Donnerstag, 13. Juni 2013

Golden Earring – To The Hilt




Golden Earring – To The Hilt


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums
Bertus Borgers – saxophone
Robert Jan Stips – keyboards


Gastmusiker:

Chris Mercer – tenor saxophone


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock


Trackliste:

1. Why Me? (7:16)
2. Facedancer (4:09)
3. To The Hilt (3:10)
4. Nomad (7:09)
5. Sleepwalkin' (5:03)
6. Latin Lightning (7:17)
7. Violins (10:21)

Gesamtspieldauer: 44:25




Das elfte Album der niederländischen Band Golden Earring erschien 1976 und wurde mit dem Titel „To The Hilt“ versehen. Und auf diesem Album gibt es relativ geradlinigen Rock zu hören. Der ist handwerklich auch gut gemacht, aber so richtig überzeugen, wie noch vor ein paar Jahren, können die Niederländer damit nicht mehr.

Zwei Höhepunkte gibt es auf „To The Hilt“ noch zu hören. Der erste ist gleich der Opener „Why Me?“ ein wirklich guter Rock-Song der groovt. Besonders gelungen ist hier das Keyboard-Spiel und die Abwechslung, die in der Mitte des Songs durch das Solo geschaffen wird. Auf früheren Alben wäre das aber wohl erst gar nicht der Rede wert gewesen.

Der Höhepunkt des Albums liegt beim Titel „Nomad“. Wenn man das gerade erwähnte Lied und diesen Song hintereinander hört, klingen beide phasenweise sogar recht ähnlich. Auch hier überzeugt das Keyboard-Spiel, was an einigen Stellen des Stücks deutlich im Vordergrund steht. Dann wird es sphärisch und man glaubt Katzen maunzen zu hören und weiter geht es richtig schön melodiös. Sehr abwechslungsreich dieser Titel, bei dem sich Gitarre und Keyboard klasse ergänzen.

Nun und der Rest? Der ist irgendwie nichts Besonderes. Die Violinen auf „Violins“ hört man in der zweiten Hälfte des Stücks, das zwar irgendwie treibend und groovend ist, trotzdem nicht so recht überzeugen kann. Alles andere läuft so mit oder so durch, ganz wie man das sehen will.

Fazit: Außer bei „Nomad“ und mit Abstrichen noch bei „Why Me?“ ist auf „To The Hilt“ unspektakuläre Rock-Musik zu hören, die es nicht schafft irgendwelche Spuren oder Eindrücke zu hinterlassen. Sicherlich kein schlechtes Album und wie bereits erwähnt handwerklich gut gemacht, aber das war es dann auch schon. Durchschnitt eben, den man wohl meist ganz schnell wieder vergisst. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Why Me?, Nomad






Mittwoch, 12. Juni 2013

Neil Young – After The Goldrush




Neil Young – After The Goldrush


Besetzung:

Neil Young – vocals, guitar, piano, harmonica, vibes


Gastmusiker:

Danny Whitten – guitar, vocals
Nils Lofgren – piano, guitar, vocals
Jack Nitzsche – piano
Billy Talbot – bass
Greg Reeves – bass
Ralph Molina – drums, vocals
Bill Peterson – flugelhorn
Stephen Stills – vocals
Susan Young – patches


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Tell Me Why (2:59)
2. After The Gold Rush (3:47)
3. Only Love Can Break Your Heart (3:10)
4. Southern Man (5:31)
5. Till The Morning Comes (1:28)
6. Oh Lonesome Me (3:50)
7. Don't Let It Bring You Down (2:58)
8. Birds (2:33)
9. When You Dance, I Can Really Love (3:46)
10. I Believe In You (3:27)
11. Cripple Creek Ferry (1:34)

Gesamtspieldauer: 35:03




Bei Neil Young scheiden sich ja allzu oft die Geister, wenn es um die Beurteilung seines Gesangs geht. Dieses Genuschel geht vielen Hörern auf den Senkel. Ich habe damit überhaupt kein Problem, ich finde es passt sogar sehr gut zu der Art Folk-Rock, die er macht. Dazu dieser relativ hohe Gesang, der nicht so ohne weiteres zu interpretieren ist, das hat schon etwas Besonderes.

„After The Goldrush“ ist die dritte Platte Neil Youngs, die 1970 veröffentlicht wurde. Und mit dem Titeltrack enthält sie auch gleich einen der Höhepunkte im Schaffen des US-Amerikaners. Kann Musik sehr viel schöner klingen als beim Titel „After The Goldrush“ selbst? Kaum möglich, oder? Mit „Southern Man“ ist noch ein ganz bemerkenswertes Lied auf dem Album vertreten. Es klingt mwlodiös und eingängig und inspirierte die Süd-Staatler von Lynyrd Skynyrd seinerzeit zu ihrem „Sweet Home Alabama“. Im Verlauf dieses Songs erwähnen sie Neil Young auch wortwörtlich und klagen ihn sogar ein klein wenig an, da ihnen bei „Southern Man“ die Menschen der Süd-Staaten der USA etwas zu schlecht wegkommen.

Auch noch sehr gelungen ist der Song „Don't Let It Bring You Down“, bei dem dieses Folk Rock Feeling so herrlich transportiert wird. Im Übrigen befindet sich kein wirklich schlechtes Lied auf der Platte. Mir sagt das zwar nicht immer alles so absolut zu, was ich da auf „After The Goldrush“ höre, trotzdem finde ich die Platte überaus gelungen. Wenn es zu american-folk-mäßig wird und in die Country-Richtung abdriftet, dann steige ich manches Mal ein klein wenig aus. Keine Ahnung, vielleicht bin ich da einfach zu sehr Europäer und mir fehlt das entsprechende amerikanische Gen. Nichtsdestotrotz, hörbar ist das alles sehr gut und so wird sicher die ein- oder der andere ein völlig anderes Lied absolut genial auf dieser Scheibe finden. Mir haben es die drei beschriebenen Stücke angetan, der Rest läuft bei mir so mit.

Fazit: Folk Rock, immer sehr gemäßigt und ruhig, selten mal, dass der Rhythmus an Fahrt gewinnt, alles wirkt auf seine Art sehr bedacht. Dabei entwickelt Neil Young allerdings Melodien, die ich nicht mehr missen möchte. Schlecht finde ich nichts auf der Platte, absolut überzeugen mich allerdings auch nur ein paar, nämlich die bereits erwähnten Stücke. Da ich diese allerdings für so gut halte, dass sie wahrlich eine Bereicherung meines musikalischen Lebens darstellen, gebe ich dem Album elf Punkte.

Anspieltipps: After The Gold Rush, Southern Man, Don't Let It Bring You Down





Dienstag, 11. Juni 2013

Renaissance – Azure D’Or




Renaissance – Azure D’Or

 
Besetzung:

Annie Haslam – vocals and backing vocals
John Tout – piano, synthesizers, mellotron
Jon Camp – bass, bass pedals, lead vocals on "Only Angels Have Wings"
Terence Sullivan – drums, timpani, chimes, xylophone, small percussion, backing vocals on "Golden Key"
Michael Dunford – guitars, autoharp


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop


Trackliste:

1. Jekyll And Hyde (4:43)
2. The Winter Tree (3:07)
3. Only Angels Have Wings (3:43)
4. Golden Key (5:17)
5. Forever Changing (4:51)
6. Secret Mission (5:05)
7. Kalynda (A Magical Isle) (3:43)
8. The Discovery (Instrumental) (4:29)
9. Friends (3:34)
10. The Flood At Lyons (4:58)

Gesamtspieldauer: 43:30




1979 hatte es Renaissance dann auch erwischt, wie so viele andere progressive Rockbands der 70er Jahre: Die Musik hatte sich schwer dem Pop angenähert. Zehn Titel passen plötzlich auf ein Renaissance Album, da keine Nummer mehr länger als fünf Minuten Zeit für sich in Anspruch nimmt. Ein Orchester wurde für die Produktion auch nicht mehr gebucht, diesen Sound übernahmen jetzt die Synthesizer.

Nun, all das wäre noch gar nicht so schade, wenn sich denn zumindest eine gute Mischung aus Pop und Progressive-Rock auf der Platte befinden würde. Dem ist allerdings leider nicht so. Das, was hier auf der bereits neunten Platte der Engländer zu hören ist, das ist leider ein langweiliges Etwas geworden, nichts Halbes und nichts Ganzes. Klar, Annie Haslam singt immer noch sehr schön, hell und klar. Auch ist die Musik, die hier zu hören ist keine einfache, sondern immer noch einigermaßen anspruchsvoll konzipiert und vorgetragen, wenn auch, wie bereits erwähnt, das Orchester fehlt und durchaus eine Lücke hinterlässt.

„Azure D’Or“ ist ebenfalls noch um Klassen progressiver als das, was Kollegen wie Genesis oder Emerson, Lake & Palmer zur selben Zeit ablieferten. Trotzdem erreicht die Platte nicht mehr die Klasse der vorherigen Alben der Band. Dies liegt jedoch nicht an den kürzeren Titeln oder aber an dem Fehlen von Orchestermusikern und einem vermehrten Synthesizer-Einsatz. Die Antwort ist viel einfacher: „Azure D’Or“ ist deshalb schlechter gelungen als viele der Vorgängeralben Renaissances, weil es einfach das schlechtere Songmaterial aufweist. Die Ideen waren Michael Dunford, dem Hauptkomponisten der Band anscheinend ausgegangen.

Fazit: Ein sich der Pop-Musik angenähertes Renaissance-Album stellt „Azure D’Or“ dar. Es war auch das letzte Mal, dass die Band in dieser Zusammensetzung ein Album veröffentlichte, John Tout und Terence Sullivan verließen danach Renaissance. Richtig schlecht ist das Gehörte nicht. Eingängig sind die Lieder immer noch, aber nicht mehr in der Art und Weise, wie auf den vorherigen Veröffentlichungen. So schwingt vielleicht beim Hören der Platte auch ein wenig Enttäuschung mit, dass die Musik nicht mehr so klingt, wie nur wenige Jahre zuvor. Dass es die Musik von Renaissance einfach nicht mehr so recht schafft, den Hörer richtig zu packen und damit auch zu überzeugen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Golden Key, The Discovery, The Flood At Lyons (im Grunde genommen hätte ich hier auch drei andere Lieder hinschreiben können)





Montag, 10. Juni 2013

Mike Oldfield – Voyager




Mike Oldfield – Voyager


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments


Gastmusiker:

Maire Breatnach – fiddle
London Voices – choir
Noel Eccles – percussion
Liam O'Flynn – uillean pipes
Chris Apps, Roger Huth, Ian Macey, Bob MacIntosh – highland pipes
Sean Keane – fiddle
London Symphony Orchestra – orchestra
Matt Molloy – flutes, tin whistles
John Myers – tin whistle, fiddle
David Spillane – uillean pipes, low whistle


Label: Warner Music UK Ltd.


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Folk, Chill-Out, New Age


Trackliste:

1. The Song Of The Sun (4:33)
2. Celtic Rain (4:41)
3. The Hero (5:04)
4. Women Of Ireland (6:30)
5. The Voyager (4:26)
6. She Moves Through The Fair (4:07)
7. Dark Island (5:44)
8. Wild Goose Flaps Its Wings (5:05)
9. Flowers Of The Forest (6:03)
10. Mont St. Michel (12:19)

Gesamtspieldauer: 58:31




1996 veröffentlichte Mike Oldfield sein siebzehntes Studioalbum unter dem Titel „Voyager“. Dieses Werk klingt kurz gesagt wie eine Mischung seines vorherigen Albums „The Songs Of Distant Earth“ gepaart mit irischer Folklore. Die Platte wäre der perfekte Hintergrund, würde man die musikalische Untermalung für einen Film über Irland suchen. Man hätte den idealen Soundtrack gefunden und müsste ihn gar nicht mehr selbst komponieren lassen.

Alles auf „Voyager“ ist ruhig und sanft und plätschert leider auch ein wenig so vor sich hin. Viele der Titel beruhen auf traditionellen Stücken, die von Mike Oldfield neu bearbeitet wurden. Und genau wie beim Vorgängeralbum, so eignet sich auch diese Platte perfekt als Hintergrundmusik. Im Vordergrund kann man jede Menge andere Dinge treiben. Essen, sich unterhalten, ein Buch lesen, zum Fenster rauskucken, Auto fahren, vor sich hinträumen. Fast hätte ich jetzt sogar „Musik hören“ geschrieben, so unaufdringlich wirkt das Ganze.

Das ist wohl auch das Manko der Scheibe, die sicherlich kleine schlechte Musik enthält. Allerdings enthält sie eben auch keine packende Musik. Irischer Folk klingt gut, kann mitunter auch kraftvoll und treibend und mitreißend sein. Auf diese eher schnelleren Töne hat Mike Oldfield auf „Voyager“ aber wohl ganz bewusst verzichtet. Das Album sollte „fließen“ und das ist etwas, was man der Platte wahrlich auch nicht absprechen kann.

Etwas Abwechslung in sich birgt da auf jeden Fall noch der letzte Titel des Albums „Mont St. Michel“. Das Gitarrenspiel Mike Oldfields ist hier grandios und auch das Orchester wirkt dort sehr kraftvoll. Natürlich ist auch dieses Lied wie der Rest der Platte sehr eingängig, kann aber immerhin auch mit etwas flotteren Abschnitten aufwarten.

Fazit: Mit dieser Unaufgeregtheit und Unaufdringlichkeit streift dieses Werk Mike Oldfields allerdings auch wieder haarscharf an der Langeweile vorbei. Das ist keine Musik, die sich irgendwie festsetzt, immer wieder gehört werden will. Das ist zwar irgendwie schöne Musik, leider aber auch Musik, die nur mal eben so mitläuft. Einfach nichts Halbes und nichts Ganzes. Acht Punkte.

Anspieltipps: Wild Goose Flaps Its Wings, Mont St. Michel




Sonntag, 9. Juni 2013

The Gun Club – Lucky Jim




The Gun Club – Lucky Jim


Besetzung:

Jeffrey Lee Pierce – vocals, guitars, lead guitars
Romi Mori – bass and melody guitar
Nick Sanderson – drums


Gastmusiker:

Bart van Poppel – hammond organ on “Anger Blues” and “Cry To Me”
Simon Fish – drums on “Blue Monsoons”


Label: What’s So Funny About


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Lucky Jim (3:44)
2. A House Is Not A Home (4:03)
3. Cry To Me (5:55)
4. Kamata Hollywood City (5:08)
5. Ride (3:57)
6. Idiot Waltz (6:43)
7. Up Above The World (4:50)
8. Day Turn The Night (2:52)
9. Blue Monsoons (2:52)
10. Desire (5:08)
11. Anger Blues (7:45)

Gesamtspieldauer: 53:12




Dieses sechste und letzte Studioalbum der amerikanischen Band „The Gun Club“ steht ganz im Zeichen des Blues. Drei Jahre später, 1996, starb der Sänger und Song-Writer der Band Jeffrey Lee Pierce an einer Gehirnblutung. Jahrelanger Drogen- und Alkoholmissbrauch hatten, bei dem zusätzlich noch HIV positiven sowie an Leberzirrhose und Hepatitis leidenden Kopf der Band, ihren Tribut verlangt.

Dieser Blues auf „Lucky Jim“ kann mal rockiger klingen, wie bei den deutlich mehr groovenden Titeln „Ride“ und „Up Above The World“, sich mal verspielt und melodiös anhören wie bei „Idiot Waltz“, „Blue Monsoons“ oder auch beim Titeltrack. Allerdings gibt es auf dem Album ebenfalls die Ausführung der Stilrichtung, die den Blues in langen Instrumental- und Gesangspassagen widergibt, die schon sehr an die Urform dieses Musikgenres erinnern. Besonders ausgeprägt ist dies beim letzten und längsten Titel der Platte: „Anger Blues“.

Die nicht allzu üppig instrumentierten Titel transportieren durchweg eine eher traurige Atmosphäre und Stimmung, die sich mehr für die nachdenklicheren Momente des Tages anbietet. Und wenn die Musik dann doch mal ein wenig an Fahrt gewinnt, schwebt trotz allem über Allem ein deutlich zu erspürendes Gefühl der Tristesse bis hin zur Verzweiflung. Allerdings ist genau das für eine ordentliche Portion Blues auch nicht weiter überraschend.

Fazit: Die Ader sich dieser Musik hingeben zu können besitzt man - oder eben nicht. Ich steige da ein wenig aus. Das hat allerdings weniger mit der eher traurigen Musik zu tun, sondern sehr viel mehr mit der Stilrichtung dieses Blues‘ an sich. Bei Titeln wie „Anger Blues“ bleibt mir einfach nur die Flucht. Hier erschließt sich mir das Ganze nicht – auch nach Jahren noch nicht, bei dem die CD immer wieder eingelegt wurde. Die Musik bleibt nicht hängen - zumindest nicht bei mir. Für Blues-Freunde allerdings wärmstens zu empfehlen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Lucky Jim, A House Is Not A Home, Idiot Waltz, Blue Monsoons




Samstag, 8. Juni 2013

Golden Earring – Switch




Golden Earring – Switch


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums
Eelco Gelling – guitar
Bertus Borgers – saxophone
Robert Jan Stips – keyboards


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock


Trackliste:

1. Intro: Plus Minus Absurdio (3:08)
2. Love Is A Rodeo (3:37)
3. The Switch (5:27)
4. Kill Me (Ce Soir) (6:23)
5. Tons Of Time (4:21)
6. Daddy's Gonna Save My Soul (4:16)
7. Troubles And Hassles (4:21)
8. Lonesome D.J. (4:38)

Gesamtspieldauer: 36:10




„Switch“ nannten die Niederländer von Golden Earring ihr bereits zehntes Studio-Album, welches zwei Jahre nach „Moontan“ im Jahr 1975 veröffentlicht wurde. Und ein „Switch“ war das wirklich, denn nur noch wenig erinnert an den Vorgänger, allerdings hat auch dieses Album einige gute Stücke aufzuweisen.

Das beginnt gleich mit dem Opener. Schöne melodiöse Einführung und dann wird das ganze Lied deutlich rockiger. Schließlich vernimmt man weiblichen Hintergrundgesang, auch nicht so ganz gewöhnlich für Golden Earring. Der Titel groovt und rockt im weiteren Verlauf wirklich gut. Das kann man auch von „Kill Me (Ce Soir)“ behaupten. Eine tolle treibende Nummer, die auch auf vielen Kompilationen der Band enthalten ist. Dann folgt mit „Tons Of Time“ ein ganz ungewöhnliches Lied für Golden Earring. Ist das Reggae? Nicht so wirklich, aber es klingt irgendwie lustig, macht Spaß und zeigt eine ganz andere Seite der Band.

Ansonsten gibt es eine ganze Menge handwerklich gut gemachten Rock auf „Switch“. Meist ist dieser auch noch melodiös und sehr eingängig. Die beiden letzten Stücke beweisen dies zusätzlich noch mit viel Abwechslung. Das klingt gut, ist mal treibender, mal zarter akzentuiert, besitzt aber immer die Gabe, auch ein wenig im Ohr des Hörers zu verweilen.

Fazit: Nein, ein zweites „Moontan“ ist „Switch“ nicht geworden. Vielleicht soll der Titel ja auch bereits darauf hinweisen. Progressiven Rock gibt es hier nicht zu hören, jedoch auch keinen Blues-Rock mehr. Auf dem Album befinden sich zudem keine Ausfälle, sondern im Gegenteil, sogar einige Höhepunkte. Ein gutes Golden Earring Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Intro: Plus Minus Absurdio, Kill Me (Ce Soir), Tons Of Time





Freitag, 7. Juni 2013

Mary Gauthier – Mercy Now




Mary Gauthier – Mercy Now


Besetzung:

Mary Gauthier – vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Gurf Morlix – bass, acoustic guitar, electric guitar, pedal steel guitar, lap steel, octofone, percussion, mandocello, background vocals
Rick Richards – drums
Ray Bonneville – harmonica
Rich Brotherton – acoustic guitar, banjo
Brian Standefer – cello
Paul Mills – background vocals
Ian “Mac” McLagan – hammond b3
Eamon McLoughlin – fiddle, viola
Patty Griffin – background vocals


Label: UMG Recordings


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: New Country


Trackliste:

1. Falling Out Of Love (5:57)
2. Mercy Now (5:50)
3. Wheel Inside The Wheel (6:33)
4. I Drink (4:30)
5. Just Say She's A Rhymer (4:17)
6. Prayer Without Words (6:09)
7. Your Sister Cried (5:00)
8. Empty Spaces (3:43)
9. Drop In A Bucket (4:10)
10. It Ain't The Wind, It's The Rain (4:03)

Gesamtspieldauer: 50:20




„Mercy Now“ ist bereits das vierte Album der amerikanischen Folk / Country-Sängerin Mary Gauthier und wurde ihrem Bruder Michael gewidmet. Jedoch ist es auf „Mercy Now“ nur sehr wenig Folk, den man hier, auf der 2005 erschienenen Platte, zu hören bekommt. Pedal Steel Guitar und Geige tun ihr Bestes, um das Ganze auch wirklich überwiegend nach Country und nicht nach Folk klingen zu lassen.

Ausnahmen davon sind die ersten beiden Titel, von denen „Falling Out Of Love“ wirklich klasse gelungen ist. Ganz sanfte und sehr ergreifende Töne gibt es bei dieser Nummer zu hören. Ein tolles Lied, der absolute Höhepunkt des gesamten Albums. Auch der Titelsong geht noch deutlich in diese Folk-Richtung, obwohl hier bereits die Country-Instrumentierung Einzug in das Geschehen hält.

Der ganze Rest der Platte sind Titel, die mal ein wenig besser, ein wenig schlechter in den Country-Charts der USA vertreten sein könnten. Meist sehr ruhig und nachdenklich gehalten, wobei es sich immer wieder lohnt, sich auch mal ein wenig mit den Texten zu beschäftigen, denn diese sind mitunter durchaus eindringlich und gelungen. Eine Ausnahme wartet auf den Hörer noch am Ende des Albums. Bei „It Ain't The Wind, It's The Rain” klingt die Musik der Mary Gauthier sogar rockig. Eine angenehme Abwechslung in diesem Südstaaten-Mix.

Fazit: Keine Ahnung warum, aber mir fehlt zu solcher Musik völlig der Zugang. Die Stimme der Mary Gauthier klingt rauchig und hat durchaus ihren Reiz und Wiedererkennungswert. Wenn es folkig klingt, dann ist das auch ganz schön, nur leider hört es sich meistens eben nach Country an und der ist in diesem Fall für europäische Ohren durchweg äußerst gewöhnungsbedürftig. Wenn man tolle und ruhige weibliche Musik auch aus den USA hören möchte, gibt es da inzwischen jede Menge Alternativen, die das deutlich besser hinbekommen. Aber Mary Gauthier, sorry, bis auf die Ausnahme „Falling Out Of Love“ klingt da eher langweilig, altbacken, kann den Hörer nur selten einfangen und ist überaus gewöhnungsbedürftig für den überwiegenden Musikgeschmack in unseren Längen und Breiten. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Falling Out Of Love, Mercy Now, It Ain't The Wind It's The Rain





Donnerstag, 6. Juni 2013

Black Sabbath – Black Sabbath




Black Sabbath – Black Sabbath


Besetzung:

Tony Iommi – lead guitar
Greezer Butler – bass guitar
Bill Ward – drums
Ozzy Osbourne – vocals, harmonica


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1970 (Wiederveröffentlicht 2004 inklusive Bonus Track)


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Black Sabbath (6:22)
2. The Wizard (4:25)
3. Behind The Wall Of Sleep (3:37)
4. N.I.B. (6:07)
5. Evil Woman, Don't Play Your Games With Me (3:25)
6. Sleeping Village (3:46)
7. Warning (10:33)


Bonus Track:

8. Wicked World (4:43)

Gesamtspieldauer: 42:58




Bei vielen Hard Rock Fans gilt dieses erste Werk von Black Sabbath aus dem Jahr 1970 als die Mutter aller Hard Rock Platten. Nun, darüber kann man trefflich streiten, da zu dieser Zeit einige Bands mit genau diesem Genre ebenfalls das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Was auf jeden Fall festzuhalten bleibt: Man bekommt ordentlich was auf die Ohren auf „Black Sabbath“. Hard Rock ohne Schnörkel und „Verweichlichungen“. Und wenn es dann doch mal kurz ein wenig „gemäßigter“ vonstattengeht, dann werden schon kurze Zeit später die Zügel wieder angezogen und es wird erneut kräftig weitergerockt.

Die Stücke leben von der Atmosphäre, die sie transportieren und natürlich auch vom Gesang Ozzy Osbournes sowie dem Gitarrenspiel des Tony Iommi. Es gibt mit Sicherheit auch melodischeren Hard Rock, aber gerade über diesem Album schwebt das Gefühl des Neuen, des so noch nicht Dagewesenen, was den Reiz dieses Albums zusätzlich ausmacht. Mitunter wird die Musik auch ein wenig bluesiger, ohne dabei jedoch ihre „Kraft“ und Ausdrucksstärke zu verlieren.

Und dann gibt da ja noch dieses ursprünglich letzte und längste Stück der Platte „Warning“. Hier kann Anthony „Tony“ Iommi sein Gitarrenspiel so richtig ausleben. Ein episches Gitarrensolo, welches im weiteren Verlauf deutlich an Kraft gewinnt. Alles rockt und groovt und man muss natürlich eine „Ader“ dafür haben, hier nicht auszusteigen. Wer diese besitzt, für den wird dieses Stück das „Nirwana“ des Rocks sein.

Der Bonus-Track auf der remasterten Wiederveröffentlichung knallt ebenfalls kraftvoll los, passt stilistisch aber nicht so ganz zum Rest des Albums. Aber es ist eine Zugabe, wer will sich da schon beschweren?

Fazit: Das Erstlingswerk von Black Sabbath ist für mich kein „Über-Album“. Es lebt allerdings von dem Flair des Neuen, welches es zur damaligen Zeit transportiert. Dazu gibt es mit „Warning“ einen wahrlich eindrucksvollen Song, der so oder so ähnlich noch nicht allzu oft auf Platte beziehungsweise CD gepresst wurde. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Black Sabbath, Sleeping Village, Warning





Mittwoch, 5. Juni 2013

Beatsteaks – Smack Smash




Beatsteaks – Smack Smash


Besetzung:

Torsten Scholz – bass
Thomas Götz – drums, backing vocals
Bernd Kurtzke – guitar left, backing vocals
Peter Baumann – guitar right, backing vocals
Armin Teutoburger-Weiß – vocals, guitar center


Label: Epitaph Europe


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Punk Rock


Trackliste:

1. Big Attack (2:24)
2. Vision (2:49)
3. Ain't Complaining (2:48)
4. Hello Joe (3:29)
5. Hand In Hand (2:41)
6. Monster (2:02)
7. Everything (3:09)
8. I Don't Care As Long As You Sing (3:35)
9. Atomic Love (2:33)
10. Loyal To None (1:28)
11. What's Coming Over You (3:15)
12. My Revalation (1:45)

Gesamtspieldauer: 31:58




Okay; jetzt gehe ich das hier mal ganz pragmatisch an. Eine deutsche Band macht Punk! An sich garantiert nichts Schlechtes, denn auch dem Punk kann ich manchmal was abgewinnen. Dass dieses Album von gerade Mal einer halben Stunde Spieldauer dann jedoch für knapp 20 Tacken zum Verkauf angeboten wird, das geht mir dann schon ein wenig mehr auf den Zeiger - muss ich zugeben.

Aber auch noch nicht schlimm, denn die Musik könnte ja diese Investition wert sein. Jetzt komme ich aber auch noch aus einer ganz anderen Richtung, wer diese Seiten ein wenig verfolgt, der merkt, dass mich eher die progressiveren, anspruchsvolleren Sounds ansprechen. Was die Beatsteaks hier auf dieser halben Stunde abliefern, hat damit allerdings natürlich überhaupt nichts zu tun. Respekt dafür, dass man in dieser kurzen Spielzeit allerdings zwölf Songs unterbringen kann.

Okay, das was Arndt, Simon und ich hier schreiben ist nie objektiv, ist immer subjektiv. Ich bin auch der festen Meinung, dass man Musik gar nicht objektiv beurteilen kann. Mit der Ausnahme vielleicht, dass eine Band mal etwas völlig Neues erschafft, einen neuen Sound kreiert, etwas bietet, was das Ohr des Musikhörers bisher so noch nicht gehört hat (schwierig im 21. Jahrhundert - zugegeben). Aber wenn dem so wäre, dann sollte man seine Subjektivität ganz stark überdenken, beziehungsweise sie wäre in diesem Fall definitiv nicht mehr angebracht.

Das, was ich hier auf „Smack Smash“ höre, das habe ich bereits bei den Sex Pistols wahrgenommen. In einer abgewandelten Form zwar, aber die Botschaft war durchaus dieselbe. Ich finde hier nichts Interessantes oder etwas, was mich packen würde. Eher ist das für mich langweilig, laut und einfallslos. Wenn ich dann natürlich die Rezensionen in diversen Foren lese, dann bin ich im völlig falschen Bus, dann übersehe ich hier sehr viel. Mag sehr gut sein, dass ich das nur falsch sehe und einfach nicht das Tolle an dieser Musik erkennen kann. Trotzdem aber irgendwie nicht meine Mucke, mich langweilt das was ich da zu hören bekomme - nein noch schlimmer, mich nervt es sogar.

Fazit: Für Punk-Freaks wohl genau das Richtige, was die fünf Berliner da auf eine Scheibe zaubern – auch wenn ich sie viel zu kurz finde. Für mich ist das viel Geschrei, ohne Melodie, mit Texten, die mir fast schon wehtun. Aber noch mal, das ist meine ganz persönliche Meinung. Die fünf Musiker mögen sehr nette Typen sein und gute Musik für viele Menschen hier im Land machen – jedoch definitiv nicht für mich. Allerdings „Hello Joe“ finde sogar ich ganz gut. Ehrlich! Vielleicht aber auch deshalb, weil es so untypisch ist für dieses Album.  Sechs Punkte.

Anspieltipps: Hello Joe





Dienstag, 4. Juni 2013

16 Horsepower – Low Estate




16 Horsepower – Low Estate


Besetzung:

David Eugene Edwards – vocals, banjo, concertina, hurdy gurdy, guitar
Jeffrey Paul – back-up vocals, fiddle, guitar, cello, organs
Jean-Yves Tola – drums, percussion, piano
Pascal Humbert – bass, bass fiddle, guitar


Gastmusiker:

John Parish – additional percussion, organ, guitar, xylophone
Steve Taylor – guitar


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Alternative Country


Trackliste:

1. Brimstone Rock (4:29)
2. My Narrow Mind (2:59)
3. Low Estate (4:13)
4. For Heaven's Sake (4:54)
5. Sac Of Religion (3:28)
6. The Denver Grab (5:09)
7. Ditch Digger (3:22)
8. Pure Clob Road (3:44)
9. Phyllis Ruth (4:38)
10. Black Lung (2:26)
11. Dead Run (3:22)
12. Golden Rope (4:17)
13. Hang My Teeth On Your Door (2:35)

Gesamtspieldauer: 49:35



Auch auf ihrem zweiten, 1997 erschienen und mit „Low Estate“ betitelten Album, haben die jetzt vier Amerikaner aus Denver Colorado wieder Einiges zu bieten. Zwar gibt es dieses Mal wirklich so einen unsäglichen Country-Song wie „Black Lung“ zu hören, dieser wird durch den Rest der Titel auf der Platte, die wahrlich alle gelungen ist, jedoch bei Weitem wieder wett gemacht.

Die Stimmung auf diesem Album ist ein wenig düsterer als noch auf dem Debut-Album. Stellvertretend steht dafür so ein Song wie „Phyllis Ruth“. Sehr schwer, melancholisch und dabei einfach auch schön. Die getragene Stimmung wird nicht zuletzt durch das Cello vermittelt, aber auch die Stimme David Eugene Edwards klingt hier auf ihre Art fast schon verzweifelt. Dazu gesellt sich ein tolles Banjo-Spiel und fertig ist der schwermütige, jedoch sehr eindringliche Song.

Auch der Beginn des Albums ist mit „Brimstone Rock“ überaus gelungen. Hier spielt ebenfalls wieder das Banjo eine entscheidende Rolle, bis das Lied dann quasi zu explodieren scheint. Banjo und Gitarre agieren nun Hand in Hand und es entwickelt sich eine tolle Nummer, melodiös und trotzdem an den entscheidenden Stellen immer wieder treibend im Rhythmus und dem Tempo.

Es rockt häufig auf „Low Estate“, ohne dabei in die „Heavy-Schiene“ zu rutschen. Die Melodie eines Stückes wird nie über Bord geworfen, sondern steht immer im Zentrum des Liedes. Das macht das Ganze so eingängig, das bewirkt, dass der Fuß automatisch mit zu wippen versucht. Und wenn, wie im zweiten Lied, mal etwas „geschrien“ wird, dann passt das irgendwie auch genau dorthin und stört den Liedverlauf und das Hörvergnügen in keinster Weise.

Fazit: Auch mit ihrem zweiten Album können die Mannen von 16 Horsepower überzeugen Alternative Country kann wahrlich interessant sein und vor allen Dingen wirken, denn das machen die Lieder auf der Platte. Und wenn es denn doch mal passiert, dass ein Lied, wie oben bereits erwähnt, zu sehr in die Country-Schiene abzugleiten scheint, dann bleibt einem, wenn man es eben gar nicht hören will, immer noch die Fernbedienung und der Song ist übersprungen. Viele Anlässe gibt es dafür auf „Low Estate“ allerdings nicht. Elf Punkte.

Anspieltipps: Brimstone Rock, For Heaven's Sake, Phyllis Ruth, Dead Run





Montag, 3. Juni 2013

Ashra – New Age Of Earth




Ashra – New Age Of Earth


Besetzung:

Manuel Göttsching – all instruments


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Elektronische Musik, Ambient


Trackliste:

1. Sunrain (7:28)
2. Ocean Of Tenderness (12:36)
3. Deep Distance (5:46)
4. Nightdust (21:50)

Gesamtspieldauer: 47:55




Sich ganz den Klängen hingeben, nichts machen, einfach nur auf dem Sofa liegen oder es sich auf einer Liege bequem machen, sich die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und berieselt werden. Das gelingt ganz gut mit der Veröffentlichung von Manuel Göttsching, der zusammen mit Hartmut Enke und Klaus Schulze im Jahr 1970 die Band Ashra Tempel gründete. Diese Veröffentlichung hier, die sechs Jahre später entstand und im darauffolgenden Jahr veröffentlicht wurde, ist die erste, bei der der „Tempel“ im Titel weggelassen wurde. Ein Indiz dafür, dass sich etwas getan hat bezüglich des Line-Ups der Band. Manuel Gottsching zeichnet sich auf „New Age Of Earth“ als alleiniger Komponist der einzelnen Lieder aus, die auch alle von ihm in Eigenregie eingespielt wurden. Somit ist „Ashra“ hier nichts anderes, als das Solo-Projekt des Berliners geworden.

Elektronische Musik bekommt der Hörer mit Ashra serviert. Diese kann mitunter rhythmischer sein, wie beim Opener „Sunrain“ und mit Abstrichen bei dem kürzesten Song der Platte „Deep Distance“. Aber es gibt auch die andere Seite der Musik auf „New Age Of Earth“, die dann nur noch sphärisch aus den Lautsprechern fließt, wie bei den restlichen beiden Titeln, die auch den meisten Raum auf dem Album einnehmen. Beim Hören der Nummern lässt man am besten die Augen ganz langsam zufallen, um sich auf eine kleine Gedankenreise zu begeben ohne zu wissen, wohin einen der Weg führen wird.

„New Age Of Earth“ ist sicherlich kein Produkt für den Massenmarkt. Melodien oder ähnliches gibt es nicht. Alles wabert und blubbert und schwebt und summt. Jeder Ton ist einzig und allein auf die Atmosphäre ausgerichtet, die diese Art der Musik zu vermitteln weiß. Völlig stressfrei gilt es hier den Moment zu genießen, einzutauchen in Klangwelten, die nicht von dieser Erde zu kommen scheinen, sondern aus einer fernen Galaxie, in der das Leben leichter und sorgenfreier zu sein verspricht – könnte man zumindest meinen.

Die Stimmung auf der Platte empfinde ich nicht gerade als fröhlich, eher als sehr nachdenklich, melancholisch und sentimental. Alles wird vom Synthesizer dominiert, nur manchmal betritt auch eine sehr zurückhaltend gespielte Gitarre die Bühne des Handelns. Und auch diese wirkt entspannend leicht und luftig und niemals aufdringlich, um sich etwa in den Vordergrund zu spielen.

Fazit: Traummusik, Musik zum Entspannen, Klänge zum Abschalten. Wer kann, der sollte sich weich betten, die Augen schließen und der Dinge harren, die da passieren werden. Aber keine Angst, das Schlimmste was einem widerfahren wird ist, dass man einschläft, weil es dann vielleicht doch zu langweilig ist. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ocean Of Tenderness, Nightdust