Donnerstag, 10. November 2022

Wheel – Rumination

 



Wheel – Rumination


Besetzung:

James Lascelles – vocals, guitar
Aki Virta – bass
Santeri Saksala – drums
Jussi Turunen – lead guitar




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Blood Drinker (4:07)
2. Impervious (4:22)
3. Synchronise (4:07)

Gesamtspieldauer: 12:36



Die finnisch-britische Progressive Metal Band Wheel hat kürzlich beim Label InsideOut Music einen Plattenvertrag unterschrieben, und um die Wartezeit auf das hoffentlich bald folgende neue Album der Band nicht zu lang werden zu lassen, erscheint nun am 11.11. die EP „Rumination“.

Das Kürzel „EP“ ist in diesem Fall sogar etwas „optimistisch“ gemeint, denn bei einer Gesamtspieldauer von 12:36 kann man fast von einer Single sprechen. Drei Lieder enthält diese Veröffentlichung, die jedoch die ganze Bandbreite der Musik von Wheel verdeutlicht. Harter Metal, überraschende Wendungen, krumme Takte und auch sanfte Stellen, die mit sehr schönen Melodien ausgefüllt sind. Und dies alles auf gerade einmal zwölf Minuten, verteilt auf drei Lieder.

Definitiv eine schöne Kostprobe und man darf gespannt auf mehr sein.

Fazit: Die kurze EP „Rumination“ offenbart die ganze musikalische Bandbreite der finnisch-britischen Band Wheel. Noch ist das nur ein kleines Appetithäppchen, doch schon dieses überzeugt sehr und man darf sich auf das hoffentlich bald folgende Album freuen. Ohne Bewertung.

Anspieltipps: Impervious



Dienstag, 8. November 2022

The Pretty Reckless – Other Worlds

 



The Pretty Reckless – Other Worlds


Besetzung:

Taylor Momsen – vocals
Ben Philips – guitar
Jamie Perkins – drums
Mark Damon – bass


Gastmusiker:

Alain Johannes – guitar
Mike Garson – piano
Matt Cameron – guitar, vocals




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock


Trackliste:

1. Got So High - Remix (3:19)
2. Loud Love (4:55)
3. The Keeper (4:02)
4. Quicksand (4:40)
5. 25 (5:12)
6. Only Love Can Save Me Now (4:06)
7. Death By Rock And Roll (4:08)
8. Halfway There (3:19)
9. (What’s So Funny ‘Bout) Peace, Love And Understanding (2:28)
10. Harley Darling (2:50)
11.Got So High (3:20)

Gesamtspieldauer: 42:24



Mit dem Album „Other Worlds“ der Band The Pretty Reckless, welches am 4. November auf dem Plattenlabel Century Media erschienen ist, ist das so eine Sache. Klar, die vier US-amerikanischen Musiker um Frontfrau Taylor Momsen wollten die Zeit bis zu ihrem nächsten offiziellen Album überbrücken. Doch ein neues Album mit eigenen, neu arrangierten Liedern und einigen Cover-Versionen anderer Musiker veröffentlichen? Macht das Sinn? Im Falle von The Pretty Reckless und „Other Worlds“ macht es das tatsächlich.

Der Grund ist, dass dieses Album besonders klingt. Viele Stücke wurden in Akustik-Versionen eingespielt und entwickeln dadurch ihren ganz eigenen Charme. Hier sei besonders das David Bowie Cover „Quicksand“ erwähnt, was auch in dieser Version der Pretty Reckless zum knieerweichen schön erklingt. Doch auch die Coverversionen der Lieder von Soundgarden („Loud Love“), Chris Cornell („The Keeper“), King Animal („Halfway There“) oder Elvis Costellos „(What’s So Funny ‘Bout) Peace, Love And Understanding“ hören sich in ihren neuen Interpretationen sehr überzeugend an.

Die Eigenkompositionen „25“, „Death By Rock And Roll“, „Got So High“, „Harley Darling“ und „Only Love Can Save Me Now“ bekommt man auf „Other Worlds“ in neu arrangierten Unplugged-Versionen geboten und lassen diese Lieder von einer ganz neuen, nicht weniger interessanten Seite erscheinen. Das Zuhören macht jede Menge Spaß und zeigt in diesem Fall, dass in der Pandemie auch manch gute Ideen und deren Umsetzung geboren wurden.

Fazit: Klar, mit Cover-Versionen oder auch Neuinterpretationen der eigenen Stücke ist das immer so eine Sache. Aber wenn sie so überzeugend und irgendwie schön klingen wie auf „Other Worlds“, dann lohnt sich das Zuhören doch. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Quicksand, Got So High



Freitag, 4. November 2022

Luke Evans – A Song For You

 



Luke Evans – A Song For You


Besetzung:

Luke Evans – vocals


Gastmusiker:

City Of Prague Philharmonic Orchesstra
Treorchy Male Choir
Juliette Pochin – piano, keyboards
James Morgan – piano
Phil Donnelly – upright bass, bass
Tom Clare – drums
Ben Robbins – drum programmer
Nick Kendall – acoustic & electric guitars
Robert Davis – additional backing vocals
Gareth Treseder – additional backing vocals
Nicole Kidman – vocals
Charlotte Church – vocals


Label: BMG


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Pop


Trackliste:

1. A Song For You (4:20)
2. You Raise Me Up (4:43)
3. Horizons Blue (3:13)
4. Bridge Over Troubled Water (5:04)
5. Say Something (3:54)
6. My Way (4:26)
7. Over the Rainbow (3:35)
8. Calon Lân (3:37)
9. I Can’t Make You Love Me (4:46)
10. Come What May (4:49)
11. Busy Breaking Yours (3:27)
12. Everybody Hurts (5:29)
13. Last Christmas (3:56)
14. Silent Night (3:31)

Gesamtspieldauer: 59:06



Nachdem der walisische Schauspieler Luke Evans im Jahr 2019 mit „At Last“ sein Debut-Album veröffentlichte, erscheint nun am 4. November 2022 seine zweite Platte. „A Song For You“ heißt diese und erscheint auf dem Label BMG.

Darauf zu hören sind, wie bereits beim ersten Album, hauptsächlich orchestral instrumentierte Pop-Cover-Versionen. Beim Stück „Say Something“ gibt es ein Duett mit Nicole Kidman und beim Titel „Come What May“ erklingt eines mit Charlotte Church.

Die Lieder „Horizons Blue“ sowie „Busy Breaking Yours“ stellen dahingehend Besonderheiten des Albums dar, da es sich in diesen Fällen nicht um Cover-Versionen handelt. Diese Lieder schrieb Luke Evans zusammen mit Amy Wadge. Sehr viel Herzschmerz. Und ganz am Ende findet sich sogar noch eine englischsprachige Version von „Stille Nacht, Heilige Nacht“, um auch in der Vorweihnachtszeit noch zu punkten.

Fazit: Wer bekannte Lieder gerne neu eingesungen und orchestral instrumentiert hören möchte, die oder der liegt auch bei der neuen Luke Evans Scheibe absolut richtig und kann hier nichts falsch machen. Ohne Bewertung.

Anspieltipps: Everybody Hurts



Donnerstag, 3. November 2022

Voivod – Ultraman (EP)

 




Voivod – Ultraman


Besetzung:

Denis “Snake” Belanger – vocals
Daniel “Chewy” Mongrain – guitar
Dominic “Rocky” Laroche – bass
Michel “Away” Langevin – drums




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Comedy, Metal


Trackliste:

1. Ultraman - Opening Theme (1:29)
2. Ultraman - Victory Theme(0:38)
3. Ultraman - Closing Theme(0:46)
4. Overreaction (Return To Morgöth - Live 2018) (5:24)
5. Voïvod (Return To Morgöth - Live 2018) (6:09)

Gesamtspieldauer: 14:29



Nachdem im Februar dieses Jahres mit „Synchro Anarchy“ das fünfzehnte Studioalbum der kanadischen Metal Band Voivod erschienen ist, legen die vier Musiker nochmals mit einer EP nach. Darauf zu hören ist eine Art Parodie, nach eigenen Aussagen eine Hommage, an die Fernsehserie „Ultraman“, sowie zwei im Jahre 2018 eingespielte Live-Aufnahmen.

Die „Hommage“ an die Fernsehserie ist in drei Teile mit Lauflängen von 1:29, 0:38 sowie 0:46 Minuten aufgeteilt. Warum diese Teile nicht zu einem zusammengefasst wurden, bleibt sicherlich das Geheimnis der Band. Die Musik hat auch nichts mit der eigentlichen Musik von Voivod zu tun. Es klingt wie die Titelmelodie einer Kindersendung und ist es letztendlich auch.

Schließlich gibt es allerdings noch zwei gelungene Live-Versionen der Titel „Overreaction“, und „Voïvod“ zu hören. Diese sind gut abgemischt und durchaus hörenswert. Ob es sich deswegen allerdings lohnt diese EP zu erwerben? Vielleicht für Fans, die wirklich alles von ihrer Heavy Metal Lieblingsband besitzen möchten. Für alle anderen eher nicht.

Fazit: Eine kurze und dreigeteilte Hommage an eine Kindersendung sowie zwei gelungene Heavy Metal Live-Versionen enthält diese EP von Voivod. Doch selbst für Fans erscheint es in diesem Fall fraglich, ob man sich „Ultraman“ zulegen sollte. Nur was für Hardcore-Fans. Vier Punkte.

Anspieltipps: Overreaction


Mittwoch, 2. November 2022

The Offering – Seeing The Elephant

 



The Offering – Seeing The Elephant


Besetzung:

Alexander Richichi – vocals
Nishad George – guitar
Spencer Metela – bass
Steve Finn – drums




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Metal


Trackliste:

1. W.A.S.P (7:32)
2. Ghost Mother (3:35)
3. Tipless (1:52)
4. Rose Fire (5:48)
5. Seeing The Elephant (2:02)
6. My Heroine (5:43)
7. Flower Children (6:24)
8. Tiny Disappointments (6:36)
9. With Consent (5:07)
10. Esther Weeps (7:05)

Gesamtspieldauer: 51:48



Nach ihrem Debut „Home“ im Jahr 2019 erscheint nun das zweite Album der US-amerikanischen Metal Band The Offering. „Seeing The Elephant“ heißt dieses und wird am 4. November auf dem Plattenlabel Century Media veröffentlicht.

Es dauert keine Sekunde nach dem Auflegen von „Seeing The Elephant“ und die Musik eskaliert. Zu Beginn von „W.A.S.P“ hört man das infernale Schreien des Alexander Richichi gepaart mit einem hämmernden Bass, einem staccatoartigen Riff und einem anscheinend auf seine Robustheit hin getesteten Schlagzeug. Mit der Eröffnung zelebrieren die vier Musiker gleich Hard Core Metal und stimmen die Zuhörerinnen und Zuhörer auf die nun folgende Musik ein.

Hard Core Metal über knapp 52 Minuten und das war es? Nein, keineswegs. Denn The Offering haben durchaus das Gespür für die eingängige Melodie und diese lassen sie auch zu und integrieren entsprechende Harmonien in ihre Musik. Und genau das ist es auch, was die Musik der US-Amerikaner so spannend und abwechslungsreich klingen lässt. Diese Härte, gepaart mit tollen Melodien, die sich sofort im Ohr festzusetzen verstehen.

Somit entwickelt sich „Seeing The Elephant“ zu einer abwechslungsreichen, manchmal rasanten, mitunter auch ganz entspannten Reise durch einen musikalischen Kosmos, den es so nur selten zu hören gibt. Immer wieder verfängt man sich in schönen, eingängigen Melodien, um dann wieder in kompromisslosen Heartcore Metal einzutauchen. The Offering schaffen es auf „Seeing The Elephant“ dies ganz natürlich erscheinen und erklingen zu lassen. Kein einfaches Unterfangen, doch hier gelingt es.

Fazit: Powerhouse Metal gepaart mit eingängigen Harmonien und Melodien, das bekommt man auf „Seeing The Elephant“ zu hören. Nicht jede Band weiß dies so geschickt umzusetzen wie The Offering. Von daher macht „Seeing The Elephant“ richtig Laune. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Esther Weeps



Dienstag, 1. November 2022

Devin Townsend – Lightwork




Devin Townsend – Lightwork


Besetzung: (Ohne weitere Angaben)




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock


Trackliste:

1. Moonpeople (4:44)
2. Lightworker (5:29)
3. Equinox (4:38)
4. Call Of The Void (5:53)
5. Heartbreaker (6:59)
6. Dimensions (5:23)
7. Celestial Signals (5:12)
8. Heavy Burden (4:22)
9. Vacation (3:10)
10. Children Of God (10:05)

Gesamtspieldauer: 55:59



Im Jahr 1996 begann der Kanadier Devin Townsend auch unter seinem eigenen Namen Alben zu veröffentlichen, nachdem er ein Jahr zuvor bereits eine Platte mit der kanadischen Metal-Band „Strapping Young Lad“ eingespielt und veröffentlicht hatte. Am 4. November erscheint damit nun bereits das 23. Album unter seinem Namen, wenn man die Veröffentlichungen von Devin Townsend, Devin Townsend Project und The Devin Townsend Band zusammenfasst. Sein neuestes Werk heißt „Lightwork“ und erscheint auf dem Plattenlabel InsideOut Music.

Während der Pandemie hatte Devin Townsend sehr viele neue Titel geschrieben. Normalerweise sichtet der Musiker nach dem Prozess des Schreibens alles Material und entscheidet dann, welcher Titel es auf die neue Platte schaffen wird und welcher eben nicht. Dieses Mal sollte es aber etwas anders laufen. Mit dem Gedanken hatte der Musiker bereits länger gespielt, nämlich jemanden Unabhängigen mit in diesen Prozess einzubeziehen, der mit in die Entscheidung über die Zusammensetzung des neuen Albums einbezogen werden und dieses auch mitproduzieren würde. Und so fiel die Wahl auf seinen langjährigen Freund GGGarth (Richardson), um diese Idee in die Tat umzusetzen, und in einem längeren Prozess wurden das nächste Devin-Townsend-Album fertiggestellt.

Bezüglich des Sounds, der Abwechslung und der Ideen, die Devin Townsend auch dieses Mal wieder auf „Lightwork“ verwirklicht und umsetzt, wäre jede Art der negativen Kritik völlig deplatziert. Denn der Kanadier schüttet einmal mehr ein wahres Füllhorn spannender Musik über seine Zuhörerinnen und Zuhörer aus. Sound und Ideen überzeugen auch sofort beim ersten Hören, zudem klingen die Melodien sofort eingängig. Diesbezüglich benötigt man allerdings einige Durchläufe mehr, damit sich diese Melodien auch längerfristig festzusetzen verstehen. Doch gibt man der Musik die Zeit zum Wachsen, wird man entsprechend belohnt.

Fans des Devin Townsend, die auf das „harte Zeugs“ des Kanadiers stehen, werden mit „Lightwork“ allerdings deutlich weniger glücklich werden. Zwar ertönt noch der ein oder andere Metal-Riff, doch ist dies nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme. Devin Townsend klingt auf „Lightwork“ orchestral, eingängig, abwechslungsreich, kredenzt den Zuhörern wunderschöne Chorpassagen und mehrstimmigen Gesang, aber eben nicht mehr überwiegend „hart“, sondern immer wieder auch poppig.

So ist diese Aufnahme, wie alle Werke des Devin Townsend, einfach eine Momentaufnahme der Zeit, in der sie entstand – dieses Mal eben auch Pandemie-getrieben. Und während jede Zeit anders ist, so stellt diese Periode eine gewisse einzigartige Kollision von songorientierter melodischer Musik mit einem eher ungewöhnlichem Sounddesign dar und ist daher auch nie langweilig. Um dies umzusetzen musste Devin Townsend nach eigenen Angaben auch seine „Komfortzone“ verlassen. Der Umsetzungsprozess verlief dementsprechend schwierig, doch das Ergebnis kann sich hören lassen und überzeugt.

Fazit: Nicht mehr ganz so hart, dafür sehr abwechslungsreich klingt das neueste Werk des Devin Townsend. „Lightwork“ wirkt an keiner Stelle langweilig und viele der Melodien erschließen sich einem erst mit dem wiederholten Mal des Hörens. Und wenn man dem Album diesen „Reifeprozess“ einräumt, wird man umso mehr belohnt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Heartbreaker



Montag, 31. Oktober 2022

Blue – Heart & Soul

 



Blue – Heart & Soul


Besetzung: Keine weiteren Angaben


Label: Tag8, BMG


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Pop


Trackliste:

1. Haven‘t Found You Yet (3:20)
2. Dance with Me (2:40)
3. This Could Be Love (2:56)
4. Let‘s Get Sad (3:32)
5. Heart & Soul (2:42)
6. Man Do (2:5))
7. Magnetic (3:14)
8. Gravity (3:13)
9. Ultraviolet (2:15)
10. Stop (3:36)

Gesamtspieldauer: 30:32



„Heart & Soul“ heißt das siebte Studioalbum der ehemaligen britischen Boy-Group Blue, die ihre größten Erfolge in den Nuller-Jahren dieses Jahrhunderts feiern konnte. „Heart & Soul“ wurde am 28. Oktober 2022 auf dem Plattenlabel Tag8 veröffentlicht. Ursprünglich wollte die Band nach eigenen Aussagen überhaupt kein Album mehr aufnehmen, ließ sich dann im Studio ohne jeglichen Druck treiben, traf auf ihren alten Produzenten Hugh Goldsmith und eine weitere Zusammenarbeit startete, die schließlich in diesem Album mündete.

Auf „Heart & Soul“ hört man Pop, der an manchen Stellen bis in den Soul, an anderen Passagen bis in den R&B hineinreicht. Je nachdem bei welchem musikalischen Genre man sich selbst am wohlsten fühlt, so werden auch die einzelnen Lieder mehr oder weniger überzeugen. Immer wieder klingt zudem dieser längst vergangene Boy-Group-Sound durch, zelebriert in mehrstimmigem und ineinander übergehendem Gesang – Verweise und Erinnerungen an die eigene Vergangenheit.

Bei den meisten Liedern haben die vier Musiker sogar mitkomponiert. Besonders innovativ klingt das alles trotzdem nicht mehr. Vieles davon meint man bereits hunderte Male gehört, um es dann wieder vergessen zu haben. Leider behandeln die Liedtexte auch nur dieses ewige Thema der Liebe. Von daher bleibt auch diesbezüglich nicht allzu viel bei der Hörerin oder dem Hörer hängen. Anführen sollte man dieser Stelle allerdings auch, dass solch ein Titel wie „Let‘s Get Sad“ durchaus ins Ohr geht. Leider eine Ausnahme auf „Heart & Soul“.

Fazit: Selbstverständlich kann man nicht ununterbrochen Meisterwerke veröffentlichen. Doch wenn sich bei der Zuhörerin und dem Zuhörer das Gefühl einstellt, dies alles schon mal gehört zu haben, dann hat ein Album kaum eine Chance öfters aufgelegt zu werden. Da helfen dann auch nicht die ganz wenigen Höhepunkte. Und dazu gesellt sich zudem der Umstand, dass „Heart & Soul“ lediglich über eine Laufzeit von wenigen Sekunden über der halben Stunde verfügt. In der heutigen Zeit auch eher traurig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Let‘s Get Sad



Montag, 24. Oktober 2022

Hilla – Seeleninventur

 



Hilla – Seeleninventur


Besetzung:

Keine Angaben




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Elektro-Pop


Trackliste:

1. Kein Mittelmaß (3:15)
2. Nicht für Harry Styles (2:33)
3. Wellen (2:37)
4. Lieber gefährlich (2:55)
5. Polarkreis (3:29)
6. Mahnmal (3:21)
7. Immer noch ich (2:30)
8. Zwischen meinen Beinen (2:32)
9. 112 (2:51)
10. Rot (2:54)
11. Karma ist ne Bitch (2:37)
12. Seeleninventur (3:33)

Gesamtspieldauer: 35:11



Hilla, das ist eine Nürnberger Musikerin, die mit „Seeleninventur“ am 21. Oktober 2022 ihr Debutalbum auf dem Plattenlabel Cloudberry Records veröffentlichte. Zuvor waren bereits die Singles „Nicht für Harry Styles“, „Immer noch ich“ sowie „Zwischen meinen Beinen“ veröffentlicht worden.

Bei Hilla hört man elektronischen Pop. Die Texte der einzelnen Lieder werden mit dem Albumtitel ganz gut umschrieben. Inhaltlich geht die Musikerin nämlich solch Themen wie Selbstliebe, Body Positivity, Feminismus und zum Beispiel Gleichstellung an, Themen, die ihr eben auf der Seele liegen.

Fazit: Definitiv keine Musik für Rock-Fans. Wer jedoch dem Genre des Elektro-Pop nicht ganz abgeneigt gegenübersteht und dies auch mal mit deutschen Texten hören möchte, die oder der sollte hier durchaus mal ein Ohr riskieren. Ohne Bewertung.

Anspieltipps: Mahnmal



Sonntag, 23. Oktober 2022

Jean-Michel Jarre – Oximore

 



Jean-Michel Jarre – Oximore


Besetzung:

Jean-Michelle Jarre – synthesizers




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Agora (1:34)
2. Oxymore (4:46)
3. Neon Lips (4:27)
4. Sonic Land (6:01)
5. Animal Genesis (5:46)
6. Synthy Sisters (3:21)
7. Sex In The Machine (5:46)
8. Zeitgeist (3:07)
9. Crystal Garden (4:09)
10. Brutalism (4:41)
11. Epica (5:25)

Gesamtspieldauer: 49:03



„Oxymore“ heißt 22. Studioalbum des französischen Musikers Jean-Michel Jarre. Es erschien am 21. Oktober auf dem Plattenlabel Columbia Records und ist dem im Jahr 2017 verstorbenen französischen Komponisten Pierre Henry gewidmet. Gleichzeitig entstand die Idee zum Album laut Aussage Jean-Michel Jarres aus seiner Begeisterung für Virtual Reality. Dabei fiel ihm auf, wenn über immersive Welten gesprochen wird, meist nur die visuellen Aspekte im Vordergrund stehen, selten geht es um den Klang. Daher sollte „Oxymore“ ein Album werden, welches ein 360-Grad-Klangerlebnis erzeugt. Die Musik stammt von Jean-Michel Jarre, einige Sounds von Pierre Henry wurden jedoch mit in die Musik integriert.

Nun, falls jemand ein neues „Oxygène“ erwartet hätte, was bei dem Namen des Albums durchaus möglich wäre, die oder der dürfte beim Hören von „Oxymore“ leider enttäuscht werden. Gleich mit dem Eröffnungsstück „Agora“ wird man auf das Album eingestimmt. Es beginnt mit Feuerprasseln gefolgt von Sprachfetzen, die wohl von Pierre Henry stammen. Musik im eigentlichen Sinne ist hier noch nicht zu hören. Diese gibt es dann in elektronischer Form mit dem zweiten Lied, dem Titellied zu hören. Jedoch ist es auch dieses Mal keine wirkliche Melodie, die das Ohr umschwirrt, es sind Töne, Geräusche, die sich mal kurz zu Harmonien vereinen, dann jedoch erneut auseinanderzudriften scheinen. Somit bekommt man auf „Oxymore“ eher experimentelle Klangkollagen geboten, die mit Gesprächsfetzen unterfüttert wurden, denn elektronische Lieder, wie man sie von früheren Veröffentlichungen des Jean-Michel Jarre her kennt. Eingängig klingt das selten, spannend mitunter, mitreißend leider kaum.

Am Ende des Albums, nach dem Ausklingen des letzten Tons, bleibt man ein wenig sprachlos bis orientierungslos zurück. Welche „Reise“ hatte man da gerade angetreten? Nun mit jedem erneuten Durchlauf des Albums gestalten sich die einzelnen Titel dann doch noch ein wenig eingängiger und werden vertrauter. Zu empfehlen ist auch das Hören des Albums mit guten Kopfhörern. Ein klangliches Erlebnis ist das durchaus. Doch bleibt die Musik meilenweit von jener auf „Oxygène“ oder „Équinoxe“ entfernt.

Fazit: Wer Jean-Michel Jarre aufgrund seiner ersten Alben liebt und diese Musik schätzt, könnte von „Oxymore“ durchaus enttäuscht werden. „Oxymore“ ist eher ein klangliches Experiment. Intensiv durchaus, doch leider nicht immer überzeugend. Allerdings wächst die Scheibe mit den Durchläufen. Aber ob sie mal zur besten Platte des Jean-Michel Jarres wird? Kaum. Acht Punkte.

Anspieltipps: Brutalism



Samstag, 22. Oktober 2022

Arctic Monkeys – The Car

 



Arctic Monkeys – The Car


Besetzung:

Alex Turner – vocals, guitars, keyboards, piano, synthesizers, drums
Jamie Cook – guitar, synthesizer, organ, slide guitar
Nick O'Malley – bass
Matt Helders – drums


Gastmusiker:

Tom Rowley – guitars
Tyler Parkford – backing vocals
James Ford – string arrangements
Bridget Samuels – string arrangements
Alex Turner – string arrangements




Erscheinungsjahr: 2022

Stil: Alternative Rock, Soul, Funk


Trackliste:

1. There‘d Better Be A Mirrorball (4:25)
2. I Ain‘t Quite Where I Think I Am (3:11)
3. Sculptures Of Anything Goes (3:59)
4. Jet Skis On The Moat (3:17)
5. Body Paint (4:50)
6. The Car (3:18)
7. Big Ideas (3:57)
8. Hello You (4:04)
9. Mr Schwartz (3:30)
10. Perfect Sense (2:47)

Gesamtspieldauer: 37:26



„The Car“ heißt das siebte Studioalbum der englischen Rockband Arctic Monkeys und wurde am 21. Oktober 2022 auf dem Plattenlabel Domino Recording Company veröffentlicht. Geschrieben wurden die Lieder von Sänger und Gitarrist Alex Turner. Der Titel des Albums ist gleichzeitig der Titel eines Liedes des Albums und wurde beim Cover auch graphisch umgesetzt.

Das Schöne an der Musik der Arctic Monkeys ist auch auf „The Car“ einmal mehr ihr Stilmix, der weit und breit gefächert ist, jedoch auf dem Album zu keiner Zeit konstruiert klingt. Man hört auf „The Car“ orchestralen Rock, Pop, Soul, Funk, Bossa Nova und selbst folkige und jazzige Anleihen sind zu hören. Dennoch scheint das alles sehr wohl zusammenzupassen, sodass das Album trotz der unterschiedlichen musikalischen Genres durchaus einheitlich klingt. Klasse auch immer wieder der unverwechselbare Gesang des Alex Turner, der jedem Arctic Monkey Lied eine zusätzlich unverwechselbare Note verleiht.

Die Stimmung auf „The Car“ ist eine eher nachdenkliche bis melancholische. „Spaßig“ oder zu optimistisch klingt das an kaum einer Stelle des Albums, dafür in seiner zurückhaltenden Art sehr intensiv. Der Titel „Hello You“ fällt da ein wenig aus dem Rahmen, da er fast schon Fröhlichkeit zu verbreiten scheint. Doch dieses Lied stellt eine Ausnahme dar, ansonsten überwiegt die Nachdenklichkeit und Melancholie. Die einzelnen Lieder gehen dabei sehr gut ins Ohr und wie bei vielen überzeugenden Alben, so scheint auch „The Car“ mit jedem weiteren Durchlauf noch zu wachsen, noch eingängiger zu werden. Besonders gelungen erklingen die vielen orchestralen Passagen, die einen sofort einfangen.

Fazit: „The Car“ ist ein gelungenes Album geworden, welches die Fans der Artic Monkeys sicherlich nicht enttäuschen wird. Einen breiten musikalischen Stilmix bekommt man auf dem Album geboten, der niemals Langeweile aufkommen lässt. Dabei gehen die Lieder auch sehr gut ins Ohr. Macht Spaß. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Body Paint, The Car



Donnerstag, 20. Oktober 2022

Orthodox – Learning To Dissolve

 



Orthodox – Learning To Dissolve


Besetzung:

Adam Easterling – vocals
Austin Evans – guitar
Shiloh Krebs – bass
Mike White – drums




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Hardcore Metal


Trackliste:

1. Feel It Linger (4:39)
2. Head On A Spike (3:26)
3. Cave In (3:47)
4. Become Divine (3:43)
5. Digging Through Glass (3:18)
6. Nothing To See (3:37)
7. 1 1 7 6 2 (1:43)
8. Dissolve (3:06)
9. Fast Asleep (4:37)
10. All That I Am (4:06)
11. Voice In The Choir (5:37)

Gesamtspieldauer: 41:45



Am 19. August hat die US-amerikanische Hardcore-Metal-Band Orthodox aus Nashville, Tennessee ihr drittes Studioalbum veröffentlicht. „Learning To Dissolve“ heißt dieses und erschien auf eben jenem Label, welches sich genau auf diese Musik spezialisiert hat, auf Century Media.

Denn zu hören gibt es auf „Learning To Dissolve“ keineswegs Country Music, wie man beim Heimatort der Band vielleicht vermuten könnte. Orthodox klingen auf diesem Album böse, hart, gnadenlos und ebenso kompromisslos. Die Riffs knallen geradezu aus den Boxen, der Bass wummert und das Schlagzeug scheint auf seine Standfestigkeit hin untersucht zu werden. Dazu gesellen sich die Schreie des Adam Easterling und fertig sind elf Lieder, die alle jene begeistern dürften, die eben eine Prise mehr zu schätzen wissen.

Von Melodien kann man hier freilich kaum sprechen. Es geht mehr um die Geschwindigkeit, um das Brachiale, als um die Harmonie in der Musik. Das ziehen die vier Musiker auch gnadenlos durch. Ganz bestimmt keine Lieder für jede und jeden, denn sogar Headbanging wird bei dieser Geschwindigkeit irgendwann gefährlich. Neben wirrem Haar kann dies im Fall von Orthodox auch eine Gehirnerschütterung erzeugen.

Fazit: Hardcore Metal ohne Kompromisse zelebrieren die vier Musiker von Orthodox auf ihrem dritten Album „Learning To Dissolve“. Wer das wirklich harte „Zeug“ sucht, die oder der wird mit diesem Album definitiv fündig. Acht Punkte.

Anspieltipps: Voice In The Choir



Mittwoch, 19. Oktober 2022

No More – Kissin’ In The Blue Dark

 



No More – Kissin’ In The Blue Dark


Besetzung:

Tina Sanudakua – synthesizer, theremin, grüner kreis, piano, electronica
Andy Schwarz – vocals, guitar, electronica




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: New Wave, Electronica


Trackliste:

CD 1
1. Berlin Soul (4:06)
2. Keep It Cool (3:51)
3. Paris Blue (3:09)
4. Painting Flowers In The Dark (3:30)
5. A Happy Place (2:54)
6. It’s So Easy To Get Lost (4:09)
7. Kissin’ In The Blue Dark (3:37)
8. All The Dark That Shines (4:17)
9. Adrift (2:15)
10. Sleepers And Trains (3:52)
11. Valentina (4:51)
12. Joan In A Red Field (2:54)
13. Love’s Sweet Dream (4:05)
14. You Have To Paint It (3:31)

CD 2:

1. Nightfall (1:47)
2. The Sun, Henriette, The Sun (4:36)
3. Harmonic 1973 (4:16)
4. Descending (2:49)
5. V (3:41)
6. Château d’Hérouville (3:17)
7. Words, Vows, Gifts And Tears (3:32)
8. Floating (3:34)
9. A.E.S. (4:07)
10. Old News Is Good News (1:41)
11. The Night Still Holds Temptation (4:38)
12. All’Ombra Dei Pini (3:05)
13. The Nightly Runner (2:45)
14. The Woman In White (1:48)
15. First Light (2:26)

Gesamtspieldauer CD1 (51:06) und CD2 (48:10): 1:39:16



No More ist eine deutsche Band, die 1979 in Kiel gegründet wurde. Die Musik Von No More bewegte sich im Bereich des Post Punk und New Wave. Ende 1980 wurde aus dem ursprünglichen Quartett ein Trio. Sechs Jahre später schließlich, nach der Fertigstellung des Albums „Hysteria“, lösten sich No More dann jedoch komplett auf. Seit dem Jahr 2008 treten Tina Sanudakura und Andy Schwarz wieder unter dem Namen No More auf und begannen in den 10er Jahren auch wieder Alben zu veröffentlichen.

Mit „Kissin’ In The Blue Dark“ veröffentlichen No More am 21. Oktober 2022 nun ihr erstes Studio-Doppelalbum. Legt man die erste Scheibe ein, von der Band mit „Blue“ betitelt, so meint man fast eine kleine Zeitreise zu unternehmen. Die Musik klingt nach den 80er Jahren, nach New Wave und in Ansätzen Post Punk. Alles wie gehabt könnte man meinen, doch die Lieder klingen keineswegs wie eine Kopie der damaligen Musik. Es ist der Sound, das Gefühl welches sich beim Hören entwickelt, das solche Vergleiche aufkommen lassen. Die einzelnen Titel klingen neu, aktuell, aus den Zwanzigern des 21. Jahrhunderts.

Dabei verströmen die Lieder immer wieder ein Flair von bittersüßer Melancholie. Die sich verbreitende Atmosphäre hängt voller Sentimentalität, Nachdenklichkeit, mitunter sogar Traurigkeit. Und dann wird wieder gerockt und die Stimmung erscheint deutlich optimistischer. Klasse Abwechslung. Sehr überzeugend erklingt dabei die Stimme des Andy Schwarz. Er und seine „Kollegin“ Tina Sanudakua schaffen es auch immer wieder eingängige Melodien zu kreieren, die sich mit jedem weiteren Hören noch mehr im Ohr festsetzen können.

Die zweite CD, von der Band mit „Dark“ betitelt, zeigt dann eine ganz andere Seite von No More. Jetzt hört man keinen New Wave und schon gar keinen Post Punk mehr. Auf „Dark“ wird die Musik experimenteller, sphärischer und vor allen Dingen noch elektronischer. Electronica ist nun angesagt, gesungen wird kaum noch und erneut entstehen Atmosphären, die allerdings ganz anders wirken. Jetzt spürt man eine Weite oder einen Rhythmus oder eine Sehnsucht oder eine Sphäre oder alles zusammen oder alles nacheinander. Anders auf jeden Fall, als noch auf der ersten Silberscheibe des Albums – und auch wieder gelungen und überzeugend.

Fazit: Mit dem Doppelalbum „Kissin’ In The Blue Dark“ legt die deutsche Band No More im Grunde genommen zwei Alben vor. Eines, welches sich im New Wave und Post Punk abspielt und ein Zweites, welches den Schwerpunkt auf Electronica setzt. Durchaus überraschend diese Zusammenstellung, doch jederzeit überzeugend. Wer also die Musik der 80er liebt und auch mit elektronischen Klängen keine Schwierigkeiten hat, die oder der könnte für sich eine ganze Menge gute Lieder auf „Kissin’ In The Blue Dark“ finden. Elf Punkte.

Anspieltipps: Adrift, Valentina, All’Ombra Dei Pini, The Woman In White, First Light



Freitag, 14. Oktober 2022

Red Hot Chili Peppers – Return Of The Dream Canteen

 



Red Hot Chili Peppers – Return Of The Dream Canteen


Besetzung:

Anthony Kiedis – lead vocals
Flea – bass
John Frusciante – guitar, backing vocals
Chad Smith – drums




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock


Trackliste:

1. Tippa My Tongue (4:20)
2. Peace And Love (4:03)
3. Reach Out (4:11)
4. Eddie (5:41)
5. Fake As Fu@k (4:22)
6. Bella (4:51)
7. Roulette (4:57)
8. My Cigarette (4:24)
9. Afterlife (4:14)
10. Shoot Me A Smile (3:42)
11. Handful (4:00)
12. The Drummer (3:22)
13. Bag Of Grins (5:06)
14. La La La La La La La La (3:57)
15. Copperbelly (3:44)
16. Carry Me Home (4:13)
17. In The Snow (5:55)

Gesamtspieldauer: 1:15:10



„Return Of The Dream Canteen“ heißt das inzwischen bereits dreizehnte Studioalbum der Red Hot Chili Peppers. Das Album erschien am 14. Oktober 2022 auf dem Plattenlabel Warner Brothers. Das Album wurde schon während der Aufnahmen zum vorherigen Album „Unlimited Love“ eingespielt, welches bereits am 1. April dieses Jahres veröffentlicht worden war.

Über fünfzig Titel haben die Red Hot Chili Peppers nach eigener Aussage, nach der Rückkehr von John Frusciante zur Band, geschrieben. Alle wurden auch aufgenommen und dann beratschlagte man sich und entschied schließlich, welche Titel stilistisch eher zusammenpassen würden. Unter diesem Gesichtspunkt wurden dann die Lieder für „Unlimited Love“ oder eben „Return Of The Dream Canteen“ zusammengestellt und beide Alben unabhängig voneinander, mit zeitlicher Verzögerung, veröffentlicht.

Und stimmt das nun auch? Nun, „Unlimited Love“ hörte sich für mich rockig und funky an, Hip-Hop-Einlagen gab es ebenfalls. Rockig klingt „Return Of The Dream Canteen“ auch, funky auch immer wieder mal. Möchte man hier Hip Hop hören, muss man sich tatsächlich anstrengen. Doch das Besondere an „Return Of The Dream Canteen“ ist für mich, dass dieses Album auch gut als dritte Platte des Doppelalbums „Stadium Arcadium“ durchgehen würde. „Jupiter“ und „Mars“ waren damals die Untertitel der zwei Scheiben des Doppelalbums. Ist das jetzt „Mercure“, „Venus“ oder „Uranus“? Keine Ahnung, doch immer wieder werde ich beim Hören der Lieder genau an dieses „Stadium Arcadium“ aus dem Jahr 2006 erinnert. Es ist wie eine kleine Zeitreise, bei der man weiß, dass man sie antritt, doch man weiß nicht warum. Denn die Lieder klingen definitiv anders, als jene aus dem Jahr 2006. Allerdings lösen sie zum Teil eben jene Atmosphäre aus.

Die 17 Titel auf „Return Of The Dream Canteen“ klingen eingängig und melodiös. Sehr schnell, nach bereits wenigen Durchläufen, werden sie noch vertrauter und man glaubt diese bereits seit langer Zeit zu kennen wie gute Freunde. Dabei erkennt man die Red Hot Chili Peppers zu jeder Zeit, wenn man die Alben ab „Californication“ aus dem Jahr 1999 kennt.

Wobei wir bei der Beantwortung der Frage wären, ob die Red Hot Chili Peppers es geschafft haben, tatsächlich aus diesen fünfzig aufgenommenen Titeln zwei unterschiedliche Alben zusammenzustellen. Für mich definitiv. „Unlimited Love“ klang etwas losgelöster von der Vergangenheit, doch auf „Return Of The Dream Canteen“ kommt man nicht umhin die musikalische Vergangenheit der Red Hot Chili Peppers ab den 2000ndern zu hören und zu spüren.

Fazit: Wer die Red Hot Chili Peppers auch in der zweiten Phase ihrer Karriere mochte, die oder der wird auch „Return Of The Dream Canteen“ mögen. Vieles klingt auf dem Album atmosphärisch nach „Stadium Arcadium“. Die Musiker haben es geschafft in einem Jahr zwei Alben zu veröffentlichen, die tatsächlich stilistisch unterschiedlich klingen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Tippa My Tongue



Mittwoch, 12. Oktober 2022

Lacuna Coil – Comalies XX

 



Lacuna Coil – Comalies XX


Besetzung:

Andrea Ferro – vocals
Marco Coti Zelati – bass, keyboards
Cristina Scabbia – vocals
Diego "Didi" Cavalotti – guitars
Richard Meiz – drums




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Metal


Trackliste:

1. Swamped (3:32)
2. Heaven’s A Lie (4:07)
3. Daylight Dancer (3:47)
4. Humane (3:41)
5. Self Deception (3:27)
6. Aeon (2:04)
7. Tight Rope (3:37)
8. The Ghost Woman And The Hunter (4:12)
9. Unspoken (3:39)
10. Entwined (3:52)
11. The Prophet Said (3:38)
12. Angel’s Punishment (3:24)
13. Comalies (4:31)

Gesamtspieldauer: 47:36



Lacuna Coil ist eine italienische Gothic-Metal-Band aus Mailand. Sie wurde im Jahr 1994 gegründet und hat seitdem neun Studioalben veröffentlicht. Ihre bisher bekannteste und erfolgreichste Platte heißt „Comalies“ und erschien im Jahr 2002. Nun, zwanzig Jahre später wurde dieses Album neu aufgelegt. Nein, das stimmt nicht ganz, es wurde nicht „neu aufgelegt“, es wurde neu eingespielt, die Musik in die heutige Zeit, also das Jahr 2022 übertragen.

Ein wenig skeptisch lässt mich solch ein Ansatz dieses „neue“ Album der Italiener auflegen. „Comalies“ ist eine klasse Scheibe. Gothic Rock mit ganz leicht poppigen Passagen, jedoch auch Ausflügen vom Alternative bis hin zum Metal, so könnte man die ursprüngliche Scheibe wohl am ehesten umschreiben. Und nun „Comalies XX“?

Man erkennt die Lieder durchaus noch als jene, wie sie vor zwanzig Jahren zu hören waren. Die Längen der Stücke haben sich etwas verändert, manche Gesangsparts wurden vertauscht und – der „Gothic-Anteil“ in der Musik von Lacuna Coil wurde zurückgedrängt zu Gunsten einer deutlich rockigeren, in den Metal reichenden Ausrichtung. Und während Cristina Scabbia immer noch so überzeugend und mitreißend singt, wie auf dem dritten Album, so hat sich hingegen beim Gesang von Andrea Ferro einiges getan. Dieser growlt auf „Comalies XX“ oder schreit sich die Seele aus dem Leib. Nur noch. Es ist ja nicht so, dass zwanzig Jahre zuvor nicht auch die ein oder andere guttural klingende Zeile gesungen wurde, aber nicht mit dieser Konsequenz.

Das muss man natürlich mögen und wenn man das Album in dieser Version zum ersten Mal ganz unbedarft hört, dann hat das durchaus was. Kennt man die Lieder allerdings im Original, so ist dieser Gesang zumindest gewöhnungsbedürftig. Ansonsten klingt diese rockigere Aufmachung des Albums durchaus hörenswert und bereichert sogar viele der Lieder. Durch den härteren Ansatz klingen einige der Stücke sogar noch etwas mitreißender. Das hat sich gelohnt, das mit dem Gesang jedoch… Gut, ist einfach Geschmackssache.

Fazit: „Comalies XX“ klingt deutlich härter als das Originalalbum „Comalies“. An einigen Stellen sogar mitreißender als die ursprüngliche Version, wenn man nicht zu sehr in Nostalgie schwelgt und jede Veränderung verteufelt. Doch beim Gesang sind die Italiener für mich einen Schritt zu weit gegangen, da klingt das Original sehr viel eingängiger und diesbezüglich auch abwechslungsreicher. Insgesamt stellt „Comalies XX“ jedoch eine gelungene Neueinspielung dar. Irgendwie zwar doch nicht neu – aber eben anders. Neun Punkte.

Anspieltipps: Swamped, Comalies



Dienstag, 11. Oktober 2022

Lorna Shore – Pain Remains

 



Lorna Shore – Pain Remains


Besetzung:

Will Ramos – vocals
Adam De Micco – guitar
Andrew O’Connor – guitar
Austin Archey – drums
Michael Yager – bass




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Deathcore


Trackliste:

1. Welcome Back, O‘ Sleeping Dreamer (7:21)
2. Into The Earth (5:12)
3. Sun//Eater (6:10)
4. Cursed To Die (4:40)
5. Soulless Existence (7:12)
6. Apotheosis (4:54)
7. Wrath (4:57)
8. Pain Remains I: Dancing Like Flames (5:52)
9. Pain Remains II: After All I've Done, I'll Disappear (5:36)
10. Pain Remains III: In A Sea Of Fire (9:11)

Gesamtspieldauer: 1:01:09



Deathcore ist ein extremes Metal-Subgenre, das Death Metal mit Metalcore kombiniert. Metalcore wiederum ist eine Musikrichtung, die Elemente des extremen Metals und des Hardcore-Punk miteinander verbindet. Puh, klingt verrückt, ist verrückt und hört sich auch genau so verrückt an. „Pain Remains“ heißt das vierte offizielle Studioalbum der US-amerikanischen Band Lorna Shore aus New Jersey, welche mit diesem Album die Atmosphäre des Deathcore nochmals in neue, so bisher kaum gehörte Höhen hebt.

Das Außergewöhnliche an der Musik von Lorna Shore ist dabei auch, dass die Lieder nicht selten orchestral bis klassisch beginnen, um im weiteren Verlauf quasi zu explodieren. Der neue Sänger von Lorna Shore, Will Ramos, gibt dabei alles und schreit und growlt sich die Seele aus dem Leib. Zum Teil kann man kaum glauben, dass diese Töne tatsächlich menschlichen Ursprungs sind. Sind sie aber. Dazu hört man einmal stakkato-artige Riffs, die auf Hochgeschwindigkeit angelegt sind, dann wieder hämmernde Rhythmen, zu denen Will Ramos ebenso unerbittlich unverständliche Worte in die Welt setzt. Eines muss man der Band lassen, sie ist in ihrem Vorgehen absolut konsequent.

Es ist dieses Spiel aus sehr eingängigen Passagen in der Musik von Lorna Shore und diesen brutalen, unerbittlichen Abschnitten, der manch Hörerin oder Hörer wohl den Status der Musik absprechen würde. In sich ist das völlig konsequent und eben – absolut Geschmackssache. Denn auch wenn man zu Beginn, beim ersten Mal des Hörens glaubt, sich auf diese Musik kaum einstellen zu können, werden die Lieder mit jedem weiteren Durchlauf schlüssiger, verständlicher und schließlich sogar insgesamt eingängiger. Außergewöhnlich und besonders klingt das auf jeden Fall.

Fazit: Klar, man muss Deathcore mögen, um etwas mit dieser Musik anfangen zu können. Steht man diesem musikalischen Genre offen gegenüber, wird man „Pain Remains“ von Lorna Shore sicherlich feiern. Und was Will Ramos dabei von sich gibt, das ist sowieso nicht in Worte zu fassen. Zum Genießen, die Eltern erschrecken oder doch zum Weghören? Absolute Geschmackssache.

Anspieltipps: Welcome Back, O‘ Sleeping Dreamer, Pain Remains III: In A Sea Of Fire