Freitag, 6. März 2020

Anna Depenbusch – Echtzeit




Anna Depenbusch – Echtzeit


Besetzung:

Anna Depenbusch – Klavier und Gesang


Label: Liedland


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Pop, Liedermacher


Trackliste:

CD1:

1. Echtzeit (3:03)
2. Eisvogelfrau (für Emmy) (3:14)
3. Nimm mich zurück (3:47)
4. Tim 2.0 (4:19)
5. Bin dabei (3:01)
6. Alte Schule (3:07)
7. 5 Meter (3:37)
8. Gegen die Schwerkraft (3:55)
9. Hilbert (Piano) (1:48)
10. Beste Lüge (3:06)
11. Schlaflied für Pauli (Piano) (1:27)

CD2:

1. Alte Schule (3:45)
2. Tim 2.0 (4:08)
3. Eisvogelfrau (für Emmy) (3:23)
4. 5 Meter (3:54)
5. Echtzeit (3:17)
6. Bin dabei (2:59)
7. Nimm mich zurück (3:57)
8. Gegen die Schwerkraft (4:01)
9. Beste Lüge (3:32)

Gesamtspieldauer: CD1 (34:24) und CD2 (32:58): 1:07:23



„Echtzeit“ heißt das fünfte Studioalbum der in Hamburg geborenen Musikerin Anna Depenbusch. Ein Album, auf dem man Anna Depenbusch am Klavier hört – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wie man auf der Rückseite des beiliegenden Booklets nachlesen kann, wurden alle Lieder am 20. Januar 2020 als analoger Vinyl-Direktmitschnitt live und in „Echtzeit“ in den Emil Berliner Studios in Berlin aufgenommen.

Sehr intensiv klingt sie, die Musik der Hamburgerin. Gerade durch diese sehr zurückhaltende Instrumentierung wirken die elf Lieder auf „Echtzeit“ noch ein wenig packender. Weniger ist hier eindeutig mehr. Die nachdenklich machenden, ein anderes Mal ein Lächeln auf die Lippen zaubernden Texte von Anna Depenbusch treffen einen auf diese Weise noch direkter. Sie unterhalten und laden ganz unaufdringlich zum genauen Zuhören ein. Die Lieder „Hilbert“ und „Schlaflied für Pauli“ sind dagegen zwei, fast schon viel zu kurze, wunderschöne Instrumentalnummern.

Neben den hörenswerten Texten vernachlässigt Anna Depenbusch keinesfalls die Musik selbst. Sanfte Pianoklänge dringen ans Ohr, angefüllt mit eingängigen Harmonien. Auf „Echtzeit“ gibt es viele schöne Melodien zu entdecken, die bereits beim ersten Mal des Hörens gefallen und überzeugen können. Zumeist klingt das sanft, manchmal verträumt, an anderer Stelle swingt die Musik der Anna Depenbusch allerdings sogar ein wenig. Somit gelingt es der Musikerin – trotz dieser nur sehr zurückhaltenden Instrumentierung – ihren Hörerinnen und Hörern auch eine gewisse musikalische Abwechslung auf „Echtzeit“ zu präsentieren.

Der „Bonus Edition“ des Albums liegt eine zweite CD bei, überschrieben mit „Wo die Geschichten herkommen – Echtzeit-Demos“. Hier hört man jene neun Lieder des Albums in leicht variierten Versionen, auf denen Anna Depenbusch mit Gesang zu hören ist. Aufgenommen wurden diese Demos in ihrem Musikzimmer auf einem Salonflügel, dem die Musikerin den Namen „Frau Rachals“ gegeben hat. Eine schöne, jedoch keine essentielle Ergänzung zum eigentlichen Album.

Fazit: Ein eingängiges und melodiöses Album ist die fünfte Studio-Veröffentlichung „Echtzeit“ der Anna Depenbusch geworden. Dieses enthält gelungene Texte, die mal zum Nachdenken, mal zum Lächeln animieren. Manche Alben schaffen es, eine irgendwie geartete, schwer zu erklärende und schöne Atmosphäre zu verbreiten. „Echtzeit“ von Anna Depenbusch gehört zu diesen Alben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Eisvogelfrau (für Emmy), 5 Meter, Hilbert (Piano), Schlaflied für Pauli (Piano)



Donnerstag, 5. März 2020

Placebo – Sleeping With Ghosts




Placebo – Sleeping With Ghosts


Besetzung:

Brian Molko – vocals, guitar, keyboard, saxophone on "Something Rotten", drums on "English Summer Rain"
Steve Hewitt – drums, percussion
Stefan Olsdal – bass guitar, guitar, keyboards, piano, backing vocals


Gastmusiker:

Simon Breed – harmonica on "Protect Me From What I Want"


Label: Hut Records


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Bulletproof Cupid (2:22)
2. English Summer Rain (4:01)
3. This Picture (3:34)
4. Sleeping With Ghosts (4:38)
5. The Bitter End (3:10)
6. Something Rotten (5:28)
7. Plasticine (3:26)
8. Special Needs (5:16)
9. I‘ll Be Yours (3:32)
10. Second Sight (2:49)
11. Protect Me From What I Want (3:15)
12. Centrefolds (5:00)

Gesamtspieldauer: 46:38




„Sleeping With Ghosts“ betitelte die englische Alternative Rock Band Placebo ihr viertes Studioalbum. „Sleeping With Ghosts“ wurde am 1. April 2003 auf dem Plattenlabel Hut Records veröffentlicht. Das Album erreichte Platz 11 der britischen Album-Charts und kletterte in Deutschland sogar bis auf den zweiten Rang. Im Zeitraum von März 2003 bis zum Februar 2004 wurden die Lieder „The Bitter End“, „This Picture“, „Special Needs“ und „English Summer Rain“ als Singles ausgekoppelt.

„Sleeping With Ghosts“ ist ein sehr typisches Placebo Album geworden und sofort als dieses erkenn- beziehungsweise erhörbar. Und das liegt nicht nur am eindringlichen Gesang des Brian Molko. Es ist der Sound der Band sowie die hier transportierte Stimmung, die die Platte zu einem eindeutigen Placebo Werk werden lassen. Dieser Rock verbunden mit fast schon verzweifelt klingenden Passagen zeigt den Ursprung der Lieder ganz klar auf. Viele der Lieder handeln inhaltlich vom Thema „Beziehung“, die manchmal lange halten und innig sein können, andererseits auch traurig enden können. Eben „Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt“, was die Musik sehr schön widerspiegelt.

Die Höhepunkte auf „Sleeping With Ghosts“ sind der Titeltrack „Sleeping With Ghosts“, das etwas getragene und intensive „I‘ll Be Yours“, das rockigere „Protect Me From What I Want“ sowie das letzte Lied der Platte, „Centrefolds“, welches atmosphärisch dicht, melancholisch und sentimental aus den Boxen strömt. Allen diesen Liedern ist besonders gemein, dass sie über wunderschöne Melodien verfügen, die ins Ohr gehen und dort auch verbleiben. Für mich sehr überraschend ist dabei, dass keines dieser hier von mir genannten Lieder eine Singleauskopplung darstellt. Dazu wurden von der Band und deren Management andere Lieder ausgewählt. Geschmackssache eben.

Fazit: „Sleeping With Ghosts“ ist zum einen ein sehr typisches Placebo Album geworden, zum anderen eine Platte, die mit sehr schönen Ideen und eingängigen Melodien aufwartet. Der Rock tritt im Vergleich zum Vorgängeralbum „Black Market Music“ ein wenig in den Hintergrund, doch „Sleeping With Ghosts“ ist deswegen keineswegs weichgespült. Eher noch abwechslungsreicher. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sleeping With Ghosts, I‘ll Be Yours, Protect Me From What I Want, Centrefolds



Dienstag, 3. März 2020

Leprous – The Congregation




Leprous – The Congregation


Besetzung:

Einar Solberg – lead vocals, keyboards
Tor Oddmund Suhrke – guitar
Øystein Landsverk – guitar
Baard Kolstad – drums


Gastmusiker:

Simen Børven – bass guitar


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2015


Stil: Progressive Rock, Progressive Metal


Trackliste:

1. The Price (5:14)
2. Third Law (6:18)
3. Rewind (7:07)
4. The Flood (7:51)
5. Triumphant (4:25)
6. Within My Fence (3:16)
7. Red (6:35)
8. Slave (6:37)
9. Moon (7:13)
10. Down (6:26)
11. Lower (4:39)

Gesamtspieldauer: 1:05:46




„The Congregation“ nannte die norwegische Band Leprous ihr viertes Studioalbum. „The Congregation“ wurde am 25. Mai 2015 in Europa und am 2. Juni 2015 in Nordamerika auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht. Vor und nach der Veröffentlichung gab es einige Umbesetzungen in der Band. So ist „The Congregation“ das letzte Album mit dem langjährigen Gitarristen Øystein Landsverk. Gleichzeitig sind auf der Platte zum ersten Mal Schlagzeuger Baard Kolstad und Bassist Simen Børven zu hören.

Auch auf „The Congregation“ hört man die für die Norweger so typischen Ingredienzien in der Musik. Die da wären sehr atmosphärische laute wie ruhige Abschnitte, tolle Melodien, krachende Passagen mit einem Schlagzeug, welches stakkatohaft den Rhythmus vorgibt und sehr variantenreiche Gesänge, für die sich Einar Solberg verantwortlich zeigt. Diese werden bestimmt durch seine sehr große stimmliche Bandbreite, wie auch durch sehr gelungene mehrstimmige Passagen.

Die Melodien zünden auf „The Congregation“ allerdings ein wenig weniger oder schlechter, ganz wie man das sehen beziehungsweise hören möchte. Doch diese melodiösen Momente sind immer noch da, allerdings eben nicht mehr im selben Ausmaß, wie noch auf den Vorgängeralben. Höhepunkte der Platte sind die beiden Lieder „The Price“ und „Red“, in denen die fünf Norweger alles aus ihren Instrumenten und Stimmen herausholen, was musikalisch in ihnen zu stecken scheint. Dazu verfügen beide Nummern über einen sehr spannenden Aufbau und Verlauf und gehen zudem gut ins Ohr.

Fazit: Auch auf „The Congregation“ hört man Musik, die so nur von Leprous stammen kann. Harter Rock, der dieses Mal sogar wieder ein wenig mehr in die Richtung des Progressive Metal verweist. Abwechslungsreich klingt das Ganze zu jeder Zeit und man kann bestens in diese Musik eintauchen, wenn man die Härte in den Liedern zu schätzen versteht. Zwar gibt es nicht mehr diese Anzahl an Melodien und Harmonien, die man auf den vorherigen Alben erhören konnte, Spaß macht „The Congregation“ jedoch trotzdem. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Price, Red



Sonntag, 1. März 2020

Big Big Train – English Electric Part One




Big Big Train – English Electric Part One


Besetzung:

Nick D'Virgilio – drums, backing vocals
Dave Gregory – electric guitar, voice of the court usher, banjo, mellotron
David Longdon – lead vocals, flute, vibes, tambourine, banjo, accordion, melodica, keyboards, acoustic guitar, mandolin, birds and bees
Andy Poole – keyboards, acoustic guitar, mandolin, backing vocals, baritone bee
Gregory Spawton – bass guitar, electric guitar, slow moog, backing vocals, mandolin, acoustic guitar, keyboards
Danny Manners – keyboards, piano, double bass


Gastmusiker:

Abigail Trundle – cello
Andy Tillison – organ, Moog, keyboards
Ben Godfrey – cornet, trumpet, piccolo trumpet
Daniel Steinhardt – electric guitar
Dave Desmond – trombone
Eleanor Gilchrist – violin
Geraldine Berreen – violin
Jan Jaap Langereis – recorders
Jon Truscott – tuba
John Storey – euphonium, trombone
Lily Adams – backing vocals
Martin Orford – backing vocals
Rachel Hall – violin
Sue Bowran – violin
Teresa Whipple – viola
Verity Joy – backing vocals
Violet Adams – backing vocals


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsjahr: 2012


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Make Some Noise (4:22)
2. The First Rebreather (8:31)
3. Uncle Jack (3:49)
4. Swan Hunter (6:21)
5. Seen Better Days (7:36)
6. Edgelands (1:26)
7. Summoned By Bells (9:17)
8. Upton Heath (5:39)
9. A Boy In Darkness (8:03)
10. Hedgerow (8:52)

Gesamtspieldauer: 1:03:55




„English Electric Part One” heißt das siebte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train. Es wurde am 3. September 2012 auf dem Plattenlabel English Electric Recordings veröffentlicht. Im Jahr 2016 gab es eine Wiederveröffentlichung der Scheibe, dabei wurde der Titel „Swan Hunter“, der ursprünglich auf dem Nachfolgealbum „English Electric Part Two” zu finden war, dieser Scheibe beigemischt. Die Titel „Make Some Noise“, „Seen Better Days“ sowie „Edgelands” waren auf dem ursprünglichen Album überhaupt nicht vorhanden. Dafür fehlen nun auf diesem Album die ursprünglich vorhandenen Titel „Winchester From St Giles‘ Hill“ sowie „Judas Unrepentant“, die sich nun auf der Neuauflage von „English Electric Part Two” befinden. Da blicke noch einer durch.

Von der Musik her ist „English Electric Part One” ein absolut typisches Big Big Train Album geworden. Man hört zumeist sanften, immer jedoch sehr melodischen Progressive Rock, der mitunter ganz stark das Genre des Melodic Rock streift. Es sind allerdings diese stimmungsvollen und atmosphärischen Wechsel, die die Musik von Big Big Train auf diesem Album dann doch zu etwas Besonderem und Hörenswertem machen. Dazu die wahrlich abwechslungsreiche Instrumentierung inklusive von Bläsern und Streichern und fertig ist die rockige Reise durch die Harmonievielfalt der englischen Musiker von Big Big Train.

Am Überzeugendsten klingen für mich die Lieder „Swan Hunter“, „Edgelands”, „A Boy In Darkness” und die letzte Nummer der Platte „Hedgerow“. Alles Stücke, ausgestattet mit wunderschönen Melodien in die sich einzutauchen wahrlich lohnt. Dies gilt im Übrigen auch für fünf der sechs nun nicht namentlich aufgeführten Lieder, die allesamt ebenfalls sehr überzeugend klingen. Einzige Ausnahme stellt der Opener „Make Some Noise“ dar. Diese Nummer ist eine Mischung aus AOR und Mainstream und wäre deutlich besser bei einer Band wie Journey oder Boston aufgehoben. Warum Big Big Train dieses Lied mit auf die Neuauflage des Albums presste, ein Lied, welches stilistisch so gar nicht zum Rest passt, das wird wohl ewig das Geheimnis der Musiker bleiben.

Fazit: „English Electric Part One” ist eine typische Platte von Big Big Train geworden. Sehr melodische Musik, die in einem Lied bereits sehr viele Wendungen unternimmt. Die Lieder auf „English Electric Part One” sind aufwendig arrangiert und durch den Einsatz vieler unterschiedlicher Instrumente klingt die Musik von Big Big Train nicht nur interessanter, sondern nochmals ein wenig harmonischer. Wer die eingängige Variante des Progressive Rocks mag, die oder der wird auf diesem Album fündig. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Swan Hunter, Edgelands, A Boy In Darkness, Hedgerow



Samstag, 29. Februar 2020

Infamis – Heimat Und Verwesung





Infamis – Heimat Und Verwesung



Es gibt sie, diese deutschen Bands, die es schaffen, dieses Gefühl der Weite Amerikas in Songs zu packen. Ich kenne dieses Land, bin oft genug von Westen nach Osten und zurück gefahren, durch die Wüste Nevadas, über die Rocky Mountains, vorbei an den endlosen Feldern im „Heartland“ Amerikas. Ich habe Ortschaften gesehen, die an eine Folge aus der „Twilight Zone“ Serie erinnern, eine Straße führt rein und man hofft, dass auf der anderen Seite wieder eine Straße hinaus führt.

Irgendwo in der Mitte von Nirgendwo steht ein Diner an einem schnurgeraden, langen, leeren Highway. Der Wind weht den Staub auf, eine paar Steppenläufer rollen über den Asphalt, ein rostiger, schiefer Stacheldrahtzaun beschränkt das offene Land, das sich bis zum Horizont zieht. Die Tür des Diners quietscht, ein paar Typen sitzen an der Bar, schauen kurz auf den Neuen, der da eintritt, nicken, wenden sich wieder ihrem Bier zu. Aus der Jukebox dringt „Dann sind wir Helden, für einen Tag“. Infamis aus Berlin spielen, singen auf Deutsch. Und es passt.

An solch einem Ort sollte man eigentlich die neue Platte von Infamis hören, die „Heimat und Verwesung“ heißt. Auch dieser Titel beschreibt dieses Bild, was ich im Kopf habe. Das Vertraute und das Vergängliche. Ich mag diese Band aus Berlin sehr und das schon seit über 20 Jahren. Sie kümmern sich nicht um Hits und Charts und Verkaufszahlen, sie verfolgen einfach ihren Weg, machen da weiter, wo sie mit „Im Westen der Himmel“ vor sieben Jahren aufgehört haben. Sie bleiben ehrlich und auch bescheiden. Diese Platte beschreibt die Mitglieder der Band, wie ich sie über die Jahre kennengelernt habe. Dieses neue Album ist eine Fortsetzung ihres faszinierenden Soundtracks eines Films, den man selbst erdenken kann, wie ich das mit diesem Diner im Nirgendwo gemacht habe.

Infamis lassen Bilder entstehen, die mal tief traurig, hoffnunglos, bedrückend sind, um dann voller Nähe und Zärtlichkeit zu sein, ja, sogar Lebensfreude ausstrahlen. Es ist ein Wechselbad der Gefühle, keine Platte zum Nebenbei hören. Es ist ein Album zum Hinhören, zum Verweilen, zum in die Tiefe gehen. Sich darauf einlassen, ist wohl eine Umschreibung, die es am besten erfasst. Und immer wieder bin ich davon fasziniert, wie sie es schaffen, diesen Sound, nein, diese Bilder der Weite Amerikas einzufangen. Sie kommen eben nicht aus Idaho, Montana oder Wyoming, Infamis sind mitten aus Berlin. Großstadtcowboys mit Weitblick auf ihre ganz besondere Art und Weise. „Heimat und Verwesung“ ist ein Album, das für mich, da bin ich schon jetzt ganz sicher, auch am Ende des Jahres zu den besten Veröffentlichungen von 2020 gehören wird.

Donnerstag, 27. Februar 2020

Lana Del Rey – Honeymoon




Lana Del Rey – Honeymoon


Besetzung:

Lana Del Rey – vocals, mellotron


Gastmusiker:

Rick Nowels – acoustic guitar, electric guitar, bass, synthesizers, mellotron, piano, organ, chamberlin, electric piano, keyboards, percussion, celesta
Kieron Menzies – synthesizers, drum programming, synth bass, percussion, sampler, effects, loops
Patrick Warren – strings, winds, keyboards, programming
Curt Bisquera – live drums
Brian Griffin – drums
Leon Michels – winds, keyboards, saxophone
Derek "DJA" Allen – percussion
Rusty Anderson – electric guitar, guitar effects
David Levita – strings
Ron "Blondie Boy" Thaler – additional drums
Roger Joseph Manning Jr. – bass, omnichord
Trevor Yasuda – additional programming


Label: Polydor


Erscheinungsjahr: 2015


Stil: Pop


Trackliste:

1. Honeymoon (5:50)
2. Music To Watch Boys To (4:50)
3. Terrence Loves You (4:50)
4. God Knows I Tried (4:40)
5. High By The Beach (4:17)
6. Freak (4:55)
7. Art Deco (4:55)
8. Burnt Norton (Interlude) (1:21)
9. Religion (5:23)
10. Salvatore (4:41)
11. The Blackest Day (6:05)
12. 24 (4:55)
13. Swan Song (5:23)
14. Don’t Let Me Be Misunderstood (3:04)

Gesamtspieldauer: 1:05:16




„Honeymoon“ nannte die US-amerikanische Sängerin Lana Del Rey ihr viertes Studioalbum. Es erschien am 18. September 2015 auf den Plattenlabeln Polydor Records und Interscope Records. Es enthält Lieder, die Lana Del Rey zusammen mit Rick Nowels schrieb. Dazu gibt es mit dem kurzen Stück „Burnt Norton“ einen Titel, während dessen Lana Del Rey einen Auszug des ersten Gedichts aus T. S. Eliots „Vier Quartetten“ rezitiert. Schließlich hört man als letzte Nummer des Albums noch eine Cover-Version des Liedes „Don‘t Let Me Be Misunderstood“, geschrieben von Sol Marcus, Bennie Benjamin und Gloria Caldwell und wohl am bekanntesten in der Version von Eric Burdon and The Animals. Zwei Singles wurden mit den Liedern „High By The Beach” und „Music To Watch Boys To” aus dem Album ausgekoppelt.

Obwohl „Honeymoon“ bei den Kritikern sehr gut ankam, verkaufte sich das Album deutlich schlechter als die beiden Vorgänger, allerdings immer noch sehr gut. Lana Del Rey hatte die Richtung ihrer Musik auf „Honeymoon“ ein klein wenig anders ausgerichtet. Die Lieder waren sehr viel orchestraler instrumentiert, zumeist noch ein wenig getragener und auch trauriger klingend. Insgesamt klingt „Honeymoon“ noch ein wenig poppiger als die Vorgängerscheiben. Zudem fehlt der Platte eine Nummer, die sofort und auch längerfristig ins Ohr geht. Alles klingt gut auf „Honeymoon“, doch diesen einen Ohrwurm, den sucht man dieses Mal vergebens auf dem Album.

Dabei ist „Honeymoon“ ganz gewiss keine schlechte Scheibe geworden, allerdings eben nicht mehr ganz so überzeugend und besonders, wie die Vorgänger. Man schwelgt in warmen, weichen Tönen, der Gesang der Lana Del Rey ist einmal mehr überragend und eindrucksvoll, doch die sanften Melodien wirken nicht ganz so intensiv. Höhepunkt der Platte ist für mich die Nummer „God Knows I Tried“, mit der Lana Del Rey so unendlich verzweifelt ihre Botschaft in die Welt hinaussingt, dass man ihr nur glauben kann, dass der Liedtitel der Wahrheit entspricht. Sie muss es einfach versucht haben. Ganz bestimmt.

Fazit: Auch auf Honeymoon hört man eindeutige und intensive Lana Del Rey Musik. Fans dürften nicht enttäuscht sein. Trotzdem zünden die einzelnen Titel nicht ganz so sehr, wie auf Alben davor oder danach. Und dieser eine Titel, der weit über allen anderen steht, der ist mit „God Knows I Tried“ zwar angedeutet, erhebt sich allerdings nicht zu weit über die anderen Lieder. Spaß macht das Zuhören trotzdem. Warmer und weicher Pop der unterhält. Neun Punkte.

Anspieltipps: God Knows I Tried



Dienstag, 25. Februar 2020

Hackedepicciotto – The Current




Hackedepicciotto – The Current


Vor kurzem habe ich eine Kassette mit dem Mitschnitt meiner ersten Radio Goethe Sendung gefunden. Das war vor fast 24 Jahren an einem Samstagmorgen auf KUSF 90,3 fm San Francisco. Was ich damals spielte war so ganz anders als das, was ich heute in meiner Sendung präsentiere. Damals war ich Ende 20, heute bin ich Anfang 50. Die Zeit, ich weiß… Wenn ich diese Playlisten von 1996 mit denen von 2020 vergleiche, dann hat sich viel verändert, obwohl der Grundsatz von Radio Goethe der gleiche geblieben ist, Musik aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu spielen. Doch irgendwie haben sich da Grenzen verschoben.

Das liegt vor allem an einigen Musikerinnen und Musikern, die mir durch ihre Musik ganz neue Klangwelten eröffnet, meine Hörgewohnheiten und Hörerfahrungen verändert, ja, verschoben haben. Dazu zähle ich die Amerikanerin und Wahl-Berlinerin Danielle de Picciotto genauso wie den Bassisten der Einstürzenden Neubauten, Alexander Hacke. Ihr jüngstes gemeinsames Album heißt “The Current”, das durchaus aktuelle Themen aufgreift, die uns alles betreffen – “All men are created equal” – eine Tatsache, die nur zu oft übersehen wird, die nicht beachtet, der Grund für Hass, Neid, Gewalt ist.

Es ist keine Platte im Vorbeigehen, nichts für nebenbei zu hören. “The Current” ist vielmehr ein Album zum Hinhören. Man braucht Zeit, um den beiden auf ihrer Exkursion in die Weite und die Tiefe zu folgen. Spoken Word neben langen, komplexen Soundlandschaften. Es entsteht ein reiches Klangbild, das so ganz anders, doch so vielschichtig und farbenfroh ist. Manchmal vertraut, manchmal nachdenklich, manchmal bedrohlich. Danielle de Picciotto und Alexander Hacke ergänzen sich mit ihren Erfahrungen, ihren Geschichten, ihren musikalischen Ideen nahezu perfekt. Das wird ganz deutlich, wenn man die beiden live erleben kann. Hier die zart wirkende und tief in sich versunkene de Picciotto, die auf Violine, Drehleier und Kastenzither unglaubliche Vorgaben gibt, die dann von dem eher rau wirkenden Hacke, der durchaus auch gerne mal die Sau rausläßt, aufgenommen, ergänzt und zurückgespielt werden. “The Current” ist so ein wunderbares Zusammenspiel der beiden geworden, voller Ecken, Kanten und Tiefen. Ein Album zum Genießen.



Sonntag, 23. Februar 2020

Agnes Obel – Myopia




Agnes Obel – Myopia


Besetzung:

Agnes Obel – vocals, piano, keyboards, synthesizers, beats and rhythms


Gastmusiker:

John Corban – violin
Kristina Koropecki – cello
Charlotte Danhier – cello


Label: Deutsche Grammophon


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Kammer-Pop


Trackliste:

1. Camera‘s Rolling (4:43)
2. Broken Sleep (4:55)
3. Island Of Doom (5:29)
4. Roscian (2:17)
5. Myopia (5:16)
6. Drosera (2:27)
7. Can‘t Be (3:26)
8. Promise Keeper (2:29)
9. Parliament Of Owls (4:29)
10. Won‘t You Call Me (4:16)

Gesamtspieldauer: 39:52



„Myopia“ nannte die dänische Musikerin Agnes Obel ihr viertes Studioalbum, welches am 21. Februar auf dem Plattenlabel Deutsche Grammophon erschien. Am 29. Oktober 2019 gab Agnes Obel die Neuerscheinung zum ersten Mal bekannt und veröffentlichte gleichzeitig das Lied „Island Of Doom“ als erste Single-Auskopplung der Platte. Single Nummer zwei erschien am 7. Januar 2020 mit dem Titel „Broken Sleep“.

Wie bei den drei vorherigen Veröffentlichungen der in Berlin lebenden Dänin, so bekommt man auch auf „Myopia“ sehr intensive, sanfte und fast schon zerbrechlich wirkende Musik zu hören. Alles darauf klingt sehr melodiös und harmonisch und dabei fast durchgängig auch traurig. Oder ist es eher eine gewisse Nachdenklichkeit, die mit der Musik auf diesem Album transportiert wird? Das bleibt wohl jeder und jedem selbst überlassen und hängt sicherlich auch von der Stimmung ab, in der man sich gerade befindet. Intensiv hört es sich allerdings zu jeder Zeit an – obwohl es sehr ruhige Musik ist und von der Atmosphäre her eher in die dunkle Jahreszeit passt.

„Myopia“ bedeutet „Kurzsichtigkeit“. Alles was sich weiter entfernt befindet, scheint beim Hören des Albums nicht mehr wichtig zu sein, da man sich ganz auf das Hier und Jetzt konzentriert, auf das gerade zu Hörende eben. Und genau darin liegt auch die Stärke der Musik der Agnes Obel. Die Lieder packen Hörerin wie Hörer und wirken. Man kann sich in diese zerbrechlichen Klänge wunderbar fallen lassen – sich seinen Gedanken hingeben oder einfach nur vor sich hinträumen. Mit jedem Durchlauf des Albums wachsen die Lieder dabei noch, werden vertrauter, wichtiger.

Viele Piano-Klänge bekommt man auf „Myopia“ zu hören, dazu Violine und Cello. Genau die diese beiden Streichinstrumente sind auch die einzigen Musikinstrumente, die Agnes Obel auf „Myopia“ nicht selbst eingespielt hat. Über allem schwebt dabei die schöne und weiche und durchaus auch wandlungsreiche Stimme der Dänin, die der Musik zum Teil sogar etwas Feenhaftes bis Mystisches verleiht. Die drei etwas kürzeren Lieder „Roscian“, „Drosera“ sowie „Promise Keeper“ sind übrigens Instrumentalstücke, die allerdings nichts an Intensität vermissen lassen. 

Fazit: Wer ausschließlich Death Metal hört, die oder der wird mit „Myopia“ von Agnes Obel bestimmt nur wenig anfangen können. Alle anderen, die auch mal die sanften Töne zu schätzen wissen, werden dieses Album sicherlich deutlich mehr lieben. Und wer die ersten drei Alben der Dänin zu schätzen weiß, wird auch dieses Mal nicht enttäuscht werden. Schon beim ersten Mal des Hörens gefiel mir, was ich hörte. Doch mit jedem weiteren Durchlauf des Albums steigerte sich noch dieses Gefühl. Warm und doch so cool. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Broken Sleep, Island Of Doom



Freitag, 21. Februar 2020

Paul Simon – Paul Simon




Paul Simon – Paul Simon


Besetzung:

Paul Simon – acoustic guitar, vocals, percussion (10)


Gastmusiker:

Hal Blaine – drums (4, 10, 11)
Lynford "Hux" Brown – lead guitar (1)
Ron Carter – double bass (4)
Russell George – bass guitar (6)
Stéphane Grappelli – violin (9)
Winston Grennan – drums (1)
Stefan Grossman – bottleneck guitar (10)
Jerry Hahn – electric guitar (4, 5)
Neville Hinds – hammond organ (1)
Jackie Jackson – bass guitar (1)
Larry Knechtel – piano (1, 11), Wurlitzer electric piano (3, 11), harmonium (3, 8), Hammond organ (11)
Denzil Laing – percussion (1)
Fred Lipsius – alto saxophone (5)
Los Incas – flute, charango, percussion (2)
Mike Mainieri – vibes (4)
Charlie McCoy – bass harmonica (8)
Victor Montanez – congas (7)
Airto Moreira – percussion (5, 6)
Joe Osborn – bass guitar (7, 11)
John Schroer – tenor saxophone (5), baritone saxophone (10)
David Spinozza – acoustic guitar (4, 6)
Steven Turre – trombone (10)
Wallace Wilson – rhythm guitar (1)
Cissy Houston – backing vocals (1)
Von Eva Sims – backing vocals (1)
Renelle Stafford – backing vocals (1)
Deirdre Tuck – backing vocals (1)


Label: Columbia Records


Erscheinungsjahr: 1972


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. Mother And Child Reunion (3:09)
2. Duncan (4:43)
3. Everything Put Together Falls Apart (2:01)
4. Run That Body Down (3:54)
5. Armistice Day (3:57)
6. Me And Julio Down By The Schoolyard (2:44)
7. Peace Like A River (3:23)
8. Papa Hobo (2:35)
9. Hobo's Blues (1:20)
10. Paranoia Blues (2:58)
11. Congratulations (3:51)

Bonus Tracks der Wiederveröffentlichung auf CD im Jahr 2004:

12. Me And Julio Down By The Schoolyard (Demo – San Francisco 2/71) (2:29)
13. Duncan (Demo – San Francisco 2/71) (2:48)
14. Paranoia Blues (Unreleased Version) (3:14)

Gesamtspieldauer: 43:13



Mit seinem Namen „Paul Simon“ betitelte des amerikanische Musiker Paul Simon sein zweites Solo-Studioalbum. Es wurde am 24. Januar 1972 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht, fast zwei Jahre nachdem er sich von seinem langjährigen musikalischen Partner Art Garfunkel getrennt hatte. Sein erstes Soloalbum „The Paul Simon Songbook“ stammte noch aus dem Jahr 1965 und war damals gar nicht in den USA erschienen.

Wer auf „Paul Simon“ nun Musik im Stile des Duos Simon & Garfunkel erwartet hatte, wird wohl eher enttäuscht gewesen sein. Ein breiter Stilmix empfängt einem auf diesem Album, der von Pop über Folk bis Blues und sogar hin zum Reggae reicht. Das erste Lied „Mother And Child Reunion“ hatte Paul Simon in Jamaika aufgenommen und sich dort wohl von der dortigen Musik zusätzlich inspirieren lassen. Ins Ohr will das alles freilich nur sehr am Rande gehen. Die Musik klingt zum Teil sogar ein wenig schräg und an vielen Stellen unausgereift, irgendwie nicht vollendet. Da bleibt nur wenig hängen und begeistern können die Lieder noch weniger. Das sehen Kritiker allerdings anders. Die Platte wurde vom Rolling Stone Magazine auf Platz 268 der „500 Greatest Albums Of All Time“ gesetzt. Zudem erhielt es Platin-Status bezüglich der Verkaufszahlen in den USA.

Richtig begeistern kann mich im Grunde genommen nur ein einziger Titel auf „Paul Simon“, nämlich das Lied Duncan. Diese Nummer verfügt über eine wunderschöne Melodie, die einen Ohrwurm darstellt und welche man so schnell nicht mehr vergisst. Dazu noch ein toller und witziger Text, der unter anderem die geniale Textzeile „My father was a fisherman, My mama was a fisherman‘s friend“ enthält. Ansonsten ist das Lied „Peace Like A River“ noch sehr gelungen und auch noch ein wenig im Stile der Musik von Simon und Garfunkel gehalten. Mit weiteren Abstrichen gilt dies ebenso für die beiden Titel „Me And Julio Down By The Schoolyard“ sowie „Papa Hobo“. Der ganze Rest spricht einen dann allerdings leider so gar nicht mehr an.

Fazit: Wer auf dem zweiten Soloalbum des Paul Simon Musik erwartet hat, die so klingt wie jene, die der Musiker noch zwei Jahre zuvor mit seinem Partner Art Garfunkel präsentierte, die oder der dürfte von „Paul Simon“ enttäuscht sein. Nur wenig erinnert auf diesem Album an die Musik, für die Paul Simon Ende der 60er Jahre so geliebt wurde. Einen, vielleicht zwei Höhepunkte gibt es, doch das macht diese Scheibe noch lange nicht zu einer guten Platte. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Duncan, Peace Like A River



Mittwoch, 19. Februar 2020

Korn – Korn




Korn – Korn


Besetzung:

Jonathan Davis – vocals, bagpipes
Head – lead and rhythm guitars, vocals, backing vocals on "Ball Tongue", "Faget" and "Lies"
Munky – rhythm and lead guitars
Fieldy – bass
David Silveria – drums


Gastmusiker:

Judith Kiener – vocals on the lullaby at the end of "Daddy"


Label: Epic Records


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Nu Metal


Trackliste:

1. Blind (4:19)
2. Ball Tongue (4:29)
3. Need To (4:01)
4. Clown (4:37)
5. Divine (2:51)
6. Faget (5:50)
7. Shoots And Ladders (5:22)
8. Predictable (4:32)
9. Fake (4:51)
10. Lies (3:22)
11. Helmet In The Bush (4:02)
12. Daddy („Daddy“ endet um 12:23; nach ein paar Sekunden Stille folgt der Hidden Track „Michael & Geri“, keine Musik, ein Gespräch) (17:30)

Gesamtspieldauer: 1:05:51



Korn ist eine US-amerikanische Nu-Metal-Band aus Bakersfield, Kalifornien, die sich im Jahr 1993 gründete. Das selbstbetitelte Studio-Debütalbum erschien am 11. Oktober 1994 auf dem Plattenlabel Epic Records. Darauf werden unter anderem Themen wie Kindes- und Drogenmissbrauch und Mobbing behandelt. Das Album gilt als eines der ersten auf denen das Genre Nu Metal zu hören ist. Vier Singles wurden mit den Liedern „Blind“; „Need To“; „Shoots And Ladders“ und „Clown“ aus dem Album ausgekoppelt. „Korn“ von Korn verkaufte sich über zehn Millionen Mal und wurde im Jahr 2017 vom Rolling Stone Magazine auf Platz 30 seiner Liste der 100 größten Metal-Alben aller Zeiten gesetzt.

Auf „Korn“ hört man harten und absolut kompromisslosen Metal. Dabei geht es deutlich weniger um eine Melodie oder gar Harmonie, die Lieder auf „Korn“ krachen brachial aus den Boxen und lassen kaum Spielraum für gemäßigtere Töne. Und fängt dann ein Lied wie „Shoots And Ladders“ doch mal sanft und mit fast schon sehnsüchtigen Dudelsack-Klängen an, dann stellt dies nur die Einleitung dar. Denn auch wenn gerade dieses Lied auch im weiteren Verlauf sich nicht ebenfalls bis zum Exzess steigert, so bleiben dennoch nie Zweifel, ob sich auf „Korn“ wohl doch mal ein sanfterer Ton verirrt.

Die Musik von Korn hat auf diesem Album auch noch ein Alleinstellungsmerkmal, welches ich so nur von Tool in wenigen Liedern kenne. Es ist die Rhythmusfraktion, die neben dem Schlagzeug auch noch Perkussion aufweist, die wohl durch das Zusammenschlagen der Drum-Sticks erzeugt wird und einen auf diese Weise fast über die gesamte Dauer des Albums begleitet. Sehr besonders.

Höhepunkte auf diesem Debut sind für mich die Lieder „Faget“, „Shoots And Ladders“, „Helmet In The Bush“ sowie „Daddy“, die auch die gesamte Bandbreite der Musik der US-Amerikaner auf ihrem ersten Album wiedergeben. Diese Bandbreite mag zwar nicht sehr breit gefächert sein, dafür ist sie jedoch sehr intensiv und zielgerichtet. Besonders intensiv übrigens beim Lied „Daddy“ bei dem man Zeuge des Kindesmissbrauchs wird, dass sich die Haare auf den Armen aufstellen. Schlimm.

Fazit: Du hast Lust auf Headbanging? Na dann solltest Du Dir unbedingt mal das Debut von Korn geben, welches der Einfachheit halber auch gleich den Bandnamen trägt. Doch sei vorsichtig, die Musik ist intensiv, sehr hart, absolut kompromisslos. Das könnte zu Gehirnerschütterungen führen. Wer auf eingängige Melodien wert legt ist bei Korn fehl am Platz. Hier geht es um Metal, alles durchdringenden Metal – mit krassen Texten und Eindrücken. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Faget, Shoots And Ladders, Helmet In The Bush, Daddy



Montag, 17. Februar 2020

Mark Knopfler – Down The Road Wherever




Mark Knopfler – Down The Road Wherever


Besetzung:

Mark Knopfler – guitars, vocals


Gastmusiker:

Richard Bennett – guitars
Guy Fletcher – keyboards
Jim Cox – keyboards
Ian Thomas – drums
Glenn Worf – upright and electric bass
Danny Cummings – percussion
Lance Ellington – background vocalist
Beverley Skeete – background vocalist
Katie Kissoon – background vocalist
Kris Drever - background vocalist
Imelda May - background vocalist
Nigel Hitchcock – tenor saxophone
Tom Walsh – trumpet
Trevor Mires – trombone
John McCusker – fiddle
Mike McGoldrick – whistle
Robbie McIntosh – guitar


Label: Virgin EMI Records


Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Trapper Man (6:01)
2. Back On The Dance Floor (5:30)
3. Nobody’s Child (4:16)
4. Just A Boy Away from Home (5:12)
5. When You Leave (4:12)
6. Good On You Son (5:37)
7. My Bacon Roll (5:35)
8. Nobody Does That (5:15)
9. Drovers’ Road (5:05)
10. One Song At A Time (6:17)
11. Floating Away (5:03)
12. Slow Learner (4:34)
13. Heavy Up (6:00)
14. Every Heart In The Room (4:30)
15. Rear View Mirror (2:29)
16. Matchstick Man (2:54)

Gesamtspieldauer: 1:18:38




„Down The Road Wherever“ heißt das neunte Solo-Studioalbum des britischen Musikers Mark Knopfler. Die Platte erschien am 16. November 2018 auf dem Plattenlabel Virgin EMI Records in Form zahlreicher, unterschiedlicher Formate. Doppel-LP, Standard CD, Deluxe CD oder gleich als Box Set, welches neben Vinyl und der CD zusätzlich noch eine EP beinhaltet. Musiker müssen heutzutage kreativ sein.

Das war Mark Knopfler im Laufe seiner Karriere immer, wenn es um seine Musik geht. Und das hört man auch auf „Down The Road Wherever“. Da ist dieser unverwechselbare Gitarrensound des Engländers zu hören, genau wie sein ebenso unverwechselbarer Gesang. Manche der Stücke reihen sich nahtlos in seine vorherigen Kompositionen ein, erzeugen dieses bestimmte Wiedererkennungsgefühl, ohne dabei allerdings langweilig zu klingen. Aber dies gilt längst nicht für alle Titel auf „Down The Road Wherever“. Mark Knopfler lebt sich auf dem Album musikalisch deutlich breiter aufgestellt aus. Da hört man Lieder, die an entspannte Bar Musik erinnern, welche der Pianist zusammen mit seinem Kollege, dem Saxophonisten, zum Dinner servieren. An manchen Stellen klingt die Musik des Mark Knopfler gar leicht soulig, wieder andere Lieder auf dem Album swingen sogar. Abwechslungsreich mag das durchaus klingen, die Frage ist nur, ob man so etwas auch von Mark Knopfler, dem ehemaligen Frontmann der Dire Straits hören möchte.

Ich für meinen Teil könnte durchaus darauf verzichten, so ist es nicht weiter verwunderlich, dass ich die Höhepunkte der Scheibe in jenen Liedern finde, die nach „Mark Knopfler Wie Gehabt“ oder gar ein wenig nach den Dire Straits klingen. Wie langweilig? Nein, bewährt! Deshalb heißen meine Favoriten „Nobody’s Child“, „Drovers’ Road“ sowie „Matchstick Man“, wobei gerade das letzte Lied des Albums, das viel zu kurze „Matchstick Man“, dieses familiäre Dire Straits Gefühl nochmals sehr stark aufkommen lässt.

Fazit: Etwas uneinheitlich klingt „Down The Road Wherever“ auf jeden Fall, einige musikalische Stile hat Mark Knopfler auf diesem Album verarbeitet, sodass die Scheibe irgendwie nicht ganz rund läuft. Trotzdem ist dies unverwechselbare Mark Knopfler Musik, die immer dann ihre Höhepunkte hat, wenn sie sich am Vergangenen orientiert. Es muss nicht immer nur Neues sein. Acht Punkte.

Anspieltipps: Nobody’s Child, Drovers’ Road, Matchstick Man



Samstag, 15. Februar 2020

Chicago – Chicago Transit Authority




Chicago – Chicago Transit Authority


Besetzung:

Terry Kath – guitar, backing and lead vocals
Robert Lamm – keyboards, lead and backing vocals
Peter Cetera – bass, backing and lead vocals
Walter Parazaider – saxophone, tambourine
Lee Loughnane – trumpet, claves
James Pankow – trombone, cowbell
Danny Seraphine – drums, percussion


Label: Columbia Records


Erscheinungsjahr: 1969


Stil: Jazz Rock


Trackliste:

1. Introduction (6:35)
2. Does Anybody Really Know What Time It Is? (4:40)
3. Beginnings (7:54)
4. Questions 67 and 68 (5:09)
5. Listen (3:24)
6. Poem 58 (8:40)
7. Free Form Guitar (6:56)
8. South California Purples (6:14)
9. I’m A Man (7:43)
10. Prologue (0:56)
11. Someday (4:17)
12. Liberation (14:40)

Gesamtspieldauer: 1:17:13




„Chicago Transit Authority“ heißt das selbstbetitelte Debütalbum der logischerweise aus Chicago stammenden Band Chicago Transit Authority, die sich danach nur noch kurz Chicago nannte. Das Album wurde am 28. April 1969 ursprünglich auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht. Die ursprüngliche Platte war gleich ein Doppelalbum und die Band wurde aufgrund dieser Aufnahmen für einen Grammy Award als bester neuer Künstler des Jahres 1969 nominiert. „Chicago Transit Authority“ war 171 Wochen lang in den US-amerikanischen Billboard 200 Charts vertreten und stellte mit 155 Wochen den damaligen Rekord für die Langlebigkeit eines Rockalbums auf.

„Chicago Transit Authority“ hat nichts mit dem Schmuse-Pop und -Rock zu tun, für den Chicago Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre standen. Auf dem Doppelalbum hört man Jazz Rock, der zum Teil auch relativ funky eingespielt wurde. Mit „Free Form Guitar“ gibt es auch ein fast schon experimentelles Lied auf „Chicago Transit Authority“, bei dem die Band wohl man ausprobieren wollte, welche Klänge man der Gitarre so alles entlocken könne. Melodiös ist das alles nicht, erwartet man bei Jazz Rock auch nicht unbedingt. Somit sollte man schon an freien, unkonventionellen Klängen Gefallen finden, um mit der Scheibe warm zu werden. Für was steht das Album noch? Es gibt auf „Chicago Transit Authority“ viele lange, zum Teil ausufernde Gitarren-Soli zu hören, neben jeder Menge Bläsereinsätzen und einer dominanten Rhythmusfraktion, sodass die Musik häufig zum Mitwippen einlädt.

Zugegeben, ich musste mir diese Platte öfters zu Gemüte führen, um mir diese Musik zumindest ein wenig besser erschließen zu können. Beim ersten Durchlauf war ich keineswegs fündig geworden, „meine“ Musik auf „Chicago Transit Authority“ zu entdecken. Nach vielen Malen des Durchhörens gibt es für mich mit den Nummern „Listen“, „Poem 58“ und „I’m A Man“ allerdings zumindest drei Titel, die sich für mich lohnen gehört zu werden und die noch deutlich über den Rest der Platte hinausragen. Ansonsten fehlt mir wohl dieses Jazz-Gefühl und funky bin ja schon mal sowas von überhaupt nicht. Schlimm, aber damit kann ich leben.

Fazit: Jazz Rock, keinen Schmuse-Rock kredenzen uns auf ihrem Debutalbum die Musiker von Chicago. Einfache Musik ist das keineswegs, größtenteils auch keine eingängige. Jazz Rock, der durchaus auch mal funky angehaucht klingt und eher in die Beine und ins Blut will, denn ins Herz. Dabei klingt die Platte allerdings zu keiner Zeit wie eine Scheibe aus den 60ern und von daher durchaus auch überraschend. „Chicago Transit Authority“ ist einfach mal was anderes. Neun Punkte.

Anspieltipps: Listen, Poem 58, I’m A Man



Donnerstag, 13. Februar 2020

Bryan Ferry – Bitter-Suite




Bryan Ferry – Bitter-Suite


Besetzung:

Bryan Ferry – vocals


Gastmusiker:

Colin Good – piano, harmonium 
Richard White – soprano, alto & bass saxophone, clarinet & bass clarinet
Robert Fowler – tenor saxophone & clarinet
Alan Barnes – baritone saxophone & clarinet
Enrico Tomasso – trumpet
Malcolm Earle Smith – trombone
Ian Bateman – trombone
Martin Wheatley – banjo & guitar
John Sutton – drums
Marc Easener – tuba & sousaphone 
Frank Ricotti – percussion
Marina Moore – viola & violin
Ros Stephen – violin & viola
Julian Rowlands – bandoneon & piano
Emma Parker – violin
Victoria Sutherland – violin
Emma Owens – viola
Sarah Chapman – viola
Katy Cox – cello
Charlie Woof-Byrne – piano
Camilla Pay – harp
Chris Laurence – double bass
Sam Becker – double bass
Karen Street – accordion
Bobbie Gordon – vocals
Chloe Beth Smith – charts


Label: BMG


Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Blues, Jazz, Ragtime


Trackliste:

1. Alphaville (2:54)
2. Reason Or Rhyme (3:42)
3. Sign Of The Times (2:30)
4. New Town (3:57)
5. Limbo (2:49)
6. Bitter-Sweet (3:57)
7. Dance Away (2:47)
8. Zamba (3:06)
9. Sea Breezes (3:01)
10. While My Heart Is Still Beating (3:11)
11. Bitters End (2:26)
12. Chance Meeting (3:47)
13. Boys And Girls (4:40)

Gesamtspieldauer: 42:55




Bryan Ferry kennt man natürlich als Sänger der legendären Band Roxy Music. Schließlich veröffentlichte er inzwischen auch bereits sechzehn Solo-Alben. Die letzten Platten seiner Solo-Karriere unter der „Überschrift“ „Bryan Ferry and his Orchestra“. Darunter fällt auch das letzte Album in dieser Reihe mit dem Namen „Bitter-Sweet“. „Bitter-Sweet“ erschien am 30. November 2018 auf dem Plattenlabel BMG.

Im Grunde genommen ist „Bitter-Sweet“ allerdings kein reguläres Solo-Album, denn die dreizehn Titel der Platte finden sich bereits alle auf vorherigen Roxy Music- oder Solo-Veröffentlichungen des Bryan Ferry. Es ist allerdings auch keine „Best Of“-Scheibe. Inspiriert durch die Netflix-Serie „Babylon Berlin“ interpretiert Bryan Ferry auf dem Album seine Lieder neu, spielt sie ein, wie sie vielleicht zur damaligen Zeit in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts geklungen hätten. Und so hört man auf „Bitter-Sweet“ jazzige Töne, Blues und Ragtime. Die Lieder wurden dabei so verändert, dass man den ursprünglichen Titel oftmals erst erkennt, wenn man weiß, dass es sich vorher um diesen oder jenen Titel gehandelt hat.

Die Umsetzung dieses Ansatzes ist Bryan Ferry perfekt gelungen. Dieser zerbrechlich klingende Gesang des Engländers, welcher mit dem Alter noch intensiver zu werden scheint, in Verbindung mit wunderschönen Melodien, die ganz anders als mit Rockinstrumenten eingespielt wurden, das hat was und macht Spaß. Die Atmosphäre, die die einzelnen Nummern transportieren ist zum einen wunderschön und intensiv, oftmals auch sehr berührend. Musik, die packt und nachhallt. Und dies gleich beim ersten Mal des Hörens.

Die Titel „Alphaville“, „Reason Or Rhyme“, „Bitter-Sweet“, „Zamba“ und „Boys And Girls“ verströmen eine wunderschöne warme und intensive Stimmung, die einen fast schon zu Tränen rührt. Diese fünf Lieder zeigen, wie packend und einnehmend Musik klingen und sich anfühlen kann. Dies sind die Höhepunkte der Scheibe, doch auch die restlichen Titel lohnen gehört zu werden. Sanfter Ragtime und Blues und Jazz… wunderbar umgesetzt.

Fazit: Mit „Bitter-Sweet“ ist Bryan Ferry ein wunderschönes Album gelungen. Und dies, obwohl die Lieder der Platte alle bereits bekannt sind. Doch auf diese Art eingespielt, im Geiste der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, sind sie noch nicht bekannt und klingen sehr viel packender und intensiver, als im Original. Toll. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Alphaville, Reason Or Rhyme, Bitter-Sweet, Zamba, Boys And Girls



Dienstag, 11. Februar 2020

Leprous – Coal




Leprous – Bilateral


Besetzung:

Einar Solberg – vocals, synthesizer, grand piano
Tor Oddmund Suhrke – guitar, baritone guitar
Øystein Landsverk – guitar
Rein Blomquist – bass
Tobias Ørnes Andersen – drums, electronic drums, additional percussions


Gastmusiker:

Ihsahn – string arrangement on "Chronic", guest vocals on "Contaminate Me"
Håkon Aase – violin on "Contaminate Me"


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2013


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Foe (5:15)
2. Chronic (7:19)
3. Coal (6:50)
4. The Cloak (4:09)
5. The Valley (8:59)
6. Salt (4:30)
7. Echo (9:41)
8. Contaminate Me (9:04)

Gesamtspieldauer: 55:50




„Coal“ heißt das dritte Studioalbum der norwegischen Progressive Metal Band Leprous, welches am 20. Mai 2013 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht wurde. Es ist das letzte Album, auf dem Schlagzeuger Tobias Ørnes Andersen und Bassist Rein Blomquist zu hören sind, die in den folgenden Jahren die Band verließen.

„Coal“ knallt in der für Leprous ganz eigenen Art und Weise. Dabei darf man bei dieser Scheibe schon fast nicht mehr von Progressive Metal sprechen, sehr viel eher geht diese Musik bereits in die Richtung Progressive Rock. Einmal mehr verstehen es die Musiker dabei perfekt, diese Atmosphären aus „Laut“ und „Leise“ wunderbar miteinander zu verbinden, sodass alle Lieder zu kleinen Reisen werden, Reisen durch spannende und abwechslungsreiche musikalische Täler und Höhen. Die Melodien packen einen dabei immer wieder und es ist vor allen Dingen der Gesang, der oft mehrstimmig und redundant, fast schon hypnotisierend aus den Boxen quillt, der „Coal“ von Leprous zu einer besonderen Scheibe werden lässt.

Auch mit Höhepunkten ist das Album reich ausgestattet. Die Lieder „Foe“, „The Cloak“, „Salt“ sowie „Echo“ haben es mir dabei besonders angetan. Auch in diesen Stücken ist es häufig der mehrstimmige Gesang, der mitzureißen versteht. Aber auch wenn Einar Solberg die ganze Bandbreite seiner Stimme einsetzt, so sind das ebenso besondere Momente. Oder es ist letztendlich doch die wunderschöne Melodie, die erklingt, sich festsetzt und ein Lied zu etwas ganz Besonderem werden lässt. Vieles überzeugt auf „Coal“, welches skandinavischen Progressive Rock der besonderen Art enthält.

Fazit: Irgendwie spielen Leprous Musik in ihrer ganz eigenen Welt. So wie diese Band klingt kaum eine andere. Es sind die Gesänge, ein- oder mehrstimmig, die besonders klingen. Es sind die Melodiebögen voller Atmosphäre, abwechslungsreich und irgendwie unvorhersehbar, die auch dieses Leprous Album ausmachen. „Coal“ wird allen gefallen, die außergewöhnlichen Rock mögen und genau diesen suchen. Hier finden sie ihn. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Foe, The Cloak, Salt, Echo