Dire Straits – Dire Straits Besetzung: Mark Knopfler – vocals, lead and rhythm guitars David Knopfler – rhythm guitar, vocals John Illsley – bass, vocals Pick Withers – drums Label: Mercury Records Erscheinungsdatum: 1978 Stil: Rock Trackliste: 1. Down To the Waterline (4:02) 2. Water Of Love (5:26) 3. Setting Me Up (3:19) 4. Six Blade Knife (4:13) 5. Southbound Again (2:59) 6. Sultans Of Swing (5:48) 7. In The Gallery (6:16) 8. Wild West End (4:41) 9. Lions (5:03) Gesamtspieldauer: 41:53
Mit dem Bandnamen betitelte Mark Knopfler die erste Platte seiner Band Dire Straits, die im Jahr 1978 auf Mercury Records veröffentlicht wurde. Darauf zu hören ist der absolut typische Dire Straits Sound, was zum einen an dem Gesang des Mark Knopfler liegt und noch deutlich mehr an seinem wahrlich unverwechselbarem Gitarrenspiel. So, auf diese Art und Weise, klingt lediglich Mark Knopfler – sonst absolut niemand mehr.
Gut, die Musik ist eindeutig den Dire Straits zuzuordnen, jedoch haben die Lieder hier auf diesem ersten Album der Band noch nicht die Qualität späterer Platten. Es scheint fast so, als ob Mark Knopfler zu dieser Zeit zusammen mit seinem Bruder David noch auf der Suche nach der richtigen Melodie, überhaupt nach der Ausrichtung der Band war. Klar, dieses erste Album der Dire Straits enthält gleich ihren wohl größten Hit. „Sultans Of Swing“ ist wahrlich eine tolle Nummer, die groovt und swingt und ins Ohr geht. Allerdings ist sie leider auch die einzige, die auf der Scheibe wirklich überzeugen kann.
Mark Knopfler ist ein toller Gitarrist, hier hört er allerdings auch so an, als ob er das jeder Hörerin, jedem Hörer auch sofort beweisen wollen würde. Oftmals klingt die Musik der Dire Straits auf diesem Debut-Album noch allzu selbstverliebt. Böse Stimmen könnten da durchaus auch von etwas Gedudel sprechen. Aber noch nicht einmal dies wär das Problem. Viel enttäuschender ist, dass die Platte bis auf „Sultans Of Swing“ keine Titel mehr enthält, die irgendwie länger hängenbleiben würden. Man hört zwar jede Menge groovende Rock-Musik, aber nichts mehr, was in irgendeiner Art und Weise auch ansatzweise nachhaltig wäre, nachhallen würde.
Fazit: „Dire Straits“ von den Dire Straits ist nicht nur das erste Album der Band, sondern leider auch eines der langweiligsten des Mark Knopfler. Außer dem wirklich überragenden Titel „Sultans Of Swing” enthält die Platte nichts mehr, was irgendwelchen Eindruck hinterlassen würde. Ganz im Gegenteil sogar, meistens langweilt das Ganze irgendwie. Ohne „Sultans Of Swing” wäre die Scheibe überhaupt keine Erwähnung wert. Sieben Punkte.
Marianne Faithfull – Broken English Besetzung: Marianne Faithfull – vocals Gastmusiker: Barry Reynolds – guitar Joe Mavety – guitar Steve York – bass Terry Stannard – drums Dyan Birch – background vocals Frankie Collins – background vocals Jim Cuomo – saxophone Isabella Dulaney – background vocals Guy Humphries – guitar Morris Pert – percussion Darryl Way – violin Steve Winwood – keyboards Label: Island Records Erscheinungsdatum: 1979 Stil: Rock, Pop, New Wave Trackliste: 1. Broken English (4:35) 2. Witches' Song (4:43) 3. Brain Drain (4:13) 4. Guilt (5:05) 5. The Ballad Of Lucy Jordan (4:09) 6. What's The Hurry (3:05) 7. Working Class Hero (4:40) 8. Why'd Ya Do It (6:45) Gesamtspieldauer: 37:18
Marianne Faithfull hat eine ganze Reihe von Alben veröffentlicht. Das startete 1964 mit „Come My Way“ und die letzte Scheibe bisher, wurde 2014 unter den Titel „Give My Love To London“ veröffentlicht. Ihre erfolgreichste Platte unter diesen insgesamt einundzwanzig Studioalben war „Broken English“ aus dem Jahr 1979, ursprünglich veröffentlicht auf Island Records.
Ich glaube, es gibt hauptsächlich drei Gründe, warum man Marianne Faithfull heute noch kennt. Einer ist sicherlich das Lied „The Ballad Of Lucy Jordan“, die zweite ihre Liaison mit Mick Jagger und die dritte ihre Beteiligung an dem Metallica Song „The Memory Remains“. Nun, der Titel „The Ballad Of Lucy Jordan“ befindet sich auch auf diesem siebten Album der Engländerin und ist zweifelsfrei auch einer der Höhepunkte dieses Albums. Ein guter und eingängiger Pop-Song, der durch eine etwas ungewöhnliche Instrumentierung eine ganz eigene Atmosphäre transportiert.
Ebenfalls noch gelungen ist das John Lennon Cover „Working Class Hero“ sowie der ebenfalls sehr eingängige Titel „Guilt“. Ein Lied, welches bei den ersten Malen des Hörens irgendwie noch unscheinbar wirkt, aber rasant wächst, mit jedem weiteren Durchgang. Besonders hervorzuheben ist dabei der relativ lange „Abspann“ des Liedes, welches mit einem schönen Saxophon-Solo aufwartet.
Nun, was bleibt noch von dieser Scheibe? Natürlich der Gesang der Marianne Faithfull, der so schon etwas Besonderes darstellt. Dieser wirkt irgendwie rau und zerbrechlich zugleich. „Besonders“, das wiederum sind jedoch nicht alle Titel auf „Broken Englisch“. Viele Nummern sind ein wenig zu „normal“, können dadurch auch nicht sonderlich überzeugen. Bei diesen Liedern ist es dann nur die Stimme der Marianne Faithfull, die einen, ein klein wenig größeren Eindruck hinterlässt.
Fazit: Ein ganz nettes Pop-Album ist „Broken English“ von Marianne Faithfull geworden. Darauf befindet sich nichts, was man unbedingt mal gehört haben sollte, allerdings doch auch Lieder, die das Herz der Pop-Fans sicher ein wenig erwärmen können. Eingängige und sanfte Nummern, dominiert von der außergewöhnlichen Stimme der Marianne Faithfull. Acht Punkte.
Anspieltipps: Guilt, The Ballad Of Lucy Jordan, Working Class Hero
Snow Patrol – Up To Now Besetzung: Gary Lightbody – lead vocals, rhythm guitar Jonny Quinn – drums, percussion Nathan Connolly – lead guitar, backing vocals Paul Wilson – bass guitar, backing vocals Tom Simpson – keyboards, samples Mark McClelland – bass guitar Label: Fiction Records Erscheinungsdatum: 2009 Stil: Alternative Rock, Alternative Pop Trackliste: CD1: 1. Chocolate (3:02) 2. Chasing Cars (4:27) 3. Crack The Shutters (3:22) 4. Set The Fire To The Third Bar (3:24) 5. Crazy In Love (4:25) 6. Just Say Yes (4:42) 7. Batten Down The Hatch (3:29) 8. You're All I Have (4:34) 9. Hands Open (3:17) 10. Cartwheels (4:09) 11. The Planets Bend Between Us (4:03) 12. Ask Me How I Am (2:36) 13. On/Off (2:42) 14. Making Enemies (4:21) 15. Run (Live) (5:04) CD2: 1. Take Back The City (4:42) 2. Shut Your Eyes (3:17) 3. An Olive Grove Facing The Sea (2009 Version) (4:59) 4. Run (5:57) 5. Give Me Strength (3:24) 6. Signal Fire (4:27) 7. Spitting Games (3:48) 8. Open Your Eyes (5:40) 9. Dark Roman Wine (4:17) 10. Fifteen Minutes Old (3:09) 11. You Are My Joy (3:46) 12. The Golden Floor (3:19) 13. Starfighter Pilot (3:20) 14. PPP (3:25) 15. Chasing Cars (Live) (5:16) Gesamtspieldauer: CD1 (57:44) & CD2 (1:02:54): 2:00:38
Snow Patrol ist eine Alternative Rock Band aus Nordirland. Im Jahr 2009 veröffentlichten die Musiker ihr erstes „Best Of…“-Album unter dem Titel „Up To Now“. Darauf zu hören sind Titel aus den ersten fünf Studio-Alben der Band, sowie Nummern von der „The Reindeer Section“, einer Art schottischer Supergroup, die unter Federführung des „Snow Patrol-Kopfes“ Gary Lightbody in den Jahren 2001 und 2002 aktiv war. Schließlich gibt es allerdings auch noch drei unveröffentlichte Titel, also ganz neue Lieder, von denen „Just Say Yes“ sogar als Single zur Promotion des Albums veröffentlicht wurde.
Bei der Veröffentlichung der Scheibe wurde diese nicht als “Greatest Hits” Album beschrieben, da sich auf der Platte eben auch jede Menge Lieder befinden, die niemals als Single veröffentlicht wurden und somit auch keine Hits im eigentlichen Sinne darstellen. Vielmehr wurde „Up To Now“ als ein Album beschrieben, welches die Lieder enthält, die die Band am meisten mag. Und wie es immer in solchen Fällen ist, dies muss nicht unbedingt auch dem eigenen Geschmack entsprechen. Jedoch haben sie eine, wohl für alle ganz annehmbare Auswahl getroffen.
„Up To Now“ enthält eine Ansammlung von, mag es Alternative Rock oder auch Alternative Pop sein, sehr eingängigen Liedern. Diese Aussage trifft auf praktisch jeden dieser dreißig Titel zu, die allesamt sehr melodiös sind. Meistens ist die Stimmung eine eher ruhige, irgendwie nachdenkliche. Wirklich nur manchmal wird das Tempo etwas stärker angezogen, sodass man in diesen Fällen dann auch wirklich von Rock-Musik sprechen kann. Ansonsten ist das wirklich eher Pop. Sehr weich ist sie ansonsten, die Musik von Snow Patrol. Man legt die Scheibe ein und lauscht diesen sanften und unaufgeregten Klängen, kommt zur Ruhe, schnauft durch. Manchem Hörer mag das vielleicht aber sogar zu weichgespült klingen, die Gefahr besteht bei dieser Musik durchaus. Allerdings haben die Nordiren, die inzwischen in Dundee Schottland beheimatet sind, hier dreißig Titel zusammengestellt, von denen mindestens zehn das Zeug dazu haben, wirklich lange hängen und haften zu bleiben. Einige Nummern haben hier wahrlich starken Ohrwurmcharakter. Auch wenn es hauptsächlich weiche Nummern sein, das Gefühl der Langeweile mag hier gerade aus deswegen nicht aufkommen.
Fazit: Manchmal muss man eine Platte, ein Album einfach mit „schön“ umschreiben. Ich mache das jetzt bei „Up To Now“, weil diese Scheibe so eingängig ist, so gut unterhält. Klar ist diese Musik weich, jedoch überschreitet sie niemals diesen schmalen Grat hin zum Kitsch. Kritisieren könnte man allerdings das Marketing, welches es irgendwie nötig zu haben scheint, „Greatest Hits“-Lieder, denn diese Titel enthält das Album natürlich auch und neue Nummern gemeinsam zu veröffentlichen, um auch die Besitzer der regulären Studioalben dazu zu bewegen, diese Scheibe zu kaufen – ohne dafür sehr viel neues Material ihrer Band zu hören. Aber viele Fans möchten eben alles von ihrer Band besitzen… Ein schönes Album bleibt es trotzdem. Elf Punkte.
Anthony Phillips – Private Parts & Pieces Besetzung: Anthony Phillips – 12 string guitar, classical guitar, piano, electric guitar, pin piano, harmonium, vocals Gastmusiker: Harry Williamson – "graphics" on "Tibetan Yak Music" Label: EMI Erscheinungsdatum: 1978 Stil: Progressive Rock, Folk Rock Trackliste: 1. Beauty And The Beast (4:10) 2. Field Of Eternity (5:16) 3. Tibetan Yak-Music (6:11) 4. Lullaby — Old Father Time (1:19) 5. Harmonium In The Dust (2:33) 6. Tregenna Afternoons (7:51) 7. Stranger (6:13) 8. Reaper (7:42) 9. Autumnal (6:02) 10. Flamingo (11:10) 11. Seven Long Years (3:04) Bonus Tracks der remasterten CD-Ausgabe des Albums: 12. Silver Song (Demo) (3:22) 13. Movement IV From Guitar Quintet (7:07) Gesamtspieldauer: 1:12:07
Bei „Private Parts & Pieces“ von Anthony Phillips, dem Ex-Gitarristen von Genesis, handelt es sich um eine Sammlung von Piano- und Gitarren Solo- und Duett-Aufnahmen, die in den Jahren 1972 bis 1976 eingespielt und im Jahr 1978 schließlich veröffentlicht wurden. Diese Scheibe hier sollte dabei den Anfang einer ganzen Reihe von Alben mit dem Titel „Private Parts & Pieces“ darstellen, von der im Jahr 2012 der bisher letzte und elfte Teil auf den Markt gebracht wurde. Bei diesem ersten Part handelt es sich hauptsächlich um Instrumentalmusik, lediglich bei den Nummern „Stranger“ und „Seven Long Years“ „ertönt“ Anthony Phillips auch gesanglic.
Zu hören ist auf dieser Scheibe sehr entspannte Musik, einmal steht dabei die Gitarre mehr im Vordergrund, ein anders Mal ist es das Piano. Dabei spielte Anthony Phillips die Instrumente allesamt alleine ein und das Fehlen des Schlagzeugs oder anderer Rhythmus-Instrumente weist schon beim Durchlesen der Credits darauf hin, welchen Weg die hier zu hörende Musik wohl einschlagen wird. Diese klingt zu allermeist sanft und zart, zum Teil sogar recht zerbrechlich. Alles ist sehr melodiös gehalten Harmonie reiht sich an Harmonie, einen schrägen Ton wird man hier nicht finden. Nichts, wirklich nichts stört diese musikalische „Idylle“.
Alles klingt also schön, was nun allerdings nicht bedeutet, dass dies immer auch überzeugend wäre. Zugegebenermaßen hört man dem Album nicht an, dass es irgendwie keine „richtige“ Platte ist, da sie ja nur aus Material besteht, welches zum Teil lange zuvor komponiert wurde. Nichtsdestotrotz weisen einige wenige Stücke darauf hin, dass sie anscheinend noch nicht ganz zu Ende komponiert wurden, stellen irgendwie Fragmente oder aber Urfassungen von Liedern dar, die dann doch nicht endgültig verwirklicht wurden. Somit ist auch nicht immer eine Songstruktur zu erkennen, die behält Anthony Phillips manches Mal für sich und reiht lieber einen musikalischen Teil an den anderen. Jedoch melodiös klingt das wahrlich trotzdem immer.
Einen Höhepunkt der Scheibe stellt für mich das Eingangsstück „Beauty And The Beast“ dar. Eine Mixtur aus Tasteninstrumenten und Gitarre ist hier zu hören, fast schon meditativ eingespielt und auf seine Art und Weise sogar ein wenig druckvoller, als das Gros der Stücke auf „Private Parts & Pieces“. Und dann sind da die zwei, lediglich mit der zwölfsaitigen Gitarre eingespielten Nummern „Reaper“ und „Flamingo“, die auch durchaus Abwechslung bieten und kleine musikalische Reisen darstellen durch bewegte Momente oder eher ruhige Abschnitte. Ähnliches widerfährt der Hörerin und dem Hörer bei „Autumnal“, nur dass es dieses Mal das Piano ist, welches einzig und allein im Mittelpunkt des Liedes steht. Jedoch wird man auch dieses Mal wieder sehr sanft und warm durch verschiedene kleine Welten begleitet.
Fazit: Mal wieder ein Album für die Träumerinnen und Träumer unter den Musikhörern, die sanfte und zarte Töne bevorzugen. Die erste Ausgabe der „Private Parts & Pieces“-Reihe kann durchaus überzeugen und es ist fast schon seltsam anmutend, dass sie hierauf Lieder befinden, die es nicht auf ein reguläres Album des Anthony Phillips geschafft haben sollen. Nicht alles kann hier zwar voll überzeugen, auf dieser angeblichen „Resteverwertung“, allerdings doch eine ganze Menge – wenn nicht sogar der absolut überwiegende Teil. Lohnt sich einfach. Elf Punkte.
Anspieltipps: Beauty And The Beast, Reaper, Autumnal, Flamingo
Willard Grant Conspiracy – Regard The End Besetzung: Simon Alpin – acoustic and electric guitar, mandolin, vocals Chris Eckman – grand piano, guitar Yuko Murata – grand piano, melodica Josh Hillman – violin David Michael Curry – viola, saw, vocals Peter Linnane – field organ Robert Fisher – acoustic guitar, vocals Nathan Logus – drums, percussion Pete Sutton – bass guitar Dennis Cronin – trumpet Drew O'Doherty – electric guitar Jess Klein – vocals Kristin Hersh – vocals John Dragonetti – drum loops, assorted sounds Blake Hazard – vocals Paul Austin – acoustic guitar, bass T.W. Walsh – keyboards Gary Johnston – percussion Label: Kimchee Records Erscheinungsdatum: 2003 Stil: Americana, Alternative Country Trackliste: 1. River In The Pines (4:45) 2. The Trials Of Harrison Hayes (3:16) 3. Beyond The Shore (3:13) 4. The Ghost Of The Girl In The Well (4:50) 5. Twistification (5:23) 6. Another Man Is Gone (3:22) 7. Soft Hand (5:43) 8. Rosalee (3:31) 9. Fare Thee Well (4:09) 10. Day Is Passed And Gone (1:47) 11. The Suffering Song (7:51) Gesamtspieldauer: 47:55
„Regard The End“ heißt das sechste offizielle Album von Willard Grant Conspiracy, welches im Jahr 2003 bei Kimchee Records veröffentlicht wurde. Wieder einmal hatte Robert Fisher zahlreiche Musiker um sich scharen können, mit denen er dann elf neue Lieder einspielte. Geschrieben wurden die Titel alle von Robert Fisher im Alleingang, jedoch benötigte er zum Einspielen dieser Tracks erneut jede Menge Musiker, die ihn bei der Umsetzung seiner musikalischen Ideen unterstützen konnten.
Das Ergebnis ist – wie immer bei Willard Grant Conspiracy – eine Ansammlung von saften, meist sehr zurückhaltenden Liedern, die genremäßig gar nicht mehr so zwischen Alternative Country und Americana angesiedelt sind, sondern sehr viel eher ganz klare Ausschläge hin zum Folk zeigen beziehungsweise hören lassen. Die akustische Gitarre des Robert Fisher steht dabei immer im Vordergrund, genau wie dessen meist etwas tieferer und somit durchaus sonorer und warmer Gesang. Ebenfalls wurden dieses Mal die Streicher stark in die Musik von Willard Grant Conspiracy auf „Regard The End“ integriert. Violine und Viola sind fast allgegenwärtig und verleihen der Musik noch zusätzliche Wärme. Dazu gesellt sich eine, oft im Hintergrund und damit sehr zurückhaltend gespielte Trompete und fertig ist der dichte und bewegende Sound der Band auf diesem Album.
Jedoch trotz dieser Dichte klingt die Musik von Willard Grant Conspiracy auf „Regard The End“ immer sehr zerbrechlich und auch auf ihre Art und Weise sehr leicht. Über allem steht dabei die Melodiösität. Harmonien werden hier mit Harmonien verbunden, sodass alles, jedes Lied, ohne Ausnahme, immer sehr eingängig klingt. Jeder Titel klingt sanft und melodiös. Dadurch könnte man jetzt durchaus mutmaßen, dass die Musik der Band auf „Regard The End“ oftmals in die Langeweile abdriftet, denn großartige Abwechslung gibt es weder im Stil der Musik noch in der Instrumentierung. Trotzdem kommt dieses Gefühl der Langeweile hier jedoch nie auf, da einen zumindest ab und an besondere Melodieführungen wieder aufhorchen lassen. Das schaffen zwar nicht alle Titel auf „Regard The End“ gleichermaßen, aber es gibt jene Nummern zumindest.
Fazit: Es gibt Musikhörerinnen und Hörer, die legen dann Musik auf beziehungsweise ein, wenn sie entspannen, den Kopf frei bekommen, runter kommen wollen – dies alles nach einem anstrengenden Tag zum Beispiel. Für all jene Menschen scheint Robert Fisher seine Musik zu schreiben. Für Menschen die mit dem Musikhören in eine Traumlandschaft entschwinden wollen, genau für jene ist dieses Album geeignet. Folk Musik bestimmt die Lieder auf „Regard The End“, Country gibt es hier nicht zu hören, sodass Freunde dieses Genres vielleicht nicht enttäuscht werden, jedoch sicherlich was anderes erwarten dürften. Für Folk-Freunde bestens geeignet. Zehn Punkte.
Anspieltipps: The Trials Of Harrison Hayes, Fare Thee Well
Nickelback – Dark Horse Besetzung: Chad Kroeger – lead vocals, lead guitar Ryan Peake – rhythm guitar, backing vocals, lead guitar on "If Today Was Your Last Day" Mike Kroeger – bass Daniel Adair – drums, backing vocals Label: Warner Music Erscheinungsdatum: 2008 Stil: Hard Rock, Post Grunge Trackliste: 1. Something In Your Mouth (3:38) 2. Burn It To The Ground (3:30) 3. Gotta Be Somebody (4:13) 4. I'd Come For You (4:22) 5. Next Go Round (3:45) 6. Just To Get High (4:02) 7. Never Gonna Be Alone (3:47) 8. Shakin' Hands (3:39) 9. S.E.X. (3:55) 10. If Today Was Your Last Day (4:08) 11. This Afternoon (4:34) Gesamtspieldauer: 43:38
Nun, ändern werden die kanadischen Rocker von Nickelback ihren Stil nicht mehr. Warum sollten sie das aber auch? Ihre Scheiben laufen nach der Veröffentlichung im Radio rauf und runter. Und so etwas wird dann eben gekauft. Nicht anders war es schließlich auch mit dem sechsten Album der Band, welches den Titel „Dark Horse“ erhielt. Im November 2008 wurde diese Scheibe veröffentlicht, konnte zwar längst nicht mehr an den Erfolg des Vorgängers „All The Right Reasons“ anknüpfen, verkaufte sich jedoch immer noch gut.
Zu hören bekommt man hier einmal mehr einen sehr melodiösen Hard Rock serviert, der augenblicklich ins Ohr geht. Aber im Grunde genommen sind die Lieder auf „Dark Horse“ eigentlich keine Hard Rock Stücke mehr – beziehungsweise sind sie das nur noch in Ausnahmefällen. Nickelback klingen hier nun eher nach einer Art Mainstream Rock, deswegen hat wohl auch kein Radio-DJ hier mehr ein Problem Nickelback mit in die Endlosschleife zu katapultieren.
Ich finde das ihr wahrlich keine schlechte Musik, die die vier Musiker auf Compact Disc gepresst haben. Jedoch – und das ist ein sehr großes „Jedoch“ – kann man es eigentlich schaffen noch weniger spannend, noch langweiliger zu klingen? Nickelback hören sich hier so etwas von alltäglich an, dass man am Ende der Platte denkt es wäre einer dieser weiteren, unspektakulären Mittwochs und oftmals gar noch gar nicht mitbekommen hat, dass das Album bereits zu Ende ist. Das soll wie gesagt nicht bedeuten, dass Nickelback mit ihrem „Dark Horse“ nicht unterhalten würden. Gewiss, das machen sie. Man muss sich auch erst Recht nicht fürchten, wenn die Musik ertönt, allerdings bleibt von diesen Einheitsklängen leider nur so unfassbar wenig hängen. Die Musik der Kanadier ist absolut glatt produziert, quasi ohne Ecken und Kanten. Nur viel zu selten bringen sie noch etwas Überraschendes, etwas Außergewöhnliches.
Fazit: Mir ist es völlig Wurst, wie viele Alben eine Band, eine Sängerin oder ein Sänger verkauft. Manche der Musik, die ich absolut überzeugend finde, verkauft sich leider so schlecht, dass ich manchmal Schwierigkeiten dabei habe, darüber irgendwelche Informationen im Internet zu finden. Egal, denn bei Nickelback ist das anders, die kennt jeder. Allerdings wenn man sich die Verkaufszahlen dieser Band ansieht, dann sinken diese seit dem Album „All The Right Reasons“ kontinuierlich und auch drastisch. Kann es etwa sein, dass viele Konsumenten und auch Fans bei den neueren Alben von Nickelback erst Mal reinhören und sich denken: „Kenne ich schon!“? Überraschend wäre das allerdings nicht. Trotzdem, wer gerne solch „Mainstream Rock“ hört, die oder der dürfte hier ihr beziehungsweise sein Nirwana entdeckt haben. Mir ist das inzwischen leider alles zu langweilig, da so nichtssagend geworden. Sechs Punkte.
Anspieltipps: Burn It To The Ground, Gotta Be Somebody
Monster Magnet – Superjudge Besetzung: Dave Wyndorf – guitar, vocals Ed Mundell – lead guitar Joe Calandra – bass Jon Kleiman – drums Label: Polydor Erscheinungsdatum: 1993 Stil: Hard Rock, Psychedelic Rock Trackliste: 1. Cyclops Revolution (5:43) 2. Twin Earth (3:55) 3. Superjudge (6:49) 4. Cage Around The Sun (4:55) 5. Elephant Bell (3:59) 6. Dinosaur Vacume (6:01) 7. Evil (3:14) 8. Stadium (3:41) 9. Face Down (4:11) 10. Brainstorm (8:04) 11. Black Balloon (3:05) Gesamtspieldauer: 53:43
„Superjudge“ ist das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Band Monster Magnet. Veröffentlicht wurde es ursprünglich 1993 auf dem Label A&M Records. Die Band ist hier durchaus auch schon mit einigen Ansätzen des Space Rock à la Hawkwind, Psychedelic Rock oder auch Stoner Rock vertreten, jedoch scheinen sich die Musiker auf „Superjudge“ noch ein wenig ausprobieren zu wollen, noch nicht so ganz genau zu wissen, welchen musikalischen Weg sie zukünftig einzuschlagen gedenken. So absolut haben sie ihren Sound auf dieser Scheibe noch nicht gefunden, die zudem ziemlich viel Hard Rock für die Hörerin und den Hörer parat hält.
Aber natürlich, solch ein Lied wie „Brainstorm“ heißt nicht nur so, es klingt auch wie ein Sturm, der einem durch das Hirn rauscht und in diesem Moment sofort auch jeden überflüssigen Ballast aus der Schädeldecke katapultiert. Das ist harter und schräger Psychedelic Rock, der sehr gelungen ist und durchaus gefeiert werden darf. Allerdings steht dieses Lied nicht unbedingt stellvertretend für die anderen Lieder auf der Scheibe. Jedoch gibt es durchaus weitere Höhepunkte. Denn ebenfalls sehr gelungen ist „Cyclops Revolution“. Ein Stück, bei dem bereits viel mit Hall, Echo und Verzerrungen experimentiert und gearbeitet. Jedoch ist diese Nummer deswegen gleich ein „Space Rock“-Titel? Vielleicht ein ganz klein wenig, aber auch hier steht doch noch etwas mehr dieser harte und treibende Rock im Vordergrund.
Ebenfalls in diese Richtung und ebenfalls absolut gelungen ist der Titeltrack „Superjudge“. Eine wahrlich schnelle Nummer, die richtig gut ins Ohr geht. Ganz sicher nichts für zartbesaitete Menschen, eher für solche gedacht, die doch mal wissen wollen, wie schnell so eine E-Gitarre gespielt werden kann. Langsam und bedächtig startet dagegen „Cage Around The Sun“, um dann allerdings zwischendrin auch mal zu „explodieren“, nur um dann jedoch wieder drei bis vier Gänge zurückzuschalten. Ganz anders klingt da schon das letzte Lied des Albums, „Black Balloon“. Das Stück steht nicht nur am Ende dieser Scheibe, ist das kürzeste Lied der Platte, sondern hört sich auch deutlich anders an. Im Grunde genommen ist dies auch kein langsames Lied, jedoch deutlich ruhiger als der allermeiste Rest auf „Superjudge“. Das Lied wird vom Klang her von einer Sitar dominiert, die bereits bei „Cage Around The Sun“ zum Einsatz kam und geht ins Ohr – und zwar schnell.
Der Rest der Scheibe ist gut gemachter Hard Rock, der im Falle „Face Down“ sogar einen leichten Blues-Einschlag aufweist, allerdings wirklich nur einen ganz leichten. Auch diese Lieder sind gut anzuhören, wenn man denn etwas mit „härterer“ Musik anzufangen versteht. Etwas Besonderes sind diese Stücke allerdings nicht mehr, eher gut gemachter Hard Rock Durchschnitt.
Fazit: Ganz so überzeugend klingen Monster Magnet hier für mich noch nicht, wie sie das auf späteren Alben zum Teil tun sollten. Aber klar, das ist mal wieder „Jammern auf hohem Niveau“, denn es gibt wahrlich eine riesige Anzahl von Bands, Musikerinnen und Musikern, die solche eine Scheibe niemals zustande gebracht haben. Von daher sei diese Platte allen Hard Rock Freunden empfohlen, die auch auf Abwechslung in diesem musikalischen Genre stehen. Denn einfach nur Hard Rock? Nein das machen Monster Magnet auch hier auf „Superjudge“ ganz bestimmt nicht. Neun Punkte.
Anspieltipps: Superjudge, Cage Around The Sun, Brainstorm, Black Balloon
Rome – Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufbruch Besetzung: Jerome Reuter – words and music Gastmusiker: Rupert Kraushofer – spoken words Label: Trisol Erscheinungsdatum: 2011 Stil: Experimental Folk, Neofolk Trackliste: 1. The Chronicles Of Kronstadt (5:08) 2. The Angry Brigade (2:31) 3. The Spanish Drummer (3:32) 4. To Teach Obedience (4:08) 5. The Death Of Longing (5:26) 6. Our Holy Rue (3:44) 7. The Night-Born (3:34) 8. The Pyre Glad (3:41) 9. In Cruel Fire (4:13) 10. A Pact Of Blood (3:13) 11. The Merchant Fleet (4:25) 12. A Cross Of Wheat (7:08) Gesamtspieldauer: 50:49
„Aufbruch“ heißt der erste Teil der Trilogie „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“. Als zweiten Zusatz bekam dieses Album noch den Untertitel „A Cross Of Wheat“ verliehen, welches dem letzten Lied dieses Albums entspricht. Im Grunde genommen gibt es auch auf dieser Platte wieder alle Ingredienzien zu hören, die ein Album des Jerome Reuter zu etwas ganz Besonderem werden lassen. Doch trotzdem ist diese Scheibe eine etwas andere, als die Platten zuvor, denn dieses Mal ist das ganze musikalische Arrangement noch etwas komplizierter geworden.
Der künstlerische Ansatz bei Rome ist immer vorhanden – sehr viel mehr, als bei den meisten anderen Künstlern oder Bands, die oftmals eher unterhalten wollen, als künstlerisch besonders in Erscheinung zu treten. Bei Rome gibt es gesprochene Titel, neben experimentellen Stücken und dann wieder unfassbar eingängige Neofolk Kompositionen, die zum Niederknien schön sind. Auf diesem ersten Teil von „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“ gibt es deutlich mehr „gesprochene Lieder“, im Grunde genommen sind das eher gesprochene Texte, die mit Hintergrundgeräuschen versehen wurden. Dies macht diese Scheibe ein wenig komplizierter als alles, was Rome zuvor veröffentlicht hat.
Liest man auf der Homepage nach, dann besingt Jerome Reuter auf „Aufbruch“ oder „A Cross Of Wheat": „Die Geburt der Revolte aus einer Faszination von Bewegung und Widerstand an sich; die Lyrik der Funken. Es ist der Stolz der Selbstbestimmung, der Verneinung, denn Verneinen heißt seinem Schicksal eine Form geben. Rome bietet allerdings keine Kunst, die sich allein der Wirksamkeit verschreibt, dafür bleibt die Musik zu rauh, zu experimentell, zu schwierig zu entschlüsseln.“ Vom Ansatz her nicht so ganz leicht zu verstehen, zumal die Musik im Grunde genommen gar nicht „rau“ klingt. Experimentell aber sicherlich, zumindest in diesen Nummern, in denen Texte vorgetragen werden. Und es sind dann auch genau diese Texte, die nicht so ohne Weiteres zu entschlüsseln sind. Die Musik ist es nicht, wobei die allergrößte Mehrheit der Musikhörer diesen experimentelleren Titeln das Prädikat „Musik“ sowieso absprechen würde. Für mich sind das auch eher Soundkollagen, die mit hintergründigen Texten versehen wurden, die sich einem allerdings wirklich nicht so schnell erschließen – zumindest nicht immer. Und etwa die Hälfte dieser Platte besteht aus solchen Stücken. Ist der Inhalt und die Bedeutung bei „The Chronicles Of Kronstadt“ noch sehr offensichtlich und erschafft ein bedrückendes Gefühl, so ist der Inhalt und Sinn bei anderen Nummer der Platte erst nach vielen Malen des Hörens zu entschlüsseln – wenn man es denn überhaupt schafft.
Diese eindringlichen Ohrwürmer im Neofolk Stil sind auf „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufbruch“ deutlich weniger vertreten, als auf so manch anderer Rome Scheibe. Aber es gibt sie natürlich. „The Spanish Drummer“ und „In Cruel Fire“ sind solche Stücke, die die Musik des Jerome Reuter ebenfalls so überaus eindringlich und packend werden lassen. Und auch hier lohnt sich ein genauerer Blick auf die Texte beziehungsweise, wenn man dem Englischen besser mächtig ist, ein genaueres Zuhören. Sehr beeindruckend ist hier eben nicht nur die Musik, sondern auch das gesungene Wort. Leider nur sind diese Nummern auf „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit – Aufbruch – A Cross Of Wheat" etwas rarer gesät.
Fazit: Eindringlich ist auch dieser erste Teil der Trilogie „Die Æsthetik Der Herrschaftsfreiheit“. Und wenn diese Platte die erste ist, die man von Rome, àlias Jerome Reuter hört, wird man sicherlich beeindruckt zurückgelassen werden – wenn man denn mit dieser Art des „Post Industrial Folk Noir“ etwas anzufangen weiß. Was für ein Genre das ist? Ein spannendes und wohl wirklich sehr schwer zu beschreibendes musikalisches Genre. Neun Punkte.
Anspieltipps: The Spanish Drummer, To Teach Obedience, In Cruel Fire
Metallica – Reload Besetzung: James Hetfield – vocals, rhythm guitar Kirk Hammett – lead guitar Jason Newsted – bass guitar Lars Ulrich – drums, percussion Gastmusiker: Marianne Faithfull – additional vocals on "The Memory Remains" Bernardo Bigalli – violin on "Low Man's Lyric" David Miles – hurdy-gurdy on "Low Man's Lyric" Jim McGillveray – percussion Label: Vertigo Records Erscheinungsdatum: 1997 Stil: Hard Rock, Heavy Metal Trackliste: 1. Fuel (4:29) 2. The Memory Remains (4:39) 3. Devil's Dance (5:19) 4. The Unforgiven II (6:36) 5. Better Than You (5:21) 6. Slither (5:13) 7. Carpe Diem Baby (6:12) 8. Bad Seed (4:05) 9. Where the Wild Things Are (6:54) 10. Prince Charming (6:05) 11. Low Man's Lyric (7:37) 12. Attitude (5:16) 13. Fixxxer (8:14) Gesamtspieldauer: 1:16:05
Auch das siebte Studioalbum von Metallica, welches nach „Load“ nun passenderweise „Reload“ genannt wurde, stieß bei den Fans der Band nicht auf uneingeschränkten Applaus. Ganz im Gegenteil sogar. Frühere Freunde der Musik von Metallica sprachen von einer noch größeren Enttäuschung als jener, die „Load“ ein Jahr zuvor in ihren Ohren ausgelöst hatte. Von „Pop-Musik“ ist da die Rede, vom absoluten Tiefpunkt, von kompositorischer Sackgasse und und und.
Allerdings so schlecht verkaufte sich das Album natürlich nicht. Klar war, dass Metallica mit diesem und dem Vorgängeralbum versuchten, sich eine neue Hörergruppe zu erschließen. Titel wie „The Memory Remains“, bei dem auch der Gesang der Marianne Faithful einen Höhepunkt darstellt oder „The Unforgiven II“ sind eben deutlich langsamere und auch sehr eingängige Nummern. Und diesen Liedern ist es damit zu eigen, dass sie durchaus etwas länger hängenbleiben, schneller ins Ohr gehen und auch Musikhörer mit etwas „sanfterem“ Musikgeschmack ansprechen.
Nun und zu behaupten, Metallica sei jetzt eine Pop-Band geworden, das trifft selbstverständlich in keinster Weise zu. Ansonsten ist auf „Reload“ noch das balladeske „Low Man's Lyric“ zu hören, doch der Rest rockt – und das gar nicht mal wenig. Mir gefällt sogar der größere Spielraum, den die Band hier abdeckt sehr gut, finde diese Abwechslung in den Stilen sehr angenehm und viel spannender als ein durchgängiges, hartes Geschrammel. Die harten und überzeugenden Titel gibt es sehr wohl auch auf „Reload“. Für mich am Überzeugendsten klingen dabei „Carpe Diem Baby“ sowie die letzte und über acht Minuten lange Nummer „Fixxxer“. Die Musik von Metallica hat durch das Zulassen auch etwas sanfterer Töne definitiv an Klasse gewonnen.
Fazit: Von den Fans der ersten Stunde wurde „Reload“ „zerrissen“. Viele andere Musikhörer sprachen jetzt erst auf die Musik von Metallica an. Ich mag im Grunde genommen beide „Ausführungen“ von Metallica und finde gerade, dass sie auf „Reload“ einige klasse Melodien für ihre Hörerinnen und Hörer bereithalten. Sicherlich eines der abwechslungsreichsten Alben von Metallica. Zehn Punkte.
Anspieltipps: The Memory Remains, The Unforgiven II, Carpe Diem Baby, Low Man's Lyric
Michael Jackson – Invincible Besetzung: Michael Jackson – vocals, multiple instruments, programming Gastmusiker: Rodney Jerkins – programming, multiple instruments Marsha Ambrosius – additional vocals Maxi Anderson – additional vocals Gloria Augustus – vocals Babyface – guitar (acoustic and bass), keyboards, additional vocals, drum programming Tom Bahler – choir, chorus Emanuel Baker – drums Daniel Barrera – choir Edie Lehmann Boddicker – choir, chorus Robert Bolyard – choir, chorus Brandy – additional vocals, background vocals Stuart Brawley – whistle (human and instrument) Mary Brown – background vocals Tim Fulford Brown – vocals Brad Buxer – keyboards, programming, drum programming, keyboard programming Matt Cappy – horn Paulinho da Costa – percussion LaShawn Daniels – background vocals Valerie Doby – vocals Dr. Freeze – background vocals, multiple instruments Kevin Dorsey – vocals Nathan East – bass guitar Jason Edmonds – choir, chorus Tess Escoto – choir Voncielle Faggett – vocals Lynn Fiddmont – choir, chorus Kirstin Fife – violin Paul Foley – digital editing Judy Gossett – vocals Harold Green – vocals Justine Hall – choir, chorus Scottie Haskell – choir, chorus Micha Haupman – choir, chorus Gerald Heyward – drums Tabia Ivery – choir, chorus Luana Jackman – choir, chorus Prince Jackson – narrator Tenika Johns – vocals Andraé Crouch – vocals Sandra Crouch – vocals Brandon Lucas – choir, chorus Jonathon Lucas – choir, chorus Ricky Lucchse – choir, chorus Melissa MacKay – choir, chorus Angela Johnson – vocals Late Great Daniel Johnson – vocals Zaneta M. Johnson – vocals Laquentan Jordan – vocals Peter Kent – violin Gina Kronstadt – violin Michael Landau – guitar Slash - guitar solo James Lively – choir, chorus Robin Lorentz – violin Rob Lorentz – violin Jeremy Lubbock – orchestral arrangements Howard McCrary – vocals Linda McCrary – vocals Sam McCrary – vocals Alice Jean McRath – vocals Sue Merriett – vocals Mischke – background vocals Patrice Morris – vocals Kristle Murden – vocals The Notorious B.I.G. – rap Novi Novog – viola, contractor Nora Payne – background vocals Seth Riggs – vocal consultant Teddy Riley – multiple instruments, digital drums John "J.R." Robinson – drums Carlos Santana – guitar, whistle (human, instrument), soloist Andrew Snyder – choir, chorus Sally Stevens – choir, chorus Richard Stites – background vocals Thomas Tally – viola Brett Tattersol – choir, chorus Ron Taylor – vocals Michael Hart Thompson – guitar Michael Thompson – guitar Mario Vasquez – background vocals Nathan Walton – choir, chorus Rick Williams – guitar Yvonne Williams – vocals Zandra Williams – vocals John Wittenberg – violin Label: Epic Records Erscheinungsdatum: 2001 Stil: Rhythm & Blues, Pop Trackliste: 1. Unbreakable (6:26) 2. Heartbreaker (5:09) 3. Invincible (4:46) 4. Break Of Dawn (5:32) 5. Heaven Can Wait (4:50) 6. You Rock My World (5:39) 7. Butterflies (4:40) 8. Speechless (3:18) 9. 2000 Watts (4:24) 10. You Are My Life (4:33) 11. Privacy (5:05) 12. Don't Walk Away (4:24) 13. Cry (5:00) 14. The Lost Children (4:00) 15. Whatever Happens (4:56) 16. Threatened (4:18) Gesamtspieldauer: 1:17:08
Etwas, was man Michael Jackson wahrlich auch nicht auf seinem zehnten und letzten Studioalbum absprechen kann ist, dass er kein Herz für seine Fans hätte, denn auch diese Scheibe ist wieder randvoll mit Musik bestückt. Auch dieses Mal, auch bei „Invicible“, hat Michael Jackson die Laufzeit einer Compact Disc wieder fast vollständig ausgenutzt und mit Musik gefüllt.
Der Unterschied zu früheren Michael Jackson liegt allerdings darin, dass diejenigen Musikhörer wohl eher enttäuscht sein werden, die vor allen Dingen die Musik des gebürtigen US-Amerikaners aus Gary, Indiana dann schätzten, wenn sie rockiger und weniger poppig klingt. Andererseits dürften Freunde des Rhythm & Blues hier voll auf ihre Kosten kommen. Die Haut des Michael Jackson war zu dieser Zeit bereits, aus welchen Gründen auch immer, sehr hell geworden, seine Musik ist allerdings tiefschwarz, sehr viel mehr, als bei den Alben zuvor. Und damit ist ausdrücklich auch „Thriller“ mit eingeschlossen.
Bei Kritikern stieß die Platte auf ein zweigeteiltes Echo und kam auch bei den Fans nicht mehr ganz so gut an. Sie verkaufte sich deutlich schlechter, als alle Alben die einschließlich und seit „Off The Wall“ erschienen, also jener Platte, die vor seinem „Thriller“ erschien. Das mag wirklich daran liegen, dass „Invincible“ auf seine Art sehr einseitig geworden ist. Hier gibt es nicht mehr die Auswahl, diesen Titel mag ich, jenen weniger. Entweder man mag diese Musik, oder man kann sehr wenig damit anfangen. Alles ist in etwa im selben Stil gehalten, sehr viel Schmalz gibt es da zu hören und eben Rhythm & Blues, mit dem man eben etwas anzufangen wissen muss. Ich persönlich kann dies in dieser, hier zu hörenden Art und Weise überhaupt nicht. Solch Titel wie zum Beispiel „Butterflies“ klingen für mich nach Katzengejammer oder Siechtum. Da dies allerdings nicht das einzige Stück in diesem Stil ist, könnte man auch auf die Idee kommen, die ganze Platte einfallslos und irgendwie sehr gewöhnungsbedürftig zu nennen und zu finden.
Melodien, die ins Ohr gehen? Absolute Fehlanzeige! Etwas Überraschendes, was einen aufhorchen lässt? Absolute Fehlanzeige! Etwas Spannendes, bei dem man interessiert zuhört? Absolute Fehlanzeige! Irgendetwas, was einem im Ohr hängenbleibt? Absolute Fehlanzeige! Irgendetwas, an das man sich überhaupt erinnert von diesem Album? Absolute Fehlanzeige! Und dass diese Aussagen nicht ganz so von der Hand zu weisen sind zeigt sich auch daran, dass „Invincible“, wieder seit einschließlich „Off The Wall“, das erste Album des Michael Jackson ist, welches eben keinen „Hit“ mehr hatte. Kein Lied, welches sich einem eingeprägt hat. Und egal, wie man allgemein zu der Musik des „King Of Pop“ auch immer stehen mag, man kannte seine Musik zumindest. „Invincible“ kennt man nicht.
Fazit: Ein sehr schwaches Album ist jenes geworden, welches den musikalischen Abschied des Michael Jackson darstellte. Klar, eingefleischte Michael Jackson Fans können das durchaus anders sehen. Ich habe mir das Album deutlich nach dem Veröffentlichungstermin zugelegt und war überrascht, dass ich davon bisher noch keinen Titel kannte. Und auch wenn das nicht ganz meine Musik ist, bei den vorherigen Alben war das deutlich anders, dort fand ich schon auch was, was mich packte, was mir gefiel. „Invincible“ kennt man nicht – und ganz ehrlich, muss man auch nicht unbedingt kennen. Zwei Punkte.
Kodaline – In A Perfect World Besetzung: Steve Garrigan – lead vocals, rhythm guitar, harmonica, keyboards Mark Prendergast – lead guitar, backing vocals, keyboards Vinny May – drums, percussion, backing vocals Jason Boland – bass guitar, backing vocals Label: Sony Music Erscheinungsdatum: 2013 Stil: Indie Pop, Alternative Rock Trackliste: 1. One Day (4:15) 2. All I Want (5:05) 3. Love Like This (3:37) 4. High Hopes (3:52) 5. Brand New Day (3:27) 6. After The Fall (3:38) 7. Big Bad World (4:23) 8. All Comes Down (4:57) 9. Talk (4:30) 10. Pray (3:35) 11. Way Back When (3:26) Gesamtspieldauer: 44:48
„In A Perfect World“ heißt die erste Scheibe der irischen Rockband Kodaline, welche im Jahr 2013 auf dem Label Sony Music veröffentlicht wurde. Dabei könnte man das Wort „Rockband“ durchaus falsch verstehen, denn Kodaline machen eine Art Schmuserock oder besser gesagt Schmusepop, der irgendwo zwischen Travis und Muse angesiedelt ist, sich dort allerdings wirklich nur der ganz soften und weichen Töne annimmt. Und gerade Muse ist dabei deutlich abwechslungsreicher, um hier gleich gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen.
Sänger Steve Garrigan kann durchaus hoch singen und das zeigt er seinen Hörerinnen und Hörern auch immer wieder – oder besser gesagt, er bringt es ihnen zu Gehör. Dabei unterstreicht seine sanfte, zarte und auch hohe Stimme diese sanfte und zarte Musik, sodass der Eindruck der Weichheit der einzelnen Lieder in der Musik von Kodaline noch deutlich verstärkt wird. Alles ist sehr melodisch gehalten, den Harmonien wird bis in den allerletzten Akkord gefrönt. Alles, wirklich alles auf „In A Perfect World“ klingt melodiös und überaus eingängig.
Nun, manches Mal hätte man sich da auch mal einen etwas härteren Ton oder einen etwas überraschenderen Akkord gewünscht. Das wiederum würde diese Platte durchaus noch ein wenig spannender werden lassen. Man kann auch in Wohlgefallen sterben, das bedeutet, Gefahr zu laufen mit der Zeit langweilig zu werden. Ich selbst habe diesen Punkt in der Musik von Kodaline auf „In A Perfect World“ zwar noch nicht ganz erreicht, jedoch war da schon ein gewisses Gefühl der Überraschung vorhanden, als Titel Nummer 11, „Way Back When“ verklungen war und ich mich fragte, was ich da gerade gehört hatte, was davon hängengeblieben war. Leider doch nicht ganz so viel, wie ich mir nach den ersten Takten noch versprochen hatte.
Fazit: Sanften, harmonischen und melodischen Pop-Rock hört man auf „In A Perfect World“ von Kodaline. Ein klein wenig versinkt die irische Band hier in Schönheit und Wohlklang. Alle elf Lieder sind sicherlich gute Unterhaltung, wenn man auf solch eingängige Musik steht, jedoch spannend oder gar mitreißend ist das auch nicht mehr richtig. Spaß macht es trotzdem – wenn man es denn nicht zu oft hört. Neun Punkte.
Anthony Phillips – Wise After The Event Besetzung: Anthony Phillips – vocals, guitar and harmonica Gastmusiker: Michael Giles – drums John G. Perry – bass The Vicar – guitars, keyboards and sundries Jeremy Gilbert – keyboards on "Greenhouse", Harp on "Now What?" Mel Collins – soprano saxophone on "We’re All As We Lie", flutes on "Birdsong" Robin Phillips – oboe on "Sitars & Nebulous" Rupert Hine – percussion, backing vocals, locks, probs, modes & vibes Perkin Alanbeck – synthesizer on "Birdsong" Humbert Ruse – drums on "Greenhouse" Vic Stench – bass on "Greenhouse" Rodent Rabble – clicks, claps and crampons Gilbert Biberian – orchestra conduction on "Regrets" Label: Voiceprint Erscheinungsdatum: 1978 Stil: Progressive Rock Trackliste: 1. We're All As We Lie (4:37) 2. Birdsong And Reprise (6:45) 3. Moonshooter (5:58) 4. Wise After The Event (10:28) 5. Pulling Faces (4:37) 6. Regrets (6:02) 7. Greenhouse (3:03) 8. Paperchase (5:34) 9. Now What (Are They Doing To My Little Friends?) (8:23) 10. Squirrel (4:30) (CD Bonus Track) Bonus CD der Wiedrveröffentlichung aus dem Jahr 2008 1. We're All As We Lie (Link) (1:23) 2. Sleeping On An Interstellar Plane ("Greenhouse" Demo) (3:04) 3. Paperchase (Instrumental Demo) (5:31) 4. Birdsong (Instrumental Demo) (5:33) 5. Moonshooter (Cottage Tapes Demo) (5:37) 6. We're All As We Lie (Cottage Tapes Demo) (3:53) 7. Pulling Faces (Cottage Tapes Demo) (4:29) 8. Squirrel (Instrumental Mix) (4:28) 9. Wise After The Event (Instrumental Mix) (8:54) 10. Magic Garden (Solo Piano Mix) (1:55) 11. We're All As We Lie (7" Single Version) (3:49) 12. Regrets (Piano Mix) (6:00) 13. Chinaman (Basic Guitar Mix) (0:44) 14. Now What (Are They Doing To My Little Friends)? (Instrumental Mix) (8:14) Gesamtspieldauer: CD1 (1:00:12) & CD2 (1:04:18): 2:04:30
Anthony Phillips hielt die Fahne des progressiven Rocks im Stile der Musik von Genesis auch Ende der 70er Jahre noch hoch, als die drei übriggebliebenen Genesis-Musiker Tony Banks, Michael Rutherford und Phil Collins solch ein Album wie „… And Then There Were Three …“ veröffentlichten. Und dies alles trotz der überraschenden Tatsache, dass Anthony Phillips die Band bereits im Jahre 1970 aufgrund von Auftritts-Lampenfieber nach der Platte „Trespass“ verlassen hatte. Dabei klingt die Musik auf dem zweiten Album des Gitarristen zwar nicht ganz so wie auf den frühen Platten von Genesis mit Peter Gabriel, doch ähnelt sie schon ein wenig solch Alben wie „A Trick Of The Tail“ oder „Wind & Wuthering", bei denen Steve Hackett des Gitarrenpart bei Genesis übernommen hatte.
„Wise After The Event“ erschien ursprünglich im Mai 1978 auf dem Label Virgin Records und ist eine Art sanfte Reise durch Harmonien und Melodiösität. Dabei sind es vor allen Dingen die ersten Titel, die hier sehr überzeugen können und sofort ins Ohr gehen. Und bei diesen kommen auch ein wenig mehr die Assoziationen zu den früheren Genesis Kollegen auf, als im weiteren Verlauf der Scheibe. Später klingt die Musik des Anthony Phillips nämlich dann manchmal auch ein bisschen „überzuckert“. Ganz deutlich wird dies beim Titel „Regrets“, welcher gleich mit einem Orchester eingespielt wurde. Nun und die Streicher, die hier zu hören sind, lassen das Ganze dann schon ein wenig sehr süßlich und etwas klebrig in den Ohren klingen.
Ansonsten ist „Wise After The Event“ allerdings eine schönes Album geworden. Sehr sanft zwar, jedoch eben auch sehr eingängig. Es lohnt sich auch sehr, die Scheibe gleich am Anfang etwas öfters aufzulegen, denn diese Titel scheinen im Laufe der Zeit irgendwie zu reifen, noch etwas eingängiger und melodiöser zu werden. Die Wiederveröffentlichung der Scheibe im Jahr 2008 hält noch ein ganz besonderes Schmankerl für die Hörerinnen und Hörer bereit, nämlich nicht nur ein paar Bonus Tracks, sondern deren gleich vierzehn auf einer Bonus CD. Auch wenn es sich hierbei hauptsächlich „nur“ um Demos handelt, stellt diese Scheibe wahrlich eine große Aufwertung für das ganze Album dar. Hauptsächlich hört man hier akustische Lieder, die alle sehr sanft eingespielt wurden und dadurch fast noch an Melodiösität gewinnen. Eine Zusatz CD zum Träumen.
Fazit: „Wise After The Event“ ist ein Album, welches aus den beiden Genesis Alben, welche im Jahr 1976 als Quartett eingespielt wurden, eine Trilogie gemacht hätte. Die Musik klingt häufig sehr nach der ehemaligen Band des Anthony Phillips, der hier, zusammen mit seinem ersten Album „The Geese And The Ghost“, sein überzeugendstes Solo-Albumveröffentlichte. Die erste Platte des Gitarristen ist sogar noch einen Wimpernschlag überzeugender als „Wise After The Event“ in seiner ursprünglichen Form, durch die Wiederveröffentlichung und der damit verbundenen Zugabe in Form einer Bonus CD, wird dieser kleine Unterschied allerdings völlig wettgemacht. Elf Punkte.
Anspieltipps: We're All As We Lie, Wise After The Event