Samstag, 14. Juni 2014

Uriah Heep – Abominog




Uriah Heep – Abominog


Besetzung:

Mick Box – guitars
Bob Daisley – bass guitar
Peter Goalby – vocals
Lee Kerslake – drums
John Sinclair – keyboards, synthesizer, guitars, back-up vocals


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Too Scared To Run (3:49)
2. Chasing Shadows (4:40)
3. On The Rebound (3:15)
4. Hot Night In A Cold Town (4:03)
5. Running All Night (With the Lion) (4:29)
6. That's The Way That It Is (4:07)
7. Prisoner (4:33)
8. Hot Persuasion (3:48)
9. Sell Your Soul (5:27)
10. Think It Over (3:36)


Bonus Tracks:

11. Tin Soldier (3:51)
12. Son Of A Bitch (4:08)
13. That's The Way That It Is [Alternate Demo Version] (4:28)
14. Hot Persuasion [Alternate Demo Version] (4:03)

Gesamtspieldauer: 58:15




“Abominog” ist das bereits vierzehnte Studioalbum der Hard Rocker von Uriah Heep. Es hatte einen großen Umbruch in der Band gegeben. Vom letzten Line-Up auf der Vorgängerplatte war nur noch Mick Box übrig geblieben, das einzige Mitglied der Formation, welches an jedem Album von Uriah Heep beteiligt ist. Die Musik wurde ebenfalls „umgebaut“. Weg vom schweren Orgel-Sound des Ken Hensley, hin zu sehr viel leichteren Synthesizer-Klängen in Verbindung mit einem geradlinigen Gitarren-Sound. Der Weg auf den amerikanischen Markt war bereitet, denn genau dieser Sound war damals dort angesagt, wie auch die Erfolge von Foreigner, Boston, etc. beweisen.

Die Musik ist eingängig, nicht zu hart gehalten. Immer wieder werden neben der Gitarre Keyboard- und Synthesizer-Läufe integriert, die die Musik noch ein wenig weicher und melodiöser werden lassen. Und so finden sich auf „Abominog“ auch gleich einige Titel, die ziemlich schnell ins Ohr gehen. Überragend oder irgendwie besonders ist das zwar alles nicht, jedoch legte die Band hier eine Scheibe vor, die in einem Guss durchläuft und sich auch musikalisch sehr positiv vom Vor-Vorgänger „Fallen Angel“ abhebt. Die einzelnen Kompositionen sind wieder sehr viel durchdachter und auch bei den Texten ist ein zumindest etwas höherer Anspruch zu attestieren, denn nicht mehr nur das Thema „Liebe“ findet inhaltlichen Einzug in die Musik der Band.

Vier Zugaben gibt es auf der remasterten CD zu hören. Die letzten beiden Nummern sind dabei Demo-Versionen bereits vorhandener Titel, deshalb etwas weniger interessant. „Tin Soldier“ und „Son Of A Bitch“ waren jedoch Teil der „Abominog Junior“ EP und passen sich sehr gut dem Rest der Platte an. Beide sind ebenfalls eingängige und melodiöse, etwas härter eingespielte Stücke, die qualitativ in keinster Weise vom Rest der Platte abfallen. Eine schöne Ergänzung.

Fazit: Eingängigen Stadion-Rock gibt es auf „Abominog“ zu hören. Das Album-Cover ist da ein bisschen verwirrend, denn so hart, wie diese Fratze dort vermuten lässt, ist die Musik von Uriah Heep auf dem Album wahrlich nicht. Hierauf finden sich jede Menge Titel, an denen selbst keine eingefleischten Hard Rock Fans gefallen finden dürften, ohne jedoch, dass das ganze Album zu weich gespült wäre. Wer also auf diesen vollen, aus einer Mischung aus Gitarren und Synthesizer bestehenden Sound steht, der immer sehr eingängig aus den Boxen wabert, der kann hier getrost zugreifen. Nichts Außergewöhnliches, allerdings auch garantiert nicht schlecht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Chasing Shadows, On The Rebound, Sell Your Soul, Think It Over



Freitag, 13. Juni 2014

ZZ Top – Fandango!




ZZ Top – Fandango!


Besetzung:

Billy Gibbons – guitar, vocals
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals
Frank Beard – drums, percussion


Label: Warner Brother Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Thunderbird (4:10)
2. Jailhouse Rock (1:56)
3. Backdoor Medley: Backdoor Love Affair; Mellow Down Easy; Backdoor Love Affair No. 2; Long Distance Boogie (9:52)
4. Nasty Dogs And Funky Kings (2:44)
5. Blue Jeans Blues (4:44)
6. Balinese (2:37)
7. Mexican Blackbird (3:06)
8. Heard It On The X (2:26)
9. Tush (2:17)

Gesamtspieldauer: 33:51




„Fandango!“ heißt das vierte Studioalbum von ZZ Top. Ein reines Studioalbum ist die Platte dabei jedoch nicht, da es sich bei der ehemaligen ersten Seite der Scheibe um einen Konzertmitschnitt handelt, also um ein Live-Album. Auf der zweiten Seite befinden sich dann sechs neue Titel der Band.

ZZ Top ist sicherlich eine klasse Live-Band, das wird aus den Aufnahmen der drei ersten Titel ersichtlich und auch hörbar. Das Publikum wird eingefangen und die drei Musiker rocken mitreißend. Dabei werden die Titel variiert und das Publikum in den Ablauf selbiger immer wieder mit einbezogen. Da groovt es und man muss einfach mitwippen.

Die zweite Seite hält dann auch einige „Schmankerln“ für den Hörer parat. Allen voran natürlich „Tush“, eine zwar viel zu kurze, dennoch unglaublich kraftvolle Nummer, die rockt und groovt und alles in sich trägt, was einen tollen Rock-Song ausmacht. Sicherlich einer der besten Titel von ZZ Top überhaupt und ein fester Bestandteil bei den Konzerten der US-Amerikaner. Auch „Nasty Dogs And Funky Kings” und „Heard It On The X” fallen in die Kategorie des schnellen und eingängigen Rocks. Schnörkellos wird hier das Lied vorangetrieben, zur Freude aller Rock-Fans. „Blue Jeans Blues” und „Mexican Blackbird” sind Blues-Titel, wobei „Blue Jeans Blues” so unfassbar langsam eingespielt wurde, dass man denkt, die Zeit scheine still zu stehen.

Fazit: Wie nicht anders zu erwarten, gibt es auch auf „Fandango!“ jede Menge Blues-Rock von den drei Texanern zu hören. Ganz einheitlich ist die Platte dabei jedoch nicht, denn diese Zusammensetzung aus Live-Aufnahme und Studio-Einspielung wirkt etwas ungewöhnlich und hätte irgendwie zwei verschiedene und ausgedehntere Veröffentlichungen verdient gehabt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Tush



Donnerstag, 12. Juni 2014

Leæther Strip – Self-inflicted




Leæther Strip – Self-inflicted


Besetzung:

Claus Larsen – all instruments & vocals


Label: Zoth Ommog


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Industrial, Elektronische Musik


Trackliste:

1. Hate Me! (4:03)
2. Black Candle (5:08)
3. Understand My Torment (5:02)
4. Are We The Sinners? (5:21)
5. Give It Back (4:39)
6. Face The Fire (5:50)
7. Coming Up For Air (4:53)
8. Tell Me What To Do! (4:32)
9. Under My Control (4:27)
10. Kill A Raver (4:45)
11. Showroom Dummies (4:55)
12. X Files Theme (5:47)

Gesamtspieldauer: 59:22




Leæther Strip ist der Däne Claus Larsen, der mit seiner elektronischen Musik Anfang der 90er Jahre ein paar Dance-Floor-Erfolge errungen hatte. Mitte der neunziger Jahre vollzog dieser dann einen Stilwechsel, die Musik war nicht mehr richtig tanzbar, der Erfolg blieb schließlich aus. “Self-infelcted” ist das letzte Album dieser Phase, Claus Larsen ließ sein Projekt erst mal ruhen und veröffentlichte erst ab 2005 wieder neues Material.

Nun, was soll man mit dieser Scheibe anfangen? Sehr rhythmisch das Ganze, absolut elektronisch werden einem Beats um die Ohren gehauen. Dazu gesellt sich eine mal mehr, mal weniger verzerrte Gesangsstimme, die das Anhören der Platte etwas anstrengend macht. Das ist sogar noch leicht freundlich ausgedrückt, denn beim längeren Hören von „Self-inflicted“ scheint man unweigerlich auch selbst ein wenig aggressiver zu werden. Eingängig ist das alles auch nicht so richtig. „Coming Up For Air“ hebt sich da zumindest teilweise mal vom Rest des Albums ab, weil man bei diesem Titel sogar überraschenderweise eine fast schon liebliche Querflöte vernimmt.

Mag sein, dass solche Musik auf einem Rave wirkt, auf der Stereoanlage zu Hause allerdings nicht. Die Scheibe war, wie auch diejenigen danach, überaus erfolglos - an die anfänglichen Erfolge konnte Claus Larsen bisher nicht mehr anknüpfen. Mit den letzten beiden Titeln interpretiert er noch einen Titel von Kraftwerk und die Titelmelodie der „X-Files“, also „Akte X“. Besonders hörenswert sind diese Stücke deswegen jedoch auch nicht.

Fazit: Mag ja sein, dass diese Musik in einer Disko wirkt. Für den heimischen CD-Player stellt das allerdings keine wirkliche Alternative dar. Alles ist hektisch und diese übersteuerte Stimme nervt unglaublich mit ihrem aggressiven Geschrei. „Absolutely not my cup of tea“ würde an dieser Stelle wohl ein Engländer sagen. Recht hat er. Vier Punkte.

Anspieltipps: Coming Up For Air



Mittwoch, 11. Juni 2014

Tracy Chapman – Tracy Chapman




Tracy Chapman – Tracy Chapman


Besetzung:

Tracy Chapman – acoustic guitar, percussion, rhythm guitar, vocals


Gastmusiker:

Ed Black – steel guitar
Paulinho Da Costa – percussion
Denny Fongheiser – percussion, drums
Jack Holder – organ, dulcimer, dobro, piano, electric guitar, hammond organ, sitar
Steve Kaplan – harmonica, keyboard
Larry Klein – bass guitar
David LaFlamme – electric violin
Bob Marlette – keyboard


Label: Elektra


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Talkin' Bout A Revolution (2:41)
2. Fast Car (4:56)
3. Across The Lines (3:24)
4. Behind The Wall (1:49)
5. Baby Can I Hold You (3:13)
6. Mountains O' Things (4:39)
7. She's Got Her Ticket (3:54)
8. Why? (2:06)
9. For My Lover (3:12)
10. If Not Now... (3:01)
11. For You (3:09)

Gesamtspieldauer: 36:11




Tracy Chapman hat wahrlich eine schöne Stimme. Und mit ihrem, mit dem eigenen Namen betitelten Debut-Album, legte sie einen unglaublich erfolgreichen Start ihrer Musiker-Karriere hin. „Tracy Chapman“ von Tracy Chapman erreichte in Deutschland, England, den USA und zahlreichen anderen Ländern den Spitzenplatz in den Charts und ist auch heute noch unter den Top Ten der erfolgreichsten Platten vertreten, die jemals in Deutschland veröffentlicht wurden. Dieser weltweite Durchbruch wurde auch begünstigt durch ihre Präsentation des Titels „Fast Car“ auf dem Tribute Konzert zum 70. Geburtstag von Nelson Mandela im Juni 1988.

Und da wären wir auch gleich bei den Höhepunkten dieser Platte, die neben dem bereits erwähnten „Fast Car“ noch im Titel „Talkin' Bout A Revolution“ liegen. Beides Nummern, die die Zeit überdauern, auch heute noch, nach so vielen Jahren, frisch und ergreifend klingen. Sie sind mit Melodien und Texten ausgestattet, die die Zeit zu überdauern verstehen. Überhaupt die Texte. Diese sind zumeist etwas sozialkritisch und nachdenklich und haben so sehr wenig mit dem üblichen 08/15-Liebesschmalz gemein, der einem meistens in der Pop-Musik geboten wird. Hier lohnt sich das Mitlesen und Zuhören wahrlich.

Nun zu den restlichen Titeln des Albums. Auch hier lohnen sich die Texte und auch bei diesen weiß die sehr eindringliche Stimme der Sängerin zu überzeugen. Die Musik selbst leider nicht mehr ganz so. Alles läuft ein klein wenig durch, dass es manchmal fast so klingt, als hätte Tracy Chapman ihr Gespür für die tolle Melodie bereits nach den ersten beiden Nummern verloren gehabt. Wahrlich ist das nun keine schlechte Musik, so richtig überzeugend klingt es allerdings auch nicht mehr. Und auch so ein Titel wie „Behind The Wall”, den Tracy Chapman ohne jegliche weitere Instrumentierung einsingt, klingt zwar interessant und stellt eine schöne Auflockerung dar, richtig überzeugen kann das jedoch nicht mehr.

Fazit: Vielleicht liegt es auch ein wenig daran, dass die Stimmung des Albums vom ersten bis zum letzten Takt konsequent durchgezogen wird, dass diese Platte im weiteren Verlauf irgendwie etwas langweilig zu werden scheint. Zwar war und ist dieses Album sehr erfolgreich, jedoch stellt es kein richtig großes Album dar, denn hierauf gibt es weder etwas grundlegendes Neues, noch allzu viel Abwechslung zu hören. Mitunter ist diese Vorgehensweise der Einheitlichkeit sogar zu begrüßen, hier wird allerdings eine unumstößlich getragene und manchmal sehr weinerliche Atmosphäre transportiert, die ohne jegliche Auflockerung dargeboten wird. Dazu gesellt sich der Umstand, dass die Lieder im weiteren Verlauf einfach nicht mehr ganz so ins Ohr gehen wollen. Trotzdem mit Sicherheit kein schlechtes Album, mit wahrlich schönen Höhepunkten. Für alle verträumten und sentimentalen Hörer bestens geeignet. Acht Punkte.

Anspieltipps: Talkin' Bout A Revolution, Fast Car, For My Lover



Dienstag, 10. Juni 2014

Tony Banks – The Fugitive




Tony Banks – The Fugitive


Besetzung:

Tony Banks – vocals, keyboards, synth bass and linndrum


Gastmusiker:

Daryl Stuermer – guitars
Mo Foster – bass guitar
Tony Beard – drums and percussion
Steve Gadd – drums and percussion
Andy Duncan – drums


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Electronic Pop


Trackliste:

1. This Is Love (5:10)
2. Man Of Spells (3:46)
3. And The Wheels Keep Turning (4:49)
4. Say You'll Never Leave Me (4:33)
5. Thirty Three's (4:42)
6. By You (4:28)
7. At The Edge Of Night (6:03)
8. Charm (5:27)
9. Moving Under (6:01)
10. K2 (3:59)
11. Sometime Never (3:41)

Gesamtspieldauer: 52:39




Musik kann so unfassbar sein. Unfassbar gut oder unfassbar schlecht. Letzteres trifft leider auf das zweite Album von Tony Banks „The Fugitive“ zu. Okay, elektronische Pop-Musik ist darauf zu hören, was an sich noch nichts Schlechtes bedeuten muss. Da gibt es auch tolle Alben, mit klasse Ideen, schönen Melodien und einer gewissen Eingängigkeit. Aber was Tony Banks hier vorstellt, das ist so etwas von langweilig und belanglos, dass es einem wahrlich schwer fällt, auf „The Fugitive“ etwas Positives zu entdecken. Dabei zeigte sich dieser Tony Banks für einige der schönsten Melodien von Genesis verantwortlich, doch nun wollte er anscheinend radiotaugliche Hitparaden-Musik produzieren.

Die Titel laufen einfach so durch, nichts dabei, was einen Aufhorchen lassen würde. Klang „A Curious Feeling“ schon reichlich uninspiriert, so setzte er mit „The Fugitive“ dem Ganzen noch die Krönung auf. Hier fehlt jegliche Inspiration, jegliche Idee, die einen mal wieder dazu bringen könnte, die Platte auf, beziehungsweise die CD einzulegen. Und wenn man sich vor dem ersten Abspielen die Credits nicht durchliest, ist man verwundert, dass Tony Banks nicht zumindest einen besseren Sänger für dieses Werk engagierte. Nun, beim Nachlesen stellt man dann gar nicht mal mehr so überrascht fest, dass er die Titel alle selbst eingesungen hat. Die hohen Töne werden gepresst, damit sie zumindest so einigermaßen die richtige Höhe treffen, ansonsten klingt alles flach, ohne Modulation und gerade so, als ob hier ein kleiner Junge morgens, vor dem Badezimmerspiegel, mit der Bürste in der Hand seine Lieblingshits trällern würde.

Nun zum Positiven. 1981 veröffentlichte Trio ihr erstes Studioalbum mit dem Hit „Da da da, ich lieb Dich nicht, Du liebst mich nicht“. In etwa so beginnt auch „Charm“, klingt fast schon kopiert. Doch dann wird das Lied doch noch interessanter und weist eine schöne und gar nicht mal mehr so einfache Melodieführung auf. Hier klingt Tony Banks wieder, zwar nicht mehr so wie in der wirklich progressiven Phase von Genesis, jedoch hätte dieser Titel (ohne den Trio-Teil) so auch auf „Duke“ oder „Abacab“ zu finden sein können. Und noch einen Vorteil hat diese Nummer - genau wie bei „Thirty Three‘s“ wird hier nicht gesungen.

Fazit: Pop-Musik ist mit Sicherheit eine tolle Sache. Manchmal steht einem auch der Sinn danach und es gibt jede Menge Bands, die das auch können. In den 80ern und auch heute noch. Tony Banks kann es jedoch nicht. Klingt irgendwie nach dem Versuch, schnell mal an Geld zu kommen. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Charm



Montag, 9. Juni 2014

Doc Holliday – Song For The Outlaw (live)




Doc Holliday – Song For The Outlaw (live)


Besetzung:

Bruce Brookshire – guitar, vocals
Daniel Bud Ford – bass guitar
John Vaughn – drums
Billy Yates – guitar


Gastmusiker:

Karen Barlow – vocals
June Reppert – vocals


Label: Maze Music


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Southern Rock


Trackliste:

1. Last Ride (3:50)
2. Southern Man / Doin' It Again (7:45)
3. Hometown Sweetheart (4:46)
4. Song For The Outlaw (4:15)
5. Ain't No Fool (4:29)
6. Magic Midnight / Moonshine Runner (8:04)
7. Bad Love (4:47)
8. Lonesome Guitar (6:56)

Gesamtspieldauer: 44:52




Wer Spaß an Südstaaten-Rock hat, der sollte mal „Song For The Outlaw” von Doc Holliday einlegen. Auf dem Live-Album, aus dem Jahr 1989, bekommt der Hörer die absolute Ladung dieses ureigensten amerikanischen Rock-Genres geboten. Natürlich darf auch ein Schuss Pathos dabei nicht fehlen, wie man bereits aus den Titeln “Southern Man” oder “Song For The Outlaw” herauslesen kann.

Das Album besteht aus einem Zusammenschnitt zahlreicher Konzerte, die die Band im April und Mai 1988 in Georgia, North- und South Carolina sowie in Virginia absolvierte. Das hört man auch immer wieder an der Art und Intensität des Applauses. Der Hörer bekommt mit dem Album „Song For The Outlaw” sehr geradlinigen Gitarren-Rock auf die Ohren, die Soundqualität ist für ein Live-Album zur damaligen Zeit ebenfalls völlig in Ordnung. Es wird gerockt, was das Zeug hält, das ist sicher auch die Stärke dieses Albums. Richtig eingängige Melodien gibt es da schon sehr viel weniger zu hören, dies war allerdings wohl auch nicht der Ansatzpunkt dieser Zusammenstellung. Hier geht es um Gitarren-lastigen Rock, der nichts anderes will als rocken.

Und doch müssen die letzten beiden Sätze wieder ein wenig relativiert werden. Der letzte Titel „Lonesome Guitar”, kann dann doch mit einer sehr eingängigen Melodie aufwarten. Dazu steuert Bruce Brookshire ein wahrlich gelungenes Gitarren-Solo bei. Schließlich steigert sich der Titel immer und immer weiter, es wird schneller und eine begeisternde Rock-Nummer bahnt sich den Weg zum Musikzentrum des Hörers. Ein richtig gutes Lied mit Wiedererkennungswert, der Höhepunkt der Platte. Den Pathos bei der Einführung des Titels durch Bruce Brookshire „During the civil war we lost a lot of good men…“ lassen wir jetzt einfach mal so stehen.

Fazit: Southern Rock, dafür stehen Lynyrd Skynyrd. An diese kommen Doc Holliday nicht heran. Wer jedoch dieses Genre allgemein gut findet, der wird hier auch bei „Song For The Outlaw“ belohnt und entdeckt sicherlich seine Favoriten. Für mich ist das ganz klar „Lonesome Guitar“. Der Rest ist okay und läuft allerdings lediglich so ein wenig mit. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Lonesome Guitar



Sonntag, 8. Juni 2014

Der Plan – Geri Reig




Der Plan – Geri Reig


Besetzung:

Moritz Reichelt – instruments & vocals
Frank Fenstermacher – instruments & vocals
Kurt Dahlke – instruments & vocals


Label: Ata Tak


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Elektronische Musik, Experimentelle Musik


Trackliste:

1. Adrenalin lässt das Blut kochen (3:11)
2. Geri Regi (2:35)
3. Persisches Cowboy Golf (1:18)
4. Gefährliche Clowns (3:18)
5. Kleine Grabesstille (1:05)
6. Der Weltaufstandsplan (2:44)
7. Hans und Gabi (3:14)
8. Commerce exterieur mondial sentimental (2:40)
9. Was ich von mir denke (3:34)
10. San Jose Car Muzak (2:56)
11. Erste Begegnung mit dem Tod (0:51)
12. Ich bin schizophren (2:45)
13. Nessie (1:29)
14. Gefährliche Clowns (manisch-idiotisch) (4:58)
15. Die Welt ist schlecht (1:56)


Bonus Tracks:

16. Es piept (2:09)
17. Fürstenwall (4:07)
18. Intermezzo (1:47)
19. Dark Porn (2:19)
20. Heinz, komm zum Feuer (6:11)
21. Money Honey (1:32)

Gesamtspieldauer: 56:38




Der Plan, eine Formation von drei Musikern aus Düsseldorf, gelten als die Vorreiter der Neuen Deutschen Welle. Soweit so gut. Die Neue Deutsche Welle hat immerhin den Musikmarkt ordentlich durcheinandergewürfelt und dabei einige richtig tolle Lieder hervorgebracht. Auch einige neue Bands erblickten hier zum ersten Mal „das Licht der Welt“, die sich durchaus als Bereicherung der Musiklandschaft herausstellten.

„Geri Reig“ von Der Plan war also einer der Vorgänger dieser neuen Musikrichtung und auch ein wenig ein Auslöser der Neuen Deutschen Welle. Auf diesem Album wurde experimentiert was das Zeug hält. Man hört elektronische Klangpassagen, Mickey Mouse Stimmen, atonales Gebrabbel, Titel, die einfach unhörbar sind und ganz viel Kraft vom Zuhörer verlangen, um die ein oder andere Kakophonie auch wirklich durchstehen zu können. Schön klingt hier absolut nichts. Und was man da hört, mag sicherlich Anfang der 80er Jahre auch revolutionär gewesen sein, da jegliche Songstruktur, jeglicher gewohnter Klang und jegliche Melodiösität einfach über Bord geworfen wurde, um die Grenzen der Musik einfach mal auszutesten. Heutzutage klingt das Ganze jedoch, freundlich ausgedrückt, lediglich überaus „seltsam“ und nervig.

Auch damals hat diese Art der Musik jetzt nicht so viele Anhänger gefunden. Heute ist es mal ganz nett zu hören, wie das damals mit der NDW anfing, musikalisch stellt Geri Reig jedoch eine Tortur dar. Es klingt gerade so, als ob sich die Jungs an ihre kleinen Casio-Geräte setzten, die Tasten drückten und einfach mal drauflos spielten, kuckten, was dabei herauskam und das Ergebnis festhielten. Vielleicht tue ich dem Plan damit jetzt aber auch unrecht – nein, mache ich glaube ich doch nicht, genau so war das wohl. Übrig bleiben Experimente, die fast noch nicht einmal unter der Überschrift „Musik“ subsummierbar sind. Der Plan bereitet mit Geri Reig manches Mal fast schon physische Schmerzen. Psychische auf jeden Fall.

Fazit: Ich muss das Bewertungssystem wohl noch mal überarbeiten, denn ich habe all den Alben unrecht getan, die hier mit null, einem oder zwei Punkten bewertet wurden. Bei „Geri Reig“ von Der Plan müsste eigentlich ein System mit Punkten unter der Null eingeführt werden, um einen wirklichen Vergleich zu realisieren. Mache ich jetzt aber nicht. Wer auf atonale, einfachste und nervende „Musik“ steht, die zugegebenermaßen nicht alltäglich ist, manches Mal auf ein wenig humoristisch klingt, der findet hier seine Erfüllung. Wer Musik jedoch wegen seiner Melodiösität, den Texten, Ideen, etc. liebt, für diese Hörerin beziehungsweise diesen Hörer stellt dieses Album absolute Folter dar. Ganz schlimm. Ein Punkt.

Anspieltipps: Geri Reig



Samstag, 7. Juni 2014

The Velvet Underground – Loaded




The Velvet Underground – Loaded


Besetzung:

Lou Reed – vocals, guitar, piano
Doug Yule – keyboards, guitar, bass guitar, drums, backing vocals, lead vocals on "Who Loves the Sun", "New Age", "Lonesome Cowboy Bill" and "Oh! Sweet Nuthin'"
Sterling Morrison – guitar
Maureen Tucker – drums


Gastmusiker:

Adrian Barber – drums on "Who Loves The Sun" and "Sweet Jane"
Tommy Castanero – drums on "Cool It Down" and "Head Held High"
Billy Yule – drums on "Lonesome Cowboy Bill" and "Oh! Sweet Nuthin'"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Who Loves The Sun (2:45)
2. Sweet Jane (4:09)
3. Rock And Roll (4:45)
4. Cool It Down (3:06)
5. New Age (5:09)
6. Head Held High (2:58)
7. Lonesome Cowboy Bill (2:45)
8. I Found A Reason (4:17)
9. Train Round The Bend (3:22)
10. Oh! Sweet Nuthin' (7:29)

Gesamtspieldauer: 39:16




„Loaded“ ist das vierte Album von The Velvet Underground und erschien im November 1970. Und diese Scheibe ist wohl das beste Beispiel dafür, dass ich persönlich überhaupt keine Ahnung von Musik habe und auch nicht über den nötigen Geschmack verfüge. Diese Platte wird in den meisten Rezensionen über den grünen Klee gelobt und taucht in der Rolling Stone Liste von 2003 auf Platz 110 der 500 besten Alben aller Zeiten auf.

„Loaded“ heißt der Titel des Albums, denn die Scheibe sollte angefüllt sein mit Hit-Songs. Und eingängig ist das wirklich, was man darauf zu hören bekommt, allerdings auch unglaublich belanglos. Das klingt alles nach Ende 60er Pop, einfach und ohne Ecken und Kanten. Auch die Produktion der Scheibe stand unter keinem guten Stern. Lou Reed hatte noch während den Aufnahmen die Band verlassen, obwohl alle Titel aus seiner Feder stammten. Er konnte sich jedoch irgendwie nicht mehr damit identifizieren. So haben die verbleiben den Musiker den Rest eben in Eigenregie eingespielt, worüber sich Lou Reed später auch regelmäßig beschwerte. Zu diesen „verbleibenden“ Musikern gehörte jedoch nicht Maureen Tucker, obwohl sie in den Credits ausdrücklich als Schlagzeugerin Erwähnung fand. Wahr ist vielmehr, dass sie auf „Loaded“ überhaupt nicht zu hören ist, da sie zu dieser Zeit schwanger war und beim Einspielen der Titel nicht mehr am Schlagzeug saß. Die Drums teilten sich so Doug Yule, sein Bruder Billy sowie Adrian Barber und Tommy Castanero.

Nun zur Musik. Die Band wollte endlich mal einen Hit haben, deshalb wurden auch diese kurzen und eingängigen Titel, kompromisslos ohne jeglichen Firlefanz und im Mid-Tempo eingespielt. Hat auch hingehauen, „Sweet Jane“ und „Rock & Roll“ liefen in den Radiostationen immer wieder in der Dauerschleife und Velvet Underground hatte endlich seine Hits. Das Album verkaufte sich auch deutlich besser als die vorherigen Werke der Band, denn auf ihm befindet sich nun ganz andere, deutlich massentauglichere Musik.

Keine Experimente mehr, keine tollen Ideen mehr, nichts Besonderes mehr, alles Außergewöhnliche wurde über Bord geworfen, ganz nach der Devise: „Wenn diese Titel nur oft genug im Radio gespielt werden, dann werden die schon ins Ohr gehen“. Genauso schnell verabschieden sie sich jedoch auch wieder aus dem Gedächtnis. Einzige Ausnahme stellt der letzte Titel „Oh! Sweet Nuthin'” dar, der ein wenig aus dem Allerlei herausfällt. Ebenfalls eingängig, jedoch mit einem spannenden, sich steigernden Aufbau versehen.

Fazit: Überraschend, wie solch eine 08/15-Scheibe so gehypt werden kann. Solche Musik gab es damals und auch heute noch an jeder Ecke. Es muss ja nicht immer etwas Revolutionäres sein, aber ein paar nette Ideen helfen manchmal doch weiter und machen ein Album zumindest manchmal spannend. Das ist „Loaded“ jedoch nicht. Aber wie oben bereits erwähnt, ich habe überhaupt keine Ahnung. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Oh! Sweet Nuthin'



Freitag, 6. Juni 2014

Brainticket – Psychonaut




Brainticket – Psychonaut


Besetzung:

Jane Free – lead vocals, tbilat, tambourine, slide whistle, sounds
Joel Vandroogenbroeck – organ, piano, flute, sitar, sanze vocal, rumors, generator
Rolf Hug – lead guitar, acoustic guitar, tablas, vocals
Martin Sacher – electric bass, flute
Barney Palm – drums, percussion, strange sounds
Carol Muriel – speaking on "Like A Place In The Sun" and oooh... oooh... on "Feel The Wind Blow"


Label: Bellaphon


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Psychedelic Rock, Experimental Rock


Trackliste:

1. Radagacuca (7:24)
2. One Morning (3:51)
3. Watchin' You (5:15)
4. Like A Place In The Sun (6:28)
5. Feel The Wind Blow (3:32)
6. Coc' O Mary (6:08)

Gesamtspieldauer: 32:57




Ende der 60er Jahre vom belgischen Multiinstrumentalisten Joel Vandroogenbroeck und dem Gitarristen Ron Bryer gegründet, stellt „Psychonaut“ das zweite, gemäßigtere Album von Brainticket dar. Ron Byer war inzwischen verstorben und die Band wurde ergänzt durch einige Schweizer Musiker. Beim Hören dieses Albums kann man durchaus noch die Freiheit hören, die der Musik damals, Anfang der 70er Jahre innewohnte. Alles war erlaubt, alles wollte ausprobiert werden. Dass Drogen dabei eine gewisse Rolle spielten, ist auch auf diesem Album durchaus zu vernehmen. Nicht, dass dieses Thema hier thematisiert werden würde, jedoch ist dieser „bewusstseinserweiternde“ Zustand, unter dem die Protagonisten auf „Psychonaut“ gestanden haben müssen, bei jedem Titel herauszuhören.

Das Album wirkt jedoch auch ohne solche „Zusätze“. „Radagacuca” beginnt sehr psychedelisch mit Orgel und Flöte und entwickelt sich dann zu einer Art “Hippie-Rock”. Die akustische Gitarre und eine Sitar geben die Stimmung vor. Alles klingt melodiös und schwebend, bis gegen Ende des Stücks das Chaos losbricht, welches trotzdem noch überaus melodisch klingt. „One Morning” wird vom Piano und Soundeffekten dominiert, die die Perkussion immer wieder nachhallen lassen. Gewitter ziehen am Anfang, in der Mitte sowie am Ende des Stücks auf und tragen zusätzlich zu einer fast mystischen Stimmung des Titels bei. Das nachfolgende Lied, „Watchin' You”, ist dagegen sehr viel härter gehalten und stellt eines der frühen Hard Rock Lieder in der Geschichte der U-Musik dar.

„Like A Place In The Sun”, ebenfalls wieder etwas härter instrumentiert, erinnert vor allen Dingen wieder im Bereich des Refrains an, auch zu diesem Zeitpunkt schon vergangene, Hippie-Zeiten. So kommt bei diesem Titel ebenfalls der Orgel wieder eine sehr große Rolle zu. „Feel The Wind Blow” klingtt dagegen fast schon wie eine Folk-Rock Nummer - leicht und unbeschwert. Heftiger wird es schließlich noch mal mit „Coc' O Mary”. Psychedelic Rock in bester Ausprägung. Die Perkussion vibriert, die Querflöte kommt immer wieder zum Einsatz, alles treibt voran, Orgel und Gitarre übergeben sich im weiteren Verlauf die Führung. Schließlich wird der Sound deutlich heller, das Schlagzeug gewinnt an Dominanz, um wieder die vorherigen Instrumente zu integrieren. Eine Instrumentalnummer, die überaus abwechslungsreich das Trommelfell bearbeitet und schließlich abrupt abbricht.

Fazit: „Psychonaut“ von Brainticket ist ein sehr interessantes Album geworden, zumindest für all diejenigen, die das etwas Abgefahrene, Schräge in der Musik suchen. Dabei bleiben die Lieder immer sehr melodiös und eingängig. Nichts ist hier atonal oder überaus gewöhnungsbedürftig. Trotzdem muss man sich auf das Gehörte einlassen können, denn alltäglich ist diese Musik wahrlich nicht und im Radio wurde Brainticket weder damals noch heutzutage übermäßig gespielt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Radagacuca, Coc' O Mary



Donnerstag, 5. Juni 2014

David Bowie – Lodger




David Bowie – Lodger


Besetzung:

David Bowie – vocals, backing vocals, piano, guitar, synthesizer, chamberlin

Gastmusiker:

Carlos Alomar – guitar, drums on "Boys Keep Swinging"
Dennis Davis – percussion, bass guitar on "Boys Keep Swinging"
George Murray – bass guitar
Sean Mayes – piano
Simon House – violin, mandolin
Adrian Belew – guitar, mandolin
Tony Visconti – backing vocals, guitar, mandolin, bass guitar
Brian Eno – synthesizers, ambient drone, prepared piano, cricket menace, guitar treatments, horse trumpet, eroica horn, piano, backing vocals
Roger Powell – synthesizer
Stan – saxophone


Label: RCA


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Art Rock, Experimental Rock


Trackliste:

1. Fantastic Voyage (2:54)
2. African Night Flight (2:57)
3. Move On (3:18)
4. Yassassin (4:13)
5. Red Sails (3:44)
6. D.J. (3:59)
7. Look Back In Anger (3:05)
8. Boys Keep Swinging (3:17)
9. Repetition (2:59)
10. Red Money (4:17)

Gesamtspieldauer: 34:42




„Lodger“ heißt das dreizehnte Studioalbum von David Bowie und stellt gleichzeitig den Abschluss der sogenannten Berlin-Trilogie mit „Low“ und „Heroes“ dar. Wieder schrieb Bowie die Lieder zusammen mit Brian Eno, stilistisch unterscheidet sich „Lodger“ allerdings bereits deutlich von den beiden vorherigen Platten. Waren diese beiden Alben noch sehr geprägt von elektronischer Musik mit einigen Instrumentalstücken, so findet man auf „Lodger“ sehr viel eher eingängigere Pop-Musik, die durchweg auch mit „radiotauglich“ zu umschreiben ist.

Eingängiger ist die Musik zwar auf das erste Hören hin, jedoch können die einzelnen Songs längst nicht mehr so überzeugen, wie noch auf den beiden Vorgängeralben. Großartig erarbeitet werden muss die Musik auf „Lodger“ vom Hörer nicht mehr. Ziemlich geradlinig läuft hier ein Titel nach dem anderen durch. Alles nicht schlecht, aber dieser besondere Moment, der vielen Titeln von David Bowie innewohnt, der fehlt hier leider. Gelungen ist sicherlich „Move On”, eine schöne Nummer mit Ohrwurmcharakter und schließlich auch noch „D.J.“. Letzterer Titel wurde lediglich in England als Single veröffentlicht, hatte dort mit Chart-Position 29 allerdings nur mäßigen Erfolg. Trotzdem ein Höhepunkt des Albums, zu dem Adrian Belew ein sehr gelungenes Gitarren-Solo beisteuerte.

Auch vielen der restlichen Titel wohnt immer wieder ein schöner Moment inne, trotzdem so richtig überzeugend ist das alles irgendwie nicht. Zwar eindeutig als David Bowie Album auszumachen, jedoch klingen die Nummern zum Teil einfach austauschbar, nicht mehr nach etwas Besonderem.

Fazit: „Lodger“ ist wahrlich kein schlechtes Album geworden, gehört jedoch auch nicht zu den Höhepunkten im Schaffen des David Bowie. Alles läuft ein wenig durch. Ab und an hört man etwas Außergewöhnliches und die meisten Titel gehen auch schnell ins Ohr, verlassen dieses jedoch auch genau so schnell wieder und stellen lediglich eine kurze, gehörte Episode dar. Acht Punkte.

Anspieltipps: Move On, D.J.



Mittwoch, 4. Juni 2014

Metallica – Metallica




Metallica – Metallica


Besetzung:

James Hetfield – lead vocals, rhythm guitar; lead guitar on "Nothing Else Matters"
Kirk Hammett – lead guitar
Lars Ulrich – drums, percussion
Jason Newsted – bass, backing vocals


Gastmusiker:

Michael Kamen – orchestral arrangement on "Nothing Else Matters"


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Heavy Metal, Hard Rock


Trackliste:

1. Enter Sandman (5:32)
2. Sad But True(5:25)
3. Holier Than Thou (3:48)
4. The Unforgiven (6:27)
5. Wherever I May Roam (6:44)
6. Don't Tread On Me (4:00)
7. Through The Never (4:04)
8. Nothing Else Matters (6:29)
9. Of Wolf And Man (4:17)
10. The God That Failed (5:09)
11. My Friend Of Misery (6:50)
12. The Struggle Within (3:54)

Gesamtspieldauer: 1:02:37




Es gibt tatsächlich einige „Metallica-Jünger“, die behaupten, dass nach dem dritten Album, „Master Of Puppets“, von Metallica nichts Besonderes mehr nachgekommen sei. Alles sei inzwischen weichgespült und hätte mit Heavy Metal auch nur noch am Rande etwas zu tun. Diese Kritik bezieht sich dann durchaus auch auf dieses fünfte Album der Band aus dem Jahr 1991. Schon irgendwie unglaublich. Zwar haben diese Hörer dahingehend recht, dass ein Metallica Album nicht mehr nur noch durchgängig knallt, das sollte erst wieder später der Fall sein, aber gerade auf dieser, kurz mit dem Bandnamen „Metallica“ betitelten Platte, macht es besonders die Mischung aus harten und kraftvollen Tracks in Verbindung mit Songs aus, die einen durchatmen lassen und ihrerseits durch eine klasse Melodieführung punkten.

Damit hier auch keine Missverständnisse aufkommen, das Album ist Heavy Metal pur. Nur bei wenigen Titeln wird die schwere Gitarre mal durch eine akustische Gitarre ersetzt. So geschehen bei „The Unforgiven“ und „Nothing Else Matters“. Beides sind jedoch wunderschöne Balladen, die dieses Album durchaus aufwerten. Sehr eingängige Melodien bahnen sich hier den Weg zum Ohr des Hörers und verweilen dort auch länger. Eindeutig Ohrwurmcharakter.

Nun und der Rest? Na der rockt und zwar ziemlich kompromisslos. Da gibt es keine „Verweichlichungen“, nichts lenkt vom harten Sound der Band ab. Immer wieder gibt es tolle Riffs zu entdecken und auch die Gitarrensoli können immer wieder überzeugen. Freunde des Head-Bangings kommen mal wieder voll auf ihre Kosten und laufen Gefahr, sich eine Gehirnerschütterung einzufangen. Und trotz all dieser Härte in der Musik, so lassen sich auch hier noch sehr hörenswerte Melodiebögen entdecken, die den einzelnen Titel dann doch vom sturen Gestampfe noch abzuheben vermögen.

Fazit: Die Abwechslung macht dieses Metallica-Album zu einer guten Scheibe. Musik zum Lauthören und zum Ausflippen, neben Liedern zum Zurücklehnen und Lauschen. Der Schwerpunkt liegt allerdings ganz klar auf dem Heavy Metal. Wer diese Musik mag, wird auf dem Album sein Nirwana finden. Wahrlich keine weichgespülte Musik, sondern gut gemachter Rock mit einer gehörigen Prise Abwechslung. Elf Punkte.

Anspieltipps: Enter Sandman, The Unforgiven, Nothing Else Matters, My Friend Of Misery



Dienstag, 3. Juni 2014

Graham Gouldman – Animalympics




Graham Gouldman – Animalympics


Besetzung:

Graham Gouldman – vocals, backing vocals, electric guitar, acoustic guitar, bass, percussion


Gastmusiker:

Rick Fenn – electric guitar, backing vocals
Duncan Mackay – keyboards
Paul Burgess – drums
Stuart Tosh – backing vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop (Soundtrack)


Trackliste:

1. Go For It (3:34)
2. Underwater Fantasy (3:18)
3. Away From It All (2:32)
4. Born To Lose (4:04)
5. Kit Mambo (4:30)
6. Z.O.O. (3:29)
7. Love's Not For Me (Rene's Song) (2:42)
8. With You I Can Run Forever (4:04)
9. Bionic Boar (3:35)
10. We've Made It To The Top (3:45)

Gesamtspieldauer: 34:49




„Animalympics“ ist ein 1980 veröffentlichter Kinder-Animationsfilm, für den Graham Gouldman den Soundtrack schrieb. Graham Gouldman ist einer der langjährigen Mitglieder bei 10cc, der auch für diverse andere Künstler und Bands einige Titel schrieb, so zum Beispiel das sehr bekannte „No Milk Today“ von den Herman's Hermits. Beim Soundtrack zu „Animalympics“ wurde er von vier seiner fünf Bandkollegen von 10cc unterstützt.

Die Musik des Soundtracks besteht zum größten Teil aus sehr eingängigen Pop-Liedern, was für einen Kinder-Film auch nicht weiter verwunderlich ist. Trotzdem beinhaltet dieser Soundtrack keine einfachen Kinder-Lieder, sondern wartet durchaus mit Titeln auf, die in allen Charts der Welt gelistet sein könnten. Neben Pop-Musik ist auch ein gewisser Anteil an „Welt-Musik“ vorhanden, denn auch afrikanische Einflüsse haben Einzug auf dem Album gefunden – ebenfalls nicht weiter verwunderlich, denn die meisten Tiere, die hier an der fiktiven Tier-Olympiade im Film teilnehmen, stammen aus Afrika.

Der Soundtrack wird im Internet zu sehr hohen Preisen gehandelt, da die Platte bisher nie auf CD veröffentlicht wurde. Diese Investition lohnt sich allerdings wahrlich nicht, denn die Lieder auf „Animalympics“ haben wohl nur dann ihren persönlichen Wert für den Hörer, wenn man vielleicht den Film in seiner Jugend gesehen hat und damit irgendwelche Erinnerungen verbindet. Etwas Besonderes gibt es auf „Animalympics“ nicht zu hören, ein paar feine, keine Pop-Liedchen eben, die je nach Musikgeschmack mal mehr, mal weniger überzeugen können. In meinem Fall wären die Höhepunkte „Born To Lose" und „Love's Not For Me (Rene's Song)". Zwei schöne, eingängige und melodiöse Lieder, die es schaffen, Erinnerungen an längst vergangene Tage hervorzurufen.

Fazit: „Animalympics“ ist ein netter, kleiner Soundtrack. Nichts „weltbewegendes“ allerdings, der einen Mondpreis für dieses Album rechtfertigen würde. Die Lieder stehen alle für sich, könnten also ohne weiteres auch auf einem ganz „normalen“ Album veröffentlicht worden sein. Dass die einzelnen Nummern Teile eines Soundtrack darstellen, hört man beim Hören nicht heraus. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Born To Lose, Love's Not For Me (Rene's Song)



Montag, 2. Juni 2014

David Gilmour – David Gilmour




David Gilmour – David Gilmour


Besetzung:

David Gilmour – electric and acoustic guitars, vocals, keyboards, lap steel guitar on "No Way" and "I Can't Breathe Anymore", piano on "So Far Away", harmonica on "There's No Way Out of Here"


Gastmusiker:

Rick Wills – bass guitar, backing vocals
Willie Wilson – drums, percussion
Mick Weaver – additional piano on "So Far Away"
Carlena Williams – backing vocals on "There's No Way Out of Here" and "So Far Away"
Debbie Doss – backing vocals on "There's No Way Out of Here" and "So Far Away"
Shirley Roden – backing vocals on "There's No Way Out of Here" and "So Far Away"


Label: Harvest


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Rock


Trackliste:

1. Mihalis (6:00)
2. There's No Way Out Of Here (5:23)
3. Cry From The Street (5:19)
4. So Far Away (6:10)
5. Short And Sweet (5:34)
6. Raise My Rent (5:52)
7. No Way (6:14)
8. Deafinitely (4:28)
9. I Can't Breath Anymore (3:40)

Gesamtspieldauer: 46:22




Die Spannungen bei Pink Floyd, zwischen Roger Waters und dem Rest der Band stiegen und stiegen. Waters hatte inzwischen auch vollständig das Songwriting übernommen, präsentierte nur noch fertige Lieder, bei denen David Gilmour dann noch etwas Input, meistens in Form eines Gitarrensolos hinzufügen durfte. Es blieb also ein wenig Zeit zwischen den Pink Floyd Veröffentlichungen „Animals“ und „The Wall“ und so beschloss David Gilmour mit seinen Kumpels aus früheren Tagen, Rick Wills und Willie Wilson, ein Soloalbum aufzunehmen. Und dieses sollte jetzt mal ganz anders klingen, als die Musik von Pink Floyd - ein Rock-Album sollte es werden.

1978 erschien nun das erste Solo-Werk des David Gilmour. Und um es gleich vorweg zu nehmen, die Musik auf „David Gilmour“ hat wirklich nichts oder nur kaum etwas mit der von Pink Floyd zu tun. Das Album ist ein reines Rock-Album geworden, mit etwas härteren, dann auch wieder etwas gemäßigteren Tönen. An die Musik von Pink Floyd erinnert auf dem Album höchstens noch der Gesang des David Gilmour und seine Art die Gitarre zu spielen, die gerade bei den Gitarrensoli durchaus an der ein oder anderen Stelle Erinnerungen an ein entsprechendes Solo bei Pink Floyd hervorruft.

Musikalisch gesehen sind die Ideen auf der Platte, sowohl von der Musik selbst, wie auch textlich, deutlich limitierter, als dies bei Pink Floyd der Fall ist. Was jedoch nicht bedeuten soll, dass es sich bei dem Album um eine schlechte Platte handelt. Der Fokus lag nun einmal auf dem gitarrenorientierten Rock, welcher somit sehr viel einfacher gestrickt sein musste, als ein entsprechendes Werk bei Pink Floyd. Und einige gute Songs befinden sich auch auf „David Gilmour“. „There's No Way Out Of Here” ist zum Beispiel eine sehr eingängige Nummer mit einem gewissen Ohrwurmcharakter. Guter und melodiöser Rock, der sofort ins Ohr geht. Die Background-Sängerinnen erinnern dabei zum Teil schon an entsprechende Titel auf dem letzten Pink Floyd Album mit Roger Waters „The Final Cut“. Schön verträumt klingt dagegen die Instrumentalnummer „Raise My Rent”. Sehr relaxt scheint die Musik hier ein wenig schwebend - und gerade das dort gespielte Gitarrensolo kann überzeugen. „No Way“ ist dagegen ein mit Text ausgestattetes, ruhiges Rock-Lied. Auch an dieser Stelle geht die Melodie ohne große Umwege schnell ins Ohr des Hörers. Dazu gibt es ein etwas sehnsüchtig klingendes Solo und fertig ist die schöne und wahrlich gelungene Nummer.

Fazit: „David Gilmour“ von David Gilmour hat was. Wer hier Pink Floyd Musik erwartet, der wird jedoch enttäuscht werden. Auf dem Album gibt es Rock zu hören, der mal mehr, mal etwas weniger überzeugen kann, da er mitunter auch ein klein wenig austauschbar klingt. Trotzdem besitzt die Platte ihre Höhepunkte und für Pink Floyd Fans ist es sicherlich auch interessant, wie David Gilmour „befreit“ von Roger Waters und dem „Korsett“ Pink Floyd“ mal klingen wollte. Ach ja und ich frage mich echt, ob beim Titel „Deafinitely“ ein Rechtschreibfehler mit auf das Album gedruckt wurde… Neun Punkte.

Anspieltipps: There's No Way Out Of Here, No Way, Raise My Rent