Sonntag, 16. Juni 2013

.Com/Kill – .Com/Kill




.Com/Kill – .Com/Kill


Label: Accession Records


Erscheinungsdatum: 2013


Trackliste:

1. Freaks Like Us (5:19)
2. Com/Kill One (4:29)
3. Das Blendwerk (3:57)
4. Monster Divine (4:40)
5. Who:Ah! (3:45)
6. Machines (5:32)
7. Still die Gier (3:47)
8. Out of Control (4:16)
9. Knecht der Lüge (4:21)

Gesamtspieldauer: 40:06



Eine der Bands, die von Anfang an auf Radio Goethe mit dabei war, ist Diary Of Dreams. Irgendwie hatten und haben sie genau das, was mich anspricht. Elektronisch geladene, treibende Beats, dunkel-düstere Atmosphäre, Texte am Rande des Wahnsinns, dazu die beeindruckende Stimme von Sänger Adrian Hates.

Doch neben DoD arbeiteten Hates und sein Co-Partner Gaun:A seit 1996, dem Gründungsjahr von Radio Goethe, auch noch an einem Nebenprojekt, das irgendwie immer ins Hintertreffen geriet. Nun ist es da und heißt “.Com/Kill”. Und ich frage mich, warum man damit so lange wartete. Eine geniale Platte, die man laut hören muss, wirklich laut. Zeit für eine Dröhnung der Extraklasse. Ein Tick verdrehter, härter, abgefahrener als Diary Of Dreams. Etliche Lagen an Klanggewittern und fernen Soundskulpturen berauschen und berieseln einen. Die Texte mal Englisch, mal Deutsch. .Com/Kill sind ein musikalischer Weitsprung für die beiden Musiker. Man kann nur hoffen, dass das Nachfolgewerk nicht wieder so lange auf sich warten lässt. Die internationale Clubszene wird dieses Projekt dankend annehmen.

Absolut empfehlenswert, zweifellos eine der besten Platten 2013, 14 Punkte.




Samstag, 15. Juni 2013

The Pogues – Red Roses For Me




The Pogues – Red Roses For Me


Besetzung:

Shane MacGowan – vocals, guitar
Jem Finer – banjo
Spider Stacy – tin whistle
James Fearnley – accordion
Cait O'Riordan – bass guitar
Andrew Ranken – drums


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Irish Folk, Punk


Trackliste:

1. Transmetropolitan (4:16)
2. The Battle Of Brisbane (1:50)
3. The Auld Triangle (4:20)
4. Waxie's Dargle (1:53)
5. Boys From The County Hell (2:56)
6. Sea Shanty (2:25)
7. Dark Streets Of London (3:33)
8. Streams Of Whiskey (2:33)
9. Poor Paddy (3:10)
10. Dingle Regatta (2:52)
11. Greenland Whale Fisheries (2:37)
12. Down In The Ground Where The Dead Men Go (3:30)
13. Kitty (4:23)

Gesamtspieldauer: 40:17




The Pogues machen Irish-Folk-Musik, die leicht punkig angehaucht ist, allerdings nichts mit der Musik der Heroen dieses Genres, wie den Sex Pistols oder den Ramones gemein hat. Mitunter sind die Stücke auch überarbeitete traditionelle irische Folk-Songs, die etwas „flotter“ wiedergegeben werden.

Wer Irish Folk mag, der wird auch mit den Pogues seinen Spaß haben. Irgendwie klingt jedes Lied nach „Guter Laune“. Die einzelnen Stücke sind meist im Mid-Tempo gehalten und wenn man der Musik zuhört, hat man sofort ein irisches Volksfest vor Augen, bei dem von den Teilnehmern ordentlich und schnell das Tanzbein geschwungen wird.

Abwechslung wird auf diesem ersten Werk der Iren allerdings nicht allzu groß geschrieben, die Lieder ähneln sich sehr. Mit einer Spieldauer von vierzig Minuten, wird es auf der ursprünglichen Version der Platte allerdings auch niemals langweilig. Die Musik wippt irgendwie durch und die einzelnen Songs ziehen zügig am Ohr des Hörers vorbei. Zwei Ausnahmen gibt es diesbezüglich allerdings doch. „The Auld Triangle“ und das letzte Stück „Kitty“ sind deutlich melancholischer und ruhiger gehalten und lockern das Gesamtwerk dadurch noch malen bisschen auf.

Fazit: Die Musik der Pogues zaubert einem irgendwie ein Lächeln auf die Lippen und man ist ständig in Versuchung mit zu wippen. Dem spricht auch nichts entgegen, sodass man sich mit „Red Roses For Me“ die gute Laune ins Haus holen kann. Vielleicht nicht jeden Tag, dazu wirkt es manches Mal auch ein klein wenig zu hektisch – obwohl, ist eben Irish Folk, der will zum Mitmachen animieren und da kann eine kleine Prise „Hektik“ durchaus auch mal von Vorteil sein. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Auld Triangle, Dark Streets Of London





Freitag, 14. Juni 2013

Red Hot Chili Peppers – Blood Sugar Sex Magik




Red Hot Chili Peppers – Blood Sugar Sex Magik


Besetzung:

Flea – bass, backing vocals, trumpet, keyboard, percussion
John Frusciante – electric and acoustic guitars, 12-string guitar, backing vocals, percussion
Anthony Kiedis – lead vocals, percussion
Chad Smith – drums, percussion


Gastmusiker:

Brendan O'Brien – mellotron on "Breaking the Girl" and "Sir Psycho Sexy", b3 organ on "Suck My Kiss" and the B-Side "Soul To Squeeze"
Gail Frusciante and her friend – choir vocals on "Under the Bridge"
Pete Weiss – jew's harp on "Give It Away"


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Funk Rock, Rock


Trackliste:

1. The Power Of Equality (4:04)
2. If You Have To Ask (3:37)
3. Breaking The Girl (4:55)
4. Funky Monks (5:23)
5. Suck My Kiss (3:37)
6. I Could Have Lied (4:04)
7. Mellowship Slinky In B Major (4:00)
8. The Righteous & The Wicked (4:08)
9. Give It Away (4:43)
10. Blood Sugar Sex Magik (4:31)
11. Under The Bridge (4:24)
12. Naked In The Rain (4:26)
13. Apache Rose Peacock (4:42)
14. The Greeting Song (3:14)
15. My Lovely Man (4:39)
16. Sir Psycho Sexy (8:17)
17. They're Red Hot (1:12)

Gesamtspieldauer: 1:13:56




Eigentlich passen die Red Hot Chili Peppers so gar nicht in mein Beuteschema, wenn es um deren Musik geht. Obwohl, später schon, allerdings nicht zu der Zeit, als „Blood Sugar Sex Magik“ entstanden ist. Das war 1991 und die Band machte damals so eine Art Funk Rock, angereichert mit HipHop-Elementen. Im Grunde genommen müsste ich das Weite suchen.

Trotzdem ist dieses fünfte Album der Red Hot Chili Peppers keine schlechte Platte geworden, selbst für mich nicht, dessen Musikgeschmack immer wieder mal nur tangiert wird. Die Musik ist in sich geschlossen, konsequent und geht meist nur wenig Kompromisse ein. Soll heißen, ein einmal eingeschlagener Weg wird unabdingbar weiter verfolgt. Und wenn das dann so klingt wie bei „Give It Away“ kann selbst ich etwas damit anfangen. Hier groovt es, es gibt auch mal den etwas „schrägeren“ Ton und dieser HipHop-Gesang des Anthony Kiedis passt einfach perfekt.

„Breaking The Girl“ und das wohl bekannteste Lied der Platte „Under The Bridge“ sind dagegen fast schon „normale“ Rock-Lieder, die zudem auch noch eingängig und melodiös gelungen sind. Noch ein weiteres Beispiel für die Abwechslung auf dem Album ist „I Could Have Lied“. Ein sehr ruhiger Song, der mitunter richtiggehend balladesk klingt und somit fast aus dem Rahmen des Gesamtkonzepts auf „Blood Sugar Sex Magik“ fällt.

Der Titeltrack selbst ist auch wieder eine groovige und funkige Nummer, der allerdings auch etwas härtere Töne beiwohnen. Vielleicht ist auch gerade das der Grund, warum das Lied überzeugen kann. Dieser Rock in Verbindung mit der gesprochen Strophe, das hat schon was. Der Rest der Platte dagegen ist eher unmelodiös, hier wird ebenfalls viel Wert auf den Groove oder den Funk gelegt und findet seine volle Ausprägung im über achtminütigen „Sir Psycho Sexy“. Das ist kann dann allerdings schon sehr gewöhnungsbedürftig.

Fazit: Funk Rock, den bekommt man hier auf „Blood Sugar Sex Magik“ hauptsächlich zu hören. Wenn man damit so gar nichts anzufangen weiß, dann wird einem dieses Album fürchterlich auf den Senkel gehen. Es gibt sie zwar auch, die schönen Rock-Nummern, aber der Fokus der Platte liegt auf einem anderen Schwerpunkt. Jedoch auch hier gibt es etwas für den Rock Fan zu entdecken. Nicht alles wirklich überzeugend, aber dafür sind Fernbedienungen ja auch erfunden worden. Festzuhalten bleibt allerdings, dass man sich das Label „Funk Rock“ durchaus auch mal geben kann, denn „selbst hier“ versteckt sich mitunter richtig gute Musik. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Breaking The Girl, Give It Away, Under The Bridge





Donnerstag, 13. Juni 2013

Golden Earring – To The Hilt




Golden Earring – To The Hilt


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums
Bertus Borgers – saxophone
Robert Jan Stips – keyboards


Gastmusiker:

Chris Mercer – tenor saxophone


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock


Trackliste:

1. Why Me? (7:16)
2. Facedancer (4:09)
3. To The Hilt (3:10)
4. Nomad (7:09)
5. Sleepwalkin' (5:03)
6. Latin Lightning (7:17)
7. Violins (10:21)

Gesamtspieldauer: 44:25




Das elfte Album der niederländischen Band Golden Earring erschien 1976 und wurde mit dem Titel „To The Hilt“ versehen. Und auf diesem Album gibt es relativ geradlinigen Rock zu hören. Der ist handwerklich auch gut gemacht, aber so richtig überzeugen, wie noch vor ein paar Jahren, können die Niederländer damit nicht mehr.

Zwei Höhepunkte gibt es auf „To The Hilt“ noch zu hören. Der erste ist gleich der Opener „Why Me?“ ein wirklich guter Rock-Song der groovt. Besonders gelungen ist hier das Keyboard-Spiel und die Abwechslung, die in der Mitte des Songs durch das Solo geschaffen wird. Auf früheren Alben wäre das aber wohl erst gar nicht der Rede wert gewesen.

Der Höhepunkt des Albums liegt beim Titel „Nomad“. Wenn man das gerade erwähnte Lied und diesen Song hintereinander hört, klingen beide phasenweise sogar recht ähnlich. Auch hier überzeugt das Keyboard-Spiel, was an einigen Stellen des Stücks deutlich im Vordergrund steht. Dann wird es sphärisch und man glaubt Katzen maunzen zu hören und weiter geht es richtig schön melodiös. Sehr abwechslungsreich dieser Titel, bei dem sich Gitarre und Keyboard klasse ergänzen.

Nun und der Rest? Der ist irgendwie nichts Besonderes. Die Violinen auf „Violins“ hört man in der zweiten Hälfte des Stücks, das zwar irgendwie treibend und groovend ist, trotzdem nicht so recht überzeugen kann. Alles andere läuft so mit oder so durch, ganz wie man das sehen will.

Fazit: Außer bei „Nomad“ und mit Abstrichen noch bei „Why Me?“ ist auf „To The Hilt“ unspektakuläre Rock-Musik zu hören, die es nicht schafft irgendwelche Spuren oder Eindrücke zu hinterlassen. Sicherlich kein schlechtes Album und wie bereits erwähnt handwerklich gut gemacht, aber das war es dann auch schon. Durchschnitt eben, den man wohl meist ganz schnell wieder vergisst. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Why Me?, Nomad






Mittwoch, 12. Juni 2013

Neil Young – After The Goldrush




Neil Young – After The Goldrush


Besetzung:

Neil Young – vocals, guitar, piano, harmonica, vibes


Gastmusiker:

Danny Whitten – guitar, vocals
Nils Lofgren – piano, guitar, vocals
Jack Nitzsche – piano
Billy Talbot – bass
Greg Reeves – bass
Ralph Molina – drums, vocals
Bill Peterson – flugelhorn
Stephen Stills – vocals
Susan Young – patches


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Tell Me Why (2:59)
2. After The Gold Rush (3:47)
3. Only Love Can Break Your Heart (3:10)
4. Southern Man (5:31)
5. Till The Morning Comes (1:28)
6. Oh Lonesome Me (3:50)
7. Don't Let It Bring You Down (2:58)
8. Birds (2:33)
9. When You Dance, I Can Really Love (3:46)
10. I Believe In You (3:27)
11. Cripple Creek Ferry (1:34)

Gesamtspieldauer: 35:03




Bei Neil Young scheiden sich ja allzu oft die Geister, wenn es um die Beurteilung seines Gesangs geht. Dieses Genuschel geht vielen Hörern auf den Senkel. Ich habe damit überhaupt kein Problem, ich finde es passt sogar sehr gut zu der Art Folk-Rock, die er macht. Dazu dieser relativ hohe Gesang, der nicht so ohne weiteres zu interpretieren ist, das hat schon etwas Besonderes.

„After The Goldrush“ ist die dritte Platte Neil Youngs, die 1970 veröffentlicht wurde. Und mit dem Titeltrack enthält sie auch gleich einen der Höhepunkte im Schaffen des US-Amerikaners. Kann Musik sehr viel schöner klingen als beim Titel „After The Goldrush“ selbst? Kaum möglich, oder? Mit „Southern Man“ ist noch ein ganz bemerkenswertes Lied auf dem Album vertreten. Es klingt mwlodiös und eingängig und inspirierte die Süd-Staatler von Lynyrd Skynyrd seinerzeit zu ihrem „Sweet Home Alabama“. Im Verlauf dieses Songs erwähnen sie Neil Young auch wortwörtlich und klagen ihn sogar ein klein wenig an, da ihnen bei „Southern Man“ die Menschen der Süd-Staaten der USA etwas zu schlecht wegkommen.

Auch noch sehr gelungen ist der Song „Don't Let It Bring You Down“, bei dem dieses Folk Rock Feeling so herrlich transportiert wird. Im Übrigen befindet sich kein wirklich schlechtes Lied auf der Platte. Mir sagt das zwar nicht immer alles so absolut zu, was ich da auf „After The Goldrush“ höre, trotzdem finde ich die Platte überaus gelungen. Wenn es zu american-folk-mäßig wird und in die Country-Richtung abdriftet, dann steige ich manches Mal ein klein wenig aus. Keine Ahnung, vielleicht bin ich da einfach zu sehr Europäer und mir fehlt das entsprechende amerikanische Gen. Nichtsdestotrotz, hörbar ist das alles sehr gut und so wird sicher die ein- oder der andere ein völlig anderes Lied absolut genial auf dieser Scheibe finden. Mir haben es die drei beschriebenen Stücke angetan, der Rest läuft bei mir so mit.

Fazit: Folk Rock, immer sehr gemäßigt und ruhig, selten mal, dass der Rhythmus an Fahrt gewinnt, alles wirkt auf seine Art sehr bedacht. Dabei entwickelt Neil Young allerdings Melodien, die ich nicht mehr missen möchte. Schlecht finde ich nichts auf der Platte, absolut überzeugen mich allerdings auch nur ein paar, nämlich die bereits erwähnten Stücke. Da ich diese allerdings für so gut halte, dass sie wahrlich eine Bereicherung meines musikalischen Lebens darstellen, gebe ich dem Album elf Punkte.

Anspieltipps: After The Gold Rush, Southern Man, Don't Let It Bring You Down





Dienstag, 11. Juni 2013

Renaissance – Azure D’Or




Renaissance – Azure D’Or

 
Besetzung:

Annie Haslam – vocals and backing vocals
John Tout – piano, synthesizers, mellotron
Jon Camp – bass, bass pedals, lead vocals on "Only Angels Have Wings"
Terence Sullivan – drums, timpani, chimes, xylophone, small percussion, backing vocals on "Golden Key"
Michael Dunford – guitars, autoharp


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop


Trackliste:

1. Jekyll And Hyde (4:43)
2. The Winter Tree (3:07)
3. Only Angels Have Wings (3:43)
4. Golden Key (5:17)
5. Forever Changing (4:51)
6. Secret Mission (5:05)
7. Kalynda (A Magical Isle) (3:43)
8. The Discovery (Instrumental) (4:29)
9. Friends (3:34)
10. The Flood At Lyons (4:58)

Gesamtspieldauer: 43:30




1979 hatte es Renaissance dann auch erwischt, wie so viele andere progressive Rockbands der 70er Jahre: Die Musik hatte sich schwer dem Pop angenähert. Zehn Titel passen plötzlich auf ein Renaissance Album, da keine Nummer mehr länger als fünf Minuten Zeit für sich in Anspruch nimmt. Ein Orchester wurde für die Produktion auch nicht mehr gebucht, diesen Sound übernahmen jetzt die Synthesizer.

Nun, all das wäre noch gar nicht so schade, wenn sich denn zumindest eine gute Mischung aus Pop und Progressive-Rock auf der Platte befinden würde. Dem ist allerdings leider nicht so. Das, was hier auf der bereits neunten Platte der Engländer zu hören ist, das ist leider ein langweiliges Etwas geworden, nichts Halbes und nichts Ganzes. Klar, Annie Haslam singt immer noch sehr schön, hell und klar. Auch ist die Musik, die hier zu hören ist keine einfache, sondern immer noch einigermaßen anspruchsvoll konzipiert und vorgetragen, wenn auch, wie bereits erwähnt, das Orchester fehlt und durchaus eine Lücke hinterlässt.

„Azure D’Or“ ist ebenfalls noch um Klassen progressiver als das, was Kollegen wie Genesis oder Emerson, Lake & Palmer zur selben Zeit ablieferten. Trotzdem erreicht die Platte nicht mehr die Klasse der vorherigen Alben der Band. Dies liegt jedoch nicht an den kürzeren Titeln oder aber an dem Fehlen von Orchestermusikern und einem vermehrten Synthesizer-Einsatz. Die Antwort ist viel einfacher: „Azure D’Or“ ist deshalb schlechter gelungen als viele der Vorgängeralben Renaissances, weil es einfach das schlechtere Songmaterial aufweist. Die Ideen waren Michael Dunford, dem Hauptkomponisten der Band anscheinend ausgegangen.

Fazit: Ein sich der Pop-Musik angenähertes Renaissance-Album stellt „Azure D’Or“ dar. Es war auch das letzte Mal, dass die Band in dieser Zusammensetzung ein Album veröffentlichte, John Tout und Terence Sullivan verließen danach Renaissance. Richtig schlecht ist das Gehörte nicht. Eingängig sind die Lieder immer noch, aber nicht mehr in der Art und Weise, wie auf den vorherigen Veröffentlichungen. So schwingt vielleicht beim Hören der Platte auch ein wenig Enttäuschung mit, dass die Musik nicht mehr so klingt, wie nur wenige Jahre zuvor. Dass es die Musik von Renaissance einfach nicht mehr so recht schafft, den Hörer richtig zu packen und damit auch zu überzeugen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Golden Key, The Discovery, The Flood At Lyons (im Grunde genommen hätte ich hier auch drei andere Lieder hinschreiben können)





Montag, 10. Juni 2013

Mike Oldfield – Voyager




Mike Oldfield – Voyager


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments


Gastmusiker:

Maire Breatnach – fiddle
London Voices – choir
Noel Eccles – percussion
Liam O'Flynn – uillean pipes
Chris Apps, Roger Huth, Ian Macey, Bob MacIntosh – highland pipes
Sean Keane – fiddle
London Symphony Orchestra – orchestra
Matt Molloy – flutes, tin whistles
John Myers – tin whistle, fiddle
David Spillane – uillean pipes, low whistle


Label: Warner Music UK Ltd.


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Folk, Chill-Out, New Age


Trackliste:

1. The Song Of The Sun (4:33)
2. Celtic Rain (4:41)
3. The Hero (5:04)
4. Women Of Ireland (6:30)
5. The Voyager (4:26)
6. She Moves Through The Fair (4:07)
7. Dark Island (5:44)
8. Wild Goose Flaps Its Wings (5:05)
9. Flowers Of The Forest (6:03)
10. Mont St. Michel (12:19)

Gesamtspieldauer: 58:31




1996 veröffentlichte Mike Oldfield sein siebzehntes Studioalbum unter dem Titel „Voyager“. Dieses Werk klingt kurz gesagt wie eine Mischung seines vorherigen Albums „The Songs Of Distant Earth“ gepaart mit irischer Folklore. Die Platte wäre der perfekte Hintergrund, würde man die musikalische Untermalung für einen Film über Irland suchen. Man hätte den idealen Soundtrack gefunden und müsste ihn gar nicht mehr selbst komponieren lassen.

Alles auf „Voyager“ ist ruhig und sanft und plätschert leider auch ein wenig so vor sich hin. Viele der Titel beruhen auf traditionellen Stücken, die von Mike Oldfield neu bearbeitet wurden. Und genau wie beim Vorgängeralbum, so eignet sich auch diese Platte perfekt als Hintergrundmusik. Im Vordergrund kann man jede Menge andere Dinge treiben. Essen, sich unterhalten, ein Buch lesen, zum Fenster rauskucken, Auto fahren, vor sich hinträumen. Fast hätte ich jetzt sogar „Musik hören“ geschrieben, so unaufdringlich wirkt das Ganze.

Das ist wohl auch das Manko der Scheibe, die sicherlich kleine schlechte Musik enthält. Allerdings enthält sie eben auch keine packende Musik. Irischer Folk klingt gut, kann mitunter auch kraftvoll und treibend und mitreißend sein. Auf diese eher schnelleren Töne hat Mike Oldfield auf „Voyager“ aber wohl ganz bewusst verzichtet. Das Album sollte „fließen“ und das ist etwas, was man der Platte wahrlich auch nicht absprechen kann.

Etwas Abwechslung in sich birgt da auf jeden Fall noch der letzte Titel des Albums „Mont St. Michel“. Das Gitarrenspiel Mike Oldfields ist hier grandios und auch das Orchester wirkt dort sehr kraftvoll. Natürlich ist auch dieses Lied wie der Rest der Platte sehr eingängig, kann aber immerhin auch mit etwas flotteren Abschnitten aufwarten.

Fazit: Mit dieser Unaufgeregtheit und Unaufdringlichkeit streift dieses Werk Mike Oldfields allerdings auch wieder haarscharf an der Langeweile vorbei. Das ist keine Musik, die sich irgendwie festsetzt, immer wieder gehört werden will. Das ist zwar irgendwie schöne Musik, leider aber auch Musik, die nur mal eben so mitläuft. Einfach nichts Halbes und nichts Ganzes. Acht Punkte.

Anspieltipps: Wild Goose Flaps Its Wings, Mont St. Michel




Sonntag, 9. Juni 2013

The Gun Club – Lucky Jim




The Gun Club – Lucky Jim


Besetzung:

Jeffrey Lee Pierce – vocals, guitars, lead guitars
Romi Mori – bass and melody guitar
Nick Sanderson – drums


Gastmusiker:

Bart van Poppel – hammond organ on “Anger Blues” and “Cry To Me”
Simon Fish – drums on “Blue Monsoons”


Label: What’s So Funny About


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Lucky Jim (3:44)
2. A House Is Not A Home (4:03)
3. Cry To Me (5:55)
4. Kamata Hollywood City (5:08)
5. Ride (3:57)
6. Idiot Waltz (6:43)
7. Up Above The World (4:50)
8. Day Turn The Night (2:52)
9. Blue Monsoons (2:52)
10. Desire (5:08)
11. Anger Blues (7:45)

Gesamtspieldauer: 53:12




Dieses sechste und letzte Studioalbum der amerikanischen Band „The Gun Club“ steht ganz im Zeichen des Blues. Drei Jahre später, 1996, starb der Sänger und Song-Writer der Band Jeffrey Lee Pierce an einer Gehirnblutung. Jahrelanger Drogen- und Alkoholmissbrauch hatten, bei dem zusätzlich noch HIV positiven sowie an Leberzirrhose und Hepatitis leidenden Kopf der Band, ihren Tribut verlangt.

Dieser Blues auf „Lucky Jim“ kann mal rockiger klingen, wie bei den deutlich mehr groovenden Titeln „Ride“ und „Up Above The World“, sich mal verspielt und melodiös anhören wie bei „Idiot Waltz“, „Blue Monsoons“ oder auch beim Titeltrack. Allerdings gibt es auf dem Album ebenfalls die Ausführung der Stilrichtung, die den Blues in langen Instrumental- und Gesangspassagen widergibt, die schon sehr an die Urform dieses Musikgenres erinnern. Besonders ausgeprägt ist dies beim letzten und längsten Titel der Platte: „Anger Blues“.

Die nicht allzu üppig instrumentierten Titel transportieren durchweg eine eher traurige Atmosphäre und Stimmung, die sich mehr für die nachdenklicheren Momente des Tages anbietet. Und wenn die Musik dann doch mal ein wenig an Fahrt gewinnt, schwebt trotz allem über Allem ein deutlich zu erspürendes Gefühl der Tristesse bis hin zur Verzweiflung. Allerdings ist genau das für eine ordentliche Portion Blues auch nicht weiter überraschend.

Fazit: Die Ader sich dieser Musik hingeben zu können besitzt man - oder eben nicht. Ich steige da ein wenig aus. Das hat allerdings weniger mit der eher traurigen Musik zu tun, sondern sehr viel mehr mit der Stilrichtung dieses Blues‘ an sich. Bei Titeln wie „Anger Blues“ bleibt mir einfach nur die Flucht. Hier erschließt sich mir das Ganze nicht – auch nach Jahren noch nicht, bei dem die CD immer wieder eingelegt wurde. Die Musik bleibt nicht hängen - zumindest nicht bei mir. Für Blues-Freunde allerdings wärmstens zu empfehlen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Lucky Jim, A House Is Not A Home, Idiot Waltz, Blue Monsoons




Samstag, 8. Juni 2013

Golden Earring – Switch




Golden Earring – Switch


Besetzung:

George Kooymans – guitar, vocals
Rinus Gerritsen – bass guitar, keyboards
Barry Hay – flute, vocals
Cesar Zuiderwijk – drums
Eelco Gelling – guitar
Bertus Borgers – saxophone
Robert Jan Stips – keyboards


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock


Trackliste:

1. Intro: Plus Minus Absurdio (3:08)
2. Love Is A Rodeo (3:37)
3. The Switch (5:27)
4. Kill Me (Ce Soir) (6:23)
5. Tons Of Time (4:21)
6. Daddy's Gonna Save My Soul (4:16)
7. Troubles And Hassles (4:21)
8. Lonesome D.J. (4:38)

Gesamtspieldauer: 36:10




„Switch“ nannten die Niederländer von Golden Earring ihr bereits zehntes Studio-Album, welches zwei Jahre nach „Moontan“ im Jahr 1975 veröffentlicht wurde. Und ein „Switch“ war das wirklich, denn nur noch wenig erinnert an den Vorgänger, allerdings hat auch dieses Album einige gute Stücke aufzuweisen.

Das beginnt gleich mit dem Opener. Schöne melodiöse Einführung und dann wird das ganze Lied deutlich rockiger. Schließlich vernimmt man weiblichen Hintergrundgesang, auch nicht so ganz gewöhnlich für Golden Earring. Der Titel groovt und rockt im weiteren Verlauf wirklich gut. Das kann man auch von „Kill Me (Ce Soir)“ behaupten. Eine tolle treibende Nummer, die auch auf vielen Kompilationen der Band enthalten ist. Dann folgt mit „Tons Of Time“ ein ganz ungewöhnliches Lied für Golden Earring. Ist das Reggae? Nicht so wirklich, aber es klingt irgendwie lustig, macht Spaß und zeigt eine ganz andere Seite der Band.

Ansonsten gibt es eine ganze Menge handwerklich gut gemachten Rock auf „Switch“. Meist ist dieser auch noch melodiös und sehr eingängig. Die beiden letzten Stücke beweisen dies zusätzlich noch mit viel Abwechslung. Das klingt gut, ist mal treibender, mal zarter akzentuiert, besitzt aber immer die Gabe, auch ein wenig im Ohr des Hörers zu verweilen.

Fazit: Nein, ein zweites „Moontan“ ist „Switch“ nicht geworden. Vielleicht soll der Titel ja auch bereits darauf hinweisen. Progressiven Rock gibt es hier nicht zu hören, jedoch auch keinen Blues-Rock mehr. Auf dem Album befinden sich zudem keine Ausfälle, sondern im Gegenteil, sogar einige Höhepunkte. Ein gutes Golden Earring Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Intro: Plus Minus Absurdio, Kill Me (Ce Soir), Tons Of Time





Freitag, 7. Juni 2013

Mary Gauthier – Mercy Now




Mary Gauthier – Mercy Now


Besetzung:

Mary Gauthier – vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Gurf Morlix – bass, acoustic guitar, electric guitar, pedal steel guitar, lap steel, octofone, percussion, mandocello, background vocals
Rick Richards – drums
Ray Bonneville – harmonica
Rich Brotherton – acoustic guitar, banjo
Brian Standefer – cello
Paul Mills – background vocals
Ian “Mac” McLagan – hammond b3
Eamon McLoughlin – fiddle, viola
Patty Griffin – background vocals


Label: UMG Recordings


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: New Country


Trackliste:

1. Falling Out Of Love (5:57)
2. Mercy Now (5:50)
3. Wheel Inside The Wheel (6:33)
4. I Drink (4:30)
5. Just Say She's A Rhymer (4:17)
6. Prayer Without Words (6:09)
7. Your Sister Cried (5:00)
8. Empty Spaces (3:43)
9. Drop In A Bucket (4:10)
10. It Ain't The Wind, It's The Rain (4:03)

Gesamtspieldauer: 50:20




„Mercy Now“ ist bereits das vierte Album der amerikanischen Folk / Country-Sängerin Mary Gauthier und wurde ihrem Bruder Michael gewidmet. Jedoch ist es auf „Mercy Now“ nur sehr wenig Folk, den man hier, auf der 2005 erschienenen Platte, zu hören bekommt. Pedal Steel Guitar und Geige tun ihr Bestes, um das Ganze auch wirklich überwiegend nach Country und nicht nach Folk klingen zu lassen.

Ausnahmen davon sind die ersten beiden Titel, von denen „Falling Out Of Love“ wirklich klasse gelungen ist. Ganz sanfte und sehr ergreifende Töne gibt es bei dieser Nummer zu hören. Ein tolles Lied, der absolute Höhepunkt des gesamten Albums. Auch der Titelsong geht noch deutlich in diese Folk-Richtung, obwohl hier bereits die Country-Instrumentierung Einzug in das Geschehen hält.

Der ganze Rest der Platte sind Titel, die mal ein wenig besser, ein wenig schlechter in den Country-Charts der USA vertreten sein könnten. Meist sehr ruhig und nachdenklich gehalten, wobei es sich immer wieder lohnt, sich auch mal ein wenig mit den Texten zu beschäftigen, denn diese sind mitunter durchaus eindringlich und gelungen. Eine Ausnahme wartet auf den Hörer noch am Ende des Albums. Bei „It Ain't The Wind, It's The Rain” klingt die Musik der Mary Gauthier sogar rockig. Eine angenehme Abwechslung in diesem Südstaaten-Mix.

Fazit: Keine Ahnung warum, aber mir fehlt zu solcher Musik völlig der Zugang. Die Stimme der Mary Gauthier klingt rauchig und hat durchaus ihren Reiz und Wiedererkennungswert. Wenn es folkig klingt, dann ist das auch ganz schön, nur leider hört es sich meistens eben nach Country an und der ist in diesem Fall für europäische Ohren durchweg äußerst gewöhnungsbedürftig. Wenn man tolle und ruhige weibliche Musik auch aus den USA hören möchte, gibt es da inzwischen jede Menge Alternativen, die das deutlich besser hinbekommen. Aber Mary Gauthier, sorry, bis auf die Ausnahme „Falling Out Of Love“ klingt da eher langweilig, altbacken, kann den Hörer nur selten einfangen und ist überaus gewöhnungsbedürftig für den überwiegenden Musikgeschmack in unseren Längen und Breiten. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Falling Out Of Love, Mercy Now, It Ain't The Wind It's The Rain





Donnerstag, 6. Juni 2013

Black Sabbath – Black Sabbath




Black Sabbath – Black Sabbath


Besetzung:

Tony Iommi – lead guitar
Greezer Butler – bass guitar
Bill Ward – drums
Ozzy Osbourne – vocals, harmonica


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1970 (Wiederveröffentlicht 2004 inklusive Bonus Track)


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Black Sabbath (6:22)
2. The Wizard (4:25)
3. Behind The Wall Of Sleep (3:37)
4. N.I.B. (6:07)
5. Evil Woman, Don't Play Your Games With Me (3:25)
6. Sleeping Village (3:46)
7. Warning (10:33)


Bonus Track:

8. Wicked World (4:43)

Gesamtspieldauer: 42:58




Bei vielen Hard Rock Fans gilt dieses erste Werk von Black Sabbath aus dem Jahr 1970 als die Mutter aller Hard Rock Platten. Nun, darüber kann man trefflich streiten, da zu dieser Zeit einige Bands mit genau diesem Genre ebenfalls das Licht der Öffentlichkeit erblickten. Was auf jeden Fall festzuhalten bleibt: Man bekommt ordentlich was auf die Ohren auf „Black Sabbath“. Hard Rock ohne Schnörkel und „Verweichlichungen“. Und wenn es dann doch mal kurz ein wenig „gemäßigter“ vonstattengeht, dann werden schon kurze Zeit später die Zügel wieder angezogen und es wird erneut kräftig weitergerockt.

Die Stücke leben von der Atmosphäre, die sie transportieren und natürlich auch vom Gesang Ozzy Osbournes sowie dem Gitarrenspiel des Tony Iommi. Es gibt mit Sicherheit auch melodischeren Hard Rock, aber gerade über diesem Album schwebt das Gefühl des Neuen, des so noch nicht Dagewesenen, was den Reiz dieses Albums zusätzlich ausmacht. Mitunter wird die Musik auch ein wenig bluesiger, ohne dabei jedoch ihre „Kraft“ und Ausdrucksstärke zu verlieren.

Und dann gibt da ja noch dieses ursprünglich letzte und längste Stück der Platte „Warning“. Hier kann Anthony „Tony“ Iommi sein Gitarrenspiel so richtig ausleben. Ein episches Gitarrensolo, welches im weiteren Verlauf deutlich an Kraft gewinnt. Alles rockt und groovt und man muss natürlich eine „Ader“ dafür haben, hier nicht auszusteigen. Wer diese besitzt, für den wird dieses Stück das „Nirwana“ des Rocks sein.

Der Bonus-Track auf der remasterten Wiederveröffentlichung knallt ebenfalls kraftvoll los, passt stilistisch aber nicht so ganz zum Rest des Albums. Aber es ist eine Zugabe, wer will sich da schon beschweren?

Fazit: Das Erstlingswerk von Black Sabbath ist für mich kein „Über-Album“. Es lebt allerdings von dem Flair des Neuen, welches es zur damaligen Zeit transportiert. Dazu gibt es mit „Warning“ einen wahrlich eindrucksvollen Song, der so oder so ähnlich noch nicht allzu oft auf Platte beziehungsweise CD gepresst wurde. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Black Sabbath, Sleeping Village, Warning





Mittwoch, 5. Juni 2013

Beatsteaks – Smack Smash




Beatsteaks – Smack Smash


Besetzung:

Torsten Scholz – bass
Thomas Götz – drums, backing vocals
Bernd Kurtzke – guitar left, backing vocals
Peter Baumann – guitar right, backing vocals
Armin Teutoburger-Weiß – vocals, guitar center


Label: Epitaph Europe


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Punk Rock


Trackliste:

1. Big Attack (2:24)
2. Vision (2:49)
3. Ain't Complaining (2:48)
4. Hello Joe (3:29)
5. Hand In Hand (2:41)
6. Monster (2:02)
7. Everything (3:09)
8. I Don't Care As Long As You Sing (3:35)
9. Atomic Love (2:33)
10. Loyal To None (1:28)
11. What's Coming Over You (3:15)
12. My Revalation (1:45)

Gesamtspieldauer: 31:58




Okay; jetzt gehe ich das hier mal ganz pragmatisch an. Eine deutsche Band macht Punk! An sich garantiert nichts Schlechtes, denn auch dem Punk kann ich manchmal was abgewinnen. Dass dieses Album von gerade Mal einer halben Stunde Spieldauer dann jedoch für knapp 20 Tacken zum Verkauf angeboten wird, das geht mir dann schon ein wenig mehr auf den Zeiger - muss ich zugeben.

Aber auch noch nicht schlimm, denn die Musik könnte ja diese Investition wert sein. Jetzt komme ich aber auch noch aus einer ganz anderen Richtung, wer diese Seiten ein wenig verfolgt, der merkt, dass mich eher die progressiveren, anspruchsvolleren Sounds ansprechen. Was die Beatsteaks hier auf dieser halben Stunde abliefern, hat damit allerdings natürlich überhaupt nichts zu tun. Respekt dafür, dass man in dieser kurzen Spielzeit allerdings zwölf Songs unterbringen kann.

Okay, das was Arndt, Simon und ich hier schreiben ist nie objektiv, ist immer subjektiv. Ich bin auch der festen Meinung, dass man Musik gar nicht objektiv beurteilen kann. Mit der Ausnahme vielleicht, dass eine Band mal etwas völlig Neues erschafft, einen neuen Sound kreiert, etwas bietet, was das Ohr des Musikhörers bisher so noch nicht gehört hat (schwierig im 21. Jahrhundert - zugegeben). Aber wenn dem so wäre, dann sollte man seine Subjektivität ganz stark überdenken, beziehungsweise sie wäre in diesem Fall definitiv nicht mehr angebracht.

Das, was ich hier auf „Smack Smash“ höre, das habe ich bereits bei den Sex Pistols wahrgenommen. In einer abgewandelten Form zwar, aber die Botschaft war durchaus dieselbe. Ich finde hier nichts Interessantes oder etwas, was mich packen würde. Eher ist das für mich langweilig, laut und einfallslos. Wenn ich dann natürlich die Rezensionen in diversen Foren lese, dann bin ich im völlig falschen Bus, dann übersehe ich hier sehr viel. Mag sehr gut sein, dass ich das nur falsch sehe und einfach nicht das Tolle an dieser Musik erkennen kann. Trotzdem aber irgendwie nicht meine Mucke, mich langweilt das was ich da zu hören bekomme - nein noch schlimmer, mich nervt es sogar.

Fazit: Für Punk-Freaks wohl genau das Richtige, was die fünf Berliner da auf eine Scheibe zaubern – auch wenn ich sie viel zu kurz finde. Für mich ist das viel Geschrei, ohne Melodie, mit Texten, die mir fast schon wehtun. Aber noch mal, das ist meine ganz persönliche Meinung. Die fünf Musiker mögen sehr nette Typen sein und gute Musik für viele Menschen hier im Land machen – jedoch definitiv nicht für mich. Allerdings „Hello Joe“ finde sogar ich ganz gut. Ehrlich! Vielleicht aber auch deshalb, weil es so untypisch ist für dieses Album.  Sechs Punkte.

Anspieltipps: Hello Joe