Dienstag, 12. Februar 2019

IQ – Dark Matter




IQ – Dark Matter


Besetzung:

Peter Nicholls – lead and backing vocals
Martin Orford – keyboards, backing vocals
Mike Holmes – guitars
John Jowitt – bass, backing vocals
Paul Cook – drums and percussion


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 2004


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Sacred Sound (11:40)
2. Red Dust Shadow (5:53)
3. You Never Will(4:54)
4. Born Brilliant (5:20)
5. Harvest Of Souls (24:29)
     I. First Of The Last
     II. The Wrong Host
     III. Nocturne
     IV. Frame And Form
     V. Mortal Procession
     VI. Frame And Form
     VII. Ghosts Of Days

Gesamtspieldauer: 52:18




„Dark Matter“ heißt das achte Studioalbum der britischen Progressive Rock Band IQ. Es wurde am 29. Juni 2004 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea veröffentlicht. Keyboarder und Gründungsmitglied von IQ, Martin Orford, verließ die Band nach diesem Album und kehrte der Musikindustrie völlig den Rücken. Auch Schlagzeuger Paul Cook stieg bei IQ nach „Dark Matter“ aus, kehrte jedoch später, für die Aufnahmen zu „The Road Of Bones“, wieder zur Band zurück.

IQ sind für mich die Progressive Rock Band, die es nach den Musikern von Genesis der 70er Jahre geschafft haben, die eindrucksvollsten und eingängigsten Melodien im Genre des Progressive Rock zu kreieren. Bei IQ kling es fast immer harmonisch und melodiös, die Musik geht ins Ohr und setzt sich dort auch fest. Genauso verhält es sich auch mit den Liedern auf „Dark Matter“, die allesamt progressiv und abwechslungsreich und eingängig klingen. Melodien wechseln, Atmosphären variieren, Tempi und Rhythmen gehen ineinander über. Da klingt es mal sphärischer, dann wieder deutlich rockiger. Abwechslung wird auf dieser Platte dementsprechend sehr groß geschrieben. Peter Nicholls ist auch nicht der ganz große Sänger, doch wie er diese Musik mit seinen Worten interpretiert, auch das passt bei IQ auf „Dark Matter“ perfekt.

Es befinden sich fünf Titel auf diesem Album, alle fünf Lieder sind Höhepunkte. Erwähnen sollte man an dieser Stelle allerdings das letzte Lied des Albums, „Harvest Of Souls“. Dieser Titel, gleichzeitig das längste Lied, welches IQ jemals geschrieben haben, fasst die ganze Platte atmosphärisch wie musikalisch wunderschön zusammen. Doch die Musik auf „Dark Matter“ lässt sich vom ersten bis zum letzten Takt genießen. Selbstverständlich ist auf diesem Album keine Radio-Musik zu hören und mit vielen Wechseln in der Musik, auch stimmungstechnischer Art, sollte man schon klar kommen, wenn man sich auf diese Platte einlassen möchte. „Dark Matter“ klingt zudem definitiv besser und packender, wenn man sich auf das Gehörte konzentriert, als es nur nebenbei zu hören – und diese Musik ist es auch wert, ihr diese Beachtung zu schenken.

Fazit: IQ erfinden auf „Dark Matter“ die Musik nicht neu. Auch nicht ihre eigene. Die Musiker machen auf der Platte das, was sie am besten können, sehr abwechslungsreichen und melodischen Progressive Rock. Mag man diese Musikrichtung, so wird man auch diese Platte mögen. Spannend ist das Gehörte vom ersten bis zum letzten Tag. Ich mag es manchmal sehr, wenn eine Band sich mal nicht „weiterentwickelt“, sondern das, was sie besonders gut kann, einfach weitermacht. IQ machen das auf „Dark Matter“. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sacred Sound, Born Brilliant, Harvest Of Souls



Montag, 11. Februar 2019

A Perfect Circle – Emotive




A Perfect Circle – Emotive


Besetzung:

Maynard James Keenan – lead vocals (1, 2, 4–6, 9–12), backing vocals (7, 8), piano (2)
Billy Howerdel – guitar (1–6, 8, 11), bass (2, 4, 8, 11), piano (1), harmonium (6), keyboards (1, 7), programming (1, 3, 7), backing vocals (2, 5, 10), lead vocals (3, 4, 7, 8)
Danny Lohner – bass (5, 6, 9), guitar (5, 9), arranger, keyboards (1), programming (1), backing vocals (6, 7, 10), instrumentation (10)
Josh Freese – drums (2–9, 11)


Gastmusiker:

Paz Lenchantin – piano (2, 5, 11), strings (2, 3)
James Iha – guitar (7), keyboards (7), programming (7)
Jeordie White – bass (7)
Charles Clouser – programming (3, 4)
Josh Eustis – drums (10), engineering, Rhodes piano (10), mixing
Jason Freese – baritone saxophone (10), tenor saxophone (10)


Label: Virgin Records


Erscheinungsjahr: 2004


Stil: Alternative Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Annihilation (Crucifix) (2:13)
2. Imagine (John) (4:48)
3. Peace, Love, And Understanding (Nick Lowe) (5:03)
4. What’s Going On (Marvin Gaye) (4:53)
5. Passive (4:10)
6. Gimmie Gimmie Gimmie (Black Flag) (2:18)
7. People Are People (Depeche Mode) (3:43)
8. Freedom Of Choice (Devo) (2:59)
9. Let's Have A War (Fear) (3:28)
10. Counting Bodies Like Sheep To The Rhythm Of The War Drums (5:36)
11. When The Levee Breaks (Memphis Minnie & Kansas Joe McCoy) (5:55)
12. Fiddle And The Drum (Joni Mitchell) (3:06)

Gesamtspieldauer: 48:16




„Emotive“ heißt das dritte Studioalbum der amerikanischen Rock Band A Perfect Circle. Das Album ist in erster Linie eine Sammlung von Anti-Kriegs-Cover-Songs. Es wurde am 1. November 2004 auf Virgin Records anlässlich der US-Präsidentschaftswahlen veröffentlicht. Zwei Singles sind zur Unterstützung des Albums erschienen: ein Cover von John Lennons „Imagine“ und „Passive“, ein bisher unveröffentlichter Song aus dem gescheiterten Tapeworm-Projekt. Das Album debütierte auf Platz zwei der US Billboard 200 Charts, verkaufte sich nicht mehr ganz so gut wie die beiden Vorgängeralben, war jedoch immer noch erfolgreich.

Zehn Cover-Versionen und zwei Originalsongs enthält „Emotive“. Das Lied „Passive“ geht auf Trent Reznors unveröffentlichtes Tapeworm-Projekt zurückgeht. Ende der 90er Jahre startete Reznor das Projekt für Songs, die nicht zu Nine Inch Nails passten, das schließlich zu einem Gemeinschaftsprojekt mit einer Reihe anderer Musiker wurde. Ein Track, „Vacant“, enthielt größere Beiträge von Maynard Keenan und Danny Lohner. Die Lieder aus dem Projekt wurden aufgrund kreativer und rechtlicher Hürden der beteiligten Musiker nie veröffentlicht, sodass A Perfect Circle dieses Lied bei Live-Shows zu spielen begann. Da das Tapeworm-Projekt bis 2004 komplett eingestellt wurde, beschloss Keenan das Lied unter dem Titel „Passive“ für das Album „Emotive“ zu überarbeiten. Das andere Originallied hat den etwas „ungriffigen“ Namen „Counting Bodies Like Sheep To The Rhythm Of The War Drums“, der ursprünglich für den Remix des Songs „Pet“ vom Album „Thirteenth Step“ gehalten wurde. Keenan erklärte später, dass es sich nicht um den Remix, sondern um einen zweiten Teil von „Pet“ handelt. Das Lied ist ein Erlebnis, klingt alles andere als „schön“, eher verstörend.

Man muss wohl großer Fan von A Perfect Circle sein, um diesem Album beziehungsweise seinem Inhalt viel abgewinnen zu können. Alben mit Cover-Versionen langweilen – zumindest mich. Und wenn die Lieder darauf auch noch so klingen wie „Gimmie Gimmie Gimmie“ oder „People Are People“, dann verstärkt sich dieser Eindruck noch. Atonales Geschrubber für welches man leidensfähig sein muss. Auch der Rest der Platte ist eher gewöhnungsbedürftig. „Emotive“ klingt wie ein Album, welches veröffentlicht werden sollte, obwohl keine Musik da war. Die Interpretationen der Titel hören sich alles andere als überzeugend an. Zwei Lieder lassen sich allerdings doch ganz gut genießen. Das Stück „Annihilation“ klingt zerstörerisch und verstörend – dadurch auch interessant, denn in diesem Fall wirkt und stimmt der Ansatz. Schließlich muss an dieser Stelle auch „Passive“ erwähnt werden. Eine der beiden Eigenkompositionen und so klingend, dass man A Perfect Circle dahinter erkennt.

Fazit: Platten lediglich mit Cover-Versionen hinterlassen oftmals einen faden Beigeschmack. Genauso ist es auch im Fall von A Perfect Circle und ihrem „Emotive“. Seltsame Interpretationen von Liedern, die auch gar nicht zu A Perfect Circle passen. Nur zwei überzeugende Lieder, eins davon eine Cover-Version, ein Lied, welches von zwei Bandmitgliedern geschrieben wurde. Das ist etwas wenig. „Emotive“ von A Perfect Circle ist überflüssig und langweilt größtenteils. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Annihilation, Passive



Sonntag, 10. Februar 2019

Focus – Focus 8




Focus – Focus 8


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, flute, non-lexical vocables (tracks 1, 4, 7, 8, 11)
Jan Dumée – guitar, vocals (track 2), non-lexical vocables (tracks 7, 11)
Bobby Jacobs – bass guitar
Bert Smaak – drums


Gastmusiker:

Ruben van Roon – drums (track 8)
Geert Scheijgrond – additional guitar (track 4)
Tamara Krzelj – cello (track 2)


Label: Musea Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Instrumentale Musik


Trackliste:

1. Rock & Rio (3:27)
2. Tamara’s Move (5:17)
3. Fretless Love (6:08)
4. Hurkey Turkey (4:15)
5. De Ti O De Mi (6:30)
6. Focus 8 (6:19)
7. Što Čes Raditi Ostatac Života? (5:26)
8. Neurotika (3:47)
9. Brother (5:39)
10. Blizu Tébe (6:38)
11. Flower Shower (5:42)

Gesamtspieldauer: 59:13




„Focus 8“ heißt sinnigerweise das achte Studioalbum der niederländischen Rockband Focus, welches im Jahr 2002 auf dem Plattenlabel Musea Records veröffentlicht wurde. 17 Jahre nach der letzten Scheibe, für die sich die beiden Gründungsmitglieder Jan Akkerman und Thijs van Leer auszeichneten, veröffentlichte letztgenannter Musiker mit einigen neuen Kollegen nochmals ein neues Focus Album. Charttechnischen Erfolg erzielte diese Platte allerdings keinen mehr, trotzdem stellt „Focus 8“ musikalisch gesehen eine deutliche Verbesserung zu den Vorgängerscheiben dar.

Dies liegt jedoch nicht am Songwriting des Thijs van Leer, sondern an dem des neuen Gitarristen und Sängers Jan Dumée, der mit den drei Titeln „Tamara’s Move“, „Što Čes Raditi Ostatac Života?“ und „Blizu Tébe“ gleich die drei Höhepunkte der Platte beisteuerte. Zumeist sanfte Rock-Musik hört man mit diesen drei Liedern, die mal leicht das Tempo anziehen, dabei jedoch nie die Melodie aus dem Fokus verlieren. Eher typisch für die Musik des Thijs van Leer sind da der Opener und das letzte Lied des Albums. Vielleicht fehlt mir dazu allerdings auch nur der Humor, doch wie oft hat man auf den Alben von Focus nun schon gehört, dass Thijs van Leer jodeln kann? Nun, auf dem rockigen „Rock & Rio“ hört man dies erneut. Dazu ein Stampfrhythmus und fertig ist die zwar typische, inzwischen allerdings irgendwie überholt klingende Musik von Focus. Das hat man doch alles schon mal gehört.

Was man allerdings noch nicht gehört hat ist eine Nummer wie „Flower Shower“. Urkomisch soll das wahrscheinlich klingen, wenn hier zu einer seichten Melodie operettenhaft gesungen wird. Dazu ein paar Duschgeräusche, Drum-Computer und gespielte fröhliche Stimmung. Wenn es denn nur nicht so traurig wäre. Ansonsten hört man auf dem Album mit dem Lied „Brother“, welches Thijs van Leer wohl zusammen mit seiner Frau geschrieben hat, noch einen weiteren ganz netten und dieses Mal zunächst sehr getragenen Titel, bis dieser auch rockigere Töne anschlägt. Und der Rest? Ist nicht großartig der Erwähnung wert. Zu viele eingefleischte Focus-Fans gab es im Jahr 2002 auch nicht mehr, sodass die Scheibe an der Ladentheke nicht mehr zu überzeugen wusste.

Fazit: Immerhin eine Steigerung zu früheren Alben ist Thijs van Leer mit seiner Band Focus in neuen Jahrtausend gelungen. Nicht alles auf „Focus 8“ überzeugt, doch es gibt auch die hörenswerten und lohnenden Stellen auf dieser Platte. Insgesamt ist „Focus 8“ nur selten mitreißend, aber immerhin gibt es diese Passagen mal wieder zu hören. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Tamara’s Move, Što Čes Raditi Ostatac Života?, Brother, Blizu Tébe



Samstag, 9. Februar 2019

Cream – Wheels Of Fire




Cream – Wheels Of Fire


Besetzung:

Jack Bruce – lead vocals, bass guitar, cello, harmonica, calliope, acoustic guitar, recorder
Ginger Baker – drums, percussion, bells, glockenspiel, timpani, vocals, spoken word on “Pressed Rat And Warthog”
Eric Clapton – guitar, vocals


Gastmusiker:

Felix Pappalardi – viola, bells, organ, trumpet, tonette


Label: Polydor


Erscheinungsjahr: 1968


Stil: Psychedelic Rock, Blues Rock


Trackliste:

CD1 (In The Studio):

1. White Room (5:03)
2. Sitting On Top Of The World (5:01)
3. Passing The Time (4:37)
4. As You Said (4:23)
5. Pressed Rat And Warthog (3:18)
6. Politician (4:16)
7. Those Were The Days (2:57)
8. Born Under A Bad Sign (3:13)
9. Deserted Cities Of The Heart (3:38)

CD2 (Live At The Fillmore):

1. Crossroads (4:18)
2. Spoonful (16:46)
3. Traintime (7:01)
4. Toad (16:15)

Gesamtspieldauer: CD1 (36:28) und CD2 (44:22): 1:20:50




„Wheels Of Fire“ heißt das dritte Album der britischen Rockband Cream. Es wurde im August 1968 als Zweiplatten-Vinyl-LP auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht, wobei eine Schallplatte im Studio und die andere live aufgenommen wurde. „Wheels Of Fire“ erreichte Platz drei der Charts in Großbritannien und Platz eins in den entsprechenden Charts in den Vereinigten Staaten und wurde damit dort zum weltweit ersten platinverkauften Doppelalbum. Im Mai 2012 wurde es vom Rolling Stone Magazin auf Platz 205 der 500 größten Alben aller Zeiten gewählt. Die Platte wurde allerdings auch einzeln verkauft, als „Wheels Of Fire“ (Studioversion) und „Wheels Of Fire“ (Live At The Fillmore).

Interessant ist einmal mehr, dass Gitarrist Eric Clapton kaum was kompositorisch zur Musik von Cream beitrug. Der Schlagzeuger der Band, Ginger Baker, schrieb zusammen mit dem Pianisten Mike Taylor drei Songs für das Studioalbum. Bassist Jack Bruce hat zusammen mit dem Dichter Pete Brown vier Songs geschrieben. Eric Clapton hingegen bearbeitete lediglich zwei ältere, bereits veröffentlichte Blues Titel und ist auf „Wheels Of Fire“ lediglich für die zwei Cover-Songs zuständig.

Diese beiden Blues-Titel, „Sitting On Top Of The World” und „Born Under A Bad Sign“ sind auch gleichzeitig die schlechtesten und am wenigsten überzeugenden Stücke der Platte, die ansonsten wahrlich gelungen ist. Wie schon auf dem Vorgängeralbum „Disraeli Gears“ hört man auch auf der Studioplatte „Wheels Of Fire“ Psychedelic Rock, der etwas Neues darstellt, irgendwie besonders klingt und dabei auch ins Ohr geht. Ausgesprochen gelungen sind dabei die Nummern „White Room“, „Passing The Time“ sowie „Pressed Rat And Warthog“. Erstgenanntes Stück stammt von Jack Bruce und ist wohl der Cream Klassiker schlechthin, ein Lied, welches man sofort mit den Briten in Verbindung bringt. „Passing The Time“ und „Pressed Rat And Warthog“ schrieb Ginger Baker. Beide Lieder stellen sehr eingängige Stücke dar, die ein etwas schräges Flair verströmen und ebenfalls im Bereich des Psychedelic Rocks angesiedelt sind.

Für die zweite Platte wählte Produzent Felix Pappalardi Lieder aus, die am 7., 8. und 10. März 1968 in San Francisco eingespielt wurden, um die einzelnen Musiker zu präsentieren. Auf „Traintime“ ist Jack Bruce mit einem langen Mundharmonikasolo zu hören. „Spoonful“ und „Crossroads“ sollen Eric Claptons Fertigkeiten an der Gitarre demonstrieren und „Toad“ ist schließlich eine wahre Schlagzeug-Orgie, in der Ginger Baker kaum gebändigt werden kann. Genial. „Spoonful“ und „Toad“ gehören dabei für mich mit zu den mitreißendsten Live-Einspielungen überhaupt. Überraschend an der zweiten Scheibe ist allerdings, dass diese „Live At The Fillmore“ heißt. Denn lediglich „Toad“ wurde am 7. März im Fillmore aufgenommen. „Traintime“ dagegen am 8. März im „Winterland“, genau wie „Crossroads“ und „Spoonful“ am 10. März 1968.

Fazit: Eine Mischung aus Psychedelic Rock und Blues gibt es auf „Wheels Of Fire“ zu hören. Die erste Platte ist dabei ein Studioalbum, die zweite Scheibe ein Live-Konzertmitschnitt. Cream klingen immer dann gut, wenn sie die Musik selbst geschrieben haben und sich eher im Bereich des Psychedelic Rocks bewegen. Überraschenderweise hat Eric Clapton kaum etwas dazu beigetragen. Dafür klingen die Beiträge von Jack Bruce und Ginger Baker umso besser. Zehn Punkte.

Anspieltipps: White Room, Passing The Time, Pressed Rat And Warthog



Freitag, 8. Februar 2019

U2 – Zooropa




U2 – Zooropa


Besetzung:

Bono – vocals, guitar
The Edge – guitar, piano, synthesisers, vocals
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen, Jr. – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Brian Eno – synthesisers, piano, arcade sounds, backing vocals, loops, strings, harmonium
Des Broadbery – loops (tracks 2, 6, 7)
Flood – loops (6, 10)
Johnny Cash – lead vocals (10)


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1 1. Zooropa (6:31)
2. Babyface (4:01)
3. Numb (4:20)
4. Lemon (6:58)
5. Stay (Faraway, So Close!) (4:58)
6. Daddy's Gonna Pay for Your Crashed Car (5:20)
7. Some Days Are Better Than Others (4:17)
8. The First Time (3:45)
9. Dirty Day (5:24)
10. The Wanderer (5:41)

Gesamtspieldauer: 51:19




„Zooropa“ heißt das achte Studioalbum der irischen Rockband U2. Es wurde am 5. Juli 1993 auf dem Plattenlabel Island Records veröffentlicht. Die Platte war eine Fortsetzung der Experimente der Gruppe mit alternativem Rock, elektronischer Tanzmusik und elektronischen Soundeffekten, die 1991 mit ihrem vorherigen Album Achtung Baby begannen. Das Album war ursprünglich als EP angedacht, um eine Tournee zu promoten, die im Mai 1993 beginnen sollte. Doch während der Aufnahmen entschied sich die Gruppe, die Platte auf ein Album in voller Länge auszudehnen. Unter Zeitdruck schrieben die Musiker neue Lieder und nahmen auch Songs auf, die Restmaterial des Albums „Achtung Baby“ darstellten. Das Album wurde auch nicht rechtzeitig vor Wiederaufnahme der Tour fertig gestellt, sodass die Band im Mai zwischen Dublin und den Veranstaltungsorten hin- und herreisen musste, um den Mix und die Aufnahmen abzuschließen. Als Singles wurden die Lieder „Numb”, „Lemon“ und „Stay (Faraway, So Close!)“ ausgekoppelt. In allen wichtigen Ländern erreichte das Album Platz 1 der Charts, darunter auch in Deutschland, Großbritannien und den USA.

Die Band ist im Nachhinein nicht zufrieden mit dem Ergebnis. „Zooropa“ verkaufte sich zwar gut, erreichte jedoch nicht mehr die Verkaufszahlen des Vorgängers „Achtung Baby“. Wundern muss einen das allerdings nicht, denn auf diesem achten Studioalbum von U2 hört man nur noch wenig für U2 typische Musik. Die Lieder auf dieser Platte klingen sehr elektronisch und oftmals einfach orientierungslos. Des Weiteren fehlen herausragende Höhepunkte, wie es auf dem Vorgänger noch zum Beispiel die Nummer „One“ war. Insgesamt wirkt und klingt „Zooropa“ auf eine gewisse Art unausgegoren, mitunter sich der Zeit anbiedernd und dann auch einfach nur langweilig. Natürlich sind auf „Zooropa“ auch ganz interessante Soundexperimente vorhanden, die die Scheibe auch mit zur außergewöhnlichsten Platte von U2 werden lassen, doch überzeugend klingt es deswegen trotzdem nicht unbedingt.

Höhepunkte auf „Zooropa“ sind mit Abstrichen das experimentelle und für U2 sehr untypische Lied „Numb“ und das sehr sanfte, eingängige und melodiöse „The First Time“, welches den eigentlichen Höhepunkt der Lieder auf diesem Album darstellt. Dazu sollte auch die letzte Nummer gezählt werden. „The Wanderer“, bei dem Johnny Cash mit seinem Gesang in seiner unverwechselbaren Art zu hören ist. Gerade die beiden letztgenannten Lieder lassen auch „Zooropa“ noch zu einer lohnenden Scheibe werden.

Fazit: Etwas viel Experiment und etwas weniger U2 hört man auf dem achten Album der irischen Band U2 mit dem Namen „Zooropa“. Nicht immer kann die Musik auf dem Album überzeugen, vieles der Lieder würde man kaum mit U2 in Verbindung bringen, wenn man denn nicht wüsste, dass es wirklich U2 sind, die da gerade spielen. Von daher stellt „Zooropa“ ein Album dar, welches etwas gemischte Gefühle beim Hören hinterlässt. Sicher nicht ganz schlecht, jedoch auch nur selten begeisternd. Acht Punkte.

Anspieltipps: Numb, The First Time, The Wanderer



Donnerstag, 7. Februar 2019

The Dreaming Tree – Progress Has No Patience




The Dreaming Tree – Progress Has No Patience


Besetzung:

Chris Buckler – vocals
Dan Jones – guitars and backing vocals
Jim Peterson – bass
Neil Ablard – drums and percussion
Steve Barratt – keyboards


Label: Bombsite Productions


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Mainstream, Pop


Trackliste:

1. Four Seconds Of Silence (0:04)
2. Silence Won't Steal (5:38)
3. Arcadia (3:01)
4. Grown Too Small (5:14)
5. Love And The Heart (4:21)
6. Moult (8:52)
7. Ophidia (8:15)
8. Slender Versions Of The Truth (6:45)
9. You The One (6:24)
10. Tide And The Mast (1:47)
11. Whisper Song (5:58)
12. The Only Truth (5:01)

Gesamtspieldauer: 1:01:26



The Dreaming Tree war eine Band, die insgesamt zwei Studioalben veröffentlichte. „Progress Has No Patience“ heißt die erste ihrer Veröffentlichungen und erschien wurde im Jahr 2010 auf dem Label Bombsite Productions. Auf „Progress Has No Patience“ hört man größtenteils Mainstream Rock, der zunächst nervt, im weiteren Verlauf der Platte dann jedoch deutlich interessanter klingt und wirkt.

Zu Beginn des Albums hört sich die Musik von The Dreaming Tree noch sehr belanglos und langweilig an. Die Musiker präsentieren ihre Musik in den ersten Titeln relativ uneinheitlich. Zu dem langweiligen Mainstream Rock gesellen sich jazzige Anleihen und man mag es kaum glauben, auch Disco-Ansätze sind hier zu vernehmen. Das klingt alles furchtbar schlimm, konstruiert und in höchstem Maße belanglos. Doch man soll Platten immer ganz durchhören, oftmals versteckt sich die Perle ganz am Ende einer Scheibe.

Im Falle von The Dreaming Tree und ihrem Album „Progress Has No Patience“ sind es jedoch keine „Perlen“, die man findet. Es ist die Musik, die mit und ab dem Titel „Moult“ besser und interessanter klingt. Das Lied ist ein abwechslungsreicher Titel, der auch über seine Laufzeit von fast neun Minuten hinweg nicht langweilig wird. Keine komplizierte Musik, dennoch eingängiger Rock, der mit den Rhythmen und Atmosphären spielt. Gegen Ende des Stücks folgt sogar noch ein mitreißendes Gitarren-Solo, bei dem man sich freuen würde, wenn Sänger Chris Buckler nicht ganz so lange sein „Yeahy, Yeahy“ dazwischen grölen würde. Auch die folgende Nummer „Ophidia“ klingt besser als der Beginn der Scheibe. Dieses Mal ist es ein Keyboardlauf in Verbindung mit der rockigen E-Gitarre, die das Lied zu einem gelungenen werden lässt.

Dies gilt auch für die weiteren Stücke. Ab jetzt hat die Musik von The Dreaming Tree etwas, was man gerne hört, wenn man auf Melodiösität in Verbindung mit Rock steht. Da wird keine Musik neu erfunden, doch zumindest kann man nun der Musik der Engländer unaufgeregt lauschen und sich unterhalten lassen. Dies gilt für alle restlichen Titel bis auf das kurze „Tide And The Mast“. Dieses kurze Pop-Liedchen klingt nach Wham und beweist einmal mehr, dass The Dreaming Tree auch in Verbindung zu verdammt grauenvoller Musik steht. Warum die Musiker sich zudem darauf einigten an mancher Stelle eine sehr tiefe Stimme mit in die Lieder zu integrieren, die zum Teil fast schon lächerlich klingt, das wird wohl für immer das gut gehütete Geheimnis der Engländer bleiben.

Fazit: Das erste Album der englischen Band The Dreaming Tree mit dem Titel „Progress Has No Patience“ ist zweigeteilt. Die ersten Titel klingen fürchterlich, sind uneinheitlich und absolut oberflächlich. Auch später bleibt die Musik von The Dreaming Tree im Mainstream Rock verhaftet, klingt allerdings zumindest eingängiger und unterhält somit an mancher Stelle deutlich besser. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Moult, Ophidia, Whisper Song



Mittwoch, 6. Februar 2019

Steve Hackett – Guitar Noir




Steve Hackett – Guitar Noir


Besetzung:

Steve Hackett – guitar, vocals (2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 11, 12), stepp (3, 10, 11), noises off (3), harmonica (6, 7, 12), string arrangements (8), rainstick (11)


Gastmusiker:

Julian Colbeck – keyboards (1, 4, 6, 7, 12), backing vocals (7)
Dave 'Taif' Ball – bass (1, 4, 6, 7, 12)
Hugo Degenhardt – drums (1, 4, 6, 7, 12)
Aron Friedman – keyboards (2, 5, 8, 13), programming (2, 5, 8, 13), string arrangements (8)
Nick Magnus – keyboards (9), programming (9)
Bimbo Acock – clarinet (9)
Billy Budis – backing vocals (11)


Label: Camino Records / Inside Out Music


Erscheinungsjahr: 1993


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Sierra Quemada (5:17)
2. Take These Pearls (4:14)
3. There Are Many Sides To The Night (7:22)
4. In The Heart Of The City (4:34)
5. Dark As The Grave (4:38)
6. Lost In Your Eyes (4:56)
7. Little America (4:54)
8. Like An Arrow (2:51)
9. Theatre Of Sleep (3:04)
10. Walking Away From Rainbows (3:10)
11. Paint Your Picture (2:57)
12. Vampyre With A Healthy Appetite (5:29)
13. Tristesse (4:01)

Gesamtspieldauer: 57:34



„Guitar Noir“ heißt das zehnte Solo-Studioalbum des Engländers Steve Hackett, welches 1993, fünf Jahre nach dem Vorgänger „Momentum“ veröffentlicht wurde. Bis heute, 2019, ließ Steve Hackett niemals mehr Zeit bis zu seiner nächsten Veröffentlichung verstreichen. „Guitar Noir“ erschien zunächst auf dem Plattenlabel Camino Records und wurde später auf InsideOut Music wiederveröffentlicht. Mit dieser Platte begann Steve Hackett einen sehr viel dunkleren Sound in seiner Musk zu etablieren, der Titel des Albums ist demnach sogar wegweisend.

„Guitar Noir“ ist ein schönes Album geworden, wenn auch ein eher unauffälliges. Die Platte kommt ohne große Höhepunkte aus, dafür gibt es auch keine Ausfälle zu beklagen. Die Stimmung der Platte ist wie bereits erwähnt eine eher dunkle geworden. Zwar gibt es auch mal einen rockigeren und fetzigeren Titel wie zum Beispiel „Lost In Your Eyes“, allerdings stellt solch eine Nummer eher die Ausnahme, denn die Regel auf „Guitar Noir“ dar. Sphärisch klingt es immer wieder mal, dazu der Sound der Gitarre des Steve Hackett und man spürt wie Sehnsucht und Melancholie den Raum erfüllen.

Die Höhepunkte der Platte sind somit auch zwei eher sehr getragene Nummern, „There Are Many Sides To The Night“ und „Dark As The Grave“. Ersteres Stück beginnt mit einem weiten Synthesizer-Teppich, in den Steve Hacketts E-Gitarre sehnsüchtige Botschaften aussendet. Schließlich ist es dann seine akustische Gitarre, die kurzzeitig das Lied bestimmt. Es erklingt eine spanische Gitarre und der Gesang setzt ein, zunächst eher sprechend denn singend. Eine schöne sanfte und weiche Melodie entwickelt sich, verträumt und melodiös. „Dark As The Grave“ klingt ein wenig verwunschen. Sanfte Musik zu einer zu Beginn fast schon hektischen Perkussion. Was gar nicht zusammenpassen will, ergänzt sich perfekt. Dazu erneut sehnsüchtige Gitarrenklänge und fertig ist das packende und eingängige Lied.

Fazit: „Guitar Noir“ ist sicherlich nicht die beste Scheibe des Steve Hackett geworden, trotzdem ein Album, welches man immer wieder gern hört, wenn man die Musik des Ex-Genesis-Gitarristen mag. Die Lieder klingen deutlich besser als zum Beispiel jene auf „Till We Have Faces“, sind abwechslungsreich, da Atmosphären, Rhythmen und Melodien mannigfaltig variiert werden. Lohnt sich. Neun Punkte.

Anspieltipps: There Are Many Sides To The Night, Dark As The Grave



Dienstag, 5. Februar 2019

Manfred Mann’s Earth Band – Nightingales & Bombers




Manfred Mann’s Earth Band – Nightingales & Bombers


Besetzung:

Manfred Mann – organ, synthesisers
Mick Rogers – guitars, vocals
Chris Slade – drums, percussion
Colin Pattenden – bass


Gastmusiker:

Ruby James – backing vocals
Doreen Chanter – backing vocals
Martha Smith – backing vocals
David Millman – viola
Chris Warren-Green – violin
Nigel Warren-Green – cello
Graham Elliott – cello
David Boswell-Brown – cello


Label: Bronze Records


Erscheinungsjahr: 1975


Stil: Art Rock


Trackliste:

1. Spirits In The Night (6:28)
2. Countdown (3:07)
3. Time Is Right (6:34)
4. Crossfade (3:41)
5. Visionary Mountains (5:43)
6. Nightingales And Bombers (4:56)
7. Fat Nelly (3:22)
8. As Above So Below (4:13)

Gesamtspieldauer: 38:06



„Nightingales & Bombers“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Rockband Manfred Mann‘s Earth Band. Das Album wurde am 22. August 1975 in Europa auf dem Plattenlabel Bronze Records veröffentlicht, in Nordamerika erschien es auf dem Label Warner Bros. Records. Der Titel des Albums wurde laut Manfred Mann durch die Aufnahme eines Ornithologen inspiriert, der während des Zweiten Weltkriegs in Surrey, England, den Gesang von Nachtigallen aufnehmen wollte. Royal Air Force-Bomber flogen am 19. Mai 1942 zur gleichen Zeit über ihn hinweg, die auf dem Weg zum Angriff auf Mannheim waren. 197 Flugzeuge flogen den Angriff, 185 kehrten davon zurück und wurden auf ihrem Hinweg versehentlich aufgezeichnet. Die damalige Aufnahme wurde in dem Lied „As Above, So Below“ integriert.

Entgegen sonstigen Gewohnheiten der Manfred Mann‘s Earth Band sind auf „Nightingales & Bombers“ nur zwei Cover-Versionen enthalten. Lediglich der rockige Opener „Spirits In The Night“ ist ein Bruce Springsteen Cover. Das Lied „Visionary Mountains“ stammt von Pam Nestor und Joan Armatrading und ist auch gleichzeitig der Höhepunkt auf „Nightingales & Bombers“. In diesem Lied kommt die irgendwie verwunschene bis leicht mystische Stimmung des Albums am besten zum Tragen. Diese hört mal allerdings auch auf den anderen Titeln der Platte. „Nightingales & Bombers“ ist insgesamt ein typisches Manfred Mann‘s Earth Band Album geworden, zumindest der damaligen Zeit Mitte der 70er Jahre.

Es gibt auf diesem Album jede Menge Instrumentalpassagen oder gleich vollständige Instrumentallieder, auf denen der Synthesizer Sound des Manfred Mann wunderbar zur Geltung kommt und diese besondere Atmosphäre verströmt. Dies wird zusätzlich getragen durch das Zusammenspiel von Gitarre und Synthesizer, welches von den Musikern perfekt umgesetzt wird. Es gibt dabei die schwebenden Abschnitte, die rockigeren Parts aber auch ziemlich frickelige Passagen, in der die Band sehr tief in den Bereich des Progressive Rock einsteigt. Das klingt jederzeit spannend und diese besondere Stimmung der Musik der Manfred Mann‘s Earth Band macht das Hörerlebnis zu jeder Zeit und an jeder Stelle lohnenswert.

Fazit: Mitte der 70er Jahre war die Manfred Mann’s Earth Band auf dem Höhepunkt ihres Schaffens angelangt. Das Album „Nightingales & Bombers“ ist ein weiterer Beweis hierfür. Mit den Scheiben „Solar Fire“ sowie „The Good Earth“ haben die Musiker hier drei Alben in Reihenfolge hintereinander vorgelegt, die sämtlich zu überzeugen wissen. Wer Art Rock mag, der auch immer wieder in das Genre Progressive Rock eintaucht, wird „Nightingales & Bombers“ sicherlich mögen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Time Is Right, Visionary Mountains



Montag, 4. Februar 2019

Focus – Jan Akkerman & Thijs Van Leer




Focus – Jan Akkerman & Thijs Van Leer


Besetzung:

Thijs van Leer – keyboards, synthesizers, flute
Jan Akkerman – guitar, guitar synthesizers
Tato Gómez – bass
Mario Argandoña – drums


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Instrumentale Musik, Pop, Rock


Trackliste:

1. Russian Roulette (5:53)
2. King Kong (3:45)
3. Le Tango (4:57)
4. Indian Summer (5:51)
5. Beethoven’s Revenge (18:53)
6. Olé Judy (3:50)
7. Who’s Calling? (16:22)

Gesamtspieldauer: 59:34




Jan Akkerman und Thijs Van Leer hatten nach Jahren der Trennung und einer mehrjährigen Pause der niederländischen Band Focus doch noch einmal zusammengefunden und veröffentlichten gemeinsam das siebte Studioalbum der Band. Dieses war unbetitelt und kursiert nunmehr unter dem Namen der zwei Haupt-Protagonisten, die sich auch das Songwriting teilten. „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ erschien im Jahr 1985 ursprünglich auf dem Plattenlabel Vertigo.

Das siebte Focus-Album ist ein reines Instrumentalalbum geworden und erklingt ganz im Stile der achtziger Jahre. Das bedeutet, auf der Scheibe hört man jede Menge Synthesizer-Klänge, die zwar noch durch die Querflöte des Thijs van Leer etwas aufgelockert werden, synthetisch klingt die Musik auf dieser Platte trotzdem durchgängig. Bei den Nummern „Indian Summer“ und „Beethoven’s Revenge“ nimmt das Ganze sogar hast schon verheerende Ausmaße an. Ein dumpfer Beat aus der Drum-Machine, darüber eine unfassbar seichte Melodie gelegt und fertig sind die Titel zum Davonlaufen. Ganz schlimm und „Beethovens Rache“ ist wahrlich grausam und unerbittlich. Man fragt sich, was wir ihm angetan haben. Das Lied „Beethoven’s Revenge“ gehört definitiv zu den schlechtesten und vor allen Dingen nervigsten Liedern, die ich überhaupt kenne.

Noch ein wenig erträglicher sind die Nummern „King Kong“, „Le Tango“ sowie „Who’s Calling?“. Dies deutet allerdings keinesfalls auf Qualität hin, jedoch kann man sich diese Titel noch anhören, ohne schreiend den Raum verlassen zu müssen. Die etwas „besseren“ Stücke auf „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ klingen nach seichter Unterhaltung, leider nicht mehr und nicht weniger.

Fazit: Musik kann begeistern aber auch so unfassbar grausam sein. Grausam ist die Musik auf dem siebten Album der Niederländer von Focus nicht durchgängig, dafür leider doch ein wenig zu oft. Auf „Jan Akkerman & Thijs Van Leer“ gibt es hauptsächlich Pop zu hören, der weder ins Ohr, viel zu synthetisch klingt und insgesamt keine Spuren hinterlässt außer: „Muss man nicht haben!“ Drei Punkte.

Anspieltipps: Le Tango



Sonntag, 3. Februar 2019

Arena – Songs From The Lions Cage




Arena – Songs From The Lions Cage


Besetzung:

Clive Nolan – keyboards
Mick Pointer – drums
John Carson – vocals
Keith More – guitars
Cliff Orsi – bass


Gastmusiker:

Steve Rothery – guest guitar solo on "Crying For Help IV"


Label: Griffin Records


Erscheinungsjahr: 1995


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Out Of the Wilderness (8:02)
2. Crying For Help I (1:22)
3. Valley Of The Kings (10:11)
4. Crying For Help II (3:09)
5. Jericho (6:51)
6. Crying For Help III (4:24)
7. Midas Vision (4:36)
8. Crying For Help IV (5:06)
9. Solomon (14:38)

Gesamtspieldauer: 58:24



„Songs From The Lions Cage“ heißt das Debütalbum der britischen Progressive Rock Band Arena, welches am 25. Juli 1995 auf dem Plattenlabel Griffin Records veröffentlicht wurde. Es ist das einzige Arena-Album mit Sänger John Carson und Bassist Cliff Orsi. Clive Nolan und Mick Pointer sind bis heute die einzigen beiden beständigen Mitglieder der Band, die im Jahr 2018 ihr bisher neuntes und letztes Album veröffentlichte.

Die Musik von Arena klingt auf ihrem ersten Album durchaus ein wenig nach Marillion aus der Fish-Zeit, ohne jedoch diese Klasse zu erreichen. Und wie zur Bestätigung dieser Aussage hat sogar der Marillion-Gitarrist Steve Rothery einen kurzen Gastauftritt. Er spielt das Gitarren-Solo in der Nummer „Crying For Help IV“. Inhaltlich befasst sich das Album in fünf kurzen Geschichten mit den Themen „Wildnis“, „Tal der Könige“, „Jericho“, „die Visionen des König Midas“ und schließlich zum Abschluss „König Salomon“. Dazwischen gibt es Einschübe in Form der Lieder „Crying For Help I-IV“, welche in den ersten drei Teilen sanfte Instrumentalnummern darstellen, wohingegen während des vierten Teils ebenfalls gesungen wird. Diese sanfteren, zum Teil akustischen Einschübe, setzen Kontrapunkte zum überaus vollen und rockigen Sound, den die restlichen Stücke aussenden. Dieser ist dann dicht, kompakt, voll und grenzt zum Teil an Bombast. Alle neun Lieder klingen dabei sehr melodiös und eingängig.

So richtig mitreißen kann mich diese Scheibe jedoch trotzdem nicht, auch wenn alles auf ihr „ganz nett“ klingt. Klar auch der progressive Ansatz in der Musik ist vorhanden. Melodien, Atmosphären und Rhythmen werden variiert, wechseln sich ab, gehen ineinander über. Langweilig klingt das an keiner Stelle, trotzdem schafft es diese Musik nicht, einen vollends in den Bann zu ziehen, da die Melodien beziehungsweise Ideen doch nicht absolut überzeugen können. Irgendetwas fehlt in der Musik von Arena auf „Songs From The Lions Cage“. Es ist dieses schwer zu quantifizierende „Besondere“ in der Musik, welches gute Musik zu genialer werden lässt. Zudem schrammen die Musiker manchmal auch haarscharf am Kitsch vorbei wie beim letzten Teil der „Crying For Help“-Reihe. Haarscarf. Meine Favoriten der Scheibe sind das zunächst leicht nach Mittelalter klingende „Crying For Help II“, welches eine schöne und ein wenig schwebende Melodie aufweist. „Solomon“ schließlich, das letzte und längste Lied des Albums macht wegen seinem Aufbau Spaß. Durch viele verschiedene Passagen hört man sich bei dem Stück, die zum allergrößten Teil auch noch vortrefflich ins Ohr gehen. Das macht durchaus Laune auf mehr.

Fazit: „Songs From The Lions Cage“ ist ein gutes, wenn auch kein überragendes Album geworden. An vielen Stellen erinnert die Musik auf der Scheibe ein wenig an die frühen Marillion. Die Lieder klingen abwechslungsreich, eingängig und man ist beim ersten Mal des Hörens immer gespannt, wie es wohl weitergehen wird. Mit den weiteren Durchläufen weiß man das jedoch und die Melodien und Ideen haben sich nicht so eingebrannt, dass man sie unbedingt öfters hören möchte. Trotzdem unterhalten die Lieder auf „Songs From The Lions Cage“ gut. Progressive Rock Fans wird es sicherlich gefallen. Es muss auch nicht jedes erste Album gleich ein Meilenstein werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Crying For Help II, Solomon



Samstag, 2. Februar 2019

IQ – Subterranea




IQ – Subterranea


Besetzung:

Peter Nicholls – lead and backing vocals
Mike Holmes – guitar and guitar synth
John Jowitt – bass guitar and backing vocals
Martin Orford – keyboards and backing vocals
Paul Cook – drums and percussion


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 1997


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Overture (4:38)
2. Provider (1:36)
3. Subterranea (5:53)
4. Sleepless Incidental (6:23)
5. Failsafe (8:57)
6. Speak My Name (3:35)
7. Tunnel Vision (7:24)
8. Infernal Chorus (5:10)
9. King Of Fools (2:02)
10. The Sense In Sanity (4:48)
11. State Of Mine (2:00)

CD2:

1. Laid Low (1:29)
2. Breathtaker (6:04)
3. Capricorn (5:16)
4. The Other Side (2:22)
5. Unsolid Ground (5:04)
6. Somewhere In Time (7:11)
7. High Waters (2:43)
8. The Narrow Margin (20:01)

Gesamtspieldauer CD1 (52:30) und CD2 (50:13): 1:42:43



„Subterranea“ heißt das sechste Studioalbum der britischen Progressive-Rock-Band IQ, welches in Form eines Doppelalbums im Jahr 1997 auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea veröffentlicht wurde. „Subterranea“ ist ein Konzeptalbum, das die Geschichte eines Mannes erzählt, der im Rahmen eines Experiments sein ganzes Leben lang gefangen gehalten wurde, keinen Kontakt zur Außenwelt hatte. Das Album beginnt mit seiner „Entlassung“ in die Welt, in der auf viele für ihn völlig neue Reize trifft, denen er zuvor noch nicht begegnet oder ausgesetzt war.

„Subterranea“ ist ein Album geworden, welches das Herz des Progressive Rock Fans höherschlagen lässt. Es bietet alles, was man sich von solch einer Platte wünscht. Tolle Melodien, die sich in das Ohr eingraben, eine ganz nette und gut durchdachte Story hinter der erzählten Geschichte und ganz, ganz viel Abwechslung. Da wird gerockt, es wird sphärisch, dann wieder etwas poppiger und schließlich auch noch hymnisch bis orchestral. Langeweile kommt auf „Subterranea“ an keiner Stelle auf und die Gesamtspieldauer von fast eindreiviertel Stunden lohnt sich in jeder Minute, denn es gibt auf diesem Album keine schlechten Titel oder gar Füllmaterial. Die Platte ist wie eine musikalische Reise, die zum Genießen einlädt. Eingängig ist die Musik dabei, niemals vertrackt oder zu kompliziert. Alles klingt irgendwie schön und angenehm. Vielleicht führt dies eine Hörerin oder ein Hörer als Nachteil der Scheibe auf, denn so viel Harmonie und Melodiösität und keine entsprechenden, fordernden Gegenparts lösen bei so manchem Progressive Rock Fan automatisch einen kleinen Widerstand aus. Steht man allerdings auf das Sanfte, das Schöne, das Eingängige in der Musik, wird man dieses Album lieben.

Höhepunkt gibt es einige, vor allen Dingen die erste Platte beziehungsweise CD hat es mir da angetan. Die Lieder „Tunnel Vision“, „Infernal Chorus“, „King Of Fools“ sowie „The Sense In Sanity“, allesamt direkt hintereinander angeordnet, bilden das intensive Highlight auf dem ersten Teil des Albums. Auf der zweiten Scheibe ist an dieser Stele natürlich der Longtrack „The Narrow Margin“ zu erwähnen, der das gesamte Album nochmals bestens zusammenfasst und abrundet. Allerdings hätte ich an dieser Stelle auch viele der anderen Lieder aufzählen können, die allesamt zu überzeugen wissen. Nur eines darf man nicht mit diesem Album machen. Es einmal hören und anschließend zurück in den Plattenschrank stellen. „Subterranea“ lohnt häufiger gehört zu werden, zumal sich viele der Melodien mit jedem weiteren Durchgang durchaus noch besser erschließen lassen.

Fazit: Wer Progressive Rock mag, die oder der wird auch dieses Album mögen. Ein wenig Zeit sollte man sich dafür schon nehmen, denn zum einen beträgt die Laufzeit dieses Doppelalbums fast eindreiviertel Stunden, zum anderen wachsen die einzelnen Titel auch mit jedem weiteren Durchlauf. Die Musik ist auch keine, die man nebenher hören kann, sondern erfordert durchaus die eigene Aufmerksamkeit. Und diese zu schenken lohnt sich, man bekommt sehr abwechslungsreichen Progressive Rock zu hören, der mit vielen wunderschönen Melodien und sehr viel Abwechslung aufwartet. Sehr überzeugend. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Tunnel Vision, Infernal Chorus, King Of Fools, The Sense In Sanity, The Narrow Margin



Freitag, 1. Februar 2019

A Perfect Circle – Thirteenth Step




A Perfect Circle – Thirteenth Step


Besetzung:

Maynard James Keenan − lead vocals, executive producer, artwork direction
Billy Howerdel − guitar, backing vocals, production, engineering
Josh Freese − drums
Jeordie White − bass


Gastmusiker:

Troy Van Leeuwen − guitar (on "The Package", "Vanishing" and "Gravity")
Paz Lenchantin - strings (on "Gravity")
Danny Lohner – guitar (on "The Noose"), additional production
The Section Quartet – strings (on "The Nurse Who Loved Me" and "A Stranger")
Jarboe – vocals (on "The Noose" and "Lullaby")
Devo H. Keenan – backing vocals (on "Pet")
K. Patrick Warren – instrumentation on "The Nurse Who Loved Me"
Jon Brion – instrumentation on "The Nurse Who Loved Me"


Label: Virgin Records


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Alternative Rock, Rock


Trackliste:

1. The Package (7:40)
2. Weak and Powerless (3:15)
3. The Noose (4:53)
4. Blue (4:13)
5. Vanishing (4:51)
6. A Stranger (3:12)
7. The Outsider (4:06)
8. Crimes (2:35)
9. The Nurse Who Loved Me (4:06)
10. Pet (4:34)
11. Lullaby (2:01)
12. Gravity (5:06)

Gesamtspieldauer: 50:34



„Thirteenth Step“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Rockband A Perfect Circle, welches am 16. September 2003 auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht wurde. Auch dieses Album der Band war sehr erfolgreich, erreichte in der Premierenwoche Platz 2 der US Billboard 200 Charts und blieb 78 Wochen lang in diesen vertreten. Mit den Liedern „Weak And Powerless“, „The Outsider“ sowie „Blue“ wurden insgesamt drei Titel als Singles ausgekoppelt.

„Thirteenth Step“ ist ein Konzeptalbum über die verschiedenen Aspekte von Süchten und die Überwindung dieser. Der Titel des Albums selbst ist ein Verweis auf das 12-stufige Programm der Anonymen Alkoholiker. Die Musik auf dem Album ist nicht mehr ganz so „hart“ wie noch auf dem Debut Album „Mer De Noms“. Selbstverständlich hört man hier immer noch Rock, Alternative Rock genau genommen. Doch dieser ist weicher und sanfter geworden. Die Melodien sind stärker ausgearbeitet und treffen das Ohr noch ein wenig besser und auch eingängiger. Die Musik auf der Platte klingt dabei nun deutlich weniger als jene von Tool. Nun erinnert nur noch die Stimme von Sänger Maynard James Keenan an die Gemeinsamkeit der beiden Bands.

Viele der Lieder gehen ins Ohr, ganz egal ob sie eher rockig oder sanfter eingespielt wurden. Die Höhepunkte auf „Thirteenth Step“ heißen „The Package“, „The Noose“, „A Stranger“ sowie „The Nurse Who Loved Me“ und decken damit auch die gesamte Bandbreite der Musik von A Perfect Circle auf diesem Album ab. Da hört man harten Rock und sanfte Töne, die durch den Einsatz von Streichern noch lieblicher klingen. Die Abwechslung auf diesem Album wird großgeschrieben und weiß in allen ihren Ausprägungen zu überzeugen.

Fazit: Das zweite Album der US-amerikanischen Band A Perfect Circle mit dem Titel „Thirteenth Step“ ist ein etwas Sanfteres geworden, als noch das Debut der Band. Die Lieder gehen ein wenig schneller ins Ohr, klingen allesamt eingängig und melodiös. Dabei spielt auch die Abwechslung auf dieser Scheibe eine große Rolle, die das Album trotzdem homogen klingen und keineswegs konstruiert klingen lässt. Macht Spaß und bietet für viele etwas. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Package, The Noose, A Stranger, The Nurse Who Loved Me



Donnerstag, 31. Januar 2019

Muse – Simulation Theory




Muse – Simulation Theory


Besetzung:

Matt Bellamy – guitars, lead vocals, keyboards
Dominic Howard – drums
Chris Wolstenholme – bass guitar, backing vocals


Gastmusiker:

David Campbell – brass (track 3)
Mike Elizondo – keyboard (track 10)
Tove Lo – additional vocals (track 8)


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Electronic Rock, Synthie Pop


Trackliste:

1. Algorithm (4:05)
2. The Dark Side (3:47)
3. Pressure (3:55)
4. Propaganda (3:00)
5. Break It To Me (3:37)
6. Something Human (3:46)
7. Thought Contagion (3:26)
8. Get Up And Fight (4:04)
9. Blockades (3:50)
10. Dig Down (3:48)
11. The Void (4:44)

Gesamtspieldauer: 42:08



„Simulation Theory“ ist das achte Studioalbum der englischen Rockband Muse. Es wurde am 9. November 2018 auf dem Plattenlabel Warner Bros. veröffentlicht. „Simulation Theory“ enthält Musik, die nach Electronic Rock bis Synthie Pop klingt. Die Texte der Lieder wurden durch das derzeitige traurige politische Klima der Vereinigten Staaten unter Trump inspiriert. Inhaltlich werden die Rolle von Simulationen in Gesellschaften und die Simulationshypothese des schwedischen Philosophen Nick Bostrom behandelt, nach der auch Realität nur eine Simulation sein könnte.

Die Platte klingt überaus synthetisch, Science Fiction und die Pop-Kultur der 80er Jahre standen hier angeblich Pate – das „angeblich“ kann man dabei getrost vergessen. „Simulation Theory“ klingt stark nach dem Synthie Pop dieses Jahrzehnts, auch wenn die Musik sich dann doch noch etwas voller und moderner anhört. Dennoch zerrt das an den Nerven und man denkt zwangsläufig an die Popper-Generation vergangener Tage, für die solch Lieder wie „Pressure“, „Propaganda“ oder „Break It To Me“ die Erfüllung dargestellt hätten. Für Freunde des Rock oder Fans der früheren Musik der Band klingt das ganz einfach schmerzend und kaum mehr tolerabel.

Nach den drei genannten Liedern wird die Musik etwas besser auf diesem Album. Es wird ein wenig rockiger, wenn auch der synthetische Einschlag weiter allgegenwärtig ist. Spaß macht das nur selten, am ehesten noch beim Titel „Something Human“, bei wohl schon aufgrund des Namens eine akustische Gitarre gezupft wird, die von einem Menschen, Matt Bellamy, eingespielt wurde. Der Höhepunkt der Platte. Und ansonsten? Natürlich hört man, dass es sich hierbei noch um Muse-Musik handelt, nicht zuletzt der Gesang gebesagten Matt Bellamys lässt da überhaupt keine Zweifel aufkommen. Doch auch wenn die Lieder jetzt wirklich etwas rockiger und zum Teil auch „handgemachter“ klingen, überzeugen kann diese Musik nur noch ansatzweise. Da fehlen die Ideen, die eingängigen Melodien oder sonst irgendetwas, was einen dazu verleiten würde, diese Platte öfters aufzulegen. Außer dem Gesang und hier und da dem Sound, erinnert nichts mehr an die Musik von Muse vergangener Tage. Entwicklung in der Musik einer Band muss sein, aber wenn dies das Ergebnis ist, dann ist das einfach nur sehr schade.

Fazit: Selbst die Muse Fans sind bei dieser Scheibe sehr in ihrer Bewertung geteilt. Manche der neueren Fans lieben diese Platte, viele der Fans der ersten Veröffentlichungen haben der Band zum Teil schon vorher den Rücken zugekehrt. Dieser Synthie Pop lässt auch Wellen der Gänsehaut über meinen Körper wallen. Das klingt nicht mehr gut, das klingt nicht mehr interessant, das klingt häufig sogar schlecht. Synthie Pop gab es in den 80ern des letzten Jahrhunderts genügend. Und genau da gehört er auch hin. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Something Human