Of Monsters And Men – My Head Is An Animal Besetzung: Arnar Rósenkranz Hilmarsson – drums and percussion Árni Guðjónsson – accordion, piano, organ Brynjar Leifsson – electric and baritone guitar Kristján Páll Kristjánsson – bass Nanna Bryndís Hilmarsdóttir – vocals and acoustic guitar Ragnar Þórhallsson – vocals and acoustic guitar Gastmusiker: Ari Bragi Kárason – trumpet Ragnhildur Gunnarsdóttir – trumpet Bergrún Snæbjörnsdóttir – french horn Label: Universal Music Erscheinungsdatum: 2012 Stil: ArtPop Trackliste: 1. Dirty Paws (4:38) 2. King And Lionheart (4:34) 3. Mountain Sound (3:35) 4. Slow And Steady (5:02) 5. From Finner (3:43) 6. Little Talks (4:27) 7. Six Weeks (5:34) 8. Love Love Love (3:59) 9. Your Bones (4:09) 10. Sloom (4:44) 11. Lakehouse (4:35) 12. Yellow Light (4:53) Gesamtspieldauer: 53:53
Isländer können nur so eine Art “verwunschene” Musik machen. So etwas wie Sigur Rós oder eben Björk? Stimmt nicht, stimmt überhaupt nicht. Of Monsters And Men beweisen genau das Gegenteil. Die Musik auf ihrem Debut-Album “My Head Is An Animal” aus dem Jahr 2012 beinhaltet nämlich ganz andere Musik, deutlich fröhlichere Töne, rhythmische Titel, die zum Mitwippen und sogar zum Mitsingen animieren – ohne, dass diese Musik jetzt Stimmungsmusik im herkömmlichen Sinne wäre. Nichts für die Après Ski Party oder die Disco, um die Tanzfläche voll zu bekommen.
Obwohl Letzteres bei Titeln wie „Little Talks“ mit einer sehr eingängigen Melodie und jeder Menge gerufenen „Heys“ gar nicht so abwegig ist. Aber dieser Titel ist dann doch eher die Ausnahme auf dem Album. Sonst ist die Musik zwar eher fröhlich und meist auch kraftvoll, geht schnell ins Ohr und macht Spaß, wirkt trotzdem allerdings auch immer ein wenig nachdenklich. Die Titel leben auch von der Abwechslung im Gesang, den sich Nanna Bryndís Hilmarsdóttir und Ragnar Þórhallsson teilen. Alles klingt, jedoch nichts wirkt oberflächlich und gestellt. Alles passt in sich und fühlt sich sehr ausgereift an.
Flottere Abschnitte wechseln sich mit ruhigeren Tönen meist bereits in den einzelnen Nummern ab, sodass Lieder entstehen, die spannend wirken und nie den Anstrich der Langeweile offenbaren. Alles klingt und wirkt oftmals so, als ob die Musik einen schon längere Zeit begleiten würde, obwohl man sie gerade erst zum ersten Mal gehört hat. Eingängigkeit nennt man das wohl. Of Monsters And Men beweisen hier ihr Gefühl für die passende Harmonie, die den Hörer einzufangen weiß, die den Punkt trifft, die einen aufhorchen lässt, um dem Song noch intensiver zu folgen.
Fazit: Ein schönes Album ist „My Head Is An Animal“ von Of Monsters And Men. Nicht unbedingt eine sehr aufregende Platte, eher eine, die man gerne einlegt in dem Bewusstsein, dass wenn gleich ein paar Freunde zu Besuch kommen, man mit dieser Musik wahrlich nichts falsch machen kann. Sie werden fragen: „Was hörst Du da gerade?“ Und diese Frage wird nicht abwertend gemeint sein. Elf Punkte.
Anspieltipps: Dirty Paws, Little Talks, Your Bones
Mike Oldfield – Music Of The Spheres Besetzung: Mike Oldfield – classical guitar Gastmusiker: Lang Lang – piano Hayley Westenra – lead vocals Carl Jenkins – orchstral conduction Gareth Davies – flutes Juliette Bausor – flutes Roy Carter – oboe Rosie Jenkins – oboe Chris Richards – clarinet Nick Ellis – clarinet Steven Reay – bassoon Louise Chapman – bassoon Peter Francomb – horn Dave Tollington – horn Joe Walters – horn Evgeny Chebykin – horn Gareth Small – trumpet Edward Pascal – trumpet Tom Watson – trumpet Simon Willis – trombone James Adams – trombone Rosie Jenkins – choir anglais Rob Collinson – bass trombone Alex Kidston – tuba Steve Henderson – timpani Gary Kettel – percussion Paul Clarvis – percussion Sam Walton – percussion Neil Percy – percussion Richard Studt – 1st violin Judith Temppleman – 1st violin Tom Piggott-Smith – 1st violin Harriott McKenzie – 1st violin Tristan Gurney – 1st violin Jemma McCrisken – 1st violin Amy Cardigan – 1st violin Joanna McWeeney – 1st violin Gillon Cameron – 1st violin Louisa Adridge – 1st violin Kotono Sato – 1st violin Jeremy Morris – 1st violin Miriam Teppich – 1st violin Vladimir Naumov – 1st violin Peter Camble-Kelly – 2nd violin Emma Parker – 2nd violin Sophie Appleton – 2nd violin Jenny Chang – 2nd violin Holly Maleham – 2nd violin David Lyon – 2nd violin Nicholas Levy – 2nd violin Joanna Watts – 2nd violin Lucy Hartley – 2nd violin Jo West – 2nd violin Sarah Carter – 2nd violin Elizabeth Neil – 2nd violin John Thorn – viola Rachel Robson – viola Edward Vanderspar – viola Emma Owens – viola Vincent Green – viola Olly Burton – viola Rachel Dyker – viola Sarah Chapman – viola Fay Sweet – viola Holly Butler – viola Sally Pendlebury – cello Jonny Byers – cello Chris Worsey – cello Verity Harding – cello Chris Fish – cello Lucy Payne – cello Morwenna Del Mar – cello Ben Trigg – cello Sian Hicks – bass Hugh Sparrow – bass Jeremy Watt – bass Kylie Davis – bass Frances Casey – bass Ben Griffiths – bass Mary Carewe – backing vocals Jacqueline Barron – backing vocals Nicole Tibbels – backing vocals Mae McKenna – backing vocals Heather Cairncross – backing vocals Sarah Eyden – backing vocals Label: Universal Music Erscheinungsdatum: 2008 Stil: Moderne Klassik Trackliste: 1. Harbinger (4:08) 2. Animus (3:09) 3. Silhouette (3:19) 4. Shabda (3:57) 5. The Tempest (5:48) 6. Harbinger Reprise (1:30) 7. On My Heart (2:24) 8. Aurora (3:42) 9. Prophecy (2:54) 10. On My Heart Reprise (1:16) 11. Harmonia Mundi (3:46) 12. The Other Side (1:28) 13. Empyrean (1:37) 14. Musica Universalis (6:24) Gesamtspieldauer: 45:29
Sein bereits dreiundzwanzigstes Studioalbum stellt Mike Oldfield mit „Music Of The Spheres“ im Jahr 2008 vor („Tubular Bells 2003“ habe ich jetzt mal nicht mitgezählt, da es sich dabei ja nur um eine Reproduktion des Originals von 1973 handelt). „Music Of The Spheres“ ist anders als die Alben, die Mike Oldfield bisher veröffentlichte. Ganz anders als diese Chill-Out-Musik, die seine letzten Platten zierte. Ganz anders als die radiotaugliche Pop-Musik, die der Engländer in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts produzierte. Und auch ganz anders, als die Musik seiner Anfänge, als diese progressive Instrumentalmusik.
„Music Of The Spheres“ ist moderne Klassik geworden. Natürlich kann Mike Oldfield seine Herkunft nicht verbergen und so verwundert es den Hörer nicht weiter, dass einzelne Themen doch immer wieder mal an „Tubular Bells“ erinnern. Sei dies in der Melodie zu entdecken („Harbinger“ und „Harbinger Reprise“) oder wenn diese Röhrenglocken ebenfalls in diesem Stück ihren Auftritt haben (Musica Universalis). Eine Besonderheit des Albums besteht auch in der Tatsache, dass Mike Oldfield hier nur ein einziges Instrument selbst einspielt: die Klassische Gitarre. Den Rest übernimmt das Sinfonia Sfera Orchester, Lang Lang steuert die Pianoparts hinzu und Hayley Westenra sorgt für die paar wenigen Solo-Gesangsparts, die dann auch sehr nach klassischer Musik klingen.
Wer also mit klassischer Musik nichts anfangen kann, der wird wohl auch mit „Music Of The Spheres“ so seine Schwierigkeiten bekommen. Obwohl man die Musik durchaus auch manchmal dem Genre „Filmmusik“ zuordnen könnte. Den dazugehörigen Film gibt es allerdings nicht. Die Musik würde allerdings klasse zu einigen der ruhigeren Szenen der frühen Italo-Western passen, als die Bilder still zu stehen schienen und untermalt durch Musik, sehr lange Zeit hatten ihre Wirkung zu entfalten.
Jeder Klang und jeder Ton auf „Music Of The Spheres“ ist überaus harmonisch und melodisch. Kein schräger Akkord verirrt sich da in diese etwa dreiviertel Stunde Spieldauer. Hektisch wird es währenddessen auch nicht großartig. Meist klingt es verspielt, leicht, fast schon schwebend – ohne dabei die Grenzen zu den Genres „Ambient“ oder „Chill-Out“ auch nur zu taxieren, die auf den vorherigen Alben gnadenlos durchbrochen wurden.
Somit bleibt ein sehr eingängiges Werk, welches nicht umsonst die Nummer eins der britischen Klassikcharts erklomm – genau da gehört es auch hin. Klassische Musik mit Adaptionen aus der Musik Mike Oldfields, die immer eingängig ist und auch ganz gut mit dem Adjektiv „schön“ umschrieben werden kann. Die Titel gehen perfekt arrangiert ineinander über, sodass ein rundes und modernes Stück zeitgemäßer Klassik entsteht.
Fazit: „Music Of The Spheres“ ist kein Aufguss alter Mike Oldfield Platten. Dazu besitzt dieses Album viel zu viele neue Ansätze, Aspekte, Melodien und Ideen. Jene Passagen, die man bereits zu kennen glaubt sind dabei ganz deutlich in der Unterzahl. Und noch etwas zeichnet diese Platte aus: Es ist eines jener Alben, welches mit jedem weiteren Hören wächst. Mir gefällt das gut. Elf Punkte.
Anspieltipps: Harbinger, Silhouette, The Tempest, Aurora, Prophecy, Empyrean, Musica Universalis
Genesis – From Genesis To Revelation Besetzung: Tony Banks – keyboards, piano, vocals Peter Gabriel – vocals, flute, percussion Anthony Phillips – guitars, vocals John Silver – drums Mike Rutherford – bass guitar, vocals Chris Steward – drums on “The Silent Sun” Gastmusiker: David Thomas – backing vocals Arthur Greenslade & Lou Warburton – string and horn arrangements and conduction Label: Decca oder Disky oder Green Line oder … Erscheinungsdatum: 1969 Stil: Pop Trackliste: 1. The Silent Sun (2:15) 2. That's Me (2:41) 3. Where The Sour Turns To Sweet (3:17) 4. In The Beginning (3:42) 5. Fireside Song (4:20) 6. The Serpent (4:40) 7. Am I Very Wrong? (3:31) 8. In The Wilderness (3:30) 9. The Conqueror (3:40) 10. In Hiding (2:39) 11. One Day (3:20) 12. Window (3:35) 13. In Limbo (3:30) 14. Silent Sun (2:12) 15. A Place To Call My Own (2:02) 16. A Winter's Tale (3:32) 17. One-Eyed Hound (2:31) Gesamtspieldauer: 54:57
Von diesem ersten Album Genesis‘ „From Genesis To Revelation“ aus dem Jahr 1969 gibt es unzählige verschiedene Versionen. Mit jeder Neuveröffentlichung sind ein paar Lieder dazu gekommen. Die erste Ausgabe der Platte beinhaltete insgesamt dreizehn Titel. Ich beziehe mich jetzt auf die Neuauflage von 1987, die insgesamt vier Nummern mehr aufweist als das Original.
Diese erste Platte Genesis‘ hat so gar nichts mit der Musik zu tun, mit der die Band bereits ein Jahr später erste Erfolge verzeichnen sollte: Nämlich mit progressiver Rock-Musik. Auf „From Genesis To Revelation“ hört man leichten bis seichten Sechziger Jahre Pop, der hier von achtzehnjährigen Schülern wiedergegeben wird. So alt waren die Musiker nämlich bei den Aufnahmen zur Platte. Eingängiger, sehr unaufgeregter Pop ist hier zu hören, der gar nicht mal schlecht gemacht ist, jedoch auch überhaupt nichts Besonderes darstellt. Am meisten überzeugen kann hier noch der Gesang Peter Gabriels, denn die Instrumentierung der Titel selbst ist mit nachträglich hinzugefügten Streichern mitunter fast schon zugekleistert worden.
Nun, ein paar ganz nette Titel lassen sich aber durchaus auf der Platte finden. Und so richtig schlecht ist auch nichts – kein Lied fällt total durch. Allerdings hat diese Musik eben auch nichts mit der Musik zu tun, die auf den nächsten fünf bis sieben Alben folgen sollte. Die unten auch als Anspieltipps angeführten Lieder haben aber trotzdem was, wenn es auch nur ein Hauch von Nostalgie sein sollte. Obwohl, „Am I Very Wrong?“ ist schon auf seine Art richtig gut.
Fazit: Als Genesis-Fan besitzt man diese Platte natürlich – wahrscheinlich sogar in mehreren Variationen. Wenn jemand, der die Musik von Genesis noch nicht kennt, diese Scheibe zuerst in die Finger bekäme, dann würde er einen völlig falschen Eindruck von der Musik der Band erhalten. Zurückhaltend, fast schüchtern wirken hier die Lieder, die immer wieder ganz nette Melodien aufweisen. Pop-Musik Ende der 60er Jahre eben. Auf Instrumentalparts, später ein Markenzeichen der Band, wurde hier allerdings noch fast vollständig verzichtet. Bei Liedern mit einer maximalen Länge von gerade mal vier Minuten kann man dies allerdings auch nur schwer verwirklichen. Trotzdem nicht schlecht, acht Punkte.
Anspieltipps: That's Me, Where The Sour Turns To Sweet, The Serpent, Am I Very Wrong?, In The Wilderness, One Day
Sigur Rós – Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust Besetzung: Jón Þór „Jónsi“ Birgisson – vocals, guitar Kjartan "Kjarri" Sveinsson – keyboards Georg „Goggi“ Hólm – bass Orri Páll Dýrason – drums Gastmusiker: Strings: Amiina (Tracks 2, 3, 4, 5, 8 & 9): Hildur Ársælsdóttir Edda Rún Ólafsdóttir Maria Huld Markan Sigfúsdóttir Sólrún Sumarliðadóttir Brass (Tracks 2, 4 and 11) performed by: E. Friðfinnsson Helgi Hrafn Jónsson I.G. Erlendsson K. Håkonarson Samúel Jón Samúelsson S. Sigurðarson S.J. Bernharðsson Tambourine, claps and other noises by Siggi Frendi, Höddi Gunni, John Best, Sunray and Breeze Label: EMI Erscheinungsdatum: 2008 Stil: Post-Rock, Art Rock Trackliste: 1. Gobbledigook (3:05) 2. Inní Mér Syngur Vitleysingur (4:05) 3. Góðan Daginn (5:15) 4. Við Spilum Endalaust (3:33) 5. Festival (9:24) 6. Með Suð Í Eyrum (4:56) 7. Ára Bátur (8:57) 8. Illgresi (4:13) 9. Fljótavík (3:49) 10. Straumnes (2:01) 11. All Alright (6:21) Gesamtspieldauer: 55:40
„Mit einem Summen in unseren Ohren spielen wir endlos“ heißt das fünfte Album „Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust“ der isländischen Band Sigur Rós übersetzt. Nun, endlos spielen sie auf dieser CD nicht, knappe 56 Minuten lang dauert das Ganze und ist dabei sehr abwechslungsreich. Die Musik ist letztendlich sogar sehr viel abwechslungsreicher, als auf allen bisherigen Veröffentlichungen der Band.
Auf „Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust“ ist es zum ersten Mal möglich zu hören wie es klingt, wenn die Isländer versuchen „fröhlichere“ Musik zu machen. Bei den Titeln „Gobbledigook“, „Inní Mér Syngur Vitleysingur“ und „Við Spilum Endalaust“ kann man diese Stimmung jetzt so richtig auf sich wirken lassen. Aber wie bereits erwähnt, der Abwechslungsreichtum steht dieses Mal im Vordergrund. So herrscht gegen Ende der Platte wieder diese melancholische Stimmung vor, die man von den anderen Scheiben der Band bereits kennt. Ist diese beim Titel „Fljótavík“ bereits stark ausgeprägt, so wird die traurige, nachdenkliche Atmosphäre mit den letzten beiden Titeln „Straumnes“ und „All Alright“ noch weiter manifestiert. Hier wird nun alles nur noch ganz zart, sanft und weich angedeutet, hauchdünne Klangwelten werden ausgesandt, in denen man sich selbst nur ganz, ganz vorsichtig zu bewegen traut, so zerbrechlich wirkt das Ganze.
Dazwischen gibt es noch solche Nummern wie „Festival“. Ein Stück, welches ebenfalls zunächst sanft beginnt, um dann richtig symphonisch und opulent zu Ende gebracht zu werden. Oder diese schöne Nummer „Illgresi“, die bei der der Gesang und die akustische Gitarre im Vordergrund stehen. Musik zum darin Schwelgen, wenn man die dafür benötigte Ader sein Eigen nennen kann. Diese kann man auch beim Stück „Með Suð Í Eyrum“ ausleben. Wunderschöne perlende Pianoklänge bahnen sich hier den Weg zum Ohr des Hörers. Wahrlich Musik zum darin Eintauchen.
Fazit: Sicherlich das uneinheitlichste Album der Isländer von Sigur Rós. Damit aber gleichzeitig auch die abwechslungsreichste Patte in der Diskographie der Band. Hier werden nun mehrere Facetten der Musik von Sigur Rós gezeigt, die alle überzeugen können. „Með Suð Í Eyrum Við Spilum Endalaust“ ist ein schönes Album geworden. Genau, ein schönes Album, das charakterisiert die Musik dieser Scheibe am besten. Naja und so ein Album-Cover bekommt man auch nicht alle Tage präsentiert. Zehn Punkte.
Anspieltipps: Inní Mér Syngur Vitleysingur, Við Spilum Endalaust, Festival, Með Suð Í Eyrum, Illgresi, Fljótavík
Leonard Cohen – The Future Besetzung: Leonard Cohen – vocals Gastmusiker: John Barnes – bass, synthesizer bass Perla Batalla – choir, vocals, backing vocals Bob Blaub – bass Peggy Blue – backing vocals David Campbell – strings, backing vocals Lenny Castro – percussion, tambourine Julie Christensen – choir, vocals, backing vocals Ronald Clark – strings Leonard Cohen – saxophone, violin Vinnie Colaiuta – drums Larry Corbett – strings Jim Cox – piano Steve Croes – synclavier Joel Derouin – strings Bruce Dukov – strings Donald Ferrone – strings Brandon Fields – tenor saxophone Mike Finnigan – organ Jeff Fisher – keyboards Bob Furgo – saxophone, violin James Gadson – drums Berj Garabedian – strings Bill Ginn – synclavier Bob Glaub – bass Jacquelyn Gouche-Farris – backing vocals Ed Greene – drums Dennis Herring – electric guitar Paul Jackson, Jr. – guitar Jean Johnson – vocals, backing vocals Suzie Katayama – strings Suzie Kattayama – strings Randy Kerber – keyboards Steve Lindsey – keyboards, mellotron, organ, piano, wurlitzer Steve Meador – drums Bob Metzger – bass, acoustic, electric and steel guitar Sid Page – strings Dean Parks – acoustic guitar, mandolin Greg Phillinganes – piano Lon Price – tenor saxophone Lee Sklar – bass Leland Sklar – bass Daniel Smith – strings Greg Smith – baritone saxophone Greg "Frosty" Smith – baritone saxophone Thomas Tally – strings Lee Thornburg – horn arrangements, trombone, trumpet Raymond Tischer – strings Jennifer Warner – backing vocals Jennifer Warnes – vocals, backing vocals Freddie "Ready Freddie" Washington – bass Edna Wright – vocals, backing vocals Tony Warren – vocals, backing vocals Anjani Thomas – vocals, backing vocals Valerie Pinkston-Mayo – vocals, backing vocals David Morgan – vocals, backing vocals Donald Taylor – choir director Gigi Bailey – choir Julia Waters – choir Oren Waters – choir Carmen Twillie – choir Nysa Larry – choir Brenda Lee Eager – choir Aladrain Elmore – choir Patricia Finnie – choir Raven Kane – choir Maxine Willard Waters – choir Sonya Griffin – choir LaVan Davis – choir Lashanna Dendy – choir Cynthia Bass – choir Label: Columbia Records Erscheinungsdatum: 1992 Stil: Pop, Blues Trackliste: 1. The Future (6:43) 2. Waiting For The Miracle (7:43) 3. Be For Real (4:32) 4. Closing Time (6:01) 5. Anthem (6:09) 6. Democracy (7:15) 7. Light As The Breeze (7:17) 8. Always (8:04) 9. Tacoma Trailer (5:58) Gesamtspieldauer: 59:42
Sein neuntes Studio-Album nannte Leonard Cohen „The Future“ und es wurde 1992 veröffentlicht. Nun und dieses Werk ist wahrlich ein Beißer geworden. Die Platte war durchaus erfolgreich, allerdings ist sie für jemanden, der Leonard Cohen über seine ersten Platten kennengelernt hat, schon ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Das liegt zum einen an der Stimme des Sängers auf „The Future“. Nun, diese war schon immer das Markenzeichen, Leonard Cohens. Tief und sonor klang diese schon seit seinem ersten Album. Auf dieser neunten Platte des Kanadiers ist dies allerdings so etwas von dermaßen akzentuiert worden, dass es oftmals irgendwie nur noch seltsam klingt. So gewollt, auf Teufel komm raus. Da ist das Ganze dann eher schon ein Brummen und Grollen. Ganz tiefer, zum Teil sogar eher Sprechgesang ist hier zu hören, der mitunter richtig störend wirken kann. Zumindest auf Dauer eines ganzen Albums.
Nicht nur die Stimme hat sich geändert, auch die Musik wurde einem Wechsel unterzogen. Der Blues hat starken Einzug in die Lieder des Leonard Cohen gefunden. Sehr gut zu hören ist das bei den Nummern „Be For Real“, „Light As The Breeze“ und vor allem beim mit über acht Minuten längsten Song der Platte: „Always“. „Closing Time“ und „Democracy“ klingen dagegen fast schon poppig. Alles in allem kann keines dieser Lieder einen wirklich überzeugen, im Falle der Blues-Stücke ist das Ganze sogar überaus gewöhnungsbedürftig.
Richtig gut gelungen sind der Anfang und das Ende des Albums. Sowohl der Titelsong „The Future“ wie die nachfolgende Nummer „Wainting For The Miracle“ haben etwas. Beides auch eher poppige Nummern, aber angenehm melodiös und mit Wiedererkennungswert. Das letzte Stück der Platte „Tacoma Trailer“ ist eine Instrumentalnummer, die einfach gut klingt. Ein schöner Abschluss für ein mittelmäßiges Album.
Fazit: „The Future“ von Leonard Cohen ist schwierig zu fassen, da es Titel enthält, die ich mir kaum anhören kann. Dann aber auch wieder Lieder, allerdings leider nur wenige Stücke, die mir gut gefallen, die wirken. Und zwischendrin gibt es jede Menge Belanglosigkeit. Ruhige Musik ist das natürlich wieder, mit sehr viel weiblichem Hintergrundgesang, den man in der Art auch erst mal mögen muss. Sechs Punkte.
Anspieltipps: The Future, Waiting For The Miracle, Closing Time, Tacoma Trailer
“Im Westen der Himmel” heißt das neue Album von Infamis. Endlich! Denn das hat gedauert, wirklich lange gedauert. 2004 war die letzte Platte der Berliner Band erschienen. Danach wurden einige hervorragende EPs in Eigenproduktion veröffentlicht. Tolle Songs, keine Frage, aber es fehlte eben das Ganzwerk eines Albums, der Überbau, das größere Konzept einer "Langspielplatte". Doch was lange währt…ja, ja, der Spruch wird bei allen Bands angewandt, die sich aus diversen Gründen viel Zeit für eine neue Scheibe lassen.
Beim Hören von “Im Westen der Himmel” wird einem allerdings schnell klar, dass Infamis in diesen letzten neun Jahren auf einer Sinnsuche waren. Die vier haben einen Riesenschritt auf ihrer musikalischen Reise gemacht. Nun also wird das nächste Kapitel dieser Band aufgeschlagen. Ein weiterer Ritt durch die reiche Country- und Folklandschaft. Man könnte dieses Album als Filmmusik beschreiben, für einen Streifen, der gar nicht existiert. Vielleicht war es auch das, was Filmemacher Wim Wenders von Infamis überzeugte. Er hat diese Platte als zweite nach dem Soundtrack zum Erfolgsfilm “Pina” für sein neues und eigenes Label “Wenders Music” ausgewählt. Die Band könnte mit dieser namhaften Unterstützung – vielleicht und hoffentlich – endlich den “Break” bekommen, den sie schon lange verdient.
Keine andere deutsche Band vermischt so konsequent den Sound eines Spaghetti Western mit klassischem Country. Immer diese Tragik, diese düstere Atmosphäre, die am Rande der Hoffnungslosigkeit zu kippen scheint. Es ist ein perfektes Zusammenspiel von Maren van Ham, Pierre Moulin und Bernd Verch. Dazu die Stimme von René Schwettge, die an Cohen, Cash und Cave erinnert, mal zärtlich, mal überschlagend und vollkommen durchgedreht. Und doch, als Hörer geht man auf eine erfüllende Sinnreise. Infamis machen keine Musik für nebenbei, sie sind wohl auch nichts für den klassischen Rock & Pop Sender zwischen Bryan Adams und Rihanna. Und dennoch Infamis sind ein Juwel in der deutschen Musiklandschaft, das man entdecken sollte. Mit etwas Zeit, Ruhe und Muße. Es lohnt sich. Garantiert.
Infamis “Im Westen der Himmel”, höchst empfehlenswert!!!
Jim White – The Mysterious Tale Of How I Shouted “Wrong-Eyed Jesus!” Besetzung: Jim White – vocals, guitars, lead guitars, slide guitar, banjo, keyboards, percussion, backing vocals Gastmusiker: Bill Elm – pedal steel guitar, lead guitar David Pilch – stand-up bass, electric bass, hollering Danny Frankel – percussion, drums, hollering Joe Henry – additional guitars, backing vocals Ralph Carney – musical saw, clarinet, slide clarinet, trombone, sax, hollering, harmonica Julia Albert – vocals, backing vocals Stephen Cox – backing vocals Pam Corkey – vocals, backing vocals James Krieg – backing vocals Paul Rabjohns – percussion, additional lead guitar, keyboards, piano Victoria Williams – vocals Eddie Baytos – accordion Martin Tillman – cello Label: Warner Brothers Records Inc. Erscheinungsdatum: 1997 Stil: Alternative Country Trackliste: 1. Book Of Angels (4:56) 2. Burn The River Dry (5:00) 3. Still Waters (6:37) 4. When Jesus Gets A Brand New Name (5:18) 5. Sleepy-Town (5:39) 6. A Perfect Day To Chase Tornados (6:07) 7. Wordmule (4:29) 8. Stabbed In The Heart (4:27) 9. Angel-Land (5:26) 10. Heaven Of My Heart (4:35) 11. The Road That Leads To Heaven (+ Hidden Track) (9:06) Gesamtspieldauer: 1:01:39
Mit dem sehr seltsamen Titel “The Mysterious Tale Of How I Shouted Wrong-Eyed Jesus!” versah Jim White im Jahr 1997 sein erstes Album. Die abstruse Geschichte zum Platten-Titel kann man im zur CD gehörigen Booklet nachlesen. Wahrlich abgefahren. Und das ist zum Teil auch die Musik auf der Platte. Soll man das jetzt „Alternative Country“ nennen? Das trifft vielleicht zum Teil wirklich zu, allerdings gibt es auf diesem Album auch Beispiele für Songs, denen dieser Stempel nun so gar nicht gerecht wird. „When Jesus Gets A Brand New Name“ oder „Stabbed In The Heart“ klingen eher sehr experimentell und sehr viel weniger nach „Alternative Country“.
Nach Country (und da kann man dann das „Alternative“ getrost weglassen) klingen ebenfalls einige der Stücke. „Angel-Land“ und „Heaven Of My Heart“ gehen ganz klar in diese Richtung, aber genauso das wirklich sehr schöne „Sleepy-Town“. Und dann gibt es da auch so wunderschöne und ergreifende Lieder wie „Still Waters“ und „A Perfect Day To Chase Tornados“. Country ist das jetzt bestimmt nicht mehr. Sehr gut gemachter Folk bis fast schon Rock ist hier jetzt zu hören.
Auch das knapp fünfminütige „The Road That Leads To Heaven“ hat etwas. Das Lied ist sehr getragen, melancholisch, wirkt überaus sentimental und weiß den Hörer mit genau dieser Atmosphäre auch einzufangen. Im Anschluss daran schließen sich drei Minuten Stille an, bevor es noch mal eine kurze schräge Soundkollage mit sphärischen Tönen, Rückkopplungen und einigem Hintergrundgebrabbel zu hören gibt.
Fazit: Dieses Debut-Album von Jim White ist äußerst ruhig gehalten. Laute Töne gibt es hier nur sehr wenige, alles wirkt eher zurückhaltend und oftmals sogar richtiggehend traurig. Ich für meinen Teil kann nicht mit allem etwas anfangen, was ich da auf “The Mysterious Tale Of How I Shouted Wrong-Eyed Jesus!” zu hören bekomme. Allerdings befinden sich mit „Still Waters“ und „A Perfect Day To Chase Tornados“ zwei absolut tolle Songs auf dem Album, für die ich mir allein schon die Platte zulegen würde. Der Rest schwankt für mich von „nicht mein Ding“ bis „ganz nett“. Insgesamt aber doch lohnend. Zehn Punkte.
Anspieltipps: Still Waters, Sleepy-Town, A Perfect Day To Chase Tornados, The Road That Leads To Heaven
Electric Light Orchestra – Eldorado Besetzung: Jeff Lynne – guitar, vocals, moog, backing vocals Richard Tandy – piano, moog, guitar, backing vocals Hugh McDowell – cello Michael D'Albuquerque – bass Bev Bevan – drums, percussion Michael Edwards – cello Mik Kaminski – violin Label: Sony Music Erscheinungsdatum: 1974 Stil: Symphonic Pop Trackliste: 1. Eldorado Overture (2:13) 2. Can't Get It Out Of My Head (4:22) 3. Boy Blue (5:19) 4. Laredo Tornado (5:30) 5. Poorboy (The Greenwood) (2:58) 6. Mister Kingdom (5:30) 7. Nobody's Child (3:57) 8. Illusions In G Major (2:37) 9. Eldorado (5:18) 10. Eldorado Finale (1:34) Bonus Tracks: 11. Eldorado Instrumental Medley (Instrumental) (7:57) 12. Dark City (Demo) (0:47) Gesamtspieldauer: 48:00
Was auf dem Album Cover mit “A Symphony By The Electric Light Orchestra” bereits angekündigt wird, das manifestiert sich beim Hören des Albums auf das Deutlichste. Jeff Lynne ist mit dem Electric Light Orchestra einen Schritt weiter gegangen. Waren es früher die Bandmitglieder alleine, die mit Violinen, Violas und Cellos diesen „klassischen Touch“ in die Musik von ELO brachten, so ist es jetzt ein ganzes Symphonieorchester - samt Chor. Und das ist nicht die einzige Neuerung beim Electric Light Orchestra. Die Kompositionen wirken nun alle sehr rund und sehr viel angepasster an einen breiten Musikmarkt. Massentauglicher irgendwie. Und das zeigte sich auch in der ersten Goldenen Schallplatte, die ELO in den USA, für dieses Album, verliehen bekam. Allerdings, die Ecken und Kanten, das Experimentelle in der Musik des Electric Light Orchestras, das alles ist auf „Eldorado“ verschwunden. Was allerdings weiterhin zu hören ist, das ist das gute Gespür eines Jeff Lynne für schöne Melodien, denn diese gibt es auch auf „Eldorado“ noch zu entdecken und zu bestaunen.
„Eldorado Overture” beginnt mit gesprochenem Text und symphonischen Streichern und könnte auch gut zur Einführung von “Alice im Wunderland” passen. Natürlich nur von der Musik her, nicht vom Text. Obwohl das Thema auf “Eldorado” ein ähnliches ist. Ein Mensch, der im richtigen Leben nicht so ganz klarkommt, flüchtet sich in Tagträume, die in den einzelnen Stücken beschrieben werden. Und so stimmt einen der erste Song inhaltlich wie musikalisch richtig gut auf die weiteren Stücke des Albums ein: Klassische Musik trifft auf Pop.
„Can't Get It Out Of My Head“, der zweite Titel des Albums, wartet dann gleich mit einer wunderschönen Melodie auf. Durch den Orchester- und Choreinsatz wirkt das Lied ziemlich getragen, allerdings auch nicht zu getragen. Eine richtig schöne Nummer ist da zu hören, die zum Träumen einlädt. Am besten wohl zum Tagträumen. Sicherlich ein Höhepunkt auf der CD.
“Boy Blue” beginnt mit Fanfaren, die an das Mittelalter erinnern. Diese werden immer wieder von Streichersequenzen unterbrochen und schließlich entwickelt sich daraus eine poppige Nummer, die oft vom Orchester getragen, manchmal völlig von ihm dominiert wird. Immer wieder schön dabei anzuhören sind die gezupften Streicherpassagen, wohingegen der Refrain nach mehreren Durchläufen zu nerven beginnt. „Laredo Tornado“ schließt sich an und startet, für dieses Album ganz überraschend, mit einer E-Gitarre. Das Stück soll wohl relaxt, ein wenig „soulig“ und manchmal ein bisschen „bluesig“ klingen. Etwas zu viel reingepackt, denn das Ergebnis ist keineswegs überzeugend, sondern wirkt eher unausgegoren und schafft es nicht unbedingt einen zu begeistern.
Das passiert allerdings wieder bei der nächsten Nummer. „Poorboy (The Greenwood)“ ist ein kurzer und melodiöser Pop-Titel, der wieder schön vom Orchester untermalt ist. Dabei verfügt der Track über eine sehr eingängige Melodie, von der man irgendwie weiß, sie schon sehr, sehr oft gehört zu haben. Und dann passiert bei „Mister Kingdom“ etwas doch sehr Überraschendes. Das Stück klingt bereits nach dem ersten Takt wie „Across The Universe“ von den Beatles. Klar wird das Ganze dann noch ein wenig variiert, allerdings habe ich es selten gehört, dass ein Stück so sehr nach dem Lied einer anderen Band klingt. Und das auch noch bei der zeitlichen Nähe. „Across The Universe“ wurde auf „Let It Be“ veröffentlicht – und die Platte erschien 1970…
„Nobody's Child“ ist anschließend allerdings wieder sehr eigenständig. Wartet zunächst mit mittelalterlichen Klängen auf und entwickelt sich dann zu einer Art Swing. Schön und spannend und keineswegs alltäglich für das Electric Light Orchestra. Es folgt der obligatorische Rock’n’Roll, der anscheinend irgendwie auf jedem Album von ELO auftauchen muss. „Illusions In G Major“ kann dabei zusätzlich mit einem Big Band Sound aufwarten, überzeugender wird das Stück damit jedoch auch nicht.
Das ursprüngliche Album wurde mit den Titeln „Eldorado“ und „Eldorado Finale“ beendet. „Eldorado“ ist dabei eine schöne, ruhige, getragene, symphonische, melancholische und melodiöse Nummer, auf der noch einmal die ganze Wucht des Orchesters, sowie die des Chors, zum Einsatz kommt. Der klassische Ansatz kitzelt bei diesem Titel auch alle vorhandenen Gesangskünste Jeff Lynnes heraus, der hier gerade bei den lang zu haltenden Tönen ungewöhnlich, aber nicht schlecht, singt. Schließlich wird das Thema des ersten Stückes in „Eldorado Finale“ wieder aufgenommen und bombastisch und orchestral zum Ende geführt. Und ganz zum Schluss wird das Album letztendlich wieder durch ein paar gesprochene Worte beschlossen.
Als Bonus Track ist auf der remasterten Fassung von 2001 eine lange Instrumentalversion des Albums „Eldorado“ in Form eines Medleys enthalten. Interessant gemacht, eine schöne Zusammenfassung der gesamten Platte. Dazu gibt es noch die kurze Nummer „Dark City“, die nicht nur wegen ihrer Kürze, sondern auch wegen ihrer Tonqualität nicht weiter erwähnenswert ist.
Fazit: So einfach schafft es Jeff Lynne nicht mehr zu überzeugen. Auf „Eldorado“ ist alles etwas zu fließend und zu glatt. Klar, die schönen Melodien, die gibt es auch noch auf diesem Album und „Eldorado“ ist beileibe keine schlechte Platte. An die drei Vorgänger kommt es allerdings trotzdem nicht ganz heran. Für dieses Werk gibt es neun Punkte.
Anspieltipps: Can't Get It Out Of My Head, Poorboy (The Greenwood), Eldorado
Klaus Schulze – Dune Besetzung: Klaus Schulze – Keyboards Gastmusiker: Arthur Brown – Gesang auf „Shadows Of Ignorance“ Wolfgang Tiepold – Cello Label: Brain (Universal Music) Erscheinungsdatum: 1979 Stil: Electronic Rock Trackliste: 1. Dune (30:21) 2. Shadows Of Ignorance (26:21) Gesamtspieldauer: 56:42
Gut, man muss elektronische Musik mögen, damit man etwas mit Klaus Schulze anfangen kann. Wer sich dahingehend allerdings einen Zugang verschafft hat und zum Beispiel „Tangerine Dream“ mag, dem sei das Klaus Schulze Werk „Dune“ aus dem Jahr 1979 wärmstes ans Herz gelegt.
Lediglich zwei Kompositionen befinden sich auf der CD, das Titellied „Dune“ sowie „Shadows Of Ignorance“. Der Dreißigminüter „Dune“ ist dabei ein sehr sphärisches Stück, welches nur ganz leicht mit einer Melodie unterlegt wurde. Das Lied lebt von seiner Atmosphäre und ich könnte ihn mir als idealen Soundtrack für die Dokumentation einer Reise zum Mars vorstellen. Inspiriert wurde Klaus Schulze jedoch zu diesem Track durch Frank Herberts Roman „Dune“, zu Deutsch: Der Wüstenplanet. Der Sound ist meist sehr dicht und nur selten erkennt man eine Melodie, die man mitsummen könnte. Das Stück ist eine eigene Klangwelt, wie sie außer Klaus Schulze nur sehr wenige Musiker zu erschaffen verstehen. Klasse hierbei der Celloeinsatz des Wolfgang Tiepold, der dem Stück die nötige Schwere verleiht.
Ganz anders sieht es dann beim Stück „Shadows Of Ignorance“ aus, beziehungsweise völlig unterschiedlich hört sich dieses an. Eine außergewöhnliche Komposition für Klaus Schulte, da es eine Gesangslinie enthält. Auch hier trägt erneut das Cello seinen Teil zum Gesamteindruck bei. Ein wunderbarer Tiefgang wird dem Lied dadurch verliehen. Nach knapp zweieinhalb Minuten, bis dorthin ist das Stück erneut sehr sphärisch, setzt dann die eigentliche, elektronische wie rhythmische Melodieführung ein. Ab 8:20 beginnt Arthur Brown schließlich mit seinem, zunächst Sprechgesang, der letztendlich in einen gesungenen Part übergeht. Das Lied ist einfach toll und wirkt, trotz seiner Länge von über 26 Minuten. Es läuft zu keinem Zeitpunkt Gefahr langweilig zu werden, sicherlich auch hervorgerufen durch das perfekt durchkomponierte Zusammenspiel des Cellos mit dem Gesangspart.
Fazit: Für Klaus Schulze ist dies eine außergewöhnliche Produktion, da das zweite Stück auch einen gesungenen Part enthält. Diese neue Seite an der Musik Klaus Schulzes weiß ebenso zu überzeugen, wie seine rein am Synthesizer und Computer erschaffenen Kompositionen. Allerdings ist „Dune“ wirklich nur etwas für Leute, die etwas mit elektronischer Musik anfangen können, denn auf dem Album sind logischerweise keine „radiotauglichen“ Stücke vorhanden. Hier geht es schlicht und ergreifend um die Atmosphäre, und genau diese wird auf den zwei Liedern des Albums bestens entwickelt. Beide Stücke sind schöne elektronische Tracks, die man sicherlich nicht immer anhören kann. Wenn allerdings die Zeit dafür „reif“ ist, können beide Nummern absolut überzeugen. Von mir gibt es dafür elf Punkte.
Anspieltipps: Hier muss man sich durch beide Stücke komplett durchhören, um die Musik auf sich wirken lassen zu können, um letztendlich für sich selbst zu einem Ergebnis, zu einer Meinung zu gelangen. Aus GEMA-Gründen kann ich hierzu leider kein Video hochladen.
Archive – Controlling Crowds Part IV Besetzung: Pollard Berrier – vocals, guitar, keyboards Danny Griffiths – keyboards, sound effects Darius Keeler – keyboards Gastmusiker: Smiley – drums Maria Q – vocals Dave Pen – vocals, guitar Jonathan Noyce – bass Steve Harris – guitar Roscoe John – vocals Steve “Keys” Watts – hammond organ, organ Anita Hall – triangle Lee Pomeroy – mellotron Graham Preskett – piano Label: Warner Music Erscheinungsdatum: 2009 Stil: Pop bis Progressive Rock Trackliste: 1. Pills (4:13) 2. Lines (6:04) 3. The Empty Bottle (7:03) 4. Remove (4:06) 5. Come On Get High (4:41) 6. Thought Conditioning (3:39) 7. The Feeling Of Losing Everything (4:48) 8. Blood In Numbers (3:05) 9. To The End (3:55) 10. Pictures (3:55) 11. Lunar Bender (3:26) Gesamtspieldauer: 48:55
Nur wenige Monate nach „Controlling Crowds Parts I-III“ veröffentlichte Archive „Controlling Crowds Part IV“ Zu schnell danach? Fast könnte man es meinen, wenn man die verschiedenen Ideen auf den beiden Veröffentlichungen miteinander vergleicht. Zwar gibt es auf „Controlling Crowds Part IV“ auch außergewöhnliche Momente, allerdings sind diese deutlich rarer gesät, als bei dem Vorgänger. Zu den herausragenden Stücken gehört sicherlich der Titel „The Empty Bottle“. Eine Nummer mit einer wunderschönen Melodie, die ebenfalls wieder, wie so häufig bei Archive, von seiner Steigerung lebt. Auch dieses Mal wurde diese Herangehensweise an ein Lied perfekt umgesetzt. Ebenfalls sehr gut gelungen ist noch „To The End“, ein sehr ruhiges und sentimentales Stück. Instrumentiert ist das Ganze durch einen wahrlich schönen Pianoteppich, in den sich die anderen Instrumente perfekt einfügen und anschließend ausbreiten können. Dieses Lied wird übrigens genau wie „The Empty Bottle“ von Dave Pen gesungen.
Das waren sie aber auch schon, die beiden absoluten Höhepunkte des Albums. Ebenfalls noch ein wenig hängenbleiben kann „The Feeling Of Losing Everything“. Auch bei diesem Track handelt es sich wieder um ein sehr ruhiges Stück, wobei überhaupt festzustellen ist, dass „Controlling Crowds Part IV“ mit deutlich leiseren Tönen aufwartet, als dies sein Vorgänger noch tat.
Es wird zwar insgesamt erneut sehr viel Wert auf die Atmosphäre gelegt bei den einzelnen Stücken auf „Controlling Crowds Part IV“, diese wird allerdings von der Band nicht in dem Maße erreicht, wie noch auf den ersten drei Teilen von „Controlling Crowds“, die alle auf einer einzigen CD erschienen. Die restlichen Lieder sind zugegebenermaßen durch die Bank nicht richtig schlecht, bleiben allerdings jedoch auch nicht hängen. Sie lassen das „Besondere“ vermissen, was einen sehr guten von einem normalen Track unterscheidet. Negativ fallen mir wieder „Lines“ und „Thought Conditioning“ auf, auf denen mittels Roscoe John wieder gerappt wird. Aber das ist wohl mein persönliches Problem.
Fazit: Vielleicht hätte es einer längeren Schaffenspause bedurft, um noch mehr als die zweieinhalb sehr guten Stücke auf die CD zu pressen. Das Album ist mit Sicherheit kein Ausfall, liegt aber trotzdem qualitativ meilenweit hinter den besten Alben, die Archive bisher veröffentlicht hat. Von mir gibt es dafür acht Punkte.
Anspieltipps: The Empty Bottle, The Feeling Of Losing Everything, To The End