Donnerstag, 15. August 2013

Grobschnitt – Illegal




Grobschnitt – Illegal


Besetzung:

Toni Moff Mollo – vocals, percussion
Mist – all keyboards, synthesizers, back-up vocals
Milla Kapolke – bass, vocals, acoustic guitar
Wildschwein – vocals, rhythm guitar, acoustic guitar
Lupo – lead guitar, acoustic guitar
Eroc – drums, special electronic effects


Label: Metronome Musik GmbH


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. The Sniffer (5:28)
2. Space-Rider (4:49)
3. Mary Green (8:20)
4. Silent Movie (3:15)
5. Joker (4:54)
6. Illegal (8:12)
7. Simple Dimple (4:42)
8. Raintime (4:16)

Gesamtspieldauer: 44:11




Grobschnitt klingen auf ihrem 1980 erschienenen Album „Illegal“ immer dann am besten, wenn es „lang“ und instrumental wird. Das ist beim Zwischenteil zu „Mary Green“ der Fall und bei dem sehr schönen und fast schon esoterischen „Silent Movie“. Der Rest des Albums läuft häufig irgendwie so durch, bleibt zudem deutlich weniger hängen als vieles andere, was Grobschnitt davor veröffentlicht haben.

„Joker“ ist wie „Silent Movie“ ein Instrumentalstück, kann allerdings nicht so richtig zünden. Solche Musik umschreibt man am ehesten mit „okay“. Neben diesen beiden Stücken, bei denen komplett auf den Gesang verzichtet wurde, gibt es noch fünf englischsprachige Nummern und den Titeltrack „Illegal“, der in Deutsch eingesungen wurde. Hierbei handelt es sich wieder um so eine Spielerei, einen Spaß, die, beziehungsweise der irgendwie auf jedem Grobschnitt-Album zu vernehmen ist. Begeistern kann das aber in diesem Fall leider nicht.

Der Rest der Platte rockt mehr oder weniger. Das klingt bei dem etwas sanfteren „The Sniffer“ recht eingängig, wie auch beim letzten Titel des Albums „Raintime“. Bei diesen beiden Nummern kommt jetzt auch mal die Akustik-Gitarre vermehrt zum Einsatz.

Fazit: Grobschnitt hat im weiteren Verlauf der 80er Jahre noch deutlich schlechtere Platten veröffentlicht und „Illegal“ ist auch kein Album zum Haare raufen. Allerdings erreicht die Scheibe auch bei weitem nicht mehr die Klasse der früheren Veröffentlichungen der Krautrocker. Mitunter alles ganz nett, allerdings nur noch in Ansätzen so richtig begeisternd und spannend. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Sniffer, Mary Green, Silent Movie, Raintime



Mittwoch, 14. August 2013

New Model Army – ... & Nobody Else




New Model Army – ... & Nobody Else


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitar
Michael Dean – drums, percussion
Nelson – bass, guitar on „Modern Times“ and „Eleven Years“, 2nd drum kit on „No Sense“
Dave Blomberg – guitars, bass on „Modern Times“ and „Eleven Years“
Dean White – keyboards


Label: Attack Attack Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Live-Album, Alternative Rock


Trackliste:

CD1:

1. Brave New World II (3:47)
2. Snelsmore Wood (3:50)
3. Eleven Years (4:12)
4. Rainy Night 65 (4:54)
5. Big Blue (4:20)
6. Queen Of My Heart (4:23)
7. Prison (4:31)
8. No Sense (3:27)
9. Fate (3:07)
10. The Hunt (5:18)


CD2:

11. Whitelight (4:46)
12. Over The Wire (3:11)
13. Long Goodbye (2:51)
14. Aimless Desire (4:58)
15. Wonderful Way To Go (5:53)
16. Inheritance (4:15)
17. Lust For Power (3:59)
18. Headlights (5:02)
19. 51st State (2:52)
20. Get Me Out (3:34)
21. No Pain (5:36)
22. Stupid Questions (3:33)
23. Here Comes The War (5:44)
24. Living In The Rose (3:50)
25. Modern Times (4:05)
26. Vengeance (5:14)

Gesamtspieldauer: 1:51:13




Bei „… & Nobody Else“ handelt es sich um ein Live-Album New Model Armys, welches im Frühjahr 1998 eingespielt und 1999 schließlich veröffentlicht wurde. Es ist darauf allerdings nicht nur ein Konzert zu hören, sondern die Titel stammen von unterschiedlichen Auftritten. Dies merkt man dann, wenn Justin Sullivan die Leute auf CD1 mal auf „Deutsch“ begrüßt und sich mit „Danke“ für den Applaus bedankt, er dies auf CD2 ein anderes Mal auf Französisch macht.

Dem Flair dieses Albums schadet dies allerdings nicht, soll heißen, wenn man es in den Credits nicht nachlesen könnte, würde man diesen Umstand der verschiedenen Aufnahmeorte gar nicht bemerken. Vielleicht würde man sich über die verschiedenen Sprachen wundern, aber das wäre es dann auch schon.

Zur Songauswahl ist anzumerken, dass sich auf CD1 die eher ruhigeren Titel befinden, auf CD2 wird dann deutlich mehr gerockt. Ist die Stimmung auf CD1 noch melancholisch und ein wenig nachdenklich, wird sie auf CD2 gleich mit dem „Kracher“ „Whitelight“ eingeleitet und es wird gerockt, obwohl es dort natürlich auch ruhigere Titel zu hören gibt – jedoch deutlich weniger.

Die Songauswahl ist gut, obwohl da natürlich jeder noch den ein oder anderen „Favoriten“ auch gerne gehört hätte. Trotzdem, das Live-Flair kommt sehr gut rüber. Allerdings - und das ist jetzt wirklich ein kleiner Nachteil - habe ich schon deutlich besser abgemischte Live-Alben gehört. Manches Mal ist die Stimme Justin Sullivans einfach zu leise, ein anderes Mal verwischen Gitarre und Keyboard ein wenig zu sehr. Aber so bleibt natürlich das Live-Feeling besser erhalten, denn auch auf einem Konzert hört man je nach Standort mal das eine, mal das andere Instrument besser. Manchmal zumindest. Es zeigt zumindest, dass die Platte nicht noch nachträglich groß überarbeitet wurde, was ich auch mal ganz angenehm finde. Warum auch etwas vorgaukeln, wenn es in Wirklichkeit anders war.

Fazit: Man erhält auf „… & Nobody Else“ einen guten Überblick über die Songs der Band bis kurz vor der Jahrtausendwende. Klar, auf den Studio-Alben klingen die Titel besser, aber das ist ja auch nicht der Sinn einer Live-Einspielung. Das Flair des Konzerts soll transportiert werden. Das gelingt New Model Army hier auch. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Darauf verzichte ich hier mal, ist alles hörenswert.





Dienstag, 13. August 2013

Madonna – Hard Candy




Madonna – Hard Candy


Besetzung:

Madonna – vocals


Gastmusiker:

Justin Timberlake – vocals, background vocals
Timbaland – vocals, drums, bass
Kanye West – vocals (rap)
Pharrell Williams – background vocals
Nate "Danja" Hills – keyboards
Wendy Melvoin – acoustic guitar
Stevie Blacke – strings
Monte Pittman – acoustic and bass guitar
Hannon Lane – keyboards
DJ Remo – audio scratching


Label: Warner Brothers Records Inc.


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: R&B, Dance, Pop


Trackliste:

1. Candy Shop (4:16)
2. 4 Minutes (4:04)
3. Give It 2 Me (4:48)
4. Heartbeat (4:03)
5. Miles Away (4:49)
6. She's Not Me (6:05)
7. Incredible (6:20)
8. Beat Goes On (4:27)
9. Dance 2night (5:03)
10. Spanish Lesson (3:38)
11. Devil Wouldn't Recognize You (5:09)
12. Voices (3:40)

Gesamtspieldauer: 56:20




Mein Gott, was treibt Madonna da nur manchmal auf ihren Veröffentlichungen? Hatten die letzten Werke der US-Amerikanerin immer wieder was zu bieten oder konnten sie sogar in ihrer Gesamtheit überzeugen, so gibt es auf ihrem elften Album wieder relativ belanglosen Pop zu hören. Ne, Pop ist das auch nicht. Dance und HipHop passt da wohl eher. Zumindest bei den meisten der zwölf Titel. Dazu gesellt sich im Hintergrund immer wieder ein Gestöhne von Justin Timberlake und Timbaland und wer da noch alles so seine Stimme mit im Spiel hatte. Ein Geächze und Gestöhne, welches einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, so schlecht ist das.

„Hard Candy“ ist vollgestopft mit elektronischem Pop, nur ganz selten ist da mal eine Melodie zu hören, die einen irgendwie einfängt. Der Weg, der mit „Confessions On A Dance Floor“ eingeschlagen wurde, wurde konsequent fortgeschritten - beziehungsweise noch ausgebaut. Sorry, meine Musik ist das nicht mehr, aber Madonna sollte ja wieder einmal Recht behalten, auch dieses Album verkaufte sich millionenfach.

Wer auf Beats steht, denen ein gewisser Groove nicht abzusprechen ist, der erlebt hier sein Nirwana. Wem allerdings die Musik und die damit verbundene Melodiösität, sowie eine gewisse Eingängigkeit in den einzelnen Titeln wichtig ist, der macht mit diesem elften Album „Hard Candy“ von Madonna definitiv einen großen Fehlgriff.

Mir wird echt anders, wenn ich diese „Hmms“, „Oohs“, „Let’s Dance“, Uuhs“, „Aahs“, „Heys“ von irgendwelchen Rappern im Hintergrund vernehme. Dazu eine nicht vorhandene Melodie, nur die Stimme Madonnas, die ist über all die Jahre allerdings wirklich sehr viel besser geworden, wenn man das mal mit ihren Anfängen vergleicht.

Okay, was ist denn noch einigermaßen annehmbar (wie gesagt für mich, R’n’B-Fans dürften das Album mit Sicherheit ganz, ganz anders bewerten!). Für mich ist das definitiv der vorletzte Titel „Devil Wouldn't Recognize You“. Ein Lied mit Songstruktur und auch einer Melodie, die als solche zu erkennen ist. Und dieses Mal gibt es sogar gelungenen Hintergrundgesang zu bestaunen. Das Lied wirkt. Auch der letzten Nummer „Voices“ und „Miles Away“ kann ich noch etwas abgewinnen, obwohl mir die Drums bei „Voices“ einfach zu übersteuert abgemischt wurden.

Fazit: Gibt es wirklich Fans von Madonna, die ihr von ihren Anfängen bis zuletzt folgen konnten? Schwer zu glauben bei dieser Wandlungsfähigkeit mit solch ganz unterschiedlichen Musikstilen. Ein klein wenig finde ich auch auf diesem elften Album etwas für mich. Leider aber nur sehr wenig. Fünf Punkte wegen den drei annehmbaren Titeln. Sorry mehr geht einfach nicht.

Anspieltipps: Miles Away, Devil Wouldn't Recognize You, Voices





Montag, 12. August 2013

Johnny Cash – American IV: The Man Comes Around




Johnny Cash – American IV: The Man Comes Around


Besetzung:

Johnny Cash – vocals, guitar
Don Henley – drums, keyboards, vocals
Fiona Apple – vocals
Nick Cave – vocals
Mike Campbell – guitar
John Frusciante – guitar
Randy Scruggs – guitar
Thom Bresh – guitar
Jeff Hanna – guitar
Kerry Marx – guitar
Marty Stuart – guitar
Smokey Hormel – guitar
Jack Clement – dobro
Joey Waronker – drums
David Ferguson – ukulele
Laura Cash – violin
Terry Harrington – clarinette
Benmont Tench – organ, piano, keyboards
Roger Manning – piano
Billy Preston – piano, keyboards


Label: American Recordings


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Alternative Country


Trackliste:

1. The Man Comes Around (4:27)
2. Hurt (3:39)
3. Give My Love To Rose (3:29)
4. Bridge Over Troubled Water (3:55)
5. I Hung My Head (3:54)
6. First Time I Ever Saw Your Face (3:52)
7. Personal Jesus (3:20)
8. In My Life (2:58)
9. Sam Hall (2:40)
10. Danny Boy (3:20)
11. Desperado (3:14)
12. I'm So Lonesome I Could Cry (3:03)
13. Tear Stained Letter (3:41)
14. Streets Of Laredo (3:33)
15. We'll Meet Again (2:59)

Gesamtspieldauer: 52:04




„The Man Comes Around“ ist der vierte Teil der „American Recordings“-Serie und das letzte Studioalbum, welches noch zu Lebzeiten des US-amerikanischen Künstlers aufgenommen wurde. Hier, auf dieser Veröffentlichung, ist bereits sehr deutlich die fortschreitende Erkrankung Johnny Cashs herauszuhören, was an der manchmal sehr zerbrechlich wirkenden Stimme überaus deutlich wird. Dieses Album enthält mit dem Titel „Hurt“ von den Nine Inch Nails eine der besten Cover-Versionen, mit denen jemals ein Lied gekrönt wurde. Auch das dazugehörende Video ist überaus ergreifend und zeigt den deutlich angeschlagenen Künstler und seine Frau June Carter Cash, die wenige Monate später, vier Monate vor Johnny Cash selbst, starb.

Neben drei Eigenkompositionen, von denen der Titeltrack „The Man Comes Around“ einen weiteren Höhepunkt des Albums darstellt, gibt es noch zwölf Cover-Versionen von Titeln anderer Künstler, die Johnny Cash in seiner unnachahmlichen Art und Weise wieder zu seinen Liedern werden lässt. Über allen Titeln hängt eine sehr traurig geartete Stimmung, die den Hörer einzufangen weiß. Nicht überraschend ist dabei, dass die Lieder häufig vom Tod und dem Gewesenen handeln und dies nicht nur beim wohl mit bekanntesten Lied seiner späteren Schaffensphase „Hurt“.

Die Musik ist über das gesamte Album sehr bewegend, die Atmosphäre äußerst dicht, obwohl auch auf dieser Platte hauptsächlich der einprägsame Gesang Johnny Cashs sowie die akustische Gitarre im Vordergrund stehen. Die einzelnen Titel sind dabei sehr ruhig gehalten, was zusätzlich die sentimentale, melancholische bis traurige Stimmung der einzelnen Lieder noch unterstreicht. Ausnahmen sind dabei die Titel „Personal Jesus“ von Depeche Mode sowie die Eigenkomposition „Tear Stained Letter“, bei denen das Mitwippen der Füße nicht sonderlich schwer fällt.

Fazit: „American IV: The Man Comes Around“ ist ein sehr bewegendes Album geworden, was mit Country Musik nur am Rande etwas gemein hat. Eher erinnert das Ganze an ruhige Folk Musik. Die Musik packt den Hörer, macht nachdenklich und eher traurig als fröhlich. Wenn jemand also den Blues hat, dann kann er diese seine Stimmung damit noch bestens unterfüttern. Sehr hörenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Man Comes Around, Hurt, I Hung My Head, Streets Of Laredo





Sonntag, 11. August 2013

The Stranglers – Dreamtime




The Stranglers – Dreamtime


Besetzung:

Hugh Cornwell – vocals, guitar
Jean-Jacques Burnel – bass, vocals
Jet Black – drums, percussion
Dave Greenfield – keyboards, backing vocals


Gastmusiker:

Alex Gifford – saxophone
Hilary Kops – trumpet
Martin Veysey – trumpet
B.J. Cole – pedal steel guitar
Simon Morton – additional percussion


Label: EPIC Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop, New Wave


Trackliste:

1. Always The Sun (4:52)
2. Dreamtime (3:43)
3. Was It You? (3:38)
4. You'll Always Reap What You Sow (5:15)
5. Ghost Train (5:02)
6. Nice In Nice (3:53)
7. Big In America (3:19)
8. Shakin' Like A Leaf (2:35)
9. Mayan Skies (3:57)
10. Too Precious (6:47)


Bonus Tracks:

11. Since You Went Away (2:53)
12. Norman Normal (4:33)
13. Dry Day (5:02)
14. Hit Man (4:21)
15. Was It You? (7" Version) (2:57)
16. Burnham Beeches (3:50)

Gesamtspieldauer: 1:06:37



„Dreamtime“ nannten die Stranglers ihr neuntes Studioalbum, welches 1986 veröffentlicht wurde. Doch leider hatte es sich ausgeträumt. Der britischen Band waren ganz offensichtlich die Ideen ausgegangen. Das gilt ausdrücklich nicht für das erste Lied „Always The Sun“. Ein richtig guter Song, den es sich lohnt mal gehört zu haben. Schöne Melodie, netter Text, der Höhepunkt des gesamten Albums.

Nun, das war es allerdings leider auch schon. Der ganze Rest der Platte plätschert so vor sich hin, ohne auch nur im Geringsten überzeugen zu können. Das Ganze ist auch kein richtiger New Wave mehr, sehr viel eher ist die Musik der Stranglers zum einfachen Pop hin mutiert. Alles klingt so unspektakulär, so uninteressant, ist irgendwie belanglos, bleibt nicht hängen und kann nicht mehr überzeugen. Richtig schlecht ist das ehrlich gesagt allerdings auch noch nicht, was man da auf „Dreamtime“ zu hören bekommt, aber leider meist unglaublich langweiliger Pop.

Fazit: Die tollen Songs gibt es, bis auf den Opener auf „Dreamtime“ nicht mehr. Alles blubbert so vor sich hin, erregt keinerlei Aufmerksamkeit. Richtig schade, denn diese Platte grenzt zwar nicht an Körperverletzung - allerdings an Zeitverschwendung. Sechs Punkte. Aber auch nur wegen „Always The Sun“.

Anspieltipps: Always The Sun



Samstag, 10. August 2013

16 Horsepower – Folklore




16 Horsepower – Folklore


Besetzung:

David Eugene Edwards – vocals, guitar, banjo, concertina, piano
Jean-Yves Tola – drums, percussion, piano
Pascal Humbert – bass, bass fiddle, guitar


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Alternative Country


Trackliste:

1. Hutterite Mile (4:05)
2. Outlaw Song (4:30)
3. Blessed Persistence (4:07)
4. Alone And Forsaken (2:50)
5. Single Girl (2:36)
6. Beyond The Pale (3:46)
7. Horse Head Fiddle (4:51)
8. Sinnerman (4:15)
9. Flutter (4:04)
10. La Robe A Parasol (2:15)

Gesamtspieldauer: 37:18




„Folklore“ erschien im August 2002 und war gleichzeitig das vierte, wie auch das letzte offizielle Studioalbum der US-Amerikaner von 16 Horsepower. Danach wurden nur noch Kompilationen und Live-Alben veröffentlicht und die Band löste sich 2005 schließlich endgültig auf.

Der Name  dieses Albums, „Folklore“ ist auch Programm. Denn zum überwiegenden Teil handelt es sich bei den Liedern um traditionelle Songs, die von 16 Horsepower überarbeitet wurden. Lediglich vier der zehn Stücke stammen aus der Feder der Band selbst. Dies wären: „Hutterite Mile", „Blessed Persistence", „Beyond The Pale" und „Flutter“.

Dabei stellen die beiden sehr ruhigen Titel „Hutterite Mile" und „Flutter“ gleich die Höhepunkte dieses Albums dar. Tieftraurige und melancholische Musik ist auf beiden Titeln zu hören, die sich vom Aufbau her sehr ähneln. Es gibt kaum Lieder, die ich kenne, die trauriger und verzweifelter klingen. Und dabei sind beide Songs wunderschön. Sehr melodiös und eingängig, wahre Höhepunkte im Schaffen von 16 Horsepower.

Auch „Blesses Persistence“ ist tieftraurig gehalten. Irgendwie klingt es so, als ob es der Band selbst leid tat, dass sie sich bald auflösen würde und daher noch eben vier sehr nachdenkliche und melancholische Lieder nachschieben wollte. Und damit habe ich es bereits vorweg genommen, auch der vierte „eigene“ Song auf „Folklore“ ist in derselben Stimmung gehalten wie die anderen drei. Auch „Beyond The Pale“ klingt verzweifelt, fast schon marode. Wenn man diese Musik abends alleine in der Wohnung hört, könnte man Angst bekommen…

Von den traditionellen und dann bearbeiteten Liedern können vor allem „Alone And Forsaken“ und „Sinnerman“ überzeugen. Allerdings trifft hier genau dasselbe zu, was ich bereits oben beschrieben habe: Tieftraurige Musik. Gerockt wird auf diesem Album eigentlich überhaupt nicht. „Single Girl“ klingt leider sogar wieder nach ganz normaler Country-Music und der letzte Titel der Platte wird, wie der Name „La Robe A Parasol“ schon fast sagt, auf Französisch gesungen und kann auch nicht so recht überzeugen.

Fazit: Das melancholischste oder traurigste Album von 16 Horsepower, ganz wie man das sehen will, war auch gleichzeitig ihre letzte Platte. Die Titel sind in ihrer Tristesse kaum zu überbieten und dabei allerdings so packend, dass man sie wahrlich nicht mehr missen möchte. „Folklore“ ist kein Album für die Heiterkeit, kein Album für einen sonnigen Tag, „Folklore“ ist eine Platte für den grauen Herbst, wenn man gerade „Spaß“ daran hat, die trübe Stimmung noch zu verstärken. „Folklore“ ist allerdings auch ein Album für die ruhigen Stunden des Tages, wenn man mal abschalten möchte, seinen Gedanken freien Lauf lassen möchte, den Tag Revue passieren lassen will. Und eines trifft auf fast alle Lieder dieses Albums zu und dies voll und ganz: Sie sind sehr bewegend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hutterite Mile, Alone And Forsaken, Sinnerman, Flutter





Freitag, 9. August 2013

New Model Army – B-Sides & Abandoned Tracks




New Model Army – B-Sides & Abandoned Tracks


Besetzung:

Alle Musiker, die bis zu diesem Zeitpunkt an New Model Army beteiligt waren. Keine Auflistung der einzelnen Namen in den Credits des Album-Booklets.


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Independent, Alternative Rock


Trackliste:

1. Heroin (5:27)
2. Adrenalin (3:47)
3. No Sense (2:44)
4. Trust (2:29)
5. Brave New World (12'' Gregovich Mix) (5:16)
6. R.I.P. (4:12)
7. Brave New World II (3:23)
8. Ten Commandments (3:43)
9. Courage (3:18)
10. Lights Go Out (US Mix) (6:31)
11. Deadeye (4:51)
12. Prison (4:13)
13. Curse (3:56)
14. Ghost Of Your Father (3:24)
15. Modern Times (3:39)
16. Drummy B (4:02)
17. Marry The Sea (4:46)
18. Sleepwalking (2:58)

Gesamtspieldauer: 1:12:49




Wie der Name schon aussagt ist „B-Sides & Abandoned Tracks“ kein offizielles Album von New Model Army. Es handelt sich dabei um eine Zusammenstellung von Single-B-Seiten sowie Liedern, die bisher nur auf EP’s erschienen sind. Und das sind 1994 schon eine ganze Menge gewesen, denn immerhin achtzehn Titel wurden auf diese Platte gepresst. Viele der Songs sind noch von den Anfangsjahren der Band geprägt, also geradliniger Rock, der zum Teil nahe am Punk vorbeischrammt.

Allerdings verstecken sich unter den achtzehn Titeln auch ein paar richtige Perlen. „No Sense“ wäre da zu nennen. Eine klasse groovende Nummer. Dann „Brave New World 2“, eine wunderschöne langsame Ballade, bei der der Gesang Justin Sullivans nur vom Piano begleitet wird. “Herzerweichend“ schön. „Courage“ ist ein toller Rocker, klasse Tempo, klasse Arrangement und auch sehr eingängig. Der Tiel „Prison“ ist ebenso überaus gelungen.

Und dann warten ganz am Ende des Albums noch drei richtige Höhepunkte auf den Hörer. „Drummy B“ ist eine nur zart mit dem Keyboard und der Mundharmonika instrumentierte Nummer, die vor allem von den Drums lebt, die zwar omnipräsent sind, sich trotzdem irgendwie im Hintergrund halten. Ein Widerspruch in sich, aber genau so wirkt dieses Lied. „Marry The Sea“ ist ein sehr verträumtes und langsames Stück. So wie dieses Lied stellt man wohl am ehesten „schöne“ Musik vor. Alles ist sanft, alles klingt und Justin Sullivan haucht so wunderbar seinen Gesang ins Mikro. Und dann wäre da ganz zum Schluss noch „Sleepwalking“. Fast schon eine Schande, dass dieses Lied sonst nirgendwo auf einem Album auftaucht. Es ist eine Instrumentalnummer, die es bei New Model Army ja eigentlich gar nicht gibt. Wunderschöne Gitarrenlinie und Keyboardklänge, die irgendwo zwischen Streichern und Flöten liegen. Absolut genial. Wäre der traumhafte Abschluss für einen sehr traurigen Film.

Fazit: Nun, wenn das alles B-Seiten sind und Songs, die nur auf kleinen EP’s erschienen sind, dann ist das wirklich schade. Aus diesen Liedern kann man eine klasse Platte machen. Okay, haben sie ja auch, aber leider ist die im Moment nur sehr teuer zu bekommen. Als Einstieg in die Musik der Band natürlich nicht geeignet, aber wenn man als Fan die Möglichkeit hat, diese CD irgendwie günstig – und sei es auch gebraucht – zu bekommen, dann kann ich dazu nur raten. Gerade eben weil man hier New Model Army auch mal hört, wie sie sonst nicht klingen. Und das richtig gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: No Sense, Brave New World 2, Courage, Prison, Drummy B, Marry The Sea, Sleepwalking





Donnerstag, 8. August 2013

Madonna – Confessions On A Dancefloor




Madonna – Confessions On A Dancefloor


Besetzung:

Madonna – lead vocals, background vocals


Gastmusiker:

Stuart Price – keyboards, synthesizers, vocoders, programming, sequencing, sampling
Roberta Carraro – keyboards, bass, drums, harmonica
Yitzhak Sinwani – additional vocals on "Isaac"
Monte Pittman – guitar
Magnus "Mango" Wallbert – programming


Label: Warner Brothers Records Inc.


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Dance


Trackliste:

1. Hung Up (5:36)
2. Get Together (5:31)
3. Sorry (4:43)
4. Future Lovers (4:51)
5. I Love New York (4:12)
6. Let It Will Be (4:19)
7. Forbidden Love (4:22)
8. Jump (3:46)
9. How High (4:40)
10. Isaac (6:04)
11. Push (3:57)
12. Like It Or Not (4:32)

Gesamtspielzeit: 56:33




„Confessions On A Dancefloor“ ist Programm auf diesem zehnten Album Madonnas, welches 2005 veröffentlicht wurde. Akustische Gitarren oder selbiges sucht man hier vergebens, „Dance“ ist angesagt. Fette Beats, die Tanzfläche soll gefüllt werden. Madonna scheint sich immer wieder selbst neu erfinden zu wollen, anders kann man sich diese stilistischen Sprünge von einem Musik-Genre zum anderen nicht erklären, die sie manches Mal von Platte zu Platte vollführt. Und man muss zugeben, sie schafft das auch sehr gut mit ihren verschiedenen Alben.

Okay, meine Stilrichtung ist das nicht mehr so ganz. Man hört Abba und auch Donna Summer heraus, aber auch die Pet Shop Boys und die Jacksons Five sind vertreten. Alles groovt und ist eng getaktet. Wenn man denn tanzen will, funktioniert das mit dieser CD sicherlich auch sehr gut. Der Ohrwurm-Charakter ergibt sich aus dem Umstand, dass man viele der Titel bereits zu kennen scheint. Macht man ja auch, wenn man sich mal die ganzen Anleihen zu Gemüte führt.

„I Love New York“ rockt sogar ein wenig, deswegen sagt es mir wohl auch ein wenig zu. „Let It Will Be“ beginnt mit vielen Streichern, ganz nett, entwickelt sich dann aber auch zum Dance-Floor-Pop. Trotzdem aber noch eine der besseren Nummern der Platte. Der Stil der Musik wird weiter konsequent durchgezogen. Eine Ausnahme ist da „Isaac“. Orientalisch angehaucht ist dieses Lied für mich auch der Höhepunkt der Platte. Zwar wieder für die Disco angedacht, aber doch anders und damit interessanter.

Fazit: Nun ja, manchmal „Pusht“ mich Madonna, um mal in ihrer Sprache auf „Confessions On A Dancefloor“ zu bleiben. Ein anderes Mal langweilt sie mich tierisch. „Confessions On A Dancefloor“ war eines der erfolgreichsten Alben Madonnas (ich wusste gar nicht, dass es so viele DJs gibt) und trotzdem langweilt „Confessions On A Dancefloor“ leider sogar sehr. Aber der Erfolg gibt Madonna natürlich Recht. Für mich ist das allerdings nichts Besonderes mehr. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Hung Up, I Love New York, Let It Will Be, Isaac





Mittwoch, 7. August 2013

Johnny Cash – American III: Solitary Man




Johnny Cash – American III: Solitary Man


Besetzung:

Johnny Cash – vocals, guitar
Norman Blake – guitar
Mike Campbell – guitar
June Carter Cash – vocals on „Field Of Diamonds“
Laura Cash – fiddle
Sheryl Crow – vocals on „Field Of Diamonds“, accordion on „Wayfaring Stranger“, and „Mary Of The Wild Moor“
Merle Haggard – vocals on „I’m Leavin‘ Now“, guitar
Will Oldham – vocals on „I See A Darkness“
Larry Perkins – guitar
Tom Petty – vocals on „I Won’t Back Down“ and „Solitary Man“, organ on „I Won’t Back Down“
Randy Scruggs – guitar
Marty Stuart – guitar
Benmont Tench – piano, organ, harmonium


Label: American Recordings


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Country


Trackliste:

1. I Won't Back Down (2:09)
2. Solitary Man (2:26)
3. That Lucky Old Sun (Just Rolls Around Heaven All Day) (2:36)
4. One (3:53)
5. Nobody (3:14)
6. I See A Darkness (3:43)
7. The Mercy Seat (4:35)
8. Would You Lay With Me (In A Field Of Stone) (2:41)
9. Field Of Diamonds (3:16)
10. Before My Time (2:55)
11. Country Trash (1:48)
12. Mary Of The Wild Moor (2:32)
13. I'm Leavin' Now (3:07)
14. Wayfaring Stranger (3:20)

Gesamtspieldauer: 42:16




Bewegend und sehr eindrucksvoll ist das, was Johnny Cash da im Rahmen seiner American Recordings“-Reihe unter dem Titel „Solitary Man“ im Jahr 2000 auf CD presste. Bei lediglich vier Titeln war Johnny Cash dabei direkt kompositorisch beteiligt, aber auch wenn die restlichen Lieder nicht von ihm geschrieben wurden, so machte er diese auf dem Album doch zu seinen ganz persönlichen Stücken, so beeindruckend und fesselnd werden die einzelnen Nummern von ihm interpretiert und umgesetzt.

„One“ von U2 ist natürlich ein geniales Lied, welches im Original auch zu den besten Titeln gehört, welche U2 jemals geschrieben haben. Und man muss zugeben, dass es eine Weile dauert, bis auch diese Version hier von Johnny Cash restlos überzeugen kann. Aber nach einigen Durchläufen steht dieser Titel gleichberechtigt neben der Originalausgabe der irischen Band. Eine sehr „warme“ Interpretation des Originals. Von Anfang an packt einen die Version von „Solitary Man“, die sehr viel besser gelungen ist, als jene im Original von Neil Diamond. Und noch ein klein wenig mehr trifft dies auf „The Mercy Seat“ zu, welches ursprünglich von Nick Cave stammt. In diesem Lied geht es um einen zum Tode Verurteilten, der auf seine Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl wartet. Und diese Situation, dieses Gefühl wird von Johnny Cash so etwas von berührend und mitreißend transportiert, dass es einem beim Hören des Stücks kalt den Rücken hinunterläuft.

Es ist die Stimme des Johnny Cash in Verbindung mit der meist nur zarten Instrumentierung mittels der akustischen Gitarre, die diesen Zauber in der Musik hervorruft. Diese Zusammenstellung erzeugt eine Atmosphäre, der man sich nur schwerlich entziehen kann, die den Hörer trifft und packt und nicht mehr loslässt.

Klar können einen die Stücke nicht durchgängig in dieser Art und Weise treffen. Wenn es mal mehr in die Richtung Country abdriftet, wird das für das europäische Ohr oder das nicht so Country-affine Musikverständnis ein wenig schwieriger, was vor allem gegen Ende der Platte der Fall ist. Nichtsdestotrotz steht über allem dieser tolle Gesang des Johnny Cash, der auch in diesen Songs vollends zu überzeugen weiß.

Fazit: Ein beeindruckendes Album ist Johnny Cash hier gelungen, auf dem der US-Amerikaner ganz neue Facetten der einzelnen Lieder herauszustellen weiß. Warme Musik, die den Hörer trifft und sehr lange begleiten kann. Die Musik ist an jeder Stelle des Albums ruhig und völlig unaufgeregt, mit der Ausnahme des Stücks „The Mercy Seat“, welches am Ende die Situation des Delinquenten eindrucksvoll und ergreifend und packend umsetzt. Ansonsten gibt es auf „American III: Solitary Man“ jede Menge Musik zum Träumen und sich darin verlieren. Sehr lohnenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Solitary Man, One, I See A Darkness, The Mercy Seat





Dienstag, 6. August 2013

Golden Earring – Bloody Buccaneers




Golden Earring – Bloody Buccaneers


Besetzung:

Barry Hay – vocals
George Kooymans – guitars & vocals
Rinus Gerritsen – bass & keyboards
Cesar Zuiderwijk – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Rock


Trackliste:

1. Making Love To Yourself (4:53)
2. Temporary Madness (3:33)
3. Going To The Run (3:54)
4. Joe (4:38)
5. Planet Blue (4:22)
6. Bloody Buccaneers (4:50)
7. One Shot Away From Paradise (3:45)
8. When Love Turns To Pain (4:47)
9. In A Bad Mood (5:24)
10. Pourin My Heart Out Again (4:00)

Gesamtspieldauer: 44:04




Rock wird einem auch auf dem zwanzigsten Studio-Album von Golden Earring aus dem Jahr 1991 geboten. Dieser fällt mal etwas härter, mal etwas sanfter aus. „Going To The Run“ ist so ein Beispiel für ein etwas „gezügelteres“ Stück, welches allerdings wirklich gut gelungen ist. Schöne Melodie und eingängiger Rhythmus. Ganz klar einer der Höhepunkte auf „Bloody Buccaneers“.

Allgemein ist festzuhalten, dass die Musik auf diesem ersten Album der Band in den 90er Jahren wieder eingängiger und gefälliger ausgefallen ist. Die Titel klingen ausgereifter und auch die Melodien sprechen den Hörer wieder besser an, auch wenn sich die Texte wieder hauptsächlich um dieses „Liebes-Thema“ drehen, was ein wenig nervt. Trotzdem ist der Gesamteindruck dieses Albums nicht schlecht, die Skip-Taste der Fernbedienung muss gar nicht erst bedient werden, denn richtige Ausfälle gibt es auf der Platte nicht. Es rockt und wenn es wirklich mal etwas ruhiger wird, dann hört sich das ebenfalls sehr eingängig, harmonisch und gelungen an und die dabei zu hörenden Melodien bleiben sogar hängen.

Fazit: Mit Sicherheit eines der besseren Alben der späteren Jahre der Band. Es ist nicht die „Hammer-Platte“ geworden, aber doch handwerklich gut gemachter Rock, den man gut anhören kann. Zwar kein richtig gutes Album mehr, aber immerhin gibt es mit „Going To The Run“ mal wieder einen, auch als solchen zu bezeichnenden Höhepunkt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Going To The Run, In A Bad Mood




Montag, 5. August 2013

Asia – Alpha




Asia – Alpha


Besetzung:

Geoff Downes – keyboards
Steve Howe – guitars
Carl Palmer – drums
John Wetton – vocals and bass guitars


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Mainstream, AOR, Pop


Trackliste:

1. Don't Cry (3:41)
2. The Smile Has Left Your Eyes (3:13)
3. Never In A Million Years (3:46)
4. My Own Time (I'll Do What I Want) (4:49)
5. The Heat Goes On (5:00)
6. Eye To Eye (3:14)
7. The Last To Know (4:40)
8. True Colors (3:53)
9. Midnight Sun (3:48)
10. Open Your Eyes (6:26)

Gesamtspieldauer: 42:30




Sie haben es noch mal gemacht. Ein Jahr nach dem Erstlingswerk gingen Geoff Downes, Steve Howe, Carl Palmer und John Wetton gleich noch einmal daran, eine Platte unter der Überschrift „Asia“ aufzunehmen. Nun, ein Jahr zuvor klang das auch überaus eingängig und nicht weiter verwunderlich für eine reine Mainstream-Platte. Diese wies zudem einige sehr schöne Melodien auf, die man immer wieder mal ganz gerne gehört hat – selbst heute noch, dreißig Jahre später.

Das zweite Werk dieser vier eigentlich tollen Musiker, hätte aber nicht mehr unbedingt sein müssen. Das Ganze wirkt eher so, als ob man den Erfolg, den man mit der ersten Platte hatte, einfach noch auskosten wollte. Wer die erste Scheibe gekauft hat, der wird sicherlich auch die folgende Platte noch erwerben – so zumindest könnte der Gedanke gewesen sein. Hat auch funktioniert, ich bin ja das beste Beispiel dafür. Allerdings waren hier den vier Musikern bereits die Ideen ausgegangen. Mainstream AOR in Vollendung hört man auf „Alpha“, da hallt nichts mehr nach, das klingt beim ersten Hören alles noch ganz okay, bereits beim zweiten Durchlauf fängt es jedoch bereits an zu langweilen. Da ist nichts Interessantes mehr dabei. Nichts, was man immer wieder gerne auflegen würde. Alles ist zu offensichtlich für die Radio-Stationen dieser Welt geschrieben worden, um dort in der Endlosschleife wiedergegeben zu werden.

Schade, sehr schade eigentlich, denn auch später noch veröffentlichten diese vier Musiker Musik, die durchaus noch hörenswert war. Nur eben nicht mehr in dieser Konstellation. Steve Howe schien das auch schnell gemerkt zu haben. Außerdem wurde klar, dass er mit John Wetton, der an seiner Alkoholsucht litt, nicht mehr zusammenarbeiten konnte. Die beiden verstanden sich musikalisch wie auch menschlich anscheinend nicht. Steve Howe gründete nach dem Erscheinen von „Alpha“ mit dem Ex-Genesis-Gitarristen Steve Hackett die Band GTR. Hier auf „Alpha“ sind noch die Gründungsmitglieder der Band versammelt und die Musik ist in meinen Ohren nur noch eine Mischung aus Bombast und Schmalz, die allerdings manches Mal sogar trotzdem noch klingt. Das Album floppte jedoch beim Publikum, sodass ein Weiterbestehen der Band in Frage gestellt wurde.

Fazit: Richtig schlecht ist die Musik auf „Alpha“ natürlich auch nicht. Aber es ist eben 08/15-Musik, die so gar nichts mehr mit der Musik zu tun hat, mit der alle vier Musiker zuvor in Berührung kamen, mit der sie „groß“ wurden und mit der sie die Musikwelt bereicherten: dem progressiven Rock. Mich langweilt das, was ich hier höre, auch wenn mir das Cover gut gefällt und dieses eigentlich etwas anderes verspricht als das, was man dann zu hören bekommt. Für Freunde von Foreigner, REO Speedwagon und vielleicht auch noch Chicago aber eine unbedingte Kaufempfehlung. Von mir allerdings nur sechs Punkte. Mehr geht einfach nicht. Sorry.

Anspieltipps: The Smile Has Left Your Eyes, The Heat Goes On





Sonntag, 4. August 2013

New Model Army – Strange Brotherhood




New Model Army – Strange Brotherhood


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitar, keyboards, harmonica
Robert Heaton – drums, guitar, synthesizer, harmonica, backing vocals
Nelson – bass, guitar, percussion, violin, backing vocals
Dave Blomberg – guitar, keyboards, backing vocals
Dean White – keyboards, clarinet


Gastmusiker:

Rachel Hunter – strings
Tobias Unterberg – strings
Samantha Rowe – strings
Ed Wolstenholme – strings
Becky Pugh – strings
Ed Collins – brass
Simon Pugsley – brass
Stuart Edge – brass


Label: Attack Attack Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Alternative, Independent, Rock


Trackliste:

1. Wonderful Way To Go (5:43)
2. Whites Of Their Eyes (4:42)
3. Aimless Desire (5:06)
4. Over The Wire (3:28)
5. Queen Of My Heart (4:16)
6. Gigabyte Wars (4:15)
7. Killing (5:43)
8. No Pain (4:56)
9. Headlights (5:36)
10. Big Blue (4:23)
11. Long Goodbye (3:20)
12. Lullaby (5:38)

Gesamtspieldauer: 57:06




Das siebte Studioalbum New Model Armys wurde 1998 veröffentlicht und erhielt den Titel „Strange Brotherhood“. Und im Gegensatz zum Vorgänger, kann dieses Album nicht so richtig überzeugen, obwohl sich natürlich auch hier einige wunderschöne Stücke ausfindig machen lassen. Aber es wird auch mehr experimentiert. Anders kann man so ein Lied wie „Whites Of Their Eyes“ wohl nicht eingruppieren, bei dem eine sehr stark vom Synthesizer verfremdete Stimme singt. Auch sonst ist der Song in seiner Machart sehr technisch gehalten und eher ungewöhnlich für die Musik von New Model Army. Das Stück „Gigabyte Wars“ geht zumindest zum Teil ebenso ein wenig in diese Richtung, obwohl hier die Brass-Sektion viel zu „retten“ vermag.

Die richtigen Höhepunkte des Albums folgen etwa in der Mitte der Platte und beginnen mit „Killing“. Ein Lied, welches stark an „Here Comes The War“ vom Vorgänger-Album erinnert und ebenfalls sehr gelungen, da mitreißend rockig ist. „No Pain“ ist im Anschluss daran eine sehr schöne und ruhige Ballade, die sich im weiteren Verlauf steigert. Das funktioniert ebenfalls gut. Anschließend folgt mit „Headlights“ der Höhepunkt des Albums. Ein eher ruhiges Lied, welches mit vorbeifahrenden Autos startet und sich dann zu einem überaus eingängigen Titel entwickelt. Schön getragen und doch nicht langsam, ein Mid-Tempo Lied, welches alles mitbringt, was ein guter Song haben muss: Tolle Melodie, schöne Wechsel und eine abwechslungsreiche Instrumentierung. Diese ist hier sogar ziemlich innovativ. Mal sind es Autos, mal irgendein Kröten-Gequake, Grillen-Gezirpe, dann eine Mundharmonika und auch eine Klarinette. Einfach klasse zusammengestellt.

Ganz am Ende des Albums wartet mit „Lullaby“ noch ein richtig schönes „Wiegenlied“ auf den Hörer. Sehr eingängige Melodie, langsamer Rhythmus – alles was man benötigt, um angenehm wegschlummern zu können. Das wäre allerdings schade, denn das Lied hat es durchaus verdient, ganz gehört zu werden. Ein sehr schöner Abschluss für dieses Album.

Fazit: Die Band New Model Army hat den Synthesizer für sich entdeckt. Dieser wird glücklicherweise nur sehr zurückhaltend eingesetzt. Wo er denn dann im Vordergrund steht, können die Lieder auch nicht mehr ganz so überzeugen. Trotzdem besitzt dieses Album seine Höhepunkte neben einigen einfach nur durchschnittlichen Titeln. Aber ab der Mitte nimmt die Qualität der Songs wieder stark zu, sodass dieses Album durchaus noch zehn Punkte verdient hat.

Anspieltipps: Killing, No Pain, Headlights, Lullaby