Montag, 17. Dezember 2018

Mark Knopfler – Tracker




Mark Knopfler – Tracker


Besetzung:

Mark Knopfler – vocals, guitar


Gastmusiker:

Guy Fletcher – keyboards, vocals
Bruce Molsky – fiddle, rhythm guitar, banjo
John McCusker – fiddle, cittern
Michael McGoldrick – whistle, wooden flute
Phil Cunningham – accordion
Glenn Worf – bass guitar
Ian Thomas – drums
Nigel Hitchcock – saxophone
Tom Walsh – trumpet
Ruth Moody – vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Rock, Folk


Trackliste:

1. Laughs And Jokes And Drinks And Smokes (6:40)
2. Basil (5:44)
3. River Towns (6:16)
4. Skydiver (4:38)
5. Mighty Man (5:55)
6. Broken Bones (5:30)
7. Long Cool Girl (5:05)
8. Lights Of Taormina (6:09)
9. Silver Eagle (5:01)
10. Beryl (3:10)
11. Wherever I Go (6:26)

Gesamtspieldauer: 1:00:41




„Tracker“ heißt das achte Solo-Album des britischen Sängers, Songwriters und Gitarristen Mark Knopfler. Das Album erschien am 16. März 2015 auf dem Plattenlabel Mercury Records und beinhaltet eine Mischung aus Rock und Folk. „Tracker“ kletterte in Deutschland bis auf Platz 1 der Charts, im Vereinigten Königreich erreichte das Album Platz 3, in den USA immerhin Platz 14 der Billboard 200. In den US Folk Album Charts erreichte es ebenfalls die Spitzenposition.

Mark Knopfler hat inzwischen seinen ganz eigenen musikalischen Kosmos entwickelt. Kaum einen Musiker erkennt man so schnell an seiner Stimme, dem Klang seiner Gitarre und auch an der Atmosphäre, die mit seinen Liedern transportiert wird. Letztere ist zumeist eine sehnsüchtige und klingt auf „Tracker“ zudem überaus folkig angehaucht. Teilweise glaubt man sich bei geschlossenen Augen in den Highlands Schottlands. Dabei ist die Musik an jeder Stelle des Albums äußerst melodiös und geht ins Ohr. Die Lieder besitzen vielleicht nicht mehr die Dynamik wie jene aus seiner Zeit mit den Dire Straits, klingen allgemein sanfter, ruhiger, entspannter, haben deswegen allerdings keinesfalls weniger Tiefgang. Auf „Tracker“ befindet sich Musik zu Durchatmen und Verschnaufen und dies mit jedem Takt.

Die einzelnen Titel sind allesamt im selben Stil gehalten – ohne Ausnahme. Schwierig ist es von daher eine bestimmte Nummer besonders hervorzuheben. Festzuhalten bleibt auf jeden Fall, dass die Musik mit jedem Durchlauf des Albums weiter wächst. Da ich hier trotzdem ein Lied nennen möchte, erwähne ich an dieser Stelle zum einen das Stück „Mighty Man“. Wunderschön klingt die Musik des Mark Knopfler hier, völlig unaufgeregt, sehr sehnsüchtig bis melancholisch und vielleicht noch ein klein wenig eingängiger als viele der anderen Titel auf „Tracker“. „Silver Eagle“ hört sehr verträumt und dabei fast schon zerbrechlich an. Pianoklänge, akustische Gitarre und dazu die sanfte Stimme des Mark Knopfler, das hat auf jeden Fall was.

Fazit: Ein sanftes und irgendwie auch nachdenkliches Album ist „Tracker“ von Mark Knopfler geworden. Alle Zutaten der Musik des gebürtigen Glasgowers sind auf dieser Platte enthalten. Warme Gitarrenklänge und dazu die unverwechselbare Stimme des Musikers machen auch „Tracker“ zu einem schönen musikalischen Erlebnis. Neun Punkte.

Anspieltipps: Mighty Man, Silver Eagle



Sonntag, 16. Dezember 2018

Nick Mason & Rick Fenn – White Of The Eye




Nick Mason & Rick Fenn – White Of The Eye


Besetzung:

Nick Mason – keine weiteren Angaben
Rick Fenn – keine weiteren Angaben


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Soundtrack, Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Goldwaters (2:52)
2. Remember Mike? (1:20)
3. Where Are You Joany? (2:12)
4. Dry Junk (3:20)
5. Present (2:28)
6. Thrift Store (3:26)
7. Prelude And Ritual (4:37)
8. Globe (2:38)
9. Discovery And Recoil (3:25)
10. Anne Mason (4:05)
11. Mendoza (2:40)
12. A World Of Appearances (3:21)
13. Sacrifice Dance (3:01)
14. White Of The Eye (3:37)

Gesamtspieldauer: 43:10




Bei Nick Masons drittem Solo-Album, was er allerdings erneut zusammen mit Rick Fenn schrieb, handelt es sich um den Soundtrack zum Film „White Of The Eye“, einem britischen Thriller aus dem Jahr 1987 unter der Regie von Donald Cammell und mit David Keith und Cathy Moriarty in den Hauptrollen. Der gleichnamige Soundtrack erschien im selben Jahr ursprünglich auf dem Plattenlabel Harvest und wurde im Jahr 2018 im Rahmen einer Box mit Nick Mason-Veröffentlichungen auf dem Label Warner Music wieder aufgelegt.

Der Film spielt in Arizona, USA und sehr oft kann man die Stimmung der Wüste mit flirrender Hitze in der Musik fast ergreifen. Ich kannte weder den Film noch dessen Inhalt, wurde allerdings beim Hören des Soundtracks von „White Of The Eye“ unweigerlich an US-amerikanische Wüstenlandschaften erinnert. Nur einmal klingt es auf dem Album dabei nach Country & Western wie bei dem Lied „Globe“. Ansonsten ist es oft eine sehnsüchtig klingende Gitarre, die vor einem leicht sphärischen Hintergrund ertönt, welche diese Atmosphäre hervorruft. Eine weitere Ausnahme bildet das Stück „Present“, welches genau so auch von Kitaros „Silk Road“ stammen könnte.

Alles auf „White Of The Eye“ bleibt Soundtrack-Musik, die mal gefälliger, mal langweiliger klingt. An 10CC oder gar Pink Floyd erinnert auf dem Album selbstverständlich nichts. Irgendwie kann man sich auch kaum vorstellen, dass jemand diese Scheibe auflegt, um in die Musik einzusteigen und diese zu genießen. Somit ist „White Of The Eye“ ein Album für Komplettisten, die jeden Schnipsel von den Pink Floyd- oder 10CC-Musikern besitzen möchten oder für Liebhaberinnen und Liebhaber dieses Films, um nochmals bei geschlossenen Augen in die Handlung einzusteigen.

Fazit: „White Of The Eye“ ist ein Soundtrack-Album, bei dem Pink Floyd Schlagzeuger Nick Mason und 10CC Gitarrist Rick Fenn ihre Zusammenarbeit vertiefen. Die Musik klingt sehnsüchtig, mitunter auch ganz nett, kann aber wohl mit den entsprechenden Bildern deutlich besser punkten als ohne diese. Trotzdem bleibt „White Of The Eye“ eine sehr entspannte Scheibe, die sich dann vielleicht doch auch zum Relaxen einsetzen lässt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Remember Mike?, Present, Discovery And Recoil, White Of The Eye



Samstag, 15. Dezember 2018

Cage The Elephant – Cage The Elephant




Cage The Elephant – Cage The Elephant


Besetzung:

Matt Shultz – lead vocals
Brad Shultz – rhythm guitar
Jared Champion – drums
Daniel Tichenor – bass, backing vocals
Lincoln Parish – lead guitar


Label: Relentless Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Alternative Rock, Garage Rock


Trackliste:

1. In One Ear (4:01)
2. James Brown (3:20)
3. Ain‘t No Rest For The Wicked (2:55)
4. Tiny Little Robots (4:10)
5. Lotus (3:16)
6. Back Against The Wall (3:48)
7. Drones In The Valley (2:27)
8. Judas (3:26)
9. Back Stabbin‘ Betty (3:39)
10. Soil To The Sun (3:17)
11. Free Love (3:28)

Gesamtspieldauer: 37:53



Cage The Elephant ist eine US-amerikanische Rockband aus Bowling Green, Kentucky, die 2006 gegründet wurde, 2008 nach London, England, übersiedelte und dort auch am 23. Juni desselben Jahres ihr erstes, selbstbetiteltes Album veröffentlichte. Dieses erschien auf dem Plattenlabel Relentless Records, in den USA dauerte es bis zum darauffolgenden März, bis das Debut von Eat The Elephant auch dort erschien. Mit den Titeln „Free Love“, „In One Ear“, „Ain‘t No Rest For The Wicked“ sowie „Back Against The Wall“ wurden insgesamt vier Singles ausgekoppelt. In England erreichte die Platte Platz 38 der Charts. Die höchste Platzierung in den USA hieß Platz 59. Diesen erreichte das Album allerdings erst nach Veröffentlichung der zweite Platte „Thank You, Happy Birthday“, in dessen Sog sich auch das Debut nochmal besser verkaufte.

Auf „Cage The Elephant“ von Cage The Elephant hört man eine Mischung aus Alternative Rock und Independent Rock, die mit einer kleinen Prise Punk zusätzlich verfeinert wurden. Die Lieder besitzen dabei durchaus Melodien, die ins Ohr gehen. Hilfreich ist es im Falle dieses Debuts sehr, den Titeln etwas Zeit zum Reifen einzuräumen, denn mit jedem Durchgang scheint das Album besser und eingängiger zu klingen. Gerockt wird dabei durchaus durchgängig, die Musik besitzt sogar einen kleinen aggressiven Touch ohne, dass dieser jedoch zu übertreiben klingen würde. Die Füße wollen mitwippen, wenn man Cage The Elephant hört, man sollte sie lassen.

Auf der Scheibe findet sich kein richtiger Ausfall, die einzelnen Lieder verfügen durchgängig über eine gewisse Qualität und nichts klingt nach Füllmaterial – das wäre bei einer so kurzen Laufzeit von knappen 38 Minuten allerdings auch mehr als traurig. Die Höhepunkte des Albums befinden sich zu Beginn auf „Cage The Elephant“. Die beiden Nummern „In One Ear“ und „James Brown“ überzeugen mich am meisten, besitzen diesen gewissen und eingängigen Wiedererkennungswert, der Lieder zu interessanten und auch „schönen“ Nummern werden lässt. Beide Titel gehen besonders gut ins Ohr und verbleiben dort auch. Da auch der Rest des Albums wirkt, steht dem Hörgenuss nichts mehr im Wege.

Fazit: Punkigen Alternative Rock präsentieren Cage The Elephant ihren Hörerinnen und Hörern auf ihrem ersten selbstbetitelten Album aus dem Jahr 2008. Schon nach wenigen Durchläufen werden die einzelnen Lieder der Platte zu guten Bekannten, auf die man sich freut, wenn sie zu hören sind. Die Titel sind rockig, treiben nach vorne und werden dabei zu keiner Zeit und an keiner Stelle in irgendeiner Art und Weise verwässert. „Cage The Elephant“ von Cage The Elephant lässt sich gut hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: In One Ear, James Brown



Freitag, 14. Dezember 2018

Crippled Black Phoenix – Horrific Honorifics




Crippled Black Phoenix – Horrific Honorifics


Besetzung:

Justin Greaves – drums, percussion, lead and rhythm guitar
Daniel Änghede – vocals
Mark Furnevall – synthesizers, bass


Gastmusiker:

Belinda Kordic – vocals, lead vocal on “Will-O-The-Wisp”
Helen Stanley – piano, synthesizer, harmonium, backing vocals
Jonas Stålhammar – added guitar
J. Ray [Black Hearted Riders] – vocals on “The Faith Healer”
Chrissie Caulfield – violin on “Will-O-The-Wisp” and “The Golden Boy Swallowed By The Sea”
Robert Potter – Mandola on “Will-O-The-Wisp”
Daisy Chapman – backing vocals on “False Spring” & “In Bad Dreams”


Label: Season Of Mist


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Alternative Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. False Spring (6:05)
2. The Golden Boy Swallowed By The Sea (5:34)
3. Will-O-The-Wisp (3:59)
4. Victory (8:00)
5. In Bad Dreams (3:08)
6. The Faith Healer (5:58)

Gesamtspieldauer: 32:46




Justin Greaves hat sich wohl auf die Fahne geschrieben jedes Jahr eine Veröffentlichung in dieser Welt zu hinterlassen. Dies ist allerdings immer dann problematisch, wenn man gerade über kein eigenes Material verfügt, welches man seinen Fans präsentieren könnte. Doch kein Problem, dann veröffentlicht man eben ein Album mit Cover-Versionen, dies hat schließlich im Jahr 1973 schon David Bowie mit seinem Album „Pin Ups“ gemacht. Und die Rolling Stones taten dies 2016 mit der Scheibe „Blue & Lonesome“ ebenso. Die genauen Beweggründe kenne ich allerdings nicht. Auf jeden Fall erschien im November 2017 unter dem Namen Crippled Black Phoenix die EP „Horrific Honorifics“ mit etwas über dreißigminütiger Laufzeit, welche mit insgesamt sechs Cover-Versionen ausgestattet ist.

Zu hören gibt es auf „Horrific Honorifics“ die Titel „False Spring”, ursprünglich von der Band Arboretum eingespielt. Sowie „The Golden Boy Swallowed By The Sea” von Swans, „Will-O-The-Wisp” von Magnolia Electric Co, „Victory” von No Means No, „In Bad Dreams” von The God Machine und schließlich „The Faith Healer”, was ursprünglich von der Sensational Alex Harvey Band stammt. Mit Progressive Rock hat die Platte nur sehr wenig gemein, es ist Indie bis Alternative Rock, den man auf „Horrific Honorifics“ zu hören bekommt. Das klingt alles nicht schlecht, jedoch hat man definitiv auch nichts verpasst, wenn man diese Scheibe überhört hat.

Ich kenne nicht alle hier enthaltenden ursprünglichen Titel, lediglich zwei im Original. Diese beiden Interpretationen schwanken von sehr gelungen im Falle von „Will-O-The-Wisp“ bis „längst nicht so spannend wie das Original“ bei „The Faith Healer“. Erstgenanntes Lied, welches in auf „Horrific Honorifics“ von Belinda Kordic eingesungen wird, transportiert eine tiefe und bis zur Verzweiflung reichende Melancholie wider und wirkt in dieser Version von Crippled Black Phoenix überaus intensiv. Die restlichen Titel klingen – ohne Vergleiche zu haben – nach durchaus eingängigem Alternative Rock, nicht mehr und nicht weniger.

Fazit: „Horrific Honorifics“ von Crippled Black Phoenix klingt nicht nach schrecklichen Ehrungen oder Auszeichnungen, wie uns der Titel der EP vielleicht Glauben machen möchte. Vielmehr hört man auf dieser relativ kurzen Scheibe melodiösen Alternative Rock, eher im langsamen bis maximal mittlerem Tempo beheimatet, der durchaus ins Ohr geht, ansonsten jedoch keinerlei größere Spuren hinterlässt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Will-O-The-Wisp, In Bad Dreams



Donnerstag, 13. Dezember 2018

The Catch – 25 Years




The Catch – 25 Years


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1983 / 2014


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

CD1:

1. 25 Years (Single Version) (3:58)
2. Voices (Single Version) (3:30)
3. On The Road Again (Single Version) (3:34)
4. Understood (Single Version) (4:22)
5. Under The Skin (Single Version) (3:32)
6. The End Of The Day (Single Version) (3:44)
7. Find The Love (Single Version) (3:38)
8. Across The Great Divide (Single Version) (3:08)
9. The Difference (Single Version) (3:30)
10. The Power To Change (Single Version) (4:01)
11. Soul Information (Single Version) (4:08)
12. Beyond Suspicion (Single Version) (3:39)
13. 25 Years (1991 Single Version) [Radio Mix] (3:59)
14. Style (The 1991 Version) (4:00)
15. A Man’s Gotta Do (What A Man’s Gotta Do) [Single Version] [Radio Mix] (3:32)
16. Against The Grain (4:51)
17. Balance On Wires (5:37)
18. 25 Years (Album Version 1991) (5:40)
19. 25 Years (1996 Version) (3:49)

CD2:

1. 25 Years (12 Inch Special Disco Version) (6:43)
2. On The Road Again (12 Inch Version) (6:19)
3. Under The Skin (12 Inch Version) (6:24)
4. Find The Love (12 Inch Version) (6:36)
5. Soul Information (Remix - 12 Inch Mix) (6:07)
6. The Difference (Remix - 12 Inch Mix) (6:06)
7. A Man’s Gotta Do (What A Man’s Gotta Do) [12 Inch Mix] (6:39)
8. 25 Years (Uk Mix) (5:06)
9. 25 Years (Breatbeat Mix) (7:04)
10. 25 Years (Mega Club Blast) [Version 96] (6:09)
11. 25 Years (25 Trips) [Version 96] (8:12)
12. 25 Years (Both Worlds Mix) [Version 96] (6:25)

Gesamtspieldauer CD1 (1:16:23) und CD2 (1:17:56): 2:34:19



Don Snow, der am 13. Januar 1957 in Nairobi, Kenia geboren wurde, ist ein Sänger, Hammond-Organist, Pianist, Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger und Saxophonist, der an mehreren Bands beteiligt war. Squeeze, The Sinceros oder auch Procol Harum seien hier genannt. Zudem tourte er häufig mit Van Morrison und spielte auf drei seiner Alben Hammond Orgel und Klavier. In den 80er Jahren hatte der die New Wave Combo The Catch gegründet, die im Grunde genommen lediglich aus ihm selbst bestand. Diese ist – auch wenn es im Begleittext zu dem vorliegenden Album anders steht – eine dieser One-Hit-Wonder-Bands, die einen Hit hatte und anschließend wieder in der Versenkung verschwand. Dieser Hit heißt „25 Years“, genau wie diese Zusammenstellung, die im Jahr 2014 in Form einer Doppel-CD erschien. Das Lied selbst stammt aus dem Jahr 1983 und war vor allen Dingen in Deutschland sehr erfolgreich, wo es bis auf Platz 3 der deutschen Charts kletterte, eine halbe Million Exemplare verkaufte und 40 Wochen lang in den Charts verblieb.

Das Lied „25 Years“ ist ein Ohrwurm. Der Titel verfügt über eine sehr eingängige Melodie zu der Don Snow, der sich inzwischen übrigens Jonn Savannah nennt und in Medford, New Jersey lebt, mit seiner Falsett-Stimme den Text zelebriert. Dazu gesellt sich eine Rhythmusfraktion, die erst nach knapp einer Minute einsetzt und im Video zum Lied unter anderem aus einem Hammer besteht, der einen Ambos leicht zeitversetzt malträtiert. Gerade diese Perkussion stellt ebenfalls etwas Besonderes dar und macht das Lied mit aus und zu dem Ohrwurm, zu dem es wird. Das Lied „25 Years“ ist auf dieser Zusammenstellung insgesamt zehn Mal (!) enthalten. Zehn verschiedene Ausführungen des Titels gibt es da zu erhören, von denen solche wie „25 Years (Mega Club Blast) [Version 96]“ nicht mehr als das ursprüngliche Lied zu erkennen sind. Auch sonst gibt es auf dieser Zusammenstellung einige Versionen, die einem fast das Herz bluten lassen. Richtig gelungen sind die Originalversion, die Versionen von „25 Years (1991 Single Version) [Radio Mix]“ sowie „25 Years (12 Inch Special Disco Version)“. Nicht jede Version ist also hörenswert.

Dasselbe kann man über den Rest auf diesem Kompilationsalbum sagen. Da hört man Lieder, welche noch mit dem Label „ganz nett“ umschrieben werden können wie die Nummer „Voices“ oder auch mit „gelungen“, wie das Canned Heat Cover „On The Road Again“ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Lied von Willie Nelson). Der ganze Rest der Scheibe bewegt sich zwischen den Genres Disco, Funk und Soul. Auch diese Lieder sind zum Teil in mehreren Versionen enthalten. Kann man vielleicht mögen, muss man aber nicht. Das meiste klingt zumeist sehr langweilig, besitzt triefende Texte und machte The Catch oder Don Snow auch nicht berühmt. Es ist das Lied „25 Years“, welches den Erfolg dieser kurzlebigen „Band“ begründete. Der Text des Titels handelt übrigens auch nicht von Liebe und Herzschmerz. Bei „25 Years“ geht es um verschenkte und versäumte Zeit, um einen Neuanfang und dass jetzt eben nochmals 25 Jahre kommen, in denen etwas anders laufen kann als zuvor. Es ist immer genügend Zeit vorhanden, sich neu zu orientieren und zu verwirklichen – zumindest für den Protagonisten des Titels „25 Years“.

Fazit: Das Lied „25 Years“ ist eine schöne Nummer, ein Ohrwurm, typisch im Stil der 80er Jahre gehalten. Mit der Falsett-Stimme des Don Snow muss man natürlich zurechtkommen, das Lied selbst geht allerdings ins Ohr. Eingängige Melodie, besonderer Rhythmus. Alles andere, auch die diversen Mixe des Titelsongs, scheinen eher überflüssig. Wer jedoch mal wieder musikalisch intensiv in die 80er Jahre einsteigen möchte, die oder der wird mit vielem auf dieser Kompilation Spaß haben. Acht Punkte.

Anspieltipps: 25 Years (Single Version), 25 Years (12 Inch Special Disco Version)



Mittwoch, 12. Dezember 2018

The Jimi Hendrix Experience – Electric Ladyland




The Jimi Hendrix Experience – Electric Ladyland


Besetzung:

Jimi Hendrix – lead vocals, guitar, piano, percussion, comb and tissue paper kazoo, electric harpsichord, bass on "Have You Ever Been (To Electric Ladyland)", "Long Hot Summer Night", "Gypsy Eyes", "1983", "House Burning Down", and "All Along The Watchtower"
Noel Redding – backing vocals, bass on "Crosstown Traffic", "Little Miss Strange", "Come On (Let The Good Times Roll)", "Burning Of The Midnight Lamp", and "Voodoo Child (Slight Return)", acoustic guitar and lead vocals on "Little Miss Strange"
Mitch Mitchell – backing vocals, drums (except on "Rainy Day Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"), percussion, lead vocals on "Little Miss Strange"


Gastmusiker:

Jack Casady – bass on "Voodoo Chile"
Brian Jones – percussion on "All Along The Watchtower"
Al Kooper – piano on "Long Hot Summer Night"
Dave Mason – twelve-string guitar on "All Along The Watchtower", backing vocals on "Crosstown Traffic"
The Sweet Inspirations – backing vocals on "Burning Of The Midnight Lamp"
Steve Winwood – Hammond organ on "Voodoo Chile"
Chris Wood – flute on "1983... (A Merman I Should Turn To Be)"
Larry Faucette – congas on "Rainy Day, Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"
Mike Finnigan – organ on "Rainy Day, Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"
Buddy Miles – drums on "Rainy Day, Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"
Freddie Smith – tenor saxophone on "Rainy Day, Dream Away" and "Still Raining, Still Dreaming"


Label: Sony Music (ursprünglich: Reprise Records / Track Records)


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Psychedelic rock


Trackliste:

1. And The Gods Made Love (1:22)
2. Have You Ever Been (To Electric Ladyland) (2:10)
3. Crosstown Traffic (2:26)
4. Voodoo Chile (14:59)
5. Little Miss Strange (2:52)
6. Long Hot Summer Night (3:27)
7. Come On (Let The Good Times Roll) (4:09)
8. Gypsy Eyes (3:43)
9. Burning Of The Midnight Lamp (3:39)
10. Rainy Day, Dream Away (3:42)
11. 1983... (A Merman I Should Turn To Be) (13:39)
12. Moon, Turn The Tides...Gently Gently Away (1:01)
13. Still Raining, Still Dreaming (4:25)
14. House Burning Down (4:32)
15. All Along The Watchtower (4:00)
16. Voodoo Child (Slight Return) (5:13)

Gesamtspieldauer: 1:15:28




„Electric Ladyland“ heißt das dritte und letzte Studioalbum der Englisch-US-amerikanischen Rockband The Jimi Hendrix Experience. Das Doppelalbum, welches ursprünglich am 16. Oktober 1968 auf den Plattenlabeln Reprise Records in Nordamerika und Track Records in Europa veröffentlicht wurde, war die einzige Platte der Band, die Jimi Hendrix auch selbst produzierte. Bis Mitte November hatte das Album in den Vereinigten Staaten Platz 1 erreicht, wo es sich zwei Wochen lang an der Spitze halten konnte. „Electric Ladyland“ war die kommerziell erfolgreichste Veröffentlichung der Jimi Hendrix Experience und ihr einziges Nummer 1 Album in den USA. In Großbritannien erreichte das Album immerhin den sechsten Platz; in Deutschland Platz 12. „Electric Ladyland“ enthält das Bob Dylan Cover „All Along The Watchtower“, was zur meistverkauften Single der Band wurde. Die ursprünglich als Doppel-LP veröffentlichte Platte ist auf vielen Listen vertreten, wenn es darum geht die besten Alben aller Zeiten zu küren. So belegt Electric Ladyland“ Platz 55 in der Liste des Rolling Stone Magazines der „500 größten Alben aller Zeiten“.

Die Musik auf „Electric Ladyland“ ist sehr breit gefächert. Von Pop über Rock, hin zu Psychedelic und Blues gibt es auf dieser Platte jede Menge unterschiedlicher musikalischer Genres zu hören. Genau dies macht diese Scheibe auch so spannend. Solch einen Titel wie „Voodoo Chile“, der irgendwo zwischen den Genres Psychdelic Rock und improvisiertem Blues angesiedelt ist, den gab es so zuvor noch nie. Gleiches gilt für den zweiten Longtrack „1983... (A Merman I Should Turn To Be)“ eine tolle und abgefahrene Nummer, bei der man nur selten Abschnitte mit Eingängigkeit entdeckt. Sehr viel mehr hört man sphärische Klänge oder auch mal ein Schlagzeug-Solo. Das ist Psychedelic Rock, in den man sehr tief eintauchen kann und sich darin zu verlieren scheint, wenn man denn das Außergewöhnliche sucht. Solche Musik war wahrlich neu für die damalige Zeit.

Es gibt allerdings noch weitere Höhepunkte auf diesem Album. Das bereits erwähnte Bob Dylan Cover „All Along The Watchtower“ ist nicht nur eines der bekanntesten Lieder des Jimi Hendrix. Es wertet auch die ursprüngliche Version von Bob Dylan selbst um Klassen auf. Und schließlich sollte an dieser Stelle auch noch die Nummer „Burning Of The Midnight Lamp“ Erwähnung finden. Psychdelic Rock in sehr melodiöser Form, wie er schnell und ohne Umwege ins Ohr geht. Auch dieses Lied wurde als Single ausgekoppelt und erreichte im Vereinigten Königreich immerhin Platz 18 der Charts. Der Rest der Scheibe ist ebenfalls abwechslungsreich, kann vielleicht nicht mehr ganz so beeindrucken, wie die bereits erwähnten Nummern, lohnenswert ist das jedoch allemal.

Fazit: „Electric Ladyland“ ist wohl das bekannteste und auch das erfolgreichste Album der Jimi Hendrix Experience geworden. Und das auch nicht ohne Grund, denn es gibt viel zu entdecken auf dieser Scheibe, die mit den musikalischen Genres spielt und immer wieder Überraschungen für die Hörerin und den Hörer parat hält. Für Menschen, die mit der heutigen Musik des Radios sozialisiert wurden, mag das ein oder andere oder vielleicht sogar das meiste auf „Electric Ladyland“ neu oder gar seltsam klingen. Für Menschen, die der Musik offen gegenüberstehen, überwiegen dagegen die spannenden und mitreißenden Abschnitte. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Voodoo Chile, Burning Of The Midnight Lamp, 1983... (A Merman I Should Turn To Be), All Along The Watchtower



Dienstag, 11. Dezember 2018

Bob Dylan – The Times They Are a-Changin’




Bob Dylan – The Times They Are a-Changin’


Besetzung:

Bob Dylan – vocals, acoustic guitar, harmonica


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1964


Stil: Folk


Trackliste:

1. The Times They Are a-Changin' (3:15)
2. Ballad Of Hollis Brown (5:06)
3. With God On Our Side (7:08)
4. One Too Many Mornings (2:41)
5. North Country Blues (4:35)
6. Only A Pawn in Their Game (3:33)
7. Boots Of Spanish Leather (4:40)
8. When The Ship Comes In (3:18)
9. The Lonesome Death Of Hattie Carroll (5:49)
10. Restless Farewell (5:32)

Gesamtspieldauer: 45:41




„The Times They Are a-Changin‘“ ist das dritte Studioalbum des amerikanischen Sängers und Songwriters Bob Dylan, das am 13. Januar 1964 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht wurde. Während seine vorherigen Alben „Bob Dylan“ und „The Freewheelin‘ Bob Dylan“ noch aus Originalmaterial und Coversongs bestanden, ist „The Times They Are a-Changin‘“ die erste Platte des in Duluth, Minnesota geborenen Musikers, welche nur noch Eigenkompositionen enthält. Auf der Platte hört man sanfte, nur durch die akustische Gitarre und die Mundharmonika begleitete Balladen, zu denen Bob Dylan seine Gedanken zu Themen wie Krieg, Rassismus, Armut und den sozialen Wandel singt.

Die Lieder gehen ins Ohr, mitunter nicht sofort beim ersten Mal des Hörens, doch spätestens beim zweiten Durchlauf. Es lohnt sich dabei wahrlich die Texte des Bob Dylan zu verfolgen. Diese sind emotional (was ganz bestimmt nicht durch seinen Gesang transportiert wird), spannend und auf den Punkt kommend. Zudem geben sie den Geist der damaligen Zeit wieder, den neuen Geist des Aufbruchs, der die Jugend damals erfasste. Der Titel des Albums „The Times They Are a-Changin‘“ gibt dies bereits sehr gut wieder. Die Inhalte der Lieder beherbergen keine Zeilen wie „I love you and I hope you love me too“. Bob Dylan erzählt Geschichten und Gedanken und stellt dabei Fragen – und das sehr eindringlich. Ein Beispiel möchte ich an diese Stelle einfach anfügen, denn es erklärt viel von der Musik des Robert Allen Zimmerman.

Text, Bob Dylan „With God On Our Side“



Oh my name it ain't nothin'
My age it means less
The country I come from
Is called the Midwest
I was taught and brought up there
The laws to abide
And that land that I live in
Has God on its side

Oh, the history books tell it
They tell it so well
The cavalries charged
The Indians fell
The cavalries charged
The Indians died
Oh, the country was young
With God on its side

The Spanish-American
War had its day
And the Civil War, too
Was soon laid away
And the names of the heroes
I was made to memorize
With guns in their hands
And God on their side

The First World War, boys
It came and it went
The reason for fighting
I never did get
But I learned to accept it
Accept it with pride
For you don't count the dead
When God's on your side

The Second World War
Came to an end
We forgave the Germans
And then we were friends
Though they murdered six million
In the ovens they fried
The Germans now, too
Have God on their side

I've learned to hate the Russians
All through my whole life
If another war comes
It's them we must fight
To hate them and fear them
To run and to hide
And accept it all bravely
With God on my side

But now we got weapons
Of chemical dust
If fire them, we're forced to
Then fire, them we must
One push of the button
And a shot the world wide
And you never ask questions
When God's on your side

Through many a dark hour
I've been thinkin' about this
That Jesus Christ was
Betrayed by a kiss
But I can't think for you
You'll have to decide
Whether Judas Iscariot
Had God on his side.

So now as I'm leavin'
I'm weary as Hell
The confusion I'm feelin'
Ain't no tongue can tell
The words fill my head
And fall to the floor
That if God's on our side
He'll stop the next war



Fazit: „The Times They Are a-Changin‘“ ist ein schönes, ruhiges und einfühlsames Album geworden, welches gleichzeitig packt. Die Melodien gehen ins Ohr, das Besondere sind jedoch die Texte, die sich lohnen gehört und vielleicht sogar nachgelesen zu werden. Das dritte Album des Bob Dylan ist ein Zeitdokument von einem Sänger und Musiker, der über den eigenen Horizont hinausblickt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Ballad Of Hollis Brown, With God On Our Side, North Country Blues



Montag, 10. Dezember 2018

Man – Be Good To Yourself At Least Once A Day




Man – Be Good To Yourself At Least Once A Day


Besetzung:

Micky Jones – guitars, vocals
Clive John – guitars, vocals
Phil Ryan – keyboards, vocals
Will Youatt – bass, vocals
Terry Williams – drums, percussion


Gastmusiker:

Dave Edmunds – pedal steel guitar on "C'mon"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock


Trackliste:

1. C’mon (11:04)
2. Keep On Crinting (8:17)
3. Bananas (9:28)
4. Life On The Road (7:17)

Gesamtspieldauer: 36:07



„Be Good To Yourself At Least Once A Day” heißt das fünfte Studioalbum der walisischen Rockband Man. Es erschien 1972 ursprünglich auf dem Plattenlabel United Artists gerade einmal einen Monat nach dem Vorgängeralbum, der Live-Platte „Live At The Padget Rooms, Penarth“. Die Besetzung der Band hatte sich stark verändert. Martin Ace hatte Man verlassen und Deke Leonard war gefeuert worden. Dafür kehrte Clive John zurück und brachte Phil Ryan und Will Youatt mit, mit denen er die Band Iorwerth Pritchard And The Neutrons gegründet hatte, als er im Jahr 1971 Man verließ. Dies ist das einzige Studioalbum von Man, welches in dieser Besetzung eingespielt wurde.

Auf „Be Good To Yourself At Least Once A Day” hört man nur noch ganz am Rande und ansatzweise Psychedelic beziehungsweise Progressive Rock. Die Musik auf dem Album besteht zum allergrößten Teil aus relativ geradlinigem Rock, der lange Instrumentalpassagen aufweist und dabei sehr oft auch sehr unstrukturiert wird. Das wiederum wäre nicht weiter schlimm und könnte sogar sehr spannend werden, wenn denn die einzelnen Titel wenigstens ein wenig interessant oder gar eingängig klingen würden. Machen sie allerdings leider nicht – maximal phasenweise wie der recht gechillte Instrumentalteil auf „C’mon“. Ansonsten hört sich die Musik von Man auf „Be Good To Yourself At Least Once A Day” meist ein wenig bieder, durchschnittlich und sehr unspektakulär an.

Damit wären wir bei den Höhepunkten der Scheibe, die es so nicht gibt. Zwar gibt es unter den vier Liedern der Platte keinen starken Ausreißer nach unten, genauso wenige allerdings nach oben. Das bereits erwähnte „C’mon“ klingt in der ersten Instrumentalpassage durchaus spannend. Selbiges gilt für das wesentlich rockigere „Bananas“, was ebenso noch in den instrumentalen Abschnitten am besten gefällt. Doch ansonsten gibt es auf diesem Album kaum etwas, was einem ein Lächeln auf die Lippen zaubern würde, da alles so unfassbar gewöhnlich klingt.

Fazit: Das Besondere, das Experimentelle in der Musik von Man war auf dem Weg vom vierten zum fünften Studioalbum verloren gegangen. Auf „Be Good To Yourself At Least Once A Day” hört man eher langweiligeren Rock, der zur Zeit seiner Entstehung schon nichts Besonderes darstellte, heutzutage noch sehr viel weniger. Kein ganz schlechtes Album, aber eine belanglose und austauschbare Platte. Sieben Punkte.

Anspieltipps: C’mon, Bananas



Sonntag, 9. Dezember 2018

The Temperance Movement – A Deeper Cut




The Temperance Movement – A Deeper Cut


Besetzung:

Phil Campbell – vocals
Paul Sayer – guitars
Nick Fyffe – bass
Matt White – guitars
Simon Lea – drums


Label: Earache


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Caught In The Middle (2:40)
2. Built-In Forgetter (4:22)
3. Love And Devotion (3:23)
4. A Deeper Cut (3:44)
5. Backwater Zoo (3:54)
6. Another Spiral(3:28)
7. Beast Nation (3:23)
8. The Way It Was And The Way It Is Now (3:17)
9. Higher Than The Sun (3:21)
10. Children (4:08)
11. There‘s Still Time (3:31)
12. The Wonders We‘ve Seen (4:00)

Gesamtspieldauer: 43:18



„A Deeper Cut“ heißt das dritte Studioalbum der britischen Rockband The Temperance Movement. Am 16. Februar 2018 wurde das Album auf dem Plattenlabel Earache veröffentlicht. Die Musik auf der Scheibe bewegt sich erneut im Bereich zwischen eher geradlinigem Rock, Blues Rock und einer Prise Rock’n’Roll, wenn auch der Rock-Anteil, der im Mainstream anzusiedeln ist, ein wenig die Vorherrschaft eingenommen hat. Am Schlagzeug und an der Gitarre hat es zwei Umbesetzungen nach dem letzten Album gegeben, was jedoch keine allzu große Veränderung in musikalischer Hinsicht bewirkt hat.

Ansonsten bleibt also fast alles beim Alten bei The Temperance Movement. Auch auf „A Deeper Cut“ hört man Musik, die eher aus den USA denn aus Großbritannien zu kommen scheint. Dazu wirkt und klingt sie fast so, als ob sie in den 70er oder 80er Jahren in den Südstaaten der USA komponiert worden wäre. Dadurch wären wir erneut bei dem „Problem“, welches die Titel von The Temperance Movement oftmals beinhalten. Das hört sich zu häufig zu allgemein und längst und oft gehört an. Etwas Neues gibt es auch auf „A Deeper Cut“ definitiv nicht zu hören. Titel, wie sie so schon oft von anderen Bands erklungen sind, erklingen auf dem Album in leicht abgewandelter Form. Das mag den Blues Fan und Freund des Südstaaten Rocks gefallen, mich lässt es oftmals noch nicht einmal mehr aufhorchen. Mein Problem, ich weiß.

Gelungen klingen für mich das Titellied „A Deeper Cut“, eine schöne und gelungene Ballade, die dann doch mal etwas mehr Melodiösität verströmt und ins Ohr geht. „Beast Nation“ ist dagegen eine Mid-Tempo-Nummer, die es ebenfalls schafft sich festzusetzen, dabei sogar mit jedem weiteren Durchlauf zu wachsen scheint. Der Höhepunkt auf „A Deeper Cut“ ist allerdings das Lied „There‘s Still Time“. Ebenfalls eine eher ruhigere Nummer, die zunächst das Ohr bestens umschmeichelt und sich schließlich steigert und sogar zu grooven beginnt. Jetzt macht die Musik von The Temperance Movement sehr viel Spaß. Ach würde doch viel mehr auf „A Deeper Cut“ so klingen.

Fazit: Auch „A Deeper Cut“ ist ein Album geworden, welches gerade bei Blues- und Südstaaten-Rock-Fans Eindruck hinterlassen dürfte. Neues gibt es auf der Scheibe nicht zu bewundern beziehungsweise zu erhören, dennoch Altbewährtes, was heutzutage noch genauso wirkt wie damals vor dreißig Jahren. Für Freundinnen und Freunde progressiverer Töne vielleicht etwas langweilig geraten, für Fans der genannten Genres eine Ausweitung ihrer Lieblingsmusik. Acht Punkte.

Anspieltipps: A Deeper Cut, Beast Nation, There‘s Still Time



Samstag, 8. Dezember 2018

Iron Butterfly – Metamorphosis




Iron Butterfly – Metamorphosis


Besetzung:

Ron Bushy – drums
Lee Dorman – bass guitar
Doug Ingle – organ, vocals
Mike Pinera – guitar, vocals
Larry "Rhino" Reinhardt – guitar


Gastmusiker:

Richard Podolor – sitar, twelve-string guitar
Bill Cooper – twelve-string guitar


Label: ATCO


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Rock, Psychedelic Rock, Acid Rock


Trackliste:

1. Free Flight (0:50)
2. New Day (3:20)
3. Shady Lady (3:57)
4. Best Years Of Our Life (3:59)
5. Slower Than Guns (3:49)
6. Stone Believer (4:25)
7. Soldier In Our Town (3:22)
8. Easy Rider (Let The Wind Pay The Way) (3:06)
9. Butterfly Bleu (13:57)

Gesamtspieldauer: 40:49



„Metamorphosis“ nannte die US-amerikanische Rockband Iron Butterfly ihr viertes Studioalbum. Veröffentlicht wurde „Metamorphosis“ am 13. August 1970, wie auch die vorherigen Alben der Band, auf dem Plattenlabel ATCO, was inzwischen zu Rhino Records und damit zur Warner Music Group gehört. „Metamorphosis“ war nicht mehr so erfolgreich wie das Vorgängeralbum „Ball“, erreichte allerdings immer noch Platz 16 in den US-Charts. Erik Brann hatte aufgrund von Streitigkeiten die Band verlassen und war durch vier Session-Gitarristen ersetzt worden. Zwei von ihnen, Mike Pinera und Larry „Rhino“ Reinhardt, wurden vor der Veröffentlichung des Albums feste Mitglieder bei Iron Butterfly. Das Lied „Easy Rider (Let The Wind Pay The Way)“ wurde als Single ausgekoppelt und erreichte Platz 66 der Billboard-Charts. Die Besonderheit auf „Metamorphosis“ ist, dass es eines der ersten Rockalben darstellt, auf dem die Talkbox zum Einsatz kommt.

Auf „Metamorphosis“ hat sich stilistisch ein großer Wandel in der Musik von Iron Butterfly vollzogen. Von Psychdeleic Rock ist auf dem Album nur noch sehr wenig zu hören, auch wenn der letzte Titel „Butterfly Bleu“ immer noch Ansätze dieses Genres enthält. Doch hört man insgesamt auf der Platte Rock, Blues und sogar Soul, was die Scheibe sehr viel gewöhnlicher werden lässt. Klar wird auf „Butterfly Bleu“ auch noch ein wenig experimentiert, es bleibt allerdings eine Nummer, die wie Stückwerk wirkt und dabei überhaupt nicht ins Ohr gehen mag. Das Lied ist aus mehreren Teilen zusammengesetzt, die mal rockiger, mal sphärischer und schließlich nur noch experimentell klingen und man versteht die Zusammenhänge überhaupt nicht, da die einzelnen Passagen fast schon wie willkürlich aneinandergehängt wirken. Das hört sich fast so an, als ob die Musiker mal wieder ein langes Lied machen wollten und nachgesehen haben, sie denn da noch so im Archiv finden würden. Klingt irgendwie sehr seltsam. Daran ändert leider auch nichts der hier bereits erwähnte Einsatz der Talkbox nichts. Schade. Leider kann auch der Rest der Platte nur in Ausnahmefällen etwas mehr gefallen allerdings kaum überzeugen, da auch dieser alles andere als eingängig klingt und in diesen hier bedienten Genres zudem keineswegs überzeugt.

So muss als Höhepunkt das etwas schmachtende und ein wenig im Folk angesiedelte „Slower Than Guns“ herhalten. Ein ganz „nettes“ Lied mit angenehmer Melodieführung, durch den Einsatz der Sitar auch etwas exotisch klingend. Die weiteren Lieder hören sich dann immer noch ganz interessant an, wenn sie rocken, ansonsten bleibt Vieles auf „Metamorphosis“ leider nur Stückwerk.

Fazit: Nachdem Erik Brann Iron Butterfly verlassen hatte ging es mit der Band musikalisch gesehen deutlich bergab. Nur noch sehr wenig kann auf „Metamorphosis“, dem vierten Album von Iron Butterfly noch überzeugen. Die meisten Titel laufen einfach durch und überraschen den Iron Butterfly Fan, da es sich dabei keineswegs mehr um Psychedelic Rock, sondern um Blues, Soul oder gewöhnlichen Rock handelt. Daran kann auch leider der Longtrack „Butterfly Bleu“ nichts ändern. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Slower Than Guns



Freitag, 7. Dezember 2018

The Flower Kings – Desolation Rose




The Flower Kings – Desolation Rose


Besetzung:

Roine Stolt – electric & acoustic guitars, vocals, additional keyboards
Jonas Reingold – electric basses, vocals
Tomas Bodin – grand piano, hammond b3, minimoog, fender rhodes, electric keyboards
Hasse Fröberg –vocals & electric guitars
Felix Lehmann – drums & percussion


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Tower One (13:37)
2. Sleeping Bones (4:16)
3. Desolation Road (4:00)
4. White Tuxedos (6:30)
5. The Resurrected Judas (8:24)
6. Silent Masses (6:17)
7. Last Carnivore (4:22)
8. Dark Fascist Skies (6:05)
9. Blood Of Eden (3:12)
10. Silent Graveyards (2:52)

Gesamtspieldauer: 59:40



„Desolation Rose” heißt das zwölfte Studioalbum der schwedischen Progressive Rockband The Flower Kings. Das Album wurde am 28. Oktober 2013 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht. Eingespielt wurde die Scheibe in der gleichen Besetzung wie schon der Vorgänger „Banks Of Eden“, der ein Jahr zuvor erschien.

Ob nochmals ein Album der Flower Kings veröffentlicht wird, weiß wohl lediglich Roine Stolt selbst. Umstritten sind diese letzten Veröffentlichungen der Schweden allesamt – bei Fans wie Musikkritikern. Jedoch auch diese bisher letzte Veröffentlichung ist alles andere als schlecht geraten, allerdings stellt „Desolation Rose” langsam den vierten, fünften, sechsten oder siebten Aufguss der immer gleichen Musik dar. Etwas vertrackter Progressive Rock, der mal mehr, mal weniger ins Ohr geht. Die Lieder sind verschachtelt und abwechslungsreich, weisen dabei neben krachenden Soli auch wunderschöne sanfte Passagen auf. Lieder, die dabei von vorne bis hinten absolut überzeugen gibt es jedoch nicht, da sie immer aus mehreren Versatzstücken zusammengekittet sind, die eben mal mehr, mal weniger gefallen und überzeugen. Allzu oft bewegen sich die Schweden dabei auch im Bereich des Mainstream Rocks, von dem es auf dieser Welt einfach schon zu viel gibt.

Wäre diese Platte die erste Berührung mit den Flower Kings, würde das Album sicherlich noch mehr überzeugen. Doch irgendwie scheint man als Hörer der bereits ersten Veröffentlichungen und Begleiter der Band, fast alles von den Musikern um Roine Stolt schon mal gehört zu haben. Auf „Desolation Rose” gesellen sich zu diesen offensichtlichen Wiederholungen noch solch unsägliche Schmachtitel wie „Blood Of Eden“ oder „Silent Graveyards“ und man möchte am liebsten reflexartig zur Fernbedienung greifen. „White Tuxedos“ sowie „Silent Masses“ fischen auch ganz ordentlich im Mainstream und haben mit Progressive Rock nur noch am Rande zu tun. Doch hier gehen die Melodiebögen zumindest noch ins Ohr und können von daher überzeugen. Und der ganze Rest? Geschmackssache, allerdings jedoch leider nicht mehr sonderlich progressiv.

Fazit: Die Flower Kings haben sich mit „Desolation Rose” einmal mehr kopiert. Ganz bestimmt hört man keine schlechte Musik auf der Platte, doch wenn man die Vorgängeralben ebenfalls bereits besitzt, klingt die Musik der Schweden etwas ermüdend. Nichts Neues gibt es auf dem zwölften Album der Flower Kings zu hören, nur dass der Kurs in Richtung Mainstream weiter fortgesetzt wurde. Acht Punkte.

Anspieltipps: White Tuxedos, Silent Masses



Donnerstag, 6. Dezember 2018

Spock’s Beard – The Oblivion Particle




Spock’s Beard – The Oblivion Particle


Besetzung:

Ted Leonard – lead vocals, guitars
Alan Morse – electric guitar, acoustic guitar, pedal steel guitar, lap steel guitar, mandolin, autoharp, backing vocals
Ryo Okumoto – organ, mellotron, piano, synths, clavinet, vocoder
Dave Meros – bass, backing vocals, lead vocals on "Iron Man"
Jimmy Keegan – drums, percussion, timpani, backing vocals, lead vocals on "Bennett Built A Time Machine"


Gastmusiker:

David Ragsdale – violin on "Disappear"
Nick D‘Virgilio – drums on "Iron Man"


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Retro Prog, Melodic Rock


Trackliste:

1. Tides Of Time (7:48)
2. Minion (6:56)
3. Hell‘s Not Enough (6:23)
4. Bennett Built A Time Machine (6:55)
5. Get Out While You Can (4:58)
6. A Better Way To Fly (9:01)
7. The Center Line (7:05)
8. To Be Free Again (10:29)
9. Disappear (6:36)

Special Edition Bonus Track:

10. Iron Man (6:14)

Gesamtspieldauer: 1:12:31



„The Oblivion Particle“ nannte die US-amerikanische Progressive Rock Band Spock’s Beard ihr zwölftes Studioalbum. Dieses erschien am 21. August 2015 auf dem Plattenlabel InsideOut Music. Zum letzten Mal hört man auf dem Album den Schlagzeuger Jimmy Keegan, der die Band im Oktober 2016 aus persönlichen Gründen verließ. Dafür ist Nick D‘Virgilio auf „The Oblivion Particle“ beim Bonus Track wieder am Schlagzeug zu hören, der Spock’s Beard nach „X“ verlassen hatte.

Seltsam ist allerdings etwas anderes an diesem Album. Auf „The Oblivion Particle“ stammen die Lieder „Minion“ und „Hell's Not Enough“ aus der Feder von Sänger Ted Leonard. Der Titel „The Center Line“ wurde von Alan Morse und Ryo Okumoto komponiert. „Tides Of Time“ stammt von Stan Ausmus, einem Musiker, der schon auf vorherigen Platten von Spocks Beard Lieder beigetragen hatten. Die restlichen fünf Titel stammen von John Boegehold, ebenfalls Gastmusiker und Co-Autor auf früheren Erscheinungen von Spock’s Beard. Somit wurde überraschenderweise nur wenig auf dieser Platte vom eigentlichen Stammpersonal der Band selbst komponiert.

Der Musik tut dies allerdings keinen Abbruch, auf „The Oblivion Particle“ hört man durchaus melodischen Progressive Rock, der auch mit einer Mixtur von Melodic Rock und Neo Prog beschrieben werden kann. Viele – nicht alle – der Lieder gehen bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr, klingen melodisch und eingängig. Auch gibt es für Freundinnen und Freunde eher progressiver Töne einiges auf diesem Album zu entdecken. Neben den bereits erwähnten melodischen Passagen erklingen rockigere Abschnitte, die perfekt miteinander verbunden ein spannendes Gesamthörerlebnis ergeben. Und für Liebhaber der eher frickeligen Fraktion wird an der einen oder anderen Stelle auch immer wieder etwas geboten. Langeweile kommt damit sicherlich nie auf. Als Bonus-Lied der „Special Edition“-Ausgabe der Platte gibt es noch das Black Sabbath Cover „Iron Man“ am Ende des Albums zu hören. Warum dieses noch hinterhergeschoben wurde erschließt sich mir nicht ganz. Ted Leonard versucht ein wenig wie Ozzy Osbourne zu klingen und ansonsten passt dieses Lied stilistisch überhaupt nicht zum Rest der Scheibe.

Die Höhepunkte auf „The Oblivion Particle“ heißen „Bennett Built A Time Machine“, „A Better Way To Fly“ sowie „To Be Free Again“. Zugegebenermaßen enthalten gerade diese Nummern einiges an Melodic Rock, doch gerade damit können Spock’s Beard auf dem Album am allermeisten überzeugen. Zudem variieren die Musiker in diesen Stücken, die allesamt von John Boegehold komponiert wurden, Atmosphären und Stimmungen in wunderschöner Weise, sodass man in diese Musik bestens eintauchen und sich darin verlieren kann. Und gerade die Nummer „A Better Way To Fly“ besitzt dabei auch einige progressivere Ansätze.

Fazit: Eine durchaus gelungene Platte ist das zwölfte Studioalbum der US-amerikanischen Progressive Rock Band Spock’s Beard geworden. Zu viel Progressive Rock hört man darauf zwar nicht mehr, dafür jedoch gut gemachten und eingängigen Melodic Rock, der durchaus zu gefallen und überzeugen weiß. Die Mischung aus beiden Stilrichtungen bewirkt, dass dieses Album nie langweilig wird. Leider scheint den Musikern jedoch die kreative Ader abhanden gekommen zu sein, da die Lieder mehr von außerhalb der Band stehenden Musikern geschrieben wurde, denn von den Band-Mitgliedern selbst. Doch gut klingt es trotzdem. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Bennett Built A Time Machine, A Better Way To Fly, To Be Free Again