der Beatles auf CD veröffentlicht. Alle darauf nicht enthaltenen Stücke, die B-Seiten oder Lieder, die sonstige Raritäten darstellten, wurde separat auf zwei CD’s, „Past Masters Volume One“ und „Past Masters Volume Two“, veröffentlicht. Im Jahr 2009 gab es dann eine remasterte Fassung dieser beiden Veröffentlichungen, die jetzt zu einer Doppel-CD zusammengefast wurden und die zum Teil ursprünglich in Mono eingespielten Titel nun in Stereo-Versionen enthielten. CD1 enthält dabei Lieder, die zwischen 1962 und 1965 entstanden sind. Bei CD2 sind es dann jene aus den Jahren 1965 bis 1970. Alles also chronologisch angeordnet.

Gut, die Musik kennt man größtenteils, da es sich hierbei häufig lediglich um etwas alternative Versionen handelt. Interessant natürlich für uns hier in Deutschland, die beiden Deutsch eingesungenen Titel „Komm, Gib Mir Deine Hand“ und „Sie Liebt Dich“. Beide Nummern wirken sogar sehr gelungen, obwohl man sich in den englischen Fassungen natürlich doch ein wenig mehr zu Hause fühlt.

Die Qualität der Aufnahmen ist nicht ganz einheitlich, was auch nicht weiter überrascht, da die Nummern auch über einen längeren Zeitraum eingespielt wurden. Ansonsten laufen die CD’s so durch, richtig umhauen können einen die Stücke nicht so ganz. Zudem kennt man sie bereits von den Originalalben.

Fazit: Eher was für die Hardcore-Fans. Die Beatles kennenlernen kann man mit diesem Album nicht richtig, da bieten sich sehr viel eher die Original Alben an oder, wenn es denn sein muss, auch noch das Rote Album und sein Pendant, das Blaue Album. Ansonsten ganz nett, aber sicherlich nichts Weltbewegendes. Für Fans jedoch selbstverständlich ein Muss. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Komm, Gib Mir Deine Hand, Sie Liebt Dich



Samstag, 27. September 2014

Pete Townshend & Ronnie Lane – Rough Mix




Pete Townshend & Ronnie Lane – Rough Mix


Besetzung:

Ronnie Lane and Pete Townshend – vocals, guitars, electric guitars, mandolins, bass guitars, banjos, ukuleles
Edwin Astley – orchestrations on "Street In The City"
John "Rabbit" Bundrick – organ, Fender Rhodes on "Nowhere To Run," "Rough Mix," "Keep Me Turning," "Heart To Hang Onto"
Boz Burrell – bass guitar on "Heart To Hang Onto" and "Till The Rivers All Run Dry"
Mel Collins – saxophones on "Catmelody"
Eric Clapton – guitars, dobro on "Rough Mix," "Annie," "April Fool," "Till The Rivers All Run Dry"
Julian Diggle – percussion on "Misunderstood"
John Entwistle – horns, vocals on "Heart To Hang Onto" and "Till The Rivers All Run Dry"
Peter Hope Evans – harmonica on "Nowhere To Run," "Misunderstood"
Benny Gallagher – accordion on "Annie"
Tony Gilbert – orchestral leader on "Street In The City"
Chris Green – principal cello on "Street In The City"
Charlie Hart – violin on "Annie"
Chris Laurence – principal bass on "Street In The City"
Graham Lyle – twelve-string guitar on "Annie"
Dave Markee – double bass on "Annie" and "April Fool"
Billy Nicholls – vocal on "Till the Rivers All Run Dry"
Steve Shingles – principal viola on "Street In The City"
Henry Spinetti – drums on "Nowhere To Run," "Rough Mix," "Keep Me Turning," "Heart To Hang Onto," "Till The Rivers All Run Dry"
Ian Stewart – piano on "Catmelody"
Charles Vorsanger – principal second violin on "Street In The City"
Charlie Watts – drums on "My Baby Gives It Away" and "Catmelody"


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Rock


Trackliste:

1. My Baby Gives It Away (4:03)
2. Nowhere To Run (3:18)
3. Rough Mix (3:12)
4. Annie (2:57)
5. Keep Me Turning (3:47)
6. Catmelody (3:12)
7. Misunderstood (3:01)
8. April Fool (3:34)
9. Street In The City (6:07)
10. Heart To Hang Onto (4:29)
11. Till The Rivers All Run Dry (3:54)


Bonus Tracks:

12. Only You (4:29)
13. Good Question (3:35)
14. Silly Little Man (3:44)

Gesamtspieldauer: 53:23




The Who hatten gerade eine kleine Schaffenspause eingelegt und Ronnie Lane verließ die kurz zuvor wiedervereinigten „Small Faces" noch vor der Einspielung eines neuen Albums frustriert. Pete Townshend und Ronnie Lane, die sich als Musiker und Songschreiber sehr schätzten, beschlossen, gemeinsam ein neues Album aufzunehmen. 1977 wurde dieses schließlich unter dem Titel „Rough Mix" veröffentlicht. Leider blieb dieses Werk jedoch weitestgehend unbeachtet, denn wer auf gut gemachte Pop und auch auf Folk Musik steht, der sollte sich diese Platte durchaus mal zu Gemüte führen. Die Musik-Kritiker lobten übrigens diese Scheibe sehr.

Es gibt hier einiges zu entdecken, vor allem jedoch gut und intelligent gemachte Pop und Rock Musik, die manches Mal einen Einschlag in das Folk-Genre aufweist – zugegebenermaßen gibt es auch ein Stück, welches an Country erinnert. Die Texte sind jedoch intelligent und spannend geschrieben, die Melodien sehr eingängig, sodass auch dieser gewisse Wiedererkennungswert durchaus gegeben ist. Jedem der elf von Pete Townshend oder Ronnie Lane allein oder gemeinsam geschriebenen Stücke des Albums wohnt etwas inne, soll heißen, das Zuhören macht einfach Spaß. Einen „Füller" gibt es auch nicht so richtig, aber mit „Misunderstood”, „Street In The City“ und „Heart To Hang Onto” gibt es einige Höhepunkte, sodass „Rough Mix“ sicherlich für jeden Pop-Rock-Freund eine Bereicherung darstellt.

Ronnie Lane verstarb am 4. Juni 1997 an Multipler Sklerose, einer Krankheit, die kurz vor den Aufnahmen zu diesem Album bei ihm diagnostiziert worden war. Von daher ist dieses Album auch irgendwie ein Teil, seiner Lebensgeschichte. Als Gastmusiker haben unter anderem Charlie Watts, Eric Clapton, John Entwistle, Boz Burrell, Henry Spinetti, Mel Collins und etliche weitere zu dem Gelingen dieser Platte beigetragen.

Fazit: Wahrlich gut gemachte Musik. Bei meiner Platte ist „Heart To Hang Onto“ das letzte Lied der zweiten Seite. Auf der CD-Ausgabe, die ich auch besitze, ist angeblich „Till The Rivers All Run Dry“ die letzte Nummer. Egal, „The Who Fans“ werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. „Pete Townshend Fans“ jedoch definitiv. Ach ja und für „Ronnie Lane Fans“ ist dieses Album ein „Must Have“. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Heart To Hang Onto



Freitag, 26. September 2014

Smokie – The Best Of Smokie




Smokie – The Best Of Smokie


Besetzung:

Chris Norman – lead vocals, rhythm guitar
Alan Silson – lead guitar, vocals
Terry Uttley – bass, vocals
Pete Spencer – drums


Label: Telstar


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Living Next Door To Alice (3:37)
2. Oh Carol (3:40)
3. If You Think You Know How To Love Me (3:59)
4. Boulevard Of Broken Dreams (4:29)
5. For A Few Dollars More (3:59)
6. My Heart Is True (3:37)
7. Take Good Care Of My Baby (3:31)
8. Something's Been Making Me Blue (3:01)
9. Tambourine Man (3:54)
10. I'll Meet You At Midnight (3:22)
11. Lay Back In The Arms Of Someone (4:24)
12. Think About The Night (3:56)
13. Wild Angels (4:29)
14. Norwegian Girl (3:52)
15. It's Your Life (3:37)
16. ock Away Your Teardrops (4:01)
17. Don't Play Your Rock 'N Roll To Me (3:33)
18. Needles And Pins (2:51)

Gesamtspieldauer: 1:07:53




Nun, in Zeiten des Nichtraucherschutzes ist es natürlich nicht sehr zeitgemäß, sich heutzutage noch Smokie zu nennen. Doch das sei der Band verziehen, denn tatsächlich gibt es Smokie bereits seit 1964, obwohl erst elf Jahre später das erste Album veröffentlicht wurde. Nun und zu der Zeit der Gründung, schien das Rauchen auch noch nicht so gefährlich zu sein… Smokie gibt es auch heute noch, auch wenn die letzten sechs Alben keinerlei Chartplatzierungen mehr erreichten – anscheinend in keinem Land dieser Erde.

Ihre Blütezeit hatte die Band Mitte der 70er Jahre, bis in den Anfang der 80er hinein. Ich muss leider gestehen, mich hat das noch nie angesprochen, was ich da immer so von Smokie zu hören bekam. Das war alles so offensichtlich eingängig, um Singles zu verkaufen. Dazu diese extrem schmalzigen Texte, bei denen man als Mann rot werden müsste, wenn man sie singt. Nicht so jedoch Chris Norman, aber vielleicht war er auch immer nur sehr gut geschminkt?

Viele Jahre später gibt es dann ein Best Of… Album für schlappe 2,99 Euro. „Smokie? War nie so mein Ding, aber mit dem nötigen Abstand? Vielleicht habe ich ja etwas überhört, denn erfolgreich waren sie ja!“ Blöde Überlegung, denn Modern Talking oder Backstreet Boys waren auch erfolgreich. Und nein, ich hatte leider auch nichts überhört. Im Gegenteil, die Texte scheinen noch an triefigem Schmalz zugelegt zu haben und die Musik ist so etwas von flach und passt mit der Adaption von „Living Next Door To Alice“ in Form von „Who the f… is Alice“ bestens auf die Wiesn, wenn man bereits drei Maß getankt hat. Melodien, die zwar nicht zum Fortlaufen sind, jedoch einfach nicht dafür geschaffen zu sein scheinen, mehrmals gehört zu werden. Denn dann gehen sie einem auf den Senkel. Und überhaupt, ansonsten regt einen dieses „Tsching-Bums-Tsching-Bums“, welches irgendwie jeden Takt vorzugeben scheint, unglaublich auf und nervt spätestens beim zweiten Lied.

Fazit: Viele Leute werden das sicherlich ganz anders sehen, da sie diese Musik damals begleitet hat. Mich auch, aber genervt hat sie damals schon, zumindest mich. Wer jedoch gerne mal in alten Erinnerungen schwelgen möchte und wahrlich ganz schnell eingängige Musik liebt, die oder der kann hier wahrlich nichts falsch machen. Alle Hits sind auch vertreten und noch ein paar mehr Lieder, von denen man allerdings nicht unbedingt ausgehen kann, dass es auch Hits waren, da völlig unbekannt. Dieses Best Of… Album ist Pop-Rock für den schnellen Gebrauch, der zwar keinem weh tut, aber bei mehr als zwei Liedern dann doch des Guten zu viel ist. Vier Punkte.

Anspieltipps: Needles And Pins



Donnerstag, 25. September 2014

The Sensational Alex Harvey Band – Live




The Sensational Alex Harvey Band – Live


Besetzung:

Alex Harvey – lead vocals, guitar
Zal Cleminson – guitar
Chris Glen – bass guitar
Hugh McKenna – keyboards, synthesizer
Ted McKenna – drums


Gastmusiker:

B.J. Cole – pedal steel guitar


Label: Phonogramm


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock, Live-Album


Trackliste:

1. Fanfare (Justly, Skillfully, Magnanimously) (1:25)
2. Faith Healer (6:51)
3. Tomahawk Kid (5:45)
4. Vambo (9:31)
5. Give My Compliments To The Chef (6:47)
6. Delilah (5:18)
7. Framed (11:03)

Gesamtspieldauer: 46:39




Kurz mit „Live“ betitelt, ist dieses Album das erste Live-Album, welches von der Sensational Alex Harvey Band veröffentlicht wurde. Gleichzeitig war es die vierte Platte der Band überhaupt. Nun, wenn man auf ein Konzert geht, hofft am natürlich immer, dass dieses oder jenes Lied gespielt werden wird. Nicht anders verhält es sich bei der Zusammenstellung auf einem Live-Album. „Sind denn da auch die besten Lieder mit vertreten?“

Bei der Zusammenstellung dieses Albums legten die Musiker offensichtlich sehr viel Wert auf den Umstand, dass es auch ordentlich „knallen“ sollte. Hier wird gerockt bis zum Umfallen, Zal Cleminson holt alles aus seiner Gitarre raus und auch die anderen Musiker lassen sich nicht zwei Mal bitten. Die einzelnen Titel werden natürlich in einer etwas anderen Form wiedergegeben, da es durchaus immer wieder einen gewissen Reiz besitzt, dieses oder jenes Lied mal in anderem Gewand zu genießen. Dies kann der Band auch als durchaus gelungen attestiert werden, obwohl „Faith Healer“ natürlich in seiner Originalform schon etwas ganz Besonderes darstellt, was sicherlich auf einer Bühne nicht so ohne weiteres zu reproduzieren ist.

Ein wenig Wasser gerät allerdings in den Wein, wenn man über die Qualität der Aufnahme ein Wörtchen verlieren möchte. Diese ist leider nicht ganz so gelungen. Mitunter wirkt es ein wenig dumpf und gerade wenn so richtig gerockt wird, muss man aufpassen, dass man als Hörer nicht ganz in einem dicken, fetten und zähflüssigen Soundbrei versinkt.

Fazit: Dieses Album ist einzeln gekauft inzwischen fast schon eine Rarität und nur überteuert zu bekommen. Lohnt sich vielleicht für Sammler und Komplettisten. Die Musik ist begeisternd, keine Frage, auch Rock-Fans werden daran ihre Freude haben. Man spürt zudem, wie Alex Harvey sein Publikum in den Bann zog, als er auf der Bühne stand. Da stören den Konzertbesucher dann auch einige Rückkopplungen nicht. Aber ein wenig den Hörer der schlechte Sound, wenn man nur das Album hört. Kleiner Nachteil, trotzdem macht das Gehörte Spaß. Acht Punkte.

Anspieltipps: Vambo



Mittwoch, 24. September 2014

Kansas – Masque




Kansas – Masque


Besetzung:

Phil Ehart – drums, percussion
Dave Hope – bass guitar
Kerry Livgren – guitars, keyboards, vocals
Robby Steinhardt – violin, lead vocals (tracks 4, 5, 7, and 8)
Steve Walsh – keyboards, lead vocals
Rich Williams – guitars


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock


Trackliste:

1. It Takes A Woman's Love (To Make A Man) (3:08)
2. Two Cents Worth (3:08)
3. Icarus (Borne On Wings Of Steel) (6:04)
4. All The World (7:11)
5. Child Of Innocence (4:37)
6. It's You (2:32)
7. Mysteries And Mayhem (4:19)
8. The Pinnacle (9:45)


Bonus Tracks:

9. Child Of Innocence (Demo Version) (5:07)
10. It's You (Demo Version) (2:41)

Gesamtspieldauer: 48:32




Bei „Masque“ handelt es sich um das dritte Album von Kansas. Das Album fällt zunächst mal wegen seines Covers auf, das ein Bild des italienischen Malers Giuseppe Arcimboldo (1527-1593) zeigt, welches sich im Original im Kunsthistorischen Museum von Wien befindet. Und dann fällt auch gleich etwas auf beim dieses Albums, welches sie schon deutlich von seinen beiden Vorgängern unterscheidet: Auf „Masque“ rocken Kansas!

Von daher ist es einigermaßen schwierig, dieses Album in eines der Musikgenres einzustufen, für die Kansas auch zu Beginn stand, nämlich dem Genre des Progressive Rock. Tatsächlich damit hat „Masque“ nur am Rande etwas gemein. Auf dieser dritten Platte von Kansas wird hauptsächlich gerockt, da werden sehr viel weniger Experimente gefahren als zuvor und auch noch als danach. Kansas standen unter Druck, es sollten Hits produziert werden für das Radio, für die Charts, für Verkaufszahlen.

Ein wenig hört man es diesem Album an, dass die Band nun liefern musste. Die richtig guten und interessanten Ideen wurden vielleicht ein wenig für die folgenden Alben aufgespart oder erst mal unterdrückt. „The Pinnacle“ ist ein progressiver Titel, ganz klar. Und auch ein sehr guter. Was nicht heißen soll, dass der Rest nicht gelungen wäre, aber es ist eben Rock-Musik, die nicht groß heraussticht. Da haben Kansas schon sehr viel Spannenderes veröffentlicht und es gibt auch jede Menge Bands, die sich im Stil „Rock“ doch noch ein wenig besser bewegen.

Trotzdem gehen die Titel auf „Masque“ durchaus schnell ins Ohr. Melodisch und harmonisch ist das alles durchaus. Aber es besitzt nicht diesen Wiedererkennungswert, den manche Titel und Alben in sich tragen.

Fazit: Wer Kansas mag wird dieses Album sowieso lieben. Wer Rock mag, der wird ebenfalls dieses Album mögen. Nur jene, welche Kansas wegen derer progressiven Ansätzen lieben , die dürften hier vielleicht etwas wenige für sich finden. Trotzdem wahrlich keine schlechtes Album -  für Freunde der Musik der 70er sowieso nicht. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Pinnacle



Dienstag, 23. September 2014

Yes – Heaven And Earth




Yes – Heaven And Earth


Besetzung:

Steve Howe – electric, acoustic and steel guitars, vocals
Chris Squire – bass guitar, vocals
Alan White – drums, percussion
Geoff Downes – keyboards, computer programming
Jon Davison – vocals, acoustic guitar (tracks 1 and 6)


Label: Frontiers Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Believe Again (8:02)
2. The Game (6:51)
3. Step Beyond (5:34)
4. To Ascend (4:43)
5. In A World Of Our Own (5:20)
6. Light Of The Ages (7:41)
7. It Was All We Knew (4:13)
8. Subway Walls (9:03)

Gesamtspieldauer: 51:29




Wenn es Bands schon sehr, sehr lange gibt, dann erwartet man die nächste Veröffentlichung immer mit ein wenig gemischten Gefühlen. Werden sie noch so klingen wie früher oder werden sie jetzt wieder so klingen wie früher? Wir das ein weiterer Höhepunkt in deren Schaffen, vielleicht etwas ganz Besonderes? Die Antwort auf diese Fragen heißt so gut wie immer: „Nein“. Die Zeit dreht sich weiter und irgendwann scheinen alle Musiker ein wenig ihr Pulver verschossen haben. Genauso verhält es sich auch mit dem neuen Album von Yes, es ist immerhin bereits deren 21. (!) Studioveröffentlichung.

Man legt die Platte ein und es ist unverkennbar Yes, was man da zu hören bekommt. Das liegt sicherlich nicht zu einem unerheblichen Teil an Sänger Jon Davison, der diese markante Stimme des Jon Anderson zumindest in den höheren Lagen sehr gut zu kopieren vermag. Und auch sonst deutet der Sound schon noch ein wenig auf Yes hin, besonders wenn Chris Squire mal etwas schneller den Bass zupft und Steve Howe ein wenig mehr zu hören ist, trotzdem ist es nicht mehr dieselbe Yes-Musik aus den 70er Jahren, mit denen diese Band so stilprägend wurde. Nun, das ist allerdings nicht erst seit diesem Album so, keine Frage.

Die CD ist eingelegt und läuft, die Musik dringt ziemlich unspektakulär und unaufgeregt ans Ohr des Hörers. Nicht unmelodisch, sondern sogar das Gegenteil, sehr harmonisch das Ganze. Das fängt beim ersten Titel an und hört mit dem siebten Lied „It Was All We Knew“ auf. Nur die Nummer acht, „Subway Walls“ geht zumindest noch ein wenig in die Richtung Progressive Rock, jenem Musikstil also, welchen Yes maßgeblich mit beeinflusste. Allerdings auch in diesem letzten Lied gibt es Stellen, die klingen so, nun wie soll man das sagen, in Worte fassen? Im Grunde genommen klingt die ganze Platte danach, ja sie klingt nach – Pop. Unaufgeregte Pop-Musik ist das, was Yes ihren Hörern hier präsentieren. Und wenn die Knaben noch ein wenig jünger wären und Steve Howe nicht absolut wie ein Gerippe aussehen würde, dann hätten sie vielleicht auch heute noch Erfolg bei den jungen Mädchen, mit dieser, ich schreibe es wieder, Pop-Musik.

Fazit: Es ist nichts Besonderes mehr, was Yes hier fabrizieren. Hoher Gesang und eingängige Melodien, die allerdings auch nichts Hervorstechendes mehr darstellen. Dazu auch ein paar schmalzigere Texte, schon ist es fertig, das ganz normale Pop-Album, welches viele Leute gut finden würden, wenn es wohl mehr hören täten. Aber es hören eher die alten Säcke, die Yes schon seit zig Jahren kennen und die sind weniger überzeugt und sogar ein wenig enttäuscht – aber sie kaufen dieses Album. Die, für diese Musik noch ein klein wenig interessanter und passender wäre, finden Yes nicht hip oder kennen die Band überhaupt nicht – und kaufen werden die so etwas natürlich dann sowieso nicht. Trotzdem kein schlechtes Album, eben ein Pop-Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Game, Light Of The Ages, Subway Walls