Donnerstag, 24. Januar 2013

Leonard Cohen – Songs From A Room




Leonard Cohen – Songs From A Room


Besetzung:

Leonard Cohen – guitar, vocals, jew’s harp


Gastmusiker:

Ron Cornelius – acoustic and electric guitar
Bubba Fowler – banjo, bass guitar, violin, acoustic guitar
Charlie Daniels – bass guitar, violin, acoustic guitar
Bob Johnston – keyboards


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk


Trackliste:

1. Bird On The Wire (3:29)
2. Story Of Isaac (3:39)
3. A Bunch Of Lonesome Heroes (3:18)
4. The Partisan (3:29)
5. Seems So Long Ago, Nancy (3:41)
6. The Old Revolution (4:50)
7. The Butcher (3:22)
8. You Know Who I Am (3:32)
9. Lady Midnight (3:02)
10. Tonight Will Be Fine (3:53)

Gesamtspieldauer: 36:16




Im Grunde genommen wirkt „Songs From A Room“, das zweite Album des Kanadiers Leonard Cohen aus dem Jahre 1969, wie eine Fortsetzung seines Erstlingswerks. Erneut ist es die Stimme des Sängers gepaart mit sehr ruhiger und nur ganz sanft instrumentierter Musik, die die Atmosphäre auf dieser Platte erzeugen.

Ein Album Leonard Cohens ist wie eine gedankliche, melancholische Reise in die eigene Vergangenheit, hin zu Stellen und Situationen, die schön waren, an die man sich gerne zurückerinnert. Ein Album Leonard Cohens ist wie ein Spaziergang im November, bei grauem und nasskaltem Wetter. Allerdings hängen noch sehr viele bunte Blätter an den Zweigen der Bäume, ein Umstand, der die Stimmung tröstet. Süße Melancholie, ergreifende Sentimentalität, wie traurig schön kann das alles sein.

Die Maultrommel, hat Einzug gefunden in die Musik Leonard Cohens. Das ist die wohl größte Änderung an der Musik auf diesem zweiten Album im Vergleich zum Debut ein Jahr zuvor. Sonst belieben die Zutaten alle dieselben: Sehr poetische Texte, weiche Melodien und eine über allem schwebende Ruhe. Das ist mitunter ergreifend, kann einem allerdings auch, wenn man sowieso schon nicht so gut drauf ist, den Tag endgültig versauen. Es lebe die Tristesse.

„Song From A Room“ enthält ein paar Hammer-Lieder, neben einigen Titeln, die so mitlaufen. Die Stimmung ist dabei immer die gleiche, jedoch die Melodie einzelner Stücke packt manchmal mehr, manchmal weniger.

Fazit: Wer auf traurige Musik steht, der findet mit „Songs From A Room“ seine Erfüllung. Auf der Platte ist alles in Moll gehalten. Das ist schon sehr beeindruckend, wie Leonard Cohen diese „Anti-Party-Musik“ zelebriert. Konsequent wird bei keinem Lied die Sonne rausgelassen. Das macht an traurigen Tagen jede Menge Spaß, wenn man sich in trüben Gedanken suhlen will oder einfach nur mal der Vergangenheit nachhängt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Bird On The Wire, Story Of Isaac, The Partisan, You Know Who I Am, Tonight Will Be Fine





Mittwoch, 23. Januar 2013

The Doors – The Doors




The Doors – The Doors


Besetzung:

Jim Morrison – vocals
Ray Manzarek – organ, piano, bass
Robby Krieger – guitar
John Densmore – drums


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Break On Through (To The Other Side) (2:28)
2. Soul Kitchen (3:34)
3. The Crystal Ship (2:35)
4. Twentieth Century Fox (2:34)
5. Alabama Song (Whisky Bar) (3:18)
6. Light My Fire (7:00)
7. Back Door Man (3:34)
8. I Looked At You (2:25)
9. End Of The Night (2:51)
10. Take It As It Comes (2:20)
11. The End (11:41)


Bonus Tracks:

12. Moonlight Drive (Version 1) (2:42)
13. Moonlight Drive (Version 2) (2:31)
14. Indian Summer (8/19/66 Vocal) (2:36)

Gesamtspieldauer: 52:08




Dieses Debut der Doors ist wahrlich beeindruckend. Nicht mehr lange hin und das Album ist bereits ein halbes Jahrhundert alt, trotzdem klingen die Doors hier modern und immer noch zeitgemäß. Fast nichts ist auf dieser Platte vergleichbar mit der Pop-Musik, die man sonst in den 60er Jahren zu hören bekam. Die Lieder der Doors klingen hier wie für diese heutige Zeit gemacht. So klangen sie allerdings auch schon seit ihrer Entstehung. Zeitlose Musik eben. Der intensive Gesang des Jim Morrison, das beeindruckende und beherrschende Orgelspiel des Ray Manzarek, das kreative Gitarrenspiel des Robby Krieger und dazu die Drums auf den Punkt, mal zurückhaltend, mal treibend umgesetzt von John Densmore.

Aber das ist es noch nicht einmal, was die Musik dieses Albums zu etwas Besonderem werden lässt. Es sind die Ideen, mit denen die Platte vollgestopft ist, es sind die Melodien, die den Hörer packen. Und es ist auch diese seltsame, marode Stimmung, die nicht nur beim Song „The End“ herauszuhören ist. Alles spiegelt hier eine gewisse Todessehnsucht wider, die sich ja tatsächlich wenige Jahre später erfüllen sollte. „The Doors“ von den Doors besitzt eine traurige und nachdenkliche Stimmung, die einen vereinnahmt. Es ist poetisch, verspielt, kann manches Mal allerdings auch sehr rau klingen. Auf jeden Fall hinterlässt diese Platte Spuren beim Hörer.

Auf „The Doors“ befinden sich zumindest zwei Titel, die auch heute wohl fast jeder Musikhörer kennt: „Light My Fire“ und „The End“. Reduziert man das Album jedoch nur auf diese beiden Titel, dann wird man diesem Werk in keinster Weise gerecht, denn noch eine ganze Menge mehr an eindrucksvollen Liedern befindet sich auf dieser Debut-Platte der US-Amerikaner. Da gibt es noch den rockigen Opener „Break On Through (To The Other Side)“, das etwas verträumte „The Crystal Ship“, die Kurt Weill und Bertold Brecht Adaption „Alabama Song (Whisky Bar)“, das groovende „I Looked At You“, den fast schon marod klingenden Titel „End Of The Night“ und das wieder deutlich fröhlichere „Take It As It Comes“, mit erneut klasse gelungenen Orgeleinlagen des Ray Manzarek. Die Platte ist angefüllt mit eindrucksvollen und eindringlichen Liedern, die alle Atmosphäre transportieren, welche wirkt.

Auf der remasterten Fassung befinden sich noch drei Bonus-Tracks. „Moonlight Drive“ gibt es dabei gleich in doppelter Ausführung - einmal dezenter, einmal intensiver instrumentiert. Beherrscht werden beide Stücke von einer etwas seltsam jaulenden Gitarre. „Indian Summer“ ist eine Aufnahme aus dem Jahr 1966, sehr ruhig und klingt ein ganz wenig wie ein kleiner Vorgänger zu „The End“.

Fazit: „The Doors“, das Debut-Album der Doors ist ein sehr beeindruckendes Album geworden. Jedes Stück ist angefüllt mit einer gewissen Stimmung, die augenblicklich den Raum erfüllt. Diese wirkt meistens nicht sehr positiv, hell oder fröhlich – aber stets sehr intensiv. „The Doors“ sollte jeder Musikliebhaber kennen, sonst hat sie oder er etwas ganz Essentielles verpasst. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Crystal Ship, Twentieth Century Fox, Light My Fire, End Of The Night, Take It As It Comes, The End





Dienstag, 22. Januar 2013

Renaissance – Illusion




Renaissance – Illusion


Besetzung:

Keith Relf – vocals, guitar
Jim McCarty – drums, vocals
Lewis Cennamo – bass
John Hawken – keyboards
Jane Relf – vocals, percussion


Gastmusiker:

Michael Dunford – guitar on “Mr. Pine”
Neil Korner – bass on “Mr. Pine”
T. Slade – drums on “Mr. Pine”
T. Crowe – vocals on “Mr. Pine”
Don Shin – electric piano on “Past Orbits Of Dust”


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Love Goes On (2:49)
2. Golden Thread (8:12)
3. Love Is All (3:39)
4. Mr. Pine (6:59)
5. Face Of Yesterday (6:05)
6. Past Orbits Of Dust (14:40)

Gesamtspieldauer: 42:22




Zwei Jahre nach dem Debut 1969, veröffentlichte die englische Band Renaissance ihr zweites Album unter dem Titel „Illusion“. Es sollte das letzte in dieser Zusammensetzung werden, denn anschließend verließen alle (!) Mitglieder die Band. Allerdings war auf „Illusion“ bereits ein Gastmusiker zugegen, der den Song „Mr. Pine“ beisteuerte, dort auch selbst Gitarre spielte und den weiteren Weg Renaissances wie kein weiterer Musiker prägen sollte: Michael Dunford. Und noch jemand sollte in den Credits zu „Illusion“ zum ersten Mal vermerkt werden und später ebenfalls regelmäßig in den Bemerkungen zu anderen Alben vertreten sein: Betty Thatcher, häufige Text-Lieferantin der Band, die hier genau wie Michael Dunford ihren ersten Auftritt hat.

Nun, musikalisch ist „Illusion“ nicht mehr ganz so stark wie das Debut und vom Songmaterial sogar deutlich den nachfolgenden Alben unterlegen. „Golden Thread“, das zweite Stück der Platte, stellt da schon einen der Höhepunkte des Albums dar. Sehr melodiös, pianodominiert, und auch einprägsam ist es eines der besseren Stücke des Albums, ohne dabei jedoch als einer der absoluten Höhepunkte in die Bandgeschichte einzugehen. Sehr gelungen ist zudem „Mr. Pine“, jenes bereits erwähnte Lied aus Michael Dunfords Feder. Wahrlich seltsam ist dabei allerdings, dass dieses Lied im Grunde genommen aus zwei Titeln besteht, die per Ein- und Ausblende aneinandergeheftet wurden, ohne dabei offensichtlich irgendwie zueinander zu gehören. Trotzdem klingen beide Parts, Teil 1 mit Gesang und Cembalo, Teil 2 überwiegend instrumental und mit einem fetten Orgelsound. Dieser geht dann allerdings gegen Ende wieder in Teil 1 über, erneut komischerweise mittels Ein- und Ausblendetechnik.

„Past Orbits Of Dust“ ist eine Nummer in Gedenken an „Bullet“ aus dem Debut-Album. Auch hier gibt es zwei unterschiedliche Abschnitte. Einen etwas „rockigeren“ beziehungsweise fast schon bluesigen Part zu Beginn des Stückes, welcher sich dann über jazzige-Anleihen immer mehr in die psychedelische Ecke entwickelt, bis es zu einem ganz langen und sphärischen Ausklang kommt.

Blieben noch drei Lieder übrig. Bei „Love Goes On“ und „Love Is All“ handelt es sich um, nomen est omen, Liebeslieder. Allerdings benötigt man Nerven wie Drahtseile, um sich diesen Schmalz entspannt reinziehen zu können. Vor allem erstgenannte Nummer ist unsäglich. „Love Is All“ verfügt dagegen zumindest noch über eine nette Pianolinie, wenn auch hier dieses ewige „Love Is All“-Gesinge einem schon nach kurzer Zeit unglaublich auf den Senkel geht. Hier klingt Renaissance ganz schwer nach den Les Humphries Singers. „Face Of Yesterday“ ist in etwa doppelt so lang wie die beiden gerade erwähnten Liebeslieder. Wieder hat man die Möglichkeit einem sehr melodiösen Pianospiel zu lauschen, aber dieses Lied rettet auch der zusätzlich stark verbesserte Gesang Jane Relfs nicht mehr. Dieses „Ba-ba-da-da“-Geträllere nervt ziemlich schnell. Das ist einfach alles ein wenig zu zuckersüß geworden.

Fazit: „Illusion“ kann nicht ganz an das Debut von Renaissance heranreichen, dazu ist das Songmaterial mitunter zu poppig, zu schmachtend und einfach auch nicht gut genug. Die Höhepunkte liegen in den längeren Stücken des Albums. Irgendwie ist es nicht verwunderlich, dass sich die Band in dieser Zusammensetzung anschließend auflöste, denn es scheint fast so, als ob die Musiker in dieser Konstellation musikalisch nichts mehr zu sagen hatten. Neun Punkte.

Anspieltipps: Golden Thread, Mr. Pine, Past Orbits Of Dust





Montag, 21. Januar 2013

Florence And The Machine – Lungs




Florence And The Machine – Lungs


Besetzung:

Florence Welch – vocals, additional drums, percussion (all tracks), backing vocals (tracks 7, 8)


Gastmusiker:

Rob Ackroyd – guitar (tracks 1, 5, 10, 13), bass (track 5)
Christopher Lloyd Hayden – drums (tracks 1–3, 5, 10, 11, 13)
Tom Monger – harp (tracks 1–3, 7–13)
Isabella Summers – additional drums, percussion (all tracks), piano (tracks 1, 3, 4, 7, 8, 10, 13)
Leo Abrahams – guitar (track 6)
Victoria Akintola – backing vocals (tracks 7, 8)
Mete Burch Bator – bass (track 10)
Ian Burdge – cello (tracks 1, 3, 7, 8, 12)
James Ford – additional piano (tracks 1, 3, 7, 8), drums (tracks 7, 8), bass (tracks 1, 7), organ (track 7)
LaDonna Harley-Peters – backing vocals (tracks 7, 8)
Charlie Henry – cello (track 10)
Sally Herbert – string arrangements, violin
Charlie Hugall – additional drums, percussion (all tracks), additional bass (track 13)
Stephen Mackey – bass (tracks 5, 6)
Tim McCall – guitar (track 5), additional guitar (track 6)
Duncan "Pixie" Mills – hammond organ (track 10)
Everton Nelson – violin
Martin Slattery – drums (track 6)
Bruce White – viola


Label: Universal Island Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Independent Pop, Independent Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Dog Days Are Over (4:13)
2. Rabbit Heart (Raise It Up) (3:52)
3. I'm Not Calling You A Liar (3:05)
4. Howl (3:34)
5. Kiss With A Fist (2:04)
6. Girl With One Eye (3:39)
7. Drumming Song (3:44)
8. Between Two Lungs (4:09)
9. Cosmic Love (4:16)
10. My Boy Builds Coffins (2:57)
11. Hurricane Drunk (3:13)
12. Blinding (4:40)
13. You've Got The Love (2:51)

Gesamtspieldauer: 46:17




Florence Leontine Mary Welch heißt die Sängerin und Songwriterin, die hauptsächlich hinter „Florence + The Machine“ steckt. Mit „Machine“ ist dabei ihre Begleitband gemeint, die sie in unterschiedlicher Zusammensetzung auch beim Komponieren unterstützt. „Lungs“ erschien im Jahre 2009 und war das Debut-Album der englischen Sängerin aus London. Und eins bleibt gleich festzuhalten: Singen kann sie die Dame. Das klingt alles sehr gut. Mal eher kraftvoll, manches Mal verspielt, mal überaus weiblich, mal rockig und wieder ein anderes Mal eher soulig bis fast schon bluesig. Sehr, sehr ausdrucksstark haucht, schreit und singt Florence Welch in das Mikrophon. Dies vollführt sie in einer Art und Weise, die den Hörer angenehm berührt.

Auch die Musik stimmt. Auf „Lungs“ gibt es einige richtige Ohrwürmer zu genießen, die meistens auch zum Mitwippen einladen. Die Lieder des Albums sind hauptsächlich im Mid-Tempo gehalten und machen einfach Spaß. Vor allem am Beginn des Albums „stapeln“ sich die tollen Songs, reiht sich ein Höhepunkt an den anderen. Die Stimmung ist dabei durchweg positiv bis fröhlich. Gute Laune wird hier also unterstützt und wenn diese noch nicht vorherrscht, dann wird sie garantiert beim Hören des Albums geschaffen.

Instrumentierung und Sound wissen auf „Lungs“ ebenfalls zu überzeugen. Perfekt abgemischt sind die einzelnen Instrumente, ebenso wie der Gesang und harmonieren dabei überzeugend miteinander. Zudem ist der Einsatz der Harfe, die auf dem Album fast allgegenwärtig ist, an dieser Stelle eine Erwähnung wert. Auch wenn dieses Musikinstrument immer wieder auf „Lungs“ zum Einsatz kommt, so wird das Ganze jedoch nicht überstrapaziert. Ganz im Gegenteil, die Harfe gibt der Musik von Florence + The Machine noch so etwas wie ein Alleinstellungsmerkmal. So konsequent und unterstützend eingesetzt gibt es dieses Instrument nicht allzu oft in der Pop-Musik zu hören.

Fazit: „Lungs“ von Florence + The Machine ist ein schönes Album geworden. Durchaus fröhliche Musik, eingängige Melodien und auch Texte, die deutlich anspruchsvoller sind als jenes „I love you and hope you love me too…“, welches man so oft hört, wenn die Worte nur das Beiwerk zur Musik darstellen. Vor allem am Anfang des Albums wird ein wahres Feuerwerk an tollen Ideen gezündet. Gegen Ende der Platte lässt die Qualität der Lieder leider ein wenig nach – hier überzeugen die Stücke nicht mehr ganz so. Die Musik auf „Lungs“ ist gut und Florence Welch hat eine schöne und wandlungsreiche Stimme. Sicher kein Überalbum, aber ein schönes Debut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Dog Days Are Over, Rabbit Heart (Raise It Up), I'm Not Calling You A Liar, Howl, Kiss With A Fist, Girl With One Eye, Cosmic Love





Sonntag, 20. Januar 2013

Shiny Gnomes – MC Creatrix




Shiny Gnomes – MC Creatrix


Besetzung:

Hanz – basses, 12-string-guitar, strings
Limo – vicals, guitars, synthesizers, mandolin, sitar, drum programming, farfisa organ, samples
Ufo – drums, percussion, synthesizers, drum programming, samples, farfisa, guitar on „Birthday Om“


Gastmusiker:

Markus Rießbeck – soprano saxophon, flute
Hanna Pietzcker – cello
Mrs. Fit – vocal


Label: Rough Trade


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Elektronische Musik, Psychedelic Rock, Art Rock und Pop


Trackliste:

1. Birthday Om (4:01)
2. Healingsounds Asleep (4:44)
3. It's All Here (4:09)
4. In Nadreenas Garden (7:29)
5. Heartmoon (6:37)
6. Lavender Hill (3:34)
7. Dyade (3:12)
8. Triple Mother (4:14)
9. Thinking At The Edge Of The Unthinkable (8:35)
10. Hemlock 93 (6:15)
11. Ra (9:39)

Gesamtspieldauer: 1:02:29




1994 veröffentlichte die Nürnberger Band Shiny Gnomes mit „MC Creatix“ ein Album, welches das Herz des Freundes psychedelischer Klänge und elektronischer Musik durchaus erwärmen kann. Irgendwo im Spannungsfeld zwischen Kula Shaker und Klaus Schulze ist diese Musik angesiedelt, die mitunter fernöstlich, dann wieder sphärisch entspannend und wieder ein anderes Mal folkig bis rockig klingt. Jede Menge unterschiedliche Stile haben die drei Musiker hier auf „MC Creatrix“ vereinigt, die in dieser Konstellation trotzdem durchweg gut und spannend zusammenpassen.

Auf diesem Album kann man Eintauchen in indische Weisen, sich auf eine Reise hin zum Ende des Universums begeben, den mitwippenden Füßen freien Lauf lassen oder einfach nur träumen. Die Lieder klingen sehr ausgereift, durchdacht und sind spannend arrangiert, wobei der letzte Titel „Ra“ allerdings ein eher sehr, sehr sphärisches Ausklingen der CD darstellt. Schöne Melodien gibt es genauso zu entdecken, wie die schrägeren Titel, die sich erst mit dem wiederholten Hören dem Konsumenten erschließen. Neben den unterschiedlichen Stilen ist auch die Bandbreite der eingesetzten Instrumente beachtlich, die zusätzlich noch den Eindruck der Diversität verstärken.

Legt man das Album in den CD-Spieler, so macht man sich auf eine musikalische Reise durch eine sehr dichte und atmosphärische Platte, die immer wieder erstaunt, an etwas erinnert, mitunter berührt und nie langweilig wird. Überraschend dabei ist, dass die Shiny Gnomes mit ihren Werken nicht mehr Aufmerksamkeit erlangt haben, als ihnen, wenn man dieses Album hier hört, eigentlich zustehen müsste.

Fazit: „MC Creatrix“ von den Shiny Gnomes ist eine sehr intensive und gelungene Platte geworden. Die Musik auf dem Album wirkt. Allerdings ist das, was man hier zu hören bekommt nicht einheitlich, was für den einen oder anderen Hörer ein Nachteil darstellen könnte. Elektronische Musik überwiegt ein klein wenig, aber andere Genres wie Psychedelic, Rock und Pop werden eben auch bedient. Für mich ist das sogar gerade eine Stärke der Platte. Wo sonst bekommt man schon die Gelegenheit eine Reise von Tangerine Dream über Pink Floyd nach Kula Shaker mit einem Abstecher zu Klaus Schulze und zurück zu buchen? Elf Punkte.

Anspieltipps: Birthday Om, It's All Here, In Nadreenas Garden, Triple Mother, Hemlock 93




Samstag, 19. Januar 2013

Queen – Flash Gordon




Queen – Flash Gordon



Besetzung:


John Deacon – bass guitar, guitar, synthesizer
Roger Taylor – drums, vocals, synthesizer
Brian May – lead guitar, vocals, synthesizer
Freddie Mercury – lead vocals, synthesizer


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Soundtrack


Trackliste:

1. Flash's Theme (3:30)
2. In The Space Capsule (The Love Theme) (2:43)
3. Ming's Theme (In The Court Of Ming The Merciless) (2:41)
4. The Ring (Hypnotic Seduction Of Dale) (0:57)
5. Football Fight (1:29)
6. In The Death Cell (Love Theme Reprise) (2:25)
7. Execution Of Flash (1:06)
8. The Kiss (Aura Resurrects Flash) (1:45)
9. Arboria (Planet Of The Tree Men) (1:41)
10. Escape From The Swamp (1:43)
11. Flash To The Rescue (2:44)
12. Vultan's Theme (Attack Of The Hawk Men) (1:13)
13. Battle Theme (2:18)
14. The Wedding March (0:56)
15. Marriage Of Dale And Ming (And Flash Approaching) (2:04)
16. Crash Dive On Mingo City (1:01)
17. Flash's Theme Reprise (Victory Celebrations) (1:24)
18. The Hero (3:33)

Gesamtspieldauer: 35:12




Im selben Jahr wie „The Game“ veröffentlichten Queen bereits ihr neuntes Studioalbum mit dem Titel „Flash Gordon“. Allerdings handelt es sich hierbei um den Soundtrack zum gleichnamigen Film und somit stellt diese Platte eigentlich kein reguläres Album der Band dar. Und damit ist eigentlich schon alles zu dieser Veröffentlichung erzählt. Nur wenige „richtige“ Lieder befinden sich auf der Platte - zum Beispiel “Flash’s Theme“, „Football Fight“, „Vultan’s Theme“, „The Hero“ und mit Abstrichen noch „Battle Theme“. Meist werden nur atmosphärische Stimmungen wiedergegeben, die mit Gesprächsfetzen aus dem Film angereichert wurden. Diese Stimmungen können, wie bei „The Kiss (Aura Resurrects Flash)“, allerdings richtig klasse klingen.

Auch fällt der sehr elektronische Sound auf, den Queen hier verwenden. In den Credits kann man schließlich nachlesen, dass sich auf „Flash Gordon“ mit Freddie Mercury, Brian May und Roger Taylor gleich drei der Musiker mit dem Synthesizer beschäftigten und diesen in die Musik zum Soundtrack mit integrierten.

Fazit: Nun, dieses Queen-Album muss man nicht unbedingt besitzen. Die meisten Lieder darauf wirken einfach nicht, da die dazugehörigen Bilder fehlen. Und richtig eintauchen in die jeweilige, oftmals sphärische Stimmung eines Liedes kann man auch nicht, da diese dazu viel zu kurz sind. Gerade hat man sich reingehört, da ist alles schon wieder vorbei. „Flash Gordon“ ist ein Soundtrack, der sich für Komplettisten oder aber den riesengroßen Queen-Fan lohnt. Musikalisch nur manchmal ganz interessant - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Flash's Theme, Football Fight, The Kiss (Aura Resurrects Flash)




Freitag, 18. Januar 2013

Rammstein - Videos 1995 - 2012

 


Rammstein - Videos 1995 - 2012


Die erfolgreichste deutsche Band ist zweifelsohne Rammstein. Das kann man drehen und wenden wie man will, vom massgeblichen Einfluß der Düsseldorfer Kraftwerk auf die internationale Musikwelt sprechen, vom Stadionrock der Scorpions schwärmen, von den kreischenden Mädchen bei Tokio Hotel Konzerten berichten. Egal, wen man anführt, man kommt an Rammstein nicht vorbei. Man kann von den Berliner Schwermetallern halten was man will, sie ziehen ihr Ding durch, und das konsequent und in deutscher Sprache.

Nun wurde die DVD Box “Videos 1995 – 2012” veröffentlicht. Ich könnte jetzt einfach sagen, hervorragend, genial, unbedingt kaufen, doch das würde dem nicht gerecht werden, was diese Box ausdrückt. Rammstein haben ein vollendetes Konzept, und das wird hier ganz deutlich. Die Videos sind nicht einfach ein zwangsläufiges Übel im Fernseh- und Onlinezeitalter für diese Band, sie sind vielmehr eine weitere Schaffensmöglichkeit für die Sechs. Rammstein Videos sind Filmkunst. Durchdacht, erzählerisch, experimentierfreudig, mit Tiefgang. Das passt einfach, ergänzt sich, hebt den eigentlichen Song hervor und betont noch einmal, dass Rammstein derzeit die einzige deutsche Band ist, die weltweit in der obersten Liga mitspielen kann.






Donnerstag, 17. Januar 2013

Curved Air – Airconditioning




Curved Air – Airconditioning


Besetzung:

Sonja Kristina – lead vocals
Darryl Way – electric violin and vocals
Francis Monkman – lead guitar, organ, piano, mellotron, electric harpsichord, special effects equipment and vcs3 synthesizer
Robert Martin – bass guitar
Florian Pilkington-Miksa – drums


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. It Happened Today (4:56)
2. Stretch (4:06)
3. Screw (4:02)
4. Blind Man (3:34)
5. Vivaldi (7:32)
6. Hide And Seek (6:18)
7. Propositions (3:08)
8. Rob One (3:24)
9. Situations (6:19)
10. Vivaldi With Canons (1:37)

Gesamtspieldauer: 44:55




1969 gründete sich um die Musical Sängerin Sonja Kristina die progressive Rock-Band Curved Air. Bereits ein Jahr später wurde das Debut-Album „Airconditioning“ veröffentlicht, welches auf einer knappen dreiviertel Stunde eine ganze Menge breit gefächerten progressiven Rock zu bieten hat. Dieser ist hier, auf dieser ersten Platte der Engländer, häufig sehr eingängig, wobei sich hauptsächlich Francis Monkman und Darryl Way als Komponisten auszeichnen.

Allerdings gibt es auch Abschnitte, die deutlich schwieriger zugänglich und sehr viel weniger harmonisch ausgestattet wurden. Diese sind jedoch in der Unterzahl - meist liegen den einzelnen Stücken nämlich schöne und einprägsame Melodien zugrunde. Häufig nimmt auch die Violine Darryl Ways einen ganz entscheidenden Part in der Musik Curved Airs auf „Airconditioning“ ein. Und dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob in dem Lied eher gerockt wird, wie zum Beispiel beim zweiten Titel „Stretch“, oder ob in dem Stück klassische Ansätze mitverarbeitet wurden, zu hören auf dem bekanntesten Stücke der Band: „Vivaldi“. Letzteres hält dabei zudem symphonische, wie fast schon als experimentell zu bezeichnende Abschnitte für den Hörer parat.

Die Abwechslung auf „Airconditioning“ lässt das Album interessant werden. Das wiederum bedeutet allerdings auch, dass die Musik von Curved Air nicht durchgängig so eingängig ist wie zum Beispiel bei den Kollegen von Renaissance, wenn auch der Gesang Sonja Kristinas ab und an schon an den von Annie Haslam erinnert. Auf „Airconditioning“ wechseln sich die eingängigen und harmonischen Abschnitte mit den treibenderen und weniger melodiösen Parts ab, was letztlich zwar zu einer gewissen Abwechslung, allerdings auch zu einer spürbaren Zerrissenheit führt.

Fazit: „Airconditioning“ ist ein gutes Debut-Album geworden, da es für den Hörer einiges bereithält. Hier gibt es sie zu entdecken, die schönen Momente in der Musik, die sich durch überaus eingängige Harmonien auszeichnen. Zusätzlich enthält die Platte eben auch jene Abschnitte, die die Musik von Curved Air deutlich von der Pop-Musik abheben. Solche Stellen eben, die nicht so einfach zugänglich sind, die man sich als Musikgenießer im wahrsten Sinne des Wortes durch mehrmaliges und wiederholtes Hören erarbeiten muss. Zehn Punkte.

Anspieltipps: It Happened Today, Screw, Vivaldi, Propositions, Rob One, Situations





Mittwoch, 16. Januar 2013

Barclay James Harvest – Eyes Of The Universe




Barclay James Harvest – Eyes Of The Universe


Besetzung:

John Lees – all instruments & vocals
Les Holroyd – all instruments & vocals
Mel Pritchard – all instruments & vocals


Gastmusiker:

Alan Fawkes – saxophone (“Play To The World”)
Kevin McAlea – grand piano, mini moog (“The Song”), synthesizer, hammond organ (“Sperratus”)


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop, Soft-Pop


Trackliste:

1. Love On The Line (4:46)
2. Alright Down Get Boogie (Muala Rusic) (3:54)
3. The Song (They Love To Sing) (6:15)
4. Skin Flicks (6:54)
5. Sperratus (5:04)
6. Rock 'N' Roll Lady (4:35)
7. Capricorn (4:35)
8. Play To The World (7:03)

Gesamtspieldauer: 43:50




1979 war Barclay James Harvest plötzlich nur noch ein Trio. Stuart „Woolly“ Wolstenholme hatte die Band verlassen, um sich musikalisch besser verwirklichen zu können. Und mit diesem Weggang starten die verbliebenen drei Bandmitglieder karrieretechnisch durch. Die Musik der Band wurde sehr viel poppiger und radiotauglicher und auch verkaufstechnisch deutlich erfolgreicher.

Am Sound selbst kann man am besten das Fehlen des ehemaligen Keyboarders festmachen. Zwar wird dieses Instrument noch zum Einsatz gebracht, mittels Gastmusiker und dadurch, dass sich die Bandmitglieder selbst an den Tasten versuchten, allerdings in einer nun völlig neuen Art und Weise. Das Keyboard wirkt auf „Eyes Of The Universe“ sehr viel mehr wie ein Hintergrundinstrument und wird hauptsächlich dazu eingesetzt, dem Sound die nötige Fülle zu verleihen und deutlich weniger, um melodietragend zu sein.

Ihr Gefühl für eingängige und harmonische Melodien hatte die Band aber natürlich nicht verloren. Auch wenn solch ein Song wie „Alright Down Get Boogie (Muala Rusic)“ in all seinem Pop- und Discogewand überaus gewöhnungsbedürftig ist und auf seine Art sogar richtig nervt. Auch „Love On The Line“ ist ein sehr poppiger Song, so etwas kannte man bisher noch gar nicht von Barclay James Harvest. Allerdings war dieses Lied sogar ein kleiner Single Hit. Wie bereits geschrieben, Barclay James Harvest hatte sich auf den Weg gemacht den Massenmarkt zu erobern. Und in Deutschland sollten sie dieses Vorhaben auch, vor allem mit den danach folgenden Alben, vortrefflich realisieren.

Poppig ist es auch zu Beginn bei „The Song (They Love To Sing)“. Allerdings entwickelt sich der Titel im weiteren Verlauf zu einem jetzt wieder typischen und ruhigen Lied der Band, wie es auch auf den vorherigen Alben hätte auftauchen können. Und so geht es auf „Eyes Of The Universe“ weiter, dieser Pop-Einschlag bleibt meist erhalten, aber es ist alles wieder sehr harmonisch und melodiös – wie immer bei den aus Oldham, England stammenden Musikern. Die Titel haben Wiedererkennungswert und dies schon nach dem ersten Hören.

Fazit: Die Musik von Barclay James Harvest näherte sich mit „Eyes Of The Universe“ den 80er Jahren an. Wenn man allerdings vergleicht, was andere große Bands der 70er Jahre am Übergang zum neuen Jahrzehnt so alles „verbrochen“ haben, dann zaubert das, was hier auf diesem Album geboten wird, dem Musikfreund der damaligen Zeit immerhin noch ein Lächeln auf die Lippen. Falls man als Musikkonsument nicht nur sehr kraftvollen Rock hören möchte und das Ganze auch mal etwas „weichgespült“ genießen kann, dann hat das Album etwas für den Hörer zu bieten. Auch und obwohl mit Stuart Wolstenholme der Keyboarder die Band verlassen hatte, dessen Einfluss an der Musik Barclay James Harvests man mit diesem Album erst so richtig erahnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Song (They Love To Sing), Sperratus, Rock ‘N’ Roll Lady, Play To The World




Dienstag, 15. Januar 2013

KMFDM – KUNST

 



KMFDM   KUNST


KMFDM is back! “KUNST” ist das mittlerweile 18. Studioalbum der Band um Mastermind Sascha Konietzko. Und erneut dreht er auf…9, 10, 11…pfff…wtf. Treibender geht es nicht. Konietzko schafft den fliessenden Übergang zwischen harten Beats und Gitarrenriffs. Das ist harter Technodrive auf Speed und darüber ein Gitarrenbrett der Sonderklasse. “KUNST” beginnt mit dem Titelsong und darin “German engineering, astounding ingenuity, 29 years of conceptual continuity”, mehr braucht man eigentlich nicht zu sagen. Da klingt nichts alt, nichts verstaubt, nichts, wie schon mal gehört. Ok, ich liebe KMFDM, doch auch dieses Album ist einfach nur geil. Kompromisslos, politisch, saustark. Seit fast 30 Jahren brettern KMFDM nun durch die Welt, und “KUNST” bestätigt aufs neue, dass KMFDM in eigenen Bahnen durchs Klanguniversum jagt. Egal, was da links und rechts im Musikzirkus passiert, diese Band geht geradeaus, zieht ihr Ding durch, ist einzigartig.


KMFDM werden für dieses neue Album ausgiebigst touren, man sollte die Chance ergreifen, um sie live zu sehen. Ein kraftvoller, lautstarker und energischer Abend wartet auf einen.

Montag, 14. Januar 2013

Rainald Grebe – Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung




Rainald Grebe – Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung


Besetzung:

Rainald Grebe – Gesang, Tasteninstrumente
Martin Brauer – Schlaginstrumente, 2. Stimme
Marcus Baumgart – Zupfinstrumente


Gastmusiker:

Andreas Advokado – Bass
Bert Smaak – Shaker und Bongos im ICE


Label: Wort Art


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. ICE (3:51)
2. Beckenbauer (3:00)
3. Guido Knopp (3:45)
4. Unterschiede (5:10)
5. Mann ohne Gefühle (5:44)
6. Mittelmäßiger Klaus (4:45)
7. Ich-AG (5:30)
8. Eberhard und Emma (0:22)
9. Er und Sie (5:21)
10. Leg Dich in die Badewanne (4:34)
11. Brandenburg (3:51)
12. Es ist gut (4:25)
13. Die Fete (10:54)

Gesamtspieldauer: 1:01:11




Diese erste Platte, die Rainald Gebe mit der „Kapelle der Versöhnung“ 2005 aufnahm, vereinigt mehrere Stile in sich: Pop, Rock und auch Comedy, musikalische Comedy. Das deutet schon darauf hin, dass auf der CD „Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung“ eines auf jeden Fall nicht zu finden ist: Langeweile. Egal wie man dabei zur Musik und den Texten steht, für Abwechslung ist stets gesorgt.

Der Hörer wird mit diesem Album sehr gut unterhalten. Die meisten Songs sind überaus eingängige Pop- bis Rocknummern und die Texte, für die sich ausschließlich Rainald Grebe verantwortlich zeichnet, zaubern einem immer wieder ein Lächeln auf die Lippen. Die drei Musiker überraschen öfters mit neuen und schönen Ideen, die von ziemlich „abgefahren“, wie der hintere Part von „Unterschiede“, bis herrlich melodiös klingen können. „ICE“ ist zum Beispiel ein wunderschönes Lied. Das Piano steht im Vordergrund und die Stimmung des Liedes ist so herrlich melancholisch, ein wenig sentimental und packt den Hörer einfach. „Guido Knopp“ hört sich dagegen sehr viel grooviger an und kann vor allem durch eine Soundkollage gefallen, bei der, passend zur Person „Guido Knopp“, einige Persönlichkeiten der Geschichte zu Wort kommen. Und wenn dabei dann noch zusätzlich Zitate aus Filmen wie „The Fight Club“ oder „Der Herr der Ringe“ Einzug in dieses Soundgebilde finden, dann lockert dies das Lied noch zusätzlich auf.

Abwechslungsreich geht es weiter. „Mann ohne Gefühle“ ist ein wenig tragend, „Mittelmäßiger Klaus“ herrlich ironisch mit tollem Banjo-Spiel. Die „Ich-AG“ rockt schließlich mit schwerer Gitarre, wohingegen „Er und Sie“ hauptsächlich ganz spärlich mit Pfeifen, Fingerschnippen, Bass und ein klein wenig Banjo instrumentiert wird. Immer wieder etwas Neues.

Und dann gibt es da ja noch dieses geniale „Brandenburg“. Tolle Musik und herrlich ironischer Text, einfach klasse gemacht. Ich bin mir zwar sicher, dass diese Art von Humor nicht jeder versteht, bei mir und allen die ich kenne, trifft das allerdings in die Vollen. Aber – ich komme natürlich auch nicht aus Brandenburg. Die letzte Nummer, „Die Fete“, dauert bis 5:17. Dann gibt es wieder mal so einen unsäglichen „Hidden Track“. Dieser folgt ab 10:22. Ein Spaß, nun, der nicht mehr unbedingt hätte sein müssen. Im Grunde genommen sind das in diesen letzten dreißig Sekunden sogar drei „Späße“.

Fazit: „Rainald Grebe und die Kapelle der Versöhnung“ ist sehr geistreich, überzeugt immer wieder mit klasse Melodien und macht einfach Spaß. Die Texte wirken, die Musik klingt und laufend wird dem Hörer auch etwas Überraschendes geboten. Das kann vielleicht nicht immer zünden, aber sehr oft passt das einfach. Eine schöne Platte. Elf Punkte.

Anspieltipps: ICE, Guido Knopp, Mann ohne Gefühle, Mittelmäßiger Klaus, Brandenburg, Es ist gut





Sonntag, 13. Januar 2013

The Psychedelic Furs – Forever Now




The Psychedelic Furs – Forever Now


Besetzung:

Richard Butler – vocals
John Ashton – guitars
Tim Butler – bass guitar
Vince Ely – drums


Gastmusiker:

Gary Windo – horns
Don Adams – horns
Ann Sheldon – cello
Mark Volman – backing vocals
Howard Kaylan – backing vocals
Todd Rundgren – keyboards, saxophone


Label: Columbia / Sony BMG


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: New Wave


Trackliste:

1. Forever Now (5:36)
2. Love My Way (3:34)
3. Goodbye (3:56)
4. Only You And I (4:26)
5. Sleep Comes Down (3:51)
6. President Gas (5:19)
7. Run And Run (3:49)
8. Danger (2:37)
9. No Easy Street (4:07)
10. Yes I Do (Merry-Go-Round) (3:55)


Bonus Tracks:

11. Alice's House (Early Version) (4:18)
12. Aeroplane (Non-LP B-Side) (3:26)
13. I Don't Want To Be Your Shadow (Non-LP B-Side) (3:50)
14. Mary Go Round (Previously Unreleased Version Of "Yes I Do") (3:53)
15. President Gas (Live / Non-LP B-Side) (5:15)
16. No Easy Street (Live) (5:38)

Gesamtspieldauer: 1:07:28




Das war es dann mit dem Post-Punk, der auf der ersten beiden Platten der Psychedelic Furs immer wieder durchschimmerte. Mit ihrem dritten Album „Forever Now“ wurde die Band um den Sänger mit der rauchigen Stimme, Richard Butler, sehr viel massentauglicher. Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts startete die „New Wave“-Welle und die „Psychedelic Furs surften 1982 mit „Forever Now“ ordentlich darauf mit.

Poppig klingt es auf diesem dritten Studioalbum der Band und mit „Love My Way“ hatte die Band auch einen kleinen „Hit“, der in seinem weiteren Dasein den Einzug in die digitale Welt fand, da er des Öfteren Verwendung in Computerspielen fand. Jede Menge radiotauglicher Musik ist auf „Forever Now“ zu hören. Da ist sicherlich nichts Weltbewegendes dabei, allerdings ist das, was hier zu hören ist auch bestimmt nicht schlecht gemacht.

Die Titel gehen ziemlich schnell ins Ohr, verbleiben da zugegebenermaßen nicht unbedingt sehr lange, allerdings ist diese Eingängigkeit richtig gut gelungen. Schönwetter-Frühling-Cabrio-Musik dringt an das Ohr des Hörers. Gute Laune Musik, die es vielleicht sogar manches Mal schafft, einen tristen Tag etwas bunter werden zu lassen. Jeder Song groovt, man kann ganz entspannt mitwippen man fühlt sich gut unterhalten – auch wenn die Musik der Psychedelic Furs auf „Forever Now“ nur mal im Hintergrund mitlaufen sollte.

Interessanter wird es immer dann, wenn sich etwas verändert und sei es nur die Instrumentierung. Somit stechen die Nummern „Sleep Comes Down“, „President Gas“ und vor allem „Only You And I“ positiv aus dem Songmaterial heraus, da hier auch ein Cello zum Einsatz kommt, welches den Sound noch ein wenig spannender werden lässt. Letztendlich stellt letztgenanntes Lied auch einen, wenn nicht sogar den Höhepunkt des ganzen Albums dar.

Gleich sechs Zugaben wurden der remasterten Fassung des Albums im Jahr 2002 hinzugefügt. Dabei handelt es sich um eine frühe Version des Liedes „Alice’s House“, einem Song, der erst auf dem nächsten Album „offiziell“ vertreten sein wird. „Aeroplane“ klingt sogar ein wenig nach Post-Punk. „I Don't Want To Be Your Shadow“ hat es überraschenderweise nicht auf das reguläre Album geschafft, denn schlechter als die ursprünglichen zehn Titel ist dieses Stück auch nicht. Schließlich gibt es noch eine alternative Version von „Yes I Do“ sowie zwei ganz nette Live-Tracks, die allerdings soundtechnisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit sind.

Fazit: Wer den New Wave der 80er Jahre mag, der wird hier etwas für sich finden. Die Musik ist unaufgeregt, eingängig und keinesfalls belanglos. Klar ist hier nichts komplex, nichts was sich einem erst erschließen muss, was erarbeitet werden will, alles ist sehr offensichtlich. Manchmal möchte man aber einfach „nette“ Unterhaltung haben und dafür stehen die Psychedelic Furs mit diesem Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: Forever Now, Love My Way, Only You And I, Sleep Comes Down, President Gas, Yes I Do, I Don't Want To Be Your Shadow