Freitag, 9. August 2013

New Model Army – B-Sides & Abandoned Tracks




New Model Army – B-Sides & Abandoned Tracks


Besetzung:

Alle Musiker, die bis zu diesem Zeitpunkt an New Model Army beteiligt waren. Keine Auflistung der einzelnen Namen in den Credits des Album-Booklets.


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Independent, Alternative Rock


Trackliste:

1. Heroin (5:27)
2. Adrenalin (3:47)
3. No Sense (2:44)
4. Trust (2:29)
5. Brave New World (12'' Gregovich Mix) (5:16)
6. R.I.P. (4:12)
7. Brave New World II (3:23)
8. Ten Commandments (3:43)
9. Courage (3:18)
10. Lights Go Out (US Mix) (6:31)
11. Deadeye (4:51)
12. Prison (4:13)
13. Curse (3:56)
14. Ghost Of Your Father (3:24)
15. Modern Times (3:39)
16. Drummy B (4:02)
17. Marry The Sea (4:46)
18. Sleepwalking (2:58)

Gesamtspieldauer: 1:12:49




Wie der Name schon aussagt ist „B-Sides & Abandoned Tracks“ kein offizielles Album von New Model Army. Es handelt sich dabei um eine Zusammenstellung von Single-B-Seiten sowie Liedern, die bisher nur auf EP’s erschienen sind. Und das sind 1994 schon eine ganze Menge gewesen, denn immerhin achtzehn Titel wurden auf diese Platte gepresst. Viele der Songs sind noch von den Anfangsjahren der Band geprägt, also geradliniger Rock, der zum Teil nahe am Punk vorbeischrammt.

Allerdings verstecken sich unter den achtzehn Titeln auch ein paar richtige Perlen. „No Sense“ wäre da zu nennen. Eine klasse groovende Nummer. Dann „Brave New World 2“, eine wunderschöne langsame Ballade, bei der der Gesang Justin Sullivans nur vom Piano begleitet wird. “Herzerweichend“ schön. „Courage“ ist ein toller Rocker, klasse Tempo, klasse Arrangement und auch sehr eingängig. Der Tiel „Prison“ ist ebenso überaus gelungen.

Und dann warten ganz am Ende des Albums noch drei richtige Höhepunkte auf den Hörer. „Drummy B“ ist eine nur zart mit dem Keyboard und der Mundharmonika instrumentierte Nummer, die vor allem von den Drums lebt, die zwar omnipräsent sind, sich trotzdem irgendwie im Hintergrund halten. Ein Widerspruch in sich, aber genau so wirkt dieses Lied. „Marry The Sea“ ist ein sehr verträumtes und langsames Stück. So wie dieses Lied stellt man wohl am ehesten „schöne“ Musik vor. Alles ist sanft, alles klingt und Justin Sullivan haucht so wunderbar seinen Gesang ins Mikro. Und dann wäre da ganz zum Schluss noch „Sleepwalking“. Fast schon eine Schande, dass dieses Lied sonst nirgendwo auf einem Album auftaucht. Es ist eine Instrumentalnummer, die es bei New Model Army ja eigentlich gar nicht gibt. Wunderschöne Gitarrenlinie und Keyboardklänge, die irgendwo zwischen Streichern und Flöten liegen. Absolut genial. Wäre der traumhafte Abschluss für einen sehr traurigen Film.

Fazit: Nun, wenn das alles B-Seiten sind und Songs, die nur auf kleinen EP’s erschienen sind, dann ist das wirklich schade. Aus diesen Liedern kann man eine klasse Platte machen. Okay, haben sie ja auch, aber leider ist die im Moment nur sehr teuer zu bekommen. Als Einstieg in die Musik der Band natürlich nicht geeignet, aber wenn man als Fan die Möglichkeit hat, diese CD irgendwie günstig – und sei es auch gebraucht – zu bekommen, dann kann ich dazu nur raten. Gerade eben weil man hier New Model Army auch mal hört, wie sie sonst nicht klingen. Und das richtig gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: No Sense, Brave New World 2, Courage, Prison, Drummy B, Marry The Sea, Sleepwalking





Donnerstag, 8. August 2013

Madonna – Confessions On A Dancefloor




Madonna – Confessions On A Dancefloor


Besetzung:

Madonna – lead vocals, background vocals


Gastmusiker:

Stuart Price – keyboards, synthesizers, vocoders, programming, sequencing, sampling
Roberta Carraro – keyboards, bass, drums, harmonica
Yitzhak Sinwani – additional vocals on "Isaac"
Monte Pittman – guitar
Magnus "Mango" Wallbert – programming


Label: Warner Brothers Records Inc.


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Dance


Trackliste:

1. Hung Up (5:36)
2. Get Together (5:31)
3. Sorry (4:43)
4. Future Lovers (4:51)
5. I Love New York (4:12)
6. Let It Will Be (4:19)
7. Forbidden Love (4:22)
8. Jump (3:46)
9. How High (4:40)
10. Isaac (6:04)
11. Push (3:57)
12. Like It Or Not (4:32)

Gesamtspielzeit: 56:33




„Confessions On A Dancefloor“ ist Programm auf diesem zehnten Album Madonnas, welches 2005 veröffentlicht wurde. Akustische Gitarren oder selbiges sucht man hier vergebens, „Dance“ ist angesagt. Fette Beats, die Tanzfläche soll gefüllt werden. Madonna scheint sich immer wieder selbst neu erfinden zu wollen, anders kann man sich diese stilistischen Sprünge von einem Musik-Genre zum anderen nicht erklären, die sie manches Mal von Platte zu Platte vollführt. Und man muss zugeben, sie schafft das auch sehr gut mit ihren verschiedenen Alben.

Okay, meine Stilrichtung ist das nicht mehr so ganz. Man hört Abba und auch Donna Summer heraus, aber auch die Pet Shop Boys und die Jacksons Five sind vertreten. Alles groovt und ist eng getaktet. Wenn man denn tanzen will, funktioniert das mit dieser CD sicherlich auch sehr gut. Der Ohrwurm-Charakter ergibt sich aus dem Umstand, dass man viele der Titel bereits zu kennen scheint. Macht man ja auch, wenn man sich mal die ganzen Anleihen zu Gemüte führt.

„I Love New York“ rockt sogar ein wenig, deswegen sagt es mir wohl auch ein wenig zu. „Let It Will Be“ beginnt mit vielen Streichern, ganz nett, entwickelt sich dann aber auch zum Dance-Floor-Pop. Trotzdem aber noch eine der besseren Nummern der Platte. Der Stil der Musik wird weiter konsequent durchgezogen. Eine Ausnahme ist da „Isaac“. Orientalisch angehaucht ist dieses Lied für mich auch der Höhepunkt der Platte. Zwar wieder für die Disco angedacht, aber doch anders und damit interessanter.

Fazit: Nun ja, manchmal „Pusht“ mich Madonna, um mal in ihrer Sprache auf „Confessions On A Dancefloor“ zu bleiben. Ein anderes Mal langweilt sie mich tierisch. „Confessions On A Dancefloor“ war eines der erfolgreichsten Alben Madonnas (ich wusste gar nicht, dass es so viele DJs gibt) und trotzdem langweilt „Confessions On A Dancefloor“ leider sogar sehr. Aber der Erfolg gibt Madonna natürlich Recht. Für mich ist das allerdings nichts Besonderes mehr. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Hung Up, I Love New York, Let It Will Be, Isaac





Mittwoch, 7. August 2013

Johnny Cash – American III: Solitary Man




Johnny Cash – American III: Solitary Man


Besetzung:

Johnny Cash – vocals, guitar
Norman Blake – guitar
Mike Campbell – guitar
June Carter Cash – vocals on „Field Of Diamonds“
Laura Cash – fiddle
Sheryl Crow – vocals on „Field Of Diamonds“, accordion on „Wayfaring Stranger“, and „Mary Of The Wild Moor“
Merle Haggard – vocals on „I’m Leavin‘ Now“, guitar
Will Oldham – vocals on „I See A Darkness“
Larry Perkins – guitar
Tom Petty – vocals on „I Won’t Back Down“ and „Solitary Man“, organ on „I Won’t Back Down“
Randy Scruggs – guitar
Marty Stuart – guitar
Benmont Tench – piano, organ, harmonium


Label: American Recordings


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Country


Trackliste:

1. I Won't Back Down (2:09)
2. Solitary Man (2:26)
3. That Lucky Old Sun (Just Rolls Around Heaven All Day) (2:36)
4. One (3:53)
5. Nobody (3:14)
6. I See A Darkness (3:43)
7. The Mercy Seat (4:35)
8. Would You Lay With Me (In A Field Of Stone) (2:41)
9. Field Of Diamonds (3:16)
10. Before My Time (2:55)
11. Country Trash (1:48)
12. Mary Of The Wild Moor (2:32)
13. I'm Leavin' Now (3:07)
14. Wayfaring Stranger (3:20)

Gesamtspieldauer: 42:16




Bewegend und sehr eindrucksvoll ist das, was Johnny Cash da im Rahmen seiner American Recordings“-Reihe unter dem Titel „Solitary Man“ im Jahr 2000 auf CD presste. Bei lediglich vier Titeln war Johnny Cash dabei direkt kompositorisch beteiligt, aber auch wenn die restlichen Lieder nicht von ihm geschrieben wurden, so machte er diese auf dem Album doch zu seinen ganz persönlichen Stücken, so beeindruckend und fesselnd werden die einzelnen Nummern von ihm interpretiert und umgesetzt.

„One“ von U2 ist natürlich ein geniales Lied, welches im Original auch zu den besten Titeln gehört, welche U2 jemals geschrieben haben. Und man muss zugeben, dass es eine Weile dauert, bis auch diese Version hier von Johnny Cash restlos überzeugen kann. Aber nach einigen Durchläufen steht dieser Titel gleichberechtigt neben der Originalausgabe der irischen Band. Eine sehr „warme“ Interpretation des Originals. Von Anfang an packt einen die Version von „Solitary Man“, die sehr viel besser gelungen ist, als jene im Original von Neil Diamond. Und noch ein klein wenig mehr trifft dies auf „The Mercy Seat“ zu, welches ursprünglich von Nick Cave stammt. In diesem Lied geht es um einen zum Tode Verurteilten, der auf seine Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl wartet. Und diese Situation, dieses Gefühl wird von Johnny Cash so etwas von berührend und mitreißend transportiert, dass es einem beim Hören des Stücks kalt den Rücken hinunterläuft.

Es ist die Stimme des Johnny Cash in Verbindung mit der meist nur zarten Instrumentierung mittels der akustischen Gitarre, die diesen Zauber in der Musik hervorruft. Diese Zusammenstellung erzeugt eine Atmosphäre, der man sich nur schwerlich entziehen kann, die den Hörer trifft und packt und nicht mehr loslässt.

Klar können einen die Stücke nicht durchgängig in dieser Art und Weise treffen. Wenn es mal mehr in die Richtung Country abdriftet, wird das für das europäische Ohr oder das nicht so Country-affine Musikverständnis ein wenig schwieriger, was vor allem gegen Ende der Platte der Fall ist. Nichtsdestotrotz steht über allem dieser tolle Gesang des Johnny Cash, der auch in diesen Songs vollends zu überzeugen weiß.

Fazit: Ein beeindruckendes Album ist Johnny Cash hier gelungen, auf dem der US-Amerikaner ganz neue Facetten der einzelnen Lieder herauszustellen weiß. Warme Musik, die den Hörer trifft und sehr lange begleiten kann. Die Musik ist an jeder Stelle des Albums ruhig und völlig unaufgeregt, mit der Ausnahme des Stücks „The Mercy Seat“, welches am Ende die Situation des Delinquenten eindrucksvoll und ergreifend und packend umsetzt. Ansonsten gibt es auf „American III: Solitary Man“ jede Menge Musik zum Träumen und sich darin verlieren. Sehr lohnenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Solitary Man, One, I See A Darkness, The Mercy Seat





Dienstag, 6. August 2013

Golden Earring – Bloody Buccaneers




Golden Earring – Bloody Buccaneers


Besetzung:

Barry Hay – vocals
George Kooymans – guitars & vocals
Rinus Gerritsen – bass & keyboards
Cesar Zuiderwijk – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Rock


Trackliste:

1. Making Love To Yourself (4:53)
2. Temporary Madness (3:33)
3. Going To The Run (3:54)
4. Joe (4:38)
5. Planet Blue (4:22)
6. Bloody Buccaneers (4:50)
7. One Shot Away From Paradise (3:45)
8. When Love Turns To Pain (4:47)
9. In A Bad Mood (5:24)
10. Pourin My Heart Out Again (4:00)

Gesamtspieldauer: 44:04




Rock wird einem auch auf dem zwanzigsten Studio-Album von Golden Earring aus dem Jahr 1991 geboten. Dieser fällt mal etwas härter, mal etwas sanfter aus. „Going To The Run“ ist so ein Beispiel für ein etwas „gezügelteres“ Stück, welches allerdings wirklich gut gelungen ist. Schöne Melodie und eingängiger Rhythmus. Ganz klar einer der Höhepunkte auf „Bloody Buccaneers“.

Allgemein ist festzuhalten, dass die Musik auf diesem ersten Album der Band in den 90er Jahren wieder eingängiger und gefälliger ausgefallen ist. Die Titel klingen ausgereifter und auch die Melodien sprechen den Hörer wieder besser an, auch wenn sich die Texte wieder hauptsächlich um dieses „Liebes-Thema“ drehen, was ein wenig nervt. Trotzdem ist der Gesamteindruck dieses Albums nicht schlecht, die Skip-Taste der Fernbedienung muss gar nicht erst bedient werden, denn richtige Ausfälle gibt es auf der Platte nicht. Es rockt und wenn es wirklich mal etwas ruhiger wird, dann hört sich das ebenfalls sehr eingängig, harmonisch und gelungen an und die dabei zu hörenden Melodien bleiben sogar hängen.

Fazit: Mit Sicherheit eines der besseren Alben der späteren Jahre der Band. Es ist nicht die „Hammer-Platte“ geworden, aber doch handwerklich gut gemachter Rock, den man gut anhören kann. Zwar kein richtig gutes Album mehr, aber immerhin gibt es mit „Going To The Run“ mal wieder einen, auch als solchen zu bezeichnenden Höhepunkt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Going To The Run, In A Bad Mood




Montag, 5. August 2013

Asia – Alpha




Asia – Alpha


Besetzung:

Geoff Downes – keyboards
Steve Howe – guitars
Carl Palmer – drums
John Wetton – vocals and bass guitars


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Mainstream, AOR, Pop


Trackliste:

1. Don't Cry (3:41)
2. The Smile Has Left Your Eyes (3:13)
3. Never In A Million Years (3:46)
4. My Own Time (I'll Do What I Want) (4:49)
5. The Heat Goes On (5:00)
6. Eye To Eye (3:14)
7. The Last To Know (4:40)
8. True Colors (3:53)
9. Midnight Sun (3:48)
10. Open Your Eyes (6:26)

Gesamtspieldauer: 42:30




Sie haben es noch mal gemacht. Ein Jahr nach dem Erstlingswerk gingen Geoff Downes, Steve Howe, Carl Palmer und John Wetton gleich noch einmal daran, eine Platte unter der Überschrift „Asia“ aufzunehmen. Nun, ein Jahr zuvor klang das auch überaus eingängig und nicht weiter verwunderlich für eine reine Mainstream-Platte. Diese wies zudem einige sehr schöne Melodien auf, die man immer wieder mal ganz gerne gehört hat – selbst heute noch, dreißig Jahre später.

Das zweite Werk dieser vier eigentlich tollen Musiker, hätte aber nicht mehr unbedingt sein müssen. Das Ganze wirkt eher so, als ob man den Erfolg, den man mit der ersten Platte hatte, einfach noch auskosten wollte. Wer die erste Scheibe gekauft hat, der wird sicherlich auch die folgende Platte noch erwerben – so zumindest könnte der Gedanke gewesen sein. Hat auch funktioniert, ich bin ja das beste Beispiel dafür. Allerdings waren hier den vier Musikern bereits die Ideen ausgegangen. Mainstream AOR in Vollendung hört man auf „Alpha“, da hallt nichts mehr nach, das klingt beim ersten Hören alles noch ganz okay, bereits beim zweiten Durchlauf fängt es jedoch bereits an zu langweilen. Da ist nichts Interessantes mehr dabei. Nichts, was man immer wieder gerne auflegen würde. Alles ist zu offensichtlich für die Radio-Stationen dieser Welt geschrieben worden, um dort in der Endlosschleife wiedergegeben zu werden.

Schade, sehr schade eigentlich, denn auch später noch veröffentlichten diese vier Musiker Musik, die durchaus noch hörenswert war. Nur eben nicht mehr in dieser Konstellation. Steve Howe schien das auch schnell gemerkt zu haben. Außerdem wurde klar, dass er mit John Wetton, der an seiner Alkoholsucht litt, nicht mehr zusammenarbeiten konnte. Die beiden verstanden sich musikalisch wie auch menschlich anscheinend nicht. Steve Howe gründete nach dem Erscheinen von „Alpha“ mit dem Ex-Genesis-Gitarristen Steve Hackett die Band GTR. Hier auf „Alpha“ sind noch die Gründungsmitglieder der Band versammelt und die Musik ist in meinen Ohren nur noch eine Mischung aus Bombast und Schmalz, die allerdings manches Mal sogar trotzdem noch klingt. Das Album floppte jedoch beim Publikum, sodass ein Weiterbestehen der Band in Frage gestellt wurde.

Fazit: Richtig schlecht ist die Musik auf „Alpha“ natürlich auch nicht. Aber es ist eben 08/15-Musik, die so gar nichts mehr mit der Musik zu tun hat, mit der alle vier Musiker zuvor in Berührung kamen, mit der sie „groß“ wurden und mit der sie die Musikwelt bereicherten: dem progressiven Rock. Mich langweilt das, was ich hier höre, auch wenn mir das Cover gut gefällt und dieses eigentlich etwas anderes verspricht als das, was man dann zu hören bekommt. Für Freunde von Foreigner, REO Speedwagon und vielleicht auch noch Chicago aber eine unbedingte Kaufempfehlung. Von mir allerdings nur sechs Punkte. Mehr geht einfach nicht. Sorry.

Anspieltipps: The Smile Has Left Your Eyes, The Heat Goes On





Sonntag, 4. August 2013

New Model Army – Strange Brotherhood




New Model Army – Strange Brotherhood


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitar, keyboards, harmonica
Robert Heaton – drums, guitar, synthesizer, harmonica, backing vocals
Nelson – bass, guitar, percussion, violin, backing vocals
Dave Blomberg – guitar, keyboards, backing vocals
Dean White – keyboards, clarinet


Gastmusiker:

Rachel Hunter – strings
Tobias Unterberg – strings
Samantha Rowe – strings
Ed Wolstenholme – strings
Becky Pugh – strings
Ed Collins – brass
Simon Pugsley – brass
Stuart Edge – brass


Label: Attack Attack Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Alternative, Independent, Rock


Trackliste:

1. Wonderful Way To Go (5:43)
2. Whites Of Their Eyes (4:42)
3. Aimless Desire (5:06)
4. Over The Wire (3:28)
5. Queen Of My Heart (4:16)
6. Gigabyte Wars (4:15)
7. Killing (5:43)
8. No Pain (4:56)
9. Headlights (5:36)
10. Big Blue (4:23)
11. Long Goodbye (3:20)
12. Lullaby (5:38)

Gesamtspieldauer: 57:06




Das siebte Studioalbum New Model Armys wurde 1998 veröffentlicht und erhielt den Titel „Strange Brotherhood“. Und im Gegensatz zum Vorgänger, kann dieses Album nicht so richtig überzeugen, obwohl sich natürlich auch hier einige wunderschöne Stücke ausfindig machen lassen. Aber es wird auch mehr experimentiert. Anders kann man so ein Lied wie „Whites Of Their Eyes“ wohl nicht eingruppieren, bei dem eine sehr stark vom Synthesizer verfremdete Stimme singt. Auch sonst ist der Song in seiner Machart sehr technisch gehalten und eher ungewöhnlich für die Musik von New Model Army. Das Stück „Gigabyte Wars“ geht zumindest zum Teil ebenso ein wenig in diese Richtung, obwohl hier die Brass-Sektion viel zu „retten“ vermag.

Die richtigen Höhepunkte des Albums folgen etwa in der Mitte der Platte und beginnen mit „Killing“. Ein Lied, welches stark an „Here Comes The War“ vom Vorgänger-Album erinnert und ebenfalls sehr gelungen, da mitreißend rockig ist. „No Pain“ ist im Anschluss daran eine sehr schöne und ruhige Ballade, die sich im weiteren Verlauf steigert. Das funktioniert ebenfalls gut. Anschließend folgt mit „Headlights“ der Höhepunkt des Albums. Ein eher ruhiges Lied, welches mit vorbeifahrenden Autos startet und sich dann zu einem überaus eingängigen Titel entwickelt. Schön getragen und doch nicht langsam, ein Mid-Tempo Lied, welches alles mitbringt, was ein guter Song haben muss: Tolle Melodie, schöne Wechsel und eine abwechslungsreiche Instrumentierung. Diese ist hier sogar ziemlich innovativ. Mal sind es Autos, mal irgendein Kröten-Gequake, Grillen-Gezirpe, dann eine Mundharmonika und auch eine Klarinette. Einfach klasse zusammengestellt.

Ganz am Ende des Albums wartet mit „Lullaby“ noch ein richtig schönes „Wiegenlied“ auf den Hörer. Sehr eingängige Melodie, langsamer Rhythmus – alles was man benötigt, um angenehm wegschlummern zu können. Das wäre allerdings schade, denn das Lied hat es durchaus verdient, ganz gehört zu werden. Ein sehr schöner Abschluss für dieses Album.

Fazit: Die Band New Model Army hat den Synthesizer für sich entdeckt. Dieser wird glücklicherweise nur sehr zurückhaltend eingesetzt. Wo er denn dann im Vordergrund steht, können die Lieder auch nicht mehr ganz so überzeugen. Trotzdem besitzt dieses Album seine Höhepunkte neben einigen einfach nur durchschnittlichen Titeln. Aber ab der Mitte nimmt die Qualität der Songs wieder stark zu, sodass dieses Album durchaus noch zehn Punkte verdient hat.

Anspieltipps: Killing, No Pain, Headlights, Lullaby




Samstag, 3. August 2013

The Doors – The Soft Parade




The Doors – The Soft Parade


Besetzung:

Jim Morrison – lead vocals, maracas, tambourine
Ray Manzarek – piano, gibson g-101 organ, hammond organ on "Wild Child", "The Soft Parade" and "Do It"
Robby Krieger – guitar, chorus vocal on "Runnin' Blue"
John Densmore – drums


Gastmusiker:

Curtis Amy – sax solos on "Touch Me"
Reinol Andino – conga
George Bohanan – trombone solo
Douglas Lubahn – bass guitar (5)
Harvey Brooks – bass (tracks 1, 2, 6, 8)
Jimmy Buchanan – fiddle on "Running Blue"
Jesse McReynolds – mandolin
Champ Webb – english horn solo
Paul Harris – orchestral arrangements (tracks 1, 2, 6, 8)


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Tell All The People (3:22)
2. Touch Me (3:12)
3. Shaman's Blues (4:51)
4. Do It (3:10)
5. Easy Ride (2:41)
6. Wild Child (2:38)
7. Runnin' Blue (2:30)
8. Wishful Sinful (3:00)
9. The Soft Parade (9:41)


Bonustitel der 40th Anniversary Edition:

10. Who Scared You (3:59)
11. Whiskey, Mystics And Men (Version 1) (2:29)
12. Whiskey, Mystics And Men (Version 2) (3:05)
13. Push Push (6:06)
14. Touch Me (Dialogue) (0:28)
15. Touch Me (Take 3) (3:41)

Gesamtspieldauer: 54:52




Bläser und Streicher hielten Einzug auf dem vierten Album der Doors „The Soft Parade“, was die Musik der Band in einem ganz neuen Licht erscheinen ließ. Und noch etwas hatte sich auf diesem 1969 erschienenen Album geändert, dieses Mal wurden auch die Komponisten der jeweiligen Lieder einzeln aufgeführt. Vorher war es Usus bei den Doors gewesen, die ganze Band als die Kompositeure der einzelnen Stücke anzugeben. An der Integration von Orchester-Musikern kann es wohl kaum liegen, vielleicht jedoch an der nicht mehr ganz so intensiven Zusammenarbeit der vier Bandmitglieder, denn die Musik auf „The Soft Parade“ kann dieses Mal nicht mehr so überzeugen, wie es auf den drei vorher veröffentlichten Alben der Fall war. Die Titel sind nicht mehr so eingängig, irgendwie scheint auf der ganzen Platte der Stil des Albums gesucht, aber nicht mehr gefunden worden zu sein.

„Touch Me“ aus der Feder Robbie Kriegers lohnt sich auf jeden Fall. Ist auch ein Klassiker in der Titel-Palette der Band. Ein treibender und trotzdem sehr melodiöser Rock-Song. Auch „Wishful Sinful“ ist noch sehr gelungen, obwohl der Gesang Jimmy Morrisons einen dabei manchmal an Elvis erinnert. Hier werden die Streicher effektvoll eingesetzt und geben dem Song Fülle. Nun und dann ist da natürlich noch das ursprünglich letzte Lied und der Titeltrack „The Soft Parade“. Manchmal spricht hier Jim Morrison, manches Mal singt er. Teilweise ist das Lied ganz sanft und zurückhaltend, ein anderes Mal wird die Geschwindigkeit wieder angezogen. Es herrscht viel Abwechslung auf diesen knapp zehn Minuten, in denen zunächst kein Stil, keine Stimmung, kein Rhythmus und auch keine Melodie stringent durchgezogen wird. Das folgt alles erst ab etwa der Mitte des Stücks. Das Lied klingt zunächst sehr experimentell ist aber zu keiner Zeit atonal oder auch nur im Geringsten langweilig. Man kann sich immer wieder überraschen lassen. Diese Version des Liedes befindet sich allerdings nur auf der Ausgabe zum 40-jährigen Jubiläum der Platte.

Zu diesem Jubiläum des Albums wurde auch hier wieder reichlich Zusatzmaterial in Form von Bonus-Titeln beigemischt. So gibt es eine alternative Version zum Song „Touch Me“, etwas Studiogeplauder, sowie das Lied „Who Scared You“, welches allerdings teilweise so klingt, als sei es ein Part vom Stück „The Soft Parade“. Dann gibt es da noch zwei Versionen von „Whiskey, Mystics And Men“. In der ersten Version klingt das wie ein „Trinklied“, in der zweiten Version ist es dann deutlich bluesiger. Beide Versionen bereichern das Album allerdings. Bei „Push Push“ jammen die vier Musiker dann ein wenig zusammen im Aufnahme-Studio.

Fazit: In der ursprünglichen Version des Albums, ist diese Platte nur als durchschnittlich aufzufassen, da sich darauf einfach zu wenige Titel befinden, die es schaffen, den Hörer zu packen und einzufangen. Durch die verlängerte „The Soft Parade“-Version, sowie die Zugaben in Form der Bonus-Tracks, hat das Album jedoch deutlich an Wert gewonnen und weiß nun sehr viel mehr zu überzeugen. Sicherlich nicht der Höhepunkt im Schaffen der Doors, aber sicherlich dann doch zehn Punkte wert.

Anspieltipps: Touch Me, Wishful Sinful, The Soft Parade, Whiskey Mystics And Men





Freitag, 2. August 2013

Anathema – We’re Here Because We’re Here




Anathema – We’re Here Because We’re Here


Besetzung:

Vincent Cavanagh – vocals, guitars
Danny Cavanagh – guitars, piano, keyboards, vocals
John Douglas – drums, keyboards, guitars
Jamie Cavanagh – bass
Lee Douglas – vocals
Lee Smith – keyboards


Label: K Scope


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Independent, ArtRock


Trackliste:

Thin Air (6:00)
Summernight Horizon (4:13)
Dreaming Light (5:47)
Everything (5:06)
Angels Walk Among Us (5:17)
Presence (2:58)
A Simple Mistake (8:14)
Get Off Get Out (5:01)
Universal (7:19)
Hindsight (8:11)

Gesamtspieldauer: 58:06




Das 2010 erschienene Werk von Anathema mit dem Titel „We’re Here Because We’re Here“ unterscheidet sich ziemlich deutlich vom Stil der Vorgängeralben der Band. Alles wirkt hier ein wenig weichgespülter und deutlich angepasster. Denn immer ist die Musik zwar sehr eingängig, allerdings nicht mehr besonders fordernd, eher wirkt das Ganze ein wenig oberflächlich. Geradezu so, als ob es eben auch jedem Hörer gefallen soll, der es irgendwann mal zu hören bekommt. Und genau so entwickelt sich dann auch das erste Zusammentreffen dieser Musik auf „We’re Here Because We’re Here“ mit dem Ohr des Zuhörers: „Hm, nicht schlecht, sehr eingängig, so als ob ich es schon mal gehört hätte, aber echt nicht essentiell.“

Genau darin liegt das Manko dieses Albums verborgen. Man glaubt die Titel schon mal gehört zu haben, was wiederum bewirkt, dass sie nach mehrmaligem Anhören bereits ein wenig langweilig zu werden scheinen. Oberflächlich ist das Ganze geworden, ohne Ecken und Kanten, die man sich als Zuhörer und Genießer der Musik erst erschließen muss. Dieser Umstand hat wiederum zur Folge, dass die Lieder sehr schnell Gefahr laufen langweilig zu werden. Nebenbei gehört – wenn man Musik überhaupt nebenbei hören sollte – bewirkt das kaum ein Aufhorchen, kein Gefühl mehr etwas zu verpassen, wenn man sich auf das Gehörte nicht konzentrieren würde.

Dabei ist die Musik, sind die einzelnen Titel auf „We’re Here Because We’re Here“ wahrlich nicht schlecht, aber auch eben nichts Besonderes mehr. Melodiös und eingängig umspielt alles das Ohr. Der wahrlich beeindruckende Song, der fehlt dieses Mal allerdings. Trotzdem kann das Ganze in seiner Gesamtheit durchaus auch punkten, denn auch wenn diese Ausschläge nach oben hin wegfallen, so gibt es sie auch nicht nach unten. Alle Titel haben eine gewisse Qualität, die auch immer wieder überzeugen kann - nur in der Gesamtheit aller Nummern des Albums kann die Platte den Hörer nicht vollends mehr packen. Genau dann, beim hintereinander Durchhören der Platte, lässt diese so eine gewisse Leere und einige Fragen zurück. War denn da was? Höre ich mir das jetzt gleich noch mal an?

Fazit: „We’re Here Because We’re Here“ ist wahrlich alles andere als ein schlechtes Album geworden. Im Vergleich zu den vorherigen Alben Anathemas fällt es jedoch ein wenig ab. Der Funke will hier einfach nicht so überspringen, das begeisternde Momentum entfällt. Sanfte Klänge herrschen dieses Mal, bis auf wenige Ausnahmen, vor und so eröffnet sich die Platte - und damit auch Anathema - einem sehr viel breiteren Publikum. Für die Band sicherlich ein lohnenswertes Unterfangen. Für Freunde der vorherigen Alben der Band allerdings eine nicht allzu große, allerdings dennoch eine Enttäuschung. Neun Punkte.

Anspieltipps: Thin Air, Everything, A Simple Mistake, Universal, Hindsight





Donnerstag, 1. August 2013

Genesis – Wind And Wuthering




Genesis – Wind And Wuthering


Besetzung:

Tony Banks – pianos, synthesizers, organ, mellotron
Phil Collins – voices, drums, cymbals, percussion
Steve Hackett – electric guitars, 12-string guitars, kalimba, auto-harp
Michael Rutherford – basses 4, 6 and 8 string, electric and 12-string acoustic guitar, bass pedal


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Eleventh Earl Of Mar (7:44)
2. One For The Vine (10:00)
3. Your Own Special Way (6:18)
4. Wot Gorilla? (3:21)
5. All In A Mouse's Night (6:39)
6. Blood On The Rooftops (5:28)
7. Unquiet Slumbers For The Sleepers... (2:20)
8. ...In That Quiet Earth (4:54)
9. Afterglow (4:14)

Gesamtspieldauer: 50:57




Noch im selben Jahr wie „A Trick Of The Tail“ wurde in England, direkt nach Weihnachten, mit „Wind And Wuthering“ das achte Studio-Album Genesis‘ veröffentlicht. Weltweit geschah dies allerdings erst im Januar 1977. Und dieses neue Album der englischen Band kommt auch ganz in der Tradition des Vorgängers daher. Auch hier gibt es wieder progressive Rock-Musik vom Feinsten zu hören, die allerdings breiter gefächert ist, als noch zu Zeiten Peter Gabriels.

Es fängt klasse an mit den ersten beiden Titeln. Tolle abwechslungsreiche Nummern, vielschichtig gestaltet mit schönen Melodien ausgestattet und mitreißend arrangiert. Vor allem „All For The Vine“ hält alles bereit, was das Herz des Fans progressiver Rockmusik bereithält. Hier ist die Musik verschachtelt und melodiös, abwechslungsreich und spannend, es werden immer wieder neue Seiten dieses Liedes aufgeschlagen und auch der Text erzählt eine Geschichte, die weit über gängige Phrasen wie „I love you, hope you love me too“ hinausgeht. Dann folgt allerdings etwas, für das Genesis bisher nicht stand. „Your Own Special Way“ ist ein übler Schmachtfetzen, in der Art, in der Phil Collins die Welt zukünftig noch öfters überfluten sollte.

„Wot Gorilla?“ ist im Anschluss daran eine treibende Instrumentalnummer, gar nicht schlecht gemacht. Dann wartet mit „All In A Mouse's Night“ wieder ein sehr schönes und melodiöses Stück auf den Hörer, inklusive diverser Stimmungs- und Rhythmuswechsel. „Blood On The Rooftops“ wird wunderschön von Steve Hackett mit der Gitarre eingeleitet, aus der sich eine ebenso schöne Nummer entwickelt, die dieses Mal in sehr ruhigem Tempo eingespielt wurde. Immer wieder glaubt man auch ein ganzes Orchester zu hören, da hat Tony Banks mit seinen Synthesizern ganze Arbeit geleistet.

„Unquiet Slumbers For The Sleepers...“ erinnert ein wenig an die Instrumentalstücke auf „The Lamb Lies Down On Broadway“ und geht nahtlos über, wie es sogar schon die Punkte in den Titeln andeuten, in „...In That Quiet Earth“. Jetzt wird es ein wenig abgefahrener und wirrer und ebenso druckvoller, rockiger. Auch dieser Song ist ein Instrumentalstück. Bliebe ganz zum Schluss noch „Afterglow“. Ein sehr viel einfacherer Song, der in etwa in die Richtung Pop-Ballade fällt. Nicht mehr ganz so überzeugend.

Fazit: Es gibt sie auch hier, die tollen progressiven Arrangements. Aber auf „Wind And Wuthering“ ist bereits eine Hinwendung zur Kommerzialisierung, zur Massentauglichkeit der Musik Genesis‘ bemerkbar. Nichts Schlimmes, denn Musiker wollen mit ihrer Musik ja auch Geld verdienen. Und es gibt sie hier ja auch noch, die Stellen, die an die früheren Genesis erinnern, sodass auch „Wind And Wuthering“ eine lohnende Anschaffung für alle Freunde progressiver Rock-Musik darstellt, die eher Spaß an der Peter Gabriel-Zeit hatten als an jener, die nun mit dem folgenden Album anbrechen sollte. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: One For The Vine, All In A Mouse's Night, Blood On The Rooftops





Mittwoch, 31. Juli 2013

Elbow – Asleep In The Back




Elbow – Asleep In The Back


Besetzung:

Guy Garvey – lead vocals, backing vocals, acoustic and electric guitars, percussion, analogue synth, wine glasses, harmonica, wybercron
Mark Potter – electric and acoustic guitars, backing vocals
Craig Potter – piano, organ, backing vocals, analogue synth, percussion, wine glasses, keyboards
Pete Turner – bass guitar, analogue synth, backing vocals, wine glasses
Richard Jupp – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

The Elbow Choir – vocals on “Presuming Ed (Rest Easy)” and “Coming Second”
Danny Evans – percussion loops on “Any Day Now”
Ben Hillier – percussion on “Red”, backing vocals on “Coming Second”
Ian Burdge – cello on “Red”
Francoise Lemoignan – saxophone on “Powder Blue”
Bob Sastri – brass on “Bitten By The Tailfly”
Nick Coen – brass on “Bitten By The Tailfly”
Martin Field – bassoon on “Asleep In The Back”
Stuart King – clarinet and bass clarinet on “Asleep In The Back”
Matthew Gunner – french horn on “Asleep In The Back”
Jonathan Snowden – flute and alto flute on “Asleep In The Back”
Dominic Kelly – cor anglais on “Asleep In The Back”


Label: V2 Music


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Art Rock, Art Pop


Trackliste:

1. Any Day Now (6:18)
2. Red (5:12)
3. Little Beast (4:15)
4. Powder Blue (4:31)
5. Bitten By The Tailfly (6:16)
6. Asleep In The Back (3:47)
7. Newborn (7:36)
8. Don't Mix Your Drinks (3:17)
9. Presuming Ed (Rest Easy) (5:27)
10. Coming Second (4:56)
11. Can't Stop (4:36)
12. Scattered Black And Whites (5:30)

Gesamtspieldauer: 1:01:41




Ein ganz ruhiges und wenig akzentuiertes Album, stellt das Debut der Engländer von Elbow aus dem Jahr 2001 dar. Musik zum Träumen und Entspannen, denn nur ganz selten wird das Tempo auf „Asleep In The Back“ mal äußerst leicht angezogen. Es ist die Atmosphäre und sind die verschiedenen Stimmungen, die durch die einzelnen Lieder vermittelt werden, welche das Album ausmachen.

Jedes der Stücke ist angefüllt mit Melodiösität und Harmonie. Einzige Ausnahme stellt da die Nummer „Bitten By The Tailfly“ dar, ein Lied welches mehr vom Rhythmus lebt und bei dem es auch mal schrägere und eine etwas „härter gestimmte“ E-Gitarre zu hören gibt. Aber auch das ist natürlich kein Hard Rock oder ähnliches.

Ansonsten geht es, wie bereits erwähnt, sehr „ruhig“ zu auf diesem Album. Die Stimme Guy Garveys klingt klasse entspannt und weich und die Texte sind überaus geistreich und keine 08/15 Geschichten über Herzschmerz und Co. Am besten hört man sich dieses Album ganz relaxt auf dem Sofa an, um die Musik richtig genießen zu können. Abraten würde ich davon, die Platte beim Joggen zu hören, denn ab und an gibt es auch Hintergrundgeräusche wie Unterhaltungsschnipsel und Kindergeschrei und man hat somit laufend das Gefühl von hinten angesprochen zu werden…

Fazit: Ganz unaufgeregte Musik präsentieren Elbow hier auf ihrem ersten Album „Asleep In The Back“. Diese ist meist im gleichen Stil gehalten, sodass ein wenig die Gefahr besteht, dass die Musik nur so vorbeirauscht, wenn man sich nicht darauf konzentriert oder aber für diejenigen langweilig wird, die auch mal etwas „Aktion“ in den Liedern hören wollen. Die gibt es hier nicht. Hier geht es um Atmosphäre, die den vielen nachdenklich machenden Texten angepasst wurde. Noch nicht so gut wie die späteren Alben der Band, dazu fehlt dann wirklich ein wenig die Abwechslung, aber ein schöner Beginn für die Engländer. Neun Punkte.

Anspieltipps: Any Day Now, Asleep In The Back, Don't Mix Your Drinks



Dienstag, 30. Juli 2013

Alanis Morissette – So-Called Chaos




Alanis Morissette – So-Called Chaos


Besetzung:

Alanis Morissette – vocals, piano, keyboards


Gastmusiker:

Eric Avery – bass
Kenny Aronoff – drums
Paul Bushnell – bass
Scott Gordon – programming, drum programming
Jamie Muhoberac – keyboards
Tim Thorney – acoustic guitar, electric guitar, bass, piano, keyboards
Joel Shearer – acoustic & electric guitar, bouzouki
Paul Livingstone – sitar
John Shanks – guitar, bass, keyboards
Zac Rae – piano, keyboards, vibraphone
David Levita – acoustic & electric guitar
Jason Orme – electric guitar
Blair Sinta – drums, programming


Label: Warner Brother Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Eight Easy Steps (2:53)
2. Out Is Through (3:53)
3. Excuses (3:32)
4. Doth I Protest Too Much (4:03)
5. Knees Of My Bees (3:41)
6. So-Called Chaos (5:04)
7. Not All Me (3:58)
8. This Grudge (5:08)
9. Spineless (4:16)
10. Everything (4:36)

Gesamtspieldauer: 41:04




Mal etwas poppiger, dann wieder ein wenig rockiger präsentiert sich die Kanadierin Alanis Morissette hier auf ihrem 2004 erschienenen Album „So-Called Chaos“. Und damit wäre das meiste über dieses Album bereits gesagt. Die Platte ist sicherlich keine schlechte, es fehlen ihr jedoch ein wenig die Höhepunkte. Alanis Morissette hat eine sehr schöne Stimme, die sie hier auch wieder in all den Stücken auf das Beste einzubringen weiß. Die Musik ist dabei vom Stil her ähnlich geraten, wie bereits auf den Alben zuvor.

Meist klingt alles sehr melodisch und harmonisch, eine Ausnahme stellt da fast schon der Titelsong „So-Called Chaos“ dar, bei dem es auch den ein oder anderen schrägeren Ton zu hören gibt, was das Album wiederum etwas auflockert. Sonst ist alles wie gehabt geblieben bei der Kanadierin: Eingängiger Pop bis Rock, der gerne auch nebenbei laufen kann, auf den sich allerdings auch gut konzentrieren lässt, der keine Anlaufzeit benötigt, um an das Ohr des Hörers zu gelangen.

Mal hört man zur Abwechslung eine Sitar zur Einleitung eines Liedes, ein anderes Mal werden ein paar Streicher mit in die Lieder mit eingebunden, die dann auch ein wenig orientalisch klingen können. Ansonsten hat Alanis Morissette jedoch auf Altbewährtes gesetzt, ohne dies herabwürdigen zu wollen. Die Songs sprechen den Hörer, der auf Pop steht, nämlich durch die Bank weg an. Wer allerdings das Spezielle, dieses Flair, diese Melodie, die ein Lied zu etwas ganz Besonderem macht sucht, die oder der wird dieses auf „So-Called Chaos“ wahrscheinlich nur als ganz überzeugter Fan finden.

Fazit: Ein gutes Pop-Album ist „So-Called Chaos“ geworden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Alle Lieder sind radiotaugliche Nummern, wie sie genauso auch im Radio laufen. Muss ja nichts Schlechtes bedeuten. Wer allerdings auf der Suche nach etwas Außergewöhnlichem ist, der sollte Alanis Morissette lieber auf „Jagged Little Pill“ anhören. Acht Punkte.

Anspieltipps: Doth I Protest Too Much, This Grudge





Montag, 29. Juli 2013

Madonna – American Life




Madonna – American Life


Besetzung:

Madonna – vocals, background vocals


Gastmusiker:

Michel Colombier – conductor
Mirwais Ahmadzaï – acoustic guitar, keyboards, programming, background vocals
Stuart Price – piano, synthesizers, keyboards, sequencing, programming
The London Community Gospel Choir – backing vocals in "Nothing Fails"
Monte Pittman – guitar in "Easy Ride"


Label: Warner Brothers Records Inc.


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. American Life (4:58)
2. Hollywood (4:24)
3. I'm So Stupid (4:09)
4. Love Profusion (3:38)
5. Nobody Knows Me (4:39)
6. Nothing Fails (4:49)
7. Intervention (4:55)
8. X-Static Process (3:49)
9. Mother & Father (4:33)
10. Die Another Day (4:38)
11. Easy Ride (5:05)

Gesamtspieldauer: 49:38




„American Life“ taufte Madonna ihr neuntes Studioalbum, welches 2003 erschien. Und dem „american way of life“ angepasst hört man Madonna auf dem ersten Track auch wahrlich rappen. Musste das jetzt wirklich auch noch sein? Klar, die Madonna versuchte schon immer ein möglichst breites Spektrum mit ihrer Musik abzudecken, aber HipHop hätte nun wirklich nicht mehr sein müssen. Und dann folgt im Anschluss daran gleich so ein „Mörder-Track“ wie „Hollywood“, eines der besten Lieder, die Madonna jemals geschrieben hat. Nervig dabei nur wieder mal dieses Synthie-Schlagzeug. Eine Snare und ein Becken hätten ihr da bessere Dienste erwiesen. Bestimmt.

Und dann gibt es auf dem Album gleich noch so einen „Übersong“ zu hören, nämlich das James Bond Titellied „Die Another Day“ mit dem deutschen Film-Titel „Stirb an einem anderen Tag“. Klasse Lied, ebenfalls ein Höhepunkt im Schaffen der Madonna. Aber es gibt noch mehr zu bestaunen: Das schöne, hauptsächlich akustische „Love Profusion“, wirklich sehr hörenswert. Und es reiht sich im weiteren Verlauf der Platte eine schöne Akustik-Nummer an die andere. Das ist nicht mehr die Madonna von früher und auch nicht mehr die Madonna des ersten Titels auf diesem Album. Diese Platte hier macht Spaß, lädt zum Träumen und zum Entspannen ein. Wahrlich sehr gelungen.

Die einzigen etwas „schwierigen“ Stücke sind auf „American Life“ der Opener, „I’m So Stupid“, „Nobody Knwos Me“ und „Mother And Father“. Aber selbst da, hat Madonna schon schwierigeres für die Ohren der Hörer abgeliefert. Alles andere klingt, häufig ganz zart instrumentiert und immer sehr melodiös. Und das ist das wirklich Überraschende, denn Madonna kann nicht nur einzelne richtig gute Lieder darbringen, sondern auch wahrlich eine ganze Platten mit schönen Stücken füllen.

Fazit: Das Album wird wohl für all diejenigen schwierig werden, die die Madonna von früher her mochten. Bei anderen, die mit den älteren Titeln der Amerikanerin Schwierigkeiten hatten, wird das genau umgekehrt sein. Viele akustische Gitarren, tolle und eingängige Melodien, Beats, die auch packen. Das bisher beste Album Madonnas. Die vielen religiösen Botschaften, die das Album auch enthält, die muss jeder Hörer für sich selbst beurteilen und sind hier in die Bewertung nicht mit eingeflossen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hollywood, Love Profusion, Die Another Day, Easy Ride