Dienstag, 9. September 2014

Bachman-Turner Overdrive – Not Fragile




Bachman-Turner Overdrive – Not Fragile


Besetzung:

C.F. Turner – bass guitar, vocals
Randy Bachman – lead guitar, vocals
Blair Thornton – second lead guitar, background vocals
Bob Bachman – drums, percussion


Gastmusiker:

Frank Trowbridge – slide guitar (on "Blue Moanin'")


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock


Trackliste:

1. Not Fragile (4:08)
2. Rock Is My Life, And This Is My Song (5:06)
3. Roll On Down The Highway (4:00)
4. You Ain't Seen Nothing Yet (3:58)
5. Free Wheelin (3:48)
6. Sledgehammer (4:36)
7. Blue Moanin' (3:46)
8. Second Hand (3:24)
9. Givin' It All Away (3:49)

Gesamtspieldauer: 36:32




Doch „Ja“, ein bisschen Patina versprüht dieses Album von Bachman-Turner Overdrive aus dem Jahr 1974 schon – oder „Nein“, das stimmt nicht? „Not Fragile“ ist auf jeden Fall die dritte Platte der Kanadier aus Winnipeg und wurde vor allem durch den Titel „You Ain't Seen Nothing Yet“ ein Erfolg. Sicherlich ein Lied, was man auch heute noch ab und an im Radio zu hören bekommt.

Erstmals hat hier Blair Thornton seinen Auftritt als Gitarrist bei der Band, er hatte nun Tim Bachman ersetzt. Und sein Zusammenspiel mit Randy Bachman hat durchaus etwas Besonderes. Beide Gitarren ergänzen sich perfekt und die Musik klingt voll und perfekt abgestimmt. Musikalisch kann zwar nicht alles restlos überzeugen auf „Not Fragile“, allerdings befinden sich auf dem Album durchaus sehr hörenswerte Stücke. Da ist zum Beispiel der Opener und gleichzeitig das Titellied „Not Fragile“. Sehr kraftvoll und rockig klingen Bachman-Turner Overdrive hier. Wie übrigens überhaupt an all jenen Stellen, an denen ordentlich gerockt wird und die Band so richtig Spaß an dem hat, was sie da gerade produziert – so hört sich das dann zumindest an. Klar auch „You Ain't Seen Nothing Yet” sollte man als Rock-Freund mal gehört haben und hat man sicherlich auch. Eines jener Lieder, die sofort ins Ohr gehen und dort auch längerfristig hängenbleiben.

Auch die Instrumentalnummer „Free Wheelin“ lohnt das Anhören, da sie manches Mal sogar in etwas experimentelle Bereiche abdriftet, was die Musik nur noch spannender werden lässt. Auch die restlichen Titel haben zumeist etwas, was durchaus hörenswert ist. Vielleicht mit Ausnahme des letzten Liedes „Givin‘ It All Away“. Hier wird zwar auch gerockt, aber der Gesang klingt dann schon sehr nach den Les Humphries Singers. Muss man heutzutage nicht mehr unbedingt haben. Aber auch so etwas findet garantiert seine Freunde.

Fazit: Es ist der Rock der härteren Sorte, der dieses Album hörenswert werden lässt und für die damalige Zeit gar nicht so selbstverständlich war. „You Ain't Seen Nothing Yet” fällt dabei sogar aus dem Rahmen, denn erstens ist das eher Pop als Rock und zweitens ist die Nummer sogar ziemlich untypisch für die Platte. Und „Nein“, an Patina erinnert hier auf „Not Fragile“ im Grunde genommen nur wenig bis gar nichts. Hört man diese Scheibe zum ersten Mal, kommt man kaum auf ein Alter von nun bereits 40 Jahren. Nicht alles ist darauf zwar restlos überzeugend, aber doch sehr viel. Lohnt sich also auch heute noch, hier mal reinzuhören. Neun Punkte. 

Anspieltipps: Not Fragile, You Ain't Seen Nothing Yet, Free Wheelin



Montag, 8. September 2014

The Who – The Who By Numbers




The Who – The Who By Numbers


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals, percussion
Pete Townshend – guitars, keyboards, ukulele, accordion, banjo, percussion, backing vocals, lead vocals on "However Much I Booze" and "Blue, Red And Grey"
John Entwistle – bass guitar (four and eight-string), brass, backing vocals, joint lead vocal on "Success Story", album cover art
Keith Moon – drums, percussion


Gastmusiker:

Nicky Hopkins – piano on "Slip Kid", "Imagine A Man", "Success Story", "They Are All In Love", "How Many Friends", and "In A Hand Or A Face"


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Slip Kid (4:30)
2. How Much I Booze (5:03)
3. Squeeze Box (2:41)
4. Dreaming From The Waist (4:09)
5. Imagine A Man (4:01)
6. Success Story (3:21)
7. They Are All In Love (3:00)
8. Blue, Red And Grey (2:48)
9. How Many Friends (4:06)
10. In A Hand Or A Face (3:25)


Bonus Tracks:

11. Squeeze Box (live) (4:14)
12. Behind Blue Eyes (live) (3:42)
13. Dreaming From The Waist (live) (4:52)

Gesamtspieldauer: 49:52




Zehn feine Nummern haben die Who im Jahr 1975 im Rahmen ihres siebten Studioalbums „The Who By Numbers“ auf Platte gepresst. Dabei fällt gleich das Cover auf, welches passend zum Namen gestaltet ist und von John Entwistle entworfen und gezeichnet wurde. Dieses Album von The Who mit „Rock“ zu umschreiben, fällt dabei ein wenig schwer. Sicherlich, die rockigen Abschnitte gibt es auch auf „The Who By Numbers“, trotzdem driftet dieses Album schon immer wieder schwer in die Gefilde des Pop ab. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob der Titel nun aus der Feder des John Entwistle („Success Story“) stammt oder – wie in allen anderen Fällen – von Pete Townshend geschrieben wurde. Rhythmus und Melodieführung sind meistens sehr viel mehr im Pop beheimatet, als im Rock.

Macht allerdings überhaupt nichts, wenn denn Pop-Rock immer so klingen würde. Das klingt alles sehr überzeugend und geht schnell ins Ohr. Vom Aufbau her weisen die meisten Titel langsamere und schnellere Abschnitte auf, sodass die Umsetzung von Rock und Pop bereits in den Liedern selbst gegeben ist. Zudem sind einige der schönsten ruhigen Titel der Band auf dem Album enthalten wie „Imagine A Man”, „They Are All In Love” oder das absolute überragende „Blue, Red And Grey”. Vor allen Dingen letztgenannter Titel ist einer jener Nummern, die einen das ganze Leben begleiten können, ohne auch nur irgendetwas von ihrem Reiz zu verlieren – selbst nach dem zweihundertsten Mal des Hörens. Dazu bekommt man als Bonus Tracks der remasterten Fassung noch drei nette Live-Versionen geboten, die auch ein wenig von der Show widerspiegeln, die The Who damals, in den 70er Jahren, vor Publikum abzogen - und das bei durchaus vorhandener Qualität der Live-Aufnahme.

Fazit: Klar, „The Who By Numbers“ ist kein zweites „Tommy“, ebenso wenig wie ein zweites „Quadrophenia“ oder ein neuerliches „Who’s Next“, trotzdem ist die Platte ein sehr hörenswertes Album geworden, welches durch die die drei „berühmten“ Vorgänger ein wenig hinten runterfällt. Allerdings lohnt sich diese Platte sehr, die neben den eher ruhigen Balladen und viel Eingängigem auch Treibendes zu bieten hat. „The Who By Numbers“ sollte man kennen, wenn man sich ein Bild über The Who machen möchte. Elf Punkte. 

Anspieltipps: Imagine A Man, Blue, Red And Grey



Sonntag, 7. September 2014

Wovenhand – Mosaic




Wovenhand – Mosaic


Besetzung:

David Eugene Edwards – vocals, guitar, bass
Daniel McMahon – piano
Ordy Garrison – drums
Elin Palmer – strings


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: ArtPop, Post Rock, Alternative Country, NeoFolk


Trackliste:

1. Breathing Bull (1:30)
2. Winter Shaker (3:44)
3. British Purse (3:31)
4. Twig (2:12)
5. Whistling Girl (4:40)
6. Elktooth (3:18)
7. Bible And Bird (2:21)
8. Dirty Blue (4:43)
9. Slota Prow – Full Armour (5:54)
10. Truly Golden (3:34)
11. Deerskin Doll (5:34)
12. Little Raven (4:13)

Gesamtspieldauer: 45:13




Düster klingt es, das vierte Album von Wovenhand, alias David Eugene Edwards, welches im Jahr 2006 veröffentlicht wurde. Nun, etwas marode klangen bisher alle Veröffentlichungen des David Eugene Edwards und da spielte es keinerlei Rolle, ob es sich dabei um eine Platte von 16 Horsepower oder eben um Wovenhand handelte. Dieses Mal scheint Edwards allerdings noch etwas mehr Verzweiflung in die Musik gelegt zu haben – jedoch nicht nur in die Musik. Dass die Texte von Wovenhand immer einen christlichen Hintergrund haben, ist nichts Neues und Besonders mehr. Doch scheint der US-Amerikaner, der offensichtlich durchaus mit seiner Musik zu missionieren versucht, dieses Mal in seine Botschaften noch ein wenig mehr Verdammnis, Fegefeuer und Hölle gelegt zu haben. Mitunter richtig flehentlich, ein anderes Mal überaus verzweifelt, singt Edwards seine Glaubenssätze auf diesem Album in die Welt hinaus.

Legt man also „Mosaic“ in den CD-Player ein, dann begibt man sich als Hörer auf eine Reise, die in tiefe Abgründe führt. Alles klingt sehr ruhig und unaufgeregt. Kein lauter oder schräger Ton stört diesen sehr zurückhaltenden Eindruck. Dabei wirkt die Musik traurig, melancholisch, sentimental und auch immer wieder verzweifelt. Irgendwie scheint kein Sonnenstrahl diese Finsternis von Woven Hand durchdringen zu können, alles wirkt aussichtslos und verloren. Nun, auch solch eine bedrohliche und zudem zerrissene Atmosphäre hat in der Musik natürlich seine Daseinsberechtigung. David Eugene Edwards zelebriert auf „Mosaic“ genau diese Musik in Perfektion. Und wenn man sich bereits in dieser Stimmung befindet, dann kann man sich in seinen Gefühlen wahrlich perfekt suhlen, in seine Tristesse eintauchen und den schweren Gedanken tiefgründig nachhängen. Dabei ist weiter festzuhalten, dass bei aller Traurigkeit die Melodiösität der Lieder durchaus im Vordergrund steht. Und auch wenn sich die einzelnen Titel nicht sofort und unmittelbar im Ohr des Hörers verankern, so bedarf es doch nur weniger Durchgänge und die Lieder sind Vertraute und gute Bekannte geworden.

Fazit: Unabhängig davon, ob man alle Glaubenssätze des David Eugene Edwards genau so für sich übernehmen kann, so muss man auf jeden Fall doch konstatieren, dass „Mosaic“ ein sehr intensives Album geworden ist. Wenn es Musik schafft, Emotionen hervorzurufen, dann hat sie ihren Sinn erfüllt. Musik, die nicht bewegt ist für die Tonne. Bewegende Musik gibt es allerdings auf „Mosaic“ im Überfluss, wenn man denn diese düstere und tief religiöse Atmosphäre aushalten kann. Elf Punkte.

Anspieltipps: Swedish Purse, Whistling Girl, Dirty Blue, Deerskin Doll



Samstag, 6. September 2014

Kraftwerk – Electric Café




Kraftwerk – Electric Café


Besetzung:

Ralf Hütter – voice, vocoder, keyboards, electronics, mix
Florian Schneider – vocoder, speech synthesis
Karl Bartos – electronic drums, electronic percussion, voice


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Elektronische Musik, SynthiePop


Trackliste:

1. Boing Boom Tschak (2:57)
2. Techno Pop (7:42)
3. Musique Non Stop (5:45)
4. The Telephone Call (8:03)
5. Sex Object (6:51)
6. Electric Café (4:20)

Gesamtspieldauer: 35:38




Mehrere Jahre haben Kraftwerk an diesem Album gearbeitet. Schließlich wurde diese neunte Platte der Band im Jahr 1986 unter dem Namen „Electric Café“ veröffentlicht. Inzwischen haben Kraftwerk die Scheibe unter dem Titel „Techno Pop“ erneut auf den Markt geworfen und durch einen Titel erweitert. Das Album erschien 1986 in drei verschiedenen Ausführungen bezüglich der Sprache. So gab es eine englische, eine deutsche und eine limitierte spanische Version zu erwerben.

Natürlich hört man auch auf „Electric Café“ elektronische Musik in Reinkultur. Dabei hat sich allerdings der Schwerpunkt ein wenig verschoben. Der Fokus der Band liegt sehr viel mehr auf dem Rhythmus, deutlich weniger auf der Melodie – nimmt man vielleicht den Titel „Sex Object“ einmal aus, da dieser zwar ebenfalls sehr rhythmisch gestaltet ist, jedoch durch die Synthesizer-Interpretation von Streichern auch überaus melodiös und eingängig wirkt. Ansonsten steht vor allen Dingen der zugrunde liegende Takt bei den Titeln deutlich im Vordergrund. Mitunter scheint es fast so, als ob die Lieder hauptsächlich für die Club-Szene geschrieben wurden – obwohl so richtig darauf tanzen lässt sich bei den meisten Nummern auch nicht durchgängig, eher abschnittsweise.

Cool ist so eine Lied wie „Boing Boom Tschak“ natürlich schon. So etwas gibt es sonst nirgendwo zu hören. Weder musikalisch noch textlich. Das ist schon auf seine Weise beeindruckend, da eben so anders. Allerdings mangelt es der Musik meistens an der Fähigkeit, den Hörer längerfristig in den Bann zu ziehen. Eine Gänsehaut beim Hören eines Titels auf „Electric Café“ bekommt man höchstens, wenn man sich das Ganze im Januar, nackig im Wald reinzieht.

Fazit: Synthetische Musik kann wahrlich begeistern – dazu muss allerdings auch eine irgendwie eingängige Melodie vorhanden sein. Das ist auf dem Album „Electric Café“ von Kraftwerk leider jedoch nicht der Fall. Die Lieder wirken zwar interessant und sind mitunter auch als durchaus experimentell zu umschreiben, allerdings zu häufig hören will man das Ganze dann auch nicht – eher ab und an. Was bleibt ist also ein interessantes, da so anderes Album, welches nach einer gewissen Zeit der Abstinenz wieder ganz interessant klingt. Immerhin. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Boing Boom Tschak, Sex Object



Freitag, 5. September 2014

Genesis – Invisible Touch




Genesis – Invisible Touch


Besetzung:

Tony Banks – keyboards, synth bass
Phil Collins – drums, percussion, vocals, drum machines
Mike Rutherford – guitars, bass guitar


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop


Trackliste:

1. Invisible Touch (3:29)
2. Tonight, Tonight, Tonight (8:53)
3. Land Of Confusion (4:45)
4. In Too Deep (5:02)
5. Anything She Does (4:09)
6. Domino (10:44)
    Part One: In The Glow Of The Night (4:27)
    Part Two: The Last Domino (6:17)
7. Throwing It All Away (3:51)
8. The Brazilian (4:50)

Gesamtspieldauer: 45:42




Nach dem Erfolg von „Genesis“, dem zwölften Studio-Album, lag natürlich kein Grund vor, bei der dreizehnten Platte andere Wege zu gehen. Somit wurde auch „Invisible Touch” ein Pop-Album durch und durch. Doch trotz des großen Erfolgs der Scheibe, enthält diese nicht mehr so viele hörenswerte Pop-Titel. Nun, die Musik von Genesis war nun zwar absolut massenkompatibel, damit allerdings auch überaus langweilig und belanglos geworden.

Fünf der acht auf „Invisible Touch” enthaltenen Lieder („Invisible Touch”, „In Too Deep”, „Land Of Confusion”, „Tonight, Tonight, Tonight” und „Throwing It All Away”) wurden als Single ausgekoppelt und waren dabei mehr oder weniger alle erfolgreiche Hits. Vor allen in den USA belegten diese fünf Lieder alle die Plätze eins bis vier der Billboard Charts. Die Band Genesis war auf dem Zenit ihres Erfolgs angekommen. Nicht weiter verwunderlich, denn dieser Phil Collins Sound war zu dieser Zeit mächtig angesagt und so ein Lied wie „In Too Deep” hätte jeder Zeit auch auf einem der Solo-Alben des Genesis-Drummers Platz gefunden. Schleimiges Gesoße war damals einfach angesagt.

Die radiotauglichen Lieder sind allesamt ziemlich oberflächlich gehalten. Man darf sich bei solcher Musik auch nicht wundern, dass Deutscher Schlager hier in unseren Landen ebenfalls sehr erfolgreich ist, denn um nichts anderes handelt es sich bei dieser Musik – nur eben auf Englisch. Will man denn noch etwas Positives finden, dann landet kann zwangsläufig beim Titel „Tonight, Tonight, Tonight”, der zumindest noch eine gewisse Abwechslung und auch Eingängigkeit aufweist, die dieses Mal nicht nur oberflächlich zu sein scheint. Allerdings ist das nun schon ein Loben auf einem Niveau, welches wahrlich nicht mehr allzu hoch angesiedelt ist.

Fazit: Wer auf eingängigen Radio-Pop steht, der oder dem gefällt sicherlich auch „Invisible Touch”. Das Album ist auch für Freunde des deutschen Schlagers bestens geeignet, da dieser viele Anleihen dieser Platte aufweist. Phil Collins Freunde kommen hier sowieso auf ihre Kosten, der Mann hatte Genesis jetzt genau da, wo er die Band schon immer sah. Aber halt, wenn man sich die Veröffentlichungen von Tony Banks und Michael Rutherford aus dieser Zeit anhört, dann ist das schon ganz eindeutig eine Gemeinschaftsproduktion. Nun, für mich überaus belanglose und langweilige Musik. Bis auf „Tonight, Tonight, Tonight” – aber ein Lied macht noch kein gutes Album. Vier Punkte.

Anspieltipps: Tonight, Tonight, Tonight



Donnerstag, 4. September 2014

David Bowie – The Buddha Of Suburbia




David Bowie – The Buddha Of Suburbia


Besetzung:

David Bowie – vocals, keyboard, synths, guitar, alto sax, baritone sax, keyboard percussion


Gastmusiker:

Erdal Kizilcay – keyboards, trumpet, bass, guitar, drums, percussion
3D Echo – drum, bass, guitar on "Bleed Like A Craze, Dad"
Mike Garson – piano on "Bleed Like A Craze, Dad" and "South Horizon"
Lenny Kravitz – guitar on "Buddha Of Suburbia"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Pop, Rock, Ambient, Electronica, Jazz


Trackliste:

1. Buddha Of Suburbia (4:25)
2. Sex And The Church (6:27)
3. South Horizon (5:23)
4. The Mysteries (7:11)
5. Bleed Like A Craze, Dad (5:23)
6. Strangers When We Meet (4:58)
7. Dead Against It (5:47)
8. Untitled No. 1 (5:02)
9. Ian Fish, UK Heir (6:29)
10. Buddha Of Suburbia (4:23)

Gesamtspieldauer: 55:32




„The Buddha Of Suburbia” erschien 1993 und ist gleichzeitig das neunzehnte Studio-Album David Bowies. Vielfach kursiert im Internet die Annahme, dass es sich hierbei um einen Soundtrack handelt, da auch der Titeltrack Teil der gleichnamigen BBC-Serie war. Das war dieser allerdings auch als einziger, keiner der anderen Titel fand in dieser vierteiligen Sendung Verwendung.

Eine ganze Menge verschiedener Stile hat David Bowie auf diesem Album vereinigt. Da gibt es zunächst die Pop-Titel, wie zum Beispiel beide „The Buddha Of Suburbia”-Teile, „Strangers When We Meet” und „Dead Against It”. Andererseits finden sich auch sphärische Ambient-Nummern wie „The Mysteries” und „Ian Fish, UK Heir”. Das ist allerdings noch nicht alles. „Sex And The Church” driftet in die Techno bis Electronica Schiene, „South Horizon” lässt sich wohl am besten mit Jazz umschreiben, „Bleed Like A Craze, Dad“ rockt und „Untitled No. 1“ ist schließlich wieder poppig angehaucht und mit einem souligen Einschlag versehen worden.

So viele unterschiedlich bediente Genres lassen die Platte natürlich alles andere als einheitlich erscheinen. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass auch wirklich gar nichts davon auch nur im Mindesten eingängig wäre. Klar, manchmal lässt sich wohl ganz gut darauf tanzen, das war es allerdings auch schon. Am ehesten gelungen sind da schon die beiden sphärischen Titel, die ein wenig nach Ende der 70er Jahre klingen – an die Zusammenarbeit von David Bowie mit Brian Eno.

Fazit: Wieder einmal eine Platte von David Bowie, die wohl nur etwas für die absoluten Bowie-Fans ist. Diese wild-krude Mischung verschiedenster Songs und Stile lassen einen nie so richtig in dem Album ankommen. Tolle und packende Lieder findet man ebenfalls nicht. Die Pop-Songs sind belanglos und warum sich David Bowie hier auch noch in den Bereichen Jazz und Techno engagierte, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Gar nicht überzeugend. Vier Punkte.

Anspieltipps: Sex And The Church, South Horizon, Untitled No. 1



Mittwoch, 3. September 2014

King Crimson – Beat




King Crimson – Beat


Besetzung:

Robert Fripp – guitar, organ, frippertronics
Adrian Belew – guitar, vocals, additional drums on 'Sartori In Tangier'
Tony Levin – bass guitar, chapman stick, vocals
Bill Bruford – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: ArtPop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Neal And Jack And Me (4:22)
2. Heartbeat (3:54)
3. Sartori In Tangier (3:54)
4. Waiting Man (4:27)
5. Neurotica (4:48)
6. Two Hands (3:23)
7. The Howler (4:13)
8. Requiem (6:48)

Gesamtspieldauer: 35:19




Das zweite Album nach der Wiedervereinigung von King Crimson in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts entstand ein Jahr nach „Discipline“ und trägt den Titel „Beat“. Die Musik von King Crimson war nun ein klein wenig eingängiger, poppiger geworden. Was jedoch nicht heißen soll, dass dies ein Album für das Radio beziehungsweise den Massenmarkt geworden wäre. Auf keinen Fall, denn die „seltsamen“ und etwas abgefahrenen Stellen gibt es überall und in fast jedem Lied auf „Beat“ zu hören.

Schräge Töne sind also wieder jede Menge angesagt auf „Beat“. Überraschend dabei ist, was Robert Fripp und Adrian Belew dabei so alles ihren Instrumenten zu entlocken in der Lage sind. Trotzdem bleibt dieser etwas eingängigere Touch durchaus offensichtlich beziehungsweise ist dieser herauszuhören. So ein Titel wie „Heartbeat“ hätte wohl auf dem Vorgängeralbum noch keinen Platz gefunden. Die einzelnen Titel sind alle sehr kompakt gehalten und tragen dabei jedoch diesen progressiven Anstrich in sich, der sich durch überraschende Wendungen und eben jene „schrägen“ Töne manifestiert. Trotzdem geht die Musik von King Crimson überraschend schnell ins Ohr. Diese Eingängigkeit gab es so auch noch nicht zu oft auf den letzten Alben der Band.

Fazit: „Beat“ ist ein Album geworden, welches sich durchaus einer größeren Hörerschaft gegenüber öffnet. Zwar immer noch keine Musik für das kommerzielle Radio, trotzdem mit Ansätzen, welche es auch einem breiteren Publikum zugänglich werden lassen. Aber doch ist dies noch progressiver Rock. Ein Rock dieses Genres, der in den 80er Jahren angekommen war. Wenn man sich dann mal überlegt, was andere Bands, die in den 70ern mit genau demselben Musikstil „groß“ wurden, zur selben Zeit in den 80ern verbrochen haben, dann ist „Beat“ wahrlich eine Wohltat. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Neal And Jack And Me



Dienstag, 2. September 2014

Kansas – Song For America




Kansas – Song For America


Besetzung:

Phil Ehart – drums, glockenspiel on "Song For America", moog drum and gong on "Incomudro - Hymn To The Atman"
Dave Hope – bass guitar
Kerry Livgren – electric and rhythm guitars (except on "Song For America" and "Lamplight Symphony"), moog and arp synthesizers, arp strings, piano (except on "Down The Road")
Robby Steinhardt – violin, backing vocals, lead vocal on "Down The Road"
Steve Walsh – organ, arp and moog synthesizers, lead vocals (except on "Down The Road"), backing vocals on "Down The Road" and "Lonely Street", piano on "Down The Road"
Rich Williams – electric, acoustic and rhythm guitars


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Down The Road (3:44)
2. Song For America (10:03)
3. Lamplight Symphony (8:17)
4. Lonely Street (5:43)
5. The Devil Game (5:04)
6. Incomudro – Hymn To The Atman (12:18)


Bonus Tracks:

7. Song For America (Single Edit) (3:02)
8. Down The Road (Live) (3:49)

Gesamtspieldauer: 51:59




Song For America" ist das zweite Album der US-amerikanischen Band Kansas und wurde im Jahr 1975 veröffentlicht. Dieses Album besteht aus einer Mischung von Hard Rock- und Progressive Rock Songs und ist dabei in all seinen Facetten überaus gelungen. Die drei kürzeren Titel „Down The Road“, „Lonely Street” und „The Devil Game” stellen dabei die Hard Rock Fraktion dar, die Titel „Song For America“, „Lamplight Symphony“ und „Incomudro – Hymn To The Atman” stehen für den progressiven Rock.

Dabei zeigt die Zusammenstellung ein rundes und überaus geglücktes Bild beziehungsweise diesen musikalischen Eindruck. Alles wirkt sehr ausgereift und geht auch sogleich ins Ohr. Die Hard Rock Songs wirken kraftvoll und energiegeladen. Stehen irgendwie typisch für den amerikanischen Hard Rock der 70er Jahre. Dabei holen die Musiker alles aus Geige, Gitarre, Schlagzeug heraus, sodass hier wahrlich mitreißend gerockt wird. Die längeren Titel brillieren durch Abwechslungsreichtum. Sanfte Passagen wechseln sich hier mit treibenden Abschnitten ab, alles ist sehr melodiös und harmonisch gehalten und geht dementsprechend schnell ins Ohr. Begeisternd hier auch immer wieder das wunderschöne Zusammenspiel von Moog und Geige, was der Musik diesen ganz besonderen Touch, dieses Alleinstellungsmerkmal verleiht.

Auf der remasterten Version der Platte gibt es noch als Zugabe die Single-Version des Titelstücks, allerdings in einer sehr verstümmelten Version. Schließlich bekommt man auch noch eine Live-Version von „Down The Road“ geboten, die einen etwas traurig macht, wenn man es bisher noch nie auf ein Kansas-Konzert geschafft hat. Da hat man wohl ganz offensichtlich etwas verpasst.

Fazit: Sehr gelungen ist dieses zweite Werk von Kansas. Viel progressiver sollten sie nie mehr klingen. Wer auf gut gemachten Hard Rock steht ist hier schon mal richtig. Selbiges gilt für Freunde des Progressive Rock. Die einzelnen Songs sind fein herausgearbeitet worden, nicht wird überkleistert mit tausenden von Spuren und trotzdem wirkt das alles sehr, sehr voll. Lohnenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Song For America, Incomudro – Hymn To The Atman



Montag, 1. September 2014

R.E.M. – Accelerate




R.E.M. – Accelerate


Besetzung:

Peter Buck – guitar
Mike Mills – keyboards, bass guitar, backing vocals
Michael Stipe – vocals


Gastmusiker:

Scott McCaughey
Bill Rieflin


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Living Well Is The Best Revenge (3:12)
2. Man-Sized Wreath (2:33)
3. Supernatural Superserious (3:24)
4. Hollow Man (2:39)
5. Houston (2:05)
6. Accelerate (3:34)
7. Until The Day Is Done (4:09)
8. Mr. Richards (3:46)
9. Sing For The Submarine (4:51)
10. Horse To Water (2:18)
11. I'm Gonna DJ (2:08)

Gesamtspieldauer: 34:39




Ganz andere Töne bekommt man von R.E.M. auf ihrem vierzehnten Studio-Album „Accelerate” aus dem Jahr 2008 zu hören, zumindest wenn man die davor erschienen Scheiben als Vergleich heranzieht. R.E.M. rocken wieder. Vorbei scheint die Zeit der leiseren und verträumten Töne zu sein. Zwar trifft das nicht durchgängig auf die ganze Platte zu, doch wurde der Fuß deutlich mehr auf das Gaspedal gestellt. Somit passt der Titel „Accelerate“ perfekt, denn der Sound der Band klingt hier wahrlich beschleunigt.

Die Musik, die R.E.M. hier für ihre Hörer bereithalten, vibriert sehr kraftvoll. Die Lieder besitzen alle einen Groove, der durchaus zum Mitwippen animiert. Dabei sind die anderen Zutaten, die die Musik von R.E.M. immer auszeichnen, jedoch in keinster Weise über Bord geworfen worden. Diese Eingängigkeit, die den Liedern der US-Amerikaner innewohnt, ist auch hier allgegenwärtig. Dieses Gespür für die besondere Melodie bestätigen die drei Musiker auch auf „Accelerate“. Und durch die Stimme des Michael Stipe sind die einzelnen Stücke natürlich auch ganz eindeutig R.E.M. zuzuordnen. Somit ergibt sich ein spannendes Album, welches sich von den vorherigen Platten in Bezug auf den rockigen Faktor abhebt, nicht jedoch bezüglich der Qualität und Eingängigkeit der einzelnen Songs. Will man dann doch noch etwas Negatives anführen, dann sind das die beiden letzten Titel der Platte. Diese klingen ein wenig so, als ob sie eben noch angehängt worden wären, da auf dem Album noch Platz zu vergeben war. Beide haben eine sehr kurze Laufzeit und sind ebenfalls rockig gehalten. Allerdings passt es hier nicht mehr so ganz mit der Eingängigkeit, irgendetwas fehlt da.

Fazit: Wer R.E.M. mal von einer anderen, nicht ganz so bekannten Seite kennenlernen möchte, dem sei „Accelerate“ wärmstens empfohlen. Unter Umständen benötigen die einzelnen Titel einen Durchlauf mehr, um auch wirklich beim Hörer angekommen zu sein, aber das werden sie. Irgendwie scheint es fast so, als ob sich R.E.M. mit dieser Scheibe ein wenig neu erfunden haben. Dass das Ende dabei nicht ganz so geglückt ist, fällt nicht großartig ins Gewicht. Neun Punkte.

Anspieltipps: Living Well Is The Best Revenge, Until The Day Is Done, Sing For The Submarine



Sonntag, 31. August 2014

ZZ Top – Recycler




ZZ Top – Recycler


Besetzung:

Billy Gibbons – guitar, vocals
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals
Frank Beard – drums, percussion


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Hard Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Concrete And Steel (3:49)
2. Lovething (3:25)
3. Penthouse Eyes (3:47)
4. Tell It (4:48)
5. My Head's In Mississippi (4:25)
6. Decision Or Collision (4:02)
7. Give It Up (3:34)
8. 2000 Blues (4:45)
9. Burger Man (3:19)
10. Doubleback (3:57)

Gesamtspieldauer: 39:55




„Recycler“ heißt das zehnte Studio-Album der texanischen Rock-Formation ZZ Top. Ganze fünf Jahre hatte es gedauert, bis dieses Album nach „Afterburner“ veröffentlicht wurde. Der Stil des Sounds war dabei ein wenig überarbeitet worden, denn die drei Musiker wollten weg von diesen Synthesizer-Klängen, die die beiden Vorgängeralben auch mit so erfolgreich werden ließen. Es sollte ein Weg zurück zu den Anfängen eingeschlagen werden. Also: „Back to the roots“!

Nun, der Platte wird auch wieder das Vorhandensein von Blues nachgesagt. Das stimmt zum einen, ist allerdings trotzdem lediglich eine Randerscheinung, ein kurzes Aufflackern dieses einstmals dominierenden ZZ Top-Genres. Blues gibt es auf „Recycler“ beim Titel zu hören, der darauf bereits hinweist: „2000 Blues“. Das war es allerdings auch schon. Der Rest der Platte besteht aus Stücken, die ganz in der Tradition der Vorgängeralben gehalten sind – nur eben ohne jenen Synthesizereinschlag.

Man hört gut gemachten, etwas härteren Rock’n’Roll, der jedoch leider auf die ganz großen Höhepunkte verzichtet. Alles hat seine Qualität, allerdings herausragend ist das nicht mehr. Die Platte verkaufte sich deutlich schlechter als die Vorgänger-Alben und die Zeit von ZZ Top schien irgendwie vorbei zu sein, wie auch die Verkaufszahlen zu den nächsten Alben zeigten. Dies war allerdings glücklicherweise noch niemals ein Qualitätsmerkmal der Musik. Trotzdem muss man festhalten, dass auf „Recycler“ irgendwie das Besondere fehlt. Vielleicht mag das ja auch ein wenig am Album-Titel „Recycler“ liegen: Althergebrachtes wird wieder neu verwendet. Ein klein wenig klingt die Platte tatsächlich so. Diese Herangehensweise ist immer dann empfehlenswert, wenn man vorher den absolut besten Weg für die Umsetzung seiner Musik entdeckt hatte. Dann lohnt es sich vor allem für den Fan, alles beim Alten zu lassen. Dem war hier allerdings leider nicht ganz so, sodass „Recycler“ schon einige Längen aufweist, da es ein bisschen langweilig wirkt.

Fazit: Wer die Musik von ZZ Top liebt, der wird auch mit „Recycler“ sehr gut leben können, denn die Zutaten eines ZZ Top-Albums sind natürlich alle wieder vorhanden. Gitarren-lastige Musik, die in die Richtung Hard Rock driftet. Genau dafür lieben die Fans ZZ Top und ein wenig Blues gibt es sogar noch obendrauf, sodass auch ein wenig sentimentale Gefühle aufsteigen können. Allerdings könnte man das Ganze auch mit „schon gehört“ und „irgendwie langweilig“ abtun. Wie immer liegt die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte. „Recycler“ ist sicherlich kein schlechtes Album geworden, allerdings sicherlich auch nicht ZZ Top’s beste Platte. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Tell It



Samstag, 30. August 2014

Various Artists – TV Hits




Various Artists – TV Hits


Besetzung:

Viele verschiedene Künstler unterschiedlicher Bands


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Filmmusik, Schlager, Pop


Trackliste:

1. Vielen Dank für die Blumen (Tom & Jerry) (1:56)
2. Wer hat an der Uhr gedreht - Endetitellied zur TV-Serie "Der rosarote Panter (1:08)
3. Theme From The Streets Of San Francisco (2:44)
4. Riptide - Main Theme (Trio Mit Vier Fäusten) (1:35)
5. Bonanza (1:51)
6. The Rockford Files (Detektiv Rockford) (0:50)
7. Die Waltons (2:05)
8. Raumpatrouille (2:00)
9. Miami Vice Theme (1:01)
10. Axel F. - Theme From Beverley Hills Cop (3:01)
11. Captain Future (2:33)
12. Denver Clan (3:02)
13. ZDF Hitparade (0:56)
14. Hallo - Dr. B.! (Schwarzwaldklinik) (2:35)
15. Der Alte (2:56)
16. Das Aktuelle Sportstudio  (0:43)
17. Aktenzeichen XY ...ungelöst (1:31)
18. Jack Holborn: Auf großer Fahrt (2:39)
19. Das Traumschiff (2:46)
20. Miss Marple's Theme (2:03)
21. Großstadtrevier (2:29)
22. Diese Drombuschs (2:52)
23. Ein Heim für Tiere (3:16)
24. Sandmann, lieber Sandmann (0:57)

Gesamtspieldauer: 49:30




Na da hat Sony Music mal was Interessantes zusammengestellt. Die Titelmelodien zahlreicher Sendungen finden sich auf dieser CD „TV Hits“. Für alle, die mit Detektiv Rockford und den Waltons groß geworden sind, definitiv eine Bereicherung. Hier hört man außerdem das Titelthema von „Miss Marple“, vom „Raumschiff Orion“ und den „Straßen von San Francisco“ und noch wesentlich mehr. Meistens sogar im Original, warum allerdings die Titelmelodie vom „Denver Clan“ in einer Synthie-Version wiedergegeben ist, dies wissen wohl nur die Marketingstrategen von Sony Deutschland. Bei der Melodie von „Bonanza“ und dem „Großstadtrevier“ wird auch gesungen, somit ebenfalls nicht ganz das Original, trotzdem gelungen.

Dazu gibt es auch jede Menge aus den 80ern wie die Miami Vice- oder Beverly Hills Cop-Titelmelodien. Und auch einige deutsche Serien sind musikalisch vertreten. Sei dies nun Udo Jürgens mit seinem „Vielen Dank für die Blumen“, der Titelmelodie von Tom & Jerry, „Die Schwarzwaldklinik“, „Das Aktuelle Sportstudio“, „Aktenzeichen XY ...ungelöst“ oder „Diese Drombuschs“ und und und. Irgendwie findet hier jeder eine Melodie oder ein Lied, mit dem sie oder er etwas ganz Besonders verbindet.

Fazit: Natürlich gibt es da noch eine ganze Menge mehr sehr guter TV-Melodien. Vollständig kann so eine Zusammenstellung deshalb natürlich nie sein. Diese hier ist allerdings wahrlich nicht schlecht und bei den meisten Titeln kommen beim Hörer – hat er denn das entsprechende Alter – unweigerlich Erinnerungen oder Assoziationen hoch. Für alle TV-Junkies also bestens geeignet, auch, wenn nicht alles 100%ig Original ist. Diese Titel bilden jedoch die absolute Ausnahme und sind zu verkraften. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Rockford Files, Captain Future, Miss Marple's Theme



Freitag, 29. August 2014

Bad Company – Fame And Fortune




Bad Company – Fame And Fortune


Besetzung:

Brian Howe – vocals, saxophone
Mick Ralphs – guitar
Simon Kirke – drums
Steve Price – bass
Gregg Dechert – keyboards


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Rock


Trackliste:

1. Burning Up (4:04)
2. This Love (4:06)
3. Fame And Fortune (3:34)
4. That Girl (4:02)
5. Tell It Like It Is (3:45)
6. Long Walk (3:39)
7. Hold On My Heart (4:19)
8. Valerie (3:28)
9. When We Made Love (4:22)
10. If I'm Sleeping (3:27)

Gesamtspieldauer: 39:07




„Fame And Fortune“ heißt das siebte Studioalbum der englischen Band Bad Company und wurde im Jahr 1986 veröffentlicht. Bad Company hatte sich neu formiert und Paul Rogers war durch den Sänger und Saxophonisten Brian Howe ersetzt worden. Auch Boz Burrell war nicht mehr mit an Bord, den Part am Bass übernahm nun Steve Price. Die Platte entstand vier Jahre nach der letzten Scheibe der Band und ist ein Album geworden, welches optimal auf den amerikanischen Massenmarkt zugeschnitten war. „AOR“ oder ausgeschrieben „Adult Oriented Rock“ nennt man sowas, andere bezeichnen dies auch als Stadionrock.

Auf „Fame And Fortune“ ist alles so unglaublich glattgeschliffen, dass man Angst haben muss auszurutschen. Dies soll noch nicht einmal bedeuten, dass die Musik an sich schlecht wäre, anhören kann man das durchaus. Allerdings ist es auch unglaublich langweilig und fast schon irgendwie belanglos. Und dann gesellt sich auch noch jener Fakt hinzu, der bei all diesen 80er Jahren AOR-Bands zu beobachten ist: diese unglaublich schmalzigen und unfassbar grauenvollen Liebestexte. Was hier Sänger Brian Howe nicht alles für seine Geliebte machen will, wie er ein anderes Mal enttäuscht von ihr ist und wieder in einem weiteren Lied feststellt, wie sehr er sie doch lieb hat. All das will man wahrlich nicht wissen, interessiert keinen Menschen, hey Baby.

Trotzdem lässt sich die Scheibe, wie bereits erwähnt, doch gut Hören. Die einzelnen Titel sind unkompliziert und es bedarf keiner großen Mühe, dass diese auch ins Ohr gehen – allerdings verbleiben? Nein, sie verbleiben dort nicht länger. Irgendwie zum einen Ohr hinein, zum anderen wieder heraus. Ecken- und kantenloser Rock, der sich nicht verfangen kann, weil gerade diese rauen Stellen fehlen.

Fazit: Läuft ein Lied von Bad Company aus „Fame And Fortune“ im Radio, dann fragt man nicht nach, was das war. Es wird sowieso gleich etwas Spektakuläreres kommen. Das einzige, was man sich vielleicht fragt ist, wie es erwachsene Männer fertig bringen, solche Texte zu schreiben und zu singen. Maximal Musik zum Nebenbeihören, nichts, mit dem man sich genauer beschäftigen muss. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Irgendein Lied, dann hat man alles gehört.



Donnerstag, 28. August 2014

Various Artists – Super, Super, Supergut War Die Neue Deutsche Welle




Various Artists – Super, Super, Supergut War Die Neue Deutsche Welle


Besetzung:

20 verschiedene Bands


Label: Repertoire Records & Tapes


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Neue Deutsche Welle


Trackliste:

1. Balder - Erna kommt (3:08)
2. Joachim Witt - Kosmetik (6:17)
3. Arno Steffen - Supergut (Ne)?! (2:15)
4. United Balls - Pogo in Togo (3:16)
5. Ixi - Der Knutschfleck (4:03)
6. Extrabreit - Flieger, grüß mir die Sonne (2:51)
7. Ideal - Hundsgemein (2:14)
8. Fee - Schweine im Weltraum (3:55)
9. Kiz - Die Sennerin vom Königsee (3:42)
10. Spider Muirphy Gang - Skandal im Sperrbezirk (3:39)
11. Vera Kaa - Von hinten beißen (3:13)
12. Voyer Des Arts - Wissenswertes über Erlangen (4:46)
13. Rheingold - FanFanFantastisch (3:55)
14. Combo Colossale - Drinnen tanzen sie Samba (4:01)
15. Nena - Nur geträumt (3:39)
16. Hallucination Company - Liebe mich (3:39)
17. Trio - Herz ist Trumph (3:31)
18. Nina Hagen - Wenn ich ein Junge wär (2:16)
19. UKW - Hey Matrosen (3:06)
20. Hertz - Jodel (2:39)

Gesamtspieldauer: 1:10:03




Die zweite Ausgabe des Neuen Deutsche Welle-Samplers erschien 1992. Wieder sind zwanzig Titel auf der CD vertreten, dieses Mal allerdings auch von zwanzig unterschiedlichen Künstlern. Erneut scheint es allerdings auch überraschend, was so alles zur Neuen Deutschen Welle gerechnet wird. Anscheinend jeder deutsche Titel, der zur damaligen Zeit aufgenommen wurde. Ob die Spider Murphy Gang oder Nina Hagen allerdings zur Neuen Deutschen Welle gehören, das sei mal dahingestellt. Ebenso verhält es sich irgendwie auch mit Nena.

Nun einige schöne und interessante Titel befinden sich auf alle Fälle auf dieser zweiten Ausgabe der Zusammenstellung zur Neuen Deutschen Welle. Höhepunkte sind „Pogo in Togo“ von den United Balls, das sehr seltsame „Wissenswertes über Erlangen“, das skurrile „Supergut (Ne)?!“, das eingängige und in die Beine gehende „Die Sennerin vom Königsee“ und natürlich noch der ein oder andere Titel, was selbstverständlich ganz im und am Ohr des Hörers liegt. Allerdings lässt sich festhallten, dass die Qualität der hier vertretenden Songs nicht ganz an die der ersten Ausgabe heranreicht. Manchmal driftet das ganze auch in Richtung Deutscher Schlager ab, wie bei „Drinnen tanzen sie Samba“ von Combo Colossale. Und den „Knutschfleck“ von Ixi kann man wohl definitiv nur mit einigen Bieren intus ertragen. Trotzdem lässt sich hier auch etwas für die 80er Jahre Revival Party finden, was die Tanzfläche füllt.

Fazit: Nicht mehr ganz die Qualität der ersten Ausgabe, was allerdings auch nicht weiter überrascht, da damals so gut wie alles die Charts stürmte, was in etwa in dieses Raster der Neuen Deutschen Welle passte. Manches davon klingt heute einfach nur noch seltsam und gewöhnungsbedürftig. Sei’s drum, für Fans der Musik dieser Zeit, definitiv eine gute Anschaffung und schmunzeln kann man auch immer wieder. Acht Punkte.

Anspieltipps: Wie bei der ersten Zusammenstellung, einfach mal reinhören.




Mittwoch, 27. August 2014

Marius Müller-Westernhagen – Geiler Is’ Schon




Marius Müller-Westernhagen – Geiler Is’ Schon


Besetzung:

Marius Müller-Westernhagen – Gesang, Akustikgitarre, Chor, Perkussion


Gastmusiker:

Lothar Meid – Synthesizer, E-Gitarre, Bass, Linn-Drumprogramm, Perkussion, Synthesizer- und Bläserarrangements
Nick Woodland – E-Gitarre, 6- & 12-saitige Akustik-Gitarre, Mandoline
Paul Fox – E- und Akustik-Gitarre
Ian Parker – Flügel, Yamaha CP 80, Synthesizer
Dolphin Taylor – Drums
Olaf Kübler – Saxophon
Luke Tunney – Trompete, Teekanne
Peter Schneider – Mundharmonika
Freya Wippich – Chor
Bernd Wippich – Chor
Steve – Eggs, Baked Beans…


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: DeutschRock


Trackliste:

1. Lilli, Die Mücke (3:03)
2. Take Four, Because Your Birne Is Weich (3:58)
3. Mutter (3:36)
4. Der Schwarze Mann (5:21)
5. Wäre Ich Ein Tier (2:29)
6. Jetzt Komm' Wir (3:16)
7. Gitti Kleinlich (2:38)
8. Neues Von Hilde (3:08)
9. Lass Uns Leben (4:24)
10. Geiler Is‘ Schon (2:23)

Gesamtspieldauer: 34:06




Unter dem Titel „Geiler Is‘ Schon“ veröffentlichte Marius Müller-Westernhagen im Jahr 1983 sein achtes Solo-Album. Dieses ist erneut angefüllt mit reichlich witzigen und auch nachdenklich machenden Texten, bezüglich der Musik kann die Scheibe jedoch nicht mehr so ganz überzeugen.

Die ersten Titel auf „Geiler Is‘ Schon“ driften so ein wenig in die Pop-Ecke ab, ohne dabei jedoch eine gewisse Nachhaltigkeit zu entwickeln. Zugegebenermaßen gibt es sowohl bei „Lilli, Die Mücke“ sowie bei der Nummer „Take Four, Because Your Birne Is Weich“ auch rockige Abschnitte und ganz gelungene Bläsereinlagen, trotzdem richtig überzeugen können diese Titel nicht. Auch „Mutter“ im Anschluss daran ist sehr poppig gelagert, geht aber zumindest ins Ohr.

Und so reiht sich Lied an Lied, manchmal durchaus rockig, dann wieder mehr in der poppigen Schiene angesiedelt. Mal ist das Ganze schneller gehalten, ein anderes Mal wird es verträumter, sanfter und auch sehr viel melodiöser. Etwas Besonderes ist das alles allerdings nicht mehr. Irgendwie läuft die Scheibe einfach so durch. Wahrlich nicht schlecht, aber das Außergewöhnliche fehlt eben dann doch. Aber halt, da gibt es ja noch die letzten beiden Titel „Lass Uns Leben“ und den Titeltrack „Geiler Is‘ Schon“. Bei Ersterem handelt es sich um eine Art Hymne auf die Liebe und die Freiheit. Absolutes Ohrwurmpotential. Ein richtig toller Song, den man schon nach dem ersten Hören nicht mehr vergisst. Nun und „Geiler Is‘ Schon“ ist wieder so eine Nummer, wie sie nur Marius Müller-Westernhagen zur damaligen Zeit schreiben konnte. Witziger Text, sanft instrumentiert mit Mundharmonika und Akustikgitarre. Auch hier gehrt die Melodie wieder sofort ins Ohr und verbleibt dort auch. Ein wahrlich gelungener Abschluss für ein nicht ganz überzeugendes Album.

Fazit: Die Musik auf „Geiler Is‘ Schon“ ist eindeutig die Musik des Marius Müller-Westernhagen, der hier wieder mal ein Alleinstellungsmerkmal besitzt. Kein anderer Künstler klingt so, kein anderer Deutscher und schon gar kein englischsprachige Sänger. Das macht die Musik des Düsseldorfers schon interessant, allerdings weiß das Songmaterial dieses Mal nicht restlos zu überzeugen – außer mit den beiden letzten Titeln. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lass Uns Leben, Geiler Is‘ Schon