Samstag, 10. Mai 2014

X-tal – Everything Crash




X-tal – Everything Crash


Besetzung:

Allison Moseley – vocals, bass
Demetrius Broustis – vocals, guitars, 12-string guitar, lap steel
J. Neo – vocals, guitars, organ, melodica, kaen, tin whistle
Mick Freeman – vocals, drums, vibraslap


Gastmusiker:

Carrie Bradley – violin, toy saxophone
Jonathan Levy – trumpet on “Pacemaker”
Leslie Sullenger – vox on “Pacemaker”
The Moon Tabernacle Choir – vocals on “Utah” and “Fatal Distractions”


Label: Alias Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Folk Rock, Pop


Trackliste:

1. Black Russian (5:22)
2. Easily Impressed (1:39)
3. Stop Torture (3:23)
4. Genesis Hall (3:29)
5. Utah (2:45)
6. Qué Lástima (1:23)
7. Fatal Distractions (4:56)
8. Census (7:08)
9. Help Wanted, Part 2 (2:06)
10. Pacemaker (2:54)
11. Passing (5:38)
12. Long Dark Night (4:58)

Gesamtspieldauer: 45:41




X-tal war eine Rockband aus San Francisco, die in den Jahren zwischen 1983 und 1996 aktiv war und ab 1990 fünf Studioalben veröffentlichte. „Everything Crash” ist dabei die dritte Platte der Band aus dem Jahr 1992. Die Musik von X-tal ist dabei eine Mischung aus Rock, Pop, Folk und auch einige hauchzarte Country-Einflüsse sind herauszuhören.

Diese Mixtur passt allerdings und einige richtig tolle Songs befinden sich auf dem Album. Gleich die erste Nummer „Black Russian” hat es in sich. Ein Titel, bei dem der Violine eine tragende Rolle zugedacht wurde. Klasse eingängige Melodie, perfekt abgestimmte Instrumentierung und ein Rhythmus, der zum Mitwippen animiert. „Fatal Distractions” klingt dagegen zunächst fast ein bisschen düster und weist schließlich ebenfalls einen sehr eingängigen, fast schon symphonischen Refrain auf. Perfekt gelungen ist hier auch das Zusammenspiel des Gesangs mit der Gitarre. Während des Gesangs ist hier ein Gitarrensolo unterlegt, eine Zusammenstellung, die man so auch nicht häufig zu hören bekommt. Einen weiteren Höhepunkt stellt der Titel „Passing“ dar. Sehr melancholisch und sentimental, verfügt auch diese Nummer über das gewisse Etwas, welches dem Lied einen Wiedererkennungswert verleiht, sodass er längerfristig hängenbleibt.

Und auch der Rest der Platte kann überzeugen. Mal ist es ein wenig rockiger, ohne jedoch jemals in die härtere Ecke abzudriften. Die einzelnen Titel sind spannend und gehen ins Ohr. Dabei werden die oben bereits geschriebenen Genres bedient. Dies alles passt jedoch perfekt zusammen und ist eindeutig X-tal zuzuordnen, da diese Stilbrüche das Flair der Musik der Band in sich tragen. Negativ anzumerken sind lediglich zwei Stücke, die jedoch ebenfalls sehr eingängig sind. „Genesis Hall” ist einer davon. Hier singt Allison Moseley und das Ganze wirkt hier jetzt ein wenig zu zuckersüß. Passend dazu ist auch der Text gehalten. Muss man nicht unbedingt haben. Selbiges lässt sich auch zu „Help Wanted, Part 2” anmerken, obwohl hier die Stimme Allison Moseley nur im Hintergrund zu hören ist. Aber auch dieser Titel wirkt so ein klein wenig wie ein ganz glatt geschliffener Folk Song, der einen zwar nicht Reißaus nehmen lässt, trotzdem jedoch nicht überzeugen kann.

Fazit: Ein schönes und unaufgeregtes Album ist „Everything Crash“ geworden. Viele Titel im Mid-Tempo, verschiedene Stile, alles sehr harmonisch und melodiös gehalten. Die Lieder gehen einem meist ziemlich schnell ins Ohr und bleiben dort auch längerfristig haften. Sehr abwechslungsreicher Rock-Pop-Folk eben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Black Russian, Passing, Fatal Distractions



Freitag, 9. Mai 2014

David Bowie – Low




David Bowie – Low


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitar, pump bass, saxophones, xylophones, vibraphones, harmonica, pre-arranged percussion, keyboards: arp synthesiser, piano, chamberlin


Gastmusiker:

Brian Eno – vocals, splinter minimoog, report arp, guitar treatments, piano, keyboards, synthetics, chamberlin, other synthesizers
Carlos Alomar – rhythm guitar
Dennis Davis – percussion
George Murray – bass
Ricky Gardiner – guitar
Roy Young – piano, farfisa organ
Peter and Paul – piano, arp synthesiser
Mary Visconti – backing vocals on "Sound And Vision"
Iggy Pop – backing vocals on "What In The World"
Eduard Meyer – cellos


Label: RCA


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Experimental Pop, Elektronische Musik


Trackliste:

1. Speed Of Life (2:47)
2. Breaking Glass (1:53)
3. What In The World (2:23)
4. Sound And Vision (3:03)
5. Always Crashing In The Same Car (3:34)
6. Be My Wife (2:57)
7. A New Career In A New Town (2:53)
8. Warszawa (6:24)
9. Art Decade (3:47)
10. Weeping Wall (3:28)
11. Subterraneans (5:41)

Gesamtspieldauer: 38:51




David Bowie hatte es auf seinem elften Album „Low“ mal wieder geschafft, sich neu zu erfinden. 1977 erschienen, erkennt man hier sehr deutlich die Zusammenarbeit mit Brian Eno. Die Musik auf dem Album ist zwar zum Teil immer noch poppig bis rockig, allerdings sind nun auch Titel vorhanden, die überaus deutlich in die Richtung elektronische Musik driften. Und dieser Umstand ist ganz unabhängig davon, ob es sich dabei um eine Instrumentalnummer oder einen Titel mit Gesang handelt. David Bowie hatte dem Synthesizer in seiner Musik eine ganz bedeutende Rolle zugedacht.

Stellvertretend für diesen erneuten Stilwechsel stehen hier zwei Titel: „Warszawa“ und „Weeping Wall“. Nun, ich war noch nicht in Warschau, wenn die Stadt allerdings wirklich so düster und wolkenverhangen ist, wie dieses Lied klingt, dann muss man sie sich auch nicht unbedingt geben – den Titel des Albums selbst sollte man allerdings schon mal gehört haben. Eine unglaublich dichte, dunkle und traurig getragene Nummer, bei der Depressionen selbst bei hellem Sonnenschein auf das Gemüt drücken. Allerdings kann man sich mit „Warszawa“ auch bestens der „süßen“ Melancholie hingeben – wahrlich ergreifend.

Ganz anders dagegen „Weeping Walls“. Das Lied, ein Instrumentalstück, außer ein paar Aaahs und Ooohs, wirkt dagegen fast schon überbordend fröhlich. Xylophon-Klänge, die allerdings dem Synthsizer entspringen, machen dieses Lied zu einem sehr eingängigen und melodischen Stück, welches alleine schon durch die sich etwas ungewöhnlich anhörende Instrumentierung diesen gewissen Wiedererkennungswert besitzt. Auch „A New Career In A New Town”, „Art Decade“ und „Subterraneans“ sind überwiegend elektronische Instrumentaltitel, bei denen weitestgehend auf den Gesang verzichtet wurde. Da sich diese beiden Nummern ebenfalls am Ende des Albums befinden, kann man leicht feststellen, dass die Platte zweigeteilt ist, in den etwas poppigeren, ersten Teil und den elektronischen, zweiten Part. Letzterer ist wahrlich sehr gelungen und absolut überraschend, zumindest zu dieser Zeit, für die Musik des David Bowie. Wenn man dem sphärischen und elektronischen Sound allgemein etwas abgewinnen kann, dann ist man hier genau richtig.

Nun, was ist dann mit dem ersten Teil des Albums? Zwar auch elektronisch, aber doch sehr poppig, beginnt dieser mit der Instrumentalnummer „Speed Of Life“. Es folgen einige Pop-Titel, die irgendwie schon ein wenig an „Scary Monsters“ erinnern, obwohl dieses Album erst drei Jahre später erscheinen sollte und dazwischen noch zwei andere Alben veröffentlicht wurden. Bekanntestes Lied der Platte ist „Sound And Vision“. Eine eingängige Pop-Nummer, bei der allerdings auch dieser elektronische Sound nicht zu überhören ist. Auch die weiteren Titel haben durchaus etwas, wenn hier auch natürlich jeder seinen eigenen Favoriten finden wird.

Fazit: Ein der Musiker, die sich immer wieder in neuen Stilrichtungen ausprobiert haben ist David Bowie. Nie kann und konnte man sich sicher sein, was es wohl auf der nächsten Platte zu hören geben würde. Immer konnte ich ihm da auch nicht folgen. Soul und ganz einfallsloser Pop, die gibt es auch in der Diskographie von David Bowie. Muss ich zumindest nicht unbedingt haben. „Low“ allerdings ist schon ein besonderes Album geworden, da dieser Ausflug in ein erneut anders Genre durchaus gelungen ist und den Hörer treffen kann. Und auch die Pop-Songs der ehemaligen ersten Plattenseite sind durchaus gelungen. Zwar kein Meisterwerk mehr wie Anfang der 70er, dennoch eine interessante Scheibe. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Always Crashing In The Same Car, Warszawa, Weeping Wall



Donnerstag, 8. Mai 2014

Van Der Graaf Generator – World Record




Van Der Graaf Generator – World Record


Besetzung:

Hugh Banton – manuals and pedals (manual and his music of pedallos)
Guy Evans – drums, cymbal, percussion & fingerpop
Peter Hammill – vox, meurglys III and wassistderpunktenhacker
David Jackson – alto, tenor and soprano saxophone and accoutrements and flute (all in the grotto)


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. When She Comes (8:03)
2. A Place To Survive (10:04)
3. Masks (6:56)
4. Meurglys III (The Songwriter’s Guild) (20:51)
5. Wondering (6:35)

Gesamtspieldauer: 52:29




„World Record“ heißt das siebte Album Van Der Graaf Generators und es ist gleichzeitig die dritte Scheibe der Band, die nach der Wiedervereinigung innerhalb von lediglich dreizehn Monaten veröffentlicht wurde. Lauscht man den drei Platten „Godbluff“, „Still Life“ und „World Record“, die in diesem Zeitraum eingespielt wurden, hintereinander, so wird unüberhörbar, dass die Eingängigkeit in der Musik der Band immer weiter zurückgedrängt wurde, zugunsten eines eher rockigeren und manchmal auch experimentelleren Stils. „World Record“ klingt dabei zum Teil sogar richtiggehend aggressiv, was nicht zuletzt auch am Gesangsstil des Peter Hammill liegt.

Auch die Klanggebilde auf dieser Platte werden deutlich schroffer, sperriger und ein wenig unzugänglicher, als dies noch auf den beiden Vorgängeralben der Fall war. Dies bedeutet nichts anderes, als dass sich der Hörer hier noch mehr Zeit nehmen muss, um in das Universum von Van Der Graaf Generator restlos eintauchen zu können. Eine von zwei Ausnahmen stellt hier – zumindest zu Beginn – die Nummer „Masks“ dar, die fast schon „lieblich“ und durchaus auch eingängig beginnt, um dann im weiteren Verlauf des Stückes ein wenig an Impulsivität zu gewinnen, bis es letztendlich wieder deutlich ruhiger wird.

Besonders erwähnenswert ist sicherlich auch der Titel „Meurglys III (The Songwriter’s Guild)“. Über zwanzig Minuten beinhaltet das Lied eine Ansammlung an verschiedenen Stimmungen und Abschnitten, die mal mehr von der Orgel geprägt sind, häufig steht jedoch auch die Gitarre des Peter Hammill im Vordergrund. Vor allem im letzten Drittel der Nummer wirkt das alles ein wenig skurril und abgefahren. Da hört man einen Reggae-ähnlichen Grundsound, über den Peter Hammill dann eine elektrische Gitarre legt. Das klingt alles überaus schräg und Peter Hammill entlockt hier seinem Saiteninstrument auch Töne, die nicht so ohne weiteres zum Rest des Gespielten passen wollen. Interessant ist das zu Hörende allerdings auf jeden Fall.

Für die letzte Nummer zeichnet sich Hugh Banton als Komponist aus. Peter Hammill steuerte hierzu, anders als sonst üblich, lediglich den Text bei. „Wondering” ist wohl der melodiöseste Titel des Albums. Fast schon symphonisch wirkt das Ganze, mit viel Mellotron unterliegt, entwickelt sich hier ein Lied, welches sehr schnell ins Ohr geht, bei dem Peter Hammill auch deutlich zurückhaltender singt und welches stilistisch gar nicht so recht zum Rest der Platte passen will, allerdings durchaus gelungen ist.

Fazit: Ein sehr viel fordernderes als auch unheitlicheres Album ist „World Record“ geworden, zumindest wenn man es mit den beiden Vorgängern vergleicht. Ein wenig scheint es auch so, dass die Band hier immer wieder experimentiert hat. Bei „Meurglys III (The Songwriter’s Guild)“ trifft das zumindest mit Sicherheit zu. Auch dieser Scheibe sollte man die Zeit zum „Reifen“ einräumen, denn auf „World Record“ lassen sich ebenfalls einige tolle Stellen und Lieder entdecken. Zehn Punkte.

Anspieltipps: When She Comes



Mittwoch, 7. Mai 2014

Seven Mary Three – American Standard




Seven Mary Three – American Standard


Besetzung:

Jason Ross – lead vocals, guitars
Jason Pollock – lead guitars, vocals
Casey Daniel – bass
Giti Khalsa – drums


Label: Mammoth Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Alternative, Post Grunge


Trackliste:

1. Water's Edge (3:53)
2. Cumbersome (3:59)
3. Roderigo (4:25)
4. Devil Boy (4:25)
5. My My (2:53)
6. Lame (4:52)
7. Headstrong (4:47)
8. Anything (3:41)
9. Margaret (3:42)
10. Punch In Punch Out (2:48)
11. Favorite Dog (6:52)

Gesamtspieldauer: 46:16




Seven Mary Three oder auch 7M3, ist eine amerikanische Rockband aus Virginia, die sich 1992 gegründet hat und bisher sieben Alben veröffentlichte. „American Standard” ist die zweite Scheibe der Musiker und erblickte 1995 das Licht dieser Welt.

Nun, um es vorweg zu nehmen, wer Rock Musik mag, der wird auch sehr viel Gefallen an dieser Platte haben. Kraftvollen und ziemlich geradlinigen Rock gibt es auf „American Standard” zu hören. Musik, die noch nicht einmal eine lange Anlaufzeit benötigt, um das Herz des Rock-Fans zu erobern. Ein klein wenig erinnern die Titel von Seven Mary Three an die von Pearl Jam, die Parallelen sind mal mehr, mal weniger deutlich, aber sie sind eindeutig vorhanden.

Dies liegt nicht zuletzt auch ein bisschen am Gesang des Jason Ross, der nach einer Mischung aus Michael Stipe von R.E.M. und eben Eddie Vedder von Pearl Jam klingt. Dazu gesellt sich eine Gitarren-lastige Rock-Musik, die häufig auch an den Grunge diverser Bands aus Seattle erinnert. Die einzelnen Titel sind melodiös und eingängig, die ruhigeren Nummern stehen dabei nicht so sehr im Fokus, wie die treibenden und rockigen Lieder, die auch über diesen Groove verfügen, der sofort in die Beine geht und diese zum Mitwippen einlädt.

Bekanntestes Lied des Albums ist sicherlich „Cumbersome“. Eine tolle Rock-Nummer, die sich auch noch von den anderen zehn Titeln der Platte abhebt. Hier passt einfach alles. Intelligenter Text, tolle Melodie und ein Rhythmus, der einfach immer weiter und weiter möchte. Dazwischen gibt es noch einen ruhigeren Abschnitt, der schließlich wieder in den packenden Rock-Teil überführt wird. Klasse gemacht. Nun aber auch sonst haben es die Titel auf „American Standard” in sich. Ausfälle gibt es überhaupt nicht zu beklagen. Richtig überzeugend fängt es sofort mit „Water's Edge“ an, ebenfalls ein klasse Rock-Titel, der mal hart, mal sehnsüchtig klingt. Und wer dann eher die leiseren Töne in der Rock-Musik liebt, die oder der wird sicherlich Gefallen an „Lame“ finden. Schön getragen und mittels akustischer Gitarre umgesetzt, kann hier Jason Ross seinen Gesang wunderbar einbringen. Abwechslung ist auch noch in Form des Titels „Punch In Punch Out“ vorhanden. Hier singt Jason Ross zunächst ohne jegliche Begleitung, bis er sich schließlich lediglich vom Schlagzeug unterstützen lässt.

Fazit: Seven Mary Three ist in Deutschland nicht so bekannt. Schade eigentlich, denn die vier Musiker machen Musik, die Freunden des Rocks durchaus zusagen dürfte. Die Band legt dabei eine ganze Menge Wert auf die Melodie, welche mit härteren Riffs unterfüttert wird. Kein Lied gleicht dem anderen und keines ist überflüssig auf dieser Scheibe. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Lame, Cumbersome, Water's Edge



Dienstag, 6. Mai 2014

Modest Mouse – The Lonesome Crowded West




Modest Mouse – The Lonesome Crowded West


Besetzung:

Isaac Brock – guitar, vocals
Jeremiah Green – drums
Eric Judy – bass
Dann Gallucci – guitar on "Trailer Trash" and "Bankrupt On Selling"


Gastmusiker:

DJ K.O. – turntable scratching on "Heart Cooks Brain"
Nicole Johnson – vocals on "Lounge (Closing Time)" and "Long Distance Drunk"
Scott Swayze – guitar on "Convenient Parking" and "Lounge (Closing Time)"
Tyler Reilly – violin on "Jesus Christ Was An Only Child"
Chris Setton – vocals


Label: Up


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Independent Rock, Punk


Trackliste:

1. Teeth Like God's Shoeshine (6:53)
2. Heart Cooks Brain (4:03)
3. Convienent Parking (4:08)
4. Lounge (Closing Time) (7:04)
5. Jesus Christ Was An Only Child (2:36)
6. Doin' The Cockroach (4:19)
7. Cowboy Dan (6:15)
8. Trailer Trash (5:50)
9. Out Of Gas (2:31)
10. Long Distance Drunk (3:43)
11. Shit Luck (2:23)
12. Truckers Atlas (10:58)
13. Polar Opposites (3:30)
14. Bankrupt On Selling (2:54)
15. Styrofoam Boots / It's All Nice On Ice, Alright (6:53)

Gesamtspieldauer: 1:13:59




„The Lonesome Crowded West” nannten die Musiker der US-amerikanischen Band Modest Mouse ihre zweite Platte, die 1997 veröffentlicht wurde. Hier wirkt die Musik der Washingtoner noch deutlich rauer und schroffer, als auf den späteren Veröffentlichungen der Band. Gar nicht mal so überraschend ist es daher, dass sich auf dem Album mit „Shit Luck” auch ein reiner Punk-Titel versteckt.

Auch sonst klingt die Musik auf „The Lonesome Crowded West” noch deutlich aggressiver, als im weiteren Verlauf der Bandgeschichte. Diese eingängigen Melodien sind hier zunächst noch nicht zu hören, diese erschließen sich dem Hörer erst nach mehreren Durchläufen der Scheibe – allerdings auch nicht immer. Mitunter klingt das alles ein wenig schräg und manches Mal sogar auch irgendwie falsch, ein Stilmittel, auf welches die Band auch später noch zugreifen sollte. Hier, auf „The Lonesome Crowded West”, relativieren sich diese „etwas anderen Momente in der Musik” jedoch noch nicht so ohne Weiteres. Sehr viel Zeit benötigt diese Scheibe, um sich im Musikzentrum des Gehirns festsetzen zu können.

Aber die sehr überzeugenden Momente gibt es natürlich auch auf dem Album. Ein Beispiel hierfür wäre etwa „Lounge (Closing Time)”. Eine tolle Nummer, die sehr treibend beginnt, einen fast schon verträumten und sehr weichen Abschnitt aufweist und schließlich in einen genial treibenden, redundanten und sich steigernden Part übergeht, der das Herz des Rockfreunds durchaus zu erwärmen versteht. Auch „Trailer Trash” ist eine tolle Nummer, die vom Stil her noch am ehesten auf eines der Nachfolgeralben gepasst hätte. Ebenfalls wieder aus mehreren Teilen zusammengesetzt, schafft es dieses Lied sehr schnell zu zünden. Eingängigkeit und Melodiösität sind hier also sofort erhörbar. Dies gilt auch für das relativ kurz geratene „Bankrupt On Selling”. Nur mittels der akustischen Gitarre begleitet, schafft es Isaac Brock hier mit seinem Gesang eine fast schon heimelige Atmosphäre zu erzeugen, die durchaus einnehmend ist. Es klingt – und zwar gut.

Fazit: Man sollte sich viel Zeit für diese Scheibe von Modest Mouse nehmen, die diese dringend benötigt, um wirklich beim Hörer ankommen zu können. Sicherlich schroffer und rauer als die Nachfolgewerke, interessant und spannend jedoch ebenfalls. Und diese besonderen Momente in der Musik von Modest Mouse, die gibt es auch hier zu genießen. Wahrlich kein schlechtes Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lounge (Closing Time), Trailer Trash, Bankrupt On Selling



Montag, 5. Mai 2014

The Beatles – Yellow Submarine




The Beatles – Yellow Submarine


Besetzung:

John Lennon – vocals, guitars, keyboards
Paul McCartney – vocals, bass guitars, keyboards
George Harrison – vocals, acoustic, guitars, organ
Ringo Starr – vocals, drums and percussion


Gastmusiker:

George Martin Orchestra


Label: Apple


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Pop, moderne Klassik, Soundtrack


Trackliste:

1. Yellow Submarine (2:43)
2. Only A Northern Song (3:28)
3. All Together Now (2:14)
4. Hey Bulldog (3:14)
5. It's All Too Much (6:28)
6. All You Need Is Love (3:53)
7. Pepperland (2:24)
8. Sea Of Time (3:00)
9. Sea Of Holes (2:21)
10. Sea Of Monsters (3:40)
11. March Of The Meanies (2:22)
12. Pepperland Laid Waste (2:15)
13. Yellow Submarine In Pepperland (2:11)

Gesamtspieldauer: 40:13




Nun, was soll man von diesem zehnten Studioalbum der Beatles halten? Das Wort „Studioalbum“ ist dabei schon falsch gewählt, denn es handelt sich um den Soundtrack des ein Jahr zuvor veröffentlichten Zeichentrickfilms „Yellow Submarine“. Das Besondere dabei ist, dass die Beatles sieben der dreizehn Lieder weder geschrieben haben, noch irgendwelche Instrumente dazu auf der Platte spielen. Die ehemalige Seite 2 der LP, die auf der CD ab Lied Nummer 7 beginnt, stammt von George Martin, der diese Titel schrieb und mit seinem George Martin Orchestra auch umsetzte. Hierbei handelt es sich um Orchestermusik im klassischen Gewand. Gesungen wird dementsprechend natürlich auch nicht, wobei die einzelnen Titel – allen voran „March Of The Meanies“ – durchaus überzeugend klingen, im Verbund mit dem Film jedoch natürlich deutlich besser wirken können. Der allerletzte Titel „Yellow Submarine In Pepperland”, greift immer wieder das Thema aus dem Lied „Yellow Submarine“ der Beatles auf. Erneut wird er lediglich von Orchester-Musikern instrumentiert und umgesetzt, ist so gesehen jedoch eine Koproduktion der Beatles und George Martin.

Die ersten sechs Stücke, also die ehemalige Seite 1 des Albums, beinhalten dann jedoch Beatles-Titel. Allerdings trifft man hier auch auf Altbekanntes. Der Titelsong „Yellow Submarine“ war bereits knapp drei Jahre zuvor auf „Revolver“ veröffentlicht worden und „All You Need Is Love“ kennt man natürlich vom 1967 erschienenen Album „Magical Mystery Tour“. Lediglich vier neue und bisher unveröffentlichte Lieder zieren das Album. Zwei davon stammen aus der Feder George Harrisons, zwei waren eine Gemeinschaftsproduktion des Duos John Lennon und Paul McCartney.

„Only A Northern Song”, die erste Nummer von George Harrison, ist dabei der beste Titel dieses Materials. Ein wenig psychedelisch angehaucht, kann das Lied durchaus überzeugen. Eine schöne und eingängige Melodie verleihen diesem Stück den gewissen Wiedererkennungswert. „It's All Too Much“ klingt deutlich rockiger, besitzt ebenfalls einen psychedelischen Touch und weist eine etwas seltsame Perkussion auf. Die beiden Lennon / Mc Cartney Titel unterscheiden sich dagegen sehr. „All Together Now“ klingt in etwa so wie eines der Lieder, die Kindergartentanten mit ihren drei- bis vierjährigen Schützlingen einstudieren, um diese bei Laune zu halten. „Hey Bulldog” ist da schon deutlich besser gelungen. Ein rockiger Titel, der so auch auf einem anderen Album der Beatles der damaligen Zeit hätte Platz finden können, ohne großartig gegen den Rest abzufallen.

Fazit: „Yellow Submarine“ war eines der wenigen Alben der Beatles, welche es weder in England, noch in den USA schafften, Platz 1 der Charts zu erobern. Sehr verwunderlich ist das nicht, denn dazu hat die Musik darauf zu wenig mit den Beatles zu tun (die komplette zweite Seite), war bereits bekannt oder kann nicht restlos überzeugen. Durch die vier neuen Beatles-Titel lohnt sich der Erwerb des Albums natürlich für Beatles-Fans oder aber Komplettisten. Für alle anderen ist diese Scheibe deutlich weniger interessant. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Only A Northern Song, March Of The Meanies



Sonntag, 4. Mai 2014

King Crimson – Starless And Bible Black




King Crimson – Starless And Bible Black


Besetzung:

Robert Fripp – guitar, mellotron, devices, electric piano
John Wetton – bass, vocals
Bill Bruford – drums, percussion
David Cross – violin, viola, mellotron, electric piano


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Great Deceiver (4:03)
2. Lament (4:06)
3. We'll Let You Know (3:42)
4. The Night Watch (4:41)
5. Trio (5:41)
6. The Mincer (4:09)
7. Starless And Bible Black (9:11)
8. Fracture (11:13)

Gesamtspieldauer: 46:44




Ich kann es durchaus nachvollziehen, wenn viele Musikhörer mit diesem sechsten „Studioalbum“ King Crimsons weniger bis gar nichts anfangen können. Das liegt zum Teil sicherlich an den Anführungsstrichen, die man beim Wort „Studioalbum“ setzen muss. 1974 wurde „Starless And Bible Black” veröffentlicht und beinhaltet acht Titel, von denen „Trio“, „Fracture“, „We'll Let You Know“, „The Mincer“ und das Titelstück „Starless And Bible Black” Konzertmitschnitte darstellen, also live eingespielt und nachträglich im Studio überarbeitet wurden. „The Night Watch“ wurde ebenfalls live eingespielt, jedoch schließlich größtenteils im Studio durch dortige Aufnahmen ersetzt. So bleiben lediglich "The Great Deceiver" und "Lament" von dieser Platte, welche „reine“ Studio-Titel darstellen. Hintergrundgeräusche oder Applaus sind auf dem Album jedoch nicht zu hören, es ging der Band hier mehr um die Dynamik beim Spielen, die einem solchen Auftritt innewohnt und die es auf Platte zu transportieren galt.

Dies zur Entstehungsgeschichte des Materials, welches sich auf „Starless And Bible Black” befindet. Die Lieder selbst stellen dabei häufig Improvisationen dar, die vorher angeblich auch nicht immer abgesprochen worden waren. Hier wird gejammt, die Musiker spielen miteinander, gehen aufeinander ein und entwickeln so auf der Bühne neue Titel. Das klingt mitunter überaus spannend, wie beim genialen „Fracture“, wobei man sich kaum vorstellen kann, dass sich solch ein Lied auf der Bühne entwickeln lässt.

Nur wenig klingt auf diesem Album eingängig und melodiös, alles ist sperrig und kantig, oftmals experimentell und doch in seiner Art auch wieder unglaublich spannend. Und wenn man dann solch einen Titel wie „We'll Let You Know“ hört, dann passt hier durchaus auch das Adjektiv „abgefahren“. Schwer zugänglich, spielen die Musiker ihre Instrumente hier miteinander, allerdings auch nebeneinander, sodass an so etwas wie eine Melodie nicht zu denken ist. Selbiges lässt sich übrigens auch für „The Mincer“ und „Starless And Bible Black“ feststellen.

Aber es gibt auch die „lieblichen“ Töne auf dem Album. „The Night Watch” und „Trio” mögen zwar teilweise oder ganz ebenfalls live eingespielt worden sein, den Liedern zugrunde liegt jedoch eine Song-Struktur, die sicherlich nicht auf der Bühne entwickelt wurde. Hier handelt es sich jetzt also nicht um Improvisationen, sondern um überaus melodische Stücke, wobei ersteres sogar mit Text versehen wurde, was zusätzlich darauf hinweist, dass die Nummer vorher komponiert worden sein muss. Und das, was man da zu hören bekommt, ist wahrlich ergreifend. Eingängig und melodiös wird hier das Ohr umschmeichelt. „Trio“ ist im Anschluss daran wieder eine Instrumentalnummer, allerdings eine hauchzarte. Es scheint gerade so, als ob hier melancholisch eine Landschaft musikalisch abgebildet werden sollte. Sehnsüchtig klingt das Gehörte nach Weite, nach Sonnenuntergang, nach hügeliger Ebene, nach… Der Phantasie sind hier keinerlei Grenzen gesetzt. Da sich beide Nummern auch ziemlich zentral auf dem Album befinden, wirkt es ein klein wenig so, als wollten die Musiker hier ihren Hörern eine kurze Entspannungspause gönnen, bevor es dann wieder, durchaus auch verstörend, weitergeht.

Fazit: Ein unglaublich vielschichtiges Album ist „Starless And Bible Black“ von King Crimson geworden. Kein Album für den „Normalgebrauch“, kein Album zum Tanzen, kein Album zum Autofahren, kein Album zum Nebenbeihören. Man muss schon eine Ader für die ausgefalleneren Töne des Progressive Rock besitzen. Geschmack am Free Jazz kann hier auch definitiv nicht schaden. Obwohl ich letzteren nicht besitze, schafft es das Album mich zu packen. Alles scheint so lebendig und ist ausdrucksstark und in der Mitte gibt es dann diese kleine „Rastmöglichkeit“. Leider geil. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Night Watch, Trio, Fracture



Samstag, 3. Mai 2014

The Sensational Alex Harvey Band (without Alex) – Fourplay




The Sensational Alex Harvey Band (without Alex) – Fourplay


Besetzung:

Hugh McKenna – keyboards, vocals
Chris Glen – bass guitar
Ted McKenna – drums, vocals on track 4
Zal Cleminson – guitar, vocals on track 5


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Rock


Trackliste:

1. Smouldering (5:34)
2. Chase It Into The Night (5:32)
3. Shake Your Way to Heaven (5:13)
4. Outer Boogie (5:03)
5. Big Boy (4:57)
6. Pick It Up And Kick It (4:28)
7. Love You For A Life Time (5:11)
8. Too Much American Pie (6:15)

Gesamtspieldauer: 42:12




„Fourplay” ist das vorletzte und siebte Album der Sensational Alex Harvey Band, obwohl Alex Harvey darauf gar nicht mitgewirkt hat. Dieser war 1977 bereits stark von seiner Alkoholsucht gezeichnet und zog es vor, sich eine Auszeit von der Band zu nehmen. Er hatte die Möglichkeit vom Label K-Tel bekommen, ein Tondokument über das Ungeheuer von Loch Ness anzufertigen, welches in sehr kleiner Auflage unter dem Titel „Alex Harvey Presents The Loch Ness Monster” auch veröffentlicht wurde. Hierauf ist Alex Harvey jedoch lediglich 40 Sekunden singend und pfeifend zu hören, ansonsten gibt er ein paar kurze Statements zu Interviewpassagen von Leuten ab, die das Ungeheuer von Loch Ness wahrhaftig gesehen haben wollen.

Die anderen vier Musiker waren in dieser Zeit jedoch nicht untätig und veröffentlichten im selben Jahr das Album „Fourplay” unter der Überschrift SAHB (without Alex). Auf dieser Scheibe hört man ganz nett gemachte Rock-Musik, die manchmal auch in den Pop-Bereich abdriftet. Das klingt mitunter sogar richtig gut, manches Mal jedoch auch überaus belanglos. Erwähnenswert sind hierbei vor allem der erste und der letzte Titel des Albums, „Smouldering“ und „Too Much American Pie“. Der erste dieser genannten Nummern ist ein sehr gelungenes Rock-Stück im Mid-Tempo, mit einem Hugh McKenna, der dem Lied mit seinem groovenden Pianospiel den gewissen Wiedererkennungswert verleiht. Dazu geseöllen sich noch einige Soli von Zal Cleminson auf der Gitarre und fertig ist der Höhepunkt der Platte.

Ebenfalls gelungen, wie bereits erwähnt, ist der Abschluss des Albums: „Too Much American Pie“. Die Zutaten ähneln sich dabei. Wieder kommt dem Piano eine größere Rolle zu, das Lied steigert sich immer weiter und die Gitarre des Zal Cleminson lässt es rocken. Nun und der Rock-Nummer „Big Boy“ kann man ebenfalls durchaus etwas abgewinnen. Aus mehreren Teilen zusammengesetzt, verfügt das Lied über eine sehr eingängige Melodie. Das war es leider im Grunde genommen aber auch schon. Der Rest ist ein wenig Rock’n’Roll oder aber poppige Rockmusik, die irgendwie einfach so durchläuft. Manchmal benötigt man sogar eine ganze Prise Humor, um solche Textstellen wie „I love you for a lifetime, if you say you want me too. I love you for a lifetime, if you say you want me too. So come on let me know where I am standing. Don’t let me wait another day. You know that time don’t stop for anyone, so don’t let love walk out the door. I love you for a lifetime, if you say you want me too…” verkraften zu können. Der Deutsche Schlager hätte das nicht besser hinbekommen. Auch wenn die anderen Stücke textlich nicht ganz so darniederliegen, so können sie einen trotzdem weder diesbezüglich noch musikalisch einfangen.

Fazit: Leider ist „Fourplay“ einer der Scheiben geworden, die man im Schrank stehen hat und auch davon weiß - auf die Idee sie einzulegen kommt man allerdings nicht, denn es gibt so viel andere Musik, die im Augenblick sehr viel mehr Spaß machen würde. Richtig schlecht ist dieser Versuch der verbleibenden Musiker der Sensational Alex Harvey Band jedoch auch nicht, zumal es auch Höhepunkte gibt. Sicherlich gibt es auch die oder den ein oder anderen, der hier noch mehr für sich entdecken kann, wenn sie oder er auf diese Mischung aus Mid-Tempo Rock mit Pop-Anteilen steht. Mich ergreift das jedoch irgendwie nicht so ganz. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Smouldering, Big Boy, Too Much American Pie



Freitag, 2. Mai 2014

Van Der Graaf Generator – Still Life




Van Der Graaf Generator – Still Life


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, guitar, piano
David Jackson – saxophone, flute
Hugh Banton – organ, bass, mellotron, piano
Guy Evans – drums, percussion


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Pilgrims (7:12)
2. Still Life (7:25)
3. La Rossa (9:52)
4. My Room (Waiting For Wonderland) (8:04)
5. Childlike Faith In Childhood's End (12:38)


Bonus Track:

6. Gog (Live) (10:29)

Gesamtspieldauer: 55:40




Van Der Graaf Generator waren nach ihrer Wiedervereinigung sehr fleißig. Drei Alben veröffentlichten sie damals zwischen Oktober 1976 und Oktober 1977. „Still Life“ ist die zweite Platte in dieser Reihe und das sechste Album überhaupt. Mit Sicherheit ist diese Scheibe nicht mehr ganz so eingängig, wie das Vorgängeralbum, wenn es jedoch eine Platte gibt, der man Zeit zum „Reifen“ einräumen sollte, dann ist das mit Sicherheit „Still Life“.

Das Cover hat eine ganze Menge Bezug zum Bandnamen, denn hier sieht man eine Lichtenberg-Figur, also eine sich verzweigende elektrische Entladung, die angeblich von einem echten Van der Graaf Generator erzeugt wurde. Auf dem Album selbst hört man Progressive Rock pur. Nichts ist hier simpel, einfach oder zu leicht zugängig. Ausnahme diesbezüglich bildet am ehesten noch die Nummer „My Room (Waiting For Wonderland)“, die sehr sanft gehalten ist, vom Zusammenspiel des Gesangs Peter Hammills, dem Saxophon David Jacksons und dem Piano-Spiel lebt. Bereits beim ersten Hören überzeugt das Lied mit seiner Melodiösität und der diesem innewohnenden Melancholie.

Bei allen anderen Titeln werden immer wieder mal die Zügel angezogen, soll heißen, es wird lauter und vertrackter. Eingängig sind diese Nummern also deutlich weniger, aber wie bereits erwähnt, sie wachsen mit jedem weiteren Durchlauf der Platte. Dann eröffnen sich ganz neue Welten dieses Albums, alles wird vertrauter und schließlich eben doch eingängig und auf seine Art und Weise irgendwie perfekt. Allgemein ist die Scheibe sehr Orgel- und Saxophon-lastig, eine Gitarre gibt es nur an sehr wenigen Stellen zu hören. Dabei nimmt die Orgel des Hugh Banton, über das ganze Album hinweg, eine dominierende Rolle ein, womit eine unglaubliche Fülle der einzelnen Lieder erzeugt wird.

Noch kurz ein paar Worte der remasterten Fassung. Alles klingt hier voll und einnehmend, diese Überarbeitung hat sich wahrlich gelohnt. Was sich deutlich weniger gelohnt hat, das ist der Bonus-Track „Gog“. Dieser ist bereits auf Peter Hammill’s Solowerk „In Camera“ vertreten und klingt dort deutlich überzeugender und vor allem auch klarer. Sie Soundqualität erinnert hier an billig gepresste Bootlegs aus den 70er Jahren, als die Aufnahmequalität noch nicht ausgereift war und irgendwo bei einem Konzert ein Tonband mitlief. 70er Jahre? Ach so, genau so wird es auch gewesen sein.

Fazit: Ein uneingeschränktes Progressive Rock-Album stellt „Still Life“ dar, welches jeder, der in diesem Genre „seine“ Musik weiß, kennen sollte. „Godbluff“, der Vorgänger ist sicherlich ein wenig eingängiger – zumindest beim ersten Hören. Auf „Still Life“ ergibt sich das mit der Zeit und der Beschäftigung mit der Platte. Atmosphärisch ist das Album sogar ein wenig freundlicher und heller geraten, als dies noch beim Vorgänger der Fall war. Es gibt allgemein weniger treibende Abschnitte, die Platte ist etwas ruhiger, aber keineswegs weniger intensiv. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass alle Titel ihre Qualität haben, nichts gegenüber dem anderen abfällt, nimmt man mal den Bonus-Track davon aus. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Childlike Faith In Childhood's End



Donnerstag, 1. Mai 2014

U2 – Pop




U2 – Pop


Besetzung:

Bono – lead vocals, additional guitar
Adam Clayton – bass guitar
The Edge – guitar, keyboards, backing vocals
Larry Mullen, Jr. – drums, percussion, programming


Gastmusiker:

Flood – keyboards
Steve Osborne – keyboards
Howie B – turntables, keyboards
Marius De Vries – keyboards


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Discothèque (5:20)
2. Do You Feel Loved (5:07)
3. Mofo (5:49)
4. If God Will Send His Angels (5:22)
5. Staring At The Sun (4:37)
6. Last Night On Earth (4:46)
7. Gone (4:27)
8. Miami (4:53)
9. The Playboy Mansion (4:41)
10. If You Wear That Velvet Dress (5:15)
11. Please (5:03)
12. Wake Up Dead Man (4:53)

Gesamtspieldauer: 1:00:11




An diesem neunten Album von U2 mit dem Titel „Pop“ scheiden sich so ein wenig die Geister, sowohl auf Fan-Seite, wie auch bei den Kritikern. 1997 veröffentlicht, findet sich zumeist genau das auf der Platte, was bereits im Titel widergegeben ist: Pop-Musik. Das ist zugebenermaßen ein klein wenig ungewöhnlich für U2, die ansonsten eher für Rock und Alternative stehen.

Gleich mit dem ersten Titel „Discothèque“ wird der Hörer gleich ein wenig auf das eingestimmt, was oft in den nächsten 60 Minuten zu hören sein wird: treibende Beats und Samples. Die Gitarre steht nicht mehr so oft im Vordergrund, das Keyboard übernimmt sehr häufig die dominante Position ein, was auch die Beteiligung der Gastmusiker nochmals unterstreicht. Viele der Titel wirken am Anfang, beim ersten Hören, ein kleines bisschen sperrig. Ein Bild, welches mit jedem weiteren Durchlauf von „Pop“ allerdings immer weiter aufgeweicht wird. Dann schaffen es die Nummern auch immer mehr zu begeistern – auch wenn „Pop“ wohl nicht zu den besten Scheiben der Iren zu zählen ist.

Weiter auffällig ist der religiöse „Touch“, der einigen Nummern durch den Text innewohnt. So deutlich hat Bono dies bisher noch nicht verlautbart. Die Spannbreite bezüglich der Musik ist allerdings auch auf „Pop“ gegeben, wie bei allen U2-Platten. Es gibt sehr nachdenklich und ruhig gehaltene Lieder, neben den treibenderen Titeln, die dann auch immer tanzbar sind. Und Höhepunkte hält die Scheibe natürlich auch für den Hörer parat. Wie immer ist das natürlich reine Geschmackssache, aber der Titel „Staring At The Sun“ birgt schon etwas Besonderes in sich. Etwas rockiger gehalten ist dies ein Lied, welches kaum Anlaufzeit benötigt, soll heißen bereits beim ersten Hören ins Ohr geht. Der Refrain besitzt durch den Gitarrenlauf einen absoluten Wiedererkennungswert. Für manche Hörer vielleicht zu simpel, eingängig auf jeden Fall.

Ebenfalls überaus gelungen sind auch die letzten beiden Titel der Platte „Please“ und „Wake Up Dead Man”. Erstere Nummer startet zurückhaltend und wird dann immer wieder gesteigert, wobei Bono sein „Please“ so wunderschön schmachtend heraussingt. „Wake Up Dead Man” ist ebenfalls ein ruhiger Track, der in sich gesteigert wird und mit einem Text mit religiösem Inhalt ausgestattet wurde. Während im Vordergrund Bono Jesus anruft, hört man ganz leise im Hintergrund eine Frau orientalisch singen, ob sie dabei aus dem Koran zitiert, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Fazit: Sicherlich kein ganz einheitliches Album von U2, man könnte es allerdings auch abwechslungsreich nennen. Vielleicht sind die Höhepunkte hier nicht ganz so breit gesät, wie auf manchem anderen Album der Iren. Aber es gibt sie, für Freunde gut gemachter Pop-Musik auf jeden Fall hörenswert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Staring At The Sun, Wake Up Dead Man, Please



Mittwoch, 30. April 2014

Led Zeppelin – Houses Of The Holy




Led Zeppelin – Houses Of The Holy


Besetzung:

John Bonham – drums, backing vocals
John Paul Jones – bass guitar, mellotron, synthesiser, organ, piano, grand piano, harpsichord, synthesiser bass
Jimmy Page – acoustic, electric and pedal steel guitar, theremin on "No Quarter"
Robert Plant – lead vocals


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Song Remains The Same (5:30)
2. The Rain Song (7:39)
3. Over The Hills And Far Away (4:50)
4. The Crunge (3:17)
5. Dancing Days (3:43)
6. D'yer Mak'er (4:23)
7. No Quarter (7:01)
8. The Ocean (4:31)

Gesamtspieldauer: 40:54




Nach ihrem Meisterwerk „IV“ ließen es die Jungs von Led Zeppelin erst mal ein wenig langsamer angehen und veröffentlichten ihr fünftes Studio-Album „Houses Of The Holy“, zwei Jahre nach „IV“ im Jahr 1973. Und sie haben wieder ein wenig experimentiert, so ist der Umstand nicht weiter überraschend, dass sich auf dieser Scheibe nun auch ganz andere, für Led Zeppelin bisher nicht angetestete Musikstile finden lassen.

Einer dieser bisher ungewohnten Stilrichtungen ist so eine Art Funk-Jazz, wie es ihn im Song „The Crunge“ zu hören gibt. Der andere ähnelt dem Reggae und kommt im Titel „D'yer Mak'er“ zum Tragen. Beide Nummern sind bei Fans einigermaßen umstritten, wobei „D'yer Mak'er“ eigentlich sogar richtig gut gelungen ist. Zwar ungewöhnlich für Led Zeppelin, aber die Nummer geht ins Ohr und klingt auf ihre Art und Weise auch witzig. Nein, bei „The Crunge“ ist das anders. Zwar ist das Lied mit knapp über drei Minuten das kürzeste des gesamten Albums, allerdings ist der Titel so unfassbar schlecht, dass man automatisch nach der Fernbedienung sucht, um hier möglichst schnell drüber hinweg zu kommen. Und das wiederum liegt am Gesang, der Gitarren- und der Synthesizer-Linie. Eine Melodie gibt es hier sowieso nicht. Nur John Bonham scheint nichts dafür zu können, denn die Drums klingen zumindest gut und kraftvoll. Allerdings ist er, genau wie seine drei Kollegen, Co-Autor dieses Stücks.

Aber es gibt natürlich auch Höhepunkte auf „Houses Of The Holy“. Da ist zum einen „The Rain Song”, eine sehr abwechslungsreiche Ballade, die das Herz erweicht. Und schließlich gibt es da noch den „Mörder-Song“ des Albums schlechthin und einen der besten Titel, den Jones, Page und Plant jemals geschrieben haben: „No Quarter“. Inspiriert wurde der Text angeblich durch die „Herr der Ringe“-Trilogie. Die Musik ist düster und schwermütig und vor allem John Paul Jones am Piano sowie Jimmy Page an der E-Gitarre sowie am Theremin, tragen viel zu dieser beeindruckenden Atmosphäre bei. Ein Lied, welches so gar nicht in eine Schublade passen möchte, etwas verzerrter Gesang und auch der Gitarren-Sound klingt alles andere als rein. Dazu verschiedene Abschnitte, die mal sehr sphärisch, dann wieder äußerst kraftvoll wirken. Wahrlich klasse gemacht.

Die restlichen vier Titel kommen nicht ganz an diese Höhepunkte heran und stellen gut gemachte Rock-Nummern dar, bei denen jeder Hörer sicherlich ganz andere Favoriten für sich entdecken kann. „The Song Remains The Same” ist dabei einer der Klassiker von Led Zeppelin, der auf keinem Konzert fehlen durfte und sowohl der 1976 veröffentlichte Dokumentarfilm über die Band, sowie der dazugehörige Soundtrack tragen diesen Namen im Titel.

Fazit: An „IV“ kommt „Houses Of The Holy“ nicht heran, das alleine verbietet sich schon durch das Vorhandensein eines so unfassbaren Titel wie „The Crunge”. Auch gibt es auf diesem Album nicht ganz die gleiche Anzahl an Höhepunkten, wie noch auf der Vorgängerscheibe. Trotzdem ist „Houses Of The Holy“ ein gutes Album geworden, welches immer wieder auch begeistern kann und mit „No Quarter“ eine wahre Perle der Rock-Musik aufweist. Zehn Punkte.

Anspieltipps: No Quarter, D'yer Mak'er, The Rain Song



Dienstag, 29. April 2014

The Old Joe Clarks – Metal Shed Blues




The Old Joe Clarks – Metal Shed Blues


Besetzung:

Mike Coykendall – lead vocals, rhythm guitar, harmonica, tiple
Mark Orton – guitars (3, 11, 12), lap steel (5, 8), tiple (1), vocals
Rob Burger – pump organ (1, 3, 5, 7, 8, 11, 12), hammond b-3 (5, 9), accordion (6), piano (9)
Pat Campbell – drums percussion
Jill McClelland-Coykendall – bass, clarinet


Gastmusiker:

Carla Kihlstedt – violin, viola (4, 9)
Marika Hughes – cello (4, 9)
Ashley Adams – bass (4, 9)
Lori Goldston – cello (11)


Label: Checkered Past Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Country, Folk, Blues


Trackliste:

1. No Going Back (4:19)
2. Metal Shed Blues (4:30)
3. Slow (3:08)
4. Passers By (4:27)
5. Thirsty (3:27)
6. Spent (2:46)
7. Falling (2:03)
8. Ocean Blues (5:47)
9. Rising Fences (3:29)
10. Tiple Blues For Chris (1:34)
11. Turn (4:00)
12. Eyes Closed (2:50)

Gesamtspieldauer: 42:19




„The Old Joe Clarks” ist eine Formation um den Sänger und Gitarristen Mike Coykendall, die in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, bis hinein in dieses Jahrtausend insgesamt fünf Alben veröffentlichte. Der Name der Band geht dabei auf den Folk-Titel „Old Joe Clark“ zurück, der bei amerikanischen Soldaten des 1. Weltkriegs sehr populär war, mehrfach von US-Country-Stars gecovert wurde und die Geschichte von Joe Clark erzählt, der 1885 ermordet wurde.

Nun, die Musik auf „Metal Shed Blues“ ist so eine Mischung aus Folk-Musik, mit immer wieder stärker ausgeprägten Country-Einflüssen. Von daher nicht immer so ganz hundertprozentig kompatibel für ein mitteleuropäisches Ohr, wenn man denn nicht Country-Fan ist. Aber auch der Folk-Fan kommt hier auf seine Kosten, was die Scheibe dann doch wieder etwas interessanter werden lässt. Die Musik ist zu jeder Zeit melodiös und eingängig, trägt allerdings das Manko in sich, dass wirklich jeder Song in fast demselben Stil gehalten ist. Die einzelnen Lieder sind ruhig, häufig sehr zurückhaltend instrumentiert und verbreiten eine gewisse Schwermut und Sentimentalität, die irgendwie nicht zu sonnigen, sondern sehr viel eher zu verregneten Tagen passen will.

Einziges, wirklich mit dem Adjektiv „flott“ umschreibbares Stück ist „Rising Fences“. Fast schon ein Boogie Woogie, bei dem dann auch zur Abwechslung mal das Piano im Vordergrund steht. Richtig gut gelungen ist das kurze „Tiple Blues For Chris“, eine Instrumentalnummer, nur mit Gitarren instrumentiert, die ebenfalls diesen gewissen Schwermut verbreitet, allerdings in Richtung „süße Melancholie“ ausschlägt. Und dann gibt es da noch den Höhepunkt der Platte, der sich gleich im ersten Stück „No Going Back“ findet. Eine wahrlich warme Folk-Nummer, die sofort ins Ohr geht.

Fazit: Die Orientierung auf „Metal Shed Blues“ geht ganz klar in die Richtung der zurückhaltenden und nachdenklichen Musik. „Laut“ wird es eigentlich nie. Wenn dann auch die Country-Anleihen in den Hintergrund treten, kann man auf "Metal Shed Blues" durchaus auch als Pop-Fan etwas für sich entdecken, wenn man denn die ruhigeren Momente in der Musik auch zu schätzen weiß. Manches klingt wiederum gerade so, als ob dies oder jenes speziell für Country-Anhänger geschrieben worden sei. Damit muss man dann eben auch etwas anfangen können. Somit bleibt ein Album, welches schöne Stellen aufweist, mich persönlich zumindest häufig jedoch auch deutlich weniger anspricht. Sechs Punkte.

Anspieltipps: No Going Back, Tiple Blues For Chris




Auf YouTube kann man sich einige Titel der Platte anhören, eine Verlinkung funktioniert allerdings leider nicht.

Montag, 28. April 2014

Triggerfinger – All This Dancin’ Around




Triggerfinger – All This Dancin’ Around


Besetzung:

Ruben Block – lead vocals, guitar
Paul Van Bruystegem – bass guitar, backing vocals
Mario Goossens – drums, backing vocals


Label: Excelsior Recordings


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. All This Dancin' Around (3:51)
2. Let It Ride (3:24)
3. Love Lost In Love (4:08)
4. I'm Coming For You (3:39)
5. All Night Long (4:26)
6. Feed Me (5:20)
7. Cherry (3:17)
8. My Baby's Got A Gun (8:03)
9. Without A Sound (4:32)
10. Tuxedo (3:38)
11. It Hasn't Gone Away (6:23)

Gesamtspieldauer: 50:40




Von belgischen Bands hört man hierzulande nicht sonderlich viel. Im Falle der 1998 gegründeten Band Triggerfinger sollte man das allerdings schnell ändern, denn was die drei Belgier da auf ihrer vierten Scheibe „All This Dancin’ Around“ abliefern, ist überaus hörenswert. Toll gemachten Rock der etwas härteren Sorte bekommt man hier auf die Ohren. Mitreißend klingt das, was die drei Musiker hier zusammengestellt haben. Sehr intelligenten und abwechslungsreichen Rock, der in so gar keine Schublade des Hard Rock zu passen scheint.

Die Band arbeitet viel mit verzerrten Gesangsstimmen und irgendwelche Tasteninstrumente sucht man beim Hören der einzelnen Liedern vergeblich. Meistens sind die Titel etwas düster gehalten, wobei sich oftmals kraftvolle Rockpassagen mit sanfteren und zurückhaltenden Abschnitten abwechseln. Dabei sind die einzelnen Nummern überaus eingängig – zumindest werden sie das. Was beim ersten Hören manchmal noch ein wenig sperrig wirkt, erschließt sich dem Hörer spätestens beim zweiten Durchlauf der Scheibe. Bestes Beispiel hierfür ist das über achtminütige „My Baby’s Got A Gun“. Ein wenig psychedelisch klingend, wird der Titel ganz vorsichtig eingeleitet. Man hört nur den ein bisschen verzweifelt wirkenden Gesang Ruben Blocks, der redundant und ganz spartanisch mit ein wenig Perkussion und Bass untermalt wird. Langsam, ganz langsam steigert sich die Intensität des Gehörten, um schließlich brachial loszuschlagen. Genial gemacht und so sicherlich auch nicht alltäglich.

Das Titellied und auch gleich der Opener des Albums klingt da fast schon ein wenig untypisch, denn diese Melodie hat man sofort im Ohr. Doch schon mit dem zweiten Stück „Let It Ride” wird jetzt kompromisslos gerockt. Freunde des Headbangings werden hier ihre Freude haben. „Love Lost In Love“ klingt anschließend fast schon wie eine schnellere Nummer von U2, die auch auf einem Album der Iren einen Höhepunkt darstellen würde. Mit „I'm Coming For You” steht dann wieder der etwas härtere Rock im Vordergrund, bei dem Ruben Block den Nachweis erbringt, dass seine Stimme auch nach oben hin über sehr viel Spielraum verfügt. Und so reiht sich ein toller Titel an den nächsten, Ausfälle gibt es überhaupt nicht zu beklagen, alles wirkt, mal eben rockiger, dann wieder ein wenig gezügelter und manchmal auch schräger.

Fazit: „All This Dancin’ Around” von Triggerfinger ist eine tolle Scheibe geworden, die abwechslungsreich die interessanten und spannenden Seiten des Rock präsentiert. Mit Hard-Rock sollte man dabei durchaus etwas anzufangen wissen, der zwar nicht durchgängig an vorderster Stelle steht, jedoch trotzdem das dominierende Moment der Platte darstellt. Für alle Freunde der härteren Töne überaus empfehlenswert. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: I'm Coming For You, My Baby's Got A Gun, Tuxedo