Dienstag, 24. September 2013

And You Will Know Us By The Trail Of Dead – The Century Of Self




And You Will Know Us By The Trail Of Dead – The Century Of Self


Besetzung:

Conrad Keely – ohne Instrumentenangabe
Jason Reece – ohne Instrumentenangabe
Kevin Allen – ohne Instrumentenangabe


Gastmusiker:

Jay Leo Phillips – bass, vocals
Aaron Ford – drums, vocals, organ
Clay Morris – keyboards, organ
Brenda Radney – vocals
Yasmine Kittles – vocals
Anand Wilder – vocals
Chris Keating – vocals


Label: Superball Music


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative


Trackliste:


CD: The Century Of Self

1. The Giants Causeway (2:39)
2. The Far Pavilions (4:54)
3. Isis Unveiled (6:27)
4. Halcyon Days (6:36)
5. Bells Of Creation (5:24)
6. Fields Of Goal (3:42)
7. Inland Sea (4:09)
8. Luna Park (4:22)
9. Insatiable (One) (4:44)
10. Pictures Of An Only Child (2:03)
11. Ascending (4:47)
12. An August Theme (0:51)
13. Insatiable (Two) (3:04)

Gesamtspieldauer der CD: 53:41


DVD: And You Will Know Us By The Trail Of Dead: Live In Düsseldorf

1. Gargoyle Waiting
2. Bells Of Creation
3. Aged Dolls
4. A Perfect Teenhood
5. Clair De Lune
6. Totally Natural
7. Mistakes And Regrets
8. Richter Scale Madness

Gesamtspieldauer der DVD: 56:42




Ein klein wenig klingt das sechste Studio-Album der texanischen Band And You Will Know Us By The Trail Of Dead nach „Back To The Roots“. Denn auf „The Century Of Self“ wird wieder deutlich härter gerockt, als es noch auf den zwei Vorgänger-Alben der Fall war. Vieles erinnert hier an die Anfänge der Band. „The Giants Causeway“, der erste Titel der Platte, beginnt zwar zunächst recht zurückhaltend, wirkt fast hymnisch und bombastisch, nach diesen gut zweieinhalb Minuten geht es dann jedoch mit „The Far Pavilions“ gleich in die Vollen. Jetzt wird gerockt, kraftvoll und ohne Kompromisse. Zwar gibt es auch hier in der Mitte des Songs eine kurze Auflockerung in Form eines nicht allzu langen und fast schon orchestralen Einschubs, aber schnell wird das ursprüngliche Thema wieder aufgegriffen und es geht erneut sehr rockig weiter. Fast ohne Übergang wird schließlich „Isis Unveiled“ gestartet, ein Lied welches trotz seiner kraftvollen Härte sehr melodiös aus den Lautsprechern kommt. Klasse hier ebenfalls wieder der Mittelteil, der rhythmisch im Chor fast wie eine Hymne vorgetragen wird, um anschließend erneut in den schnelleren Part überzugehen. „Halcyon Days“ im Anschluss daran, ist ein Mid-Tempo Lied, worauf sich einer der Höhepunkte der Platte anschließt: „Bells Of Creation“. Eine tolle und kraftvolle Nummer, die genau so klingt, wie man sich Rock-Musik im 21. Jahrhundert vorstellt: Eingängig, packend und eben nicht so ein 08/15-Song, wie sie viele Mainstream-Bands zuhauf auf den Markt werfen, die dann auch rauf und runter in den diversen Radiostationen dieser Erde gespielt werden. Spannende Musik in verschiedene Teile unterteilt, die jeweils rocken und dabei nie die Melodie des Songs in den Hintergrund treten lassen.

„Fields Of Goal“ ist wieder ein Lied der härteren Art, bevor mit „Inland Sea“ auch auf „The Century Of Self“ die etwas ruhigeren Töne Einzug auf dem Album halten. „Ruhig“ ist hier allerdings relativ gemeint, denn auch dieses Lied rockt, nur eben nicht in der Intensität wie die Vorgänger. Mit „Luna Park“ wird es im Anschluss daran dann sogar wirklich ruhig und zurückhaltend. Balladesk entwickelt sich hier ein nachdenklicher Song, der im Vergleich zu dem vorher Gehörten fast schon einen Stilbruch darstellt – ohne wirklich einer zu sein. Denn auch dieses Lied gewinnt im weiteren Verlauf an Intensität. Aber dieser eingeschlagene Weg der etwas leiseren Töne wird auch mit „Insatiable (One)“ fortgesetzt. Alles jedoch immer unter der Überschrift: Melodiöse Musik.

Und dann folgt sogleich der nächste Höhepunkt des Albums „Pictures Of An Only Child“. Eine schöne pianolastige Ballade, eingängig und ein wenig an eine russische Weise erinnernd, hört man hier perlende Pianoklänge, die mit knapp über zwei Minuten leider ein wenig zu kurz geraten sind. Doch dann befinden wir uns stilistisch wieder am Beginn des Albums. Es wird erneut gerockt auf „Ascending“. Perfekt abgemischt und arrangiert ist dieses Lied und auch hier gibt es wieder solch einen Mittelteil, der im Chor eingesungen wird, bis der Titel wieder seine ursprüngliche Fahrt aufnimmt. „An August Theme“ ist ein kurzes instrumentales von Streichern und einem Synthesizer dominiertes Intermezzo, bevor das Album mit „Insatiable (Two)“ hauptsächlich zart und getragen ausklingt.

Nicht unerwähnt bleiben soll hier erneut das Cover-Artwork, für welches sich einmal mehr Conrad Keely auszeichnete. Wirklich beeindruckend gezeichnet das Ganze. Und legt man, die in der Deluxe-Ausgabe beigelegte DVD ein, so kann man diese Bilder nochmals ein klein wenig animiert bewundern und And You Will Know Us By The Trail Of Dead während eines knapp einstündigen Live-Auftritts in Düsseldorf beobachten, bei dem die Lieder noch mal ein klein wenig härter klingen, als auf der CD selbst. Wobei anzumerken wäre, dass sich die Songauswahl auf die ersten Alben der Band und nicht auf „The Century Of Self“ bezieht. Trotzdem eine schöne Zugabe.

Fazit: And You Will Know Us By The Trail Of Dead sind auf „The Century Of Self“ wieder deutlich härter geworden, was der Qualität der Musik allerdings überhaupt nicht im Wege steht. Die Musik kann den Rock-Freund packen, denn weichgespült ist hier überhaupt nichts. Die härteren Töne sind angesagt, die allerdings in packenden Melodien verpackt dargeboten werden und somit auch für Freunde der „gemäßigteren“ Sounds von Interesse sein dürften. Elf Punkte.

Anspieltipps: Bells Of Creation, Inland Sea, Pictures Of An Only Child, Insatiable (Two)





Montag, 23. September 2013

Genesis – We Can’t Dance




Genesis – We Can’t Dance


Besetzung:

Tony Banks – keyboards, vocals
Phil Collins – drums, percussion, lead vocals
Michael Rutherford – guitars, bass, vocals


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Pop


Trackliste:

1. No Son Of Mine (6:40)
2. Jesus He Knows Me (4:16)
3. Driving The Last Spike (10:09)
4. I Can't Dance (4:01)
5. Never A Time (3:50)
6. Dreaming While You Sleep (7:17)
7. Tell Me Why (4:59)
8. Living Forever (5:41)
9. Hold On My Heart (4:38)
10. Way Of The World (5:39)
11. Since I Lost You (4:10)
12. Fading Lights (10:17)

Gesamtspieldauer: 1:11:37




Okay, man darf nie, aber auch wirklich nie die Alben der drei verbliebenen Genesis-Kollegen, mit ihrer Phase zu viert oder gar zu fünft vergleichen. War damals noch progressiver Rock zu hören, so produzierte die Band als Trio hauptsächlich Pop-Musik – mit lediglich kleineren Einschränkungen. Auf „We Can’t Dance“, dem inzwischen vierzehnten Studio-Album der Band, ist es schließlich Pop-Musik pur geworden, die die Band veröffentlichte.

Okay, also ein Pop-Album. Und ich muss zugeben der Single Hit „I Can’t Dance“ ist wirklich gelungen. Witzig vom Text her, rhythmisch in seiner Anlage und eingängig bezüglich der Melodie. Was noch? „No Son Of Mine“ hat nicht mehr die Qualität wie „I Can’t Dance“, ist aber trotzdem ein gelungenes Lied. Melodiös und mit Wiedererkennungswert. Der nächste Hit der Platte „Jesus He Knows Me“ nervt da schon ein wenig mehr. Irgendwie merkt man dem Stück an, dass es für das Radio komponiert wurde. Es sollte eben ein Hit werden und dazu musste er die nötige Länge und Eingängigkeit besitzen. Beides ist vorhanden, allerdings ist das dann schon 08/15-Pop.

Nun zum Rest. Da wären noch „Driving The Last Spike“ und „Dreaming While You Sleep“, die für Pop-Musik noch ganz annehmbar sind, melodiös und mit wenigstens ein wenig Atmosphäre versehen. Auch das Keyboard-Solo auf „Fading Lights“ ist gut gelungen, der Rest des Liedes allerdings: „unter aller Kanone“. Genau wie auch der Rest der CD. Das ist ein Schmalz über Liebe und Herzschmerz mit den billigsten Melodien, die nun aber überhaupt nicht mehr zünden wollen. „Tell Me Why“ ist ein pseudosozialkritisches Stück und dann der absolute Abschuss „Hold On My Heart“. Da fehlen einem die Worte um zu beschreiben, wie schlecht das ist, dieses 80er Jahre Phil Collins Gedudel. Einfach nur noch grausam.

Fazit: Mit „I Can’t Dance“ hat dieses Album einen Höhepunkt. Dann gibt es da noch ein paar ganz akzeptable Lieder oder zumindest Stellen in Liedern, der Rest ist völliger Schrott. Auch Pop-Musik haben Genesis schon wesentlich besser hinbekommen. Ach ja, das möchte ich hier an dieser Stelle natürlich auch nicht unter den Tisch fallen lassen: „We Can’t Dance“ war das verkaufstechnisch erfolgreichste Album Genesis‘ überhaupt. Fünf Punkte.

Anspieltipps: No Son Of Mine, Driving The Last Spike, I Can't Dance





Sonntag, 22. September 2013

Æon Spoke – Æon Spoke




Æon Spoke – Æon Spoke


Besetzung:

Paul Masvidal – vocals, guitar
Sean Reinert – drums, percussion, keyboards & backing vocals
E. Van Orden “Evo” – guitar


Gastmusiker:

Stephen Gambina – bass


Label: SPV


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Cavalry Of Woe (4:15)
2. No Answers (3:38)
3. Sand And Foam (3:20)
4. Nothing (5:23)
5. The Fisher Tale (5:25)
6. Emmanuel (4:32)
7. Grace (4:58)
8. Pablo At The Park (5:10)
9. Yellowman (3:46)
10. Silence (4:41)

Gesamtspieldauer: 45:07




Æon Spoke ist eine US-Amerikanische Band, die bisher genau zwei Alben auf den Markt brachte. Album Nummer 1 wurde 2004 unter dem Titel „Above The Buried Cry“ veröffentlicht. 2007 gab es dann das zweite Werk, was unter dem Bandnamen Æon Spoke erschien. Der Unterschied zwischen beiden Platten sind genau drei Titel. Die restlichen sieben befinden sich sowohl auf der Ausgabe aus dem Jahr 2004, wie auch auf der Veröffentlichung von 2007 – jedoch nun unter einem anderen Plattenlabel.

Eigentlich schade, dass die drei Musiker, der Bassist Stephen Gambina zählt anscheinend nicht zum offiziellen Line-Up der Band, keine weiteren Alben mehr veröffentlichten, denn die Musik auf Æon Spoke ist durchaus hörenswert. Eingängige Pop-Musik, die weit davon entfernt ist oberflächlich zu sein, gibt es auf der Platte zu hören. Gitarrenlastig, jedoch nie hart, immer melodisch, jedoch in keinster Weise platt und anbiedernd. Alles klingt und wirkt, unaufdringliche und angenehme Musik, die in der Gesamtheit eher ein wenig melancholisch denn übertrieben fröhlich wirkt.

Unter den zehn auf der Platte versammelten Titeln befindet sich kein Ausfall, jeder Song hat was, etwas, das ihn hörenswert macht. Meist im Mid-Tempo gehalten entwickelt sich ein voller Sound, der durch den kraftvollen Hintergrundgesang noch an Substanz gewinnt. Harmonisch fließen die Melodien ineinander über und entfalten eine irgendwie geartete wohlige Wärme, die schnell den Raum erfüllt.

Manches Mal erinnert die Musik ein wenig an Blackfield, von der Stimmung her passt das sogar überaus perfekt. Bestes Beispiel hierfür ist die Nummer „Emmanuel“, die durchaus eine Koproduktion von Aviv Geffen und Steven Wilson aus besagter Band sein könnte. Alles auf Æon Spoke von Æon Spoke wirkt schön, ein passenderes Wort für die Musik fällt mir da leider nicht ein.

Fazit: Wer auf ruhige und überaus melodische Musik steht, die eher sentimental als überschwänglich fröhlich ist, der wird mit Æon Spoke sehr viel Freude haben. Die Musik ist nichts Außergewöhnliches, allerdings auch nichts Alltägliches. Sanfte und ausgereifte Musik für die ruhigeren Stunden des Tages oder wahrscheinlich sogar eher etwas für den Abend, um den Tag sanft ausklingen zu lassen. Musik durchaus zum Träumen und sich fallen lassen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Cavalry Of Woe, Emmanuel, Silence





Samstag, 21. September 2013

Red Hot Chili Peppers – By The Way




Red Hot Chili Peppers – By The Way


Besetzung:

Michael "Flea" Balzary – bass, contrabass, trumpet and backing vocals
John Frusciante – guitar, backing vocals, piano, keyboards and modular synthesizer
Anthony Kiedis – lead vocals
Chad Smith – drums, percussion


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Alternative Rock, Funk Rock


Trackliste:

1. By The Way (3:38)
2. Universally Speaking (4:19)
3. This Is The Place (4:18)
4. Dosed (5:12)
5. Don't Forget Me (4:38)
6. The Zephyr Song (3:53)
7. Can't Stop (4:29)
8. I Could Die For You (3:14)
9. Midnight (4:56)
10. Throw Away Your Television (3:45)
11. Cabron (3:38)
12. Tear (5:17)
13. On Mercury (3:28)
14. Minor Thing (3:38)
15. Warm Tape (4:17)
16. Venice Queen (6:07)

Gesamtspieldauer: 1:08:47




Der „Stilwechsel“ beziehungsweise die Stilerweiterung, die auf dem Vorgänger-Album „Californication“ eingeleitet wurde, wurde auf dem Nachfolger „By The Way“ aus dem Jahr 2002 konsequent fortgeführt. Auch hier gibt es jetzt die sehr viel eingängigere Musik zu hören, die zwar rockt, jedoch deutlich melodiöser auftritt und mit vielen tollen Ideen und Abwechslungen zu überzeugen weiß. Wenn Funk Rock oder HipHop so klingen wie zum Beispiel bei „By The Way“ oder „Can’t Stop“, dann kann damit auch der Musikhörer mit dem „etwas gemäßigteren“ und mainstreammäßigeren Geschmack eine ganze Menge anfangen. Da passen die etwas härteren und die melodiösen Abschnitte einfach perfekt aufeinander abgestimmt zusammen, sodass das Ganze überzeugend wirkt und sich auch genauso anhört.

Die Abwechslung wird auf „By The Way“ ebenfalls groß geschrieben. Da gibt es solch eine ungewöhnliche, folkloristisch angehauchte und mitreißende Nummer wie „On Mercury“ oder das in eine ähnliche Richtung gehende „Cabron“. Dann wieder wunderschöne, zum Teil balladesk wirkende Titel wie „Tear“ oder das deutlich treibendere „Venice Queen“, ein weiterer Höhepunkt des Albums. Dazu darf auch „Don’t Forget Me“ gerechnet werden. Das Lied klingt nach Sehnsucht und Melancholie, obwohl es noch nicht einmal sehr ruhig gehalten ist, sondern durchaus noch als Rock-Song durchgeht.

Und so findet sich jede Menge richtig gut gemachter Rock auf dieser Platte, der zwar mitunter auch in die Pop-Richtung abdriftet, jedoch immer wieder den Weg zurück findet, sehr abwechslungsreich ist, nie langweilig wird und den Ausschlag nach unten überhaupt nicht aufweist. Es rockt mal härter, mal ein wenig gemäßigter und über allem steht bei den Red Hot Chili Peppers auf „By The Way“ die Melodie und die eingängige Harmonie, die das Album zu etwas sehr Lohnenswerten werden lassen.

Fazit: Die Red Hot Chili Peppers öffneten sich mit „By The Way“ ein Stückchen weiter für den Massenmarkt. Das wirkt hier allerdings nicht anbiedernd, platt oder nur noch kommerziell, das klingt hier eingängig, melodiös, interessant und spannend. Die Ideen wirken ausgereift, die Lieder treffen den Hörer und bewirken, dass man die CD immer wieder in den Spieler einlegen kann, ohne die Skip-Taste der Fernbedienung parat haben zu müssen. Eine Platte die Spaß macht. Elf Punkte.

Anspieltipps: By The Way, Don't Forget Me, Can't Stop, Tear, On Mercury, Venice Queen





Freitag, 20. September 2013

Radiohead – Hail To The Thief




Radiohead – Hail To The Thief


Besetzung:

Colin Greenwood – bass guitar, string synth, sampler
Jonny Greenwood – guitar, analogue systems, ondes martenot, laptop, toy piano, glockenspiel
Ed O'Brien – guitar, effects, vocals
Phil Selway – drums, percussion
Thom Yorke – vocals, guitar, piano, laptop


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Post Rock, Experimental Rock


Trackliste:

1. 2 + 2 = 5 (3:19)
2. Sit Down. Stand Up. (4:20)
3. Sail To The Moon (4:18)
4. Backdrifts (5:23)
5. Go To Sleep (3:22)
6. Where I End And You Begin (4:29)
7. We Suck Young Blood (4:57)
8. The Gloaming (3:32)
9. There There (5:24)
10. I Will (2:00)
11. A Punch-Up At A Wedding (4:57)
12. Myxamatosis (3:53)
13. Scatterbrain (3:22)
14. A Wolf At The Door (3:21)

Gesamtspieldauer: 56:36




Uups, was ist das denn, was uns Radiohead hier auf ihrem sechsten Album „Hail To The Thief“ aus dem Jahr 2003 servieren? Radiohead standen für mich immer für durchaus experimentelle Musik, die allerdings auch immer wieder mit wunderschönen Melodien aufwartete und eben interessante Experimente in ihrer Musik vollzog, die dann allerdings auch glückten.

„Hail To The Thief“ scheint auch so ein Experiment zu sein, bloß dieses Mal finde und finde ich nur wenig Zugang zu dieser Musik, die hier geboten wird. Es fängt noch ganz nett an mit „2 + 2 = 5“, es wird dann aber mit jedem weiteren Song irgendwie schwieriger dem Ganzen noch folgen zu können. Fast klingt es manches Mal so, als ob hier experimentiert wurde um des Experimentierens Willen. Mitunter ist das dann überaus atonal. Manches Mal hört man wahrlich schlimme Computer-Drum Töne, ein anderes Mal scheint die Musik quasi zu eskalieren – leider nicht im positiven Sinne.

Abschnittsweise gibt es zwar auch immer mal wieder eine ganz nette Stelle, die oftmals allerdings schon im selben Lied wieder konterkariert wird. Und was so ein Lied wie „The Gloaming“ soll, das werde ich wohl nie verstehen. Ganz gelungen dagegen ist noch die erste Single-Auskopplung des Albums „There, There“, das sehr wehmütige „I Will“ und der letzten Titel der Platte „A Wolf At The Door“. Dazwischen gibt es aber so viel Seltsames, Komisches, einen einfach nicht packen wollende Musik, die zum Teil nur die Skip-Taste der Fernbedienung verdient hat.

Fazit: „Hail To The Thief“ ist ein irgendwie sehr ungewöhnliches Album geworden. Ein paar ganz schöne Stücke, aber auch jede Menge sehr unzugängliche Musik, bei der man sich sehr schwer tut, dabei zu bleiben. Interessant und schön klingt es ja manches Mal, aber allzu oft auch etwas zu abgefahren. Sechs Punkte.

Anspieltipps: 2 + 2 = 5, There There, I Will, A Wolf At The Door





Donnerstag, 19. September 2013

Cat Stevens – The Very Best Of




Cat Stevens – The Very Best Of


Besetzung:

Cat Stevens – vocals, guitar, piano

Weitere Musiker werden in den Credits des Albums nicht erwähnt.


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Moonshadow (2:51)
2. Father And Son (3:41)
3. Morning Has Broken (3:21)
4. Wild World (3:22)
5. The First Cut Is The Deepest (3:02)
6. Lady D'Arbanville (3:46)
7. Oh Very Young (2:37)
8. Matthew & Son (2:44)
9. Sitting (3:14)
10. Hard Headed Woman (3:50)
11. I Love My Dog (2:20)
12. Rubylove (2:38)
13. Don't Be Shy (2:52)
14. Can't Keep It In (3:01)
15. Here Comes My Baby (2:56)
16. Into White (3:26)
17. (Remember The Days Of The) Old Schoolyard (2:43)
18. Where Do The Children Play? (3:53)
19. How Can I Tell You (4:29)
20. Another Saturday Night (2:28)
21. Sad Lisa (3:43)
22. Just Another Night (3:52)
23. Peace Train (4:12)
24. If You Want To Sing Out, Sing Out (2:47)

Gesamtspieldauer: 1:17:45




Manchmal, zugegebenermaßen in nur seltenen Fällen, lohnt es sich, sich auch mal ein Album der sogenannten „Best Of“-Reihe zuzulegen. Das ist immer dann der Fall, wenn man wirklich nur bestimmte Lieder eines Künstlers oder einer Band mag und sich deshalb nicht mehrere Alben kaufen möchte, wenn diese Titel auch auf dem „Best Of“ vertreten sind. Oder aber es tritt der Fall ein, dass eine Zusammenstellung wirklich perfekt ist, das heißt, alle wichtigen Titel sind darauf vertreten und – klar der Rest ist deutlich schlechter und somit lohnt sich der Kauf der einzelnen Platten eben auch wieder nicht.

Genau das ist bei dem vorliegenden Album der Fall. Cat Stevens hat Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts einige Alben auf den Markt gebracht, die geradezu angefüllt waren mit tollen und eingängigen Songs. Lieder, die man, wenn man in den 70ern oder 80ern aufwuchs, auch immer wieder in den verschiedenen Radiostationen hörte. Man wurde irgendwie groß mit dieser Musik und wenn nur jemand beim Lagerfeuer zur Klampfe griff und einen der Titel mehr schlecht als recht reproduzierte. Ich gebe dabei jedem Recht, der behauptet, dass es sich hierbei, bei der Musik des Cat Stevens, um unglaublich weichgespülte Musik handelt. Genau so ist das. Viele diese 24 Lieder, die alle zwischen 1967 und 1978 entstanden entwickeln dabei allerdings solch eine Eingängigkeit und Melodiösität, wie man sie sonst nur bei einigen Tracks der frühen Simon & Garfunkel oder auch, hier jedoch noch häufiger, bei den Beatles finden kann.

Somit begibt man sich beim Hören der CD auf eine kleine Zeitreise in die eigene Vergangenheit, wenn man zumindest nicht mehr 25 ist. Natürlich haben dabei nicht alle der Titel dieselbe Ausstrahlung, allerdings so richtige Ausschläge nach unten lassen sich auf dieser Zusammenstellung auch nicht ausmachen - vielleicht mit Ausnahme des 1977 entstandenen „(Remember The Days Of The) Old Schoolyard“, welches mit seinem Synthie-Sound dann doch sehr an den Nerven zerrt und so gar nicht zum Rest der Platte passen will. Die Musik ist ansonsten größtenteils sehr weich, meist dominiert von der akustischen Gitarre und dem Gesang des Cat Stevens und nur ab und an mit einigen Streichern oder aber einer Rhythmus-Sektion unterlegt. Ins Ohr gehen dabei auch die weniger bekannten Titel relativ zügig, sodass dem Schwelgen in süßer Melancholie und Sentimentalität Tür und Tor geöffnet ist.

Fazit: Überaus eingängige und melodiöse Musik zum Träumen befindet sich auf dieser Platte. Nicht alle der 24 Titel besitzen dieselbe Qualität beziehungsweise dieselbe Ausstrahlung. Aber das mag wohl ganz am Ohr des Hörers liegen. Wer auf Melodiösität in der Musik steht, unaufgeregte Lieder liebt, die dazu noch schnell ins Ohr gehen, die oder der wird dieses Album lieben. Nichts für Rocker, Techno Freunde oder Anhänger elektronischer Musik. Obwohl, selbst für diese Musikhörer könnte hier etwas dabei sein, unter diesen 24 Titeln, da einige davon einfach nur „schön“ sind. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Morning Has Broken, Wild World, Lady D'Arbanville, Matthew & Son, Here Comes My Baby, Sad Lisa, Peace Train





Mittwoch, 18. September 2013

Accept – Stalingrad




Accept – Stalingrad


Besetzung:

Wolf Hoffmann – guitar
Peter Baltes – bass
Mark Tornillo – vocals
Herman Frank – guitar
Stefan Schwarzmann – drums


Label: Nuclear Blast


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Heavy Metal


Trackliste:

1. Hung, Drawn And Quartered (4:35)
2. Stalingrad (5:59)
3. Hellfire (6:07)
4. Flash To Bang Time (4:08)
5. Shadow Soldiers (5:47)
6. Revolution (4:08)
7. Against The World (3:36)
8. Twist Of Fate (5:31)
9. The Quick And The Dead (4:26)
10. The Galley (7:22)

Gesamtspieldauer: 51:39




2012 erschien das dreizehnte Studioalbum von Accept, das zweite nach der Re-Union. Eingespielt wurde „Stalingard Brothers In Death“ in der gleichen Besetzung wie noch der Vorgänger. Und auch sonst hat sich nicht viel geändert bei Accept. Es gibt erneut knallharten und absolut kompromisslosen Heavy Metal auf die Ohren, der seinen Weg in der Schnelligkeit sucht. Auch Mark Tornillo macht seine Sache wieder gut und erinnert erneut in den härteren Passagen mit seinem Gesang an Brian Johnson von AC/DC.

Was man auf der Platte vergeblich sucht, das sind Balladen, für die so manche Heavy Combo auch immer wieder steht. Nein, auf „Stalingrad“ gibt es kein Abweichen vom einmal eingeschlagenen Weg. Es kracht in jedem Lied, manchmal wird die Musik ein klein wenig mit russischen Weisen unterlegt, aber man kann wahrlich nicht behaupten, dass hier in irgendeiner Art und Weise die Melodie im Vordergrund stehen würde. Es geht um die Schwere. Schwere Gitarren und Heavy Rock.

Genau darin liegt auch ein Manko dieses Albums. Headbanging kann natürlich bestens während des Hörens der Liedern betrieben werden, allerdings findet sich auch nicht besonders viel, was schnell ins Ohr geht, was sich bereits nach wenigen Durchläufen einen gewissen Wiedererkennungswert erarbeitet hat. Am ehesten ist dies noch beim Titeltrack „Stalingrad“ und dem letzten Stück „The Galley“ der Fall, welches sogar mit ganz sanften und fast schon träumerischen Klängen ausklingt. Allerdings ist dies die absolute Ausnahme auf dieser Platte, die anscheinend lediglich mit Härte punkten will.

Fazit: Trockene und knallharte „Männermusik“ gibt es auf „Stalingrad Brothers In Death“ zu hören. Dabei ist dieser Heavy Metal durchaus gut gemacht und zündet auch, wenn man mit dieser Art der Musik etwas anzufangen weiß. Der Nachteil ist jedoch, dass diese Vorgehensweise ohne Ausnahme durchgezogen wird, von Abwechslung keine Spur. Das wiederum bedeutet, dass man als Hörer automatisch in diesen gut fünfzig Minuten Laufzeit eine gewisse Aggressivität aufbaut, die unbedingt wieder aus dem Körper entweichen muss. Von daher den dringenden Tipp, sich beim Headbanging nicht zu nah an einer Mauer aufzuhalten. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Stalingrad, The Galley



Dienstag, 17. September 2013

Goldman – On The Outside [Looking In]




Goldman – On The Outside [Looking In]


Besetzung:

Goldman – drums, keyboards, tambourines, rhythm box, bas synthesizer, rhodes, shaker
Ruby – vocals
Dirk Herweg – guitars, slides, synthesizers, bass guitar, mutron
Tom Wauch – organ, rhodes
Helmut Zerlett – rhodes, omnichord
T. – lapsteel guitar, acoustic guitar, wurlitzer, bass guitar
Nicolle Meyer – vocals, bass guitar
Jürgen Dahmen – guitars, rhodes, synthesizers, grand piano
Jem – soundscape
Elfie-Esther – vocals
Thomas Kessler – synthesizer, rhodes
Hans Maahn – bass guitar
DJ Heli – turntables
Isis – vocals
Aglaia Camphausen – cello
Matthias Keul – organ
Reiner Linke – tom tom drums, tambourine, shaker
Konstantin Wienstroer – upright bass
Mel Collins – saxophone


Label: DAY-GLO Records


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Pop; Folk, Ambient, Fado


Trackliste:

1. There Will I Be (5:42)
2. Les Fade (5:10)
3. Not Dark Yet (6:31)
4. Stronger Than Me (3:28)
5. Nowhere Bei Mir (4:55)
6. Im Regen (4:46)
7. Saturday (5:05)
8. Cançao Do Mar (3:04)
9. To Know Him Is To Love Him (3:09)
10. The Choice (12:50)
11. Make You Feel My Love (3:43)
12. A Song For Amy (7:13)

Gesamtspieldauer: 1:05:36




Ein Blick auf das Genre zeigt bereits, dass es nicht ganz einfach ist, dieses Album von Goldman optimal in irgendeiner Schublade zu verstauen. Goldman ist ein Projekt des Musikers Stefan Krachten, der auf „On The Outside [Looking In]“ neben Eigenkompositionen auch einige Cover-Versionen veröffentlicht, die er in seinem Stil beziehungsweise nach seiner Fasson bearbeitet hat und nun zu Gehör bringt. Dadurch ergibt sich auch ein Stilmix, der von Ambient über Pop bis hin zum Folk und portugiesischem Fado so ziemlich alle Genres streift, die im Moment „auf dem Markt“ aktuell sind.

Das wiederum ist zum einen spannend und interessant, wird nie langweilig und beinhaltet jede Menge Überraschungen für den Hörer, bewirkt allerdings auch, dass man sich auf diese Musik nur schwerlich einstellen kann, da ein Stilbruch auf den nächsten folgt. Dieser Stilmix wird zwar nicht in den einzelnen Titeln selbst vollzogen, jedoch von Lied zu Lied. Und dieser Wechsel bewirkt zusätzlich, dass der Hörer immer wieder etwas für sich finden wird, jedoch in dem Gesamtwerk auch auf Titel stößt, die nur schwerlich in sein Musikuniversum passen werden.

Wenn es nicht zu sehr in die Richtung „Chill-Out-Musik“ gehen soll, dann sind da vor allen Dingen folgende Titel auf der Platte besonders erwähnenswert: Da sind zum einen die beiden Bob Dylan Cover-Versionen „Not Dark Yet“ und Make You Feel My Love“, die überzeugend interpretiert und transportiert werden. Für Bob Dylan Fans wohl allerdings gewöhnungsbedürftiger. Nicht anders ist es bei „Nowhere Bei Mir“ aus der Feder von Nicolle Meyer, die hier auch selbst an den Vocals zu hören ist. Im Vergleich zum Original fällt diese Version hier allerdings deutlich ab, denn sie ist wesentlich weniger druckvoll, da im Original durch den Einsatz eines Akkordeons eine wahrlich mitreißende Stimmung erschaffen wird, die hier einfach fehlt. Richtig gelungen in seiner neuen Version, ist jedoch der Opener „There Will I Be“ - im Original von David Lanois und Brian Eno. Das Lied geht sofort ins Ohr, wirkt nach und hat auch hier das gewisse Etwas, für das sich Musik zu lauschen lohnt.

Fazit: Diese Uneinheitlichkeit ist es, die dieses Album etwas schwieriger werden lässt. Auf dies alles zusammen kann man sich irgendwie nur schwer einstellen. Allerdings gibt es natürlich auch Menschen, die von sich behaupten: „Ich höre alles!“ Perfekt, für diese ist das Album gemacht. Ansonsten werden auch Hörer mit „On The Outside [Looking In]” Spaß haben, die auf „gechillte“ Musik stehen. Freunde der Pop-Musik werden allerdings nur ganz am Rande, Rock-Fans überhaupt nicht angesprochen. Fünf Punkte.

Anspieltipps: There Will I Be, Nowhere Bei Mir





Montag, 16. September 2013

The Pogues – Rum, Sodomy & The Lash




The Pogues – Rum, Sodomy & The Lash


Besetzung:

Shane MacGowan – vocals
Spider Stacy – tin whistle
James Fearnley – accordion
Jem Finer – banjo
Cait O'Riordan – bass, vocals on "I'm a Man You Don't Meet Every Day"
Andrew Ranken – drums
Philip Chevron – guitar


Gastmusiker:

Henry Benagh – fiddle
Dick Cuthell – horn
Tommy Keane – uileann pipes


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Irish Folk


Trackliste:

1. The Sick Bed Of Cuchulainn (2:59)
2. The Old Main Drag (3:20)
3. Wild Cats Of Kilkenny (2:49)
4. I'm A Man You Don't Meet Every Day (2:55)
5. A Pair Of Brown Eyes (4:54)
6. Sally MacLennane (2:44)
7. A Pistol For Paddy Garcia (2:32)
8. Dirty Old Town (3:46)
9. Jesse James (2:59)
10. Navigator (4:13)
11. Billy's Bones (2:03)
12. The Gentleman Soldier (2:04)
13. The Band Played Waltzing Matilda (8:11)

Gesamtspieldauer: 45:26




Die Musik auf dem zweiten Werk der Pogues mit dem Titel „Rum, Sodomy & The Lash“ ist deutlich ruhiger und zurückhaltender geworden, als noch auf dem Debut-Album. Deshalb kann man, mit wenigen Ausnahmen, den „Punk“ im Genre der Platte hier streichen. Nur manches Mal wird der Rhythmus noch angezogen, wird einer der beiden Füße zum Mitwippen animiert. Es herrschen häufig nachdenklichere Töne auf „Rum, Sodomy & The Lash“ vor.

Dieser Umstand wiederum macht die Musik der Pogues aber sogar noch ein wenig spannender und abwechslungsreicher. Wieder lässt sich im Irish Folk schwelgen und so manch ein Irland-Urlaub wird beim Hören der Musik wieder vor dem geistigen Auge vorbeiziehen. Dieses Mal eben nur ein wenig gemäßigter. Besonders gelungen, hier auf der zweiten Veröffentlichung der Band, das Zusammenspiel des Banjos mit der Flöte. Dabei wird jede Menge Atmosphäre geschaffen, eine irgendwie geartete melancholische Stimmung transportiert.

Auch die Zahl der Instrumentalstücke hat zugenommen und der Gesang Cait O'Riordans auf "I'm a Man You Don't Meet Every Day" trägt zusätzlich noch zum etwas stimmigeren Gesamtwerk der Platte bei. Aber auch hier gilt natürlich: Irish Folk Fans kommen ganz auf ihre Kosten, dieses Mal eben nur etwas nachdenklicher.

Fazit: Die Musik der Pogues schafft es auch auf „Rum, Sodomy & The Lash“ dieses Irland-Gefühl beim Hörer zu erzeugen. Wenn man die Augen schließt, sieht man die Iren, wie sie ihre Lebensfreude heraustanzen. Ruhiger vielleicht, aber ganz bestimmt nicht weniger glücklich. Neun Punkte.

Anspieltipps: I'm A Man You Don't Meet Every Day, Dirty Old Town, The Band Played Waltzing Matilda





Sonntag, 15. September 2013

Thirty Seconds To Mars – Love Lust Faith + Dreams




Thirty Seconds To Mars – Love Lust Faith + Dreams


Besetzung:

Jared Leto − lead vocals, guitars, bass guitar, keyboards, synthesizers
Shannon Leto − drums, percussion, synthesizers
Tomo Miličević − guitars, bass guitar, keyboards, synthesizers, violin, cello


Gastmusiker:

Deepak – additional vocals
Zhu Zhu – additional vocals
Summit – additional vocals
Michael Joyce – additional programming
Patrick Nissley – additional programming
Morgan Kibby – additional programming
Cory Enemy – additional programming
Jacob Plant – additional programming


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Rock, Rock


Trackliste

1. Birth (2:07)
2. Conquistador (3:12)
3. Up In The Air (4:36)
4. City Of Angels (5:02)
5. The Race (3:40)
6. End Of All Days (4:46)
7. Pyres Of Varanasi (3:12)
8. Bright Lights (4:51)
9. Do Or Die (4:08)
10. Convergence (2:01)
11. Northern Lights (4:44)
12. Depuis Le Début (2:33)

Gesamtspieldauer: 44:54




Vier Jahre dauerte es, bis 30 Seconds To Mars im Jahr 2013 ihr viertes Studioalbum unter dem Titel „Love Lust Faith + Dreams“ veröffentlichten. Und bereits beim ersten Hören der Scheibe fällt dem Musikkonsumenten auf, dass sich nicht allzu viel an der Musik von 30 Seconds To Mars geändert hat. Die Songs sind immer noch kraftvoll rockig, dann wieder ein wenig getragener und nachdenklicher, immer jedoch sehr eingängig und in sich stimmig. Und selbst die Idee der letzten Platte, Chöre im Hintergrund einzusetzen, hat sich durchgesetzt. Waren es auf „This Is War“ noch die Fangesänge, so scheinen die Musiker dieses Mal selbst im Hintergrund zu hören zu sein, weiter ist dazu in den Credits nichts vermerkt.

Neben den kraftvollen und rockigen Titeln gibt es auch ruhigere Nummern, wie zum Beispiel das sehr eingängige „End Of All Days“, bei dem Jared Leto fast schon am Rande des Weinens zu sein scheint, so sehr steigert er sich gesanglich in dieses Lied. Auch der folgende Titel „Pyres Of Varanasi” scheint zunächst eine ruhige Nummer zu werden, steigert sich dann allerdings durch Rhythmik und Synthesizer-Loops in ein Lied, welches am Rande des Techno balanciert. Sehr mitreißend.

Die Eingängigkeit und Melodiösität der Musik ist zu jedem Zeitpunkt gegeben, egal ob das Tempo angezogen oder aber verschleppt wird. Dazu passt auch bestens der Gesang Jared Letos, der mal gehaucht, mal gesungen, mal geschrien die Musik bestens zu unterstützen weiß. Klar, somit ergibt sich ein Mainstream-Werk, welches auf den Massenmarkt abzielt und diesen auch erreicht. Mainstream im Jahre 2013, der unterhalten will und genau dies auch schafft. Keine „komplizierte“ Musik, die ihre Zeit benötigt, um beim Hörer anzukommen. Das geht auf „Love Lust Faith + Dreams“ alles sehr schnell.

Fazit: Gute Unterhaltung. Nicht mehr und nicht weniger. Musik für das Auto, für sonnige Tage, Musik für den Hintergrund und auch solche, auf die man sich konzentrieren kann. Alles also breit gefächert, ohne den Zuhörer zu sehr zu fordern, geschweige denn zu überfordern. Schnelle Eingängigkeit steht dabei ganz oben auf der Agenda. Dabei läuft das Album sicherlich Gefahr, dass man sich an ihm auch „Überhören“ kann. Jedoch ab und an eingelegt, schafft es die Platte einen wahrlich gut zu unterhalten. Neun Punkte.

Anspieltipps: Birth, End Of All Days, Pyres Of Varanasi, Convergence





Samstag, 14. September 2013

Sigur Rós – Kveikur




Sigur Rós – Kveikur


Besetzung:

Jón Þór „Jónsi“ Birgisson – vocals, guitar, keyboards
Georg „Goggi“ Hólm – bass
Orri Páll Dýrason – drums


Gastmusiker:

Margrét Arnadóttir – strings
Pálína Árnadóttir – strings
Daníel Bjarnason – string arrangements
Sigrún Jónsdóttir – brass
Borgar Magnason – strings
Pórunn Ósk Marinósdóttir – strings
Eiríkur Orri Ólafsson – brass, brass arrangement
Bergrún Snæbjörnsdóttir – brass
Una Sveinbjarnardóttir – strings


Label: XL Recordings


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Post-Rock, Independent


Trackliste:

1. Brennisteinn (7:45)
2. Hrafntinna (6:23)
3. Ísjaki (5:03)
4. Yfirborð (4:19)
5. Stormur (4:55)
6. Kveikur (5:55)
7. Rafstraumur (4:58)
8. Bláþráður (5:12)
9. Var (3:44)

Gesamtspieldauer: 48:13




Befand sich die Band Sigur Rós mit ihrem 2012 erschienenen Album „Valtari“ mitunter sehr nahe am Genre der Ambient Musik, so stellt der interssierte Hörer 2013 fest, dass nun, auf dem inzwischen bereits siebten Studio-Album der Isländer, ein richtiggehender Stilwechsel mit der Veröffentlichung von „Kveikur“ erfolgte. Diese außergewöhnliche Band ist dabei natürlich immer noch zu erkennen und das liegt nicht nur an den für deutsche Ohren ungewöhnlichen isländischen Texten oder der einprägsamen – und ebenfalls ungewöhnlichen – Stimme des Jón Þór Birgisson. Die Atmosphäre, die diese Musik zu verbreiten versteht, hat sich nicht verändert. Den Liedern haftet immer noch etwas Mystisches, Verträumtes und Märchenhaftes an. Allerdings gibt es in der Machart der Musik einen deutliches Stilwechsel zu hören. Die einzelnen Titel sind wedentlich rockiger geworden und weisen, bis auf den letzten Titel „Var“, der eher ein etwas sphärisches Ausblenden der Platte darstellt, eine Struktur mit Strophe und Refrain auf.

Genau wie alle anderen Platten von Sigur Rós, sind die Titel nicht gleich beim ersten Hören eingängig und müssen vom Hörer erarbeitet werden. Die Wiederholung macht es hier eindeutig, die die Melodiösität herausstellt und diesen wohligen Wiedererkennungswert bewirkt, der häufig gute Musik von schlechterer zu unterscheiden weiß. Die inzwischen zum Trio geschrumpfte Band füllt ihre Musik auch auf „Kveikur“ mit fetten Keyboard-Klangteppichen, sowie durch eine Streicher- und Brass-Sektion an, die die einzelnen Lieder voll und dicht erklingen lassen. Dabei kommt es immer wieder zu dem Umstand, dass der Fuß des Hörers mitzuwippen versucht ist, denn Rhythmus spielt auf „Kveikur“ eine bedeutendere Rolle, als auf so mancher anderen Veröffentlichung der Isländer. Aber natürlich gibt es auch noch diese etwas sphärioscheren, fast schon schwebenden Abschnitte in der Musik, die sich dieses Mal allerdings nicht über einen ganzen Titel erstrecken, sondern neben treibenderen Passagen in die Lieder integriert wurden.

Höhepunkte der Platte sind der Opener „Brennisteinn“, das wunderschön melodische „Ísjaki“, welches fast schon in die Richtung Pop-Musik driftet, die treibende und „härteste“ Nummer des Albums, der Titelsong „Kveikur“ selbst, sowie das wieder ein wenig poppigere und erneut sehr eingängige „Bláþráður”. Und auch diese Auswahl generiert vier Lieder, die eindeutig von derselben Band zu stammen scheinen, trotzdem jedoch auf ihre Weise ganz unterschiedlich sind.

Fazit: Die Musik von Sigur Rós ist treibender und dabei auch abwechslungsreicher geworden. Die Stimmungen, die die Musik dieser Band zu transportieren weiß, sind immer noch vorhanden – nun allerdings in einem etwas rockigeren Gewand. Einhören musste man sich in die Musik von Sigur Rós schon immer, daran hat sich auch auf „Kveikur“ nichts geändert. Beschreitet man diesen Weg allerdings und lässt den Liedern ein wenig Zeit, kann man als Hörer hier jede Menge für sich entdecken. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Brennisteinn, Ísjaki, Kveikur, Bláþráður





Freitag, 13. September 2013

Renaissance – Grandine Il Vento




Renaissance – Grandine Il Vento


Besetzung:

Annie Haslam – vocals
Michael Dunford – guitar
Rave Tesar – keyboards
David J. Keyes – bass, vocals
Jason Hart – keyboards
Frank Pagano – drums


Gastmusiker:

Ian Anderson – flute (5)
John Wetton – vocals (7)


Label: Symphonic Rock Recordings


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Progressive Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Symphony Of Light (12:09)
2. Waterfall (4:44)
3. Grandine Il Vento (6:30)
4. Porcelain (6:42)
5. Cry To The World (5:45)
6. Air Of Drama (5:21)
7. Blood Silver Like Moonlight (5:16)
8. The Mystic And The Muse (7:48)

Gesamtspieldauer: 54:16




2013 wurde das 13. Studio-Album der britischen Progressive Rock Band Renaissance unter dem Titel „Grandine Il Vento“ veröffentlicht. Und diese „13“ brachte der Band kein Glück, denn noch während der Abmisch-Phase verstarb leider der Hauptideengeber und Gitarrist von Renaissance, Michael Dunford, am 20. November 2012. Dies vor dem Hintergrund, dass der Band mit dem vorliegenden Album ein Comeback gelungen ist, welches stark an ihre beste Zeit in den 70er Jahren erinnert. Seit 1978, nach der Veröffentlichung von „A Song For All Seasons“, war die Band in die Pop-Schiene abgerutscht und konnte mit den vier folgenden Veröffentlichungen den Fan und die Kritiker so gar nicht mehr überzeugen, was schließlich auch zur Auflösung von Renaissance führte.

Dann im Jahr 2012 die Ankündigung einer Reunion mit den zwei Hauptakteuren Annie Haslam und Michael Dunford. Man durfte also gespannt sein auf das Ergebnis, welches letztendlich die Erwartungen sogar noch deutlich übertrifft. Man fühlt sich beim Hören von „Grandine Il Vento“ in die 70er Jahre und die Hochzeit von Renaissance zurückversetzt. Hier ist er wieder zu hören, der symphonische progressive Rock, der orchestral instrumentiert eine Brücke zwischen den Genres Klassik und Rock zu schlagen imstande ist. Dieses Mal allerdings mit der Einschränkung, dass hier kein Orchester mehr zu hören ist, sondern die Synthesizer strapaziert wurden, was dem Hörgenuss allerdings keinen Abbruch beschert.

Schöne Melodien sind wieder zu hören, die Stimme Annie Haslams klingt erneut glockenklar, ein Umstand, der bereits auf den zwei Alben aus den 80ern nicht mehr ganz so zu hören war. Die Musik ertönt voll, ist spannend und geht bereits beim ersten Hören ins Ohr. Die Platte startet mit dem längsten Lied des Albums „Symphony Of Light“, der gleich einen Höhepunkt auf „Grandine Il Vento“ darstellt. Symphonischer Prog Rock, der heutzutage in dieser Weise überhaupt nicht mehr zu hören ist und bereits vor vierzig Jahren in Vollendung so und auf diese Art auch nur von Renaissance zu hören war. Etwas gewöhnungsbedürftig dabei lediglich das Intro und der Ausklang des Liedes, welche beide schon ein bisschen sehr nach Oper klingen dadurch , dass Annie Haslam hier ihrer Sopran-Lage freien Lauf lässt. Aber für die Musik von Renaissance passt auch dies.

Die folgenden Lieder werden ein wenig poppiger, wobei die Band ihren Stil auch hier nicht über Bord wirft. Das ist alles zweifelsohne Renaissance im Gewand ihrer Blütezeit und nicht zu vergleichen mit jener Art der Pop-Musik, für die die Band ab „Azur D’Or“ stand. Die Musik wirkt zu jeder Zeit melodiös und eingängig und stellt daneben meist den Gesang von Annie Haslam in den Vordergrund. Der wird dann beim Titel „Cry To The World“ noch tatkräftig durch die Querflöte Ian Andersons unterstützt. Zusätzliche Abwechslung wird in den folgenden beiden Titeln auch dadurch generiert, dass sich hier Annie Haslam den Gesang mit David Keyes und John Wetton teilt. Und auch diese Duette wirken dabei gelungen.

Fazit: Selten, sehr selten hat es das gegeben, dass eine Band nach solch einer langen Zeit den Fan mit so einem überzeugendem Comeback überrascht. „Grandine Il Vento“ ist ein überaus gelungenes Album geworden. Die Musik ist spannend und gleichzeitig sehr melodiös. Mitunter fühlt man sich bei einem Intro an Frederic Chopin oder aber, wie beim Opener, an eine Oper erinnert. Dies wird allerdings nicht überstrapaziert. Der Renaissance-Sound der 70er Jahre lebt auf „Grandine Il Vento“ wieder auf. Für alle Freunde dieser Musik sehr zu empfehlen. Sehr schade, dass sich dies nach dem Tod Michael Dunfords wohl kaum fortsetzen wird. Elf Punkte.

Anspieltipps: Symphony Of Light, The Mystic And The Muse und auch die anderen sechs Titel.