Freitag, 23. August 2013

AC/DC - For Those About To Rock (We Salute You)




AC/DC – For Those About To Rock (We Salute You)


Besetzung:

Angus Young – lead guitar
Malcolm Young – rhythm guitar
Brian Johnson – vocals
Cliff Williams – bass guitar
Phil Rudd – drums


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Hard-Rock


Trackliste:

1. For Those About To Rock (We Salute You) (5:44)
2. Put The Finger On You (3:26)
3. Let's Get It Up (3:54)
4. Inject The Venom (3:31)
5. Snowballed (3:23)
6. Evil Walks (4:24)
7. C.O.D. (3:19)
8. Breaking The Rules (4:23)
9. Night Of The Long Knives (3:26)
10. Spellbound (4:30)

Gesamtspieldauer: 40:00




„For Those About To Rock (We Salute You)“ ist das siebte Studio-Album der Australier von AC/DC und das zweite, welches nach dem Tod von Bon Scott entstand. Und um es gleich vorweg zu nehmen, es ist auch das schlechteste Album, welches AC/DC bis zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht hat. Hard Rock pur hört man natürlich wieder auf der Platte, allerdings keinen mehr, der einen packt und mitreißt. Jedenfalls mich nicht. Das ist eher handwerklich gut gemachter Rock, ohne Ecken und Kanten, ohne diese besonderen Songs, die AC/DC zu etwas so Besonderem gemacht haben.

Vielleicht geht das aber auch nur mir so. Ich entdecke hier jedoch nichts mehr, was mich in den Bann zieht, was mich dahin treibt, diese Platte öfters aufzulegen - obwohl ich sie wahrlich des Öfteren gehört habe. Aber immer bleibt am Ende dasselbe Ergebnis stehen: War da was? Klar es kracht und knallt, dieses Mal vielleicht sogar ein wenig mehr blueslastig, aber es ist nichts dabei, was einen länger beschäftigt, was diese Platte zu einem Erlebnis werden lässt, auf welches man sich freuen würde.

Das Haar lässt sich bei dieser Musik noch ganz gut schütteln, aber dazu hat es schon deutlich bessere Anlässe beziehungsweise Aufforderungen gegeben. Der Ehrlichkeit halber sei an dieser Stelle allerdings auch angeführt, dass sich diese Scheibe sehr gut verkaufte und eine der erfolgreichsten von AC/DC wurde. Vielleicht liegt es daher wirklich nur an mir, an meinen Ohren, dass ich hier einfach nicht den Zugang finden kann, den viele andere Freunde der Musik AC/DCs so ohne weiteres zu entdecken scheinen.

Fazit: Ein handwerklich gut gemachtes Album ist „For Those About To Rock (We Salute You)“ geworden. Die genialen „Übersongs“ fehlen allerdings auf dieser Platte, zumindest kann ich sie nicht entdecken - vielleicht mit Ausnahme des Titelsongs. Somit bleibt dieses Album für mich maximal noch Durchschnitt. Da hat AC/DC schon sehr viel bessere Platten abgeliefert und sollte das später auch wieder schaffen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: For Those About To Rock (We Salute You)



Donnerstag, 22. August 2013

16 Horsepower – Live March 2001




16 Horsepower – Live March 2001


Besetzung:

David Eugene Edwards – vocals, guitars, banjo bandoneon
Jean-Yves Tola – drums, percussion
Pascal Humbert – bass, double bass
Steven Taylor – guitars


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Alternative Country


Trackliste:

CD1:

1. American Wheeze (4:13)
2. I Seen What I Saw (3:00)
3. Wayfaring Stranger (4:27)
4. Cinder Alley (5:17)
5. Straw Foot (4:29)
6. Clogger (4:05)
7. Harm's Way (5:20)
8. Haw (4:57)
9. Poor Mouth (5:35)
10. Praying Arm Lane (3:58)


CD2:

1. Burning Bush (4:34)
2. Splinters (7:03)
3. Silver Saddle (5:39)
4. Phyllis Ruth (7:23)
5. 24 Hours (5:45)
6. The Partisan (5:14)
7. Coal Black Horses (3:28)
8. Dead Run (3:11)

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: 1:30:48




2008, drei Jahre nach der offiziellen Auflösung, brachten die Glitterhouse Records ein Live-Album von 16 Horsepower auf den Markt, welches sieben Jahre zuvor aufgenommen worden war. Der oder die Aufnahmeorte gehen aus den Credits zur CD leider nicht hervor.

Mit „24 Hours“ und „The Partizan“ befinden sich dabei sogar zwei Songs auf der zweiten CD, die noch nicht auf einem offiziellen Album der Band zu hören waren. Nun, Live-Alben leben natürlich immer von zweierlei Dingen. Das eine ist die Interpretation der Studio-Songs, das zweite ist das Zusammenspiel der Band mit dem Publikum. Zu Ersterem ist zu sagen, dass die Lieder hier sogar klasse interpretiert werden, man entdeckt völlig neue Seiten an den Stücken, die man zwar bereits von den Studio-Alben her kennt, die hier aber auch ein ganz anderes Gesicht zeigen. Das macht das Ganze sehr spannend und ist 16 Horsepower auch gut gelungen. Und diese Aussage gilt für praktisch alle Songs auf der Platte. Besonders hervorzuheben dabei ist jedoch die knapp siebeneinhalbminütige Version von „Phyllis Ruth“. Wahrlich klasse und mitreißend umgesetzt. Das Publikum macht auch toll mit, sodass nun zu Hause vor den Boxen eine richtige Live-Atmosphäre entsteht, die den Hörgenuss noch zusätzlich anreichert.

Zu den bisher noch nicht veröffentlichten Liedern ist zu sagen, dass „24 Hours“ ein richtig guter Rocker ist, der in die Beine geht. Mitreißend gespielt, weiß der Song zu begeistern. „Partizan“ ist dagegen eine ganz ruhige Nummer, die eine tolle, irgendwie gedrückte Stimmung verbreitet und dabei sehr melodiös klingt. Schön hier auch die Piano-Begleitung oder wie es in den Credits steht: das Bandoneon. Der Titel „Haw“ stellt auch eine Rarität dar, da er bisher nur auf der 1995 erschienen ersten EP der Band mit dem Namen „16 Horsepower“ zu hören war. Dieser kann von der Qualität allerdings nicht mit den beiden neuen Songs mithalten.

Fazit: Dieses Live-Album ist gelungen und man erhält eine schöne Übersicht über das Schaffen der Band. Und auch wenn man die meisten Lieder bereits kennt, so lässt sich doch immer wieder etwas Neues entdecken, was man bisher noch überhört hat oder etwas, was bisher noch gar nicht dagewesen war. Zehn Punkte.

Anspieltipps: American Wheeze, Phyllis Ruth, 24 Hours, Partizan






Mittwoch, 21. August 2013

Strawbs - Strawbs




Strawbs – Strawbs


Besetzung:

Dave Cousins – guitars, vocals
Tony Hooper – guitars, vocals
Ron Chesterman – bass


Gastmusiker:

John Paul Jones – bass guitar
Nicky Hopkins – piano
Richard Wilson – spoken words


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. The Man Who Called Himself Jesus (3:54)
2. That Which Once Was Mine (2:50)
3. All The Little Ladies (2:19)
4. Pieces Of 79 And 15 (3:01)
5. Tell Me What You See In Me (5:01)
6. Oh How She Changed (2:55)
7. Or Am I Dreaming? (2:26)
8. Where Is This Dream Of Your Youth? (3:07)
9. Poor Jimmy Wilson (2:38)
10. Where Am I (I'll Show You Where To Sleep) (3:28)
11. The Battle (6:38)


Bonus Tracks:

12. Interview / That Which Once Was Mine (3:43)
13. Poor Jimmy Wilson (2:30)
14. The Battle (6:09)

Gesamtspieldauer: 50:39




1969 erschien das Debut der Strawbs unter dem gleichnamigen Albumtitel. Die drei Engländer produzierten zu dieser Zeit Musik, die sehr gut in der Folk-Ecke einzuordnen ist und immer wieder auch an die Anfänge der britischen Kollegen von Barclay James Harvest erinnert. Die Musik wird meist von der akustischen Gitarre dominiert. Harmonien stehen dabei ganz allgemein im Vordergrund und werden zum Teil noch, wie beim eingängigen „That Which Once Was Mine“, von Flötenklängen unterfüttert. In den Credits ist dabei nicht hinterlegt, wer die zusätzlichen Instrumente beigesteuert hat, die beim fast schon epischen „The Battle“ auch aus Blas- und Streichinstrumenten bestehen. Orchestral instrumentiert, sich langsam steigernd und immer weiter anschwellend ist dieser Song auch der Höhepunkt des gesamten Albums. Hier bewegen wir uns bereits im Dunstkreis des Progressive Rock, dessen Anleihen auch auf späteren Platten der Strawbs immer wieder Einzug in die Musik finden werden – auch ohne Rick Wakeman, der auf den folgenden zwei Studioalben an den Keyboards zu hören sein wird.

„The Battle“ stellt hier allerdings die Ausnahme dar. Eingängiger, harmonischer und melodiöser Folk Rock, der oftmals auch mehrstimmig dargeboten wird, stellt ansonsten die Hauptingredienz dieses Albums dar. Mitunter wird der Sound durch die bereits erwähnten Flötenklänge variiert oder aber, wie beim Stück „Tell Me What You See In Me“, durch eine orientalisch angehauchte Instrumentierung. Auch das Orchester kommt noch mal bei „Oh How She Changed“ zum Einsatz und lässt auch diesen Titel in seiner Intensität anschwellen. Auf der remasterten Version des Albums gibt es drei Zugaben, die sich allerdings nur wenig von den ursprünglich veröffentlichten Versionen unterscheiden. Dazu werden diese Stücke mit einem kurzen Interview-Schnipsel aus dem ersten Auftritt der Band bei Top Of The Pops eingeleitet, währenddessen die Weiterentwicklung der Strawbs, weg von der Bluegrass Music und hin zum Folk etwas thematisiert wird.

Fazit: Ein leises und unaufgeregtes Album haben die Strawbs hier zu Beginn ihrer Karriere vorgelegt. Wer auf Melodiösität in der Musik steht und mit teilweise weichgespülten Klängen auch keine Schwierigkeiten hat, der kann hier mit dem Debut-Album der Engländer sicherlich noch Musik für sich entdecken, die deutlich weniger bekannt ist als zum Beispiel die von Barclay James Harvest. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Oh How She Changed, Or Am I Dreaming, Poor Jimmy Wilson, The Battle



Dienstag, 20. August 2013

Syd Barrett – Opel




Syd Barrett – Opel


Besetzung:

Syd Barrett – guitars, vocals, bass, percussion


Gastmusiker:

Mike Ratledge – organ (2)
Hugh Hopper – bass (2)
Robert Wyatt – drums (2)


Label: EMI / Harvest


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Opel (6:27)
2. Clowns & Jugglers (3:28)
3. Rats (3:13)
4. Golden Hair (Instrumental) (1:44)
5. Dolly Rocker (3:01)
6. Word Song (3:20)
7. Wined And Dined (3:04)
8. Swan Lee (Silas Lang) (3:14)
9. Birdie Hop (2:30)
10. Let's Split (2:23)
11. Lanky (Part One) (5:32)
12. Wouldn't You Miss Me (Dark Globe) (3:00)
13. Milky Way (3:07)
14. Golden Hair (Instrumental) (1:56)


Bonus Tracks:

15. Gigolo Aunt (Take 9) (4:02)
16. It Is Obvious (Take 3) (3:45)
17. It Is Obvious (Take 5) (3:07)
18. Clowns & Jugglers (Take 1) (3:33)
19. Late Night (Take 2) (3:19)
20. Effervescing Elephant (Take 2) (1:29)

Gesamtspieldauer: 1:05:14




Das 1988 erschienene Werk „Opel“ stellt nach den beiden Veröffentlichungen von 1970 nicht das dritte Studio-Album Syd Barretts dar, sondern enthält Aufnahmen aus den Jahren 1968 bis 1970. Diese wurden zum Teil bereits auf „The Madcap Laughs“ und „Barrett“ veröffentlicht, liegen auf „Opel“ dann allerdings in alternativer Version vor oder stellen, wie in acht weiteren Fällen, bisher unveröffentlichtes Material dar. Dies trifft jedoch nicht auf „Clowns & Jugglers“ zu, denn hierbei handelt es sich lediglich um eine alternative Version des Songs „Octopus“ vom Album „The Madcap Laughs“.

Im Grunde genommen hört man auf „Opel“ eine Ansammlung von Ideen, die meist völlig unausgegoren sind. Wenn man es gut meint, dann kann man das auch als Demo-Versionen bezeichnen. Die Lieder bestehen häufig nur aus dem Gesang Syd Barretts untermalt mit manchmal überaus schrägen und falsch klingenden Gitarrenakkorden. Da allerdings auch der Gesang häufig den Ton nicht trifft, entsteht ein wirres und sehr gewöhnungsbedürftiges Gesamtwerk, was so ohne weiteres nicht mit „normaler“, auf CD gebrannter oder auf Platte gepresster Musik vergleichbar ist.

Interessant ist lediglich der Titel „Lanky (Part One)“, bei dem ein wenig eine gewisse „Interstellar Overdrive“-Stimmung aufkommt. Gar nicht überraschend ist dabei, dass dieser Titel nur ein Jahr nach „The Piper At The Gates Of Dawn“ mit eben jenem „Interstellar Overderive“ aufgenommen wurde.

Erneut, wie auf den offiziellen Alben Syd Barretts, gibt es auch auf „Opel“ Studiounterhaltungen zu hören, die sowohl bei den Bonus-Tracks wie auch bei einigen, ursprünglich auf der Platte vorhanden Titeln nicht weggeschnitten wurden. Das lässt das ganze Album noch ein wenig schräger und auch experimenteller erscheinen.

Fazit: Nur etwas für eingefleischte Syd Barrett Fans und mit Abstrichen noch für Pink Floyd Freunde. Hätte es nicht die erste Platte Pink Floyds mit einem begnadeten Songschreiber Syd Barrett gegeben, dann würde es dieses Album hier nicht geben, denn wirklich hörenswert ist darauf nichts mehr und jeder Hörer, der von der Geschichte des ehemaligen Pink Floyd Musikers noch nichts gehört hat, wird zumindest sehr überrascht sein über das, was sie oder er hier auf „Opel“ geboten bekommt. Vielleicht ist die Musik aber auch noch interessant für Wissenschaftler, die ergründen wollen, was LSD mit einem Gehirn so alles anstellen kann. Mehr kann ich mir echt nicht vorstellen. Vier Punkte.

Anspieltipps: Swan Lee (Silas Lang), Lanky (Part One)





Montag, 19. August 2013

New Model Army – Eight




New Model Army – Eight


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitars, keyboards, bass, harmonica on “You Weren’t There”
Michael Dean – drums, percussion, backing vocals
Dean White – keyboards, guitars, bass, programming and manuals
Nelson – bass, percussion
Dave Blomberg – guitars


Gastmusiker:

Mark Feltham – harmonica on “Someone Like Jesus” and “Wixam”


Label: Attack Attack (Records) Ltd.


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative, Independent, Rock


Trackliste:

1. Flying Through The Smoke (3:14)
2. You Weren't There (3:36)
3. Orange Tree Roads (3:56)
4. Someone Like Jesus (6:37)
5. Stranger (3:36)
6. R&R (3:37)
7. Snelsmore Wood (4:15)
8. Paekakariki Beach (4:44)
9. Leeds Road 3 a.m. (5:19)
10. Mixam (3:32)
11. Wipeout (4:13)

Gesamtspieldauer: 46:38




Kurz mit „Eight“ bezifferte die Band New Model Army ihr achtes Studioalbum, welches im Jahr 2000 erschien. Und wer auf handwerklich perfekt gemachten Rock steht, der sollte sich diese Scheibe unbedingt zulegen. Hier gibt es die treibenden Beats genauso, wie die ruhigeren Abschnitte, die Songs zum Mitwippen, genau wie die sehr nachdenklichen Momente in der Musik.

Das Album fängt in den ersten Takten mit „Flying Through The Smoke“ orientalisch klingend an, um dann gleich ordentlich los zu rocken. Eine tolle und treibende Nummer, die das Album eröffnet. Im Anschluss daran folgt mit „You Weren't There“ gleich einer der Höhepunkte der Platte. Ein ruhiges und langsames Lied, mit einem tollen Text. Melodiösität bis in den hintersten Winkel des Songs. Ein schöner Kontrast zum Opener und auch das Mundharmonika-Spiel des Justin Sullivan erzeugt hier eine schöne und doch fast schon verzweifelte Stimmung.

Nun, der Schwerpunkt des Albums liegt auf dem Wechsel. „Orange Tree Roads“ rockt und groovt wieder mit einer sehr eingängigen Melodie. Im Anschluss daran folgt eines der bewegendsten Lieder in der Bandgeschichte von New Model Army: „Someone Like Jesus“. Den Text muss man sich als Hörer unbedingt zu Gemüte führen. Einfach der Wahnsinn und sehr ergreifend.

Die Regelmäßigkeit in der Anordnung der Lieder wird fortgesetzt. „Stranger“ ist erneut ein ERocktitel – allerdings das nun folgende „R&R“ ebenso, hier wird jetzt ordentlich Fahrt aufgenommen und zwar ziemlich kompromisslos. Erst „Snelsmore Wood“ ist wieder ein ruhigerer Song, der hauptsächlich von der akustischen Gitarre und natürlich dem eindringlichen Gesang des Justin Sullivan dominiert wird. Auch „Paekakariki Beach“ ist ein „stillerer“ und langsamerer Titel, der allerdings nicht ganz so melodiös klingt wie die Vorgänger.

„Leeds Road 3 a.m.“ beginnt, der Tageszeit entsprechend, fast schon unheimlich, nimmt dann allerdings etwas an Geschwindigkeit zu, ohne jedoch richtig zu rocken. Sehr viel Atmosphäre versprüht dieser Titel, ebenfalls ein Höhepunkt auf dem Album. Es folgt mit „Mixam“ Rhythmik pur und schließlich wird das Album mit der zunächst sehr sphärischen und stillen, dann rockigen Nummer „Wipe Out“ beendet.

Fazit: Im Grunde genommen hätte ich hier fast jedes Lied als Anspieltipp angeben können, denn Ausfälle gibt es auf „Eight“ nicht. Das Album stellt nicht die Erfindung des Alternative Rocks dar, präsentiert ihn aber auf einem sehr hohen Niveau. Für alle, die eingängigen und vor allen Dingen abwechslungsreichen Rock lieben, die ideale Anschaffung. Und wenn sich dann noch jemand zusätzlich für die Texte der Lieder interessiert, die hier eben keine Liebeslieder sind, dann stellt dieses Album „Eight“ eine unbedingte Kaufempfehlung dar. Elf Punkte.

Anspieltipps: You Weren't There, Orange Tree Roads, Someone Like Jesus, Leeds Road 3 a.m.




Sonntag, 18. August 2013

Asia – Astra




Asia – Astra


Besetzung:

John Wetton –vocals and bass guitars
Geoff Downes – keyboards
Carl Palmer – drums
Armand “Mandy” Meyer – guitar


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Mainstream, AOR, Pop


Trackliste:

1. Go (4:05)
2. Voice Of America (4:26)
3. Hard On Me (3:35)
4. Wishing (4:15)
5. Rock And Roll Dream (6:51)
6. Countdown To Zero (4:14)
7. Love Now Till Eternity (4:10)
8. Too Late (4:11)
9. Suspicion (3:46)
10. After The War (5:09)

Gesamtspieldauer: 44:42




1985 erschien die dritte Asia-Scheibe unter dem Titel „Astra“. Steve Howe hatte inzwischen mit Steve Hackett GTR gegründet und die Band verlassen. John Wetton war auf einer Tournee aufgrund seiner Alkoholprobleme durch Greg Lake ersetzt worden. Zur Aufnahme des dritten Albums, für welches er einige Stücke in Zusammenarbeit mit Geoff Downes beisteuerte, kehrte er jedoch zur Formation von Asia zurück, bei der Armand “Mandy” Meyer, ehemals Krokus, inzwischen den Part von Steve Howe übernommen hatte.

An der Ausrichtung der Musik hatte sich im Vergleich zum Vorgänger allerdings nicht viel geändert. Mainsteam-Rock und AOR herrschen auf „Astra“ vor. Musik, die sofort eingängig wirken soll, um möglichst viele Käufer in die Plattenläden zu locken. Die Presse nahm das Album auch recht freundlich auf, die Käufer blieben jedoch trotzdem aus. Dabei stimmen die Zutaten eigentlich wieder. Eingängiger Mainstream, mal balladesk, mal etwas härter nur, das Ganze interessierte nicht mehr allzu viele Musikfreunde. Eine Tour zum Album war geplant, die allerdings aufgrund der geringen Nachfrage dann auch wieder gecancelt wurde.

Nun, die Musik ist wahrlich vergleichbar zum Vorgänger-Album. Vielleicht war aber auch genau für diese Töne der Zug inzwischen abgefahren. Wenn ich heute so etwas höre, dann schlafen mir die Füße ein, da es sich einfach nur noch um Berieselung handelt. Nachhaltigkeit absolut ausgeschlossen.

Fazit: Das klingt zugegebenermaßen alles ganz okay auf „Astra“. Das war es dann aber auch schon. Wer diese Mainstream-Bands der 80er gut findet, der wird mit Sicherheit auch „Astra“ von Asia gut finden. Mich törnt das Ganze nicht mehr an und ich habe auch nur ganz, ganz selten Lust, dieses Album zu hören, um mir dann allerdings wieder bestätigen zu lassen, dass die lange Zeit des Nichthörens eigentlich ganz gut investierte Zeit war. Aber noch mal: Eingängiger Mainstream ist das allemal – nur hören mag man das nicht mehr unbedingt. Vier Punkte.

Anspieltipps: Rock And Roll Dream, Suspicion, After The War





Samstag, 17. August 2013

Golden Earring – Buddy Joe (Kompilation)




Golden Earring – Buddy Joe (Kompilation)


Besetzung:

Barry Hay – vocals, flute
George Kooymans – guitars & vocals
Rinus Gerritsen – bass & keyboards
Cesar Zuiderwijk – drums


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Radar Love (6:26)
2. Buddy Joe (3:51)
3. Candy’s Going Bad (6:14)
4. Angelina (3:14)
5. She Flies On Strange Wings, Part I (4:30)
6. Kill Me (Ce Soir) (6:18)
7. Gipsy Rhapsody (3:19)
8. Everyday’s Torture (5:20)
9. Back Home (3:51)
10. I’m Going To Send My Pigeons To The Sky (5:58)
11. The Vanilla Queen (9:17)
12. Eight Miles High (18:59)

Gesamtspieldauer: 1:17:12




Kompilationen sind ja immer so eine Sache. Haben diejenigen, die darauf die Songs zusammengestellt haben, auch wirklich den eigenen Geschmack getroffen oder fehlt vielleicht sogar was? Im Falle von „Buddy Joe“ von Golden Earring handelt es sich um eine Zusammenstellung von Liedern aus der Band-Zeit zwischen 1969 und 1973, die auf den Alben von „On The Double“ bis „Moontan“ veröffentlicht wurden. Und in dieser Zeit haben die Niederländer einige gute Platten veröffentlicht. Und klar, hätte man auch noch den einen oder anderen Titel mit hinzufügen können – ist eben Geschmackssache – trotzdem ist diese Zusammenstellung durchaus gelungen.

Alle wichtigen Titel dieser Schaffensphase von Golden Earring sind auf „Buddy Joe“ enthalten. Und mit knapp achtzig Minuten ist die CD auch randvoll gepackt worden. Hier wird gerockt, mal progressiv, mal härter, mal etwas verspielter und sanfter. Da müsste sich eigentlich für jeden etwas finden lassen. Außerdem enthält die Scheibe einige Klassiker der Rock-Geschichte, „Radar Love“ sei an dieser Stelle nur genannt.

Fazit: Das ist natürlich kein Album für Fans der Band. Die besitzen die Original-Alben. Wer sich allerdings nur mal einen Überblick über diese Phase in der Bandgeschichte machen will, der wird hier bestens bedient. Die Musik ist klasse, denn es war die beste Zeit von Golden Earring und die Zusammenstellung macht sehr viel Lust auf mehr. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Vanilla Queen, Eight Miles High und natürlich der Rest




Freitag, 16. August 2013

16 Horsepower – Olden




16 Horsepower – Olden


Besetzung:

David Eugene Edwards – vocals, bandoneon, guitar, banjo
Keven Soll – acoustic bass, double bass, vocals
Jean-Yves Tola – drums


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Alternative Country


Trackliste:

Night Owl Session, 1993

1. American Wheeze (3:55)
2. Coal Black Horses (3:28)
3. Scrawled In Sap (2:52)
4. Prison Shoe Romp (2:51)
5. I Seen What I Saw (2:59)
6. Neck On The New Blade (3:07)
7. Interview (0:21)

Kerr Macy Session, 1994

8. South Pennsylvania Waltz (4:57)
9. My Narrow Mind (3:18)
10. American Wheeze (3:40)
11. Shametown (2:51)
12. Train Serenade (4:20)
13. Strong Man (4:36)
14. Interview (1:03)

Live In Denver, 1994

15. Slow Guilt Trot (3:34)
16. Low Estate (3:38)
17. Pure Clob Road (3:01)
18. Heel On The Shovel (2:43)
19. Sac Of Religion (3:01)
20. Dead Run (3:10)

Gesamstpieldauer: 1:03:32




Bei dem 2003 veröffentlichten Werk „Olden“ von 16 Horsepower handelt es sich, wie der Name schon ausdrückt, um altes Material aus zwei Sessions, sowie einem Live-Auftritt in Denver 1994. Dazu gibt es noch zwei kleine Interview-Schnipsel.

Lediglich zwei Lieder sind auf der CD zu finden, die es auf den bisherigen Veröffentlichungen der Band noch nicht zu hören gab. Das wären: „Train Serenade“ und „Slow Guilt Trot“. „Coal Black Horses“, „South Pennsylvania Waltz“ und „Shametown“ gab es bereits auf der 1995 erschienen EP „16 Horsepower“ zu hören. „Train Serenade“ ist dabei noch ganz gelungen, die vier restlichen Titel gehören dagegen nicht zu den Höhepunkten im Schaffen der Band und stellen eher Durchschnitt dar.

Auf dem ersten Interview sagt wohl David Eugene Edwards, dass 16 Horsepower nicht gerade eine Party-Band sei und er stark durch Kirchenmusik beeinflusst wurde. Im zweiten Interview wird dann diese Alleinstellung der Band hervorgehoben, da es nicht „so viele“ andere Bands gab, die diese Art von Musik machten. Außerdem wird das Augenspiel des David Eugene Edwards mit dem Publikum bei Live-Auftritten thematisiert und, dass es die Band immer schafft, bei ihren Live-Auftritten das Publikum in ihren Bann zu ziehen.

Die restlichen Stücke sind alles Alternativ-Versionen, wobei die Überschrift “Live In Denver, 1994“ wohl auch eher bedeutet, dass die Band die Lieder hier live eingespielt hat. Publikum ist dort nämlich nur einmal ganz, ganz leise am Ende von „Slow Guilt Trot“ mit etwas spärlichem Applaus zu hören.

Fazit: Für Fans, die alles von ihrer Band besitzen wollen vielleicht eine lohnende Anschaffung. Für alle anderen lohnen sich die offiziellen Alben von 16 Horsepower sehr viel mehr, da dort die Lieder auch ausgereifter und kraftvoller abgemischt wurden und einfach besser klingen. Na und wie schon gesagt, wegen der zwei bisher unveröffentlichten Titel lohnt sich diese CD sicherlich überhaupt nicht. Ein wenig wirkt das Ganze so, als wollte die Band kurz vorm ihrer endgültigen Auflösung noch mal ein wenig Kasse machen. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Die fünf oben erwähnten neuen Songs. Die anderen Titel sind auf den vier offiziellen Alben besser vertreten.





Donnerstag, 15. August 2013

Grobschnitt – Illegal




Grobschnitt – Illegal


Besetzung:

Toni Moff Mollo – vocals, percussion
Mist – all keyboards, synthesizers, back-up vocals
Milla Kapolke – bass, vocals, acoustic guitar
Wildschwein – vocals, rhythm guitar, acoustic guitar
Lupo – lead guitar, acoustic guitar
Eroc – drums, special electronic effects


Label: Metronome Musik GmbH


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. The Sniffer (5:28)
2. Space-Rider (4:49)
3. Mary Green (8:20)
4. Silent Movie (3:15)
5. Joker (4:54)
6. Illegal (8:12)
7. Simple Dimple (4:42)
8. Raintime (4:16)

Gesamtspieldauer: 44:11




Grobschnitt klingen auf ihrem 1980 erschienenen Album „Illegal“ immer dann am besten, wenn es „lang“ und instrumental wird. Das ist beim Zwischenteil zu „Mary Green“ der Fall und bei dem sehr schönen und fast schon esoterischen „Silent Movie“. Der Rest des Albums läuft häufig irgendwie so durch, bleibt zudem deutlich weniger hängen als vieles andere, was Grobschnitt davor veröffentlicht haben.

„Joker“ ist wie „Silent Movie“ ein Instrumentalstück, kann allerdings nicht so richtig zünden. Solche Musik umschreibt man am ehesten mit „okay“. Neben diesen beiden Stücken, bei denen komplett auf den Gesang verzichtet wurde, gibt es noch fünf englischsprachige Nummern und den Titeltrack „Illegal“, der in Deutsch eingesungen wurde. Hierbei handelt es sich wieder um so eine Spielerei, einen Spaß, die, beziehungsweise der irgendwie auf jedem Grobschnitt-Album zu vernehmen ist. Begeistern kann das aber in diesem Fall leider nicht.

Der Rest der Platte rockt mehr oder weniger. Das klingt bei dem etwas sanfteren „The Sniffer“ recht eingängig, wie auch beim letzten Titel des Albums „Raintime“. Bei diesen beiden Nummern kommt jetzt auch mal die Akustik-Gitarre vermehrt zum Einsatz.

Fazit: Grobschnitt hat im weiteren Verlauf der 80er Jahre noch deutlich schlechtere Platten veröffentlicht und „Illegal“ ist auch kein Album zum Haare raufen. Allerdings erreicht die Scheibe auch bei weitem nicht mehr die Klasse der früheren Veröffentlichungen der Krautrocker. Mitunter alles ganz nett, allerdings nur noch in Ansätzen so richtig begeisternd und spannend. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Sniffer, Mary Green, Silent Movie, Raintime



Mittwoch, 14. August 2013

New Model Army – ... & Nobody Else




New Model Army – ... & Nobody Else


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitar
Michael Dean – drums, percussion
Nelson – bass, guitar on „Modern Times“ and „Eleven Years“, 2nd drum kit on „No Sense“
Dave Blomberg – guitars, bass on „Modern Times“ and „Eleven Years“
Dean White – keyboards


Label: Attack Attack Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Live-Album, Alternative Rock


Trackliste:

CD1:

1. Brave New World II (3:47)
2. Snelsmore Wood (3:50)
3. Eleven Years (4:12)
4. Rainy Night 65 (4:54)
5. Big Blue (4:20)
6. Queen Of My Heart (4:23)
7. Prison (4:31)
8. No Sense (3:27)
9. Fate (3:07)
10. The Hunt (5:18)


CD2:

11. Whitelight (4:46)
12. Over The Wire (3:11)
13. Long Goodbye (2:51)
14. Aimless Desire (4:58)
15. Wonderful Way To Go (5:53)
16. Inheritance (4:15)
17. Lust For Power (3:59)
18. Headlights (5:02)
19. 51st State (2:52)
20. Get Me Out (3:34)
21. No Pain (5:36)
22. Stupid Questions (3:33)
23. Here Comes The War (5:44)
24. Living In The Rose (3:50)
25. Modern Times (4:05)
26. Vengeance (5:14)

Gesamtspieldauer: 1:51:13




Bei „… & Nobody Else“ handelt es sich um ein Live-Album New Model Armys, welches im Frühjahr 1998 eingespielt und 1999 schließlich veröffentlicht wurde. Es ist darauf allerdings nicht nur ein Konzert zu hören, sondern die Titel stammen von unterschiedlichen Auftritten. Dies merkt man dann, wenn Justin Sullivan die Leute auf CD1 mal auf „Deutsch“ begrüßt und sich mit „Danke“ für den Applaus bedankt, er dies auf CD2 ein anderes Mal auf Französisch macht.

Dem Flair dieses Albums schadet dies allerdings nicht, soll heißen, wenn man es in den Credits nicht nachlesen könnte, würde man diesen Umstand der verschiedenen Aufnahmeorte gar nicht bemerken. Vielleicht würde man sich über die verschiedenen Sprachen wundern, aber das wäre es dann auch schon.

Zur Songauswahl ist anzumerken, dass sich auf CD1 die eher ruhigeren Titel befinden, auf CD2 wird dann deutlich mehr gerockt. Ist die Stimmung auf CD1 noch melancholisch und ein wenig nachdenklich, wird sie auf CD2 gleich mit dem „Kracher“ „Whitelight“ eingeleitet und es wird gerockt, obwohl es dort natürlich auch ruhigere Titel zu hören gibt – jedoch deutlich weniger.

Die Songauswahl ist gut, obwohl da natürlich jeder noch den ein oder anderen „Favoriten“ auch gerne gehört hätte. Trotzdem, das Live-Flair kommt sehr gut rüber. Allerdings - und das ist jetzt wirklich ein kleiner Nachteil - habe ich schon deutlich besser abgemischte Live-Alben gehört. Manches Mal ist die Stimme Justin Sullivans einfach zu leise, ein anderes Mal verwischen Gitarre und Keyboard ein wenig zu sehr. Aber so bleibt natürlich das Live-Feeling besser erhalten, denn auch auf einem Konzert hört man je nach Standort mal das eine, mal das andere Instrument besser. Manchmal zumindest. Es zeigt zumindest, dass die Platte nicht noch nachträglich groß überarbeitet wurde, was ich auch mal ganz angenehm finde. Warum auch etwas vorgaukeln, wenn es in Wirklichkeit anders war.

Fazit: Man erhält auf „… & Nobody Else“ einen guten Überblick über die Songs der Band bis kurz vor der Jahrtausendwende. Klar, auf den Studio-Alben klingen die Titel besser, aber das ist ja auch nicht der Sinn einer Live-Einspielung. Das Flair des Konzerts soll transportiert werden. Das gelingt New Model Army hier auch. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Darauf verzichte ich hier mal, ist alles hörenswert.





Dienstag, 13. August 2013

Madonna – Hard Candy




Madonna – Hard Candy


Besetzung:

Madonna – vocals


Gastmusiker:

Justin Timberlake – vocals, background vocals
Timbaland – vocals, drums, bass
Kanye West – vocals (rap)
Pharrell Williams – background vocals
Nate "Danja" Hills – keyboards
Wendy Melvoin – acoustic guitar
Stevie Blacke – strings
Monte Pittman – acoustic and bass guitar
Hannon Lane – keyboards
DJ Remo – audio scratching


Label: Warner Brothers Records Inc.


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: R&B, Dance, Pop


Trackliste:

1. Candy Shop (4:16)
2. 4 Minutes (4:04)
3. Give It 2 Me (4:48)
4. Heartbeat (4:03)
5. Miles Away (4:49)
6. She's Not Me (6:05)
7. Incredible (6:20)
8. Beat Goes On (4:27)
9. Dance 2night (5:03)
10. Spanish Lesson (3:38)
11. Devil Wouldn't Recognize You (5:09)
12. Voices (3:40)

Gesamtspieldauer: 56:20




Mein Gott, was treibt Madonna da nur manchmal auf ihren Veröffentlichungen? Hatten die letzten Werke der US-Amerikanerin immer wieder was zu bieten oder konnten sie sogar in ihrer Gesamtheit überzeugen, so gibt es auf ihrem elften Album wieder relativ belanglosen Pop zu hören. Ne, Pop ist das auch nicht. Dance und HipHop passt da wohl eher. Zumindest bei den meisten der zwölf Titel. Dazu gesellt sich im Hintergrund immer wieder ein Gestöhne von Justin Timberlake und Timbaland und wer da noch alles so seine Stimme mit im Spiel hatte. Ein Geächze und Gestöhne, welches einem das Blut in den Adern gefrieren lässt, so schlecht ist das.

„Hard Candy“ ist vollgestopft mit elektronischem Pop, nur ganz selten ist da mal eine Melodie zu hören, die einen irgendwie einfängt. Der Weg, der mit „Confessions On A Dance Floor“ eingeschlagen wurde, wurde konsequent fortgeschritten - beziehungsweise noch ausgebaut. Sorry, meine Musik ist das nicht mehr, aber Madonna sollte ja wieder einmal Recht behalten, auch dieses Album verkaufte sich millionenfach.

Wer auf Beats steht, denen ein gewisser Groove nicht abzusprechen ist, der erlebt hier sein Nirwana. Wem allerdings die Musik und die damit verbundene Melodiösität, sowie eine gewisse Eingängigkeit in den einzelnen Titeln wichtig ist, der macht mit diesem elften Album „Hard Candy“ von Madonna definitiv einen großen Fehlgriff.

Mir wird echt anders, wenn ich diese „Hmms“, „Oohs“, „Let’s Dance“, Uuhs“, „Aahs“, „Heys“ von irgendwelchen Rappern im Hintergrund vernehme. Dazu eine nicht vorhandene Melodie, nur die Stimme Madonnas, die ist über all die Jahre allerdings wirklich sehr viel besser geworden, wenn man das mal mit ihren Anfängen vergleicht.

Okay, was ist denn noch einigermaßen annehmbar (wie gesagt für mich, R’n’B-Fans dürften das Album mit Sicherheit ganz, ganz anders bewerten!). Für mich ist das definitiv der vorletzte Titel „Devil Wouldn't Recognize You“. Ein Lied mit Songstruktur und auch einer Melodie, die als solche zu erkennen ist. Und dieses Mal gibt es sogar gelungenen Hintergrundgesang zu bestaunen. Das Lied wirkt. Auch der letzten Nummer „Voices“ und „Miles Away“ kann ich noch etwas abgewinnen, obwohl mir die Drums bei „Voices“ einfach zu übersteuert abgemischt wurden.

Fazit: Gibt es wirklich Fans von Madonna, die ihr von ihren Anfängen bis zuletzt folgen konnten? Schwer zu glauben bei dieser Wandlungsfähigkeit mit solch ganz unterschiedlichen Musikstilen. Ein klein wenig finde ich auch auf diesem elften Album etwas für mich. Leider aber nur sehr wenig. Fünf Punkte wegen den drei annehmbaren Titeln. Sorry mehr geht einfach nicht.

Anspieltipps: Miles Away, Devil Wouldn't Recognize You, Voices





Montag, 12. August 2013

Johnny Cash – American IV: The Man Comes Around




Johnny Cash – American IV: The Man Comes Around


Besetzung:

Johnny Cash – vocals, guitar
Don Henley – drums, keyboards, vocals
Fiona Apple – vocals
Nick Cave – vocals
Mike Campbell – guitar
John Frusciante – guitar
Randy Scruggs – guitar
Thom Bresh – guitar
Jeff Hanna – guitar
Kerry Marx – guitar
Marty Stuart – guitar
Smokey Hormel – guitar
Jack Clement – dobro
Joey Waronker – drums
David Ferguson – ukulele
Laura Cash – violin
Terry Harrington – clarinette
Benmont Tench – organ, piano, keyboards
Roger Manning – piano
Billy Preston – piano, keyboards


Label: American Recordings


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Alternative Country


Trackliste:

1. The Man Comes Around (4:27)
2. Hurt (3:39)
3. Give My Love To Rose (3:29)
4. Bridge Over Troubled Water (3:55)
5. I Hung My Head (3:54)
6. First Time I Ever Saw Your Face (3:52)
7. Personal Jesus (3:20)
8. In My Life (2:58)
9. Sam Hall (2:40)
10. Danny Boy (3:20)
11. Desperado (3:14)
12. I'm So Lonesome I Could Cry (3:03)
13. Tear Stained Letter (3:41)
14. Streets Of Laredo (3:33)
15. We'll Meet Again (2:59)

Gesamtspieldauer: 52:04




„The Man Comes Around“ ist der vierte Teil der „American Recordings“-Serie und das letzte Studioalbum, welches noch zu Lebzeiten des US-amerikanischen Künstlers aufgenommen wurde. Hier, auf dieser Veröffentlichung, ist bereits sehr deutlich die fortschreitende Erkrankung Johnny Cashs herauszuhören, was an der manchmal sehr zerbrechlich wirkenden Stimme überaus deutlich wird. Dieses Album enthält mit dem Titel „Hurt“ von den Nine Inch Nails eine der besten Cover-Versionen, mit denen jemals ein Lied gekrönt wurde. Auch das dazugehörende Video ist überaus ergreifend und zeigt den deutlich angeschlagenen Künstler und seine Frau June Carter Cash, die wenige Monate später, vier Monate vor Johnny Cash selbst, starb.

Neben drei Eigenkompositionen, von denen der Titeltrack „The Man Comes Around“ einen weiteren Höhepunkt des Albums darstellt, gibt es noch zwölf Cover-Versionen von Titeln anderer Künstler, die Johnny Cash in seiner unnachahmlichen Art und Weise wieder zu seinen Liedern werden lässt. Über allen Titeln hängt eine sehr traurig geartete Stimmung, die den Hörer einzufangen weiß. Nicht überraschend ist dabei, dass die Lieder häufig vom Tod und dem Gewesenen handeln und dies nicht nur beim wohl mit bekanntesten Lied seiner späteren Schaffensphase „Hurt“.

Die Musik ist über das gesamte Album sehr bewegend, die Atmosphäre äußerst dicht, obwohl auch auf dieser Platte hauptsächlich der einprägsame Gesang Johnny Cashs sowie die akustische Gitarre im Vordergrund stehen. Die einzelnen Titel sind dabei sehr ruhig gehalten, was zusätzlich die sentimentale, melancholische bis traurige Stimmung der einzelnen Lieder noch unterstreicht. Ausnahmen sind dabei die Titel „Personal Jesus“ von Depeche Mode sowie die Eigenkomposition „Tear Stained Letter“, bei denen das Mitwippen der Füße nicht sonderlich schwer fällt.

Fazit: „American IV: The Man Comes Around“ ist ein sehr bewegendes Album geworden, was mit Country Musik nur am Rande etwas gemein hat. Eher erinnert das Ganze an ruhige Folk Musik. Die Musik packt den Hörer, macht nachdenklich und eher traurig als fröhlich. Wenn jemand also den Blues hat, dann kann er diese seine Stimmung damit noch bestens unterfüttern. Sehr hörenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Man Comes Around, Hurt, I Hung My Head, Streets Of Laredo





Sonntag, 11. August 2013

The Stranglers – Dreamtime




The Stranglers – Dreamtime


Besetzung:

Hugh Cornwell – vocals, guitar
Jean-Jacques Burnel – bass, vocals
Jet Black – drums, percussion
Dave Greenfield – keyboards, backing vocals


Gastmusiker:

Alex Gifford – saxophone
Hilary Kops – trumpet
Martin Veysey – trumpet
B.J. Cole – pedal steel guitar
Simon Morton – additional percussion


Label: EPIC Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop, New Wave


Trackliste:

1. Always The Sun (4:52)
2. Dreamtime (3:43)
3. Was It You? (3:38)
4. You'll Always Reap What You Sow (5:15)
5. Ghost Train (5:02)
6. Nice In Nice (3:53)
7. Big In America (3:19)
8. Shakin' Like A Leaf (2:35)
9. Mayan Skies (3:57)
10. Too Precious (6:47)


Bonus Tracks:

11. Since You Went Away (2:53)
12. Norman Normal (4:33)
13. Dry Day (5:02)
14. Hit Man (4:21)
15. Was It You? (7" Version) (2:57)
16. Burnham Beeches (3:50)

Gesamtspieldauer: 1:06:37



„Dreamtime“ nannten die Stranglers ihr neuntes Studioalbum, welches 1986 veröffentlicht wurde. Doch leider hatte es sich ausgeträumt. Der britischen Band waren ganz offensichtlich die Ideen ausgegangen. Das gilt ausdrücklich nicht für das erste Lied „Always The Sun“. Ein richtig guter Song, den es sich lohnt mal gehört zu haben. Schöne Melodie, netter Text, der Höhepunkt des gesamten Albums.

Nun, das war es allerdings leider auch schon. Der ganze Rest der Platte plätschert so vor sich hin, ohne auch nur im Geringsten überzeugen zu können. Das Ganze ist auch kein richtiger New Wave mehr, sehr viel eher ist die Musik der Stranglers zum einfachen Pop hin mutiert. Alles klingt so unspektakulär, so uninteressant, ist irgendwie belanglos, bleibt nicht hängen und kann nicht mehr überzeugen. Richtig schlecht ist das ehrlich gesagt allerdings auch noch nicht, was man da auf „Dreamtime“ zu hören bekommt, aber leider meist unglaublich langweiliger Pop.

Fazit: Die tollen Songs gibt es, bis auf den Opener auf „Dreamtime“ nicht mehr. Alles blubbert so vor sich hin, erregt keinerlei Aufmerksamkeit. Richtig schade, denn diese Platte grenzt zwar nicht an Körperverletzung - allerdings an Zeitverschwendung. Sechs Punkte. Aber auch nur wegen „Always The Sun“.

Anspieltipps: Always The Sun