Montag, 30. Januar 2012

Various Artists - Smithsonian Folkways - Jazz Anthology






Various Artists - Smithsonian Folkways - Jazz Anthology

Ich bin ja eigentlich kein Jazz Fan. Irgendwie hat sich mir das nie eröffnet. Klar, so Big Band Sachen sind toll, aber so ein Geschrubbel und Geschrammel, ein Gedudel und Geblase, ist nicht mein Ding. Da spuckt jemand mehr in die Trompete als er reinbläst und Experten ergötzen sich an dem Getropfe, was da vorne mit dem seltsam entstandenen Ton rauskommt. Irgendwie klingt das oftmals für mich nicht stimmig. Und wenn ich mir dann das Publikum anschaue, das da eigentlich immer ganz freudestrahlend, teils mit geschlossenen Augen mitwippt….das geht echt an mir vorbei. Das muss ich dann auch nicht verstehen.

Nun aber habe ich diese Jazz Anthology von Smithsonian Folkways bekommen. Ich habe mir die Zeit genommen, auch die Ruhe, das alles mal zu verarbeiten. Ja, das ist Arbeit für mich, aber ich liebe historische Aufnahmen und ich liebe Smithsonian Folkways, das neben Bear Family Records zu meinen Lieblingslabels gehört. Es ist ein Schatz an Musik und Sounds. Und auch diese Anthology ist mehr als beeindruckend. Man merkt einfach, hier haben Wissenschaftler und Musikbegeisterte etwas in Feinstarbeit und mit viel Zeit und Liebe zusammen getragen, was nicht einen schnellen Dollar einbringen soll und wird. Diese Jazz Anthology ist vielmehr ein Einblick in das wunderbare Archiv dieses Labels, das von Folk Musik über Klassik bis zu Field Recordings und eben Jazz und vielem mehr reicht. Und hier wird erneut der Leitsatz von Moses Asch, dem Gründer von Folkways Recordings (heute Smithsonian Folkways) deutlich, die “Musik des Volkes” müsse verfügbar und hörbar gemacht werden.

Wenn man sich mal auf Jazz einlässt, auch als Unwissender, wie ich einer bin, dann kann das doch besser sein, als man denkt. Diese 6 CD 111 Songs umfassende Sammlung aus dem reichen Archiv von Folkways Recordings ist überwältigend. Hier werden Stile und Einflüsse vorgestellt, erklärt und auch so Rock- und Elektroverblendeten wir mir nahe gebracht. Ein dickes Begleitbuch rundet die Sache ab. Toll! Ich bin angetan. Klar, nicht alles ist mein Geschmack, manches ist mir dann doch etwas zu schräg und atonal, doch diese Anthology ist ein guter Beginn. Die Sammlung reicht von den frühen 30er Jahren bis zur Gegenwart und stellt den Wandel des Jazz vor. Ich kann dieses Boxset nur wärmstens empfehlen, auch und vor allem den nicht Jazzern!

Sonntag, 29. Januar 2012

The Stranglers – La Folie




The Stranglers – La Folie


Besetzung:

Hugh Cornwell – vocals, guitar
Jean-Jacques Burnel – bass
Jet Black – drums
Dave Greenfield – keyboards


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Pop Rock, New Wave, Punk


Trackliste:

1. Non Stop (2:30)
2. Everybody Loves You When You're Dead (2:42)
3. Tramp (3:05)
4. Let Me Introduce You To The Family (3:08)
5. Ain't Nothin' To It (3:56)
6. The Man They Love To Hate (4:23)
7. Pin Up (2:47)
8. It Only Takes Two To Tango (3:38)
9. Golden Brown (3:28)
10. How To Find True Love And Happiness In The Present Day (3:04)
11. La Folie (6:05)
12. Cruel Garden (2:14)
13. Cocktail Nubiles ( 7:08)
14. Vietnamerica (4:01)
15. Love 30 (3:55)
16. You Hold The Key To My Love In Your Hands (2:40)
17. Strange Little Girl (2:40)

Gesamtspieldauer: 1:01:25



Nun, nein, mit Punk, für den die „Stranglers“ am Anfang ihrer Karriere standen, mit Punk hat “La Folie” nur noch sehr wenig und nur noch am Rande zu tun. Auf „La Folie“ befinden sich dagegen Lieder, die in der Nähe des New Wave anzusiedeln sind, bis ganz nah hin zur reinen Pop-Musik. Und diese Musik, die auf „La Folie“ dargeboten wird, ist es wahrlich wert, gehört zu werden. Somit stimmt auch der Titel des Albums, „La Folie“, denn zumindest ein „Wahnsinnslied“ befindet sich wirklich auf der Platte.

Auf „La Folie“ bekommt man einen dieser seltenen „Jahrhundertsongs“ zu hören, mit dem man eine Band immer in Verbindung bringen wird. So ein Stückchen unzerstörbarer Musik. Dies in Bezug auf die Stellung, den Bekanntheitsgrad und die Art des Liedes. In etwa vergleichbar mit „American Pie“ von Don McLean. Das Stück kennt ebenfalls jeder und die allermeisten mögen es auch noch. Auch „Golden Brown“ von den „Stranglers“ wird noch in 50 Jahren im Radio zu hören sein. Und auch in 50 Jahren wird man sich dieses Songs noch nicht überhört haben. Woran das liegt? An der schönen Melodie? An der ungewöhnlichen Instrumentierung mit einem Spinett? Am überaus seltsamen Text? Wahrscheinlich ist es eine Melange aus allem, wobei wohl der Melodie der wichtigste Part zufällt. Das Lied ist auf jeden Fall ein Meisterwerk des Pop. Kein Punk. Kein New Wave. Was beweist, dass auch die Pop-Musik unvergängliche Lieder hervorzaubern kann. Lieder, die für die Ewigkeit geschaffen sind. Und genau solch ein Song ist „Golden Brown“. Einfach nur klasse.

Aber auch sonst gibt es noch einiges auf „La Folie“ zu entdecken. „Non Stop” ist ein kurzes und nicht ganz untypisches “New Wave”-Lied der damaligen Zeit. Genau in dieselbe Kerbe schlägt „Everybody Loves You When You're Dead”. Gut gemachter “New Wave”, der nur noch am Rande an Punk erinnert. Bei „Tramp” geht es dann sogar noch einen Schritt weiter, die Pop-Anleihen sind unüberhörbar. Aber auch dieses Stück ist ein Höhepunkt des Albums. Treibender Beat, klasse Melodie und dann sind sie da doch noch, die etwas schrägeren Töne, die dieses Lied wachsen lassen und erst so richtig interessant machen.

Auf „Let Me Introduce You To The Family“ hört man dann den Punk doch noch ein wenig deutlicher heraus. Ein galoppierender Rhythmus sowie eine einfache Melodie zeugen von den Wurzeln der Band. „Ain't Nothin' To It“ ist im Anschluss daran wieder ein reines „New Wave“ Lied. Erinnert mit seinen schrägen Passagen ein wenig an „Devo“. Dann wird es sogar ein bisschen rockig. „The Man They Love To Hate“ wird mit treibenden Drums eingeleitet und behält diesen schnelleren Rhythmus auch über die gesamte Länge des Liedes bei. „Pin Up” im Anschluss daran ist wieder eine typische New Wave Pop Nummer, wohingegen „It Only Takes Two To Tango“ sogar ein paar schrägere Töne aufweist, allerdings seinen Pop-Ursprung ebenfalls nicht verschleiern kann.

Es folgt das schon besprochene „Golden Brown”. Synthie-Pop mäßig wird es dann im Anschluss daran bei der Nummer „How To Find True Love And Happiness In The Present Day“, die sich zusätzlich noch durch einen gesprochenen Text, im Gegensatz zum gesungenen der anderen Stücke, auszeichnet. Was folgt ist der Titeltrack des Albums und ein weiteres Highlight des Albums. „La Folie“ klingt wunderschön schwebend und unterscheidet sich nicht nur durch den französischen Text von den anderen Stücken. Sehr melodisch ist diese Nummer und sehr viel langsamer, fast schon getragen kommt das Lied beim Hörer an. Eine klasse Abwechslung.

Und dann gibt es auf der remasterten Version von 2001 noch sechs Bonus Tracks zu hören. Dabei handelt es sich um mal mehr, mal weniger interessante Stücke. Ganz nette Dreingaben, mal melodisch, mal abgefahren und sphärisch. Aber auch eine echte Perle, ein echter Höhepunkt ist darauf mit enthalten. „Strange Little Girl“, das letzte Stück des Albums. Ein toller Popsong, verspielt, harmonisch, melodisch. Wahrscheinlich der beste Bonus Track, den ich bisher auf einem Album gefunden habe.

Fazit: Auf „La Folie“ haben sich die „Stranglers“ endgültig vom Punk und ihren Wurzeln verabschiedet. Stattdessen gibt es jetzt eingängige Song im Stile des New Wave oder Pop zu hören. Das allerdings in einer sehr hohen Güte, sodass dieses Album auch knapp 31 Jahre nach seiner Veröffentlichung immer noch zu gefallen weiß. Und „Golden Brown“, dieses Lied, wird sowieso für immer zeitlos bleiben. Das macht alles zusammen hochverdiente elf Punkte.

Anspieltipps: Tramp, Let Me Introduce You To The Family, Golden Brown, La Folie, Strange Little Girl



Samstag, 28. Januar 2012

Geist - Feuerengel





Geist - Feuerengel


Geist sind zurück. Endlich! Nach ihrem 2007er Album “Für alle Zeit” dachte ich schon, das war’s für alle Zeit, denn immer wieder wurde das neue Ding verschoben und verschoben und verschoben. Doch nun ist “Feuerengel” da. Kraftvoll, energisch, lautstark. Ein bißchen dreckig, ein bißchen an Tool angelehnt. Geist singen auf Deutsch und zeigen, dass das durchaus kein Problem ist, auch wenn man “nur” richtig gute Rockmusik macht und nicht hinter Rammstein her eiert. Die Kölner Jungs gehen ihren Weg, geradlinig und direkt auf die 12. Mal ist es ein Brett, mal einfach nur eine gefühlvolle Welle, die einen da fortträgt. Sänger Fares Rahmuns einprägsame Stimme ist die perfekte Ergänzung für die Songs. War “Für alle Zeit” noch etwas dunkler und schwerer, kommen Geist nun selbstsicherer daher. Sie haben ihren Sound gefunden. Man kann es der Band nur wünschen, dass sie mit diesem Album endlich den verdienten Durchbruch schaffen. Mein Tipp: unbedingt reinhören und kaufen!

Freitag, 27. Januar 2012

Peter Gabriel – II




Peter Gabriel
– II



Besetzung:

Peter Gabriel – vocals, keyboards


Gastmusiker:

Tony Levin – bass
Sidney McGinnis – guitars
Jerry Marotta – drums
Robert Fripp – guitars
Timmy Capello – sax
Bayete – keyboards
Roy Bittan – keyboards
Larry Fast – synthesizer
George Marge – recorders


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. On The Air (5:28)
2. D.I.Y. (2:39)
3. Mother Of violence (3:22)
4. A Wonderful Day In A One-Way World (3:36)
5. White Shadow (5:19)
6. Indigo (3:33)
7. Animal Magic (3:29)
8. Exposure (4:18)
9. Flotsam And Jetsam (2:22)
10. Perspective (3:29)
11. Home Sweet Home (4:40)

Gesamtspieldauer: 42:14



1978 legte Peter Gabriel sein zweites Solowerk vor. Wieder wurde es nicht extra betitelt, sodass es nur mit „II“ oder, aufgrund des Covers, mit „Scratch“ tituliert wird. Und dieses zweite Album des Ex-Genesis-Sängers hat viele Besonderheiten. Da sind zum Beispiel diese fünf sehr ruhigen Songs, wie sie auf späteren Veröffentlichungen nur noch ab und zu auftauchen werden. Das erste, dieser „leiseren“ Stücke auf dem Album, ist Track Nummer 3, „Mother Of Violence“. Das Stück beginnt mit Bienengesumme und Grillenzirpen und wird mittels einer Akustikgitarre und einem Piano instrumentiert. Und dieses Lied ist eines der schönsten ruhigen Lieder, die je geschrieben wurden, vielleicht sogar das Schönste. Hier wird man von allem ergriffen - von dem einfühlsamen und zerbrechlich wirkenden Gesang, der zurückhaltenden Instrumentierung und den wunderschönen Melodien in dieser Musik. Ein Meisterwerk.

Der nächste ruhigere Song des Albums heißt „White Shadow“. Das Stück wirkt durch den Einsatz des Keyboards und des Synthesizers sehr viel sphärischer und irgendwie schwebend. Und auch hier gibt es wieder die Ingredienzien, die ein Stück zu einem Lied machen, in welches man sich sehr gerne einwickeln lässt: Wunderschöne Melodie und einfühlsamer Text. Und genau so geht es weiter. „Indigo“ heißt der nächste Titel, vom Aufbau her wieder mehr „Mother Of Violence“ ähnelnd. Zunächst sparsam mit dem Piano instrumentiert und wieder, fast schon „vorsichtig“ gesungen, entfaltet sich auch hier ein Lied, welches einen einfach nur packt und einfängt. Und dies mit den, wie gesagt, ganz leisen Tönen. Klasse gemacht.

„Flotsam And Jetsam“ heißt das vierte ruhige und verzaubernde Stück der Platte. Schöne Melodie, ein manchmal mit seinem Gesang fast zerrissen wirkender Gabriel und die erzeugte Atmosphäre lassen auch dieses Stück zu einem Höhepunkt des Albums werden. Und diese Aussage ist eins zu eins übertragbar auf das letzte Stück des Albums. Auch „Home Sweet Home“ hat ebenfalls dieses gewisse Etwas. Dazu gesellt sich noch ein tieftrauriger Text, der den Hörer mit genau dieser Stimmung aus dem Album entlässt.

Und jetzt kommt die Vielfalt dieser Platte zum Tragen. Das waren die ruhigeren Stücke, aber, dass es auch schneller und rockiger geht, beweist Peter Gabriel gleich mit der ersten Nummer. „On The Air“ ist das genaue Gegenteil der zuerst beschriebenen Songs: Hier gibt es jetzt den treibenden Rhythmus, den Groove, die deutlich hellere Stimmung. Und das wurde ebenfalls wieder mit einer schönen Melodie kombiniert und versehen. Musikfreund was willst Du mehr? Der folgende Titel, „D.I.Y.“, ist ebenso rhythmisch und voranschreitend, diesmal allerdings etwas weniger rockig, dafür ein bisschen poppiger.

„A Wonderful Day In A One-Way World”, Titel Nummer 4, ist wieder ganz anders. Fast wirkt es ein wenig so, als ob Peter Gabriel seine Hörer, nach dem traurigen “Mother Of Violence”, wieder auffangen möchte. Denn „A Wonderful Day In A One-Way World” klingt fröhlich und beschwingt und ist wieder eher der Popecke zuzuordnen. In eine ähnliche Kerbe schlägt „Animal Magic“. Ebenfalls eine fröhliche Nummer, die in Richtung des Rock’n’Roll geht und ebenfalls zu gefallen weiß.

In „Exposure“ kommen dann die musikalischen Wurzeln des Peter Gabriel zu Tage. „Exposure“ ist ein experimentelles Lied, das sehr stark in die Richtung „Progressive Rock“ geht. Und da er das Lied zusammen mit Robert Fripp geschrieben hat, sollte einen dieser Umstand nicht weiter verwundern. „Exposure“ fällt für Peter Gabriels Songs völlig aus der Rolle und ist ein fast schon verstörendes Stück Musik, welches auf „II“ allerdings zur großen Vielfalt beiträgt. Bliebe noch „Perspective“. Wieder ein etwas treibenderer Titel, der von seinem Rhythmus lebt. Hier weiß der Saxophoneinsatz zu gefallen. Ansonsten ist es ein eher schwächeres, da etwas langweiliges Stück – ohne allerdings wirklich schlecht zu sein.

Fazit: Peter Gabriel hat noch nie schlechte Alben veröffentlicht. Von ihm gibt es nur gute und sehr gute Platten. Und „II“ oder „Scratch“ gehört zu den sehr guten Veröffentlichungen. Das liegt zum großen Teil an diesen unglaublich packenden, ruhigen Stücken, von denen „Mother Of Violence“ den Höhepunkt darstellt. Es liegt allerdings ebenfalls an den flotteren Tracks, die auch überzeugen können. Und es liegt an der Vielfalt, die dieses Album auszeichnet. Letzteres mag vielleicht für den einen oder anderen ein Nachteil sein, denn das Album ermöglicht es wirklich nicht, sich auf eine „Stimmung“ einzustellen. Andererseits wirkt es so wie eine emotionale musikalische Achterbahnfahrt, bei der man sich nie sicher sein kann, wann das nächste Tal beziehungsweise die nächste Steigung ansteht. Spannende Musik, die dreizehn Punkte wert ist.

Anspieltipps: On The Air, Mother Of Violence, White Shadow, Indigo

Donnerstag, 26. Januar 2012

The Killers – Hot Fuss





The Killers – Hot Fuss


Besetzung:

Brandon Flowers – vocals, keyboards, bass
Dave Brent Keuning – lead-guitar, backing vocals
Ronnie Vannucci Jr. – drums, percussion
Mark Stoermer – bass, rhythm-guitar, backing vocals


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Indie Rock, Pop Rock, Alternative


Trackliste:

1. Jenny Was A Friend Of Mine (4:04)
2. Mr. Brightside (3:42)
3. Smile Like You Mean It (3:55)
4. Somebody Told Me (3:17)
5. All These Things That I've Done (5:02)
6. Andy, You're A Star (3:14)
7. On Top (4:19)
8. Change Your Mind (3:11)
9. Believe Me Natalie (5:05)
10. Midnight Show (4:03)
11. Everything Will Be Alright (5:45)
12. Glamorous Indie Rock and Roll (4:17)




„Hot Fuss“, heißt das Debut der Killers, der Band mit dem schwachmatischen Namen. Und „Hot Fuss“ klingt überaus britisch, obwohl die vier Musiker in Las Vegas, Nevada zu Hause sind. Das mag vielleicht mit der Liebe einiger Bandmitglieder zur englischen Band „Oasis“ zusammenhängen. Auf „Hot Fuss“ ist Gitarrenrock zu hören, allerdings Keyboard dominierter Gitarrenrock, denn das Tasteninstrument spielt praktisch in jedem Song eine wichtige Rolle. Und „Hot Fuss“ klingt ein wenig nach den Achtzigern. Die Musik ist schwerlich einer bestimmten Band der damaligen Musikszene zuzuschreiben, allerdings die Stimmung der Lieder weckt Erinnerungen an dieses vergangene Jahrzehnt. Und so legten die vier Musiker mit „Hot Fuss“ eine Pop-Rock-Scheibe vor, wie sie bisher nur selten von einer amerikanischen Band zu hören war.

Die Musik auf „Hot Fuss“ ist überaus eingängig. Aber es kann dem Hörer durchaus passieren, dass er zu Beginn der ein oder anderen Nummer denkt, „Ne, das ist es jetzt doch nicht“ – und dann vollzieht sich auch in diesem Track eine Wendung, die das Stück doch wieder interessant werden lässt. Die Nummern gehen wahrlich so ziemlich alle ins Ohr, da bleibt die Stimmung ziemlich unaufgeregt.

Allerdings gibt es die Ausschläge in die andere Richtung – nach oben eben. Da ist zum Beispiel das bekannte Stück „Mr. Brightside”. Eine richtig gute Nummer, bei der wohl kein einigermaßen musikinteressierter Hörer seine Ohren verschließen würde. Ein interessantes und packendes Lied, welches sofort ins Ohr und in die Beine geht und dort zum Mitwippen animiert.

Auch „Somebody Told Me” ist so ein Ohrwurm, der sich zügig in den Gehirnwindungen der Hörer verankert. Auch wenn dieses Stück mit Sicherheit nicht die Nachhaltigkeit wie „Mr. Brightside“ besitzt und bei zu häufigem Hören auch gehörig auf den Senkel gehen kann. Bei „All These Things That I've Done”, ebenfalls sehr melodisch, gefällt die Abwechslung, die die „Killers“ in diesem fünf Minuten Song kreieren. Da hat sich jemand ganz schön viele Gedanken gemacht.

Und auch „Andy, You're A Star” kann punkten. Eine tolle Melodie in Kombination mit diesem eingängigen Rhythmus lassen diesen Track wachsen und ebenfalls zu einem Höhepunkt auf dem Album werden. Und so sind auch die restlichen Songs des Albums durchgehend sehr eingängig. Natürlich wird hier jeder Hörer seine speziellen Höhepunkte haben, richtig schlecht wird man die Musik allerdings wohl kaum finden.

Fazit: Ein interessantes Debut haben die vier Herren aus Las Vegas da vorgelegt. Es befinden sich einige gute Songs auf der CD, die sich lohnen gehört zu werden. Die Musik kann gefallen, reißt aber nicht durchgehend mit. Mich jedenfalls nicht. Nicht schlecht, allerdings auch kein Überalbum: zehn Punkte.

Anspieltipps: Mr. Brightside, Somebody Told Me, All These Things That I've Done, Andy, You're A Star





Mittwoch, 25. Januar 2012

Various Artists - Bristol Sessions - The Big Bang Of Country Music





Various Artists - Bristol Sessions - The Big Bang Of Country Music


Der wilde, wilde Westen fängt nicht hinter Hamburg an und auch nicht in einem Studio in Maschen. Country Musik hat noch immer einen schlechten Ruf in Deutschland. Die meisten denken dabei an die Band “Truck Stop”, deren Mitglieder mit Cowboyhut und –stiefeln auf der Bühne stehen und banales Zeugs von sich geben. Auch wenn es heute eine sehr interessante deutsche Country Musikszene gibt, man denke nur an Boss Hoss oder an die Lokalmatadoren Smokestack Lightnin’, so haftet dem Country in Deutschland noch immer etwas Lachhaftes an.

Das dem eigentlich nicht so ist beweist seit Jahrzehnten das überaus erfolgreiche deutsche Label “Bear Family Records”. Ihre gewaltigen Boxsets werden weltweit vertrieben und haben den Maßstab für fundierte Musiksammlungen gesetzt. Und, “Bear Family Records” ist eine der wichtigsten Plattenfirmen, die zum Erhalt des amerikanischen “Old Country” beigetragen haben und noch immer dazu beitragen. Die jüngste 5 Cds umfassende Box belegt dies auf beeindruckende Weise. “The Bristol Sessions” heißt sie und dreht sich um den “Big Bang”, den Urknall der Country Musik, der sich 1927 in Bristol, in Virginia und Tennessee gelegen, ereignete.

Eigentlich begann schon fünf Jahre zuvor die kommerzielle Aufnahme der Country Musik. Die “Hillbilly” Künstler mußten dafür nach New York reisen, um dort ins Studio zu gehen. Doch das Geschäft mit den Platten kam nicht richtig zum Laufen. Ralph Peer, ein Musikproduzent, der jahrelang für das Okeh Label arbeitete und vor Ort aufnahm, wechselte zur “Victor Talking Machine Company”. Für ein Jahresgehalt von einem Dollar wollte er einen ganz anderen und neuen Weg einschlagen. Peer sicherte sich die Rechte an seinen Aufnahmen. Sein Modell der Künstlerbezahlungen wurde die Basis für die zukünftigen Plattenverträge zwischen Musiker, Labels und Verlagen.

Er zog für dieses neue Projekt nach Bristol und baute dort in einer Lagerhalle für Victor ein elektronisches Aufnahmestudio auf und lud Musiker mit Anzeigen und Aushängen ein, in diesem Southern Umfeld ihre Songs zu präsentieren. In diesen als “Bristol Sessions” bekannt gewordenen Aufnahmen wurde der Grundstein nicht nur für Country gelegt. 25 Künstler und Gruppen folgten dem Ruf. Die “Recordings” revolutionierten den Plattenmarkt, der zuvor in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden drohte. Die hohe Klangqualität, die mitreissende Stimmung auf den Bändern, die Professionalität der Sessions…und dann die Musiker selbst. Die “Bristol Sessions” gelten als Startpunkt für den Erfolg von Jimmy Rodgers und der Carter Family, die großen Einfluss auf Generationen von Musikern hatten, allen voran Johnny Cash, Woody Guthrie, Bob Dylan. Wer heute über die amerikanische Country- und Folkmusik spricht, muss auf diese “Bristol Sessions” zurück gehen, auf diese musikalische und kommerzielle Aufbruchstimmung der späten 20er Jahre.

Und nun eben hat das deutsche Label Bear Family Records diese “Bristol Sessions” in einer umfassenden CD Box veröffentlicht und damit erneut einen wichtigen Teil für das Country Verständnis beigetragen. Auf 5 Cds findet man 124 Songs, die diesen “Big Bang” dokumentieren. Die Soundqualität ist beeindruckend klar und vermittelt sogar diese Lebendigkeit und diese Aufbruchstimmung von 1927. Die “Bristol Sessions” sind wahrlich ein Urknall, nicht nur für die Country Musik. Hier wurden Wurzeln für viele Genres und Musikergenerationen gelegt.

Dienstag, 24. Januar 2012

Galaxy Transport - Psychedelic Rockers





Galaxy Transport - Psychedelic Rockers


Wer mit solch kräftigen Namensvergleichen wie Krautrock, Spacerock und Trance um sich wirft, der muß schon was zu bieten haben. Und genau das haben Galaxy Transport auf ihrem Album "Psychedelic Rockers". Eine Frauenstimme, die locker internationale Vergleiche wie den mit Björk bestehen kann. Dazu ein Sound, der mal richtig rockig a la Guano Apes daherkommt, dann wieder etwas schwer atmig wie Pressurehed. Diese Platte besticht durch ihre Abwechslung. Es wird wahrlich alles geboten, was obige Genres zu bieten haben. Diese Band hat sich erst im Jahr 2000 zusammen gefunden und legt mit "Psychedelic Transport" ein wirklich brillantes Erstlingswerk vor. Experimentierfreudig werden nicht nur die diversen Stile zusammengewürfelt, vielmehr schaffen es Galaxy Transport auch ganz neue Töne aus herkömmlichen Techniken heraus zu kitzeln. Diese Formation sollte man im Auge behalten, denn die musikalische Zukunft sieht für sie nach "Psychedelic Transport' nur rosig aus.

Montag, 23. Januar 2012

Dirk Geiger - Autumn Fields





Dirk Geiger - Autumn Fields


"Raumklang Musik" umschreibt in zwei Worten die Musik von Dirk Geiger. Eigentlich könnte man es dabei belassen, diesen Plattentipp hier beenden, denn auch nach längerem Nachdenken fällt mir nichts Passenderes ein.

Aber ich versuche es dennoch einmal. "Autumn Fields" heißt das Album, auf dem Geiger die Räume um uns herum zum Klingen bringt. "Field Recordings", also Aufnahmen aus dem Alltag und der täglichen Umwelt, nutzt er als Basis für seine Songs. Darauf baut er auf, lässt sich inspirieren und animieren für Beats und Klänge, die er wie bei einem Klangkuchen übereinander legt. Manchmal ganz weich, dann wieder breiter, richtig fett. Angereicherte elektronische Musik ist das Ergebnis, ein Klangbad, das einen umspielt. Dirk Geiger ist auf diesem Album weniger Musiker als Klangkünstler. Es ist wie ein Bild, das im Morgenlicht ganz anders erscheint als am Abend unter dem Scheinwerfer in der Galerie. Ich höre selten ein Album mit geschlossenen Augen, doch "Autumn Fields" lädt richtiggehend dazu ein, einen bequemen Platz zu finden, die Musik aufzudrehen, die Augen zu schließen und sich den Weg leiten zu lassen. Man hört die Stimmen, den Verkehr, die Klänge, die vertraut erscheinen und das eben nicht roh, sondern in eine Form gepasst, wie sie Dirk Geiger seinem Hörer präsentieren will. Musik zum Verweilen in Raum und Klang. Ein fantastisches Album für jeden, der noch zuhören kann.

Sonntag, 22. Januar 2012

Motortrack - Motortrack





Motortrack - Motortrack


Progressive Rock ist für manche ein Gottessegen, für andere ein Schimpfwort. Einige träumen von den musikalischen Ausflügen in opulente klangliche Sphären, andere sehen genau das als überflüssige Masturbation selbstverliebter Musiker auf ihren Instrumenten. Ich kann beide Seiten sehen, ich liebe viele Progressive Rock Alben, aber es gibt auch einiges an Geschrammel, was mich irre macht, was in meinen Augen so überflüssig ist, wie das dämliche Rumgehoppel bei "Deutschland sucht den Superstar".

Aber nun zu der Platte, die ich hier eigentlich vorstellen möchte. Motortrack heißt die Band, kommt aus Hannover und Kai Hornung, Sänger von "Sonic Front" und "Soon is Now", hat sie mir wärmstens ans Herz gelegt. Er selbst singt auch auf einigen der Songs. Motortrack ist ein Beispiel dafür, wie tief, weit und phänomenal Progressive Rock sein kann. Ein tolles Album, das mal verträumt daher kommt, um dann mit einem gewaltigen und brachialen Gitarrenbrett den Hörer wachzurütteln. Motortrack erfinden das Rad nicht neu, und dennoch sind sie ein erfrischender Wind im etwas verstaubten Progressive Rock Genre. Sie verweisen in ihrer Musik auf die langen Wurzeln dieser Musikrichtung und geben dem Ganzen eine eigene, sehr persönliche Handschrift.

Ein Album zum Hinhören und Eintauchen. Eine sehr empfehlenswerte Platte für Musikfans, die nicht nur mal fix verköstigt werden wollen, sondern schön langsam den wahren Genuss einer musikalischen Klangreise genießen möchten.

Samstag, 21. Januar 2012

And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Worlds Apart





And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Worlds Apart


Besetzung:

Kevin Allen – guitar
Conrad Keeley – vocals, guitars, keyboards, percussion
Jason Reece – vocals, guitars, percussion


Gastmusiker:

Don Schroeder – drums and percussion
Neil Bush – bass
Jeff Lipstein – additional percussion
James Olsen – backup vocals, tracks 3, 4
Orchester und Chor


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: Januar 2005


Stil: Alternative, Independant, ProgRock


Trackliste:

1. Ode To Isis (1:17)
2. Will You Smile Again? (6:51)
3. Worlds Apart (2:56)
4. The Summer Of '91( 3:12)
5. The Rest Will Follow (3:20)
6. Caterwaul (4:53)
7. A Classic Arts Showcase (5:47)
8. Let It Dive (4:46)
9. To Russia My Homeland (1:26)
10. All White (1:50)
11. The Best (4:48)
12. The Lost City of Refuge (4:01)
13. Mach Schau (Bonus Track) (3:49)
14. All Saints Day (Bonus Track) (3:53)




Selten, ganz selten, nein eigentlich noch gar nicht, habe ich ein kompakteres, ausgereifteres, fesselnderes und vor allen Dingen schöneres Album aus diesem Jahrtausend gehört als „Worlds Apart“. Die drei Texaner sind auf ihrer vierten Veröffentlichung „Worlds Apart“, aus dem Jahr 2005, einfach nur gut - sie sind sogar sehr gut. Die Musiker, alle „Baujahr 1975“, der Band mit dem abgefahrenen Namen “…and you will know us by the trail of dead”, den sie übrigens einer Maja Schrift entnommen haben und der ursprünglich nur als Scherz gedacht war, haben es mit „Worlds Apart“ geschafft ein musikalisches Meisterwerk zu erschaffen.

Auf der CD hört man erstklassige Rockmusik, die manchmal sogar progressiv ist, kombiniert mit russischen Weisen, Kinderlachen, dem verzweifelten Weinen einer Frau, die gerade verlassen wird, tollen Hintergrundchören, genial gesetzten Breaks, treibenden Parts, wunderschönen leisen Melodien und dem kraftvollen Gesang des Conrad Keeley. Und all das strömt so selbstverständlich, so druckvoll und begeisternd aus den Boxen, dass es unglaublich viel Spaß macht, sich dieser Musik zu widmen, sich darin einwickeln zu lassen und sie zu genießen.

Die Lieder begeistern alle - und zwar jeder einzelne Titel. Die Nummern sind abwechslungsreich und packend und besitzen durch die Bank weg klasse packende und ergreifende Melodien, die ins Ohr gehen und sich anschließend in den Gehirnwindungen festsetzen. Fesselnd ist sie, diese Rock-Musik, die nie langweilig wird und immer wieder für Überraschungen gut ist. „Worlds Apart“ ist ein Hörerlebnis der Extraklasse, von denen es leider nicht allzu viele aus dem Bereich des Rock dieses Jahrtausends gibt. Und das gibt es auch nur äußerst selten, dass sich auf einem Album, mit ursprünglich zwölf Titeln, so gar keine schlechte Nummer eingeschlichen hat. Lediglich die beiden Bonus-Tracks fallen da ein wenig ab. Aber was soll’s, es sind ja Bonus Tracks, darüber sollte man sich mit Sicherheit nicht beschweren.

Fazit: Dieses Album ist für mich das Album des Jahres 2005. Ein Album, welches Atmosphäre schafft, die bisher nur selten bei Veröffentlichungen dieses Genres erreicht wurde. Klasse übrigens auch das Cover und das Booklet, welches Conrad Keeley wieder selbst gestaltet hat. Von martialischen Szenen bis hin zu Johann Sebastian Bach ist dort alles vertreten. Überraschend, dass Letzterer auf dem Bild (wie im Original von 1746) keinen Notenzettel in Händen hält, sondern einen Zettel mit dem Schriftzug „And You Will Know Us By The Trail Of Dead“. Überheblich? Keine Ahnung, was uns der Künstler damit sagen will, aber wer auf gut bis klasse gemachte Rockmusik steht, die immer wieder Neues zu bieten hat, kann mit diesem Album nichts, aber auch gar nichts falsch machen. Dafür gibt es von mir eine Eins. Hochverdiente 14 Punkte.

Anspieltipps: Alle Lieder





Freitag, 20. Januar 2012

Styx – Cornerstone





Styx – Cornerstone


Besetzung:

John Panozzo – percussion, vocals
Chuck Panozzo – bass guitar, string bass, vocals
Tommy Shaw – electric and acoustic guitars, mandolin, autoharp, vocals
Dennis De Young – keyboards, vocals
James Young – guitar, guitar synthesizer, autoharp, vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Melodic Rock, Adult Orientated Rock (AOR), Pop Rock


Trackliste:

1. Lights (4:42)
2. Why Me (3:57)
3. Babe (4:29)
4. Never Say Never (3:11)
5. Boat On The River (3:11)
6. Borrowed Time (5:02)
7. First Time (4:26)
8. Eddie (4:17)
9. Love In The Midnight (5:23)




Nun, mit Alben aus den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist das so eine Sache. Manche sind zeitlos, man kann sie immer wieder hören, auch heute noch, ohne ihnen überdrüssig zu werden. Bei anderen Scheiben ist das dann wieder ganz anders, da wundert man sich und stellt fest: „Komisch, dass das manchen Menschen damals gefallen hat!“ Nun, in welche Richtung orientiert sich dann der Ausschlag beim Album „Cornerstone“ von der amerikanischen Formation „Styx“? Veröffentlicht wurde diese Platte 1979 und das Urteil fällt hier, wie so oft, nicht ganz eindeutig, sondern eher zweigeteilt aus.

Auf „Cornerstone“ befinden sich zweifellos Titel, die es lohnen gehört zu werden. Da ist zum einen das liebliche und fast schon süßliche „Boat On The River“. Eine unglaublich eingängige Melodie besitzt dieses Lied, bei der man bereits nach dem ersten Hören schon sicher ist, dieses Stück bereits öfters genossen zu haben. Dazu die Instrumentierung unter anderem mit Mundharmonika und Akkordeon. Ungewöhnlich, aber absolut zu diesem Titel passend. Das Stück kann man garantiert nicht jeden Tag hören, aber ab und zu klingt es einfach gut. Lagerfeuerfeeling inklusive. Allerdings darf dabei nicht unerwähnt bleiben, dass dieses Stück in keinster Weise typisch für die Musik von „Styx“ ist. Außerdem stellt das Album „Cornerstone“ eine Wendung in der Karriere der Band dar. Weg vom manchmal sogar experimentellen Bombast-Rock und hin zum radiotauglichen Mainstream-Rock.

Ganz klar wird das beim Titel „Babe“. Diese Nummer wurde in den USA Nummer 1 der Charts und trieft vor Schmalz. Sowohl musikalisch als auch textlich schwer zu verdauende Kost für den normalen, musikinteressierten Mitteleuropäer. Ausnahmen bestätigen dabei die Regel. Aber es gibt auch noch weitere, durchaus bessere Songs auf „Cornerstone“. „Borrowed Time“ zum Beispiel ist eine schöne, treibende Nummer, die auch die B-Seite der „Boat On The River“-Single zierte. „Lights“, der Opener, ist ein abwechslungsreiches und sehr melodiöses Lied, welches auch vom Hintergrundgesang lebt, der während der Strophe wirklich klasse arrangiert ist. Auch „Love In The Midnight“ ist eine tolle Nummer, lässt man mal den Text außen vor. Musikalisch gibt es hier ruhigere und härtere Passagen, die alle überzeugen können – genau wie die Instrumentalparts, die spannende Steigerungen aufweisen.

Und was gibt es sonst noch zu hören? „Why Me” ist so ein typisches Mainstream “AOR”-Stück. So etwas muss man mögen oder man verabscheut es. Highlight dieses Stücks ist ein Saxophonsolo. „Never Say Never“ schlägt in die gleiche Kerbe: Radiotaugliche Musik, die nicht weiter aufregt. “First Time” beginnt schmalzig bis schnulzig, kann dann zwar mit einem schönen Gitarrensolo aufwarten, bis es letztendlich wieder in diesen triefenden Part übergeht. Der Text: Unsäglich. „Eddie“ ist schließlich das härteste Stück auf der Platte, ohne dabei überzeugen zu können. Auch dieses Stück wurde für den Mainstream glattgeschliffen.

Fazit: Auf „Cornerstone“ gibt es ein paar Songs, die sollte man mal gehört haben. Das ist nichts für den dauernden Gebrauch, aber hin und wieder kann man da schon mal ein Ohr riskieren. Es passiert ja auch nichts Schlimmes. Und wer auf solche Bands wie „Asia“, „Journey“ oder „REO Speedwagon“ steht, der fährt mit dieser Scheibe von Styx genau richtig. Sieben Punkte gibt es - auch ein wenig mit aus Nostalgiegründen.

Anspieltipps: Boat On The River, Borrowed Time, Lights, Love In The Midnight