Mittwoch, 6. August 2014

Various Artists – Bonanza




Various Artists – Bonanza


Besetzung:

Viele verschiedene, nicht einzeln aufgeführte Musiker


Label: Bear Family Records


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Country, Schlager


Trackliste:

1. Bonanza - Lorne Greene (2:08)
2. Bonanza - Morrow, Buddy (2:06)
3. Bonanza - Cash, Johnny (2:19)
4. Bonanza - Caiola, Al (2:18)
5. Bonanza - Young, Faron (1:59)
6. Gimme A Little Kiss (Will 'Ya' Huh) - Michael Landon (2:08)
7. Be Patient With Me - Michael Landon (2:18)
8. Fight, Fight - Michael Landon (2:19)
9. Linda Is Lonesome - Michael Landon (2:09)
10. Without You - Michael Landon (2:09)
11. Linda Is Lonesome (2) - Michael Landon (2:08)
12. Bonanza - Rose, David (1:40)
13. Ponderosa - Rose, David (3:22)
14. Hoss - Rose, David (2:27)
15. Hoedown At Virginia City - Rose, David (1:38)
16. The Shifting Whispering Sands - Johnny Cash & Lorne Greene (2:30)
17. Saga Of The Ponderosa - Lorne Greene (5:59)
18. Vater Cartwright Erzählt Von Der Ponderosa (Promotion Single) - Lorne Greene (5:20)
19. Bonanza - Paulsen, Ralf (2:15)
20. Wir Warten Jeden Sonntag Auf Bonanza - Paulsen, Ralf (2:29)
21. Die Cowboys Von Der Ponderosa - Paulsen, Ralf (2:36)
22. Little Joe - Bonanza Trio (2:43)
23. Bonanza - Nordwinds: Bonanza (1:21)
24. Zu Der Ponderosa Reiten Wir - Heino (2:36)
25. Die Sage Der Ponderosa - Gabriel, Gunter (5:57)

Gesamtspieldauer: 1:06:52




Das Schöne an der heutigen Zeit ist auch, dass man irgendwie inzwischen fast alles bekommt. Zumindest musikalisch gesehen. Immer wieder findet sich eine Plattenfirma, die irgendwo noch ein kleines Geschäft vermutet und Alben wiederveröffentlicht oder aber Alben zu bestimmten Inhalten neu zusammenstellt. Genau letzteres ist bei dieser Kompilation mit dem Titel „Bonanza“ passiert. Entweder wird die Titelmelodie interpretiert, Michael Landon oder Lorne Greene singen einen Song oder aber irgendein inhaltliches Thema, wie zum Beispiel die Pondarosa, wird von einem anderen Künstler umgesetzt.

Nun, was man hier zu hören bekommt ist leider nicht immer lustig. Das ist dann schon Deutscher Schlager oder aber gesäuselter, amerikanischer Liebesschmalz, der mitunter äußerst schwer zu ertragen ist. Die ersten fünf, gesungenen Interpretationen des Bonanza-Titelliedes sind dagegen zumindest interessant. Am besten klingt hier bei ganz klar die Version mit „Ben Cartwright“ Lorne Greene. Auch die Version von Johnny Cash hat was. Jener Lorne Greene war im Übrigen ein sehr begnadeter Sänger. Er besaß eine sehr sonore und überzeugende Stimme, sehr schön bei „Saga Of The Ponderosa“ zu hören. Hier erzählt er so ein bisschen über die Entstehungsgeschichte der Ponderosa, wie er dazu kam und über seine Familiengeschichte. Eine wahrlich gesungene Einführung in die Serie. Es folgt mit „Vater Cartwright erzählt von der Ponderosa“ Ben Cartwright mit deutscher Synchronstimme, der ebenfalls ein wenig über Bonanza erzählt, unterbrochen von musikalischen Originaleinspielungen.

Jetzt folgen zum Ende des Albums sieben deutsche Beiträge, in denen zumindest mal das Wort Ponderosa oder Bonanza fällt. Muss man nicht unbedingt haben. Interessant auf jeden Fall noch die Beiträge von David Rose. Er war musikalischer Leiter und auch Komponist bei Bonanza. Den Titeltrack hat er jedoch nicht geschrieben, dieser stammt vom Duo Jay Livingston und Ray Evans. Aber hier, an Position 12 hört man ihn den Titeltrack der Serie orchestral umsetzen. Da wird natürlich allen Western-Fans das Herz aufgehen.

Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch die Aufmachung der CD. Im integrierten Booklet kann man einiges über die Darsteller, die Musik und die Serie an sich erfahren. Das ist zwar nicht übermäßig viel, aber für einen ersten Eindruck reicht das und ist trotz der Kürze durchaus informativ. Einige Bilder gibt es zudem und das Booklet ist sogar in Englisch und Deutsch gehalten.

Fazit: Okay, nur was für „echte“ Bonanza-Fans. Mein erster Eindruck des Entsetzens wich langsam einem gewissen „doch nicht alles schlecht“-Gefühl. Aber hört man sich dieses Album immer wieder an, bei dem allein die Titelmelodie in sieben verschiedenen Versionen enthalten ist? Nein, wohl kaum. Daher, wer die Serie liebte, kann hier nichts falsch machen, für alle anderen Musikhörer definitiv weniger geeignet. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Bonanza, was sonst? … Saga Of The Ponderosa



Dienstag, 5. August 2014

Various Artists – Da, Da, Da, Das War Die Neue Deutsche Welle




Various Artists – Da, Da, Da, Das War Die Neue Deutsche Welle


Besetzung:

19 verschiedene Bands


Label: Repertoire Records & Tapes


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Neue Deutsche Welle


Trackliste:

1. Joachim Witt - Goldener Reiter (4:41)
2. Steinwolke - Katherine, Katherine (3:25)
3. Hubert Kah - Sternenhimmel (3:07)
4. Frl. Menke - Hohe Berge (2:50)
5. Trio - Dadada, Ich Lieb Dich Nicht, Du Liebst Mich Nicht (3:24)
6. Andreas Dorau und die Marinas - Fred Vom Jupiter (2:43)
7. DÖF - Codo (3:14)
8. Combo Colossale - Puppen Weinen Nicht (3:25)
9. UKW - Sommersprossen (3:38)
10. Extrabreit - Hurra, Hurra Die Schule Brennt (2:34)
11. Ideal - Eiszeit (2:54)
12. Peter Schilling - Major Tom (Völlig Losgelöst) (4:00)
13. Fehlfarben - (Ein Jahr) Es Geht Voran (2:52)
14. Falco - Der Kommissar (Rap' That) (3:50)
15. Za Za - Zauberstab (3:59)
16. Clit - Keine Probleme Marlene (3:17)
17. Hubert Kah - Engel 07 (3:41)
18. Grauzone - Eisbär (4:49)
19. Der Plan - Da Vorne Steht 'Ne Ampel (Neu-Mix) (2:33)
20. Vera Kaa - Bye Bye (Baby,Das War's Schon) (2:39)

Gesamtspieldauer: 1:07:35




Bei Samplern ist das immer so eine Sache. Lohnt sich das überhaupt, solch eine Zusammenstellung zu kaufen oder ist es nicht besser, die Alben einzeln zu erwerben, da sich sicherlich noch weitere Perlen auf den diversen Platten tummeln? Nun bei einzelnen Bands tendiere ich sehr stark zur ersten Alternative. Außer vielleicht ich weiß, dass mir die Band ansonsten nicht gefällt und auf dem „Best Of…“ gerade die zwei Titel befinden, die ich mag. Nicht so jedoch bei dieser Zusammenstellung einiger Hits der Neuen Deutschen Welle.

„Da, Da, Da, Das War Die Neue Deutsche Welle” ist eine sehr gelungene Zusammenstellung von Titeln, die Anfang der 80er Jahre in Deutschland zum Teil durchaus für Furore sorgten und sich lange in den Charts hielten. Natürlich hört man hier auch die Original-Interpreten, denn das soll es auch schon gegeben haben, dass solche Lieder auf einer Kompilation nachgesungen wurden. Nun ist es sicherlich eine berechtigte, Frage, was Falco mit der Neuen Deutschen Welle zu tun ha, da auch er hier auf dieser Kompilation vertreten ist, aber ansonsten sind die weiteren 19 Interpreten durchaus diesem Genre zuzuordnen. Viele der wichtigsten Vertreter der Neuen Deutschen Welle sind mit ihren erfolgreichen Titeln enthalten, sei dies Joachim Witt mit „Goldener Reiter”, Hubert Kah mit „Sternenhimmel“ und „Engel 07“, natürlich Trio mit „Da, Da, Da, ich lieb dich nicht, Du liebst mich nicht“, DÖF mit „Codo“, Ideal mit „Eiszeit“ oder Peter Schillings „Major Tom (völlig losgelöst)“. Dazu gesellen sich noch Frl. Menke, Extrabreit, Andreas Dorau und die Marinas, Grauzone und und und.

Musikalisch befinden sich hier jede Menge Ohrwürmer auf dem Album, die heutzutage auf keiner 80er Revival-Party fehlen dürfen und auch noch regelmäßig im Radio zu hören sind. Wahrlich einige Perlen der deutschen Musikgeschichte. Die Texte sind dabei natürlich überaus naiv und meist auch ohne jeglichen Anspruch, aber nicht zuletzt darin liegt wohl auch der Erfolg eines Titels wie „Da, Da, Da, ich lieb dich nicht, Du liebst mich nicht“ oder „Fred vom Jupiter“. Das bei zwanzig verschiedenen Nummern nicht alle den persönlichen Geschmack treffen, liegt dabei in der Natur der Dinge, jedoch ist die überwiegende Mehrheit der Lieder sehr hörenswert.

Fazit: Das Album ist ein Stück deutscher Musikgeschichte, mit denen zugegebenermaßen nicht alle etwas anfangen können. Die einzelnen Titel sind bis auf wenige Ausnahmen sehr gut zusammengestellt und geben einen schönen Überblick über die Musik und auch ein wenig über den Zeitgeist, der da Anfang der 80er Jahre in Deutschland herrschte. Ein wahrlich überzeugender Sampler. Elf Punkte.

Anspieltipps: Das wären hier zu viele, einfach mal reinhören.



Montag, 4. August 2014

John Frusciante – The Will To Death




John Frusciante – The Will To Death


Besetzung:

John Frusciante – vocals, guitar, piano, synthesizer, bass guitar on "Far Away", "Unchanging" and "The Will To Death"
Josh Klinghoffer – drums, bass, keyboards, guitar on "Helical" and "The Will To Death"


Label: Record Collection


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Rock, Blues


Trackliste:

1. A Doubt (4:20)
2. An Exercise (3:47)
3. Time Runs Out (4:00)
4. Loss (5:21)
5. Unchanging (3:54)
6. The Mirror (3:02)
7. A Loop (4:34)
8. Wishing (2:49)
9. Far Away (2:18)
10. The Days Have Turned (2:24)
11. Helical (2:13)
12. The Will To Death (3:48)

Gesamtspieldauer: 42:29




Im Jahr 2004 veröffentlichte John Frusciante, im Laufe einer Pause bei den Red Hot Chili Peppers, mehrere Solo-Alben. „The Will To Death” ist eines davon und kam im Juni auf den Markt. Nach den Red Hot Chili Peppers klingt die Musik jedoch nicht unbedingt – sogar überhaupt nicht. Des Weiteren kann man beim Hören von „The Will To Death” wahrlich nicht behaupten, dass hier irgendetwas überproduziert wäre. Alles klingt sehr roh und rein. Da scheppert schon mal der Bass oder das Schlagzeug. Die Platte wurde in kürzester Zeit eingespielt, als einzige Unterstützung hatte sich John Frusciante dazu die Mitarbeit von Josh Klinghoffer gesichert.

„The Will To Death” ist ein sehr ruhiges Album geworden. Das Tempo wird allerhöchstens mal in den Mid-Tempo-Bereich angezogen. Die ruhige, entspannte Atmosphäre überwiegt jedoch deutlich. Und so reiht sich hier Lied an Lied, welche anscheinend alle zum Träumen und Relaxen gedacht sind und dementsprechend eingespielt wurden. Sehr schöne Melodien hat John Frusciante kreiert und lässt diese sich in deren Verlauf entwickeln. Die einzelnen Titel sind dabei alle sehr eingängig und harmonisch gehalten. Nachdem jeglicher „Ballast“ bezüglich der Produktion ignoriert wurde, liegt hier ein pures und reines Album vor, welches gerade durch diesen „Minimalismus“ überzeugen kann. Es klingt fast so, als ob die Musik bereits dreißig Jahre vorher entstanden wäre. Mitunter fühlt man sich da musikalisch sogar ein wenig an Bob Dylan erinnert. Die Überraschung, der nicht ganz so überzeugenden Stimme, entwickelt sich dabei schnell in etwas sehr Vertrautes, welches bestens zu dieser sehr ruhigen Stimmung passt – und bei Bob Dylan ist das ja auch nichts anderes…

Fazit: Ein schönes und ruhiges Album ist „The Will To Death” geworden. Alles klingt melodiös und harmonisch. Auf großartiges Überarbeiten wurde verzichtet, der Sound klingt ganz ehrlich und man fühlt sich gerade so, als ob man neben John Frusciante und Josh Klinghoffer im Studio stehen würde, während diese ihre Songs einspielen. Mal was ganz anderes. Zehn Punkte.

Anspieltipps: A Doubt, Loss, The Mirror



Sonntag, 3. August 2014

Der Plan – Normalette Surprise • 23 Elektronische Schlager




Der Plan – Normalette Surprise • 23 Elektronische Schlager


Besetzung:

Moritz Reichelt – Instrumente & Gesang
Frank Fenstermacher – Instrumente & Gesang
Kurt Dahlke – Instrumente & Gesang


Label: Ata Tak


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Elektronische Musik, Experimentelle Musik


Trackliste:

1. Lebdoch (2:10)
2. Renate (2:14)
3. Meine Freunde (2:02)
4. Sie hat mich verlassen (1:53)
5. Pausen-Sassa (1:59)
6. Wenn der Sonne ist verblüht (2:10)
7. Kleine Schlager-Revue (2:33)
8. Frl. Nicol (2:05)
9. Ich bin ein Komputer (1:10)
10. Robot-Bolero (1:43)
11. Generäle essen Erdbeereis (2:59)
12. Das Insekt (1:35)


Bonus Tracks:

13. Wat's dat? (2:09)
14. 4 Stapfen im Schnee (1:11)
15. Zurück in die Atomsphäre (2:26)
16. Da vorne steht ne Ampel (2:34)
17. Rot Grün Tod (2:55)
18. Einfachheit, Brot, Klarheit, Liebe, Tod (2:55)
19. 8 1/2 B (1:45)
20. Der Regen tropft (2:50)
21. Es ist das Glück (1:40)
22. Film Noir 1979 (2:49)
23. Rosarote Schweinchen (2:35)

Gesamtspieldauer: 50:21




Ein Jahr nach ihrem Erstlingswerk „Geri Reig“ legten die drei Jungs von Der Plan nach und veröffentlichten im Jahr 1981 ihr zweites Album unter dem Titel „Normalette Surprise“. Die Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 2012 erhielt noch den Zusatz „23 Elektronische Schlager”, da sich zu den ursprünglich vorhandenen zwölf Titeln nun noch elf weitere gesellten.

Ganz schön großzügig könnte man meinen. Dieser Meinung ist man allerdings nur, bis man die CD eingelegt hat, denn die Qual geht weiter. Die Musik ist einfach gleich geblieben. Wie auf “Geri Reig” hört man auch auf „Normalette Surprise“ minimalistisch und elektronisch instrumentierte Lieder, die meist mit schwachsinnigen Texten versehen wurden, wenn es sich denn nicht um ein Instrumentalstück handelt. Das Zusammenspiel von Musik und Text ist dabei so etwas von unfassbar schlecht, dass man es fast nicht in Worte fassen kann. Irgendwie ist das alles auch nicht mehr experimentell und schon gar keine Kunst, geschweige denn Musik. Der Plan schafft es mit „Normalette Surprise • 23 Elektronische Schlager” einmal mehr, absoluten Schrott auf eine CD zu brennen, wobei es wohl jeder erste Versuch, ohne jegliches Konzept, auf die Scheibe schaffte. Nichts ist dabei hörenswert, interessant, melodiös, spannend, eingängig. Absolut nichts.

Fazit: Sorry, „Normalette Surprise • 23 Elektronische Schlager” ist Müll. Ich bin immer offen für Experimente und kann der Neuen Deutschen Welle auch etwas abgewinnen, hier allerdings fehlen mir fast die Worte, wie schlecht „Musik” auch sein und klingen kann. Großartig Punkte kann ich hier auch keine vergeben, ich würde jeder anderen Scheibe aber sowas von Unrecht tun. Von daher: Ein Punkt.

Anspieltipps: Erneut alles



Samstag, 2. August 2014

Kraftwerk – Die Mensch-Maschine




Kraftwerk – Die Mensch-Maschine


Besetzung:

Ralf Hütter – electronics, keyboards, orchestron, synthanorma sequenzer, synthesiser, vocoder, voice
Florian Schneider – electronics, synthesiser, vocoder, votrax
Karl Bartos – electronic drums
Wolfgang Flür – electronic drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Elektronische Musik, SynthiePop


Trackliste:

1. Die Roboter (6:12)
2. Spacelab (5:57)
3. Metropolis (6:01)
4. Das Model (3:39)
5. Neonlicht (8:55)
6. Die Mensch-Maschine (5:28)

Gesamtspieldauer: 36:10




„Die Mensch-Maschine“ ist eines der erfolgreichsten Alben der Düsseldorfer Band Kraftwerk. Das 1978 veröffentlichte Album stellt dabei bereits ihre siebte Studio-Platte dar. Ihren Stil hatten die Musiker von Kraftwerk inzwischen gefunden. Alles klang nun synthetisch, futuristisch und mitunter auch ein wenig naiv. Natürlich muss man diesen Synthie-Pop-Klängen etwas abgewinnen können, sonst steht man bei diesem Album völlig auf verlorenem Posten und kann so gar nichts damit anfangen.

Aber nicht nur die Musik ist etwas speziell. Auch die Texte sind dabei durchaus gewöhnungsbedürftig. Man könnte auch sagen, dass jeder Satz auf das Mindeste reduziert wurde, um alles eindeutig werden zu lassen. Dazu wird alles meist auch immer und immer wiederholt, sodass sich jede Aussage irgendwann ganz zwangsläufig im Gehirn des Hörers festsetzt. Ist das Kunst?

Nicht anders verhält es sich dabei bei der Musik. Auch hier scheint es zu einer Reduktion unnötigen Ballasts gekommen zu sein. Die Synthetik steht im Vordergrund, jeglicher natürlicher Ton ist verpönt. Dabei entwickeln die vier Musiker durchaus eingängige Melodien. „Die Roboter“ geht sofort ins Ohr und man erkennt diesen Titel auch Jahre später sofort wieder. Etwas sphärischer wird es dann – nicht weiter überraschend bei dem Titel – bei „Spacelab“. Die Weiten des Alls sind dabei durchaus zu erhören und auch zu verspüren. Der Text beschränkt sich allerdings auf das Wort „Spacelab“, welches am Synthesizer noch verfremdet wurde, um ja keine Ähnlichkeit mehr zum Menschen aufkommen zu lassen.

Weiter geht es mit „Metropolis“. Auch hier geht es um die Erschaffung einer Klangwelt, die allerdings ein wenig flotter aus den Lautsprechern quillt, als noch der Vorgänger. Der Text beschränkt sich auch dieses Mal auf den Namen des Titels „Metropolis“. Schließlich folgt die erfolgreiche Singleauskopplung „Das Model“. Ebenfalls mit einer sehr eingängigen Melodie ausgestattet, werden hier ausnahmsweise mal ganze Sätze in Versform wiedergegeben. Durchaus ein Titel mit Nachhall.

Nun, jetzt wird die Scheibe allerdings leider etwas langweiliger. Die beiden letzten Nummern klingen nun gar nicht mehr so eingängig und der Hintergrund-Sound von „Neonlicht“ wurde wohl definitiv von diversen deutschen Schlagersängern imitiert, sodass man diesen Titel auch zwangsläufig ein wenig damit verbindet – zumindest die ersten gut drei Minuten lang. Dann wird es alles noch ein wenig synthetischer, aber keinesfalls melodiöser. Da wird nun ein Thema ausgebreitet und ausgewalzt und wiederholt, sodass es einfach nur noch langweilig klingt. Auch der letzten Nummer und gleichzeitig der Titeltrack, wohnt keine großartig überbordende Melodiösität mehr inne. Nun beinhalten einzelne Kraftwerk-Titel ganz gewollt lediglich eine sehr überschaubare Abwechslung, mitunter kann das dann allerdings auch in pure Langeweile ausarten.

Fazit: Insgesamt ist „Die Mensch-Maschine“ von Kraftwerk ein sehr interessantes und auch intensives Album geworden. Es ist einfach so anders, als die Musik anderer Bands, hat durchaus ein Alleinstellungsmerkmal, irgendwie etwas Besonders. Und das kann man sich immer wieder auch mal anhören. Allerdings ist das keine Musik, in der man aufgehen kann, die einen zum Ausflippen bringt, irgendwie tiefergehende Gefühle hervorlockt – dazu ist die Musik einfach zu synthetisch, so als Mensch gesehen. Roboter werden da aber bestimmt ganz anders drüber denken. Neun Punkte.

Anspieltipps: Die Roboter, Spacelab



Freitag, 1. August 2014

Pavlov’s Dog – Pampered Menial




Pavlov’s Dog – Pampered Menial


Besetzung:

David Surkamp – lead vocals, guitar
David Hamilton – keyboards
Doug Rayburn – mellotron, flute
Mike Safron – percussion
Rick Stockton – bass guitar
Siegfried Carver – violin, vitar, viola
Steve Scorfina – lead guitar


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock, ArtRock, ArtPop


Trackliste:

1. Julia (3:10)
2. Late November (3:13)
3. Song Dance (4:59)
4. Fast Gun (3:04)
5. Natchez Trace (3:42)
6. Theme From Subway Sue (4:25)
7. Episode (4:04)
8. Preludin (1:36)
9. Of Once And Future Kings (5:32)

Gesamtspieldauer: 34:05



Vor einigen Jahren, da hatte ich mir zu Weihnachten eine Platte gewünscht von einer Band, die ich noch überhaupt nicht kannte: Pavlov’s Dog. Cooler Name, nettes Cover und dann sollten die US-Amerikaner auch noch Progressive Rock machen. Das Album entstand überdies zu einem Zeitpunkt, an dem dieses Musik Genre gerade noch in der Blüte stand, nämlich 1975. Was will man mehr? Also drauf auf den Wunschzettel und das Christkind hat die Scheibe auch wirklich unter den Baum gelegt.

Später dann gleich ab damit ins Kinderzimmer und rauf auf den Plattenspieler. Wunderschöne Pianoklänge breiteten sich in dem Zimmer aus, bis, ja bis die Sekunde 22 kam. Denn dann setzte der Gesang des David Surkamp ein. Was es da jetzt zu hören gab, das war so unglaublich abgefahren und klang wie eine Mischung aus Bonnie Tyler und Mickey Mouse. Unfassbar. Gleich das nächste Lied angespielt und das nächste und… Ich hatte Sorge, dass mein Bruder mitbekommen würde, was ich da höre. Man schämt sich, wenn das jemand mitbekommt – und so wanderte das Album in den Platten-Schrank, wurde bei „P“, kurz vor Pink Floyd eingeordnet und blieb dort über viele, viele Jahre achtlos stehen.

Nun, ich wollte im Rahmen von Plattenbesprechungen alle meine „Schätze“ mal wieder durchhören. Zwangsläufig greift man dann auch mal Scheiben heraus, die man schon jahrelang oder auch fast noch gar nicht gehört hat. Letzte Woche war das mal wieder so weit. „Pampered Menial“ von Pavlov’s Dog landete auf dem Plattenteller und ich erinnerte mich, dass mit diesem Album irgendetwas nicht stimmte. Nun, es lief an und ich hatte sofort dasselbe Gefühl wie damals zu Weihnachten. Oh mein Gott! Nur dieses Mal ließ ich sie weiterlaufen. Und dann noch mal und dann ein weiteres Mal.

Ein Beißer, wahrlich. Der Gesang ist immer noch äußerst gewöhnungsbedürftig. Diese hohe Stimme und dieses fortlaufende Tremolo, welches David Surkamp hier zelebriert, können schon an den Nerven zerren. Aber die Musik, die ist wirklich beeindruckend. Melodischer Progressive Rock, der hier nicht in ausschweifenden Kompositionen wiedergegeben wird, sondern in kurzen Titeln, die immer die „normale“ Songstruktur einhalten. Viel Mellotron, Streicher, ruhigere und treibendere Titel. Tolle Soli an Gitarre, Piano und Violine. Alles sehr eingängig und melodiös und durchaus auch nachhaltig – abwechslungsreich bis die den letzten Takt. Und trotzdem bleibt da diese Stimme, die auf „Natchez Trace“, ausnahmsweise einem Rocker, besonders nervig klingt, da David Surkamp hier auch noch schreit. Fies. Allerdings relativiert sich das zumindest bei den anderen Titeln mit der Zeit. Man gewöhnt sich wirklich an dieses Organ! Und der Rest, also die Musik war schon immer gut. Kein komplizierter Prog, jedoch ein eingängiger ins Ohr gehender, der von seiner Vielfalt lebt. Da macht das Hören dann doch noch Spaß.

Fazit: Das Publikum schien Mitte der 70er Jahre ebenso reagiert zu haben wie ich. Die Platte verkaufte sich schlecht, eine zweite wurde nachgelegt – ebenfalls hielten sich die Verkaufszahlen in Grenzen. Als dann 1977 das dritte Album fertiggestellt war und veröffentlicht werden sollte, weigerte sich die Plattenfirma dieses auf den Markt zu bringen. Erst 2007 erschien es dann vollständig mit Bonusmaterial unter dem Titel „Has Anyone Here Seen Siegfried?“. Ursprünglich hieß sie „Third“. Nun, Pavlov’s Dog hatten sich nach der Weigerung der Plattenfirma aufgelöst. Ab und an gibt es jedoch mal eine Wiedervereinigung, wenn auch mitunter nur für ein Konzert. Ich werde „Pampered Menial“ von nun an öfters mal auflegen. Die Stimme, damit muss man sich doch ein für alle Mal arrangieren können, oder etwa nicht? Bin mal gespannt, was meine Jungs nachher dazu sagen werden, wenn ich die Scheibe vorspiele. Neun Punkte.

Anspieltipps: Late November, Of Once And Future Kings



(Kurze Anmerkung zum Video: Die Stimme klingt hier deutlich anders als auf der "Originalplatte" - die Live-Aufnahme ist auch 36 Jahre später entstanden.)

Donnerstag, 31. Juli 2014

Brian May & Friends – Star Fleet Project




Brian May & Friends – Star Fleet Project


Besetzung:

Brian May – guitar, vocals
Eddie Van Halen – guitar, backing vocals
Alan Gratzer – drums
Phil Chen – bass guitar
Fred Mandel – keyboards
Roger Taylor – backing vocals on "Star Fleet"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Rock, Blues


Trackliste:

1. Star Fleet (8:04)
2. Let Me Out (7:13)
3. Blues Breaker (12:48)

Gesamtspieldauer: 28:11




Wie schreibt es Brian May auf der Rückseite des Album-Covers: „Stop! What you have just picked up is not your normal kind of album. Not an album which has been “thoughtfully pieced together by a coordinated band as a balanced and polished listening experience.” Not a Queen album. Not a solo Brian May album. It is a record of an unique event. On the 21st and 22nd of April 1983, five musicians from different backgrounds, who had previously known each other only as friends, played together for the first time. Purely for fun. In listening to this record, I hope you will share in the experience we felt … Brian May, August, 1983”

Also nur ein „Spaß“-Album, welches irgendwie zufällig entstand. Mit dabei waren neben Brian May, Gitarrist Eddie Van Halen, Drummer Alan Gratzer von REO Speedwagon, Phil Chen, ein Session-Musiker am Bass, der mit Jeff Beck und Rod Stewart spielte und Fred Mandel, ebenfalls Session-Musiker und Keyboarder, der bereits auf der Queen „Hot Space World Tour“ und auf dem Queen-Album „The Works“ zu hören war. Roger Taylor, der Queen-Schlagzeuger steuerte zusätzlich den Hintergrundgesang zum Titeltrack „Star Fleet” hinzu.

Nun, um es kurz zu machen – die Platte ist ja auch lediglich eine Mini-LP gewesen – mit der oben getroffenen Aussage hat Brian May absolut Recht. Bei „Star Fleet Projekt“ handelt es sich weder um ein Queen-Album, noch um eine Brian May-Soloplatte. Dies trifft vor allem für die Titel „Let Me Out“ und „Blues Breaker“ zu. Beides sind Blues-Songs. Ersteren Titel hatte Brian May bereits vor längerer Zeit geschrieben und ihn hier mit eingebracht, da er stilistisch überhaupt nicht auf ein Queen.-Album gepasst hätte. Beim über zwölfminütigen „Blues Breaker“ handelt es sich dagegen um eine Blues-Interpretation, die ganz spontan entstand und somit auch ohne gesungenen Text auskommt. Blues-Fans haben hier sicherlich jede Menge Spaß, so ausgelassen, wie hier gejammt wird.

Ganz anders ist allerdings der Titeltrack „Star Fleet“, der von seiner Machart durchaus auf einem Queen-Album hätte Platz finden können. Zwar ist dies etwas härterer Rock mit ausgiebigen Gitarrensoli garniert, trotzdem ist die Musik eindeutig einem Brian May zuzuschreiben, was nicht nur am Sound seiner Gitarre und seinem Gesang liegt. Die Nummer ist rockig, sehr eingängig und geht schnell ins Ohr. Alle Stücke klingen jedoch noch ein wenig roh, denn großartig abgemischt wurde hier nichts, alles wurde so aufgenommen wie es gespielt wurde und dann auf Platte gepresst.

Fazit: Sicherlich kein „normales“ Album, auf dem man den Spaß, den die Musiker dabei hatten, sehr wohl heraushört. Und somit schließe ich mit einem weiteren Zitat von Brian May auf dem Cover der LP: „… I could have put away these tapes in a bottom drawer and kept them as a private record of one of the best experiences of my life. But the few people I’ve played them for have urged me to “publish”, and it will make me very happy if others can enjoy this stuff the way I have. …” Schön, dass er das so sieht und auch so gemacht hat. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Star Fleet, Blues Breaker



Mittwoch, 30. Juli 2014

ZZ Top – El Loco




ZZ Top – El Loco


Besetzung:

Billy Gibbons – guitar, vocals
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals
Frank Beard – drums, percussion


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Blues Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Tube Snake Boogie (3:05)
2. I Wanna Drive You Home (4:49)
3. Ten Foot Pole (4:24)
4. Leila (3:17)
5. Don't Tease Me (4:22)
6. It's So Hard (5:11)
7. Pearl Necklace (4:06)
8. Groovy Little Hippie Pad (2:44)
9. Heaven, Hell Or Houston (2:33)
10. Party On The Patio (2:48)

Gesamtspieldauer: 37:23




„El Loco“ heißt auf Spanisch „der Verrückte“. Und verrückt ist das auch irgendwie, was die drei Bluesrocker aus Texas da dem geneigten Publikum auf ihrer siebten Scheibe aus dem Jahr 1981 vorsetzen. Wahrscheinlich wollten die drei Musiker moderner klingen und mal irgendetwas anders machen. Somit stellt „El Loco“ eine Art Übergangsalbum dar, bei dem nun auf einmal auch Pop-Elemente mit integriert werden.

Somit kommt dann auch ein Titel wie „Leila” zustande, der wahrlich mit „gewöhnungsbedürftig“ ganz gut zu umschreiben ist. Eine sanfte Ballade sollte es werden, herausgekommen ist eine verkitschte Schmalzorgie im Pop-Gewand mit Country-Anleihen. Absolut grauenvoll. Billy Gibbons fand später auch, dass der Song so klingen würde, als ob ZZ Top die Beach Boys treffen würden, was einfach nicht funktionieren könne. Auch beim Titel „It's So Hard” ist ein gewisser Pop-Ansatz nicht zu überhören, dieses Mal jedoch deutlich gelungener, wenn man denn so etwas von ZZ Top hören möchte. Allgemein sind die einzelnen Stücke allerdings längst nicht mehr so gelungen, wie noch viele Lieder auf „Degüello“. Es wirkt alles ein wenig glatter und kantenloser. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass das Songmaterial deutlich schlechter ist, als noch auf dem Vorgänger. Fast scheint es so, als seien ZZ Top ein wenig die Ideen ausgegangen.

Solch einen ganz krassen Pop-Ausflug wie bei „Leila“ findet man glücklicherweise nicht noch einmal auf der Scheibe, hier wird dann doch wieder vermehrt dem Blues-Rock gefrönt. Trotzdem zünden die einzelnen Titel nicht so richtig. Überaus auffällig ist lediglich die Nummer „Heaven, Hell Or Houston”. Dies ist jetzt allerdings auch kein Blues-Rock mehr, sondern fast schon eine Art Experiment, mit Sprechgesang oder ist das eher Genuschel? Dazu ein cooler Groove zum Mitwippen und eine für ZZ Top etwas ungewöhnliche Stimmung. Deswegen macht der Titel wohl auch so Spaß, da er so anders ist.

Fazit: ZZ Top Fans werden dieses Album wohl lieben, denn diesen Boogie-Woogie-Blues-Rock à la ZZ Top gibt es hier auf „El Loco“ natürlich auch noch zu hören. Allerdings ist dieser nicht mehr so überzeugend und mitreißend, wie auf so manch anderer Veröffentlichung der Texaner. Selbst nach sehr vielen Durchläufen scheinen die einzelnen Titel irgendwie nicht vertrauter zu werden, geschweige denn richtig zu zünden. Ganz sicherlich kein Katastrophen-Album, jedoch eines der weniger überzeugenden von ZZ Top. Sechs Punkte.

Anspieltipps: I Wanna Drive You Home, Ten Foot Pole, Heaven, Hell Or Houston



Dienstag, 29. Juli 2014

Terry Hoax – Freedom Circus




Terry Hoax – Freedom Circus


Besetzung:

Oliver Perau – vocal
Armin Treptau – bass
Martin Wichary – guitar
Markus Wichary – guitar
Hachy Hachmeister – drums


Label: Metronome Musik


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock


Trackliste:

1. Freedom Circus (5:26)
2. Insanity (4:08)
3. Sick (2:57)
4. From Love To Hate And Back (4:00)
5. Live All (4:54)
6. Hot Heyday (4:05)
7. Touch The Sky (3:41)
8. When Love's Gone (4:41)
9. Goodbye (3:35)
10. You Someone - Somewhere (3:48)
11. Another Face (5:27)
12. Policy Of Truth (4:45)
13. Fish Named Napoleon (5:01)

Gesamtspieldauer: 56:29




Terry Hoax ist eine deutsche Band aus Hannover, die von 1988 bis 1996 existierte und schließlich 2008 wieder zusammengefunden hat. Seitdem haben Terry Hoax zwei weitere Alben veröffentlicht. Bei „Freedom Circus” handelt es sich jedoch um eine Platte aus der ersten Schaffensperiode der Formation – und zwar um das zweite Album der Bandgeschichte aus dem Jahr 1992.

Das, was man auf „Freedom Circus“ zu hören bekommt ist durchaus hörenswert und klingt absolut international und keinesfalls Deutsch. Bei der ersten Berührung mit Terry Hoax kommt man kaum auf die Idee, dass es sich hier um die Musik von fünf Niedersachsen handelt, sehr viel eher würde man die Band rein gefühlsmäßig im anglo-amerikanischen Raum platzieren – und dies nicht nur, weil Oliver Perau hier auf Englisch singt. Nein, die Musik klingt einfach danach.

Auf „Freedom Circus“ bekommt der Hörer guten und eingängigen Rock geboten. Die Musik klingt zwar bereits beim ersten Einlegen der CD, wird allerdings mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe noch eindringlicher und auch nachhaltiger. Viele der Melodien benötigen anscheinend eine gewisse Zeit, um im Musikzentrum des Hörers zu reifen und noch nachhaltiger zu werden. Die Musik von Terry Hoax auf „Freedom Circus“ ist zumeist im Mid-Tempo angesiedelt, obwohl es auch Ausschläge in die weichere, wie die härtere Richtung gibt. Allerdings ist diese Scheibe weder mit Soft-Rock- noch mit Hard-Rock zutreffend umschrieben. Lediglich die Überschrift „Rock“ passt hier sehr gut. Rock, der von verschiedenen Seiten ausgeleuchtet wird.

Zwar fehlt der Scheibe so ein richtiger „Übersong“, der aus allem heraussticht und den man immer mit dem Album in Verbindung bringt, trotzdem macht das Hören Spaß und Laune, wenn man Freund gut gemachter Rock-Musik ist. Einen Ausfall gibt es „Freedom Circus“ nämlich nicht. Alles hat seine Qualität, ab und an gibt es auch kleine Gimmicks in Form von Einspielungen und die Titel wachsen, wie bereits erwähnt, im Laufe der Zeit noch.

Fazit: Ein schönes Album haben Terry Hoax da 1992 vorgelegt. Die Musik ist ideenreich, klingt international und wird immer eingängiger. Komischerweise ist die Band über die Grenzen Niedersachsens hinaus nicht ganz so bekannt. Verdient hätten sie es allerdings. Wäre dies ein Album von zum Beispiel R.E.M., so hätte es sich millionenfach verkauft – ganz bestimmt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Insanity, Sick



Montag, 28. Juli 2014

David Bowie – Tonight




David Bowie – Tonight


Besetzung:

David Bowie – vocals


Gastmusiker:

Carlos Alomar – guitars
Derek Bramble – bass guitar, guitar, synthesizer, background vocals
Carmine Rojas – bass guitar
Sammy Figueroa – percussion
Omar Hakim – drums
Guy St. Onge – marimba
Robin Clark – vocals
George Simms – vocals
Curtis King – vocals
Tina Turner – vocals on "Tonight"
Iggy Pop – vocals on "Dancing With The Big Boys"
Mark Pender – trumpet, flugelhorn
Stanley Harrison – alto sax, tenor sax
Steve Elson – baritone sax
Lenny Pickett – tenor sax, clarinet


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop


Trackliste:

1. Loving The Alien (7:10)
2. Don't Look Down (4:10)
3. God Only Knows (3:07)
4. Tonight (3:45)
5. Neighborhood Threat (3:14)
6. Blue Jean (3:12)
7. Tumble And Twirl (5:00)
8. I Keep Forgettin' (2:36)
9. Dancing With The Big Boys (3:35)

Gesamtspieldauer: 35:49




„Tonight“ ist das sechzehnte Studio-Album David Bowies und wurde im Jahr 1984 veröffentlicht. Trotz des durchaus vorhandenen kommerziellen Erfolgs der Scheibe, gilt diese unter vielen Bowie-Fans als die schlechteste Platte, die jemals von ihm veröffentlicht wurde. Der „Let’s Dance“-Zug war noch am Rasen, da wollte David Bowie den Schwung gleich mitnehmen, denn mit dem Vorgänger-Album hatte er sich schließlich eine ganz neue Zielgruppe erarbeitet, die weiterhin bedient werden wollte. Nur leider hatte er dafür nicht das nötige Songmaterial und so wurden jede Menge Coverversionen auf die Scheibe gepackt, damit er mit neun Liedern auch wirklich ein neues Album veröffentlichen konnte.

Die 80er Jahre sind wirklich nicht ganz einfach zu ertragen für Menschen, die David Bowie für dessen Musik Anfang der 70er lieben und auch seinen Platten im neuen Jahrtausend etwas abgewinnen können. In den 80ern ist das, was David Bowie nach „Scary Monsters“ veröffentlichte, jedoch oftmals nur noch relativ oberflächlicher Pop, der hier auf „Tonight“ oftmals mit Bläsereinlagen aufgepeppt wurde. Funkig soll es da mal klingen, dann wieder ist eher der Disco-Sound angesagt. Alles sehr gewöhnungsbedürftig. „Loving The Alien“, „Blue Jean“, „Tumble And Twirl“ und „Dancing With The Big Boys“ sind dabei jene Titel, die bisher noch nicht veröffentlicht worden waren. Die beiden ersten davon schrieb David Bowie auch als einzige auf dem Album im Alleingang. „Don't Look Down“, „Tonight“ und „Neighborhood Threat“ waren bereits auf Iggy Pop Alben veröffentlicht worden, die beiden letztgenannten Titel schrieb David Bowie auch zusammen mit Iggy Pop. „God Only Knows“ ist eine Beach Boys Nummer aus dem Jahr 1965 und „I Keep Forgettin'“ schrieben das Songwriter-Duo Jerry Leiber und Mike Stoller für Chuck Jackson. Das Lied war bereits 1962 zum ersten Mal veröffentlicht worden. Alles also reichlich zusammengestöpselt und ein wenig verwirrend.

Nun, das schlechteste David Bowie Album ist „Tonight“ jedoch trotzdem nicht geworden. Das liegt an den drei Titeln, die sich in der Mitte des Albums befinden. Den Titeltrack „Tonight“ sang David Bowie zusammen mit Tina Turner ein, die gerade ihr Comeback startete. Einen Reggae-mäßigen Sound erwartet man nicht unbedingt, wenn man an David Bowie denkt, aber genau dies hört man hier. Und das klingt sogar ganz nett, die Nummer hat durchaus etwas und geht schnell ins Ohr. „Neighborhood Threat“ ist das rockigste Lied auf dem Album. Auch hier ist es die Melodie, die schnell ins Ohr geht und das Lied klingt zudem ganz typisch nach David Bowie. Klasse hier auch das Gitarrenspiel des Carlos Alomar. Bliebe schließlich noch der größte Hit der Platte „Blue Jean”. Eine Pop-Nummer, sehr eingängig und mit einem gewissen Groove ausgestattet, der durchaus dazu einlädt das Tanzbein zu schwingen.

Das war es jetzt allerdings auch schon. Der zweite von David Bowie in Eigenregie geschriebene Titel „Loving The Alien“ ist mit über sieben Minuten unglaublich langatmig und zäh. Dazu gesellt sich eine unterirdische Rhythmusfraktion, die so etwas von synthetisch klingt, dass man den Rest auch überhaupt nicht mehr anhören mag. Dann kommen eben noch irgendwie soulige, funkige und poppige Stücke, die allesamt so etwas von belanglos klingen, dass man absolut nichts verpasst hätte, wenn einem diese Titel niemals im Leben über den Weg gelaufen wären.

Fazit: Drei ganz nette Lieder hält „Tonight“ für den Hörer parat. Über den Rest legt man am besten den Mantel des Schweigens. David Bowie wollte eben schnell ein neues Album nachschieben. Und genau so klingt das Ganze auch: Zusammengeschustert und auf das schnelle Geld abzielend. Entbehrlich. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Tonight, Neighborhood Threat, Blue Jean



Sonntag, 27. Juli 2014

Kansas – Kansas




Kansas – Kansas


Besetzung:

Phil Ehart – drums
Dave Hope – bass, backing vocals
Kerry Livgren – guitars, piano, organ, moog synthesizer, backing vocals
Robby Steinhardt – violin, lead and backing vocals
Steve Walsh – piano, organ, fender piano, congas, lead and backing vocals
Rich Williams – electric & acoustic guitars


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock; Hard Rock


Trackliste:

1. Can I Tell You (3:32)
2. Bringing It Back (3:33)
3. Lonely Wind (4:17)
4. Belexes (4:24)
5. Journey From Mariabronn (7:58)
6. The Pilgrimage (3:43)
7. Apercu (9:36)
8. Death Of Mother Nature Suite (7:58)


Bonus Track:

9. Bringing It Back (Live) (9:41)

Gesamtspieldauer: 54:46




Die erste Platte der aus – nicht ganz überraschend – Kansas in den USA stammenden Band Kansas, war schon etwas ganz Besonderes und Überraschendes. Nicht nur, dass in den USA das Genre Progressive Rock sehr viel weniger beheimatet war, als im Vereinigten Königreich, auch eine Violine hatte bisher noch nie solch eine große Rolle in der Musik einer Rockband gespielt. Diese war bisher eher in einem der ureigenen amerikanischen Musik-Genres, der Country-Musik beheimatet. Mit Western und Country-Klängen hat die Musik von Kansas allerdings genau so viel gemein wie Nickel mit Pumpernickel, nämlich gar nichts.

Progressive Rock der etwas härteren Sorte hört man auf dem selbstbetitelten Debut von Kansas aus dem Jahr 1974, deshalb läuft die Band in manchen Verzeichnissen auch unter der Überschrift „Hard Rock“. Allerdings Hard Rock ist das wahrlich nicht, was man hier zu hören bekommt. Eher etwas schneller gespielter symphonischer Rock mit progressiver Ausrichtung, der häufig in den Solo-Einlagen von der Violine dominiert wird. Die Titel wirken alle sehr dynamisch und auch überaus ausgereift. Dies darf auch nicht verwundern, denn bevor die Band einen Plattenvertrag erhielt, spielte sie schon einige Jahre zusammen und bestritt zahlreiche Konzerte. Dabei sind es gerade die Soloeinlagen, die einen auf dieser Scheibe immer wieder aufhorchen und die Ohren spitzen lassen. Diese müssen nicht nur von der Violine kommen, auch das Klavier oder die Gitarre kann hier eine tragende Stellung einnehmen. Dazu gesellt sich oftmals ein mehrstimmiger und harmonischer Gesang, der das Gesamtbild, beziehungsweise noch besser das Gehörte, sehr schön abrundet.

Die einzelnen Lieder sind vollgestopft mit Richtungswechseln in Bezug auf die Instrumentierung, den Rhythmus und die Atmosphäre, die hier verströmt wird. Besonders deutlich kommt dies natürlich bei den drei Longtracks zum Tragen – aber eben nicht nur. So entwickeln sich vor dem Ohr des Hörers immer wieder kleine musikalische Geschichten, die unvorhergesehene Wendungen nehmen und plötzlich Überraschendes und Neues parat halten. Das macht diese Platte so spannend. Die Musik ist dabei zu jeder Zeit eingängig, auch wenn sich viele Feinheiten, dieser doch manchmal auch komplexen Lieder, dem Hörer erst mit dem dritten, vierten oder fünften Durchlauf erschließen.

Fazit: Die Musik von Kansas auf diesem Debut-Album klingt wie die Mischung aus einer Hard Rock Band, einer Symphonic Rock Band und einer Soft Rock Band. Dazu kommen noch die Zutaten der Violine, viel Melodiösität sowie – ganz wichtig – sehr progressive Abschnitte, sodass man Kansas auf dieser ersten Scheibe kaum in ein Raster stecken kann. Die Musik von Kansas klingt sehr eigenständig und ist irgendwie nicht mit einer anderen Band zu vergleichen. Zwei kleine Kritikpunkte gibt es dann aber auch noch: „Bringing It Back” ist eine Cover-Version des gleichnamigen Titels von J.J. Cale. Flott zwar, aber irgendwie will dies nicht so recht zum Rest der Platte passen. Und schließlich bleibt noch anzumerken, dass viele der Melodien und Arrangements auf späteren Platten noch ein wenig mehr zu „zünden“ verstehen. Aber das ist „Jammern“ auf hohem Niveau. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Journey From Mariabronn, Apercu, Death Of Mother Nature Suite



Samstag, 26. Juli 2014

Ozzy Osbourne – Diary Of A Madman




Ozzy Osbourne – Diary Of A Madman


Besetzung:

Ozzy Osbourne – lead & backing vocals, production


Gastmusiker:

Randy Rhoads – guitars, production
Bob Daisley – bass
Lee Kerslake – drums, percussion
Johnny Cook – keyboards
Louis Clark – string arrangements on "Diary Of A Madman"


Label: Jet Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Heavy Metal, Hard Rock


Trackliste:

1. Over The Mountain (4:31)
2. Flying High Again (4:44)
3. You Can't Kill Rock And Roll (6:59)
4. Believer (5:16)
5. Little Dolls (5:39)
6. Tonight (5:50)
7. S.A.T.O. (4:07)
8. Diary Of A Madman (6:14)

Gesamtspieldauer: 43:19




Die zweite Soloplatte von Ozzy Osbourne ist ein Klassiker des Heavy Metal Genres. 1979 war Ozzy Osbourne aus der Band Black Sabbath entlassen worden und schwelgte daraufhin erst mal in Schweremut und so manchem Drogenrausch. Seine spätere Ehefrau Sharon Arden überredete ihn schließlich, eine Solokarriere zu starten. Dazu traf er auf „seinen Bruder im Geiste“ Randy Rhoads, der nicht zuletzt durch sein Gitarrenspiel die ersten beiden Alben zu denen werden ließ, was sie heute immer noch sind: Heavy Metal der Extraklasse. Leider dauerte diese Beziehung nur etwas mehr als zwei Jahre, denn auf der Tour zu „Diary Of A Madman“ verunglückte Randy Rhoads, der vorher bei Quiet Riot gespielt hatte, tödlich mit dem Flugzeug.

Geprägt ist „Diary Of A Madman“ von dem kraftvollen Gitarrenspiel des Randy Rhoads, gepaart mit einer sehr dunklen Stimmung der einzelnen Tracks und der durchaus nicht jedem zusagenden Stimme des Ozzy Osbourne. Diese Melange macht die Platte allerdings zu etwas ganz Besonderem. Klasse Riffs gibt es hier zu hören, eingängige, wenn auch meist harte Melodien und dazu jede Menge genialer Ideen. Nicht alles ist hier jedoch Heavy Metal, auch die ruhigeren Passagen und Abschnitte im Mid-Tempo gibt es zu hören, die ebenfalls immer wieder sofort ins Ohr gehen. Für sehr viel Abwechslung ist auf der Platte also gesorgt.

Die Musik klingt irgendwie mysteriös und mystisch. Nur wenig hört sich hier nach „normalem“ Heavy Metal an, immer wieder gibt es eingestreute „Gimmicks“, die alles noch sehr viel spannender werden lassen. Und schließlich diese unglaublichen Gitarrensoli des Randy Rhoads, die jedem Freund gitarrenorientierter Musik ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Wahrlich sehr eindrucksvoll.

Das Ganze gipfelt schließlich im letzten Stück und gleichzeitig dem Titeltrack. Das ist dann auch kein Heavy Metal mehr, sondern eher „Heavy Opera“. In diesem Lied sind die Streicher, genau wie die Gitarrensoli einfach perfekt arrangiert und durchdacht. Der Chor schafft schließlich das fast schon überbordende Volumen und diese geheimnisvolle Stimmung. Alles klingt voll und kraftvoll, ein wenig verzaubert. Die Melodie brennt sich sofort im Hirn des Hörers fest und das Lied ist auch jetzt noch, deutlich über dreißig Jahre nach seiner Entstehung, absolut hörenswert und begeisternd. „Heavy Metal“ kann sehr abwechslungsreich sein.

Fazit: Ein Klassiker des Rock. Für viele das Beste, was jemals von Ozzy Osbourne veröffentlicht wurde – ganz egal ob mit Black Sabbath oder eben solo. Klasse Rock-Musik, die die Abwechslung als großes Banner vor sich herträgt. Mal hart, mal verträumt und immer eingängig. Dabei klingt das alles sehr zeitlos und wenn man sich dann noch mit der Stimme des Ozzy Osbourne anfreunden kann, sei die Scheibe allen Rock-Fans empfohlen. Sehr hörenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Over The Mountain, S.A.T.O., Diary Of A Madman


Sorry für die schlechte Qualität, aber die GEMA unterdrückt mal wieder die YouTube-Ausgabe :-(


Freitag, 25. Juli 2014

U2 – The Unforgettable Fire




U2 – The Unforgettable Fire


Besetzung:

Bono – lead vocals
Adam Clayton – bass guitar
The Edge – guitar, keyboards, vocals
Larry Mullen, Jr. – drums


Gastmusiker:

Paul Barret – fairlight cmi
Daniel Lanois – additional vocals, instruments, treatments, production, engineering
Peter Gabriel – vocals on "A Sort Of Homecoming" (Daniel Lanois Remix)


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. A Sort Of Homecoming (5:28)
2. Pride (In The Name Of Love) (3:48)
3. Wire (4:19)
4. The Unforgettable Fire (4:55)
5. Promenade (2:35)
6. 4th Of July (2:12)
7. Bad (6:09)
8. Indian Summer Sky (4:17)
9. Elvis Presley And America (6:23)
10. MLK (2:31)

Gesamtspieldauer: 42:38




Zum Teil umstritten ist „The Unforgettable Fire” bei den Fans von U2. Da ist von einer ganzen Menge an Langeweile die Rede, da wird das Fehlen von Höhepunkten angemahnt – zumindest mit der Ausnahme von „Pride (In The Name Of Love)”. Stimmt allerdings nicht so ganz, denn auch das vierte Studioalbum, welches im Jahr 1984 erschien, enthält einige Klassiker im Schaffen der irischen Rock-Band U2 parat.

Im Grunde genommen klingen alle Titel dieses Albums nach U2 pur. Das wiederum liegt nicht nur am Gesang Bonos, sondern auch am Klang der Gitarre und dem Zusammenspiel der Instrumente. Soll nichts anderes heißen, als dass es sehr verwunderlich wäre, wenn ein richtiger U2-Anhänger dieser Platte nicht doch eine ganze Menge abgewinnen könnte. Etwas aus der Reihe fallen lediglich „4th Of July” und „Elvis Presley And America”. Bei ersterem Titel handelt es sich um eine sehr sphärische Instrumentalnummer, was an sich schon nichts Alltägliches bei U2 darstellt. Jetzt fehlt allerdings auch noch eine Melodie, ist also eher was für Freunde von experimenteller Musik, als für den U2-Fan. Nun und „Elvis Presley And America” ist tatsächlich eine irgendwie seltsam geartete Nummer geworden. Auf den knapp sechseinhalb Minuten passiert ebenfalls nicht viel, obwohl Bono hier sehr wohl singt, eine ganze Menge sogar. Allerdings klingt der Titel nicht sonderlich melodiös und ebenfalls ein wenig nach einem Experiment, da irgendwie nicht richtig ausgearbeitet.

Nun, einer der Höhepunkte wurde bereits oben erwähnt: „Pride (In The Name Of Love)”. Sicherlich einer der bekanntesten Titel von U2. Ohrwurmcharakter ist vorhanden, dazu noch rockig und tanzbar. Bono kann hier die ganze Variabilität, seiner Stimme ausspielen. Eine richtig gute Nummer. Dazu gehört auch der Titeltrack „The Unforgettable Fire”. Auch dieses Lied geht sofort ins Ohr und verbleibt dort auch längerfristig. Der Refrain klingt so wunderschön fröhlich, der Rest des Titels fast schon ein wenig mystisch und verwunschen. Nun und wenn man mal einem Menschen, der U2 noch nicht kennt, ein Lied zeigen möchte, um diesem eine Vorstellung davon zu geben, wie die Band klingt, dann wäre „Bad” sicherlich nicht die schlechteste Wahl. Alle Zutaten eines typischen U2-Liedes sind hier vereinigt: leidenschaftlicher Gesang, dieser typische Gitarrensound, schöne Melodie und perfekt abgestimmte Instrumentierung. Sehr markant das Ganze. Nun, aber auch der Rest der Platte ist durchaus empfehlenswert und lohnt gehört zu werden, typisch U2 eben und ohne musikalischen Ausfall.

Fazit: Auch mit ihrem vierten Album wissen die Iren zu überzeugen. Ein wenig Abwechslung gibt es dieses Mal durch etwas experimentellere Titel. Das kann man als Nachteil ansehen oder aber als Abwechslung. Liegt ganz in der Betrachtungsweise des Hörers. Auf jeden Fall ist „The Unforgettable Fire” ein gutes Album geworden, an dem nicht nur U2-Fans, sondern ganz allgemein Freunde guter Rock-Musik Gefallen finden dürften. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Pride (In The Name Of Love), The Unforgettable Fire, Bad