Sonntag, 13. Oktober 2013

Augsburger Puppenkiste – Die schönsten Originallieder




Augsburger Puppenkiste – Die schönsten Originallieder


Besetzung:

Ganz, ganz viele Musiker, Sänger und Sprecher, die allerdings auf der CD nicht alle einzeln aufgeführt sind. Bei 40 Titeln in der Zeit von 1961 bis 1995 allerdings auch nicht wirklich überraschend.


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: „Soundtracks“


Trackliste:

1. Das Lummerlandlied (1:50)
2. Das Seeräuberlied (0:34)
3. Prinzessin Li Si (0:48)
4. In der Stadt der Drachen (0:41)
5. Der Löwe ist los (0:53)
6. Feiner Papagei (0:53)
7. Blechbüchsenmarsch (1:34)
8. Bill Bo und seine Bande (2:06)
9. Urmellied instrumental (1:24)
10. Urmellied (1:44)
11. Heia Safari (1:06)
12. Lütirallalalala (0:52)
13. Es war einmal ein armes Schwein (1:23)
14. Wellen Wogen Wind (1:50)
15. Urmele schlaf endlich (Eis) (1:12)
16. Morgenrot (1:37)
17. Wir legen eine Falle (1:09)
18. Tief unter der Erde (2:05)
19. Rudirallala (1:17)
20. Intro (1:05)
21. Kommst du mal nach Tansibor (1:01)
22. Die Steinzeitkinder (1:06)
23. Junker Hohlkopf (1:21)
24. Zwick Zwack mit der Zange (1:22)
25. Ach wie fein ein Mensch zu sein (2:08)
26. Lutsche mit mir (2:19)
27. Das Zoolied (1:52)
28. Urmeli schlaf endlich (Schloß) (1:21)
29. Drachen hat nicht jeder (0:39)
30. Wenn wir fahren übern Teich (1:09)
31. In Stakeln an der Kruke (1:33)
32. Kater Mikesch (1:37)
33. Angst machen ist doof (1:00)
34. Bootslied (1:36)
35. Dort am Cocopalmario (2:11)
36. Das Burggespenst Lülü (1:07)
37. Das Zauberlied (1:07)
38. Zwergenlied 1 (1:25)
39. Zwergenlied 2 (1:04)
40. Martha Mari (0:58)

Gesamtspieldauer: 55:09




Wenn man wie ich mit der Augsburger Puppenkiste groß wurde und dazu auch noch diese CD besitzt, dann kommt man irgendwie gar nicht umhin, diese auch hier auf diesen Seiten zu erwähnen und vorzustellen. Mit viel Liebe wurde das Album zusammengestellt, genau wie damals die Sendungen konzipiert waren. Das Album beinhaltet alle Klassiker der Augsburger Puppenkiste von 1961 bis 1995. „Urmel aus dem Eis“, „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“, „Kleiner König Kalle Wirsch“ und und und. Diese CD legt man natürlich nicht ein, wenn man mal Musik hören möchte. Diese CD hört man sich ab und an, ganz selten an, wenn man mal in süßer Melancholie schwelgen möchte. Dazu gibt es lustige Texte und Musik, die meist ziemlich schnell ins Ohr geht. Wahrlich nichts Kompliziertes, aber das darf bei einer Kindersendung auch nicht weiter verwundern. Die Titel sollten diesen gewissen Wiedererkennungswert haben – und das ist auch gelungen.

Irgendwie habe ich in Erinnerung, dass viele dieser meist aus vier Teilen bestehenden Geschichten kurz vor Weihnachten liefen. Und da gibt es dann auch noch dieses schöne heimische Gefühl, was in einem hochsteigt, wenn man sich erinnert, wie man an das Christkind dachte, der Kampf um den Platz mit den Geschwistern, wer wo sitzen darf bevor die Sendung losging und noch ganz andere Erinnerungen…

Damit möchte ich es aber auch an Sentimentalität belassen. Die Serien waren toll, die Fäden an den Puppen gehörten wie selbstverständlich dazu und das Wasser, was nichts anderes als eine wackelnde Plastikfolie war, hinterließ Eindruck. Die einzelnen Episoden waren wirklich sehr liebevoll gestaltet und genauso ist es mit der Musik. Etwas zum sentimental werden.

Fazit: Wer die Serien nicht kannte, der kann hiermit nichts anfangen, der findet das sogar mit Sicherheit lächerlich und das ist durchaus nachvollziehbar. Für alle, die in den 70ern und 80ern groß wurden und die Augsburger Puppenkiste angesehen haben, ist diese CD jedoch eine lohnende Anschaffung. Süße Melancholie ist garantiert. Kann man so etwas denn bewerten? Doch, ich find’s gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Das Lummerlandlied, Urmellied, Tief unter der Erde



Samstag, 12. Oktober 2013

Ayreon – Into The Electric Castle – A Space Opera




Ayreon – Into The Electric Castle – A Space Opera


Besetzung:

Arjen Lucassen – electric and acoustic guitars, mandolin, bass, mini-moog, mellotron, keys, vocals


Gastmusiker:

Ed Warby – drums
Robby Valentine – pianos, synthesizer, mellotron
Clive Nolan – synthesizer
Rene Merkelbach – synthesizer, harpsichord
Ton Scherpenzeel – synthesizer
Roland Bakker – hammond organ
Thijs Van Leer – flute
Ernö Olah – violins
Taco Kooistra – cello
Jack Pisters – sitar
Fish – vocals
Sharon Den Adel – vocals
Damian Wilson – vocals
Edwin Balogh     – vocals
Anneke Van Giersbergen – vocals
Jay Van Feggelen – vocals
Edward Reekers – vocals
Peter Daltrey – vocals
Robert Westerholt – vocals
George Oosthoek – vocals


Label: InsideOut


Erscheinungsdatum: 1998, wiederveröffentlicht 2004


Stil: ProgMetal


Trackliste:


CD1:

1. Welcome To The New Dimension (3:06)
2. Isis And Osiris (11:11)
     A. Let The Journey Begin
     B. The Hall Of Isis And Osiris
     C. Strange Constellations
     D. Reprise
3. Amazing Flight (10:15)
     A. Amazing Flight In Space
     B. Stardance
     C. Flying Colours
4. Time Beyond Time (6:05)
5. The Decision Tree (We're Alive) (6:24)
6. Tunnel Of Light (4:05)
7. Across The Rainbow Bridge (6:22)


Disk: 2

1. The Garden Of Emotions (9:41)
     A. In The Garden Of Emotions
     B. Voices In The Sky
     C. The Aggression Factor
2. Valley Of The Queens (2:25)
3. The Castle Hall (5:50)
4. Tower Of Hope (4:54)
5. Cosmic Fusion (7:27)
     A. I Soar On The Breeze
     B. Death's Grunt
     C. The Passing Of An Eagle
6. The Mirror Maze (6:34)
     A. Inside The Mirror Maze
     B. Through The Mirror
7. Evil Devolution (6:31)
8. The Two Gates (6:28)
9. "Forever" Of The Stars (2:03)
10. Another Time, Another Space (5:22)

Gesamtspieldauer beider CD’s: 1:44:43




Der Niederländer Arjen Anthony Lucassen hat es also wieder gemacht. Nach seiner ersten Rock-Oper aus dem Jahr 1995 schob er 1998 mit seiner dritten Veröffentlichung unter der Überschrift „Ayreon“ gleich die zweite Rock-Oper hinterher. ProgMetal gibt es auch hier wieder zu hören, abwechslungsreich, verschachtelt, zum Teil progressiv, meist sehr rhythmisch, manches Mal allerdings auch sphärisch, jedoch immer und durchweg sehr melodiös. Aber nur ProgMetal? Nein, das ist längst nicht alles. Im Vorwort zu dem Album schreibt Arjen Lucassen, dass sich sein zweites Album „Actual Fantasy“ nur recht schleppend verkaufte, sodass er wieder zurück zum Thema der Rock-Oper kommen wollte, da sein Projekt „Ayreon“ sonst zum Sterben verurteilt wäre. Er wollte nun ein Album schreiben, welches der „absolute Killer“ werden sollte, wie er es selbst ausdrückt. Dabei verwendete er auf „Into The Electric Castle“ auch nicht nur „reale“ Violinen, Celli, Flöten sowie eine Sitar und verzichtete völlig auf Drum-Samples, nein, er wollte sich auch keine musikalischen Grenzen setzen und alle seine Lieblingsmusik-Stilrichtungen mit einbringen. Diese zählt er auch auf: Prog, Metal, Folk, Electronica, Psychedelic, Pop, Gothic und sogar ein wenig Blues und Jazz. Stellt sich jetzt nur die Frage: Gibt es denn überhaupt noch viel mehr? Aber um es gleich vorweg zu nehmen, die Platte ist keine krude Ansammlung verschiedenster Musikstile geworden, sie ist deutlich besser als das Erstlingswerk des Niederländers, da in sich geschlossener. Es gibt eine ganze Menge schöner Musik zu entdecken, wenn einem auch manches Mal das Gefühl beschleicht, dass weniger manchmal eben doch mehr ist.

Als Protagonisten konnte er für dieses Werk einige namhafte Musiker gewinnen. Fish, der Ex-Marillion-Sänger, übernimmt in dieser „Oper“ die Rolle des „Highlander“. Sharon Janny Den Adel von Within Temptation singt die Rolle der Indianerin, Anneke Van Giersbergen, zu dieser Zeit noch Sängerin bei The Gathering, versucht sich hier als Ägypterin. Arjen Lucassen selbst verkörpert die Rolle des Hippies. Bombastisch wirkt nicht nur die Musik auf „Into The Electric Castle“, fast ebenso „bombastisch“ ist auch die Story, die hinter der Idee des Albums steckt. Verschiedene Charaktere, eine Indianerin, ein Highlander, ein Ritter, ein Römer, eine Ägypterin, ein Barbar, ein Mensch aus der Zukunft und schließlich ein Hippie versuchen in das „Electric Castle“ zu gelangen, um in ihre jeweilige Zeit zurückkehren zu können. Und wie könnte es anders sein, dieses Unterfangen ist natürlich mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Nun, Phantasie kann man Arjen Lucassen wahrlich nicht absprechen, auf so etwas muss man erst mal kommen. Zusammengehalten wird die ganze Story durch einen Erzähler, der allerdings immer wieder den Schwung aus der Musik herausnimmt, was ein wenig störend wirkt.

Die Musik auf „Into The Electric Castle – A Space Opera“ ist wahrlich sehr bombastisch. Ruhigere und zurückhaltendere Momente sind deutlich in der Minderzahl vorhanden. Arjen Lucassen zieht hier alle Register, damit das ganze Werk auch möglichst voll klingt – und das schafft er auch in Perfektion. Nun, wer gerne in Musik schwelgt, der hat hier die Möglichkeit. Die oben aufgeführten Stilrichtungen finden sich wirklich alle an verschiedenen Stellen des Albums, obwohl ich den Blues und den Jazz doch ein wenig länger suchen musste. Aber das Album klingt und wirkt und es ist wahrlich schwierig einen einzelnen oder zwei oder drei Stücke herauszugreifen, man muss es tatsächlich in einem Zug durchhören, es wirkt in seiner Gesamtheit, anders verliert es seinen Reiz. Dazu benötigt man natürlich eine ganze Menge Zeit, denn eindreiviertel Stunden auf dem Sofa herumzuliegen, dazu haben heutzutage nicht mehr allzu viele Menschen die Zeit. Zudem muss man sich diese Musik auch öfters reinziehen, beim ersten Hören verpufft eine ganze Menge. Die Idee mit dem Joggen und dem MP3-Player ist da gar nicht schlecht, ich hoffe nur, ich halte diese knapp 105 Minuten durch. Hoffentlich wird es nicht zu bergig! Ach übrigens, apropos „Joggen“. Die Idee zu dem Konzept des Albums kam Arjen Lucassen während einer seiner vielen Jogging-Ausflüge durch die Wälder. Somit scheint nicht nur das Hören, sondern auch das Konzipieren von Musik in freier Natur, unter sportlicher Betätigung, sehr von Nutzen zu sein.

Angenehm – und das sollte jetzt zum Schluss auch noch explizit Erwähnung finden – ist auf jeden Fall, dass dieses Mal die Songstruktur zumindest größtenteils eingehalten wurde. Zwar gibt es auch wieder Verschachtelungen und nennen wir sie mal „Nebenmelodien“, aber es wird alles wieder zum Ursprung zurückgeführt, sodass man die einzelnen Titel auch voneinander unterscheiden kann, was bei „The Final Experiment“ nicht so ohne weiteres möglich war. Die Songqualität lässt allerdings auf der zweiten Scheibe etwas nach, da ist die Musik dann nicht mehr so mitreißend, wie sie es zum Teil auf CD1 ist.

Und noch etwas soll hier nicht unerwähnt bleiben. Auf beiden CD’s der Wiederveröffentlichung von 2004 hat Arjen Lucassen noch zwei kleine Filmchen „versteckt“. Auf CD1, mit insgesamt 17:36 Minuten Länge, werden die beteiligten Sänger etwas genauer vorgestellt und es wird erklärt, wie Arjen Lucassen diese überzeugte, ein Teil dieses Albums zu werden. Interessant dabei auch zu hören, wie die Stimmen der Sängerinnen und Sänger im Studio mal ganz rein klingen, also ohne musikalische Begleitung. Auf CD2 ist die gezeigte Sequenz jetzt ein wenig kürzer geraten und beträgt 7:37 Minuten. Hier führt Arjen Lucassen den Zuschauer nun durch das, wie er es nennt, „Ayreon-Museum“. Dabei erklärt er die Entstehungsgeschichte des Covers, welches wie die Musikinstrumente „real“ sein sollte. So gab er das Bild nach seinen Vorstellungen in Auftrag. Wichtig war ihm bei der Entstehung des Albums, dass möglichst viel an „Into The Electric Castle“ „echt“ ist. Neben den Instrumenten wie Violine oder Sitar, die nicht dem Synthesizer entsprungen sind, eben auch das Artwork zum Album. Das erklärt er alles ganz sympathisch und somit stellen diese beiden Filmchen eine ganz nette Dreingabe dar, wie ich finde.

Fazit: „Into The Electric Castle“ enthält viele schöne Melodien, treibende Parts und schwebende Abschnitte. Dieses Stück Musik kann man nicht nebenbei hören, darauf muss man sich konzentrieren können, sonst bringt das gar nichts. Nicht alles wirkt dabei, manches wirkt auch mal ein wenig oberflächlich – trotz des ganzen Bombasts, den es hier auf die Ohren gibt. Und wer mal hören möchte, wie Styx, Jethro Tull, Rush, Emerson Lake & Palmer, Elliott Smith, Within Temptation, Marillion, die Buggles, Heather Nova und Dire Straits zusammen Musik produzieren, der kann sich mit „Into The Electric Castle“ ein Bild davon machen - beziehungsweise sich entsprechendes Gehör verschaffen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ich probiere es mal mit: Isis And Osiris, Time Beyond Time und Valley Of The Queens





Freitag, 11. Oktober 2013

Aerosmith – Aerosmith’s Greatest Hits 1973 - 1988




Aerosmith – Aerosmith’s Greatest Hits 1973 - 1988


Besetzung:

Steven Tyler – vocals, keyboards, drums, harmonica
Joe Perry – guitar, vocals
Tom Hamilton – bass
Brad Whitford – guitar
Joey Kramer – drums
Jimmy Crespo – guitar
Rick Dufay – guitar


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. Dream On (4:26)
2. Mama Kin (4:27)
3. Same Old Song And Dance (3:03)
4. Seasons Of Wither (4:57)
5. Sweet Emotion (3:13)
6. Walk This Way (3:32)
7. Big Ten-Inch Record (2:15)
8. Last Child (3:27)
9. Back In The Saddle (4:41)
10. Draw The Line (3:23)
11. Kings And Queens (3:49)
12. Come Together (3:45)
13. Remember (Walking In The Sand) (4:05)
14. Lightning Strikes (4:28)
15. Chip Away The Stone (4:01)
16. Sweet Emotion (1991 Thoener Remix) (4:36)
17. One Way Street (Live) (6:40)

Gesamtspieldauer: 1:08:48




Ich habe das hier schon mal an anderer Stelle geschrieben, „Best Of“-Platten sind nicht ganz so mein Ding. Außer man will sich erst Mal über eine Band informieren, ob sie denn wirklich was für einen ist. Der andere Fall, bei dem sich ein „Best Of“-Album allerdings auch lohnen könnte ist jener, wenn man die Band kennt, aber allgemein nur relativ wenig damit anfangen kann. Aber da gibt es dann doch so ein oder zwei oder drei Lieder, die man klasse findet und diese befinden sich dann gerade auf dieser Kompilation. Nun, genau dies trifft für mich auf Aerosmith und diesem Greatest Hits Album mit Titeln aus den Jahren 1973 bis 1988 zu. So richtig umhauen kann mich die Musik von Aerosmith nicht, aber da gibt es ja noch diesen einen Song „Dream On“ – ein Meisterwerk. Nicht mehr und nicht weniger. Eines dieser Lieder, für die es sich lohnt am Morgen aufzustehen, die einen bereichern, die stimmungsfördernd sind. Und dann denkt man sich, na wenn diese Band schon solch ein tolles Lied schreiben konnte, dann gibt es da vielleicht doch noch mehr. Also wird die CD gekauft!

Nur leider stimmt das hier nicht so ganz. Aerosmith haben zwar noch gute Lieder gemacht - die befinden sich allerdings auf anderen Platten. Der Rest, der sich hier auf dieses „Greatest Hits“-Album eingeschlichen hat, kann wahrscheinlich nur den absoluten Fan begeistern, nicht jedoch Hörer, die mit Aerosmith weniger vertraut sind. Rock ist das zwar, aber keiner der unbedingt zündet, der Melodien oder Riffs enthält, die man gerne auch öfters hören würde. Dazu gibt es viel zu viel andere Musik, die genau dies schafft und längerfristig zu begeistern weiß.

Noch ein Hit findet sich auf der Platte, den wohl auch jedes Kind kennt: „Walk This Way“. Irgendwie fast schon Heavy HipHop. Ganz nett, mehr aber auch nicht. Aber es fällt trotzdem noch Titel auf, der etwas aus der Reihe fällt und dem man in dieser Version durchaus etwas abgewinnen kann – und das ist jetzt nicht die Cover-Version von „Come Together“, denn die klingt bei den Beatles dann doch noch besser, auch wenn die Version von Aerosmith sehr nah am Original angelegt ist. Aber warum sich überhaupt eine Cover-Version auf einem Greatest Hits Album wiederfindet, welches sich nicht zu sehr vom Original unterscheidet? Kann man nicht unbedingt erklären. Überaus gelungen ist allerdings noch – und da wären wir jetzt wieder beim Thema - „Seasons Of Wither“. Ein schöner und eingängiger Titel, bei dem eher die ruhigeren Töne im Vordergrund stehen. „Kings And Queens“ erfüllt auch die Vorgabe einer wirklich eingängigen Melodie, ist aber deutlich flotter unterwegs und weiß jedoch ebenfalls zu überzeugen. Genau wie „Remember (Walking In The Sand)“. Hier stimmt die Mischung aus Groove und Wiederkennungswert, wenn auch das Fingergeschnipse beim Refrain ein wenig übertrieben wird. Trotzdem eine richtig gute Rocknummer.

Fazit: Auch wenn die Musik von Aerosmith nicht unbedingt Musik ist, die in mein „Beuteschema“ passt, so befinden sich auf diesem Greatest Hits Album neben dem überragenden „Dream On“ zumindest noch mindestens drei Titel, die es lohnt gehört zu haben. Wer auf gut gemachten Blues-Rock steht, der findet hier sowieso seine Erfüllung. Ich komme eher vom Progressive Rock und kann mich auch immer wieder mit gut gemachten Titeln, wenn sie denn für mich das gewisse Etwas aufweisen, anfreunden. Der Titel „Dream On“ würde von mir dreizehn Punkte erhalten, aber ich bewerte ja hier die gesamte Platte und die bekommt von mir acht Punkte. Und ich weiß, Blues-Rock-Fans werden das ganz, ganz anders sehen.

Anspieltipps: Dream On, Seasons Of Wither, Draw The Line, Kings And Queens, Remember





Donnerstag, 10. Oktober 2013

The Alarm – Change




The Alarm – Change


Besetzung:

Mike Peters – vocals
Dave Sharp – guitar
Eddie Macdonald – bass
Nigel Twist – drums


Label: Eirsax 1020


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Sold Me Down The River (4:09)
2. The Rock (4:39)
3. Devolution Workin’ Man Blues (4:11)
4. KLove Don’t Come Easy (4:08)
5. Hardland (4:09)
6. Change II (2:52)
7. No Frontiers (3:53)
8. Scarlet (4:18)
9. Where A Town Once Stood (3:48)
10. Prison Without Prison Bars (3:48)
11. Rivers To Cross (3:42)
12. A New South Wales (4:47)

Gesamtspieldauer: 48:24


Bonus Single (ebenfalls ohne Spielzeitangabe):

Seite 1: Black Sun
Seite 2: How The Mighty Fall




„Change“ nannte die walisische Band The Alarm ihr viertes offizielles Album, welches 1989 veröffentlicht wurde. Und wer auf gut gemachten, soviel sei gleich vorweg genommen, Pop-Rock steht, der kann mit dieser Scheibe eigentlich nicht viel falsch machen. Die Titel sind meist sehr eingängig, nicht allzu kompliziert arrangiert, sodass die Musik sehr schnell ins Ohr geht – ohne dort jedoch auch zu lange zu verbleiben. Ein Problem, was es bei allzu eingängigen Titeln leider öfters gibt.

Für Liebhaber des Besonderen vielleicht also nicht so ganz geeignet, dazu ist das Ganze dann doch ein wenig zu einfach gestrickt. Was allerdings nicht für das Cover gilt. Hier haben sich die vier Musiker eine ganze Menge Mühe gegeben Während auf der Vorderseite das Wort „Alarm“ ausgestanzt wurde, befindet sich selbige Aussparung auf der Rückseite mit dem Wort „Change". Als erstes Innencover sieht man dann die vier Musiker in der freien Natur, die an die grünen Hügel von Irland erinnert, welche es aber wohl auch in Wales gibt. Dieses Bild scheint nun durch das ausgesparte „Alarm“ hindurch. Auf der Rückseite befinden sich die vier Waliser dann auf einer großen Kohlenhalde, während im Hintergrund die Schornsteine rauchen. Das ist jetzt durch das Wort „Change“ zu sehen. Oder eben umgekehrt, ganz wie man die Platte eben einpackt. Die Schallplatte selbst befindet sich in einem weiteren, ganz normalen Innencover und wurde sogar noch durch ein Single als Zugabe erweitert.

Die Musik auf „Change“ ist rockig bis bluesig – aber leider irgendwie nichts Besonderes. Erst ganz am Ende des Albums, mit den Titeln „Rivers To Cross“ und „A New South Wales“ wird es noch melodischer, fast erinnert ersteres der genannten Stücke sogar ein wenig an Irish Folk. Ganz klar die Höhepunkte der Scheibe, die dann doch etwas länger hängenbleiben Eine Platte, die sicherlich nicht schlecht ist, jedoch auch noch Spielraum nach oben besitzt, da eben die meisten Stücke einen nicht so recht packen können und einfach so mitlaufen.

Fazit: Wer handwerklich gut gemachten und ehrlichen Pop-Rock mag, der dürfte hier etwas für sich entdecken können. Mich persönlich spricht das Ganze nicht so ganz an, da die Melodien und Rhythmen bei mir einfach nicht so recht zünden wollen. Die Platte ist allerdings weit davon entfernt schlecht zu sein, nur auflegen, dass muss ich sie auch nicht täglich. Aber das Cover-Artwork, das ist wirklich gelungen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Rivers To Cross, A New South Wales



Mittwoch, 9. Oktober 2013

Elliott Smith – XO




Elliott Smith – XO


Besetzung:

Elliott Smith – vocals, guitars


Gastmusiker:

Jon Brion – chamberlain, vibes (8, 11, 13)
Tom Rothrock – drum loop (6)
Rob Schnapf – guitar (4)
Joey Waronker – drums (7, 11)
Farhad Behroozi – strings
Russel Cantor – strings
Pamela Dealmeida – strings
Waldemar Dealmeida – strings
Henry Farber – strings
Jerrod Goodman – strings
Peter Hatch – strings
Raymond Tischer II – strings
Bruce Eskovitz – bass and baritone saxophone, flute
R. James Atkinson – french horn
Roy Poper – trumpet


Label: Dreamworks Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Soft Pop


Trackliste:

1. Sweet Adeline (3:16)
2. Tomorrow Tomorrow (3:07)
3. Waltz #2 (XO) (4:40)
4. Baby Britain (3:14)
5. Pitseleh (3:23)
6. Independence Day (3:05)
7. Bled White (3:23)
8. Waltz #1 (3:23)
9. Amity (2:20)
10. Oh Well, OK (2:33)
11. Bottle Up And Explode! (2:58)
12. A Question Mark (2:41)
13. Everybody Cares, Everybody Understands (4:25)
14. I Didn't Understand (2:18)

Gesamtspieldauer: 44:45




Wer auf sehr ruhige Musik steht, für den ist Elliott Smith genau das Richtige. Sogar sehr ruhige Musik machte der US-Amerikaner, der sich im Oktober 2003 das Leben nahm. Die Lieder klingen durch die Bank weg alle sehr melancholisch, sentimental und auch traurig. Einzige Ausnahmen sind die Titel „Amity“ und „A Question Mark“, die ein wenig flotter eingespielt wurden. Trotzdem passt das Genre „Soft Pop“ hier ganz gut, denn richtig härtere Töne sucht man auf „XO“ vergeblich.

Diese große Einheitlichkeit der einzelnen Titel, gerade in Bezug auf ihre Stimmung und Atmosphäre, das ist allerdings auch leider das Manko dieses Albums. Selbst nach dem zwanzigsten Mal des Hörens lassen sich die Titel nur sehr schwer voneinander unterscheiden. Alles klingt irgendwie ähnlich. Dabei ist das, was hier zu hören ist, wahrlich keine schlechte Musik - jedoch ist das Ganze einfach zu eintönig geworden, zu wenig abwechslungsreich, sodass beim Hörer schnell auch mal Langeweile aufkommen kann. Die Platte rauscht mit ihrem eingespielten Tempo so durch ohne, dass man mal aufhorchen würde.

Bei mir persönlich ist lediglich der Titel „Waltz #2 (XO)“ gleich beim ersten Mal hängengeblieben. Aber leider wirklich als einziges Lied. Das Stück ist wahrlich sehr schön und gelungen und hat eine einprägsamere Melodie, die sich von dem restlichen Allerlei positiv abhebt – trotz der auch dort vorhandenen eingängigen Harmonien.

Fazit: Keine schlechte Musik, nichts hier ist atonal oder gewöhnungsbedürftig. Nur eben nicht gerade sehr abwechslungsreich. Zwei etwas schnellere Titel und ein kleiner Ohrwurm. Das ist nicht allzu viel für vierzehn Titel. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Waltz #2 (XO), Everybody Cares Everybody Understands





Dienstag, 8. Oktober 2013

The Doors – Morrison Hotel




The Doors – Morrison Hotel


Besetzung:

Jim Morrison – lead vocals, maracas, tambourine
Ray Manzarek – tack piano on tracks 1, 3, 8, gibson g-101 organ on tracks 2, 5, vox continental organ on tracks 4, 6, 7, 10, piano on track 8, wurlitzer electric piano on track 9, fender rhodes piano bass on track 10, hammond c-3 organ on track 11
Robby Krieger – guitar
John Densmore – drums


Gastmusiker:

Lonnie Mack – bass guitar on tracks 1, 11
Ray Neapolitan – bass guitar on tracks 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
John Sebastian (as "G. Puglese") – harmonica on track 1


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Rock, Blues, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Roadhouse Blues (4:03)
2. Waiting For The Sun (3:58)
3. You Make Me Real (2:53)
4. Peace Frog (2:51)
5. Blue Sunday (2:13)
6. Ship Of Fools (3:08)
7. Land Ho! (4:10)
8. The Spy (4:17)
9. Queen Of The Highway (2:47)
10. Indian Summer (2:36)
11. Maggie M'Gill (4:23)


Bonustitel der 40th Anniversary Edition:

12. Talking Blues (0:59)
13. Roadhouse Blues (Takes 1–3) (8:47)
14. Roadhouse Blues (Take 6) (9:26)
15. Carol (0:56)
16. Roadhouse Blues (Take 1) (4:32)
17. Money Beats Soul (1:04)
18. Roadhouse Blues (Takes 13–15) (6:21)
19. Peace Frog (False Starts & Dialogue) (2:00)
20. The Spy (Version 2) (3:48)
21. Queen Of The Highway (Jazz Version) (3:36)

Gesamtspieldauer: 1:19:25




Sehr viel rockiger und blueslastiger klingen die Doors auf ihrem fünften Album „Morrison Hotel“ aus dem Jahr 1970. Und mit „Roadhouse Blues“ wird man auch gleich entsprechend in die Platte eingeführt. Es folgt mit „Waiting For The Sun“ im Anschluss daran ein Klassiker der Band, der sehr viel melodischer wirkt, als noch der Opener des Albums.

Und mit diesen beiden Stilrichtungen der Musik, dem Blues und dem Rock wird auf „Morrison Hotel“ auch ordentlich „gespielt“. Treibendere Lieder wechseln sich mit langsameren Songs ab, sodass auf dem Album nie eine einheitliche Stimmung entsteht, jedoch immer für Abwechslung gesorgt ist. Das Songmaterial ist dabei allerdings nicht allzu eingängig, soll heißen, dass der Hörer einiger Durchläufe der Platte oder CD benötigt, um wirklich in diese eintauchen zu können und letztendlich in der Musik angekommen zu sein. Aber genau dieses immer wieder Hören der Platte erhöht hier sehr die Wahrscheinlichkeit, dass alles sehr viel runder und auch melodiöser wirkt. Die Melodien müssen im Ohr des Hörers reifen, benötigen dazu einige Zeit.

Zum 40. Jubiläum des Albums wurde auch wieder nicht mit ordentlich Zusatzmaterial gegeizt. Dabei handelt es sich dieses Mal allerdings hauptsächlich um alternative Version und etwas Studiounterhaltung. Für den Fan vielleicht interessant, ansonsten nicht unbedingt essentiell.

Fazit: „Morrison Hotel“ ist die erste Platte der Doors, die mich nicht mehr so richtig überzeugen kann. Keine Ahnung, ob es daran liegt, dass das Songmaterial sehr blueslastig geworden ist oder bei mir die Melodien auch nach dem „was weiß ich wievielten Mal“ des Hörens noch nicht so ganz angekommen sind. Einige Höhepunkte gibt es - für eine Platte, die ursprünglich aus elf Titeln bestand, jedoch definitiv zu wenige. Acht Punkte.

Anspieltipps: Waiting For The Sun, Ship Of Fools, The Spy, Maggie M'Gill





Montag, 7. Oktober 2013

Athlete – Black Swan




Athlete – Black Swan


Besetzung:

Joel Pott – guitars and vocals
Carey Willetts – bass
Stephen Roberts – drums
Tim Wanstall – keys


Gastmusiker:

Johnny Pilcher – additional guitars


Label: Polydor Ltd.


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Brit Pop, Indie Rock


Trackliste:


1. Superhuman Touch (3:58)
2. The Getaway (4:33)
3. Black Swan Song (4:50)
4. Don't Hold Your Breath (4:35)
5. Love Come Rescue (2:54)
6. Light The Way (5:27)
7. The Unknown (4:45)
8. Awkward Goodbye (4:00)
9. Magical Mistakes (4:43)
10. Rubik's Cube (4:34)

Gesamtspieldauer: 44:17




Melodischen und melancholischen Brit-Pop gibt es auf dem vierten Album der vier Londoner Musiker zu hören. 2009 wurde „Black Swan“ veröffentlicht und beinhaltet eigentlich alle Zutaten, die man sich bei einem „richtigen“ Brit-Pop-Album vorstellt: Eingängige Musik, immer sehr melodiös gehalten, wenig bis keine Experimente, denn es geht um die Einprägsamkeit, um das schnelle ins Ohr gehen der einzelnen Titel. Und genau das passiert auch, die Songs gehen ohne große Umwege sofort ins Musikzentrum des Gehirns - nur leider, leider verbleiben sie dort nicht allzu lange. Zu glattgeschliffen, zu wenig Ecken und Kanten, die sich auch mal verhaken können, finden sich auf dieser Scheibe mit den zehn Liedern.

Alles klingt ehrlich gesagt ganz nett, nervt auch nicht, man kann es sehr gut nebenbei hören, beim Unterhalten, beim Autofahren, beim Friseur oder in der Badewanne. Da sind der Phantasie keinerlei Grenzen gesetzt. Auf „Black Swan“ befinden sich jedoch keine Lieder, die einen aufhorchen lassen, mit denen man sich ein wenig länger beschäftigen möchte, die man vermisst, wenn sich die CD gerade mal nicht in Reichweite befindet. So ein bisschen rauscht das Ganze durch, fließt an einem vorbei, wobei das Gehörte trotzdem wahrlich alles andere als schlecht ist. Aber es gibt eben solche Platten, für die die Bezeichnung „ganz nett“ erfunden wurde - zwei hintereinander geschaltete Wörter, die eine Platte an einem Standort im Niemandsland der Musik beschreiben.

Will man doch einen Song aus diesem ein wenig an ein melodisches Allerlei erinnerndes Gemisch herausheben, dann wohl den letzten Song „Rubik's Cube“, der mit einer sehr schönen Melodie aufwartet und mit seinen lauteren und leiseren Abschnitten klasse arrangiert ist. Hier macht das Zuhören dann doch wieder mehr Spaß, denn jetzt bleibt auch was hängen und zwar etwas Positives.

Fazit: Nicht Fisch, nicht Fleisch. Gute Unterhaltungsmusik, die so ein wenig vor sich hinplätschert, die wahrlich nicht nervt, einen allerdings auch nicht packt und begeistert. Einfach guter Durchschnitt eben. Nicht mehr, aber zumindest auch nicht weniger. Ist ja auch schon mal was. Acht Punkte.

Anspieltipps: Superhuman Touch, Rubik's Cube





Sonntag, 6. Oktober 2013

Exquisite Corpse – Inner Light




Exquisite Corpse – Inner Light


Besetzung:

R. Heinen – programming and mixing
D. Jones – programming and mixing


Label: KK Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Electronica, Ambient House


Trackliste:

1. Point Zero (3:06)
2. Shadow Play (5:37)
3. Cantadora (5:31)
4. Passage (3:35)
5. Calling The Quarters (5:31)
6. Inner Rhythm (5:38)
7. Between Worlds (3:30)
8. Tepu (7:15)
9. One (4:51)
10. Between Worlds (2:05)

Gesamtspieldauer: 1:19:07




Meine Nerven kann Musik nervig sein. Exquisite Corpse fabrizierten elektronische Musik, die zwar meist sehr rhythmisch ist, einem dadurch allerdings auch unglaublich schnell auf den Senkel geht. Man kommt beim Hören irgendwie nicht zur Ruhe. Das Album macht einen kirre, man verspürt innere Unruhe beim Hören und möchte nur noch loslaufen, all den Stress loswerden, der sich da wohl gerade am Tag aufgebaut hat – bis man feststellt, das ist kein Stress, das ist die Musik. Auf dem Album „Inner Light“ von Exquisite Corpse werden dem Hörer Töne oder kurze Tonfolgen kredenzt, die immer und immer wieder Mantra artig wiederholt werden. Und es sind immer die gleichen Töne! Ohne Melodie, ohne offensichtliche Tonfolge, dafür mit jeder Menge Rhythmus aus der Rhythmusmaschine.

Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts scheint das hip gewesen zu sein. Anders ist es kaum zu erklären, dass die Songs alle mindestens sechs Minuten lang sind, ineinander übergehen und man bereits nach kurzer Zeit nicht mehr weiß, wo rechts oder links ist. Ambient ist das auch nicht wirklich, dazu ist alles viel zu sehr an den Nerven zerrend, entspannen kann man sich mit dem Gehörten wahrlich nicht. Abtanzen geht aber auch kaum, dazu ist das Ganze dann manches Mal doch zu unrhythmisch oder aber auch zu abgefahren, wenn nur noch ein Gebrumme aus dem Hintergrund ertönt, welches durch seltsame Hupgeräusche (?) unterbrochen wird.

Fazit: Das Schöne an der Musik ist, dass sich über Geschmack trefflich streiten lässt. Allerdings nehme ich hier nur noch Töne wahr, die mir zuzuordnen sehr schwer fällt. Musik ist das im eigentlichen Sinne für mich nicht mehr. Eher am Synthesizer erzeugte Geräusche, die laufend wiederholt werden, die man sich anhören kann, aber glücklicherweise nicht anhören muss. Für die Mühe des Programmierens gibt es immerhin vier Punkte.

Anspieltipps: Cantadora, Tepu



Samstag, 5. Oktober 2013

AC/DC – Blow Up Your Video




AC/DC – Blow Up Your Video


Besetzung:

Angus Young – lead guitar
Malcolm Young – rhythm guitar
Brian Johnson – vocals
Cliff Williams – bass guitar
Simon Wright – drums


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Hard-Rock


Trackliste:

1. Heatseeker (3:50)
2. That's The Way I Wanna Rock'n'Roll (3:45)
3. Meanstreak (4:08)
4. Go Zone (4:26)
5. Kissin' Dynamite (3:58)
6. Nick Of Time (4:16)
7. Some Sin For Nuthin' (4:11)
8. Ruff Stuff (4:29)
9. Two's Up (5:20)
10. This Means War (4:32)

Gesamtspieldauer: 42:57




„That's The Way I Wanna Rock'n'Roll“ singt Brian Johnson auf dem zweiten Titel des 1988 erschienenen zehnten Studio-Albums „Blow Up Your Video“ der Australier von AC/DC. Da muss ich ihm aber leider widersprechen, denn so will ich den Rock’n’Roll irgendwie doch nicht. „Blow Up Your Video“ reiht sich in die Platten der Hard-Rocker aus den 80er Jahren ein (mit Ausnahme von „Back In Black“), die nicht unbedingt essentiell im Schaffen der Hard-Rock-Formation waren. Zwar wird auch auf „Blow Up Your Video“ gerockt, dass die Wände wackeln, aber es ist eben nicht mehr das Besondere vorhanden, was auf den ersten Platten AC/DC’s immer zu finden war: Dieses markerweichende Riff, diese knallharte und packende Melodie, dieses unbeschreibliche Solo.

„Blow Up Your Video“ ist erneut nur ein durchschnittliches Werk der Australier geworden, auf dem die großen Höhepunkte fehlen, welches aber handwerklich wirklich gut gemachten Hard Rock für den Hörer bereithält. Allerdings ist das jetzt bereits das vierte Album in Folge, bei dem die Lieder so ein klein wenig austauschbar klingen. Das sollte sich mit den nächsten beiden Platten wieder etwas relativieren, denn dort gibt es diese Übersongs dann wieder, die man hier noch ein wenig vergeblich sucht - obwohl hier bereits ein Schritt in die richtige Richtung auszumachen ist, wenn man dieses Album mit den drei Vorgängern vergleicht. Hier zünden die Songs nun doch wieder ein wenig härter und besser und man bleibt nicht nur etwas taub und ratlos zurück.

Unten angegebene Anspieltipps heben sich für mich dann doch ein wenig aus der etwas eintönigen Rock-Melange heraus und haben auch diesen gewissen Wiedererkennungswert, den man für sich in der Musik immer zu finden hofft. Keine Übersongs à la „Let There Be Rock“ oder „The Razors Edge“, allerdings doch Titel, die ich nicht missen möchte, die eine gute AC/DC-Sammlung bereichern.

Fazit: Für mich das Beste der vier nach „Hells Bells“ erschienenen Alben AC/DC’s. Das ist zwar kein Vergleich mehr zu den früheren Veröffentlichungen der Band, wer jedoch auf Hard Rock steht, der wird hier auch was für sich finden. Die guten Ansätze sind auf „Blow Up Your Video“ deutlicher vorhanden, als noch auf den drei Vorgängern. Head-Banging, der auch wieder Spaß macht, ist hier wieder eher möglich. Immer noch keine gute Platte, aber besser als die vorherigen Alben allemal. Acht Punkte

Anspieltipps: Go Zone, Nick Of Time, Ruff Stuff, Two's Up, This Means War




Freitag, 4. Oktober 2013

Audioslave – Audioslave




Audioslave – Audioslave


Besetzung:

Chris Cornell – vocals
Tim Commerford – bass
Brad Wilk – drums
Tom Morello – guitars


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Cochise (3:42)
2. Show Me How To Live (4:38)
3. Gasoline (4:39)
4. What You Are (4:09)
5. Like A Stone (4:54)
6. Set It Off (4:23)
7. Shadow On The Sun (5:43)
8. I Am The Highway (5:35)
9. Exploder (3:26)
10. Hypnotize (3:27)
11. Bring Em Back Alive (5:30)
12. Light My Way (5:04)
13. Getaway Car (5:00)
14. The Last Remaining Light (5:17)

Gesamtspieldauer: 1:05:27




Knallharten Rock präsentieren die vier Mannen von Audioslave auf ihrem Debut-Album aus dem Jahr 2002, welches sie gleichzeitig mit dem Namen ihrer neuen Formation betitelten. Die Band veröffentlichte während der Zeit ihres Bestehens insgesamt drei Alben und setzte sich aus dem Ex-Sänger von „Soundgarden“ Chris Cornell, sowie dem Bassisten Tim Commerford, dem Gitarristen Tom Morello und dem Drummer Brad Wilk zusammen. Die letzten drei genannten Musiker stellten bis zu diesem Zeitpunkt die Instrumentalisten der Band „Rage Against The Machine“ dar.

Es wird kompromisslos gerockt auf Audioslave von Audioslave, wobei die vier Musiker im Booklet vermerken ließen: „All Sounds Made By Guitar, Bass, Drums And Vocals“. Beim Titel „Light My Way“ ist diese Aussage sogar überraschend, denn da kommt man an manchen Stellen gar nicht umhin, einen Synthesizer hinter dem Sound zu vermuten. Sei’s drum. Audioslave machen puren, straighten, kompromisslosen Rock. Kein Lied weicht von dieser Vorgehensweise ab. Rockfreunde der härteren Gangart kommen hier also bestens auf ihre Kosten. Wird es dann in einem Lied doch mal etwas zurückhaltender und melodiöser wie beim wahrlich gelungenen „I Am The Highway“, so stellt das immer nur einen kurzen Einschub dar und ist meilenweit davon entfernt, ein irgendwie weichgespülter Song zu sein. Einzige Ausnahmen unter all diesen doch eher Hochgeschwindigkeitssongs stellen die beiden letzten Titel dar. Da ist zum einen das eher bluesige „Getaway Car“ und das fast schon balladeske und sehr viel besser gelungene „The Last Remaining Light“.

Die vier Musiker von Audioslave verstehen ihr Handwerk, da ist vom kräftigen Headbanging bis zum entspannten Mitwippen alles vertreten, was das Herz eines richtigen Rockers höherschlagen lässt. Der Fokus liegt jedoch ganz klar auf den schnelleren Riffs, den härteren Sounds, die das Album zu einer absolut unverweichlichten Hard-Rock-Platte werden lassen.

Fazit: Für Freunde des Hard’n’Heavy genau das Richtige. Hier kann man sich austoben und bekommt jede Menge fetten Gitarrensound auf die Ohren. Dass Chris Cornell gut singen kann, hat er bereits bei Soundgarden bewiesen. Und auch die drei anderen Instrumentalisten verstehen ihr Handwerk, sodass die Platte Audioslave von Audioslave ein wahrer Rocker geworden ist. Mir fehlen allerdings die Riffs und Melodien, die mir so gar nicht mehr aus den Ohren gehen wollen, die ich sofort mit der Musik von Audioslave in Verbindung bringe. Das ist gute Hard Rock Kost, die ich hier höre - aber ich habe bei dieser Art der Musik auch schon besser gespeist. Geschmackssache eben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Gasoline, I Am The Highway, The Last Remaining Light





Donnerstag, 3. Oktober 2013

Eels – Hombre Lobo – 12 Songs Of Desire




Eels – Hombre Lobo – 12 Songs Of Desire


Besetzung:

E – vocals and guitar


Gastmusiker:

Knuckles – drums
Koool G Murder – bass guitar


Label: E Works Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Prizefighter (2:53)
2. That Look You Give That Guy (4:15)
3. Lilac Breeze (2:36)
4. In My Dreams (3:23)
5. Tremendous Dynamite (2:46)
6. The Longing (4:22)
7. Fresh Blood (4:25)
8. What's A Fella Gotta Do (3:25)
9. My Timing Is Off (2:58)
10. All The Beautiful Things (2:22)
11. Beginner's Luck (3:38)
12. Ordinary Man (3:18)

Gesamtspieldauer: 40:20




Das im Jahr 2009 erschienene Album der Eels mit dem Titel „Hombre Lobo – 12 Songs Of Desire“ stellt den ersten Teil einer Trilogie dar, die im darauffolgenden Jahr mit den Alben „End Times“ und „Tomorrow Morning“ ihren Abschluss finden sollte. Alle drei Alben werden durch die Überschrift „Liebe“ zusammengehalten, wobei auf „Hombre Lobo“ das Thema „Begierde“ im Vordergrund steht.

Musikalisch unterscheidet sich „Hombre Lobo“ deutlich von den zwei folgenden Platten, bei denen hauptsächlich die sanfteren Töne im Vordergrund stehen. Diese gibt es zwar ebenfalls auf „Hombre Lobo“, jedoch wird hier auch gerockt. Dieser Umstand hat wiederum zur Folge, dass dieses Album uneinheitlicher, gleichzeitig allerdings auch abwechslungsreicher gestaltet ist. So startet die Platte mit dem Titel „Prizefighter“, einer rockigen und groovenden Nummer, bei der ein Stilmittel eingesetzt wird, welches auf „Hombre Lobo“ noch öfters zu bestaunen beziehungsweise zu hören ist: Die Stimme des Marc Oliver Everett wird an den lauteren Stellen deutlich übersteuert wiedergegeben. Das wirkt ein wenig gewöhnungsbedürftig und nicht ohne Grund vermutet man dabei zuerst eine Fehlpressung.

Im weiteren Verlauf wechseln sich die flotteren mit den ruhigeren Titeln in schöner Regelmäßigkeit ab. Und dabei befinden sich sowohl in der rockigeren Fraktion der Titel, wie in den sanfteren Ausführungen der Lieder richtig tolle Nummern, die gehört zu werden lohnen. Ein wenig gelungener wirken dabei zwar die ruhigeren Titel, aber auch das Lied „Tremendous Dynamite“ zum Beispiel, in dem auch der Album-Titel seine Erwähnung findet, ist eine klasse Rock-Nummer, die einfach Spaß macht. Allerdings auch hier mit der kleinen Einschränkung der übersteuerten Stimme, was das Ganze dann doch ein wenig gewöhnungsbedürftig werden lässt. Gleich im Anschluss daran folgt das überaus sanfte „The Longing“, mit dessen Beginn man sich nun sogar ein wenig an die Beatles erinnert fühlt. Kontrastreich zeigt sich die Platte hier auf jeden Fall.

Und dies ändert sich auch im weiteren Verlauf der Scheibe nicht mehr. „Lautere“ Stücke wechseln sich mit deutlich sanfteren Tönen ab, sodass niemals eine Stimmung entsteht, auf die man sich einstellen kann. Das trägt natürlich zum einen zur Abwechslung bei, zum anderen wirken aufgebaute Stimmungen und entwickelte Atmosphären allerdings auch schnell wieder überholt.

Fazit: Diese Uneinheitlichkeit auf „Hombre Lobo“ erzeugt durchaus Spannung. Trotzdem sind die beiden folgenden Alben der Trilogie des Marc Oliver Everett gelungener, da es dort noch ein paar mehr Titel gibt, die „zünden“, die einen packen und nicht mehr loslassen. Somit ist „Hombre Lobo“ für mich ein eher durchschnittliches Album geworden, was nicht zuletzt auch an dieser mitunter nervigen Übersteuerung des Gesangs liegt. Das kann sicherlich mal ein ganz interessantes Stilmittel sein, zu oft eingesetzt wirkt es aber eher etwas aufgesetzt und auch ein klein wenig nervig. Neun Punkte.

Anspieltipps: That Look You Give That Guy, Tremendous Dynamite, The Longing, All The Beautiful Things