Montag, 25. April 2022

The Incredible String Band – The Incredible String Band

 



The Incredible String Band – The Incredible String Band


Besetzung:

Mike Heron – lead vocals, guitar, backing vocals
Clive Palmer – lead vocals, banjo, guitar, kazoo, backing vocals
Robin Williamson – lead vocals, violin, guitar, tin whistle, fiddle, mandolin, backing vocals


Label: Elektra


Erscheinungsjahr: 1966


Stil: Folk


Trackliste:

1. Maybe Someday (2:21)
2. October Song (4:10)
3. When The Music Starts To Play (2:43)
4. Schaeffer‘s Jig (0:59)
5. Womankind (3:46)
6. The Tree (2:55)
7. Whistle Tune (1:02)
8. Dandelion Blues (3:03)
9. How Happy I Am (2:20)
10. Empty Pocket Blues (4:47)
11. Smoke Shovelling Song (3:47)
12. Can‘t Keep Me Here (2:15)
13. Good As Gone (3:31)
14. Footsteps Of The Heron (3:14)
15. Niggertown (2:09)
16. Everything‘s Fine Right Now (2:12)

Gesamtspieldauer: 45:22



„The Incredible String Band“ heißt das Debütalbum der gleichnamigen englischen Band und wurde in Europa im September 1966 auf dem Plattenlabel Elektra veröffentlicht. Sieben Monate später erschien das Album dann auch in den USA. Es ist das einzige Album der Band, auf dem die ursprüngliche Trio-Besetzung mit Clive Palmer, Robin Williamson und Mike Heron zu hören ist. Nach dieser Platte löste sich das Trio kurz auf, doch schon wenige Monate später taten sich Heron und Williamson wieder zusammen und führten die Band unter demselben Namen als Duo weiter.

Das Album wurde angeblich an einem Nachmittag im Mai 1966 im Sound Techniques Studio in Chelsea, London, aufgenommen. Man hört auf dieser Platte Folk-Musik, die zum Teil ganz nett klingt, zum Teil – zumindest für heutige Zeiten – auch ein wenig langweilig. Spannender klingt das Ganze noch zu Beginn der Platte, im weiteren Verlauf lässt die Qualität der Lieder dann doch etwas nach.

Was von Beginn an etwas skurril klingt, das ist der Gesang der drei Musiker. Während sie ihre Instrumente noch zu beherrschen verstehen, wirkt manche Gesangseinlage dann doch etwas schräg und würde den Umstand bestätigen, dass das Album an nur einem Nachmittag eingespielt worden ist. Bei achtzehn Titeln bleibt da nicht viel Zeit zum Wiederholen der Aufnahmen, selbst dann nicht, wenn man mal gesanglich daneben liegt.

Fazit: Auf dem gleichnamigen Debut der The Incredible String Band hört man unspektakulären, doch zum Teil durchaus unterhaltsamen Folk aus England. Der Musik hört man an, dass sie bereits über fünfzig Jahre alt ist, der Gesang klingt zum Teil etwas unbeholfen und manchmal sogar falsch. Trotzdem kann man diese Platte gut hören. Und Bob Dylan fand im „October Song“ sogar eines seiner Lieblingslieder der damaligen Zeit. Acht Punkte.

Anspieltipps: Maybe Someday, October Song



Samstag, 23. April 2022

Lynyrd Skynyrd – Endangered Species

 



Lynyrd Skynyrd – Endangered Species


Besetzung:

Johnny Van Zant – vocals
Gary Rossington – guitar, acoustic guitar
Mike Estes – guitar, acoustic guitar
Leon Wilkeson – bass,
Billy Powell – piano
Owen Hale – percussion, drums
Ed King – guitar, mandolin, acoustic guitar


Gastmusiker:

Dale Krantz-Rossington – background vocals, vocals
Debbie Davis – background vocals


Label: BMG


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Blues, Country, Rock


Trackliste:

1. Down South Jukin‘ (2:38)
2. Heartbreak Hotel (4:01)
3. Devil In The Bottle (3:35)
4. Things Goin‘ On (3:00)
5. Saturday Night Special (3:53)
6. Sweet Home Alabama (4:01)
7. I Ain‘t The One (3:27)
8. Am I Losin‘ (4:06)
9. All I Have Is A Song (3:21)
10. Poison Whiskey (2:47)
11. Good Luck, Bad Luck (3:23)
12. The Last Rebel (5:42)
13. Hillbilly Blues (3:42)

Gesamtspieldauer: 47:42



„Endangered Species“ heißt das achte Album der US-amerikanischen Band Lynyrd Skynyrd und wurde am 9. August 1994 ursprünglich auf dem Plattenlabel Capricorn veröffentlicht. Es ist das letzte Album der Band mit dem Gitarristen Ed King und das einzige mit dem Gitarristen Mike Estes. Viele der Lieder entstammen bereits vorher veröffentlichten Alben, die hier hauptsächlich akustisch interpretiert und nochmals veröffentlicht wurden. Das Lied „Heartbreak Hotel“ ist eine Cover-Version der entsprechenden Elvis Presley Nummer.

So scheint es einer Band zu gehen, der zu diesem Zeitpunkt einfach nichts mehr eingefallen ist. Das eigene Material auf diese Weise zu recyceln und gleichzeitig mit wenigen neuen Nummern zu veröffentlichen hinterlässt schon einen etwas faden Beigeschmack. Dementsprechend unerfolgreich verkaufte sich „Endangered Species“ auch. Es ist das Lynyrd Skynyrd Studioalbum, welches insgesamt am Schlechtesten über die Theke wanderte und auch nur kurze Zeit in den US-Billboard 200 Charts vertreten war. Dort belegte es als höchste Platzierung auch lediglich Platz 115.

Auf dem Album hört man hauptsächlich Blues, eine Prise Country dazu und noch etwas Rock. Southern Rock, durch den Lynyrd Skynyrd bekannt wurden, den gibt es auf „Endangered Species“ wohl nur, wenn man ihn unbedingt hineininterpretieren möchte. Das hilft auch diese sanfte Version ihres wohl bekanntesten Liedes „Sweet Home Alabama“ leider nichts. Denn diese Version reicht bei Weitem nicht an das Original heran. Das Lied gibt es halt schon und man vergleicht es ganz automatisch mit dem groovenden Original.

Somit bleibt „Endangered Species“ ein sehr enttäuschendes, da aufgewärmtes Album, welches zudem noch langweilig klingt. Einzige Ausnahme stellt das Lied „The Last Rebel“ dar. Doch das wurde ebenfalls bereits ein Jahr zuvor auf dem gleichnamigen Vorgängeralbum veröffentlicht und für eine gute Nummer lohnt sich wahrlich nicht der Kauf dieses Albums.

Fazit: Mit hauptsächlich aufgewärmten Liedern wollten Lynyrd Skynyrd schnell noch eine Platte auf den Markt bringen. Genau so hört sich „Endangered Species“ an und nichts anderes beinhaltet diese Platte. Leider sehr enttäuschend und für Lynyrd Skynyrd Fans, die alles von ihrer Band hören wollen vielleicht noch etwas lohnend, ansonsten aber belanglos. Vier Punkte.

Anspieltipps: The Last Rebel



Donnerstag, 21. April 2022

AnnenMayKantereit – Schlagschatten

 



AnnenMayKantereit – Schlagschatten


Besetzung (Ohne Instrumentenangabe):

Christopher Annen
Henning May
Severin Kantereit
Malte Huck




Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Marie (3:29)
2. Nur wegen dir (3:01)
3. In meinem Bett (4:04)
4. Ich geh heut nicht mehr tanzen (4:32)
5. Freitagabend (2:47)
6. Weiße Wand (3:00)
7. Hinter klugen Sätzen (3:37)
8. Sieben Jahre (5:08)
9. Jenny Jenny (3:31)
10. Alle Fragen (5:03)
11. Du bist anders (3:49)
12. Schon krass (4:10)
13. Vielleicht Vielleicht (3:27)
14. Schlagschatten (3:42)

Gesamtspieldauer: 53:25



„Schlagschatten“ heißt das zweite Studioalbum der Kölner Band AnnenMayKantereit, wenn man ihr, im Eigenverlag veröffentlichtes und selbstbetiteltes Debut von 2013 nicht mitzählt, da es wohl kein offizielles Album darstellt. „Schlagschatten“ erschien am 7. Dezember 2018 auf dem Plattenlabel Vertigo Records und erreichte in Deutschland Platz 2 der Charts. Die Lieder „Marie“ und „Schon krass“ wurden separat als Singles veröffentlicht.

Auf „Schlagschatten“ hört man eingängigen poppigen Rock bis rockigen Pop, der bereits beim ersten Mal des Hörens gut ins Ohr gehrt. Man muss sich dementsprechend nicht erst in das Album einhören, um Lieder für sich zu entdecken. Diese sind von sanft bis hin zum Mid-Tempo gehalten, zu rockig erklingt die Musik der Platte dementsprechend nie. Die Texte des Albums überzeugen mal mehr, mal weniger. Immer wenn die „Liebesschiene“ verlassen wird, klingt das deutlich spannender.

Das Album steigert sich in seinem Verlauf. Für mich liegen die überzeugendsten Titel allesamt in der Mitte bis zum Ende auf „Schlagschatten“. Dies wären die Nummern „Hinter klugen Sätzen“, „Sieben Jahre“ sowie „Du bist anders“. Drei richtig tolle Lieder, die nicht nur aufgrund ihrer Melodie wunderschön ins Ohr gehen, sondern auch zum Nachdenken anregen. Schön ist allerdings auch, dass sich auf diesem Album kein Titel befindet, den man unbedingt „überspringen“ müsste. Lediglich das Stück „Freitagabend“ wurde im Probenraum aufgenommen und ist wohl als „kleiner Spaß“ zu verstehen.

Fazit: Auch auf „Schlagschatten“ kann man für sich viele schöne Lieder entdecken, die die Band AnnenMayKantereit hörenswert klingen lassen. Eher sanft als zu rockig klingend und irgendwo im Bereich zwischen Pop und Rock angesiedelt enthält das Album einige tolle Nummern, die alle, die auf deutschen Pop und Rock stehen, überzeugen dürften. Von daher lohnt sich hier mal reinzuhören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hinter klugen Sätzen, Sieben Jahre, Du bist anders



Dienstag, 19. April 2022

Kreidler – Spells And Daubs

 



Kreidler – Spells And Daubs


Besetzung: (Ohne Instrumentenangabe)

Thomas Klein
Alexander Paulick
Andreas Reihse


Label: Bureau B


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Tantrum (4:13)
2. Toys I Never Sell (2:25)
3. Dirty Laundry (3:07)
4. Revery (4:00)
5. Unframed Drawings (4:37)
6. Freundchen (4:02)
7. Arise Above (4:23)
8. Music Follows Suit (3:39)
9. Arena (3:47)
10. Greetings From Dave (3:34)

Gesamtspieldauer: 37:51



Kreidler ist eine deutsche Band aus Düsseldorf, die – wenn man dem Wikipedia-Eintrag Vertrauen schenken darf – mit „Spells And Daubs“ im Jahr 2022 bereits ihr fünfzehntes Album veröffentlicht haben. Kreidler stehen für elektronische Musik, die dabei auch starke experimentelle Anteile aufweist.

Auf „Spells And Daubs“ hört man Musik, elektronische Musik aus dem Synthesizer, die immer wieder auch mit akustischen Geräuschen und Tönen angereichert wird. Dieses Zusammenspiel lässt die Lieder des Albums zum einen irgendwie „ungewöhnlich“, zum anderen durchaus besonders klingen.

Dabei hört sich die Musik niemals schräg, verquer oder gar frickelig an, obwohl nicht immer eine wirkliche Melodie auszumachen ist. Es werden Atmosphären erschaffen, die jede Hörerin und jeder Hörer für sich mit bestimmten Assoziationen belegen darf. Die Liedtitel mögen unter Umständen den drei Musikern beim kreieren ihrer Musik vor ihrem geistigen Auge erschienen sein, doch das muss natürlich niemand genauso nachempfinden – und kann dies wohl auch gar nicht.

In Ohr will die Musik von Kreidler auf „Spells And Daubs“ freilich nicht immer gehen, doch sie unterhält, da sie anders und spannend klingt. Und die erzeugten Stimmungen wirken dabei durchaus. Besonders gut gelingt dies Kreidler mit den beiden Titeln „Arise Above“ und „Arena“. Erstgenannter Titel changiert zwischen sphärischen Sounds und durch Rhythmus getriebenen Pop, wohingegen „Arena“ zwar sphärisch beginnt, schließlich jedoch sogar mit einer eingängigen Melodie aufwartet, bei der erneut dem Rhythmus eine große Rolle zugeschrieben wird.

Fazit: Viel elektronische Musik, viel Sphäre, Pop, Töne, Klänge, ab und an eine Melodie und dann auch mal ein Experiment. All das hört man auf Kreidlers neuestem Werk „Spells And Daubs“. Ganz bestimmt keine alltägliche Musik und genau das macht die Lieder auch aus. Sie sind besonders und klingen besonders. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Arise Above, Arena



Sonntag, 17. April 2022

Foo Fighters – Concrete And Gold

 



Foo Fighters – Concrete And Gold


Besetzung:

Dave Grohl – lead vocals (tracks 1–8, 10, 11), guitar (1–7, 9–11), acoustic guitar (8), percussion (2, 8)
Chris Shiflett – guitar (all tracks), percussion (2, 8)
Pat Smear – guitar (all tracks), percussion (2, 8)
Nate Mendel – bass (all tracks), percussion (2, 8)
Taylor Hawkins – drums (tracks 1–8, 10, 11), percussion (2, 6, 8), lead vocals (9), background vocals (1, 3, 4, 7, 10)
Rami Jaffee – piano (tracks 1, 5, 10), synthesizer (1, 6, 9), mellotron (2, 7, 10, 11), casio sk-1 (2), organ (2, 9), percussion (2, 8), farfisa organ (3, 7), arp string ensemble (3), clavinet (5), reface (5), wurlitzer (6, 9), vibraphone (7), harmonium and pump organ (8), b3 organ (10), moog (11)


Gastmusiker:

Greg Kurstin – piano (tracks 2, 7), synthesizer (6, 9), vibraphone (7, 10), arp string ensemble (7), bass synth (10)
Taylor Greenwood – background vocals (track 1)
Justin Timberlake – background vocals (track 3)
Alison Mosshart – background vocals (tracks 4, 5)
Kinga Bacik – cello (track 4)
Thomas Lea – viola (track 4)
Ginny Luke – violin (track 4)
Dave Koz – saxophone (track 5)
Inara George – background vocals (track 6)
Jessy Greene – violin (tracks 8, 10), cello (11)
Greg Sierpowski – optigan (track 8)
Paul McCartney – drums (track 9)
Shawn Stockman – background vocals (track 11)




Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Rock


Trackliste:

1. T-Shirt (1:22)
2. Run (5:23)
3. Make It Right (4:39)
4. The Sky Is A Neighborhood (4:04)
5. La Dee Da (4:02)
6. Dirty Water (5:20)
7. Arrows (4:26)
8. Happy Ever After (Zero Hour) (3:41)
9. Sunday Rain (6:11)
10. The Line (3:38)
11. Concrete And Gold (5:31)

Gesamtspieldauer: 48:22



„Concrete And Gold“ heißt das neunte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Foo Fighters. Das Album wurde am 15. September 2017 auf dem Plattenlabel Roswell Records veröffentlicht. „Concrete And Gold“ klingt etwas „weniger hart“ als so manch zuvor veröffentlichte Platte der Foo Fighters und besitzt zum Teil auch Einflüsse des Pops. Sehr wahrscheinlich ist dies auf den Einfluss des Produzenten Greg Kurstin zurückzuführen, der davor eben genau im Genre des Pops beheimatet war. Das Album verkaufte sich überaus erfolgreich und erreichte in den USA und in Großbritannien Platz 1 der Charts, in Deutschland kletterte „Concrete And Gold“ immerhin bis auf Platz 2.

Dave Grohl gab in einem Interview an, dass Musik und Text durch die aufgeheizte Atmosphäre der Wahlen von 2016 und die Präsidentschaft von Donald Trump beeinflusst worden seien. Als „Überschrift“ über das Album wählte er die Bezeichnung „Hoffnung und Verzweiflung“. Aufgenommen wurde „Concrete And Gold“ in den EastWest Studios in Hollywood, Kalifornien. Hierdurch erklären sich auch Gastmusiker wie Justin Timberlake und Paul McCartney, die zur selben Zeit in den Studios an eigenen Platten arbeiteten.

Nun, man muss kein Hard Rock Fan sein, um „Concrete And Gold“ zu mögen. Vielleicht darf man sogar nicht mal sein? Nein kaum, denn die rockigen Stellen weist das Album ebenfalls auf, sodass auch Freundinnen und Freunde der etwas härteren Gangart zufriedengestellt werden dürften. Doch insgesamt fällt „Concrete And Gold“ durchaus sanfter aus, als von einem Foo Fighter-Album bis dorthin zu erwarten. Und die Platte geht ins Ohr. Und das von vorne bis hinten. Auf dem Album hört man eine überaus eingängige Mischung aus Rock und Pop, die jede Menge Musik bereithält, die nicht nur melodiös klingt, sondern auch nachhallt.

„Concrete And Gold“ ragt ganz klar über das Mittelmaß hinaus. Zudem gibt es keine Ausfälle auf der Platte zu beklagen. Alles klingt und wirkt. Man kann das Album auflegen ohne die Fernbedienung bereitliegen haben zu müssen, jeder Titel lohnt sich. Ganz besonders sind das die Lieder „The Sky Is A Neighborhood“ sowie „Arrows“, wobei erstgenannter Titel gleichzeitig die zweite Singleauskopplung des Albums darstellt. Schließlich wird das Album mit dem Titellied auch würdig geschlossen.

Fazit: Auf „Concrete And Gold“ hört man eine überaus eingängige und melodiöse Mischung aus Rock und Pop, wobei der Schwerpunkt freilich immer noch auf dem Rock liegt. Die Lieder des Albums klingen abwechslungsreich und das Zuhören macht einfach Spaß. Und auch wenn Dave Grohl die Lieder mit „Hoffnung und Verzweiflung“ überschreibt, so wirkt die Musik insgesamt doch sehr viel eher positiv denn verzweifelt. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Sky Is A Neighborhood, Arrows, Concrete And Gold



Freitag, 15. April 2022

Paul McCartney – III

 





Besetzung:

Paul McCartney – vocals, electric and acoustic guitars, bass guitar, double bass, acoustic piano, harpsichord, mellotron, harmonium, fender rhodes, synthesizers, wurlitzer electric piano, drums, percussion, recorder


Gastmusiker:

Rusty Anderson – electric guitar (track 7)
Abe Laboriel Jr. – drums (track 7)




Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Long Tailed Winter Bird (5:16)
2. Find My Way (3:54)
3. Pretty Boys (3:00)
4. Women And Wives (2:52)
5. Lavatory Lil (2:22)
6. Deep Deep Feeling (8:25)
7. Slidin‘ (3:23)
8. The Kiss Of Venus (3:06)
9. Seize The Day (3:20)
10. Deep Down (5:52)
11. Winter Bird / When Winter Comes (3:12)

Gesamtspieldauer: 44:48



Nein, Paul McCartney hat mit „III“ kein neues Beatles- oder Wings-Album veröffentlicht. Oder doch? Im Grunde genommen stellt dieses Album vom Ansatz her die Fortsetzung einer Reihe dar, die 1970 mit seinem ersten Solo-Album „McCartney“ begann. Damals erntete der Musiker sehr negative Kritiken. Er hatte das Album völlig alleine eingespielt und nur seine Frau Linda war mit etwas Hintergrundgesang zu hören. Damals einhellige Meinung der Kritiker und vieler enttäuschter Fans: Auf der Platte befänden sich lauter nicht fertig produzierte und irgendwie auch nicht fertiggestellte Lieder.

Auch „McCartney II“ fiel zunächst in Ungnade. Das Album wurde im Jahr 1980 veröffentlicht – erneut hatte darauf Paul McCartney alle Instrumente selbst eingespielt und wiederum erneut war nur seine Frau Linda mit etwas Gesang beteiligt. Musikalisch bedeutete „McCartney II“ eine Abkehr von der bisherigen Musik des Ex-Beatle. Auf dem Album hört man Lieder, die stark vom Synthesizer beherrscht werden und dementsprechend – wohl auch der Zeit des Entstehens geschuldet – irgendwo zwischen Synthie-Pop, New Wave und Electronica angesiedelt sind.

Ungeachtet der zunächst schlechten Kritiken besitzen „McCartney“ und „McCartney II“ inzwischen eine Art Kultstatus bei Fans und auch die Kritiker denken heute anders darüber.

Nun also „McCartney III“, sehr schön stilisiert durch die drei Punkte eines Würfels. Eines gleich vorweg, die Kritiken werden bei diesem Album von Anfang an positiv ausfallen. Auf „McCartney III“ hört man ausgereifte und gut arrangierte Lieder. Lieder, die sich im Bereich Pop bis Rock bewegen, manchmal auch leicht folkig angehaucht sind und wahrlich gut ins Ohr gehen. Gleich geblieben ist der Ansatz des Paul McCartney, das gesamte Album fast alleine einzuspielen. Eine Ausnahme stellt hier die rockige Nummer „Slidin'“ dar, bei der Rusty Anderson an der E-Gitarre sowie Abe Laboriel Jr. am Schlagzeug zu hören sind.

Nach vielen Durchläufen der Platte muss ich meinen ersten Satz dieser Rezension nochmals in Frage stellen. Denn auf „McCartney III“ hört man überaus eingängige und melodische Lieder, die ins Ohr gehen. Die Stimme des Paul McCartney klingt selbstverständlich etwas gealtert, lässt in Verbindung zu den schönen Melodien jedoch jede Menge Melancholie aufkommen. Doch, die Musik auf diesem Album erinnert mich an vielen Stellen an die Beatles und auch die Wings. Paul McCartney hat kein bisschen von seinem Gespür für die wunderschöne Melodie eingebüßt. Das, was man auf „McCartney III“ zu hören bekommt klingt – falls einen die Musik des Paul McCartneys und der Beatles schon lebenslang begleitet – zum Teil sogar durchaus bewegend.

Fazit: Auf „McCartney III“ hört man Musik, die eindeutig nach Paul McCartney klingt. Sie ist deutlich weniger experimentell gehalten, als auf seinen ersten beiden selbst eingespielten Platten aus den Jahren 1970 und 1980. Dafür gibt es auf diesem Album wunderschöne Melodien zu hören, eingängige Lieder, die viele Erinnerungen aufkommen lassen. Für Menschen, die Melancholie lieben, einfach schön. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Women And Wives, Deep Down



Mittwoch, 13. April 2022

Man – Maximum Darkness

 



Man – Maximum Darkness


Besetzung:

Micky Jones – guitar, vocals
Deke Leonard – guitar, vocals
Martin Ace – bass, guitar, vocals
Terry Williams – drums, vocals


Gastmusiker:

John Cipollina – guitar


Label: Parlophone


Erscheinungsjahr: 1975


Stil: Psychedelic Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. 7171-551 (11:19)
2. Codine (7:45)
3. Babe I‘m Gonna Leave You (6:19)
4. Many Are Called But Few Get Up (13:48)
5. Bananas (11:18)

Gesamtspieldauer: 50:32



„Maximum Darkness“ heißt das zweite Live-Album der walisischen Rockband Man und wurde am 26. Mai 1975 im Roundhouse, London während des dortigen Konzertes eingespielt und im September des gleichen Jahres veröffentlicht. Es ist das letzte Album, welches Man ursprünglich auf dem Plattenlabel United Artists veröffentlichten, bevor sie zu MCA Records wechselten.

Auf „Maximum Darkness“ hört man einmal mehr diese Mischung aus Psychedelic Rock mit Blues Rock Einflüssen, für die die Waliser schon lange in ihrer Karriere standen. Unterfüttert wird dies mit einigen rockigen Improvisationen, wodurch ein sehr lebendiges und abwechslungsreiches Gesamtbild entsteht und der Blues gegenüber anderen Scheiben von man sogar deutlich zurücktritt. Der Klang der Aufnahme klingt dabei um einiges besser, als andere Live-Einspielungen der Band (Neben dem Album „Live At The Padget Rooms Penarth“ sind Man auch mit ausgewählten Live-Nummern auf „Christmas Sat The Patti sowie „Greasy Truckers“ zu hören).

Hat man Spaß daran Musiker in ausschweifenden Soli und Improvisationen zu hören, dann wird einem „Maximum Darkness“ jede Menge Spaß bereiten. Auf dem Album bekommt man diese Musik im Überfluss präsentiert und mit einem etwas rockigeren Stempel versehen, als auf manch anderer Man-Platte. Man zeigen sich hier live auf der Höhe ihres Schaffens und begeistern nicht nur das während des Konzertes anwesende Publikum, sondern auch jetzt noch Zuhörerinnen und Zuhörer beim Genießen des Albums.

Fazit: Man ist für mich eine kaum greifbare Band. Platten, die mich langweilen wechseln bei den Walisern mit solchen, die wahrlich überzeugen. „Maximum Darkness“ gehört für mich definitiv in die zweite Kategorie. Ausschweifender Rock, psychedelisch, bluesig und jederzeit groovend. Irgendwie schon cool. Elf Punkte.

Anspieltipps: Many Are Called But Few Get Up



Montag, 11. April 2022

Billy Talent – Billy Talent

 



Billy Talent – Billy Talent


Besetzung:

Benjamin Kowalewicz – lead vocals
Ian D'Sa – guitar, vocals
Jonathan Gallant – bass guitar, vocals
Aaron Solowoniuk – drums




Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Punk Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. This Is How It Goes (3:27)
2. Living In The Shadows (3:15)
3. Try Honesty (4:13)
4. Line & Sinker (3:36)
5. Lies (2:59)
6. The Ex (2:40)
7. River Below (3:00)
8. Standing In The Rain (3:20)
9. Cut The Curtains (3:50)
10. Prisoners Of Today (3:53)
11. Nothing To Lose (3:38)
12. Voices Of Violence (3:10)

Gesamtspieldauer: 41:05



„Billy Talent“ heißt das erste Studioalbum der kanadischen Rockband Billy Talent, nachdem ihre erste Platte „Watoosh!“ im Jahr 1999 noch unter dem alten Bandnamen Pezz veröffentlicht worden war. „Billy Talent“ erschien am 16. September 2003 auf dem Platenlabel Atlantic Records und erreichte in Deutschland Platz 97 der Charts.

Auf dem Debut von Billy Talent hört man eine Mischung aus Punk Rock und Alternative Rock. Wobei sich zu Beginn des Albums die Lieder häufig etwas mehr im Punk bewegen, gegen Ende dann mehr im Genre des Alternative Rocks angesiedelt sind. Umso punkiger die Lieder klingen, umso mehr sich Benjamin Kowalewicz dabei die Seele aus dem Leib schreit, umso aggressiver klingt auch die Musik. Die eingängigen Melodien gibt es von daher auch nur bei den etwas „gemäßigteren“ Liedern zu hören.

„Billy Talent“ klingen insgesamt frisch und unverbraucht auf ihrem Debutalbum. Die Gitarren rocken und der Rhythmus wird mit sehr viel Tempo nach vorne getrieben. Keine Platte zum Kuscheln, dafür Musik, die fast schon kraftvoll protzt. Kurzweilig klingt das alles durchaus, doch das Besondere in der Musik, das fehlt hier freilich. Nicht weiter schlimm, denn das war auch sicherlich nicht das Anliegen der vier Musiker. Auf „Billy Talent“ geht es darum zu rocken, frei und unverbraucht und genau das hört man auch auf diesem Album.

Fazit: Irgendwo zwischen Punk und Alternative Rock angesiedelt, spielen und schreien sich Billy Talent auf ihrem Debut mitunter die Seele aus dem Leib. Ins Ohr geht das nicht sofort, zum Teil auch später nicht, doch die Musik rockt. Und sie unterhält. Von daher für alle diejenigen gedacht und geeignet, die „harte“ Gitarren in Verbindung zu exaltiertem Gesang mögen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Standing In The Rain, Prisoners Of Today



Samstag, 9. April 2022

Calexico – El Mirador

 



Calexico – El Mirador


Besetzung:

Joey Burns – lead vocals, upright bass, electric guitar, accordion, vibes, marimba, acoustic steel string guitar, acoustic nylon string guitar, synthesizer, keyboards, cello, bowed upright bass, electric bass, 12-string acoustic guitar, melodica
John Convertino – drums, shaker, cymbal roll, tambourine, cowbell, ride cymbal
Sergio Mendoza – piano, synthesizer, congas, bongos, cowbell, steel string acoustic guitar, backing vocals, bass, shaker, electric bass, percussion, keyboards, marimba, vocals
Jacob Valenzuela – trumpet, backing vocals, vocals
Martin Wenk – trumpet, dub delay trumpet


Gastmusiker:

Rick Peron – trumpet
Gaby Moreno – backing vocals
Alessandro “Asso” Stefana – electric guitar solo, banjo, lap steel
Sam Beam – backing vocals
Jairo Zvala – vocals
Beth Goodfellow – backing vocals
Camilo Lara – drum programming, synthesizer sounds, pitch down voice
Connor Gallaher – electric guitar, pedal steel
David Gill – 1st violin
Alex Leyva-Toledo – 1st violin
Giselle Paris Aubrey – 2nd violin
Leah Lopez – 2nd violin
Johnny Contreras – acoustic nylon string guitar, vihuela, gritos, backing vocals
Antonio Pro – guitarrón, gritos
Scott Colberg –upright bass
Chris Schultz – tambourine


Label: City Slang


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Americana


Trackliste:

1. El Mirador (3:38)
2. Harness The Wind (2:54)
3. Cumbia Peninsula (3:57)
4. The You Might See (3:05)
5. Cumbia Del Polvo (3:35)
6. El Paso (2:33)
7. The El Burro Song (3:24)
8. Liberada (3:18)
9. Turquoise (2:53)
10. Constellation (3:03)
11. Rancho Azul (2:57)
12. Caldera (4:27)

Gesamtspieldauer: 39:50



Das letzte Calexico-Album „Seasonal Shift“ schaffte es nicht mich rundherum zu überzeugen. Als „Nicht-Weihnachtsalbum“ angepriesen, wurden dort dann doch Weihnachtslieder interpretiert. Spaß machte die Platte lediglich teilweise, aber es war das erste Jahr der Pandemie, irgendwie waren alle auf der Suche. Umso mehr habe ich mich gefreut zu hören, dass am 8. April 2022 das neue Album der Band erscheint, welches laut Aussage der Musiker wieder ein „ganz normales“ Calexico-Album werden sollte. „El Mirador“ heißt dieses und erschien auf dem Plattenlabel City Slang.

Inzwischen lebt Joey Burns im Norden der USA in Idaho, also sehr weit weg von mexikanischen Einflüssen. John Convertino wohnt immer noch in El Paso. Und der langjährige Keyboarder der Band, Sergio Mendoza, hatte sich gerade ein eigenes Studio in Tucson, Arizona eingerichtet. Also traf man sich dort unter gelockerten Pandemiebedingungen, um ein neues Album zu schreiben und einzuspielen. Die Magie des Ortes scheint eine Rolle zu spielen, denn um es vorweg zu nehmen, es hat sich gelohnt auf dieses Album zu warten.

„El Mirador“ bedeutet übersetzt „der Standpunkt“ oder „der Blickwinkel“. Und der musikalische Blickwinkel dieses Werks ist ganz einfach beschrieben. Auf „El Mirador“ hört man überwiegend sehr optimistisch bis fröhlich klingende Musik, die dabei auch noch tanzbar ist. Das Besondere in der Musik von Calexico ist dabei einmal mehr, dass die Musiker es schaffen lateinamerikanische Musik so aufzubereiten, dass sie auch einem Rock-Fan, die oder der in dieser musikalischen Welt nicht so beheimatet ist, gefällt.

Das Album wurde in Englisch und Spanisch eingesungen, zahlreiche Gastmusiker haben ihren Auftritt. Lediglich der Titel „Turquoise“ ist ein Instrumentalstück. Die Lieder wirken und gehen ganz schnell ins Ohr. Dieses Gespür für die eingängige Melodie beweisen Joey Burns und John Convertino auch auf diesem neuesten Werk einmal mehr. Eingängige Gitarrenlinien gepaart mit Mariachi-Sound, das sind die Zutaten dieses Albums, welches einige Höhepunkte für die Hörerin und den Hörer bereithält. Calexico schaffen es auf „El Mirador“ wieder einmal diese ganz besondere Atmosphäre mit ihrer Musik zu erzeugen und zu transportieren, die einen mit geschlossenen Augen in die Gegenden im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko versetzt – sei es, weil man bereits dort war oder es in Filmen kennenlernen durfte.

Fazit: Wer die Musik von Calexico liebt, wird von „El Mirador“ sicherlich nicht enttäuscht werden. Ohne sich selbst zu kopieren erweitern die Musiker hier ihr Repertoire um einige wunderschöne Lieder, die man bereits nach dem ersten Mal des Hörens nicht mehr missen möchte. Die Verbindung aus lateinamerikanischen Klängen mit westlicher Pop- und Rock-Musik gelingt Calexico auf „El Mirador“ einmal mehr. Da lohnt es sich reinzuhören. Elf Punkte.

Anspieltipps: The You Might See, Constellation, Caldera



Donnerstag, 7. April 2022

Linkin Park – One More Light

 



Linkin Park – One More Light


Besetzung:

Chester Bennington – lead vocals, backing vocals on "Invisible" and "Sorry for Now"
Rob Bourdon – drums, backing vocals
Brad Delson – guitar, backing vocals
Dave "Phoenix" Farrell – bass, backing vocals
Joe Hahn – samples, programming, backing vocals
Mike Shinoda – keyboard, backing vocals, programming, rap vocals on "Good Goodbye", lead vocals on "Invisible" and "Sorry For Now"


Gastmusiker:

Kiiara – vocals on "Heavy"
Pusha T – rap vocals on "Good Goodbye"
Stormzy – rap vocals on "Good Goodbye"
Ilsey Juber – backing vocals on "Talking To Myself" and "Sharp Edges"
Ross Golan – backing vocals on "Halfway Right"
Eg White – guitar and piano on "One More Light"
Jon Green – additional guitar, backing vocals and bass on "Nobody Can Save Me"
Jesse Shatkin – additional keyboard and programming on "Invisible"
Andrew Jackson – additional guitar on "Talking to Myself"




Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Pop, Elektropop


Trackliste:

1. Nobody Can Save Me (3:45)
2. Good Goodbye (3:31)
3. Talking To Myself (3:51)
4. Battle Symphony (3:36)
5. Invisible (3:34)
6. Heavy (2:49)
7. Sorry For Now (3:23)
8. Halfway Right (3:37)
9. One More Light (4:15)
10. Sharp Edges (2:58)

Gesamtspieldauer: 35:23



„One More Light“ heißt das siebte und bisher letzte Studioalbum der US-amerikanischen Band Linkin Park. Es erschien am 19. Mai 2017 auf dem Plattenlabel Records und erreichte in den USA Platz 1 der Charts, in Deutschland immerhin Platz 2. Am 20. Juli 2017, also zwei Monate nach der Veröffentlichung, beging Sänger Chester Bennington Selbstmord. Danach legte die Band eine Pause ein.

Wer Linkin Park von den ersten Veröffentlichungen her kennt, der schätzte die Band wahrscheinlich als Rock-Band, die auch härtere Töne bediente. Davon ist auf „One More Light“ nichts geblieben. Gar nichts. „One More Light“ ist angefüllt mit Pop, Synthie- bis Elektro-Pop und klingt ein ums andere Mal nach Boygroup. Zwischenzeitlich wird sogar noch mal gerappt, doch der Fokus der Scheibe liegt eindeutig auf der Pop Musik, die dazu noch unfassbar langweilig klingt.

Tatsächlich kann nichts, rein gar nichts auf „One More Light“ überzeugen. Langweiliger, anbiedernder Pop, gemacht für den ganz schnellen Konsum. Getriggert wurde der Erfolg freilich auch durch den viel zu frühen und traurigen Tod des Chester Bennington. Doch es geht einfach kein Lied ins Ohr, geschweige denn, dass es hängenbleiben würde. Nun, um doch eine Nummer etwas herauszuheben, die schließlich doch etwas wirkt, sei an dieser Stelle auf den letzten Titel des Albums verwiesen. „Sharp Edges“ überzeugt doch ein kleines bisschen. Doch das ist viel zu wenig. Aber ansonsten? Sehr schade.

Fazit: „One More Light“ ist ein Beispiel für ein Album einer Band, die sich in die absolut bedeutungslose und langweilige Richtung entwickelt hat. Zu Beginn der Karriere noch rockig unterwegs, versinkt die Band hier im Synthie-Pop-Sound. Das ist wohl nur etwas für hartgesottene Fans. Ansonsten absolut zum Vergessen. Drei Punkte.

Anspieltipps: Sharp Edges



Dienstag, 5. April 2022

System Of A Down – Mezmerize

 



System Of A Down – Mezmerize


Besetzung:

Serj Tankian – vocals, keyboards, acoustic guitar on "Question!"
Daron Malakian – vocals, guitars, bass
Shavo Odadjian – bass
John Dolmayan – drums, percussion




Erscheinungsjahr: 2005


Stil: Alternative Metal


Trackliste:

1. Soldier Side (1:03)
2. B.Y.O.B. (4:15)
3. Revenga (3:48)
4. Cigaro (2:11)
5. Radio/Video (4:09)
6. This Cocaine Makes Me Feel Like I‘m On This Song (2:08)
7. Violent Pornography (3:31)
8. Question! (3:20)
9. Sad Statue (3:25)
10. Old School Hollywood (2:56)
11. Lost In Hollywood (5:20)

Gesamtspieldauer: 36:12



„Mezmerize“ heißt das vierte und bisher vorletzte Studioalbum der armenisch-US-amerikanischen Band System Of A Down. „Mezmerize“ wurde am 17. Mai 2005 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht. Es erreichte in Deutschland sogar Platz 1 der Charts und stellt mit einer Laufzeit von lediglich etwas mehr als 36 Minuten das kürzeste Studioalbum von System Of A Down dar. „Mezmerize“ wurde gleichzeitig mit dem Album „Hypnotize“ geschrieben, welches ein halbes Jahr später in ähnlicher Cover-Aufmachung veröffentlicht wurde.

System Of A Down lieben die Extreme, was man auf „Mezmerize“ sehr gut hören kann. Unfassbar schnelle und krachende Gitarren wechseln sich mit sanften akustischen Passagen ab. Selbiges gilt für den Gesang, der mal dezent und fast schon verträumt aus den Boxen strömt, ein anderes Mal in fürchterliches Geschrei ausartet. Somit ist „Mezmerize“ durchaus ein abwechslungsreiches Album geworden, welches jedoch trotz der zum Teil im Speed-Metal-beheimateten Klänge immer eingängig bleibt.

Doch natürlich kann zu viel „Geschrei“ einen Titel killen, wenn man eben nicht auf diese Art der Sprachverbreitung steht. Glücklicherweise geschieht dies auf dem Album lediglich phasenweise. Die Höhepunkte weisen diese Passagen jedoch nur marginal auf. „Radio/Video“ ist solch ein Lied, welches rockt, dann wieder sanft klingt und sogar folkloristische Abschnitte aufweist, die mit tollen Vokal-Arrangements angefüllt wurden.

Rockig und wunderschön melodiös klingt „Question!“. „Lost In Hollywood“ stellt dann den eher sanften Ausstieg aus diesem Album dar. Neben „Radio/Video“ sind diese beiden Lieder meine Favoriten auf dem Album, da sie wunderschön ins Ohr gehen und Titel solcher Art sind, an die man sich lange erinnert und wegen derer man manchmal ein Album auflegt.

Fazit: „Mezmerize“ von System Of A Down ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden. Mal hart, mal zart dringen die Akkorde ans Ohr. Das Gespür für die eingängige Melodie zeigen die vier Musiker dabei einmal mehr. Cooles Album, welches nicht im Mainstream spielt. Harten Rock zu mögen ist allerdings eine Grundvoraussetzung, um mit dieser Scheibe warm zu werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Radio/Video, Question!, Lost In Hollywood



Sonntag, 3. April 2022

Pattern-Seeking Animals – Only Passing Through

 



Pattern-Seeking Animals – Only Passing Through

Besetzung:

Ted Leonard – vocals and guitars
Jimmy Keegan – drums, percussion and vocals
Dave Meros – basses
John Boegehold – synthesizers, programming, mellotron, assorted mandolins and guitars, electric sitar, charango and ronrocco, vihuela, autoharp and vocals


Gastmusiker:

Beraud – backing vocals (4)
Chris Flynn – backing vocals (4)
Ivy Marie – backing vocals (4)
Izora – backing vocals (4)
Jenice Rosen – bassoon (6)
John Fumo – trumpet and flugelhorn (3)
Lindsay Willinger – backing vocals (10)
Molly Pasutti – backing vocals (4, 8, 10)
Patrick McNamara – synthesizer (7)
Rini – violin (3,4)
Robin Tapp – backing vocals (4)
Stanley T Sichel – rhythm guitar (10)
Vesislava – cello (6)




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Everdark Mountain (2:50)
2. I Can’t Stay Here Anymore (6:05)
3. Time Has A Way (13:15)
4. Rock Paper Scissors (5:01)
5. Much Ado (4:49)
6. Only Passing Through (4:19)
7. Said The Stranger (7:07)
8. Here With You With Me (8:22)

Bonus Tracks:

9. I’m Not Alright (4:17)
10. Just Another Day At The Beach (3:32)

Gesamtspieldauer: 59:42



Am 1. April 2022 erschien bereits das dritte Studioalbum der im Jahr 2018 gegründeten Band Pattern-Seeking Animals, die sich aus aktuellen oder ehemaligen Musikern von Spock’s Beard zusammensetzt. „Only Passing Through“ heißt das neueste Werk der US-Amerikaner und erschien, wie bereits die beiden Vorgängerplatten, auf dem Plattenlabel InsideOut Music.

Dass die vier Musiker irgendetwas mit Spock’s Beard zu tun haben müssen, das hört man immer wieder beim Durchhören der insgesamt zehn Titel – und das liegt nicht nur am Gesang des Ted Leonard. Insgesamt weist die Musik viele Parallelen zu Spock’s Beard auf, mehr noch, als auf den beiden vorherigen Alben. Das Spiel mit den Atmosphären, das Wechseln der Stimmungen und bestimmte Melodiebögen lassen hier zwangsläufig Vergleiche aufkommen. Und dann ist da selbstverständlich auch die Eingängigkeit der einzelnen Lieder. Dieses Gespür für eine Melodie, welche schnell ins Ohr geht, das hatten die US-Amerikaner schon immer.

Besonders überzeugend klingen die Titel der Pattern-Seeking Animals immer dann, wenn sie sich im Umfeld des Progressive Rocks bewegen. Schön hört man dies bei der – oh wie überraschend – längsten Nummer des Albums „Time Has A Way“. Rhythmus- und Tempowechsel, musikalische Themen, die sich entwickeln, um schließlich in andere überzugehen sowie der Einsatz von Bläsern und Streichern lassen dieses Lied wunderschön abwechslungsreich erklingen.

Ebenfalls überaus gelungen und spannend klingt „Said The Stranger“. Das Lied besitzt einen Groove und treibt die Musik vor sich her ohne dabei in Hektik zu verfallen. „Here With You With Me“ gefällt mir alleine schon wegen der Gesangsarrangements. Ebenfalls sehr hörenswert. Den einen oder anderen Ansatz der Musik, sich eher im Mainstream Rock zu bewegen hört man allerdings ebenso auf „Only Passing Through“. Zwar gehen diese Titel genauso gut ins Ohr, sind jedoch nicht unbedingt die Musik, die man von den Pattern-Seeking Animals hören möchte, da es diese schon genügend von anderen, langweiligeren Bands gibt. Trotzdem überzeugt das Album insgesamt und mit jedem weiteren Durchlauf sogar noch ein wenig mehr, da sich viele Melodien mit jedem erneuten Mal des Hörens noch besser erschließen.

Fazit: Auch das dritte Album der Pattern-Seeking Animals ist ein überzeugendes geworden. Wer hier freilich abgefahrenen oder frickeligen Progressive Rock erwartet, die oder der wird sicherlich von „Only Passing Through“ enttäuscht werden. Auf dem Album hört man eine Mischung aus Progressive Rock und Mainstream Rock, die immer wieder melodiös überzeugt und Spaß macht gehört zu werden. Wer die ersten beiden Alben der Band mochte und auch Spock’s Beard Musik gegenüber aufgeschlossen ist, die oder der wird auch an diesem Album viel Spaß haben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Time Has A Way, Said The Stranger



Freitag, 1. April 2022

Red Hot Chili Peppers – Unlimited Love

 



Red Hot Chili Peppers – Unlimited Love


Besetzung:

Anthony Kiedis – lead vocals
Flea – bass (all tracks), piano (track 4), trumpet (3, 15)
John Frusciante – guitar (1–16), vocals (1, 5–9, 14–16), synthesizer (2, 3, 5, 7, 11, 12, 14, 16, 17), backing vocals (3, 11, 12), Mellotron (5), acoustic guitar (17)
Chad Smith – drums (1–16), percussion (1, 2), tambourine (1, 4), bass (2), shaker (7)


Gastmusiker:

Matt Rollings – piano (1, 6)
Mauro Refosco – percussion (3, 8, 10, 11, 13), tambourine (11)
Josh Johnson – saxophone (3)
Vikram Devasthali – trombone (3)
Nate Walcott – trumpet (3)
Aura T-09 – backing vocals (4)
Cory Henry – organ (5, 15)
Lenny Castro – percussion (5)




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock


Trackliste:

1. Black Summer (3:52)
2. Here Ever After (3:50)
3. Aquatic Mouth Dance (4:20)
4. Not The One (4:26)
5. Poster Child (5:18)
6. The Great Apes (5:01)
7. It‘s Only Natural (5:33)
8. She‘s A Lover (3:41)
9. These Are The Ways (3:56)
10. Whatchu Thinkin‘ (3:40)
11. Bastards Of Light (3:38)
12. White Braids & Pillow Chair (3:40)
13. One Way Traffic (4:10)
14. Veronica (4:29)
15. Let ‘Em Cry (4:23)
16. The Heavy Wing (5:31)
17. Tangelo (3:28)

Gesamtspieldauer: 1:13:14



„Unlimited Love“ heißt das zwölfte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Red Hot Chili Peppers und wurde am 1. April 2022 auf dem Plattenlabel Warner Records veröffentlicht. Wieder mit dabei ist Gitarrist John Frusciante, der die Band 2009 verließ und 2019 wieder einstieg, um Josh Klinghoffer zu ersetzen. Tatsächlich war das grandiose „Stadium Arcadium“ das letzte Album der Red Hot Chili Peppers, welches in dieser Besetzung eingespielt worden ist.

Und somit verwundert es auch nicht besonders, dass man sich gleich mit dem Eröffnungstitel „Black Summer“, der übrigens als erste Single des Albums im Februar veröffentlicht wurde, musikalisch in die Zeit vor inzwischen unglaublichen sechzehn Jahren, in das Jahr 2006 zurückversetzt fühlt. Dieses Lied hätte so auch perfekt auf eben jenes „Stadium Arcadium“ gepasst.

Doch bereits mit dem nächsten Titel „Here Ever After“ ändert sich die Stimmung. Es wird rockiger und Anthony Kiedis wechselt in den Sprechgesang, wie er zu Beginn der musikalischen Karriere der Red Hot Chili Peppers öfters zu hören war. Um die ganze musikalische Bandbreite des Albums zu erfassen muss man schließlich noch dem dritten Titel „Aquatic Mouth Dance“ lauschen. Nun klingen die Red Hot Chili Peppers absolut funky. Funk Rock eben, wofür die Band auch bereits auf früheren Alben stand.

Das sind die Zutaten des Albums: Alternative Rock, etwas Hip Hop und dazu eine Prise Funk Rock. Ein wenig scheint „Unlimited Love“ eine kleine Zeitreise durch das bisherige Schaffen der US-Amerikaner darzustellen – wenn auch die richtig aggressiven Nummern der Anfangsphase fehlen. Das Zuhören macht Spaß und ich fühle mich beim Hören sehr gut unterhalten. Und wenn das Album schließlich mit dem sanften und eingängigen „Tangelo“ ausläuft freut man sich, dass es manche Bands auch nach vielen Jahren noch schaffen gute Platten zu veröffentlichen. Und dieser Eindruck wird beim zweiten Durchlauf und nochmals mit dem dritten Mal des Durchhörens weiter gesteigert.

Fazit: „Unlimited Love“ überzeugt durchaus – mit jedem weiteren Durchlauf sogar noch ein wenig mehr. Die Red Hot Chili Peppers klingen auf ihrem neuen Album rockig, funky und selbst kurze Hip Hop-Einlagen sind vorhanden. Dazu gehen viele der Lieder gut ins Ohr. Schön, dass sich John Frusciante nach seiner Zeit mit elektronischer Musik mal wieder seiner Gitarre und dem Rock widmet und die Band so wieder in ihrer erfolgreichsten Besetzung zusammengefunden hat. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Black Summer, Tangelo