Donnerstag, 17. Juni 2021

A-ha – Stay On These Roads

 



A-ha – Stay On These Roads


Besetzung:

Morten Harket – lead and backing vocals
Magne Furuholmen – keyboards, bass and drum programming, backing vocals
Pål Waaktaar – guitars, strings, backing vocals




Erscheinungsjahr: 1988


Stil: Pop


Trackliste:

1. Stay On These Roads (4:45)
2. The Blood That Moves The Body (4:06)
3. Touchy! (4:33)
4. This Alone Is Love (5:15)
5. Hurry Home (4:37)
6. The Living Daylights (4:47)
7. There‘s Never A Forever Thing (2:51)
8. Out Of Blue Comes Green (6:42)
9. You Are The One (3:51)
10. You‘ll End Up Crying (2:07)

Gesamtspieldauer: 43:40



„Stay On These Roads“ nannte die norwegische Band A-ha ihr drittes Studioalbum. Es wurde am 3. Mai 1988 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht. Mit den Liedern „The Living Daylights“, „Stay On These Roads“, „The Blood That Moves The Body“, „Touchy!“, „You Are The One“ und schließlich There‘s Never A Forever Thing“ wurden sage und schreibe sechs Singles aus dem Album ausgekoppelt, auch wenn letztgenanntes Lied auf diese Weise lediglich in Brasilien erschien. Nicht nur dadurch wird der kommerzielle Ansatz dieses Albums offensichtlich und sogar überdeutlich.

Doch Paul Waaktaar-Savoy, Hauptsongschreiber und Texter der Band schienen die Ideen nun langsam auszugehen. Innovativ oder besonders eingängig klingt hier nämlich nichts mehr. Zwar verkaufte sich das Album wohl aufgrund des Aussehens der Musiker bei der jungen weiblichen Fangemeinde noch ganz gut, doch bei den Musikkritikern konnte es gar nicht punkten. Leider zu Recht, denn auf „Stay On These Roads“ hört man nichts Interessantes mehr, nur noch poppigen Mainstream, der musikalisch absolut nichts mehr zu bieten hat. Hielt das Debutalbum zumindest noch ein paar Ohrwürmer für die Hörerinnen und Hörer parat und klang irgendwie frisch, so sucht man diese auf diesem Album vergebens.

Auch wenn man auf der Suche nach dem musikalischem Anspruch ist, so ist das dementsprechend ebenfalls schwierig, diesen auf „Stay On These Roads“ zu entdecken – genau wie besondere Höhepunkte. Die Lieder rauschen vorbei, ohne auch nur ein paar Spuren zu hinterlassen. Belanglos und langweilig. Um an dieser Stelle doch noch ein Lied zu erwähnen sei hier die letzte Nummer des Albums „You‘ll End Up Crying“ erwähnt. Weil sie so kurz ist? Weil danach endlich Schluss ist? Nein, weil sie sich auch von der Instrumentierung her positiv vom Rest der Lieder abhebt – auch wenn die Instrumente dem Synthesizer entspringen.

Fazit: Wer auf Mainstream-Pop steht, die oder der wird auf diesem Album ganz sicherlich fündig. Ansonsten gibt es zu dieser Scheibe nicht viel zu sagen. „Stay On These Roads“ enthält keine musikalischen Höhepunkte, ist für den einfachen und unkomplizierten Musikmarkt und damit die Pop-Hitparaden der damaligen Zeit konzipiert und komponiert worden. Und heute? Heute interessiert es kaum jemanden mehr. Fünf Punkte.

Anspieltipps: You‘ll End Up Crying



Dienstag, 15. Juni 2021

Mark Lanegan – Gargoyle

 



Mark Lanegan – Gargoyle


Besetzung:

Mark Lanegan – vocals


Gastmusiker:

Alain Johannes – verb guitar (1), bass (1,6,9), prophet 5 (1,2,3,5,9), harmonium (2,3), moog (2,3), mellotron (2,3,5,9), b3 (5,6), tremolo guitar (5,9), shaman drum (5), guitar (6), farfisa (6), harpsichord (6), percussion (6), e-bow (9), backing vocal (9), drum programming (9)
Rob Marshall – bass (1,2,4,10), guitar (1,2,4,8,10), synthesizer (1,10), drum programming (1,4,8,10), drum loops (2,8), acoustic guitar (7), electric guitar (7), drums (7), piano (7), horns (10)
Greg Dulli – backing vocals (1), acoustic guitar (4), moog (4)
Duke Garwood – horns (5), guitar (5)
Martyn LeNoble – bass (2,4,7,8), melody bass (2)
Frederic Lyenn Jacques – bass (5)
Jean-Philippe de Gheest – drums (5)
Jack Irons – drums (2,4,6,8)
Aldo Struyf – piano (2,3), arp (2,3,9), percussion (2,3,9)
Shelley Brien – backing vocals (3,5)
Josh Homme – backing vocals (6)




Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Death’s Head Tattoo (4:21)
2. Nocturne (4:22)
3. Blue Blue Sea (3:24)
4. Beehive (3:49)
5. Sister (5:03)
6. Emperor (3:36)
7. Goodbye To Beauty (3:15)
8. Drunk On Destruction (3:25)
9. First Day Of Winter (3:27)
10. Old Swan (6:30)

Gesamtspieldauer: 41:16



„Gargoyle“ heißt das zehnte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Mark Lanegan, was in diesem Fall unter dem Namen „Mark Lanegan Band“ veröffentlicht wurde. „Gargoyle“ erschien am 28. April 2017 auf dem Plattenlabel Heavenly Recordings. Fünf der zehn Lieder auf dem Album wurden von dem in Großbritannien lebenden Rob Marshall geschrieben, per E-Mail an Mark Lanegan geschickt, der dann anschließend die Texte dazu schrieb.

Auch „Gargoyle“ ist wieder ein Album geworden, wie man es von Mark Lanegan irgendwie erwartet. Dunkle Atmosphäre, oftmals traurig, zumindest melancholisch klingende Lieder und auch wieder zum Teil undurchdringliche Texte, die zusammen mit seiner unverwechselbaren und intensiven Stimme die Musik des Albums sehr intensiv wirken lassen. Dabei vergisst Mark Lanegan glücklicherweise niemals die Wichtigkeit seiner Melodien, die einen Titel noch interessanter werden lassen. Die Lieder gehen ins Ohr. Von Rhythmus und Tempo her bewegen sich die einzelnen Titel häufig im Mid-Tempo.

Höhepunkte des Albums sind das packende und leicht verwunschen klingende „Sister“. Bei über fünf Minuten Spieldauer schafft es Mark Lanegan wunderbar eine intensive Atmosphäre zu generieren, die sich während des Liedes auch kaum verändert und das tiefe Einsteigen in diese Musik dadurch noch vereinfacht. Ganz anders, nämlich fröhlicher und mit deutlich mehr Groove ausgestattet ist dagegen das folgende Stück „Emperor“. Ein Rhythmus zum Mitwippen und eine eingängige Melodie prägen dieses Lied, welches sich durchaus stimmungsmäßig etwas vom Rest der Lieder des Albums unterscheidet.

Fazit: Mark Lanegan macht Musik, die wirkt und klingt – derart hören sich die Lieder auf „Gargoyle“ an. Die Stimmung der einzelnen Stücke ist erneut nicht allzu „hell“, es überwiegen die nachdenklicheren Töne. Viele der Titel spielen im Mid-Tempo, die Melodien der einzelnen Lieder gehen ins Ohr. Dazu die Stimme des Mark Lanegan und fertig ist ein weiteres überzeugendes Album des US-amerikanischen Musikers. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Sister, Emperor



Sonntag, 13. Juni 2021

Alice Cooper – Easy Action

 



Alice Cooper – Easy Action


Besetzung:

Alice Cooper – vocals
Glen Buxton – lead guitar
Michael Bruce – rhythm guitar, piano, backing vocals, lead vocals on "Below Your Means" and "Beautiful Flyaway"
Dennis Dunaway – bass guitar, backing vocals
Neal Smith – drums, backing vocals


Gastmusiker:

David Briggs – piano on "Shoe Salesman"




Erscheinungsjahr: 1970


Stil: Pop, Rock, Psychdelic


Trackliste:

1. Mr. & Misdemeanor (3:10)
2. Shoe Salesman (2:39)
3. Still No Air (2:34)
4. Below Your Means (6:54)
5. Return Of The Spiders (4:32)
6. Laughing At Me (2:16)
7. Refrigerator Heaven (2:01)
8. Beautiful Flyaway (3:01)
9. Lay Down And Die, Goodbye (7:36)

Gesamtspieldauer: 34:48



„Easy Action“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Alice Cooper. Das Album wurde am 27. März 1970 auf dem Plattenlabel Straight Records veröffentlicht. Der Titel des Albums ist dem Film-Musical West Side Story entnommen worden. Die Lieder „Shoe Salesman“ und „Return Of The Spiders“ wurden als Singles ausgekoppelt. Doch wie bereits das ein Jahr zuvor erschiene Debutalbum „Pretties For You“ wurde auch „Easy Action“ nicht zu einem großartigen kommerziellen Erfolg.

Zu hören gibt es auf „Easy Action“ immer noch etwas Pop, etwas mehr Rock und noch ein wenig mehr wird das Album vom Psychedelic Rock – ganz im Stil der damaligen Zeit – beseelt. Und das klingt durchaus interessant, wenn man der Scheibe heute allerdings auch anhört, dass sie nicht aus der heutigen Zeit stammt, jedoch alles anders als altbacken klingt. Die Lieder klingen zum größten Teil sehr eingängig und nur an wenigen Stellen, wenn die Band zu sehr den psychedelischen Charakter ihrer Musik zu unterstreichen versucht, wird es dann auch mal atonal bis experimentell, wie beim letzten Lied „Lay Down And Die, Goodbye“. Insgesamt hört man auf „Easy Action“ jedoch eine gelungene Mischung aus den bereits erwähnten musikalischen Genres, die es auch heute noch lohnt anzuhören.

Höhepunkt auf der Scheibe ist das Lied „Below Your Means“, bei dem Alice Cooper es vortrefflich schaffen einen klasse Melodiebogen mit psychedelischen Aspekten zu verbinden. Und mag man es eingängig und poppiger, so sei an dieser Stelle noch das schöne, pianogetragene Lied „Beautiful Flyaway“ angeführt.

Fazit: Auch wenn „Easy Action“ weder beim Publikum noch bei den Kritikern besonders gut ankam, mir gefällt, was man auf diesem Album zu hören bekommt. Spannender und eingängiger Rock, der auch mal experimenteller klingt. Musik im Stile der beginnenden 70er Jahre gibt es auf „Easy Action“ zu hören. Freilich ohne besonderen Gassenhauer, dafür in seiner Gesamtheit überzeugend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Below Your Means, Beautiful Flyaway



Freitag, 11. Juni 2021

Screaming Trees – Dust

 





Besetzung:

Gary Lee Conner – acoustic guitar, electric guitar, backing vocals, sitar
Van Conner – bass, backing vocals, guitar
Mark Lanegan – lead vocals, guitar
Barrett Martin – percussion, cello, drums, conga, harmonium, tabla, djembe


Gastmusiker:

George Drakoulias – percussion
Chris Goss – backing vocals
Brian Jenkins – backing vocals on "Traveler"
Mike McCready – guitar solo on "Dying Days"
Jeff Nolan – guitar on "Dime Western"
Benmont Tench – organ, electric piano, mellotron, piano
21st Street Singers – backing vocals on "Dying Days"




Erscheinungsjahr: 1996


Stil: Rock


Trackliste:

1. Halo Of Ashes (4:04)
2. All I Know (3:55)
3. Look At You (4:42)
4. Dying Days (4:51)
5. Make My Mind (4:11)
6. Sworn And Broken (3:34)
7. Witness (3:39)
8. Traveler (5:22)
9. Dime Western (3:39)
10. Gospel Plow (6:17)

Gesamtspieldauer: 44:19



„Dust“ heißt das siebte Studioalbum der US-amerikanischen Band Screaming Trees und wurde am 25. Juni 1996 auf dem Plattenlabel Epic Records veröffentlicht. Mit dem Album tourten die Screaming Trees zwei Jahre, legten anschließend eine Pause ein und lösten sich schließlich im Jahr 2000 sogar auf.

Auf „Dust“ hört man Rock. Rock, der manchmal durchaus etwas härteren Art ohne, dass das Album eine reine Hard Rock oder gar Metal-Platte geworden wäre. Die Musiker der Screaming Trees schaffen es auf dem Album wunderbar, langsamere Passagen mit rockigeren Abschnitten in einem Lied selbst zu verbinden und ruhigere Lieder neben rockigen Stücken wirken zu lassen. Das klingt jederzeit eingängig und melodiös, obwohl dieser eine, dieser „richtige“ Ohrwurm nicht auf dem Album zu finden ist.

Die einzelnen Lieder besitzen alle Qualität und man hört sich das Album immer wieder gern an und auch in einem Zug durch, denn Ausfälle finden sich auf „Dust“ nicht. Mit jedem weiteren Durchlauf werden die Lieder zudem vertrauter und erklingen nochmals eingängiger. Genauso wenig wie es schlechte Lieder auf „Dust“ gibt, genauso wenig ragen einzelne Titel besonders hervor. Höhepunkt des Albums ist allerdings das Lied „Traveler“, welches leicht schräg klingt und dadurch noch ein wenig interessanter wird. Klasse hier auch der Einsatz des Mellotrons.

Fazit: Eine solide Platte ist „Dust“ geworden, das letzte zur Zeit des Bandbestehens veröffentlichte Album. Auf „Dust“ hört man gut gemachten Rock, der mit dem wiederholten Hören noch interessanter wird. Eine spannende und abwechslungsreiche Platte ohne die ganz großen Höhepunkte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Traveler



Mittwoch, 9. Juni 2021

Blur – 13

 



Blur – 13


Besetzung:

Damon Albarn – vocals, piano, keyboards, synthesizers, acoustic guitar, melodica, backing vocals on "Coffee & TV"
Graham Coxon – lead and rhythm guitars, banjo, saxophone, lead vocals on "Coffee & TV" and co-lead vocals on "Tender", backing vocals
Alex James – bass guitar, backing vocals, double bass on "Tender"
Dave Rowntree – drums, percussion


Gastmusiker:

The London Community Gospel Choir – vocals on "Tender"
Jason Cox – additional drums on "Battle"




Erscheinungsjahr: 1999


Stil: Pop, Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Tender (7:40)
2. Bugman (4:47)
3. Coffee & TV (5:58)
4. Swamp Song (4:36)
5. 1992 (5:29)
6. B.L.U.R.E.M.I. (2:52)
7. Battle (7:43)
8. Mellow Song (3:56)
9. Trailerpark (4:26)
10. Caramel (7:38)
11. Trimm Trabb (5:37)
12. No Distance Left To Run (3:27)
13. Optigan 1 (2:34)

Gesamtspieldauer: 1:06:50



Einst stand die englische Band neben Oasis für Brit Pop, der damals die Welt eroberte. Mit ihrem sechsten Studioalbum, welches den Titel „13“ trägt, hatten sich Blur schließlich ganz weit von ihren Ursprüngen entfernt. „13“, das am 15. März 1999 auf dem Plattenlabel Food Records erschein vereint viele oftmals sehr verschiedene musikalische Genres und klingt dabei auch immer wieder richtiggehend experimentell. Das Album stieg auf Platz 1 der UK-Album-Charts ein, womit es das vierte Studioalbum von Blur in Folge war, welches diese Spitzenposition erreichte. „13“ sollte zudem für über ein Jahrzehnt die letzte in der Originalbesetzung eingespielte Platte von Blur bleiben, da Gitarrist Graham Coxon die Band während der Aufnahmen zum nächsten Album „Think Tank“ verließ und erst beim bisher letzten Album der Band, „The Magic Whip“ wieder zurückkehrte. Die Lieder „Tender“, „Coffee & TV“ sowie „No Distance Left To Run“ wurden als Singles ausgekoppelt und konnten sich auch allesamt in den britischen Single-Charts positionieren.

Auf „13“ hört man poppige Titel, Lieder mit leichtem Gospel-Einschlag, verzerrte und experimentell klingende Nummern, psychedelische Stücke, rockige Lieder, punkige Lieder. Dies alles auf einer Platte, die mit diesen musikalischen Genres spielt und dabei trotzdem nicht uneinheitlich oder gar unausgegoren klingt. Blur schaffen es, diese unterschiedlichen Titel zu einem großen Ganzen zu vereinen. Die Stilbrüche sind dementsprechend gewollt und immer wieder fangen einen beim Hören besondere Melodien ein, um schließlich beim nächsten Titel wieder einen sehr schrägen Eindruck zu hinterlassen.

Höhepunkte des Albums sind das langsam beginnende und sich zu einer fast schon experimentellen Nummer steigernde „1992“, welches neben sehr melodiösen Akkorden auch dissonante Tönen aufweist. Und schließlich hört man auf „13“ das ebenfalls sanfte und wunderschöne und sehr eingängige „Mellow Song“. Auch bei diesem Titel gilt, er endet nicht so, wie er startet. Erneut klingt das Stück im Liedverlauf experimenteller, schräger und auf eine ganz bestimmte Art und Weise undurchsichtiger. Spannend allemal. Schließlich sei an dieser Stelle auch noch das herrlich psychedelisch klingende „Caramel“ erwähnt, welches ebenfalls völlig unangepasst ausläuft.

Fazit: „13“, das sechste Studioalbum von Blur hört sich alles andere als einfach an. Viele musikalische Genres werden hier auf einem Album vereint. Trotzdem klingt die Musik niemals konstruiert, auch nicht durch diesen Stilmix. Es gibt viel zu entdecken auf „13“. Keine dreizehn, jedoch zehn Punkte.

Anspieltipps: 1992, Mellow Song



Montag, 7. Juni 2021

Little Feat – Sailin‘ Shoes

 



Little Feat – Sailin‘ Shoes


Besetzung:

Lowell George – guitar, lead (all but "Cat Fever") and backing vocals, harmonica, baritone saxophone, drum machine
Bill Payne – hammond organ, backing and lead vocals ("Cat Fever"), wurlitzer electric piano, piano, accordion
Roy Estrada – bass, backing vocals
Richie Hayward – drums, backing vocals, percussion


Gastmusiker:

Milt Holland – percussion on "Easy to Slip" and "Trouble"
Sneaky Pete Kleinow – pedal steel guitar on "Willin'" and "Texas Rose Café"
Debbie Lindsey – backing vocals on "Cold Cold Cold" and "Sailin' Shoes"
Ron Elliott – rhythm guitar on "A Apolitical Blues"




Erscheinungsjahr: 1972


Stil: Blues, Boogie, Rock


Trackliste:

1. Easy To Slip (3:22)
2. Cold, Cold, Cold (4:01)
3. Trouble (2:18)
4. Tripe Face Boogie (3:16)
5. Willin‘ (2:57)
6. A Apolitical Blues (3:28)
7. Sailin’ Shoes (2:53)
8. Teenage Nervous Breakdown (2:13)
9. Got No Shadow (5:08)
10. Cat Fever (4:36)
11. Texas Rose Café (3:42)

Gesamtspieldauer: 38.00



„Sailin‘ Shoes“ heißt das zweite Studioalbum der amerikanischen Rockband Little Feat. Es wurde im Mai 1972 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht und enthält hauptsächlich Lieder, die von Blues und Boogie-Einflüssen bestimmt sind. Das Album läuft auch unter der Überschrift „Southern Rock“, doch wenn man darunter Musik wie jene von Lynyrd Skynyrd versteht, dann klingt „Sailin‘ Shoes“ definitiv anders.

Ich frage mich bei Musik immer, ob ich sie zukünftig gerne auflegen werde und ob ich mich daran erinnern werde. Im Falle von „Sailin‘ Shoes“ von Little Feat muss ich da leider Beides verneinen. Die Musik klingt weder nachhaltig, noch eingängig und auch nicht interessant. Zumindest nicht für heutige „Ohren“ und Zeiten. Blues, den man schon hunderte Mal in diesen kurzen Versionen gehört hat. Boogie, der sowieso immer gleich klingt.

Selbstverständlich war dieses Album für damalige Zeiten gut – wenn man eben auf Blues, Boogie oder unverfänglichen Rock stand. Heute langweilt die Scheibe leider an den meisten Stellen. Alles wie gesagt schon hunderte Male in verschiedenen Variationen gehört. Kennt man die Scheibe noch von früher, wird sie sicherlich mit Erinnerungen verbunden sein, die einem etwas geben. Aber zum ersten Mal gehört im Jahr 2021? Keine Höhepunkte, nichts was hängenbleibt, kein einziges Lied, was irgendwie heraussticht. Schade und höchstens noch Mittelmaß.

Fazit: Für Nostalgiker und Menschen, die dieses Album schon seit Beginn kennen sicherlich eine deutlich interessantere Scheibe als für Menschen, die sie nun zum ersten Mal hören. Heutzutage klingt das alles eher altbacken und leider auch langweilig – obwohl es sicherlich keine schlechte Musik ist. Aber sie packt einen eben nicht mehr. Schade. Vier Punkte.

Anspieltipps: Willin‘



Samstag, 5. Juni 2021

Rome – Parlez-Vous Hate?

 



Rome – Parlez-Vous Hate?


Besetzung:

Jérôme Reuter – vocals and acoustic guitars


Gastmusiker:

Eric Becker – electric guitars
Tom Gatti – bass, keyboards and programming
Laurent Fuchs – drums and percussion
Patrick Kleinbauer – backing vocals
Tom Luciani – backing vocals
Eric Becker – backing vocals




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Shangri-Fa (0:24)
2. Parlez-Vous Hate? (3:30)
3. Born In The E.U. (3:38)
4. Death From Above (3:18)
5. Panzerschokolade (4:03)
6. Der Adler Trägt Kein Lied (3:57)
7. Toll In The Great Death (3:10)
8. Feral Agents (4:06)
9. You Owe Me A Whole World (3:19)
10. Blood For All (3:35)
11. Alesia (3:41)
12. Fort Nera, Eumesville (4:45)

Gesamtspieldauer: 41:31



Auf Jérôme Reuter alias Rome ist Verlass. In schöner Regelmäßigkeit veröffentlicht der Luxemburger Studioalben. Dabei den Überblick zu behalten ist gar nicht mal so einfach, unterschiedliche Zählweisen findet man diesbezüglich im Internet. Ich schätze, wenn ich das richtig überblicke, dann ist „Parlez-Vous Hate?“ seine siebzehnte Veröffentlichung. Sicher ist, dass diese am 29. Januar 2021 auf dem Plattenlabel Trisol Musik Group veröffentlicht worden ist.

Und genau wie Rome seiner Plattenfirma treu bleibt, so bleibt sich Jérôme Reuter auch bezüglich seiner Musik treu. Denn diese besitzt auch auf diesem Album jenen gewissen Wiedererkennungswert, die sie eindeutig als eine neue Platte von Rome auszeichnet. Man hört kurze sphärische Stücke, mitunter mit etwas Gesang oder gesprochenen Worten angereichert. Dazu Einsprengsel, welche wohl aus Filmen oder Radiosendungen entnommen wurden. Und schließlich gibt es auf „Parlez-Vous Hate?“ erneut wunderschöne und eingängige Titel zu hören, die die Musik von Rome so hörenswert werden lassen. Der unverwechselbare Gesang des Jérôme Reuter in Verbindung mit diesen melodiösen Melodien, auch diese findet man eben immer auf einem Rome-Album, und so eben auch auf „Parlez-Vous Hate?“.

Ein wenig Veränderung zur letzten Platte des Luxemburgers gibt es allerdings doch. Manche der Titel klingen ein wenig poppiger. Andere wiederum etwas experimenteller wie das Stück „Panzerschokolade“. Und wer beim Hören von „Born In The E.U.“ nicht an Bruce Springsteens „Born In The U.S. A.“ denkt, war wohl zur Zeit der Veröffentlichung des Springsteen-Titels noch nicht geboren. Doch so heißen auch nicht die Höhepunkte auf „Parlez-Vous Hate?“. Diese sind das rockige Titellied, dazu das etwas verträumte „Der Adler Trägt Kein Lied“ sowie „Toll In The Great Death“. Letztgenannter Titel ist solch eine Nummer, die die Musik von Rome auszeichnet und zu etwas Besonderem werden lässt. Klasse, packende Musik dazu der eindringliche Gesang. Wahrlich hörenswert.

Fazit: Auch „Parlez-Vous Hate?“ weiß zu überzeugen. Alle diejenigen Hörerinnen und Hörer, welche die Musik von Rome schon lange zu schätzen wissen, werden ganz bestimmt auch dieses Album mögen. Ich mag es ebenso, auch wenn mir der Vorgänger aufgrund der größeren Anzahl an Höhepunkten etwas besser gefiel. Klar, Jammern auf hohem Niveau. Neun Punkte.

Anspieltipps: Toll In The Great Death



Donnerstag, 3. Juni 2021

A.R. & Machines – Erholung

 



A.R. & Machines – Erholung


Besetzung:

Achim Reichel – echo guitar, tape machine recordings


Gastmusiker:

Jochen Petersen – soprano saxophone and flute
Peter Franken – drums
Olaf Casalich – percussion


Label: Zebra


Erscheinungsjahr: 1975


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Gute Reise (12:17)
2. Alles Inklusive (10:44)
3. Erholung (7:04)
4. Atmosphäre (7:36)
5. Heute Ist Das Gestern Von Morgen (8:06)
6. Die Zukunft Der Vergangenheit (26:05)

Gesamtspieldauer: 1:11:54



Am Samstag und Sonntag den 15. und 16. September 1973 kam es in der Rheinhalle von Krefeld zum „German Rock Festival“. Dort waren unter anderem Birth Control, Triumvirat, Passport, Guru Guru, Wallenstein, Embryo, Ihre Kinder, Amon Düül II, Udo Lindenberg, Nektar, Eloy und eben auch Achim Reichel vertreten. Letzterer zwar unter seinem Namen, jedoch handelt es sich bei der Musik um jene, die er unter seinem Projekt A.R. & Machines firmierte.

A.R. & Machines hatten ihren Auftritt am 16. September. Aufgenommen wurde das Konzert von Kurt Mitzkatis mit einem batteriebetriebenen Tonbandgerät, bei dem Kurt Mitzkatis das Mikrophon während der Aufnahme über in der Hand hielt. Eingedenk dieser Tatsache, dass diese Aufnahmeprozedur alles andere als professionell war, ist die Aufnahme wahrlich gelungen und man kann Kurt Mitzkatis nur dankbar sein, hier durchgehalten und alles mitgeschnitten zu haben.

Auf „Erholung“, wie die Platte schließlich bei ihrer Veröffentlichung im Jahr 1975 hieß, hört man einmal mehr diese hypnotisierende Atmosphäre, die der Musik von A.R. & Machines so häufig innewohnt. Achim Reichel entwickelt seinen Sound an der Echo Gitarre und wird dabei durch Schlagzeug und Perkussion sowie phasenweise durch Saxophon und Flöte unterstützt. Im Zusammenspiel mit den Blasinstrumenten klingt die Musik häufig leicht jazzig angehaucht, ansonsten – wie man es von vorherigen Veröffentlichungen her kennt – redundant und fast schon ein wenig hypnotisierend.

Somit spielen einmal mehr Melodien keine Rolle in der Musik von A.R. & Machines, obwohl die hier zu hörende Musik durchaus mit eingängig umschrieben werden kann. Doch sehr viel mehr geht es eben um die Atmosphäre, die dieses Mal häufig mit viel Perkussion transportiert wird. Das Titellied „Erholung“ bildet mit seinem zunächst mehr sphärischen Klang eher die Ausnahme, denn die Regel. Ebenso wie die Nummer „Atmosphäre“, denn diese ist – oh Wunder – sphärische Atmosphäre pur.

Bis hier reichen auch die vier ursprünglich vorhandenen – und in anderer Reihenfolge angeordneten Lieder auf „Erholung“. Mit „Heute Ist Das Gestern Von Morgen“ sowie „Die Zukunft Der Vergangenheit“ schließen sich nochmals zwei ineinander übergehende Stücke mit einer Spieldauer von über 34 Minuten an, die auf der ursprünglichen Veröffentlichung nicht vorhanden waren. Die Soundqualität ist nun leider deutlich schlechter geworden, die Musik macht allerdings immer noch Spaß. Sie weist dieselben Attribute auf, wie die Titel zuvor, doch das Hörerlebnis ist aufgrund des Sounds zumindest etwas geschmälert. Es klingt deutlich zu dumpf.

Fazit: Ein weiteres sehr überzeugendes A.R. & Machines-Album ist „Erholung“ geworden. Der Sound klingt zunächst überraschend gut, die Musik hypnotisierend und redundant und erzielt gerade dadurch ihre Wirkung. Von der Live-Stimmung hört man nicht viel. Nach „Alles Inklusive“ brandet Applaus auf, dann wieder ganz am Ende des Albums. Die letzten beiden Nummern sind wohl eher Zugaben von etwas schlechterer Tonqualität. Hörenswert ist dies trotzdem noch. Elf Punkte.

Anspieltipps: Alles Inklusive



Dienstag, 1. Juni 2021

A-ha – Scoundrel Days

 



A-ha – Scoundrel Days


Besetzung:

Morten Harket – lead and backing vocals
Magne Furuholmen – keyboards, bass and drum programming, backing vocals
Pål Waaktaar – guitars, drum programming, backing vocals


Gastmusiker:

Graham Prescott – strings on track 1
Michael Sturgis – drums on tracks 2, 3, 10
Leif Karsten Johansen – bass guitar on track 3
Øystein Jevanord – drums on track 6




Erscheinungsjahr: 1986


Stil: Pop


Trackliste:

1. Scoundrel Days (4:01)
2. The Swing Of Things (4:14)
3. I‘ve Been Losing You (4:23)
4. October (3:56)
5. Manhattan Skyline (4:52)
6. Cry Wolf (4:06)
7. We‘re Looking For The Whales (3:43)
8. The Weight Of The Wind (3:59)
9. Maybe, Maybe (2:36)
10. Soft Rains Of April (3:12)

Gesamtspieldauer: 39:08



„Scoundrel Days“ heißt das zweite Studioalbum der norwegischen Band A-ha. Es wurde am 6. Oktober 1986 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht. Eine remasterte Ausgabe mit dem zusätzlichen Titel „We‘re Looking For The Whales“ erschien im Jahr 2010. Mit den Liedern „I‘ve Been Losing You“, „Cry Wolf“, „Maybe, Maybe“ (überraschenderweise lediglich in Bolivien) sowie „Manhattan Skyline“ wurden insgesamt vier Singles aus dem Album ausgekoppelt, wobei „Cry Wolf“ der größte Hit des Albums war.

Auf „Scoundrel Days“ hört man eingängigen Pop, der allerdings ohne größere Spuren zu hinterlassen an einem vorbeirauscht. Melodisch und eingängig klingt das alles, jedoch nicht weiter nachhaltig. Die Stimmungen der Lieder scheinen sich immer und immer wieder zu wiederholen, besonders hängenbleiben möchte da leider nichts. Schlecht klingt das Ganze dabei allerdings auch wieder nicht, nur eben nicht besonders, sodass man diese Platte heutzutage höchstens noch aus nostalgischen Gründen gern auflegen würde.

Die Lieder spielen in etwa alle in derselben Liga, von daher ist es gar nicht so einfach, hier einen Favoriten hervorzuheben. Am Interessantesten klingen für mich das Titellied und gleichzeitig der Opener „Scoundrel Days“ sowie das letzte Lied des Albums „Soft Rains Of April“. Doch etwas packendere Melodien, doch etwas mehr Eingängigkeit, die diese beiden Lieder über den Rest des Albums herausheben. Ganz sicher ist dies in diesen Fall allerdings reine Geschmackssache, denn qualitativ unterschieden sich die zehn Titel kaum voneinander.

Fazit: Wenn Morten Harket sang, wurden damals die Knie der Mädchen weich, so herzbetörend war sein Aussehen, seine Stimme und die von ihm dargebotene Musik, die allerdings die beiden Bandkollegen schrieben. Hört man lediglich auf die Musik, klingt das Ganze deutlich weniger „herzerweichend“, sondern vielmehr nach eingängigem Pop, der für die Hitparaden dieser Erde geschrieben wurde. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Scoundrel Days, Soft Rains Of April



Montag, 31. Mai 2021

Justin Sullivan – Surrounded

 



Justin Sullivan – Surrounded


Besetzung:

Justin Sullivan – vocals, guitars


Gastmusiker:

Anna Douglas – vocals, backing vocals
Laura Shackleton – vocals, backing vocals
Michael Dean – percussion, backing vocals
Jon Thorne – bass
Tom Moth – harp
Henning Nugel – violins, violin effects, flute
Matthew Evens – vibraphone
Tobias Unterberg – cello
Marshall Gill – guitar drones
Ceri Monger – dulcimer
Matt Bourne – harmonium
Dean White – guitar, guitar effects
Shir-Ran Yinon – violins
Jamie Lockhart – piano


Label: Ear Music


Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Independent Rock, Folk Rock


Trackliste:

1. Dirge (3:41)
2. Amundsen (4:03)
3. Coming With Me (4:10)
4. Clear Horizon (3:32)
5. Stone And Heather (4:46)
6. 28th May (4:42)
7. Akistan (3:31)
8. Unforgiven (4:06)
9. Sao Paulo (4:37)
10. 1975 (4:32)
11. Sea Again (5:00)
12. Clear Skies (3:52)
13. Rip Tides (1:39)
14. Daughter Of The Sun (3:42)
15. Ride (4:24)
16. Surrounded (4:18)

Gesamtspieldauer: 1:04:43



Ganze achtzehn Jahre ist es inzwischen bereits her, dass Justin Sullivan sein erstes und bisher einziges Studioalbum „Navigating By The Stars“ veröffentlicht hat. Allerdings erschienen in dieser Zeit sieben neue New Model Army Platten, sodass der englische Musiker also alles andere als untätig war. War „Navigating By The Stars“ noch geprägt von den Eindrücken des 11. Septembers, so entstanden die Lieder zu seinem neuen Soloalbum „Surrounded“ in den ersten Wochen des Lockdowns.

Auf „Surrounded“ stehen die sanften und ruhigen Töne im Vordergrund. Meist ist es die akustische Gitarre und der eindringliche und auch unverwechselbare Gesang des Justin Sullivan, die in Kombination ein Lied prägen. Sehr intensiv klingt das über das ganze Album hinweg und wenn dann auch noch Streicher- oder Harfenklänge ertönen, fällt es noch mal leichter, ganz tief in diese Musik einzutauchen. Das ist auch der Unterschied zu einem New Model Army Album, bei dem es zwar auch diese ruhigen Momente zu hören gibt, doch häufig auch gerockt wird. Rockige Passagen hört man auf „Surrounded“ nicht oder mit ganz viel Wohlwollen ansatzweise.

Justin Sullivan macht auf „Surrounded“ das, was er sehr gut kann, nämlich Geschichten erzählen. Diese werden mit wunderschönen Melodien auf die Reise geschickt, die voller Melancholie, Sentimentalität und manchmal auch Traurigkeit erklingen. Es ist sanfte Musik, die man auf diesem Album zu hören bekommt, Musik, die ganz schnell ins Ohr geht und dort auch nachhallt.

Wenn man Justin Sullivan etwas vorwerfen möchte, dann sicherlich, dass alle Lieder im selben Stil gehalten sind. Allerdings bewirkt gerade dies, dass man dieses Album auflegt und vom ersten bis zum letzten Akkord in eine musikalische Welt eintauchen und sich ganz dieser wunderschönen Melancholie hingeben kann. Keine Spur Langeweile kommt da auf, viel mehr ist es eine Atmosphäre, die einen über die gesamte Laufzeit von „Surrounded“ einfängt, entschleunigt und irgendwie zur Ruhe kommen lässt. Ein Geschenk.

Fazit: Ich verfolge die Musik von Justin Sullivan beziehungsweise New Model Army bereits seit den 80er Jahren. Ich kenne alle Alben, habe ihn und seine Band bereits mehrmals live gesehen. Und immer wieder, mit jeder neuen Veröffentlichung bewegt mich diese Musik auf das Neue. Ein sehr schönes und ruhiges und trotzdem packendes Album ist „Surrounded“ geworden. Für die stillen Momente des Tages bestens geeignet. Elf Punkte.

Anspieltipps: Amundsen, Akistan



Samstag, 29. Mai 2021

Alice Cooper – Pretties For You

 



Alice Cooper – Pretties For You


Besetzung:

Alice Cooper – lead vocals (all but 3), harmonica
Glen Buxton – lead guitar
Michael Bruce – rhythm guitar, backing vocals and lead (3) vocals, keyboards
Dennis Dunaway – bass guitar, backing vocals
Neal Smith – drums, backing vocals




Erscheinungsjahr: 1969


Stil: Pop, Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Titanic Overture (1:12)
2. 10 Minutes Before The Worm (1:39)
3. Sing Low, Sweet Cheerio (5:42)
4. Today Mueller (1:48)
5. Living (3:12)
6. Fields Of Regret (5:45)
7. No Longer Umpire (2:02)
8. Levity Ball (4:40)
9. B.B. On Mars (1:17)
10. Reflected (3:17)
11. Apple Bush (3:08)
12. Earwigs To Eternity (1:19)
13. Changing Arranging (3:03)

Gesamtspieldauer: 38:10



„Pretties For You“ heißt das Debüt-Studioalbum der amerikanischen Rockband Alice Cooper und erschien am 25. Juni 1969 ursprünglich auf dem Plattenlabel Straight Records. Der Name Alice Cooper bezog sich ursprünglich auf die Band und nicht auf ihren Leadsänger, der gebürtig eigentlich Vincent Damon Furnier heißt. Später wird der Name der Band nur noch mit ihm assoziiert. „Pretties For You“ wurde kaum beachtet und verkaufte sich auch schlecht. Das Cover des Albums ziert ein Gemälde des US-amerikanischen Künstlers Edward Beardsley und hing ursprünglich an der Wand des Wohnzimmers im Haus von Frank Zappa. Seine Frau Gail Zappa erzählte später, dass es ihnen gestohlen wurde.

Auf „Pretties For You“ hört man 60ies Pop, der oft sehr nach den Beatles klingt. Dazu gibt es psychedelische Einsprengsel, die mitunter ganz schön abgefahren klingen und dann sogar leicht an die frühen Pink Floyd unter Syd Barrett erinnern. Des Weiteren hört man Hard Rock Abschnitte, immer wieder Rhythmuswechsel, anders gestaltete musikalische Einschübe und schräge Takte. Abwechslungsreich und spannend klingt das durchaus – wenn auch noch nicht ganz eigenständig, da die Vorbilder durchaus herauszuhören sind.

Besonders ragt keiner der Titel heraus. Qualitativ nach unten durchbricht allerdings auch keine Nummer die Gesamtheit der Titel. Ein wenig muss man sich auf die psychedelischen Ausflüge der Band einlassen und man darf kein einfaches Pop-Rock-Album erwarten, wenn man Spaß an der Scheibe haben möchte. Möchte man die Verbindung aus Psychedelic und Rock genießen, so bietet sich das Stück „Fields Of Regret“ zum Reinhören an.

Fazit: Eine Mischung aus Pop, Rock und Psychedelic Rock präsentieren uns Alice Cooper auf ihrem ersten Album mit dem Titel „Pretties For You“. Man merkt der Musik die Zeit an, in der sie entstand. Sie klingt deutlich anders als heutige Veröffentlichungen. Eine Mischung aus den Beatles und Pink Floyd der Syd Barrett-Phase gefällig? Auf dem Debut von Alice Cooper gibt es dies zu hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Fields Of Regret



Freitag, 28. Mai 2021

Culcha Candela – Top Ten

 



Culcha Candela – Top Ten


Besetzung:

Mateo Jasik
Johnny Strange
Don Cali
Chino con Estilo


Label: Sony Music


Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Hip-Hop, Pop


Trackliste:

1. Rhythmus wie ein Tänzer (3:09)
2. Ratatang (2:44)
3. SSDF (3:30)
4. Real Life (2:36)
5. Hope (2:25)
6. Für Imma (2:52)
7. Leb Jetzt (2:15)
8. Erst der Anfang (2:50)
9. Randale (2:28)
10. Quiereme Ahora (2:26)

Gesamtspieldauer: 27:15



„Top Ten“ heißt das achte Studioalbum der Berliner Hip-Hop Formation Culcha Candela. Darauf befinden sich zehn schnell ins Ohr gehende Nummern, die irgendwo im Bereich zwischen Pop und Hip-Hop angesiedelt sind und auch mal Reggae-Anleihen aufgreifen. Unbeschwerte Gute-Laune-Musik, passend für den bevorstehenden Sommer, unkompliziert und häufig mit witzigen Texten versehen.

Wie bei vielen anderen Bands ebenso, so wurde auch die Veröffentlichung von „Top Ten“ auf dieses Jahr verschoben und war ursprünglich bereits für 2020 geplant – zusammen mit einer Tour. Alles leider aufgrund der Pandemie abgesagt. Nun, dafür bekommt man eben nun die Beats mit den eingängigen Melodien zu hören, perfekt für den hoffentlich dieses Jahr wieder stattfindenden Club-Sommer.

Musikalisch lohnt sich das super eingängige „Für Imma“, das trotz des nachdenklichem Textes zum Mitwippen animierende „Leb Jetzt“ und vor allen Dingen „Ratatang“. Für mich der Höhepunkt des Albums. Klasse lustiger Text, toller Groove und eingängige Melodie. Ein wenig zu anbiedernd „spaßig“ klingen Culcha Candela lediglich auf dem Titel „Hope“ – zum Mitgrölen auf der Tanzfläche jedoch auch bestens geeignet.

Fazit: Bei einem Culcha Candela Album weiß man, was einen erwartet. Und genau diese Musik bekommt man auch auf „Top Ten“ geboten. Gute-Laune-Lieder, zum Abtanzen und Mitgrooven. Schade allerdings, dass solch ein Album noch nicht einmal eine Laufzeit von einer halben Stunde aufweist. Ein bisschen mehr hätte es diesbezüglich durchaus sein dürfen. Ohne Bewertung.

Anspieltipps: Ratatang



Donnerstag, 27. Mai 2021

Kansas – Point Of Know Return Live & Beyond

 



Kansas – Point Of Know Return Live & Beyond


Besetzung:

Billy Greer – bass, vocals
David Ragsdale – violin, guitars
Phil Ehart – drums
Richard Williams – guitars
Ronnie Platt – vocals, keyboard
Zak Rizvi – guitars
Tom Brislin – keyboard, vocals




Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Rock, Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Cold Grey Morning (from "Freaks Of Nature", 1995) (4:15)
2. Two Cents Worth (from "Masque", 1975) (4:28)
3. The Wall (from "Leftoverture", 1976) (6:04)
4. Song For America (from "Song For America", 1975) (10:32)
5. Summer (from "The Prelude Implicit", 2016) (3:59)
6. Musicatto (from "Power", 1986) (3:39)
7. Taking In The View (from "Power", 1986) (3:15)
8. Miracles Out Of Nowhere (from "Leftoverture", 1976) (7:25)

CD2:

1. Point Of Know Return (from Point Of Know Return, 1977) (3:40)
2. Paradox (from Point Of Know Return, 1977) (4:09)
3. The Spider (from Point Of Know Return, 1977) (2:08)
4. Portrait (He Knew) (from Point Of Know Return, 1977) (5:29)
5. Closet Chronicles (from Point Of Know Return, 1977) (6:40)
6. Lightning‘s Hand (from Point Of Know Return, 1977) (4:40)
7. Dust In The Wind (from Point Of Know Return, 1977) (4:08)
8. Sparks Of The Tempest (from Point Of Know Return, 1977) (4:29)
9. Nobody‘s Home (from Point Of Know Return, 1977) (4:54)
10. Hopelessly Human (from Point Of Know Return, 1977) (7:20)
11. Carry On Wayward Son (from "Leftoverture", 1976) (6:26)
12. People Of The South Wind (from "Monolith", 1979) (4:29)
13. Refugee (from "The Prelude Implicit", 2016) (4:29)
14. Lonely Wind (from "Kansas", 1974) (5:27)

Gesamtspieldauer CD1 (43:40) und CD2 (1:08:31): 1:52:11



Sechzehn Studioalben hat die US-amerikanische Rock Band Kansas bisher veröffentlicht. Und Auszüge aus neun dieser Alben bekommt man nun auf ihrem achten Live-Album „Point Of Know Return Live & Beyond“ zu hören – und dazu noch ihr komplettes fünftes und erfolgreichstes Studioalbum „Point Of Know Return“ aus dem Jahr 1977 in der originalen Reihenfolge der dort enthaltenen Lieder. Von der ursprünglichen Besetzung sind noch Schlagzeuger Phil Ehart und Gitarrist Richard Williams mit von der Partie.

„Point Of Know Return Live & Beyond“ ist ein musikalischer Feiertag für alle Kansas Fans. Zum einen bekommt man auf diesem Livemittschnitt einen sehr schönen Überblick über das Schaffen der US-Amerikaner und kann musikalisch in dem Album schwelgen, welches wohl für viele das bekannteste der Band sein dürfte. Die Lieder spielen alle nah am Original, die Unterschiede zu den Studioversionen sind nicht groß und so lässt sich mit etwas Live-Stimmung im Hintergrund bestens und mit lediglich leichten Variationen in die Musik von Kansas eintauchen.

Man hört den sieben Musikern richtig an, dass sie Spaß an der Sache haben und ihre Musk für das Publikum zelebrieren. Vor dem Lied „Dust In The Wind“ dankt Sänger Ronnie Platt dem ehemaligen Mitglied Kerry Livgren für das Komponieren dieses Songs und hebt nochmals die Bedeutung dieses Liedes für die Karriere von Kansas hervor. Dieses Lied war sicherlich für viele jenes, so auch für mich, über welches sie Kansas kennenlernten.

Der Sound auf „Point Of Know Return Live & Beyond“ klingt kraft- und druckvoll und klar, alles ist sehr gut abgemischt, jedes Instrument ist gut vom anderen abgegrenzt, der Gesang präsent und gut zu verstehen. Nichts verschwimmt, von daher alles gut gemacht Kansas. Die letzten drei Nummern des Albums gibt es schließlich in akustischen Versionen zu hören. Auch damit können Kansas überzeugen.

Fazit: Auf „Point Of Know Return Live & Beyond“ kann man in der Musik von schwelgen – und dies über vier Jahrzehnte hinweg. Dazu gibt es noch das komplett live eingespielte „Point Of Know Return“ zu hören. Alle Lieder halten sich relativ nahe an den Originalen. Kleine Variationen sind vorhanden, die machen das Ganze hier nur noch spannender. Wer tatsächlich noch nichts von Kansas kennen sollte bekommt hier einen schönen Überblick über die ersten vierzig Jahre des musikalischen Schaffens der Band und ihr berühmtestes Album in seiner Gesamtheit. Elf Punkte.

Anspieltipps: Dust In The Wind, Nobody‘s Home



Dienstag, 25. Mai 2021

Little Feat – Little Feat

 



Little Feat – Little Feat


Besetzung:

Lowell George – lead, rhythm and slide guitars, lead vocals and backing vocals, harmonica
Bill Payne – keyboards, lead ("Snakes On Everything" and "Takin’ My Time") and backing vocals, piano
Roy Estrada – bass, backing vocals
Richard Hayward – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Russ Titelman – percussion, backing vocals, piano on "I’ve Been The One"
Ry Cooder – bottleneck guitar on "Willin’" and "Forty Four Blues / How Many More Years"
Sneaky Pete Kleinow – pedal steel on "I’ve Been The One"
Kirby Johnson – string and horn arrangements




Erscheinungsjahr: 1971


Stil: Southern Rock


Trackliste:

1. Snakes On Everything (3:07)
2. Strawberry Flats (2:25)
3. Truck Stop Girl (2:32)
4. Brides Of Jesus (3:23)
5. Willin‘ (2:25)
6. Hamburger Midnight (2:32)
7. Forty-Four Blues / How Many More Years (6:32)
8. Crack In Your Door (2:19)
9. I‘ve Been the One (2:24)
10. Takin‘ My Time (3:50)
11. Crazy Captain Gunboat Willie (1:57)

Gesamtspieldauer: 33:28



„Little Feat“ heißt das erste Studioalbum der gleichnamigen US-Rockband Little Feat. Es wurde 1971 auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht. Das Cover zeigt das Wandgemälde, „Venice In The Snow“, gemalt von der L. A. Fine Arts Squad im Jahr 1970 in Venice, Los Angeles.

Mit 33:28 ist „Little Feat“ sehr kurz ausgefallen und man sollte definitiv Southern Rock mit Blues- und Boogie-Anleihen mögen, um mit dieser Scheibe warm werden zu können. Leider fehlen auf diesem ersten Album von Little Feat völlig die eingängigen Melodien oder auch jene groovenden Abschnitte, die einem Rock-Fan auch das Herz erwärmen könnten. Da klingen Lynyrd Skynyrd schon deutlich überzeugender, kreativer und eingängiger.

Dazu gesellt sich der Umstand, dass sowohl Lowell George wie auch Bill Payne keineswegs überzeugend sangen. Richtig gelungen klingt das selten, oftmals sogar ein wenig schräg – leider wohl unbeabsichtigt. Und schließlich ärgert noch etwas an diesem Album. Es ist die Aufnahmequalität, die keineswegs mehr heutigen Standards genügt. Die Lieder klingen vom Sound her sehr dünn und dumpf. Dreht man den Lautstärkeregler weiter auf, hört sich das Ganze noch schlimmer und frustrierender an. Leiser abgespielt hört man hingegen sehr undifferenziert klingende Lieder, die einfach so an einem vorbeiziehen, ohne dabei irgendwelche Spuren zu hinterlassen.

Fazit: Es gibt Musik und Aufnahmen, die sind heute nur noch mit viel Nostalgiegefühl im Bauch gut zu hören. Jedes, Jahre zuvor entstandenes Beatles-Album klingt da soundtechnisch deutlich besser, als dieses erste Little Feat Album. Von der Musik ganz zu schweigen. Southern Rock Fans dürften aber trotzdem etwas für sich auf diesem Debut finden. Hört man diese Musik aus neutraler Sicht, wird es ungleich schwieriger. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Takin‘ My Time