Dienstag, 29. November 2011

The Sensational Alex Harvey Band – Rock Drill

 


The Sensational Alex Harvey Band – Rock Drill


Besetzung:


Alex Harvey – vocals, guitar, trumpet
Zal Cleminson – guitars, vocals
Tommy Eyre – keyboards, vocals
Chris Glen – bass, vocals
Ted McKenna − percussion, vocals


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Rock


Trackliste:

1. Rock Drill (6:26)
2. The Dolphins (6:15)
3. Rock 'N' Roll (3:45)
4. King Kong (3:20)
5. Booids (1:39)
6. Who Murdered Sex? (5:22)
7. Nightmare City (3:53)
8. Water Beastie (4:52)
9. Mrs. Blackhouse (3:35)

Gesamtspieldauer: 39:07




Das achte Studioalbum der Sensational Alex Harvey Band, Rock Drill, sollte 1978 auch gleichzeitig ihr letztes Werk werden. Anfang 1977 war die siebte Platte der Band unter dem Namen SAHB (without Alex) eingespielt und veröffentlicht worden. Diese trug den Titel „Fourplay“. Das Manko an diesem Album war allerdings, dass Alex Harvey selbst auf dieser Veröffentlichung fehlte und auch sonst nichts dazu beigetragen hatte. Die vier übrigen Musiker hatten ohne ihn eine Platte einspielt.

Zugrunde lag diesem Umstand, dass Alex Harvey zu dieser Zeit bereits schwer alkoholkrank war und auf der Tour nach dem Stories-Album nicht selten apathisch auf der Bühne herumstand oder aber den Text der einzelnen Stücke vergaß. Allerdings schien er sich nach einer kurzen Auszeit wieder etwas gefangen zu haben, sodass die Band 1977 wieder zusammenkam, um eben jenes Album „Rock Drill“ einzuspielen. Es fehlte jedoch von der ursprünglichen Besetzung Hugh McKenna, der die Band, entnervt durch Alex Harveys Eskapaden, verlassen hatte. Tommy Eyre ersetzte ihn am Keyboard.

So viel zum Hintergrund zur Entstehung von „Rock Drill“. Was ist aber mit der Musik auf dem Album? Die wirkt ganz anders, als die damalige Situation vielleicht vermuten lassen würde, denn sie ist frisch und steckt voller Ideen. Das Album beginnt mit dem Titelsong, Rock Drill, einer klasse Rocknummer, die Harvey zusammen mit Eyre schrieb. Das Stück besitzt einen sehr treibenden Rhythmus und ist eines der härtesten Stücke der Sensational Alex Harvey Band. Ab 4:30 klingt das Stück dann sehr sphärisch aus.

„The Dolphins“ ist anschließend einer der Höhepunkte auf der Platte. Am Songwriting des Stücks war noch Hugh McKenna beteiligt und die Nummer zaubert eine absolut tolle Atmosphäre in jeden Raum. Irgendwie „sehnsüchtig“ kommen bei diesem Stück die Noten aus den Boxen. Vielleicht liegt das auch daran, dass mitunter fast schon dissonante Töne zu hören sind, die das ganze Lied so überaus spannend gestalten. Sicherlich ein Highlight im Schaffen der Sensational Alex Harvey Band überhaupt.

„Rock’n’Roll“ ist dann genau das, was der Titel bereits verspricht, nämlich Rock’n’Roll und zwar der härteren Art. Klasse dabei auch der sehr melodische Einschub in der Mitte des Liedes, bei dem das Keyboard wie ein Spinett klingt. Dann kommt eine Coverversion: „King Kong“. Und auch dieses Instrumentalstück weist wieder einen treibenden Rhythmus und schwerere Gitarren auf, auch wenn diese mit einem Violinensound noch versüßt werden. Leise und sphärisch klingt das Lied dann aus.

„Booids“ ist eine kurze Nummer, etwas experimentell, auf der man eine Art Dudelsacksound, unterlegt mit rhythmischem Trommeln, hört. Es folgt „Who Murdered Sex?“ Wieder eine Rocknummer, in der es fast so scheint, als ob die Band seichte Liebeslieder aufs Korn nehmen wollte. Das zumindest lässt sich aus dem Mittelteil schließen, bei dem man einfach grinsen muss, wenn man den Gesang und den Text hört.

„Nightmare City“ ist anschließend wieder eine Rocksong, nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes. Das folgt aber im Anschluss: „Water Beastie“! Das Stück beginnt a capella mit Solo- und Chorgesang, lebt dann vom Klavier, welches einen tollen Groove zaubert und wird schließlich wieder rockiger, um dann erneut in den Klavierteil überzugehen. Ein klasse Stück Musik, wie es so wohl nur Alex Harvey schreiben konnte, denn der ist auch alleiniger Komponist des Stückes. Genau wie auch bei der nächsten Nummer, „Mrs. Blackhouse“. Und wieder mal ist es eine Spielerei Harveys, denn das Lied geht in die Richtung Folk und Country und passt so gar nicht zum restlichen Liederkatalog der Band.

Fazit: „Rock Drill“ unterscheidet sich insofern von den anderen Veröffentlichungen der Sensational Alex Harvey Band, da es mit Sicherheit die härteste Platte in der Bandgeschichte ist. Und auf ihr sind auch wieder tolle Songs vorhanden. Wer Rock mag und auch was mit manchmal etwas schrägeren Tönen anfangen kann, dem sei diese CD wärmstens empfohlen. Von mir gibt es dafür neun Punkte.

Anspieltipps: Rock Drill, The Dolphins, Water Beastie



Montag, 28. November 2011

Fall Out Boy – From Under The Cork Tree





Fall Out Boy – From Under The Cork Tree


Besetzung:

Patrick Stump − vocals, rhythm guitar
Pete Wentz - bass, baking vocals
Joe Trohman – lead guitar, baking vocals
Andy Hurley - drums, percussion


Label: Island


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Rock


Trackliste:

1. Our Lawyer Made Us Change The Name Of This Song So We Wouldn't Get Sued (3:08)
2. Of All The Gin Joints In All The World (3:11)
3. Dance, Dance (3:00)
4. Sugar, We're Goin' Down (3:49)
5. Nobody Puts Baby In The Corner (3:20)
6. I've Got A Dark Alley And A Bad Idea That Says You Should Shut Your Mouth (Summer Song) (3:10)
7. 7 Minutes In Heaven (Atavan Halen) (3:02)
8. Sophmore Slump Or Comeback Of The Year (3:23)
9. Champagne For My Real Friends, Real Pain For My Sham Friends (3:23)
10. I Slept With Someone In Fall Out Boy And All I Got Was This Stupid Song Written About Me (3:31)
11. A Little Less Sixteen Candles, A Little More "Touch Me" (2:48)
12. Get Busy Living Or Get Busy Dying (Do Your Part To Save The Scene And Stop Going To Shows) (3:27)
13. XO (3:40)




Mit ihrer dritten Veröffentlichung „From Under The Cork Tree“ hatte die Band „Fall Out Boy“ 2005 ihren kommerziellen Durchbruch. Die Platte erreichte in den USA zweifachen Platinstatus, im Vereinigten Königreich reichte es immerhin zur einfachen Platinauszeichnung.

Und was fällt an dieser CD auf, außer vielleicht, dass sich die vier US-Amerikaner nicht auf eingängige und somit kürzere Songtitel einigen konnten? Nun, kurz sind die dreizehn auf dem Album enthaltenen Lieder - der längste Track ist gerade mal 3:49 lang. Und eingängig sind diese dreizehn Titel auch. Und noch was bleibt festzuhalten: Alle dreizehn Nummern rocken. Da schrammt mitunter die Stimmung ganz knapp am Hard Rock vorbei. Aber Hard Rock ist es nicht wirklich, was die vier Musiker aus Illinois hier produzieren. Es ist sehr viel eher Mainstream Rock, sehr gut gemachter Mainstream Rock allerdings. Manche Zeitgenossen mögen das auch Pop-Punk nennen, für mich klingt es nach Mainstream.

Die Lieder zünden fast durch die Bank weg. Man kann gar nicht anders, bei dieser Musik muss man einfach mitwippen. Man wippt und wippt, das eine Lied geht zu Ende, das andere beginnt und man wippt weiter, so als ob nichts gewesen wäre. Und da wären wir auch gleich beim großen Manko dieser Platte. Wie gesagt, die Nummern klingen alle nicht schlecht, aber sie klingen leider auch alle sehr ähnlich. Und so kommt es, wie es kommen musste, es macht sich Langeweile breit.

Fazit: Wenn man auf gut gemachten Rock steht, dann wird einem diese Platte auch gefallen, denn es findet sich kein Ausreißer nach unten auf dieser Scheibe. Ich zweifle allerdings, ob sich jemand finden wird, der behauptet: „From Under The Cork Tree ist das beste Album, was ich jemals gehört habe.“ Dazu packt die Musik zu wenig, dazu ist sie dann doch ein bisschen zu belanglos, dazu ähneln sich die dreizehn Stücke der Silberscheibe eben dann doch zu sehr. Keine schlechte Musik, jedoch auch nichts Besonderes. Durchschnitt eben, genau wie es sieben Punkte aussagen.

Anspieltipps: Die beiden ersten Singleauskopplungen „Sugar, We're Goin' Down“ und „Dance, Dance“ oder ne, irgendwie alle dreizehn Titel.



Sonntag, 27. November 2011

Anthony Phillips – 1984





Anthony Phillips – 1984


Besetzung:

Anthony Phillips – keyboards, drumbox, guitar, basic percussion, polymoog, arp 2600, mellotron, bass, piano


Gastmusiker:

Richard Scott – percussion, effects, vocal ideas
Morris Pert – percussion (timps, tambourine, gong, congas, bell-tree, vibra-slap, marimbas, vibes, etc.)


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Instrumental


Trackliste:

1. Prelude '84 (4:23)
2. 1984 Part One (19:02)
3. 1984 Part Two (15:26)
4. Anthem 1984 (2:27)


Bonus CD:

1. Prelude '84 (early stage mix) (4:28)
2. Ascension (5:18)
3. 1984 Part One (early stage mix) (12:51)

Rule Britannia Suite:
4. Sally Theme (1:15)
5. Science & Technology (1:19)
6. Respect (0:59)
7. Church (0:51)
8. Military (1:39)
9. Power in the Land (1:45)

10. 1984 Part Two (early stage Mix) (4:26)
11. Anthem 1984 (early stage mix) (2:12)
12. Poly Piece (demo) (16:39)




Es ist schwer zu glauben, wenn man diese CD einlegt, dass dieser Sound Anfang der achtziger Jahre vielleicht mal interessant oder toll geklungen haben soll. Heute, 2011, klingt das einfach nur ganz, ganz billig. Und das liegt an der Rhythmusfraktion, die einem Synthesizer entspringen und so was von künstlich klingen, wie ich es bisher noch nicht gehört habe.

Nun, bei „Prelude '84“ kommt sogar noch etwas Weiteres hinzu, denn hier klingt auch das Keyboard absolut grausam – und billig. Da fällt mir irgendwie kein besseres Wort zu ein. Durch diese Instrumentierung ist das Lied grottenschlecht, da kann auch die eingängige Melodie nicht mehr helfen, die mir allerdings irgendwie bekannt vorkommt…

Es folgt „1984 Part One“. Was für den kurzen Opener galt, gilt für die nächsten neunzehn Minuten ebenso: Alles wirkt so unglaublich künstlich durch diese vermaledeite Instrumentierung. Und noch etwas fällt auf: Das Lied hat überhaupt keinen Bezug zum eigentlichen Thema, nämlich George Orwells Roman „1984“. Klasse kann man eine Geschichte zum Beispiel bei Alan Parsons „Fall Of The House Of Usher“ oder bei Camels „Snow Goose“ nachempfinden, beziehungsweise nachhören. Hier gelingt das überhaupt nicht. Kein noch so kurzer Abschnitt des Stücks weist auf den Roman hin. Aber vielleicht bin ich da auch einfach zu phantasielos. Musikalisch gesehen wird „1984 Part One“ allerdings im zweiten Teil deutlich besser als zu Beginn. Die Rhythmuslaute werden zwischenzeitlich leiser und hintergründiger, die Melodie wird schöner und das Lied gewinnt an Klasse. Gegen Ende des Stücks gestaltet sich die Instrumentierung allerdings leider wieder wie am Anfang. Ganz am Ende klingt die Nummer dann sphärisch aus.

Bei „1984 Part Two“ gestaltet es sich ähnlich. Zunächst wieder dieser billige Plastiksound, der dann in der Mitte des Stücks besser, ein bisschen schwebender wird, um den Hörer dann allerdings leider wieder mit den inzwischen bekannten Zutaten zu nerven. Kurz wird es dann noch mal ein wenig bombastisch, dann klingt der zweite Teil des Stückes „1984“ langsam aus. Und an dieser Stelle erkennt man dann auch das Werk, auf welchem die Musik fußt. „1984“ wird mehrmals im Hintergrund von einer elektronisch verfremdeten Stimme wiedergegeben.

Das letzte reguläre Stück der CD heißt „Anthem 1984“. Diese kurze Keyboardnummer wird durch einen breiten Keyboardsound geprägt, der das Stück „hymnenartig“ erklingen lässt. Nicht zu erwähnen brauche ich glaube ich, dass die Rhythmusfraktion auch hier wieder unter aller Kanone ist. Uuups, da habe ich es doch getan…

Aber nun zum Bonusmaterial. „Prelude '84 (early stage mix)“ klingt nicht viel anders als die Version auf der ersten CD. „Ascension“ ist anschließend ein Stück, das mit sehr breitem Keyboardteppich aufwartet und auch so sehr getragen wirkt. Die Rhythmuseinlagen fehlen, sodass das Stück immerhin Atmosphäre aufbauen kann. „1984 Part One (early stage mix)” klingt dann wieder sehr synthetisch, eine Verbesserung zum Stück auf CD1 kann ich dabei nicht raushören.

Es folgt die „Rule Britannia Suite“, aufgeteilt in sechs Stücke. Wie schon gehabt, der Sound klingt sehr künstlich, aber die Rhythmusmaschine fehlt zum größten Teil. „1984 Part Two (early stage Mix)“ wird dann richtig fies, denn in diesem Stück ist auch noch Tempo, sodass das „Klack-Klack“ “Tock-Tock“ doppelt so häufig seinen Weg zum Hörer findet. Und schließlich wäre da dann noch das getragene „Anthem 1984 (early stage mix)“ in einer etwas kürzeren Version.

Nun und dann kommt es, der eigentliche Höhepunkt des ganzen Albums, der allerdings nur die letzte Zugabe der CD darstellt. „Poly Piece (demo)“ ist eine richtig gute und verträumte Piano Nummer, die in ihren knapp siebzehn Minuten Dauer richtig viel Abwechslung für den Hörer bereithält. Mal wirkt dieser Track galoppierend, mal süßlich schwebend. Das Stück ist melodiös und spannend und für mich das absolute Highlight der CD, auch wenn es nur ein Bonustrack ist.

Fazit: Der Höhepunkt der CD versteckt sich im letzten Bonustitel. So etwas kannte ich bisher noch von keinem Album. Diesem Stück würde ich zehn Punkte geben, dem Rest nicht mehr als drei, da diese Rhythmusgeschichte einfach zu nervig ist. Zusammengenommen gibt es dann fünf Punkte.

Anspieltipps: Poly Piece (Da das Stück hier völlig aus der Reihe fällt.)






Freitag, 11. November 2011

Camel - Music Inspired By The Snow Goose




Camel – Music Inspired By The Snow Goose


Besetzung:

Andy Latimer – electric, acoustic and slide guitar, flute, vocals
Peter Bardens – organ, electric piano, piano, mini moog, pipe organ, acusticpiano, arp odyssey, vocals
Doug Ferguson – bass, duffle coat
Andy Ward – drums, vibes, vari-speed percussion


Label: Decca


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Great Marsh (2:04)
2. Rhayader (3:02)
3. Rhayader Goes To Town (5:20)
4. Sanctuary (1:06)
5. Fritha (1:19)
6. The Snow Goose (3:12)
7. Friendship ( 1:44)
8. Migration (2:02)
9. Rhayader Alone (1:50)
10. Flight Of The Snow Goose (2:41)
11. Preparation (3:54)
12. Dunkirk (5:25)
13. Epitaph (2:08)
14. Fritha Alnoe (1:31)
15. La Princesse Perdue (4:57)
16. The Great Marsh (1:18)


Bonus-Tracks:

17. Flight Of The Snow Goose (Single Edit) (2:07)
18. Rhayader (Single Edit) (3:14)
19. Flight Of The Snow Goose (Alternative Single Edit) (2:50)
20. Rhayader Goes To Town (Live At Marquee Club, London, 30.10.1974) (5:07)
21. a. The Snow Goose, b. Freefall (Live At Marquee Club, London, 30.10.1974) (11:02)




“The Snow Goose” war im Jahre 1975 die dritte Veröffentlichung der britischen Band Camel. Und eindeutig ist die Musik dieser Formation, zumindest auf dieser CD, dem Stil „Progressive Rock“ zuzuschreiben. Ein Unterschied zu vergleichbaren Bands in dieser Zeit, wie zum Beispiel Yes oder Genesis, wird beim Studium der Trackliste sofort deutlich. An der Stelle, an der andere Bands auf den ehemaligen LP-Seiten einen einzigen Longtrack mit verschiedenen Teilen präsentieren, da lassen sich die Mannen von Camel acht oder neun Einzeltitel einfallen und präsentieren dann eine LP mit 16 Nummern, von denen einige gerade mal etwas über eine Minute lang laufen. Das wiederum sagt allerdings natürlich überhaupt nichts über die Qualität der Musik aus, denn die kann sich bei Camel auf diesem Album auch sehen, beziehungsweise doch besser hören lassen.

Allerdings ging das Entstehen des Albums nicht ganz reibungslos vonstatten. Klar war, dass Camel als drittes Album ein Konzeptalbum veröffentlichen wollte. Und so sollte für das dritte Album jedes Mitglied der Band einen Buchvorschlag machen, auf dessen Inhalt sich das neue Album beziehen sollte. Der erste Vorschlag lautete „Siddartha“ von Hermann Hesse. Andrew Latimer hatte auch gleich ein Lied parat, aber das passte wohl nicht so ganz, sodass der Vorschlag „Siddartha“ wieder fallengelassen wurde. Der nächste Vorschlag fundierte ebenfalls auf einem Werk Hermann Hesses. Dieses Mal war es „Der Steppenwolf“. Allerdings erwies sich auch dessen Umsetzung als nicht praktikabel. Und so hatte Bassist Doug Ferguson die Ehre, die Kurzgeschichte „The Snow Goose“ von Paul Gallico vorzuschlagen, die auch den endgültigen Zuschlag erhielt.

Das Album war von Anfang an als Instrumentalplatte geplant, also ohne Gesang. Allerdings sollten die einzelnen Stücke des Werks durch vorgetragene Auszüge aus der Geschichte „The Snow Goose“ miteinander verbunden werden. Das jedoch untersagten die Herausgeber Gallicos der Band. Zusätzlich nahm der Autor, selbst ein überzeugter Nichtraucher, Anstoß daran, dass der Titel seines Werkes in Verbindung mit einer Band genannt wurde, die ganz offensichtlich Verbindungen zur gleichnamigen Zigarettenmarke hatte. Trotz aller Aufklärungsversuche der Band, drohte Gallico weiter rechtliche Schritte gegen die Verwendung seines Titels an, bis die Band das Album in „Music Inspired By The Snow Goose“ umbenannte.

Nun jedoch zur Musik, bei der es sich eindeutig um progressive Musik handelt – auch wenn die einzelnen Titel zum Teil so dermaßen kurz sind. Das Album fängt ganz langsam und vor allem leise an – mit Gänsegeschnatter. Dann setzen Keyboard und Gitarre ein und im Hintergrund hört man sehr hoch gehauchte „Aaahs“ eines Chores. Alles ist sehr melodisch. Dann schließt sich bereits das zweite Stück „Rhayader“ an. Ein wunderbar melodiöses Querflötenspiel hat in diesem Stück zunächst die Hauptrolle inne, bis sie kurz mal durch das Keyboard abgelöst wird.

Kraftvoll mit treibenden Keyboardklängen geht es mit „Rhayader Goes To Town“ weiter. Das Stück enthält auch ein sehr schönes Gitarrensolo. Im Übrigen handelt es sich bei diesem Track um ein ganz typisches Stück progressiver Rockmusik. Stimmungswechsel finden sich hier genauso wie Tempo- und Rhythmuswechsel. Das Gitarrensolo im zweiten Teil des Liedes erinnert fatal an David Gilmour, so, als ob er hier, als Gastmusiker engagiert worden wäre.

Nun, es ist müßig alle Titel der Platte einzeln durchzugehen, da sie alle irgendwie Teil eines einzigen Liedes sind. Meist sind die einzelnen „Abschnitte“ sehr melodiös. Das kann sehr interessant sein, wie bei „Fritha“ und „Friendship“ oder „Preparation“ und „Epitaph“, aber auch etwas langweilig wie bei „Santuary“ oder „The Great Marsh“. Das kann so richtig schön progressiv klingen wie bei „“Dunkirk“, „La Princess Perdue“ oder dem bereits erwähnten „Rhayader Goes To Town“. Oder es kann sich auch mal fast schon nervig anhören, wie bei dem „Ricky-King-Gedächtnisstück „The Snow Goose“. Oder aber auch unfreiwillig komisch, wie auf „Migration“, was mich unglaublich an die Musik der italienischen Comic-Serie „Herr Rossi sucht das Glück“ aus den 70ern erinnert. Man höre nur den Chor…

Die Zugaben, soweit es nicht die Live-Versionen sind, sind eine nette Dreingabe. Die beiden Live-Versionen hören sich leider allzu blechern an und vermiesen einem das Hörerlebnis ein wenig.

Fazit: „Music Inspired By The Snow Goose” von Camel ist ein sehr abwechslungsreiches Album, welches perfekt in die Zeit Mitte der Siebziger passt. Was allerdings nicht bedeuten soll, dass es sich heute nicht mehr lohnt, hinzuhören. Ganz im Gegenteil, auf dem Album finden sich klasse Nummern, die einfach Spaß machen. Die Musik erreicht zwar nicht die Komplexität und Kreativität vergleichbarer Bands wie Yes oder Genesis zur selben Zeit, geht bei mir allerdings trotzdem als gute Platte durch, gerade wegen der vielen schönen Parts. Zehn Punkte gibt es dafür.

Anspieltipps: „Rhayader Goes To Town“, „Fritha“, „Friendship”, “Preparation” “Dunkirk”



Donnerstag, 27. Oktober 2011

King Crimson – In The Court Of The Crimson King





King Crimson – In The Court Of The Crimson King


Besetzung:


Robert Fripp – guitar
Ian MacDonald – reeds, woodwind, vibes
Greg Lake – bass guitar, lead vocals
Michael Giles – drums, percussion, vocals
Peter Sinfield – words and illumination


Label: EG Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. 21st Century Schizoid Man including Mirrors (7:21)
2. I Talk To The Wind (6:06)
3. Epitaph including March For No Reason and Tomorrow And Tomorrow (8:47)
4. Moonchild including The Dream and The Illusion (12:13)
5. The Court Of The Crimson King including The Return Of The Fire Witch and The Dance Of The Puppets (9:28)




Nun, was soll man zu diesem Werk schreiben. „In The Court Of The Cromson King“ ist das erste Album des Progressive Rock. Ein Album, ohne welches Bands wie Yes oder Genesis mit Sicherheit anders geklungen hätten, ein Album, welches so viele Musiker beeinflusste. Ein Album, welches auch heute noch, nach über 42 Jahren, kraftvoll und modern klingt und in den Jahren auch nichts von seiner Faszination verloren hat.

Und das beginnt schon mit der Covergestaltung, für die sich Barry Godber verantwortlich zeigte, ein Freund Peter Sinfields. Auf dem Außencover ist eine schreiende Fratze zu sehen, die auf dem Innencover zu einem freundlich einladenden Gesicht wird, welches allerdings beim Lächeln seine Vampirzähne nicht verbergen kann. Tragisch dabei, dass der Künstler, Barry Godber, bereits ein Jahr später, im Alter von 24 Jahren, an einem Herzinfarkt verstarb.

Nun zur Platte, die mit dem Stück „21st Century Schizoid Man“ beginnt. Dieser erste Track ist eine absolut verstörende Nummer, die schrill und kreischend aus den Boxen schießt. Deren Mittelteil fast wie Free Jazz klingt, den ich überhaupt nicht mag, mich in diesem Fall aber staunend, mit offenem Mund und begeistert zurücklässt. Ein Stück, welches wie kaum ein anderes, sich seinen Weg brachial in den Gehörgang ebnet und trotzdem auf seine ganz eigene Art und Weise melodiös ist. Ein Stück, welches bis dato, auch nicht in Ansätzen, von irgendeiner Band so gespielt wurde beziehungsweise hätte gespielt werden können.

Und so eindringlich der erste Track war, umso überraschender geht es im zweiten weiter. Mit dem nächsten Stück eröffnen sich dem Hörer nun nämlich ganz andere Töne. Einen völlig überraschenden Stilbruch gibt es hier zu hören, denn fast schon lieblich bahnt sich jetzt die Musik ihren Weg zum Hörer. Mellotrongeschwängert und schwebend, leicht und melodiös ist das Stück „I Talk To The Wind”. Unterstrichen wird diese Stimmung noch durch das wunderschöne Querflötenspiel Ian McDonalds.

Und melodiös geht es mit „Epitaph“ weiter, welches fast schon bombastisch eingeleitet wird. Wieder eine sehr schöne und ruhige Nummer, die eine der besten Gesangsleistungen Greg Lakes beinhaltet. Auf knapp neun Minuten gibt es in dem Stück lautere und leisere Passagen die, perfekt aufeinander abgestimmt, ineinander übergehen und sich schließlich wieder zu einem bombastischen Finale bündeln.

Es folgt „Moonchild“ inklusive „The Dream And The Illusion“. Dieses über zwölfminütige Stück muss man zweigeteilt betrachten. Da wäre zum einen der erste Teil, „Moonchild“. Auch hier gibt es wieder eine wunderschöne und melodiöse Gesangslinie. Das Ganze wird sehr leise und zurückhaltend instrumentiert, sodass Greg Lakes Gesang hier fast schon zerbrechlich wirkt, denn dieser passt sich, der durch die Instrumente versprühten Atmosphäre, an. Bis hierher, bis 2:20, ist das erneut ein ganz tolles Lied. Was nun allerdings folgt und zehn Minuten andauert, ist dann nur noch Sphäre. Es ist eine spontane Improvisation, die da auf Platte gepresst wurde, meist frei schwebend, an einigen Stellen auch abgefahren und dissonant klingend. Wenn dieses Album eine Schwäche hat, dann ist es genau dieser Part, denn der ist eindeutig zu langweilig und langwierig geraten.

Aber ein Highlight wartet noch mit dem letzten Stück auf den Hörer. „The Court Of The Crimson King“ ist wieder eine wundervolle und melodiöse Nummer, die uns am „Gerichtshof des Beelzebub“ einführt, denn nichts anderes bedeutet der Tracktitel übersetzt. Und das Stück klingt wie eine Hymne, was alleine schon durch den Chor im Refrain ausgelöst wird. An diesem Stück ist wiederum alles perfekt: Klasse Mellotronsound, wunderschöne Querflötenklänge, perfekt gespielte und aufeinander abgestimmte Instrumente, toller Gesang und ein wunderbar gesetztes Ende.

Fazit: Dieses Album ist ein Meisterwerk, da es einem ganz neuen musikalischen Genre die Tür öffnete: Dem Progressive Rock. Tolle Lieder und Sounds, die bis dahin so noch nie gehört wurden. Nur die zehn Minuten „The Dream And The Illusion“ sind irgendwie verschenkt. 14 Punkte.

Anspieltipps: Alle Stücke sind wärmstens zu empfehlen…




Mittwoch, 26. Oktober 2011

The Sensational Alex Harvey Band – Stories





The Sensational Alex Harvey Band – Stories


Besetzung:

Alex Harvey – lead vocals, harmonica, guitar
Zal Cleminson – guitars, backing vocals
Hugh McKenna – electric piano, organ, grand piano, backing vocals
Chris Glen – bass guitar, backing vocals
Ted McKenna − percussion, backing vocals


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock


Trackliste:

1. Dance To Your Daddy (5:44)
2. Amos Moses (5:23)
3. Jungle Rub Out (4:30)
4. Sirocco (6:56)
5. Boston Tea Party (4:37)
6. Sultan's Choice (4:09)
7. $ 25 For A Massage (3:19)
8. Dogs Of War (6:12)

Gesamtspieldauer: 40:50



Nachdem das fünfte Studioalbum, „The Penthouse Tapes“, hauptsächlich aus Coverversionen bestand und weit davon entfernt war, in irgendeiner Art und Weise zu überzeugen, so hat sich die Sensational Alex Harvey Band auf ihrer sechsten Veröffentlichung, „Stories“, glücklicherweise wieder ihrer Stärken bedient und damit noch im selben Jahr ein deutlich besseres Album veröffentlicht.

Und auf dem Album finden sich wahrlich einige Perlen. Da ist zum Beispiel das Stück „Sirocco“ aus der Feder Hugh McKennas. Knappe sieben Minuten ist diese Nummer lang und man spürt beim Hören richtiggehend den warmen Wüstenwind auf der Haut. Das Lied ist sehr ruhig, fast schon getragen, erzeugt aber wunderbar genau die Atmosphäre, die der Titel allein schon durch seinen Namen vermitteln möchte.

Dann ist da das Stück „Boston Tea Party“, bei dem dieses Mal das Piano im Zentrum der Instrumentierung steht. Ein klasse Song mit tollem Rhythmus und ebenso guter Melodieführung. Wunderbar hier auch, wie von Strophe zu Strophe das Grundthema immer weiter gesteigert wird. Ein wahres Highlight im Schaffen der Sensational Alex Harvey Band.

„Dogs Of War“ sehe ich als Nummer, die stellvertretend für viele andere Lieder der Sensational Alex Harvey Band stehen kann. Das Stück beinhaltet viele Tempo- Rhythmus- und auch Melodiewechsel und weist trotzdem meist einen treibenden Sound auf. Ein richtig guter Rock-Song.

Und was ist mit den restlichen fünf Liedern? „Dance To You Daddy“ ist eine Rocknummer, die sich schon dadurch von vergleichbaren Stücken der Band unterscheidet, dass beim Refrain ein Chor im Falsettgesang „She wanna dance“ intoniert. Das Stück beinhaltet eine treibende Rhythmusfraktion und klingt im letzten Viertel sphärisch und melodiös aus.

„Amos Moses“ ist ebenfalls eine nach vorn gerichtete Rocknummer, die sich über die gesamte Laufzeit hinweg langsam weiter steigert. Klasse hier das Zusammenspiel des Keyboards Hugh McKennas mit der Gitarre Zal Cleminsons. „Jungle Rub Out“ ist, für Alex Harvey Verhältnisse, ungewöhnlich funkig, und weiß durchaus zu gefallen. „Sultan’s Choice“ wiederum ist ein Stück, welches zu Beginn schwer nach Hardrock klingt, sich im weiteren Verlauf allerdings zu einer ganz normalen Rocknummer wandelt, die noch am ehesten durch ihren, wiederum sehr hoch gesungenen, Chorrefrain in Erinnerung bleibt.

Bliebe noch „$ 25 For A Massage“, welches mit einem stampfenden Rhythmus eingeleitet wird und dann hautsächlich von der Gitarrenmelodie lebt. Sicherlich kein Highlight im Songmaterial der Sensational Alex Harvey Band.

Fazit: Nach dem schlechten „The Penthouse Tapes“ Album, fokussiert sich die Band um Alex Harvey wieder auf das, was sie kann: Eigene, gute Lieder schreiben und performen. Und es gibt einige gute Songs auf „Stories“. Zwar nicht mehr in der Fülle wie auf den ersten Platten der Band, aber immerhin sind sie noch da. Von mir gibt es dafür acht Punkte.

Anspieltipps: Sirocco, Boston Tea Party, Dogs Of War



Dienstag, 25. Oktober 2011

Laurie Anderson – Big Science





Laurie Anderson – Big Science


Besetzung:

Laurie Anderson – vocals, vocoder, farfisa, percussion, electronics, keyboards, sticks, violin, claps, ungar whistling, marimba, OBXa, wood blocks


Gastmusiker:

Roma Baran – farfisa bass, glass harmonica, sticks, claps, casio, accordion, ungar whistling, vocoder, tenor whistle
Bill Obrecht – alto sax
Peter Gordon – clarinet, tenor sax
David Van Tieghem – drums, roto toms, timpani, marimba, percussion
Perry Hoberman – bottles, sticks, claps, flute, sax, piccolo, backup vocals, walkie talkie, soprano whistle
Rufus Harley – bagpipes
Chuck Fisher – alto sax, tenor sax
Richard Cohenv – clarinets, bassoon, bari sax
George Lewis – trombones
D. Sharpe – drums
Brady – dogs


Label: Nonesuch Records Inc.


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: ArtPop


Trackliste:

1. From The Air (4:29)
2. Big Science (6:14)
3. Sweaters (2:18)
4. Walking & Falling (2:10)
5. Born, Never Asked (4:56)
6. O Superman (8:21)
7. Example #22 (2:59)
8. Let X = X (3:51)
9. It Tango (3:01)


Bonustracks:

Walk The Dog (5:51)
O Superman (Video)

Gesamtspieldauer: 44:10




1982 veröffentlichte die New Yorker Performancekünstlerin Laurie Anderson ihr erstes Album, „Big Science“. Und einfach ist diese Musik wahrlich nicht zu beschreiben. Und ich würde da sogar noch einen Schritt weitergehen, denn einfach ist diese Musik auch nicht anzuhören. Auf ganz andere Töne muss man sich beim Durchhören dieses Albums einstellen. Andere Sounds, die man woanders so wohl noch nicht gehört hat.

Es beginnt mit „From The Air”, ein Lied, was vom Zusammenspiel verschiedener Saxophone, einer Klarinette und einem schwebenden Keyboardsound lebt. Die Krönung wird dem Ganzen noch durch Laurie Andersons Sprechgesang aufgesetzt. Obwohl hier immer wieder schräge Töne an das Ohr herangeführt werden, so ist das ganze Stück an sich betrachtet doch irgendwie eingängig und melodiös. „Big Science“ beginnt mit Wolfsgeheul und Laurie Andersons hoher Stimme, die so etwas wie „Uhukuuku“ singt. Dann setzt wieder ein Sprechgesang ein, dieses Mal spärlich instrumentiert durch einen Keyboardklangteppich. Im Refrain singt Laurie Anderson schließlich wieder sehr melodiös und fast schon zerbrechlich wirkend.

Weiter geht es mit „Sweaters“ einem völlig abgefahrenen Stück. Am Anfang klingt es so in etwa wie Kindergequengel und dieses Geräusch wird dann weiterhin von der Stimme Laurie Andersons imitiert, genau wie von den Backpipes Rufus Harleys. Passt alles sehr gut zur zentralen Aussage des Stücks: „I no longer love…“ Wirklich kein einfaches Stück Musik – und absolut unmelodiös. „Walking And Falling“, im Anschluss daran, ist eine sehr minimalistische Nummer. Sprechgesang und ganz dezente Hintergrundinstrumentierung ergeben einen Song, in dem uns Laurie Anderson erklärt, wie man gleichzeitig gehen und fallen kann. „Born, Never Asked“ wird wieder durch einen Sprechteil eingeleitet und entwickelt sich anschließend zu einer tollen und harmonischen Nummer, die von der Violine dominiert wird. Klasse hier auch der Marimba-Einsatz und das Hintergrundgeklatsche. Ein Höhepunkt des Albums.

Und dann kommt es, das Stück, durch welches Musikfreunde noch am ehesten mit dem Namen Laurie Anderson in Berührung gekommen sind: „O Superman“. Auf über acht Minuten Länge hört man hier dieses „Ha-ha-ha-ha-ha…“, nur ganz leicht elektronisch verzerrt. Dazu die vocodergefilterte Stimme Laurie Andersons und nur ab und zu Abwechslung in Form von Keyboard, Flöte oder Saxophon. Absolut genial das Stück in seinem Minimalismus. Aber ich bin mir bewusst, dass mit dieser Nummer nicht jeder etwas anfangen können wird.

Es folgt erneut ein sehr ungewöhnlicher Titel, „Example #22“. Auf Deutsch wird zuerst von einer Frau, dann von einem Mann, über „paranormale Tonbandstimmen“ referiert. Fast weinerlich wirkt in diesem Song die Stimme Laurie Andersons, bis sie am Ende der Nummer eine Art Refrain des Liedes, gepresst in Form eines „Nananana“, herausstößt. Richtig schön melodisch wird es anschließend wieder auf „Let X=X“. Auch dieses Mal spielt Laurie Anderson wieder mit ihrer Stimme, spricht den Text zum Teil, um dann wieder zum Singen überzugehen. Den Übergang zum letzten regulären Track bekommt man gar nicht richtig mit, denn der ist fließend. Außerdem klingt „It Tango“ ähnlich wie sein Vorgänger. Allerdings ist hier die Stimme Laurie Andersons nicht ganz so elektronisch verzerrt.

Bliebe noch das Bonusmaterial. Dieses muss man übrigens im Dateiverzeichnis der CD direkt im Computer aufrufen, es erscheint also nicht auf der Playliste im CD-Player. So minimalistisch wie das Lied „O Superman“ gehalten ist, so minimalistisch geht es auch in dem dazugehörigen Video zu. Hektik kommt da auf jeden Fall nicht auf. Und der Bonustrack „Walk The Dog“? Okay, da kommt man automatisch an seine Grenzen. Verzerrtes Hundegebell und Stimmen wie bei Mickey Mouse. Das ist nicht mehr die Avantgarde, das ist nur noch ein Klanggebilde, welches, na sagen wir mal „sehr gewöhnungsbedürftig“ ist. Es fällt schwer dieses Stück anzuhören ohne in Versuchung zu geraten, der Nummer mittels des „Aus-Knopfes“ der Anlage den Saft abzudrehen.

Fazit: Wer einmal Lust auf was ganz anderes hat, das nicht immer melodiös, dafür umso mehr spannend ist, was auch mal ungemein schräg klingen kann, anschließend aber wieder mit süßen Melodien verwöhnt, der sollte sich mal „Big Science“ von Laurie Anderson reinziehen. Wegen seiner Andersartigkeit und weil sich auch tolle Songs auf dieser CD befinden, gebe ich dem Werk zehn Punkte.

Anspieltipps: Big Science, Born Never Asked, O Superman, Let X=X, It Tango







Montag, 24. Oktober 2011

The Sensational Alex Harvey Band – The Penthouse Tapes





The Sensational Alex Harvey Band – The Penthouse Tapes


Besetzung:


Alex Harvey – lead vocals, harmonica, guitar
Zal Cleminson – guitars, backing vocals
Hugh McKenna – electric piano, organ, grand piano, backing vocals
Chris Glen – bass guitar, backing vocals
Ted McKenna − percussion, backing vocals


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock


Trackliste:

1. I Wanna Have You Back (2:44)
2. Jungle Jenny (4:03)
3. Runaway (2:49)
4. Love Story (5:03)
5. School's Out (4:57)
6. Goodnight Irene (4: 32)
7. Say You're Mine (Every Cowboy Song) (3:22)
8. Gamblin' Bar Room Blues (4:06)
9. Crazy Horses (2:53)
10. Cheek To Cheek (3:51)

Gesamtspieldauer:  38:20




Das fünfte Album der Sensational Alex Harvey Band ist eigentlich kein reguläres Album, denn das Songmaterial auf der Platte setzt sich zum großen Teil aus Coverversionen zusammen.

Lediglich zwei Titel: „I Wanna Have You Back“ und „Jungle Jenny“ sind Titel aus der Feder der Sensational Alex Harvey Band. Ein weiterer Track, „Say You’re Mine“, hat Alex Harvey allein komponiert. Dabei ist „I Wanna Have You Back“ eine nicht gerade aufsehenerregende Rock’n’Roll-Nummer, „Jungle Jenny“ dagegen ein deutlich besseres und interessanteres Stück, welches an „The Tale Of The Giant Stoneater“ auf „Tomorrow Belongs To Me“ erinnert. Das dritte Stück, „Say You’re Mine“ hat den Untertitel „Every Cowboy Song“ und so klingt es auch, wie ein ganz gewöhnlicher Countrysong, mit allem was dazugehört. Man muss wohl diese Musikrichtung mögen, um an diesem Song gefallen zu finden. Für mich klingt es grauenvoll.

Der Rest des Albums, die Coverversionen, hätten auch nicht sein müssen. Zwar sind die Stücke meistens bekannt, allerdings richtig überzeugen kann hier nur die Coverversion von Del Shannons „Runaway“. Die ist klasse. Mit Abstrichen noch okay ist der „Gamblin‘ Bar Room Blues“, der Rest langweilt irgendwie und es genügt, diese Stücke im Original zu kennen.

Fazit: Vielleicht wurde die Band um Alex Harvey von der Plattenfirma unter Druck gesetzt, möglichst schnell wieder ein Album zu veröffentlichen, vielleicht gab es aber auch einen ganz anderen Grund, ich kenne ihn nicht. Ich kenne allerdings das Ergebnis und das ist mehr als bescheiden. Und wenn man dann bedenkt, dass im selben Jahr noch ein deutlich besseres Album der Sensational Alex Harvey Band das Licht der Welt erblicken sollte, dann kann man diese Veröffentlichung noch sehr viel weniger nachvollziehen. Das sind lediglich vier Punkte – wenn überhaupt.

Anspieltipps: Runaway, Jungle Jenny, Gamblin’ Bar Room Blues



Sonntag, 23. Oktober 2011

Asia – Asia





Asia – Asia


Besetzung:

John Wetton – bass, vocals
Geoff Downes – keyboard
Steve Howe – guitar
Carl Palmer – drums


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Mainstream Rock, AOR


Trackliste:

1. Heat Of The Moment (3:55)
2. Only Time Will Tell (4:48)
3. Sole Survivor (4:52)
4. One Step Closer (4:18)
5. Time Again (4:49)
6. Wildest Dreams (5:11)
7. Without You (5:08)
8. Cutting It Fine (5:41)
9. Here Comes The Feeling (5:41)

Gesamtspieldauer: 44:23




Na, was erwartete man damals wohl im Jahre 1982, als sich vier Musiker zusammentaten, um unter dem Namen „Asia“ eine Platte einzuspielen? Man erwartete viel, denn bei den vier Musikern handelte es sich um keine Geringeren als John Wetton, ehemals King Crimson, Roxy Music, Uriah Heep, UK und Wishbone Ash. Um Steve Howe, ehemals Yes. Um Carl Palmer, ehemals Emerson, Lake und Palmer sowie um Geoff Downes, ehemals Buggles und Yes. Bei so viel Kompetenz in Bezug auf progressiver Rockmusik, da musste ja das Überwerk dieses Genres erschaffen werden. Sicherlich, wir waren bereits im Jahr 1982, die Zeit der progressiven Rockmusik war eigentlich vorbei. Aber diese Namen, da musste doch was Geniales entstanden sein.

Nein, ich nehme es vorweg, ist es leider nicht. Die Vier präsentieren uns mit „Asia“ eine Mainstream Rock Platte. AOR, wie es so schön heißt, Adults Orientated Rock, Rockmusik für Erwachsene, zugeschnitten auf den nordamerikanischen Musikmarkt. Und erfolgreich wurde das Album auch, denn es verkaufte sich millionenfach und mit dem ersten Stück, „Heat Of The Moment“, warf es auch gleich einen Hit ab.

Nun, wenn man allerdings die Sache losgelöst von der Vergangenheit der Musiker betrachtet, dann muss man unumwunden zugeben, dass die vier handelnden Personen hier, mit dem Debut von Asia, wirklich etwas geschaffen haben, was tatsächlich überaus eingängig ist und bereits beim ersten Hören hängenbleibt. Das gilt für „Heat Of The Moment“ genau wie für das zweite Stück „Only Time Will Tell“. Und – oh Wunder – auch für das dritte Stück „Sole Survivor”. Alles geht in dieselbe Richtung und schnellstens ins Ohr. Nun ich brauche die Titel nicht alle aufzählen, sie funktionieren alle auf die gleiche Art und Weise. Und dabei meine ich das noch nicht einmal negativ, denn manchmal hat man einfach Lust auf eingängige Musik und zum Beispiel beim Autofahren, kommt diese Musik doch entspannter, als eine frickelige Passage von Emerson, Lake & Palmer oder King Crimson.

Und so finde ich mit „One Step Closer“ auch wirklich nur ein Lied, was mich wirklich tierisch nervt. Ich habe bei diesem Stück auch immer das Gefühl, mein Handy klingelt. Aber und das sei hier auch nicht verschwiegen, ab und an kann man dann ja doch noch ein geniales Gitarrenstück von Steve Howe entdecken, wie zum Beispiel im ersten Teil von „Cutting It Fine“.

Fazit: Die Namen der teilnehmenden Personen sagen in diesem Fall nichts über den Inhalt aus. Der ist Mainstream Musik, aber immerhin gut gemachte Musik, wenn sie mir allerdings meist viel zu rund und glattgeschliffen daherkommt. Aber die Vier verstehen ihr Handwerk, der Sound ist erstklassig und auch der Gesang Wettons gefällt. Gute Musik zum, ja, Autofahren. Zu mehr reicht es dann leider nur noch ab und zu. Neun Punkte.

Anspieltipps: Heat Of The Moment, Only Time Will Tell, Time Again, Wildest Dreams, Cutting It Fine



Samstag, 22. Oktober 2011

The Sensational Alex Harvey Band – Tomorrow Belongs To Me






The Sensational Alex Harvey Band – Tomorrow Belongs To Me


Besetzung:


Alex Harvey – lead vocals, harmonica, guitar
Zal Cleminson – guitars, backing vocals
Hugh McKenna – electric piano, organ, grand piano, backing vocals
Chris Glen – bass guitar, backing vocals
Ted McKenna − percussion, backing vocals


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock


Trackliste:

1. Action Strasse (3:16)
2. Snake Bite (4:00)
3. Soul In Chains (3:57)
4. The Tale Of The Giant Stoneater (7:20)
5. Ribs And Balls (1:56)
6. Give My Compliments To The Chef (5:36)
7. Sharks Teeth (5:01)
8. Shake That Thing (4:10)
9. Tomorrow Belongs To Me (3:51)
10. To Be Continued (0:54)

Gesamtspieldauer: 40:00




1975 erschien die vierte Veröffentlichung der Sensational Alex Harvey Band mit dem Namen „Tomorrow Belongs To Me“. Und wie bereits auf den ersten drei Alben, so gab es auch auf dieser Platte wieder viel zu entdecken für den Hörer.

Der erste Track auf dem Album heißt „Action Strasse“. Eine Rock’n’Roll Nummer, nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes. Das außergewöhnlichste an dem Titel ist noch die Aussprache Harveys, wenn er das Wort „Strasse“ singt. Anschließend folgen mit „Snake Bite“ und „Soul In Chains“ zwei Bluesnummern, mit denen ich nicht sehr viel anfangen kann. Beide Titel plätschern so vor sich hin und gehören wahrlich nicht zu den herausragenden Kompositionen der Sensational Alex Harvey Band.

Ganz anders sieht das dann schon beim nächsten Titel aus, beziehungsweise ganz anders hört sich das beim nächsten Titel an. Wie ein Märchenerzähler führt uns Alex Harvey in das Stück ein: „Hear this: The tale of the giant stone eater. Gather round boys and girls and listen.“ Und was jetzt folgt ist ein Stück, welches so typisch ist für die Sensational Alex Harvey Band. Langsame Teile wechseln sich mit treibenden Abschnitten ab und über allem schwebt die Stimme des Märchenerzählers Alex Harvey. Mit Sicherheit kein radiotaugliches Lied, allerdings ein Stück, welches herrlich verschiedene Stimmungen heraufbeschwört und niemals langweilig wird.

„Ribs And Balls“ ist eine kurze Nummer, welches trotz, ihrer weniger als zweiminütigen Dauer, genau das Gegenteil des Vorgängers darstellt. Ein treibender Rhythmus und Gesang wiederholt sich immer wieder auf das Neue - und wird schnell langweilig.

„Give My Compiments To The Chef“ stellt dann einen Höhepunkt der Platte dar. Das Stück hört sich nach progressiver Rockmusik an: Tempo- und Rhythmuswechsel lassen sich in dem Stück genauso finden wie schöne Melodien und etwas schrägere Abschnitte. Obwohl nur fünfeinhalb Minuten lang, sprüht die Nummer nur so vor Einfällen. Ein sehr gutes Stück Musik.

Deutlich schlechter ist dann der nächste Track: „Sharks Teeth“. Irgendwie nicht Fisch noch Fleisch und zudem auch noch meist atonal, ist das Stück die schlechteste Nummer auf dem Album. Deutlich besser ist dann wieder „Shake That Thing“, ein Lied, für das sich Alex Harvey als alleiniger Komponist auszeichnet. Das Stück groovt, hat eine schöne Melodieführung, eine tolle Steigerung und einen klasse Refrain. Sicherlich wieder ein Höhepunkt auf dem Album.

Und darauf folgt ein zweites Highlight: „Tomorrow Belongs To Me“, gleichzeitig Namensgeber des gesamten Albums. Wunderschön getragen beginnt das Stück, um sich dann immer weiter zu steigern, bis Alex Harvey den Refrain, unterstützt von einem Chor, geradezu schmettert. Klasse gemacht.

Den Abschluss bildet dann noch eine 54 Sekunden dauernde Spielerei, in der „Vambo“ nach Hause geht, nicht ohne festzustellen, dass er eines sonnigen Tages auch wiederkehren wird. In diesem Sinne „Gegrüßt seist Du Vibrania“.

Fazit: Auf dem Album sind mit “Give My Compliments To The Chef”, “Shake That Thing” und “Tomorrow Belongs To Me” drei Klassiker im Schaffen der Sensational Alex Harvey Band vertreten. Auch “The Tale Of The Giant Stoneater” ist ein Höhepunkt, wohingegen die restlichen sechs Stücke, vielleicht mit Ausnahne von “Action Strasse”, stark abfallen. Für den Fan ist diese CD ein „Muss“, wer allerdings in den Kosmos der Sensational Alex Harvey Band neu einsteigen will, der ist wohl mit einem der drei Vorgängeralben besser bedient. Von mir gibt es acht Punkte für „Tomorrow Belongs To Me“.

Anspieltipps: Give My Compliments To The Chef, Shake That Thing, Tomorrow Belongs To Me



Freitag, 21. Oktober 2011

Kansas – Point Of Know Return





Kansas – Point Of Know Return


Besetzung:

Kerry Livgren – guitars, keyboards
Robbie Steinhardt – violin, viola, vocals
Steve Walsh – keyboards, vocals
Rick Williams – guitars
Dave Hope – bass
Phil Ehart – drums


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Progressive Rock, Hard Rock


Trackliste

1. Point Of Know Return (3:14)
2. Paradox (3:51)
3. The Spider (2:05)
4. Portrait (He Knew) (4:37)
5. Closet Chronicles (6:32)
6. Lightning´s Hand (4:24)
7. Dust In The Wind (3:29)
8. Sparks Of The Tempest (4:19)
9. Nobody´s Home (4:40)
10. Hopelessly Human (7:18)
11. Sparks Of The Tempest (Live) (5:18)
12. Portrait (He Know) (Remix) (4:50)

Gesamtspieldauer: 54:37




1977 veröffentlichte die amerikanische Band Kansas mit „Point Of Know Return“ bereits ihr fünftes Album. Und was man auf diesem Werk zu hören bekommt, ist gut gemachter, amerikanischer, progressiver Rock, bei dem häufig eine Violine die zentrale Rolle spielt.

Das Album beginnt mit dem Titelstück „Point Of Know Return“, eine Nummer die hauptsächlich durch ihr „Tony-Banks-Gedächtnis-Keyboard“ in Erinnerung bleibt. Ansonsten ist das Stück nicht schlecht, fällt allerdings gegenüber den Highlights auf dieser CD ab. Weiter geht es mit „The Spider”, einer Nummer, die zu Beginn sehr an Gentle Giant erinnert und dies in den Passagen auch durchhält, die ohne Gesang auskommen.

Reichlich schräg, in bester Prog-Manier, startet dann „The Spider“. Und das ändert sich bei dem Instrumentalstück auch während seiner gesamten Dauer nicht. Klasse gesetzte Dissonanzen lassen hier immer wieder aufhorchen. „Portrait (He Knew)“ beginnt anschließend ebenfalls wieder wie ein schönes Stück progressiver Musik und wird dann, beim Einsetzen des Gesangs, zu einer richtig guten Rocknummer  mit treibender Rhythmusfraktion und klasse Melodieführung.

„Closet Chronicles”, das fünfte Stück des Albums, fängt mit breitem Orgelsound an und auf diesem Teppich breitet sich dann der Gesang aus. Dann wird es richtig ruhig und sphärisch, der Gesang nimmt sich ebenfalls zurück und schließlich beginnt die „frickelige Phase“, bis das Lied gegen Ende wieder in den Gesangspart übergeht. In den gut sechseinhalb Minuten haben die sechs Mannen von Kansas unglaublich viel hineingepackt, ohne, dass das Ganze irgendwie aufgesetzt oder konstruiert klingen würde.

Etwas langweilig kommt dann zunächst „Lightning´s Hand” daher. Das ändert sich bei diesem Stück erst, wenn die Gitarre zum Solo ansetzt, das ist nämlich klasse. Die Melodieführung beim Gesangspart will allerdings bei mir nicht so recht zünden. Das nächste Stück „Dust In The Wind“ ist dann mit Sicherheit das bekannteste Lied von Kansas überhaupt. Und vom Stil her will es so gar nicht zu den anderen Tracks dieses Albums passen. Macht aber nichts, ich finde es klasse und ich hatte in meiner Jugend einen Freund, der wegen diesem Stück Geige lernen wollte und es auch tat. Was kann ein Lied mehr erreichen?

„Sparks Of The Tempest” beginnt dann gleich wieder sehr viel rockiger und ist phasenweise fast schon funkig. Nicht ganz so mein Ding, die Nummer wird dann im Verlauf allerdings auch wieder sehr viel rockiger, bis hin zum Hard Rock. Wesentlich besser gefällt es mir deswegen allerdings auch nicht.

Zwei wahre Perlen haben sich Kansas für das ursprüngliche Ende des Albums aufbewahrt: „Nobody´s Home“ und „Hopelessly Human“. Bombastisch beginnt „Nobody’s Home“, um dann sofort eine zerbrechlich wirkende Violine ins Zentrum zu stellen. Leise geht es weiter, wenn das Piano und der Gesang einsetzen und es entwickelt sich ein ganz tolles Stück Musik. Wunderschön melodiös wird der Violine sehr viel Platz eingeräumt, sodass das Lied ganz knapp am Gütesiegel „Kitsch“ vorbeischrammt. Aber nein, Kitsch ist das wahrlich nicht, nur eben sehr eingängige und melodiöse Rockmusik. Und gar nicht süßlich, aber wieder genau so unglaublich melodiös geht es dann mit „Hopelessly Human“ weiter. Das letzte und längste Stück auf der Platte vereinigt dann so ziemlich alles, was es zu vereinigen gibt: Langsame, aber auch bombastische Passagen, leise und laute Klänge und ganz viele Ideen. Toll gemacht.

Auf der remasterten Ausgabe befinden sich dann noch zwei Bonustracks. Der erste heißt „Sparks Of The Tempest“, wurde live eingespielt, geht in die Richtung Hard Rock und passt so gar nicht zum Rest der Platte. Und schließlich gibt es noch einen Remix des Stückes „Portrait“, der sich allerdings nicht sooo sehr vom Original unterscheidet.

Fazit: Ein tolles und abwechslungsreiches Album haben Kansas hier vorgelegt, welches in keiner gut sortierten Prog-Plattensammlung fehlen sollte. Wer auf Abwechslung, Prog und wunderschöne Melodien steht, der kann hier rein gar nichts falsch machen. Das sind verdiente elf Punkte.

Anspieltipps: Portrait, Dust In The Wind, Nobody’s Home, Hopelessly Human