Sonntag, 19. August 2018

Anna von Hausswolff – Ceremony




Anna von Hausswolff – Ceremony


Besetzung:

Anna von Hausswolff – annedal church organ, piano, synthesizer, vocals


Gastmusiker:

Maria von Hausswolff – vocals (tracks 8, 9, 10, 13)
Daniel Ögren – guitar, clavioline
Karl Vento – guitar
Christopher Cantillo – drums
Filip Leyman – synthesizer, percussion
Xenia Kriisin – zither, vocals (track 10, 12)


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Art Rock, Art Pop, Independent Rock, Experimental Rock


Trackliste:

1. Epitaph Of Theodor (5:25)
2. Deathbed (8:38)
3. Mountains Crave (3:35)
4. Goodbye (6:16)
5. Red Sun (3:17)
6. Epitaph Of Daniel (3:11)
7. No Body (2:33)
8. Liturgy Of Light (5:01)
9. Harmonica (4:22)
10. Ocean (5:44)
11. Sova (3:24)
12. Funeral For My Future Children (4:42)
13. Sun Rise (4:52)

Gesamtspieldauer: 1:01:05



„Ceremony“ heißt das zweite Studio-Album der Schwedin Anna von Hausswolff. Umschrieben beziehungsweise eingeordnet wird die Musik der Anna von Hausswolff mit Art Rock und Art Pop oder gar Independent Rock. Sehr viel eher würde an dieser Stelle jedoch „Sakral Rock“ passen, wenn es dieses musikalische Genre denn geben würde. Das zeigt allerdings wiederum, dass Anna von Hausswolff durchaus etwas Besonderes mit ihrer Musik transportiert, was es ansonsten so und in dieser Art und Weise nicht allzu oft zu hören gibt.

Die Kirchenorgel ist das Instrument der Schwedin, der Tod ist häufig das Thema ihrer Texte. Beeindruckend klingt das auf alle Fälle und je weiter man die Lautstärkeregler der Stereoanlage aufdreht, umso intensiver scheint diese Musik auch zu werden. Mal ist der Orgelsound voll und dicht und satt, ein anderes Mal steht wiederum der Gesang im Vordergrund und die Orgel untermalt nur das gesungene Wort. Steht die Kirchenorgel zu Beginn auf „Ceremony“ im Mittelpunkt, so verändert sich die Musik im weiteren Verlauf des Albums etwas mehr hin zum Piano und zum Synthesizer. Doch auch die Gitarre und Rhythmus-Instrumente haben nun ihren Auftritt. Gegen Ende der Platte kommt schließlich die Orgel erneut vermehrt zum Einsatz. Packend klingt das an jeder Stelle und in jedem Lied auf „Ceremony“. Schließt man die Augen, glaubt man zu Beginn der Platte kalten Weihrauch zu riechen und eine harte Holzbank unter sich zu spüren. Vor allen Dingen am Anfang der Scheibe klingt Vieles auf diesem Album wie ein besonderes Kirchen-Orgel-Konzert – ohne dabei jedoch unbedingt in die religiöse Richtung zu tendieren.

Die Stimmung auf „Ceremony“ ist allgemein dunkel und düster. Das Thema des Todes in schwere Musik verpackt, die allerdings angefüllt ist mit Harmonien und Melodiösität. Solch ein fast schon fröhliches Lied – zumindest im Vergleich zum Rest der Platte – wie „Epitaph Of Daniel“ stellt da eine Ausnahme dar. Genau wie der einzige Titel, den Anna von Hausswolff nicht selbst geschrieben hat, „No Body“. Dieser stammt vom Gitarristen Daniel Ögren, ist eher im experimentellen Bereich angesiedelt und stellt eine Art Klangkollage dar. Die restlichen Lieder klingen mal mehr, mal weniger düster, diese Grundatmosphäre wohnt ihnen jedoch allesamt inne.

Höhepunkte gibt es eine ganze Menge auf „Ceremony“. Die beiden Titel zu Beginn des Albums, „Epitaph Of Theodor“ und „Deathbed“ klingen absolut packend und sind jene, in denen die Kirchenorgel sehr intensiv zu hören ist. Ein wenig erinnert die Musik hier in ihrer Redundanz auch an Werke von Philip Glass. Ins Ohr geht sie dabei immer direkt und ohne Umwege. „Harmonica“ und „Liturgy Of Light“ lauten weitere Höhepunkte. Im Falle von „Harmonica“ stehen nun auch vor allem eher die typischen Rock- und Pop-Instrumente im Vordergrund und Anna von Hausswolff wird in erster Linie von einer Gitarre begleitet.

Fazit: Außergewöhnlich ist das allemal, was Anna von Hausswolff ihren Hörerinnen und Hörern auf „Ceremony“ präsentiert. Sehr intensive Musik, mitunter sakral klingend, wenn die Kirchenorgel ganz im Zentrum eines Liedes steht. Die Musik ist im Allgemeinen dunkel und düster, Texte vom Tod, in denen jedoch alles nur angedeutet wird, können irgendwie auch kaum Freude verbreiten. Die Musik der Anna von Hausswolff auf „Ceremony“ geht trotz dieses etwas maroden Ansatzes durchaus ins Ohr und stellt ganz gewiss etwas Besonderes, Außergewöhnliches dar. Für alle die gerne mal über den Tellerrand hinausblicken und die musikalische Abwechslung suchen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Epitaph Of Theodor, Deathbed, Liturgy Of Light, Harmonica, Sova



Samstag, 18. August 2018

Various Artists – Dream A Little Dream Of Me

 



Various Artists – Dream A Little Dream Of Me


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Bellaphon


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Oldie, Pop


Trackliste:

1. The Mamas & The Papas - Dream A Little Dream Of Me (3:12)
2. Everly Brothers - All I Have To Do Is Dream (2:19)
3. Sonny & Cher - I Got You Babe (3:07)
4. Sam Cooke - Wonderful World (3:00)
5. Ritchie Valens - Donna (2:25)
6. The Cascades - Rhythm Of The Rain (2:32)
7. The Walker Brothers - The Sun Ain’t Gonna Shine Anymore (3:02)
8. Brenda Lee - I’m Sorry (2:38)
9. Bobby Vinton - Blue Velvet (2:49)
10. The Mamas & The Papas - California Dreamin’ (2:38)
11. Tommy James & The Shondells - Crimson And Clover (3:26)
12. Lobo - I’d Love You To Want Me (4:07)
13. Ben E. King - Stand By Me (2:59)
14. Bobby Goldsboro - Honey (3:54)
15. Percy Sledge - When A Man Loves A Woman (2:51)
16. The Animals - House Of The Rising Sun (4:27)

Gesamtspieldauer: 49:27




Im Jahr 1992 erschien auf dem Plattenlabel Bellaphon das Kompilationsalbum „Dream A Little Dream Of Me“, benannt nach dem ersten darauf enthaltenen Titel, einem Hit der Mamas & Papas. Und dieses Lied steht stellvertretend für die restlichen Lieder des Albums. Enthalten sind auf „Dream A Little Dream Of Me“ Pop-Nummern der 60er und Anfang der 70er Jahre, die zu ihrer Zeit allesamt Hits waren.

Wer auf solche Oldies steht, kann hier in entsprechender Musik schwelgen. Alle Lieder liefen in den Radios der damaligen Zeit rauf und runter und es befindet sich auf der Scheibe praktisch kein Lied, was man nicht schon einmal gehört hat. Von daher ist die Titel-Auswahl sehr gelungen, denn Füllmaterial sucht man vergebens auf dieser Zusammenstellung, die in dieser Form auch sehr gut unterhält.

Höhepunkte des Albums sind die Lieder „California Dreamin’“ von den The Mamas & The Papas, Lobo mit seinem Hit „I’d Love You To Want Me“ sowie die Animals mit dem Klassiker „House Of The Rising Sun“. Das mag jemand anderes natürlich völlig anders sehen, denn im Grunde genommen wirkt und klingt hier wirklich jeder Titel und die eigenen Favoriten sind reine Geschmackssache.

Fazit: Eine schöne Zusammenstellung der Pop Musik der ausgehenden 60er und beginnenden 70er Jahre stellt das Kompilationsalbum „Dream A Little Dream Of Me“ dar. 16 Pop-Oldies, die zu ihrer Zeit alle Hits waren, sich in den damaligen Charts in den oberen Plätzen platzierten, zum Teil heute noch auf diversen Radiostationen gespielt werden und die fast jede und jeder schon mal gehört hat. Acht Punkte.

Anspieltipps: California Dreamin’, I’d Love You To Want Me, House Of The Rising Sun



Freitag, 17. August 2018

Various Artists – Platin - Das Album Der Megasongs Vol. 5




Various Artists – Platin - Das Album Der Megsongs Vol. 5


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Pop, Soul, R’n‘B


Trackliste:

CD1:

1. Save Tonight - Eagle-Eye Cherry (4:00)
2. Laura Non C'è - Nek (3:47)
3. Viva Forever - Spice Girls (4:13)
4. When We Were The New Boys - Rod Stewart (4:41)
5. I Could Be The One - Donna Lewis (3:47)
6. Tonight - Joe Cocker (4:44)
7. Born In Time - Eric Clapton (4:37)
8. Dreams - The Corrs (4:16)
9. Not About Us - Genesis (3:57)
10. Wishing I Was There - Natalie Imbruglia (4:26)
11. The Way - Fastball (4:17)
12. She Knows - Dakota Moon (3:51)
13. Everytime You Cry - John Farnham (4:45)
14. I Was Wrong - Keb' Mo' (4:00)
15. So Far Away - Soraya (4:32)
16. Sex And Candy - Marcy Playground (2:53)
17. Real World - Matchbox Twenty (3:51)
18. In It For Love - Richie Sambora (4:17)
19. Dance The Night Away - The Mavericks (4:22)

CD2:

1. Stranded - Lutricia McNeal (3:29)
2. All My Life - K-Ci & JoJo (3:42)
3. Be Careful - Sparkle / R.Kelly (5:09)
4. Millennium - Robbie Williams (3:39)
5. High - Lighthouse Family (5:04)
6. Never Ever - All Saints (5:15)
7. Stand By Me - 4 The Cause (3:40)
8. Go Deep - Janet Jackson (4:44)
9. Can't Let Her Go - Boyz II Men (3:50)
10. Rendez-Vous - Culture Beat (3:56)
11. Teardrops - Lovestation (3:40)
12. I Belong To You - Lenny Kravitz (4:09)
13. Sweet Summer Day - Chris Rea (3:48)
14. Ooh La La - Rod Stewart (4:14)
15. Cruel Summer - Ace Of Base (4:01)
16. Silverball - Cultured Pearls (3:59)
17. Heaven's What I Feel - Gloria Estefan (5:05)
18. Breathe - Midge Ure (4:06)
19. Mainstream - Yothu Yindi (3:51)

Gesamtspieldauer CD1 (1:19:26) und CD2 (1:19:28): 2:38:54



„Platin - Das Album Der Megastars“ oder „Platin - Das Album Der Megasongs“? Egal, alles ist eher ein Marketing-Gag, denn ganz gleich wie reißerisch solch eine Scheibe auch genannt wird, „Megasongs“ sind auf jeden Fall nicht enthalten. „Platin - Das Album Der Megasongs Vol. 5“ heißt die fünfte Ausgabe dieser Reihe der „Platin-Veröffentlichungen“. Das Doppel-Album erschien im Jahr 1998 auf dem Plattenlabel Warner Music und wurde wie die Vorgänger und Nachfolger von den Fernsehsendern SAT1 und Pro7 mit promotet.

Wie bereits erwähnt, „Megasongs“, was immer das auch sein soll, sind auf diesem Kompilationsalbum nicht vorhanden. Vielmehr handelt es sich zum größten Teil um Ausschussware mehr oder weniger bekannter Künstler und Bands. Und wenn eine Sängerin, ein Sänger oder eine Band wirklich einen bekannten Namen hat – die meisten Acts sind durchaus bekannt – dann sind sie hier häufig mit unbekannten und auch keineswegs guten Titeln vertreten.

„Platin - Das Album Der Megasongs Vol. 5“ langweilt wahrlich fürchterlich und ist zumeist mit nicht nur unbekannter sondern gar schlechter Musik angefüllt, die häufig auch noch schmalzig und schleimig zäh aus den Boxen wabert. Nichts mit Hits, bei dieser ganzen Zusammenstellung handelt es sich um billige Resteverwertung und die wenigen wirklich guten Titel können das auch nicht mehr retten. Die beiden überzeugenden Nummern des Albums heißen „Save Tonight“ von Eagle-Eye Cherry sowie „Sex And Candy“ von Marcy Playground.

Fazit: Eine weitere diese absolut sinnlosen Marketing-Zusammenstellungen, die noch durch Fernsehsender unterstützt wird. Nur ganz wenig kann auf „Platin - Das Album Der Megasongs Vol. 5“ gefallen, zumeist sind die Lieder nur Lückenfüller und bei dem Album handelt es sich insgesamt lediglich um Resteverwertung von Liedern, die es selten lohnt gehört zu werden. Schlecht. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Save Tonight, Sex And Candy



Donnerstag, 16. August 2018

Al Stewart – Times Passages




Al Stewart – Times Passages


Besetzung:

Al Stewart – vocals, guitar, keyboards


Gastmusiker:

Peter White – guitars, lead guitar (Tracks 1, 2 and 9), keyboards, accordion
Peter Robinson – piano and organ on Track 2
Peter Solley – synthesizer on Track 6
Peter Wood – keyboards, organ, piano
Tim Renwick – electric guitar, lead guitar (Tracks 3, 4, 5 and 6)
Robin Lamble – bass guitar
Mark Goldenberg – rhythm guitar on Track 2
Phil Kenzie – alto saxophone on Tracks 1 and 8
Stuart Elliott – drums (except Track 2)
Jeff Porcaro – drums on Track 2
Al Perkins – pedal steel guitar
Bill Linnane – guitar
Art Tripp lll, Lindsey Elliott – percussion
Brian Huddy – background vocals
Joe Puerta – background vocals
David Pack – background vocals
James R. West – background vocals
Krysia Kristianne – background vocals
Jeff Borgeson – background vocals
Andrew Powell – orchestration


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Folk, Rock, Pop


Trackliste:

1. Time Passages (6:41)
2. Valentina Way (4:04)
3. Life In Dark Water (5:49)
4. A Man For All Seasons (5:50)
5. Almost Lucy (3:43)
6. The Palace Of Versailles (5:19)
7. Timeless Skies (3:36)
8. Song On The Radio (6:22)
9. End Of The Day (3:11)

Gesamtspieldauer: 44:38



„Time Passages“ nannte der englische Musiker Al Stewart sein achtes Studio-Album. Es erschien im September des Jahres 1978 auf dem Plattenlabel RCA Records und wurde später bei Warner Music wiederveröffentlicht. Es ist die dritte Scheibe des Al Stewart, die nach den Platten „Modern Times“ (1975) und „Year Of The Cat“ (1976) von Alan Parsons produziert wurde. „Time Passages“ wurde in der Karriere des Al Stewart verkaufstechnisch gesehen sein zweiterfolgreichstes Album. Das Titellied kletterte bis auf Platz 7 der US Billboard Charts und das Album erreichte in den USA Platin- und in Großbritannien Silber-Status.

Alle Zutaten eines Al Stewart-Albums sind auch auf „Time Passages“ enthalten. Musik mit akustischer Gitarre, wozu Al Stewart seine Geschichten erzählt. Trotzdem ist „Time Passages“ anders geworden, denn diese gerade erwähnten Momente sind deutlich rarer geworden. „Time Passages“ klingt sehr viel poppiger, als noch viele der Vorgängeralben. Alle Lieder verfügen über eine gewisse einfache Eingängigkeit, soll heißen, man muss sich diese Musik nicht erst großartig erschließen. Und da „Year Of The Cat“ so erfolgreich war, hat Al Stewart die Instrumentierung von diesem Lied gleich mit auf „Time Passages“ übertragen und so hört man auf diesem Album auch öfters den Klang des Saxophons.

Insgesamt ist die Platte auch durch die fast ständige Verwendung der „üblichen“ Rock- und Pop-Instrumente austauschbarer geworden. Die Musik des Al Stewart unterscheidet sich nicht mehr großartig von der, anderer Pop-Bands. Zudem fehlen auf „Time Passages“ auch ein wenig die Höhepunkte. Noch schlimmer sogar. Solch ein Titel wie „End Of The Day“ klingt nach Ambient-Fahrstuhlmusik oder Easy Listening der Kaufhaus-Hintergrund-Beschallung. Der Höhepunkt der Platte heißt „Life In Dark Water“. Ein spannender Titel, der eine eher dunkle Atmosphäre verströmt. Ansonsten klingt einiges „ganz nett“, einiges jedoch auch belanglos und langweilig.

Fazit: „Time Passages“, das achte Studio-Album des Briten Al Stewart, kann insgesamt nicht mehr so überzeugen, wie noch seine Vorgänger. Vieles auf dieser Platte klingt austauschbar und auch mal uninteressant. Ein wenig scheint sich Al Stewart hier dem Massenmarkt anzubiedern. Der Erfolg sollte ihm Recht geben, trotzdem fehlt dieses Album in den Listen der besten Alben des englischen Musikers. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Life In Dark Water



Mittwoch, 15. August 2018

Lou Reed – Transformer




Lou Reed – Transformer


Besetzung:

Lou Reed – lead vocals, rhythm guitar


Gastmusiker:

Mick Ronson – lead guitar, piano, recorder, string arrangements
David Bowie – backing vocals, keyboards, acoustic guitar on “Wagon Wheel“ and “Walk On The Wild Side“
Herbie Flowers – bass guitar, double bass, tuba on “Goodnight Ladies“ and “Make Up“
John Halsey – drums
Trevor Bolder – trumpet
Ronnie Ross – soprano saxophone on “Goodnight Ladies“ and baritone saxophone “Walk On The Wild Side“
The Thunder Thighs – backing vocals
Barry DeSouza – drums
Ritchie Dharma – drums
Klaus Voormann – bass guitar on “Perfect Day“, “Goodnight Ladies“, “Satellite Of Love“ and “Make Up“


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock


Trackliste:

1. Vicious (2:58)
2. Andy's Chest (3:20)
3. Perfect Day (3:46)
4. Hangin’ ‘Round (3:35)
5. Walk On The Wild Side (4:15)
6. Make Up (3:00)
7. Satellite Of Love (3:42)
8. Wagon Wheel (3:19)
9. New York Telephone Conversation (1:33)
10. I'm So Free (3:09)
11. Goodnight Ladies (4:31)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung zum 30. Jubiläum:

12. Hangin’ ‘Round (acoustic demo) (3:57)
13. Perfect Day (acoustic demo - includes a hidden track featuring an advert for the album) (4:50)

Gesamtspieldauer: 46:02



„Transformer“ heißt das zweite Solo-Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Lou Reed. Das Album gilt als ein einflussreicher Meilenstein des Glam-Rock-Genres und enthält Lou Reeds erfolgreichste Single „Walk On The Wild Side“, welches inhaltlich kontroverse Themen wie die sexuelle Orientierung und den Drogenkonsum aufgriff. Produziert wurde „Transformer“ von David Bowie, arrangiert von Mick Ronson und es erschien im November 1972 auf dem Plattenlabel RCA Records. War das selbstbetitelte Debüt-Solo-Album, welches lediglich sieben Monate zuvor veröffentlicht worden war, noch relativ erfolglos, so sorgte nicht zuletzt auch die Beteiligung David Bowies dafür, dass „Transformer“ den Mainstream-Durchbruch für Lou Reed bedeutete.

Wie bereits auf seinem Debut Album, so enthält auch „Transformer“ Lieder, die Lou Reed bereits zu Zeiten von Velvet Underground geschrieben hat. Dieses sind die Titel „Andy's Chest“, „Satellite Of Love“, „New York Telephone Conversation“ sowie „Goodnight Ladies“. Auf „Transformer“ hört man erneut Rock, der dieses Mal jedoch sehr viel abwechslungsreicher und auch interessanter klingt, als noch auf dem selbstbetitelten ersten Solo Album des Lou Reed. Auch die Instrumentierung ist deutlich variantenreicher geworden, David Bowie hat hier ganze Arbeit geleistet.

Auf „Transformer“ klingen die Lieder zudem eingängiger und die Melodien bleiben länger haften. „Walk On The Wild Side“ ist sicherlich das bekannteste Lied von Lou Reed und auch ein kleiner Ohrwurm. Einmal gehört vergisst man diesen Titel nicht mehr. Doch auch die Lieder „Perfect Day“ und „Satellite Of Love“ tendieren in die Richtung des eingängigen Rock Songs, der ohne große Umwege ins Ohr geht. Alles klingt abwechslungsreich und Lou Reed startet sogar kleinere Experimente, ohne dabei gleich zu ausschweifend zu werden. Der 30-jährigrn Jubiläumsausgabe des Albums wurden zwei Zugaben hinzugefügt. Dabei handelt es sich um die akustischen Demos der Lieder „Hangin’ ‘Round“ sowie „Perfect Day“. Letzterem wurde noch, etwas versteckt, eine Radiowerbung der damaligen Zeit für das Album angehängt.

Fazit: „Transformer“ klingt deutlich spannender und interessanter als noch der Vorgänger, das selbstbetitelte Debut Album des Lou Reed. Man hört hier zumeist sanfte Rock Musik, die ins Ohr geht und auch länger dort verweilt. Auf der Platte befinden sich mit „Walk On The Wild Side“ sowie „Satellite Of Love“ zwei der bekanntesten Titel des Lou Reed. Die Produktion des David Bowie trägt auf „Transformer“ Früchte und macht die Platte zu einem sehr gelungenen Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Perfect Day, Walk On The Wild Side, Satellite Of Love



Dienstag, 14. August 2018

Olli Schulz und der Hund Marie – Warten auf den Bumerang




Olli Schulz und der Hund Marie – Warten auf den Bumerang


Besetzung:

Olli Schulz – Gitarre, Stimme, Chor
Max Schröder – Gitarre, Schlagzeug, Stimme, Klavier, Tambo


Gastmusiker:

Dennis – Bass, Gitarre, Tasten
Moses – Chor, Vinyl, Sounds
Mark Tevassol – Chor
Pola Roy – Chor
Arnis Teutoburg-Weiss – Chor
Ben – Klavier, Schlagzeug
Andre – Schlagzeug
Miriam Voß – Streicher
Bettina Hahn – Streicher
Marili Werle – Streicher
Ruth May – Streicher
Hammari Spiegel – Streicher
Sherin Sorour – Streicher
Tatjana Merzyn – Streicher
Kristina Moser – Streicher
Nikolaus Barnat – Streicher
Daniel Sorour – Streicher
Benjamin Sprick – Streicher
Katharina Kühl – Streicher
Judith Holofernes – Stimme
B.deutung – Cello
Martin von Villiez – Tuba


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. In jede Richtung (2:58)
2. Wenn die Music nicht so laut wär' (3:17)
3. Keiner hier bewegt sich (Wir fallen) (2:48)
4. Unsichtbarer Vogel (3:29)
5. Schritt für Schritt (2:23)
6. Medizin (3:35)
7. Rückspiegel (4:26)
8. Wenn das Leben dich beißt (5:40)
9. Was macht man bloß mit diesem Jungen? (2:37)
10. Armer Vater (3:24)
11. Kleine Meise, großes Herz (2:09)

Gesamtspieldauer: 36:53




In den Jahren 2003 bis 2006 veröffentlichte Olli Schulz drei Alben unter der Überschrift „Olli Schulz und der Hund Marie“. „Der Hund Marie“ steht dabei für den Gitarristen Max Schröder, der auch mit der Band Tomte Erfolge verzeichnete. Das letzte Album, welches in dieser Konstellation erschien, heißt „Warten auf den Bumerang“ und wurde im Jahr 2006 auf dem Plattenlabel Universal Music veröffentlicht. Seitdem hat es mit einer Zusammenarbeit der beiden Musiker nicht mehr geklappt und die Beiden veröffentlichen seitdem getrennt voneinander Platten, eine weitere Zusammenarbeit ist dabei allerdings angeblich jedoch nicht ausgeschlossen.

Auf „Warten auf den Bumerang“ hört man einprägsamen und melodiösen Pop bis Rock, der überwiegend ruhig gehalten ist und eher in den Stimmungen der Melancholie und Traurigkeit verhaftet ist, denn die Spaßfraktion bedient. Man benötigt für diese Scheibe auch keine Anlaufzeit, einmal auf- beziehungsweise eingelegt und die Musik wirkt. Dieser eine herausragende Titel ist auf „Warten auf den Bumerang“ zwar nicht enthalten, trotzdem unterhält die Platte sehr gut, denn einen Ausfall gibt es auf diesem Album ebenfalls nicht zu beklagen.

Nichts zum Überspringen oder Auslassen vorhanden, dafür jede Menge Musik die klingt und wirkt. Am eingängigsten und packensten klingen die beiden Lieder „Wenn das Leben dich beißt“ sowie „Armer Vater“. Erster Titel hat einen tollen Groove, der durch einige Streicher mit vermittelt wird und „Armer Vater“ klingt so wunderschön traurig. Dazu verfügen beide Lieder über sehr schöne Texte, die mitzuhören sich lohnen. Überhaupt die Texte, für die sich Olli Schulz verantwortlich zeigt, wohingegen die Musik eine Gemeinschaftsproduktion von Olli Schulz und Max Schröder ist. Diese lohnen sich bei Olli Schulz fast immer. Mal nachdenklich, dann wieder lustig oder gar etwas bissig. Und praktisch keine Liebeslieder – schön.

Fazit: Ein schönes und abwechslungsreiches Album ist „Warten auf den Bumerang“ von Olli Schulz und der Hund Marie geworden. Deutsch-Pop bis Deutsch-Rock der eingängigen und intelligenteren Sorte. Die Texte wirken, die Musik zu allermeist ebenfalls, auch wenn auf diesem Album kein absoluter Ohrwurm enthalten ist. Doch „Warten auf den Bumerang“ lohnt trotzdem. Neun Punkte.

Anspieltipps: Keiner hier bewegt sich, Wenn das Leben dich beißt, Armer Vater



Montag, 13. August 2018

No-Man – Returning Jesus




No-Man – Returning Jesus


Besetzung:

Tim Bowness – vocals
Steven Wilson – instruments


Gastmusiker:

Colin Edwin – bass guitar and double bass
Steve Jansen – drums
Ian Carr – trumpet on “Only Rain“
Ben Christophers – acoustic guitar on “Only Rain“ and “Slow It All Down“
Ian Dixon – trumpet on “No Defense“, flugelhorn on “Slow It All Down“ and “Close Your Eyes“
Rick Edwards – percussion on “Close Your Eyes“
David Kosten – synthesizer and cymbal on “Only Rain“
Theo Travis – saxophone and flute


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Ambient, Psychedelic


Trackliste:

CD1:

1. Only Rain (7:28)
2. No Defence (5:20)
3. Close Your Eyes (8:25)
4. Carolina Skeletons (5:08)
5. Outside The Machine (5:46)
6. Returning Jesus (5:19)
7. Slow It All Down (3:42)
8. Lighthouse (8:13)
9. All That You Are (4:50)

CD2:

1. Something Falls (3:34)
2. Close Your Eyes (EP Version) (7:47)
3. Carolina Reprise (3:01)
4. Until Tomorrow - hifi (2:59)
5. Chelsea Cap (5:26)
6. Darkroom (3:52)
7. Until Tomorrow - lofi (3:15)
8. Song About The Heart (2:48)
9. Lighthouse (First Demo) (10:27)
9. Darkroom (Alternate Version) (5:35)
10. Like A Child (4:10)
11. Chelsea Cap (Alternate Version) (6:50)
12. Lighthouse (Second Demo) (8:56)
13. Slow It All Down (Long Version) (5:13)
14. All That You Are (Demo) (4:42)

Gesamtspieldauer: CD1 (54:15) und CD2 (1:18:41): 2:12:56



„Returning Jesus“ heißt das vierte Studio-Album des Duos Tim Bowness und Steven Wilson, die ihre Platten zusammen unter dem Bandnamen No-Man veröffentlichen. „Returning Jesus“ erschien am 27. März 2001 in Form einer CD, die die hier aufgeführte CD1 enthielt und in Form einer Vinyl-Ausgabe, auf der die oben angegebenen Titel auf drei LPs untergebracht worden waren. Am 3. November 2017 gab es auf dem Plattenlabel KScope eine Wiederveröffentlichung des Albums in Form einer Doppel-CD, die nun alle Lieder wie die ursprüngliche 3er LP enthält.

„Returning Jesus“ ist noch mal deutlich ruhiger geartet, als die beiden Nachfolge-Alben. Mitunter schrammt die Musik sehr nahe am Genre des Ambient vorbei, taucht an der einen oder anderen Stelle sogar in dieses ein. Oftmals klingt die Musik von No-Man auf „Returning Jesus“ sphärisch, leicht schwebend. Somit ergibt sich auch der Umstand, dass auf dieser Platte nicht die eingängigen Melodien zu hören sind – auch wenn darauf Vieles ins Ohr geht. Viel mehr geht es auf „Returning Jesus“ um Atmosphären, die luftig leicht und doch zumeist getragen transportiert werden. Stimmungen werden erzeugt, die die Hörerin und den Hörer sanft umgarnen, einhüllen und schließlich wieder freigeben. Das mag für manche sicherlich ein wenig langweilig klingen, intensiv klingt es allerdings ganz gewiss.

Außer dem Titel „Outside The Machine“, der ein wenig zu soulig klingt, lohnen alle Stücke. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle das Titellied, welches die besondere Atmosphäre des gesamten Albums besonders gut transportiert. Ein klein wenig klingt es schräg, versetzt, mitunter nur angedeutet und dabei immer, trotz aller Zerbrechlichkeit, packend. Auch „Lighthouse“ sollte an dieser Stelle Erwähnung finden. Ein Lied, welches sich steigert und in einen sehr packenden Instrumentalteil mündet, um schließlich sehr relaxt wieder daraus zu entweichen. Der Ansatz der Zerbrechlichkeit der Musik lässt sich auf viele der weiteren Stücke übertragen, sodass „Returning Jesus“ trotz der hier nicht ganz so vorhandenen Melodiösität durchaus eingängig klingt.

Mit der im November 2017 remasterten Version der Platte, bekommt man nun auch alle Zugaben mitgeliefert, die ursprünglich nur auf Vinyl erhältlich waren. Auf der zweiten CD befindet sich die EP „Carolina Skeletons“, diverse Demos und alternative Aufbauten und Abmischungen von Liedern, die auf dem „offiziellen“ Album bereits vorhanden sind. Die Stimmung ist dieselbe und auch wenn man durch das Vorhandensein alternativer Versionen schon einige Nummern kennt, stellt diese Zugabe eine wirklich lohnende Erweiterung dar, welche das Hörerlebnis im selben Stil verlängert.

Fazit: Sanft, zart und sehr atmosphärisch ist die Musik von No-Man auf „Returning Jesus“. Dabei steht weniger die Melodie, sondern sehr viel mehr die mit den einzelnen Liedern transportierte Stimmung im Vordergrund. Ab und an taucht das Gehörte dabei sogar in das Genre des Ambient ein. Mit der Neuauflage des Albums im Jahr 2017 erhält man eine lohnende Ausweitung dieser Musik, in die sich nun noch länger einzutauchen lohnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Returning Jesus, Lighthouse, All That You Are



Sonntag, 12. August 2018

Muse – The 2nd Law




Muse – The 2nd Law


Besetzung:

Matthew Bellamy – lead vocals (tracks 1-9, 12-13), guitar, keyboards, synthesizers, orchestral arrangements
Christopher Wolstenholme – bass, synthesizers, backing vocals, lead vocals (tracks 10-11)
Dominic Howard – drums, percussion, synthesizers


Gastmusiker:

David Campbell – conductor and additional orchestral arrangements
Alyssa Park – first violinist
Gerardo Hilera – violin
Josefin Vergara – violin
Kevin Connolly – violin
Mario Deleon – violin
Michele Richards – violin
Ruth Bruegger – violin
Sara Parkins – violin
Sara Thornblade – violin
Serena McKinny – violin
Songa Lee – violin
Tamara Hatwan – violin
Andrew Duckles – principal viola
Alma Fernandez – viola
David Walther – viola
Matthew Funes – viola
Steve Richards – principal cello
Erika Duke-Kirkpatrick – cello
George Kim Scholes – cello
Suzie Katayama – cello
Dave Stone – bass
Oscar Hidalgo – bass
Rodrigo D'Erasmo – additional violin on “Prelude“ and “Explorers“
Daniela Savoldi – additional cello on “Prelude“ and “Explorers“
Wayne Bergeron – trumpet solo on “Supremacy“
Joseph Meyer – french horn
Nathan Campbell – french horn
Alan Kaplan – trombone
Charles Morillas – trombone
Craig Gosnell – trombone
Nick Lane – trombone
Charles Findlay – trumpet on “Panic Station“
Steven Madaio – trumpet on “Panic Station“
Tom Saviano – tenor saxophone
Donald Markese – baritone saxophone
Katie Razzall – spoken words on “The 2nd Law – Unsustainable“ and “The 2nd Law – Isolated System“
Tom Kirk – additional chanting on “Survival“
Bingham Bellamy – Additional sound effects on “Follow Me“
Aaron Page – choir
Antonio Sol – choir
Baraka Williams – choir
Beth Anderson – choir
Bobbi Page – choir
Christian Ebner – choir
Chyla Anderson – choir
Clydene Jackson – choir
Edie Lehmann Boddicker – choir
Francesca Proponis – choir
Gabriel Mann – choir
Gerald White – choir
Gregory Jasperse – choir
Gregory Whipple – choir
Guy Maeda – choir
Joannna Bushnell – choir
John Kimberling – choir
Karen Harper – choir
Karen Whipple Schnurr – choir
Kathryn Reid – choir
Kimberley Lingo Hinze – choir
Michael Geiger – choir
Oren Waters – choir
Raven Kane – choir
Reid Bruton – choir
Robert Joyce – choir
Scottie Haskell – choir
Susie Stevens Logan – choir
Teri Koide – choir
Walter Harrah – choir


Label: Warner Bros Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Art Rock, Art Pop


Trackliste:

1. Supremacy (4:55)
2. Madness (4:41)
3. Panic Station (3:04)
4. Prelude (0:57)
5. Survival (4:17)
6. Follow Me (3:50)
7. Animals (4:22)
8. Explorers (5:46)
9. Big Freeze (4:39)
10. Save Me (5:08)
11. Liquid State (3:02)
12. The 2nd Law: Unsustainable (3:48)
13. The 2nd Law: Isolated System (5:00)

Gesamtspieldauer: 53:36




„The 2nd Law“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Rockband Muse. Es wurde am 1. Oktober 2012 auf dem Platenlabel Warner Bros. veröffentlicht. Der Titel des Albums bezieht sich auf das zweite Gesetz der Thermodynamik und das Cover-Art des Albums enthält eine Karte der Hirnströme, die dem „Human Connectome Project“ entnommen wurde. Die Aufnahme des Albums begann im Oktober 2011 und endete erst fast ein Jahr später, im August 2012. „The 2nd Law“ enthält insgesamt dreizehn Titel, fünf davon wurden als Singles ausgekoppelt. Das waren die Lieder „Survival“, „Madness“, „Follow Me“, „Supremacy“ und „Panic Station“. „The 2nd Law“ wurde vom Rolling Stone Magazine auf Platz 46 der 50 besten Alben des Jahres 2012 gesetzt.

Trotz dieses Lobes war die Freude über „The 2nd Law“ nicht uneingeschränkt positiv. Dieser progressive Ansatz in der Musik von Muse auf früheren Veröffentlichungen war deutlich einem sehr viel angepassteren Sound gewichen. Zum Teil wildert die Band sogar in den Gefilden des Synthie Pop. Vieles auf „The 2nd Law“ klingt sehr viel massentauglicher und auch fast durchgängig radiokonform. Trotzdem ist die Musik auf diesem Album noch eindeutig mit dem Stempel „Muse“ versehen. Das liegt jedoch nicht nur am unverwechselbaren Gesang des Matthew Bellamy, auch sonst erklingen viele Arrangements und Sounds noch ganz in dem so typischen Stil von Muse. Manchmal nahe am Bombast vorbeischrammend ist die Musik zu jedem Zeitpunkt und in jedem Lied eingängig und melodiös gehalten und manchmal dabei sogar zudem tanzbar.

Zwar überzeugt nicht alles restlos auf „The 2nd Law“, doch die Scheibe verfügt durchaus auch über Höhepunkte. Da wäre zum einen gleich der zunächst rockige Opener „Supremacy“ zu nennen, der mit verschiedenen Atmosphären spielt und bei dem die Streicher wunderschön in die sanften, wie die rockigen Abschnitte mit integriert wurden. „Survival“ erhält viel Spannung durch den Chorgesang und klingt genau dadurch auch sehr intensiv. Das Lied „Animals“ geht sehr gut ins Ohr und schließlich ist da das letzte Lied des Albums, der zweite Teil des Titelliedes „The 2nd Law: Isolated System“. Genau diese Instrumental-Nummer geht noch am weitesten in die Richtung des Art Rock, ist sehr vielschichtig aufgebaut, klingt bereits beim ersten Mal des Hörens überzeugend und verfügt über einen sehr hohen Wiedererkennungswert. Ein klasse Lied, der Höhepunkt auf „The 2nd Law“. Das entsprechende Video zum Lied ist durchaus die dafür zu investierenden fünf Minuten Lebenszeit wert.

Fazit: Auch wenn das sechste Studioalbum der englischen Band Muse mit dem Titel „The 2nd Law“ etwas massenkompatibler geworden ist, so bleibt es doch ganz eindeutig ein Muse-Album. Nicht alles darauf ist zwar begeisternd, doch einige Höhepunkte lassen sich allemal auf dem Album entdecken. Zwischen Synthie Pop in Ausnahmefällen und spannendem Art Rock bietet „The 2nd Law“ seinen Hörerinnen und Hörern eine ganze Menge an abwechslungsreicher Musik. Neun Punkte.



Anspieltipps: Supremacy, Survival, Animals, The 2nd Law: Isolated System




Samstag, 11. August 2018

Kilbey Kennedy – Glow And Fade




Kilbey Kennedy – Glow And Fade


Besetzung:

Keine Instrumentenangabe


Label: Golden Robot Records


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Indie Electronic, Neo-Psychedelia, Ambient Pop


Trackliste:

1. Glow And Fade (4:30)
2. The Game Never Changes (16:05)
3. They Know (3:58)
4. We Are Still Waiting (3:45)
5. The Law Of The Jungle (5:19)
6. Levitate (4:34)
7. The Story Of Jonah (4:38)
8. One Is All (4:23)

Gesamtspieldauer: 47:17




Kilbey Kennedy ist eine Band die sich aus Steven John Kilbey, Sänger, Bassist und Songwriter der australischen Band The Church und Martin Kennedy, Gründer und Mitglied der australischen Electronic Band All India Radio zusammensetzt. „Glow And Fade“ ist bereits die elfte Veröffentlichung des Duos und erschien im Jahr 2017 auf dem Plattenlabel Golden Robot Records. Über die Besetzung und den Einsatz der Instrumente gibt das Booklet leider keine Auslkunft.

Sphärischen und sehr relaxten Electronic Pop bis Rock servieren einem die beiden Herren auf diesem Album. Auf diversen Seiten im Internet kann man dabei nachlesen, dass die Musik von Kilbey Kennedy sehr an jene von Pink Floyd angelehnt sei, des Öfteren sogar stark danach klingen würde. Nun Pink Floyd und Kilbey Kennedy machten oder machen Musik, das ist die Gemeinsamkeit der beiden Bands. Ansonsten klingt bei Kilbey Kennedy nichts nach Pink Floyd. Ein Umstand, der allerdings nichts über die Qualität der Musik aussagt, denn diese ist durchaus hörenswert – wenn auch nicht durchgängig.

Die Lieder von Kilbey Kennedy klingen nach Weite und Sehnsucht, nach Weltraum und Heimweh, nach Verlust und Suche. Und sie klingen immer dann besonders überzeugend, wenn nicht ein dumpfes und monotones Gestampfe, mittels des Drum-Computers, das Ganze in die Ecke des Synthie-Pop manövriert, wie beim Titel „We Are Still Waiting“. Dann hört sich die Musik von John Kilbey und Martin Kennedy gar nicht mehr gut, sondern sehr viel eher billig und auch nervend an. Großartig und gleich sehr viel gelungener klingt dagegen „The Game Never Changes“. Hört man zu Beginn des Stücks Astronauten sprechen, so setzt sich dieser Eindruck auch sofort musikalisch fort. Eine sehr schöne entspannte und sphärische Nummer, mit sanftem und ebenso entspannten Gesang ausgestattet, die sich immer wieder wandelt und neu erfindet. Auch hier gibt es synthetische Abschnitte, die in andere, von der akustischen Gitarre dominierte Passagen münden. Hier klingt nun auch der manchmal ebenfalls, neben dem „richtigen“ Schlagzeug vorhandene Drum-Computer erträglicher. Weiterer Höhepunkt der Platte ist das intensive und sehr eingängige „The Story Of Jonah“. Allein für diese beiden Nummern lohnt sich der Erwerb der Platte.

Fazit: Eine sehr sphärische „Angelegenheit“ ist das Album „Glow And Fade“ vom Duo Kilbey Kennedy. Nicht alles weiß darauf zu überzeugen, denn wenn die Musik in die Synthie-Pop-Ecke abdriftet, bereiten die Lieder der beiden Australier weit weniger Freude. Das kommt glücklicherweise nicht zu häufig auf „Glow And Fade“ vor und andere Titel sind dafür umso lohnender und verströmen dabei einen überaus eingängigen und zum Teil auch sehr abwechslungsreichen Ambient Pop Eindruck. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Game Never Changes, The Story Of Jonah



Freitag, 10. August 2018

Udo Lindenberg – Dröhnland Symphonie




Udo Lindenberg – Dröhnland Symphonie


Besetzung:

Udo Lindenberg – Gesang, Schlagzeug, Perkussion


Gastmusiker:

Bertram Engel – Schlagzeug
Gebhard Gloning – Saxophone
Dave King – Bass
Jean Jacques Kravetz – Keyboards
Thomas Kretschmer – Gitarre
Neppie Noya – Percussion
Steffi Stephan – Bass
Paul Vincent – Gitarre


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Deutsch Rock, Rock’n‘Roll


Trackliste:

1. Dröhnland-Ouvertüre (3:05)
2. Øle Pinguin (4:34)
3. Höllenfahrt (3:59)
4. Lady Whisky (5:08)
5. Guten Tag, Ich heiße Schmidt (3:43)
6. Na und?! (4:21)
7. Bett-Män (3:52)
8. Angelika (3:35)
9. Bis ans Ende der Welt (2:36)
10. Svenska Flicka (4:09)

Gesamtspieldauer: 39:05



„Dröhnland Symphonie“ heißt das zehnte Studio-Album des Udo Lindenberg, welches am 1. Dezember 1978 ursprünglich auf dem Plattenlabel Teldec veröffentlicht wurde. Inzwischen ist auch dieses Album in einer remasterten Version auf dem Label Warner Music erschienen.

Auch „Dröhnland Symphonie“ ist – wie praktisch alle Alben des Udo Lindenberg – angefüllt mit oftmals sehr witzigen Texten. Reimen müssen sich die Worte dabei nicht unbedingt und neue Wortschöpfungen waren für Udo Lindenberg schon immer ein probates Mittel, Texte passender und auch spannender klingen zu lassen. Da macht es immer Spaß zuzuhören. Einmal mehr sind auch auf „Dröhnland Symphonie“ Lieder enthalten, die direkt oder indirekt das Thema Alkohol beziehungsweise Drogen allgemein beinhalten. Themen, die die Lieder des Udo Lindenberg immer begleiteten. Dazu etwas Sozial-Kritik und das Werben für mehr Toleranz. Alles interessant und gelungen und niemals platt verpackt.

Leider nur weiß die Musik auf der „Dröhnland Symphonie“ nicht zu überzeugen. Kein Lied ist darauf enthalten, welches sich im Ohr festsetzt, kein Titel, der zumindest etwas bekannter wäre und auch heutzutage noch ab und an im Radio gespielt werden würde. Ein Wiedererkennungswert ist nur dadurch enthalten, dass zum Beispiel beim Lied „Guten Tag, Ich heiße Schmidt“, jener „Herr Schmidt“ in einer Mickey Mouse Stimme mitsingt. Besonders originell war das Ende der 70er Jahre auch schon nicht mehr. David Bowie hatte so etwas schon mal zehn Jahre zuvor im Titel „The Gnome“ ausprobiert. Irgendwie klingt das allerdings immer wie Vader Abraham und seine „lustigen“ Schlümpfe. Diese eingängigen Melodien, die sich festsetzen, die fehlen leider auf „Dröhnland Symphonie“ und sind noch am ehesten im Opener und Titellied „Dröhnland Symphonie“ und im letzten Lied „Svenska Flicka“ enthalten – doch das sind beides Instrumentalnummern.

Fazit: Die Texte der Lieder auf „Dröhnland Symphonie“ sind wie gewohnt sehr gelungen, wenn man den Humor des Udo Lindenberg teilt. Von der Musik kann man das jedoch leider kaum sagen, sie läuft einfach so durch, ohne irgendwelche großartigen Spuren zu hinterlassen. Von daher ist die „Dröhnland Symphonie“ ganz bestimmt nicht die beste Platte des Udo Lindenberg und lohnt sich für all jene besonders, die gerne ihre Sammlung komplettieren möchten. Essentiell ist das alles wohl jedoch eher nicht. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Dröhnland-Ouvertüre, Svenska Flicka



Donnerstag, 9. August 2018

Matthias Reim – Reim




Matthias Reim – Reim


Besetzung:

Matthias Reim – Gesang


Gastmusiker:

Heike Neumeyer – the voice
Thomas Maser – guitars
Keine weiteren Angaben


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Pop, Deutscher Schlager, Deutsch Rock


Trackliste:

1. Verdammt ich lieb’ dich (3:41)
2. Was ist nur los (3:29)
3. Ganz egal (wie wir das Ding auch dreh'n) (3:39)
4. Du hast mir den Kopf verdreht (3:32)
5. Gib uns nicht auf (3:43)
6. Ich hab’ geträumt von dir (3:25)
7. Maskenball (3:24)
8. Bastian (Blaulicht in der Nacht) (3:07)
9. Selten so gelacht (niemals so geweint) (3:29)
10. Doch da war mehr (4:28)

Gesamtspieldauer: 35:57




Kurz mit „Reim“ betitelte der deutsche Sänger Matthias Reim sein erstes Solo-Album, das am 15. Juni im Jahr 1990 auf dem Plattenlabel Polydor erschien. Darauf zu hören ist eine Mischung aus Deutschem Schlager, Pop und auch Rock. Das Album ist das erfolgreichste in der Karriere des Matthias Reim geworden und verkaufte sich über 1,7 Millionen Mal. Die Platte kletterte in Deutschland und der Schweiz auf Platz 1 der Charts, in Österreich bis auf Platz 2. In Deutschland hielt sich „Reim“ ein gutes Jahr in den Hitparaden.

Der Erfolg der Platte überrascht nicht wirklich, denn die sich darauf befindlichen Lieder sind allesamt melodiös und eingängig. Traurig sind dagegen wieder mal die Texte die, wie so häufig in der populären Musik, hauptsächlich vom Liebesschmerz oder aber von glücklichen Herzen handeln. Diese musikalische Mischung aus Schlager, Pop und Rock geht jedoch ohne große Umwege ziemlich schnell ins Ohr und hält für viele Hörerinnen und Hörer etwas parat. Ganz bestimmt nicht sehr überraschend, dass sehr viele Menschen auf „Reim“ etwas für sich finden können und konnten.

Das bekannteste Lied der Platte ist selbstverständlich der Mega-Hit des Matthias Reim „Verdammt ich lieb’ dich“. Diesen Titel hat wohl jede und jeder schon einmal zumindest im Radio gehört und auch wenn man ihn nicht mögen sollte, eine gewisse Ohrwurmqualität ist diesem Stück zweifelsohne nicht abzusprechen. Ebenfalls in diese Richtung tendiert die Nummer „Ich hab’ geträumt von dir“, welches als Single-Auskopplung ebenfalls sehr erfolgreich auf den diversen Radiostationen rauf und runter lief und in den Charts weit nach oben kletterte. Die restlichen Stücke erheben, genau wie die bereits erwähnten zwei Lieder, kaum den Anspruch besonders anspruchsvolle Musik zu sein doch, dass sie klingen, kann man ihnen kaum absprechen.

Fazit: Eine ganz nette und überaus eingängige Mischung aus Schlager, Pop und Rock hat Matthias Reim auf seinem ersten Album „Reim“ für eine Hörrinnen und Hörer zusammengestellt. Die Lieder klingen melodiös und bleiben hängen. Die Texte quellen dabei leider über vor Schmalz und Liebesgesäusel. Bei vergleichbarer englischsprachiger Musik ist das allerdings leider häufig ebenfalls so. „Love sells“. Wer poppig-rockigen Schlager mag, der auch ins Ohr geht, kann mit „Reim“ von Matthias Reim ganz bestimmt nichts falsch machen. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Verdammt ich lieb’ dich, Ich hab’ geträumt von dir, Bastian (Blaulicht in der Nacht)



Mittwoch, 8. August 2018

Pur – Seiltänzertraum




Pur – Seiltänzertraum


Besetzung:

Hartmut Engler – Stimme
Ingo Reidl – Tasten
Roland Bless – Schlagzeug, Gesang
Joe Crawford – Bässe, Gesang
Rudi Buttas – Gitarren


Label: Intercord Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Pop


Trackliste:

1. Hör gut zu (4:20)
2. Seiltänzertraum (6:08)
3. Indianer (3:58)
4. Neue Brücken (4:24)
5. Hey du (3:57)
6. Heimlich (4:40)
7. Noch ein Leben (5:14)
8. Sie sieht die Sonne (4:23)
9. Nie genug (5:44)
10. Der Mann am Fenster (4:25)
11. Alles wird gut (3:56)
12. In dich (4:10)
13. Kowalski IV (0:40)

Gesamtspieldauer: 56:03




„Seiltänzertraum“ heißt das bereits siebte Studioalbum der schwäbischen Band Pur aus Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg. „Seiltänzertraum“ erschien am 1. August des Jahres 1993 und ist bis heute das zweiterfolgreichste Album der Band. Nur der Nachfolger „Abenteuerland“ verkaufte sich noch ein bisschen besser. Die Platte erschein auf dem Label Intercord Records und wurde bis heute über eineinhalb Millionen Mal verkauft.

Auf „Seiltänzertraum“ hört man Pop, der immer wieder in Richtung des Deutschen Schlagers driftet. Die E-Gitarre darf auch immer wieder mal ein kleines Solo spielen oder mal kurz aufheulen, um dem Ganzen auch einen etwas rockigeren Touch zu verleihen. Trotzdem bleibt das Pop, zumeist sehr unaufgeregt, ganz bestimmt auch melodiös, ohne dabei jedoch irgendwie hängen zu bleiben. Die Platte läuft so durch, perfekt auf Eingängigkeit getrimmt mit Texten, die zwischen den Bereichen „Fremdschämen“ und „Gelungen“ pendeln und die Themen „Liebe“, „Selbstverwirklichung“, „Sozialkritik“ und auch mal „Kirchenkritik“ abarbeiten.

Höhepunkte auf „Seiltänzertraum“ zu benennen fällt einigermaßen schwer, da die Lieder im Grunde genommen alle sehr ähnlich klingen und sehr erfolgreich auf die schnelle Eingängigkeit getrimmt wurden. Die Musik rast so durch und man fragt sich immer wieder, ob das noch das gleiche oder bereits das nächste Lied ist. Andersherum muss man allerdings auch feststellen, dass kein Titel nach unten ausbricht. Ein einmal erarbeiteter Standard wird auch nicht mehr unterboten.

Fazit: Die ideale Platte für alle, die gerne Radio hören, in denen Lieder in einer Dauerschleife angeordnet sind und die Moderatorinnen und Moderatoren am liebsten über ihre eigenen Witze lachen – und das bereits morgens um halb sechs Uhr. „Seiltänzertraum“ ist ein sehr anspruchsloses und im Grunde genommen auch belangloses Pop-Album geworden. Trotzdem enthält die Platte eingängige Musik. Ob diese auch unterhält, liegt ganz am Geschmack der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Menschen die regelmäßig Platten kaufen werden dabei allerdings mit Sicherheit weniger zu „Seiltänzertraum“ greifen und diese Musik eher meiden. Drei Punkte.

Anspieltipps: Nie genug