Dienstag, 5. November 2013

The Pogues – Hell’s Ditch




The Pogues – Hell’s Ditch


Besetzung:

Shane MacGowan – vocals
Jem Finer – banjo, mandolin, hurdy-gurdy, saxophone, guitar
Spider Stacy – tin whistle, vocals, harmonica
James Fearnley – accordion, piano, guitar, violin, sitar, kalimba
Terry Woods – mandolin, guitar, cittern, vocals, concertina, auto harp
Andrew Ranken – drums
Philip Chevron – guitar
Darryl Hunt – bass guitar


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Irish Folk


Trackliste:

1. The Sunnyside Of The Street (2:44)
2. Sayonara (3:07)
3. The Ghost Of A Smile (2:59)
4. Hell's Ditch (3:03)
5. Lorca's Novena (4:41)
6. Summer In Siam (4:06)
7. Rain Street (4:01)
8. Rainbow Man (2:46)
9. The Wake Of The Medusa (3:05)
10. House Of The Gods (3:47)
11. 5 Green Queens And Jean (2:36)
12. Maidrin Rua (1:47)
13. Six To Go (2:58)

Gesamtspieldauer: 41:40




So ganz kann einen dieses fünfte Album der Pogues aus dem Jahr 1990 nicht mehr packen. Irgendwie scheint man viele Titel auf „Hell’s Ditch“ so oder so ähnlich von der Melodieführung her bereits mal gehört zu haben. Gelungen ist da am ehesten noch „Lorca's Novena“, welches jetzt wirklich mal mit etwas Neuem aufwartet. Ein schleppender Rhythmus und ab und an orientalisch klingende Gesänge im Hintergrund - sowie der Einsatz einer spanischen Gitarre. Hier wird es wieder spannend.

Auch ist eine Richtung der Band deutlich hin zum Pop zu vernehmen. Klar gibt es immer noch diese irischen Klänge, für die die Pogues berühmt wurden, allerdings „poppt“ es auf „Hell’s Ditch“ doch deutlich öfter, als noch auf den Platten zuvor. Zudem haben vermehrt asiatische Klänge Einzug in die Musik der Pogues gefunden, eine Variation, den die Iren sehr gut lösen und der das Ganze wieder ein wenig interessanter werden lässt. Allerdings zünden die Melodien nicht mehr ganz so, wie sie es noch auf den Alben zuvor getan haben. Wer Irish Folk liebt, der wird auch dieses Album mögen, keine Frage. Ob er es allerdings auch noch liebt?

Fazit: Nach diesem Album verließ der Sänger Shane MacGowan die Band, beziehungsweise wurde er aufgrund seiner Alkoholsucht aus der Band geschmissen. Zu oft war er auf Konzerten nicht mehr in der Lage gerade zu stehen, geschweige denn die Songs auch textlich umzusetzen. Die Musik auf „Hell’s Ditch“ ist für mich langweiliger geworden. Meine drei Höhepunkte habe ich unten in den Anspieltipps wiedergegeben. Diese Songs gefallen mir schon noch sehr gut, der ganze Rest ist aber irgendwie ein klein wenig zur Massenware geworden. Schade. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lorca's Novena, Rainbow Man, The Wake Of The Medusa





Montag, 4. November 2013

Hans Söllner – SoSoSo




Hans Söllner – SoSoSo


Besetzung:

Hans Söllner – Gesang, Gitarre, Mundharmonika


Gastmusiker:

Peter Poichler – Orgel, Synthesizer, Wurlitzer E-Piano
Stephan Hofer – Schlagzeug, Perkussion
Manfred Puchner – Bass


Label: TRIKONT


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Bayerischer Liedermacher


Trackliste:

1. SoSoSo (4:01)
2. Untersberg (3:37)
3. Kibe voi Tränen (3:58)
4. Ganja (5:21)
5. Ihr seids alle gleich (6:02)
6. Der Rudi (7:32)
7. Wia de do drent (4:51)
8. Die Liebe (4:05)
9. Schau ned zruck (5:46)
10. Durch eia Politik (3:45)
11. Allgäuer Mädel (3:44)

Gesamtspieldauer: 52:40


 

Häufig nur mit der akustischen Gitarre instrumentiert, begleitet sich Hans Söllner auf „SoSoSo“ meist selbst. Die Musik ist dabei überaus unaufgeregt, die Texte sind jedoch alles andere als dies. Mal ist es ein Liebeslied, mal ein witziger Text über das Kiffen, dann wieder seine harte Kritik an der Gesellschaft und der Politik. Auch Polizeiwillkür ist ein Thema und wird genauso aufgegriffen wie das Leben allgemein. Die Texte sind dabei häufig witzig und von schwarzem Humor beseelt. Manchmal wirkt es auch ein wenig übertrieben und dieses Mal dann zu schwarz gemalt und allzu sozialkritisch.

Musikalisch ist das Album überaus harmonisch gehalten, alles ist sehr melodiös und schon beim ersten Mal eingängig. Diese häufig allerdings fast schon spartanische Instrumentierung hinterlässt nach dem Hören ein klein wenig ein Gefühl der Leere. Die einzelnen Titel sind sich dabei zu ähnlich, um auch längerfristigen Wiedererkennungswert zu besitzen. Allerdings wirkt die Musik des Hans Söllner auch nur in der Verbindung von Musik und Text. Lediglich eine Melodie eines Titels im Kopf zu haben und diese fröhlich vor sich hinzupfeiffen ist nicht der Anspruch, den Hans Söllner mit seiner Musik zu haben scheint. Er möchte vielmehr Geschichten erzählen, die zum Nachdenken anregen, einen zum Schmunzeln bringen und manches Mal auch ein wenig schlüpfrig klingen, sodass man sie seinen Kindern besser erst mal vorenthält.

Fazit: „SoSoSo“ weiß zu unterhalten, egal wie man zu den Inhalten der einzelnen Texte steht. Es ist eine Platte, der man zuhören muss, der Schwerpunkt liegt auf den Texten, die Musik dient dabei nur als Transportmittel, spielt eher eine ein klein wenig zurückgesetzte Rolle. Und so hört man sich die Platte an, schmunzelt und schüttelt den Kopf, freut sich und schämt sich. Es ist der Gesang, der hängenbleibt und das liegt sicherlich nicht nur an der Stimme des Hans Söllner. Sieben Punkte.

Anspieltipps: SoSoSo, Ganja, Der Rudi





Sonntag, 3. November 2013

Kate Bush – Never For Ever




Kate Bush – Never For Ever


Besetzung:

Kate Bush – vocals, background vocals, piano, keyboards, synthsizer


Gastmusiker:

Ian Bairnson – guitar, vocals
Brian Bath – acoustic & electric guitar, background vocals
Paddy Bush – harmonica, mandolin, balalaika, sitar, vocals, background vocals, koto, banshee, saw
Kevin Burke – violin
Adam Sceaping – viola, string arrangements
Joseph Sceaping – lironi, string arrangements
Duncan Mackay – keyboards, synthesizer
Max Middleton – keyboards, synthesizer, string arrangements
Larry Fast – keyboards, synthesizer
Mike Moran – keyboards, synthesizer
John L. Walters – synthesizer
Richard James Burgess – synthesizer
Del Palmer – bass, vocals, fretless bass
John Giblin – bass, fretless bass
Stuart Elliot – drums, bodhran
Preston Heyman – percussion, drums, background vocals
Morris Pert – percussion, timpani
Gary Hurst – vocals, background vocals
Andrew Bryant – vocals, background vocals
Roy Harper – vocals, background vocals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Art Pop


Trackliste:

1. Babooshka (3:21)
2. Delius (Song For Summer) (2:52)
3. Blow Away (For Bill) (3:35)
4. All We Ever Look For (3:49)
5. Egypt (4:12)
6. The Wedding List (4:16)
7. Violin (3:16)
8. The Infant Kiss (2:50)
9. Night Scented Stock (0:52)
10. Army Dreamers (2:59)
11. Breathing (5:30)

Gesamtspieldauer: 37:30




Sehr viel besser gelungen als der Vorgänger „Lionheart” ist das 1980 erschienene dritte Album der Engländerin Kater Bush mit dem Titel „Never For Ever”. Hier erreichen die Melodien nun wieder sehr viel besser den Hörer, können packen und überzeugen. Alles klingt und ist melodisch. Das beginnt gleich mit dem ersten Titel „Babooshka“, der als Opener sofort den Ohrwurm des Albums darstellt. Richtig schön eingängig und mit Wiedererkennungswert kommt hier auch die Stimme Kate Bushs sehr gut zur Geltung.

„Delius (Song For Summer)“ ist dann wiederum ganz anders. Hier geht es um Atmosphäre, eine Stimmung, die transportiert werden soll. Aber auch dieser Song weiß zu überzeugen. Wahrlich gelungen ist hier das stimmliche Zusammenspiel, zwischen ganz hoher weiblicher Stimme und den männlichen Bass-Stimmen des Hintergrundchores beziehungsweise dem Gesang einzelner Sänger. Das klingt alles sehr gut überlegt und arrangiert. „Blow Away (For Bill)“ im Anschluss daran, ist eines der wenigen Lieder des Albums, das nicht überzeugen kann. Keine klare Melodie und hauptsächlich die Stimme der Kate Bush, die hier zwar akrobatische Höhen erklimmt, es trotzdem nicht schafft den Hörer zu fesseln. Irgendwie entwickelt sich da so ein Sing-Sang, der ein klein wenig langweilt. Mit dem etwas schrägen „All We Ever Look For“ wird es aber sofort wieder viel besser. Klasse hier vor allem auch die Instrumentierung, die in diesem Song oftmals so zerbrechlich aber auch so abwechslungsreich wirkt.

Ebenso richtig toll und fesselnd sind „Egypt“ und „Army Dreamers“. Schöne eingängige Melodien, welche nicht allzu viel Zeit benötigen, um beim Hörer anzukommen. Auch der Rest der Platte braucht sich nicht zu verstecken und ist hörenswert, da findet sicher jeder sein eigenes Highlight. Lediglich beim Lied „Violin“ wird vielleicht ein wenig zu viel „geschrien“. Aber genau dieser Umstand macht auch gleichzeitig den Charakter des Liedes aus, welches zudem, trotz des Namens, auch der rockigste Titel auf „Never For Ever” ist.

Fazit: Eine richtig schöne Platte ist „Never For Ever” geworden. Wer auf Eingängigkeit und schöne Melodien steht, der wird hier fündig werden. Dazu gesellt sich jede Menge Abwechslung in Bezug auf das Tempo der einzelnen Titel, deren Stimmungen, die mal trauriger, mal fröhlicher geartet sind und deren Spannbreite, die von Soft-Pop bis Rock einiges zu bieten haben. Eine Platte, die nicht langweilig wird. Elf Punkte.

Anspieltipps: Babooshka, All We Ever Look For, Army Dreamers





Samstag, 2. November 2013

Guns N’ Roses – Use Your Illusion II




Guns N’ Roses – Use Your Illusion II


Besetzung:

W. Axl Rose – lead vocals, piano, whistling, backing vocals, rhythm guitar, synthesizer and drum machine
Izzy Stradlin – rhythm guitar, backing vocals, lead vocals, acoustic guitar, sitar, additional lead guitar
Slash – lead guitar, acoustic guitar, banjo
Duff McKagan – bass, backing vocals, co-lead vocals, percussion
Dizzy Reed – keyboards, piano, backing vocals, organ,
Matt Sorum – drums, backing vocals

Gastmusiker:

Steven Adler – drums
Johann Langlie – drums, keyboards and sound effects
The Waters – backing vocals
Howard Teman – piano
Shannon Hoon – backing vocals


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 17. 9. 1991


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Civil War (7:42)
2. 14 Years (4:21)
3. Yesterdays (3:16)
4. Knockin' On Heaven's Door (5:36)
5. Get In The Ring (5:41)
6. Shotgun Blues (3:23)
7. Breakdown (7:05)
8. Pretty Tied Up (4:48)
9. Locomotive (Complicity) (8:42)
10. So Fine (4:06)
11. Estranged (9:24)
12. You Could Be Mine (5:44)
13. Don't Cry (Alternative Lyrics) (4:44)
14. My World (1:24)

Gesamtspieldauer: 1:15:57




„Use Your Illusion II“ wurde am selben Tag, dem 17. September 1991, wie „Use Your Illusion I“ veröffentlicht und stellt somit das vierte oder dritte (?) Studio-Album der Amerikaner dar. Vierzehn Titel gibt es dieses Mal zu hören und „Use Your Illusion II“ wurde erfolgreicher als „Use Your Illusion I“, obwohl sich auf dem ersten Teil solch Songs wie „November Rain“ oder „Live And Let Die“ befinden. Wenn man beide Platten hintereinander hört, wundert einen dies allerdings nicht wirklich, denn auf „Use Your Illusion II“ ist das bessere Song-Material enthalten und das liegt jetzt nicht an der wahrlich gelungenen Cover-Version des Bob Dylan Klassikers „Knockin‘ On Heaven’s Door“.

Es beginnt gleich mit dem wahrlich mitreißenden „Civil War“. Hard Rock auf höchstem Niveau. Klasse Rhythmus, klasse Melodie, einfach toll gemacht. Dann geht es im Mid-Tempo mit „14 Years“ richtig gut weiter. Eingängig und fesselnd. Noch etwas ruhiger, allerdings genauso gut gelungen folgt dann „Yesterdays“. Ein wahrlich geglückter und fesselnder Anfang für dieses Album. Im Anschluss daran gibt es das bereits erwähnte „Knockin‘ On Heaven’s Door“ in einer sehr mitreißenden Interpretation zu hören.

Es folgen einige Lieder, die nicht unbedingt herausragen, jedoch auch keine schlechten Songs darstellen, nur eben nicht ganz so überzeugen können. Das wird bereits bei dem Kracher „Pretty Tied Up“ wieder besser, der kurz mit der Sitar eingeleitet wird und dann kraftvoll los rockt. „So Fine“ ist wieder eine sehr schöne Ballade und das folgende, knapp zehnminütige „Estranged“ sogar noch gelungener. Richtig schöne melodische Musik, vom Piano dominiert. Ein wahrlich toller Song. Und dann gibt es auf „Use Your Illusion II“ noch eine Version von „Don't Cry“. Dieses Mal mit einem alternativen Text. Das Stück war bereits ein Höhepunkt auf dem ersten Teil von „Use Your Illusion“ und stellt auch hier einen solchen dar. Abgeschlossen wird das Album mit dem kurzen „My World“. Eine Hip Hop-Nummer mit viel Gestöhne und der einzige Ausfall des Albums.

Fazit: Die Musik weiß auf „Use Your Illusion II“ mehr zu überzeugen als auf Part I, obwohl diese Platte auch keineswegs schlecht war. Das Songmaterial kann einen hier allerdings noch besser packen, noch mehr begeistern. Hier gibt es toll gemachten Hard Rock zu hören und wunderschöne Balladen. Eine richtig gut gelungene Scheibe. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Civil War, 14 Years, Knockin' On Heaven's Door, Estranged, Don't Cry





Freitag, 1. November 2013

Mike Oldfield – Tubular Bells II




Mike Oldfield – Tubular Bells II


Besetzung:

Mike Oldfield – electric guitar, classical guitar, flamenco guitar, 12 string guitar, acoustic guitar, mandolin, banjo, double speed guitar, grand piano, hammond organ, synthesizers and programming, timpani, glockenspiel, triangle, tambourine, cymbals, toy percussion, handclaps, orchestral bass drum, vocals and tubular bells


Gastmusiker:

Jamie Muhoberac – additional keyboards, noises, drum loops
John Robinson – drums (Altered State)
Susannah Melvoin – vocals
Edie Lehman – vocals
Sally Bradshaw – vocal solo
P.D. Scots Pipe Band and Celtic Bevy Band – bagpipes


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Instrumental, Progressive Rock


Trackliste:

1. Sentinel (8:08)
2. Dark Star (2:16)
3. Clear Light (5:48)
4. Blue Saloon (3:00)
5. Sunjammer (2:33)
6. Red Dawn (1:50)
7. The Bell (7:00)
8. Weightless (5:43)
9. The Great Plain (4:48)
10. Sunset Door (2:24)
11. Tattoo (4:15)
12. Altered State (5:13)
13. Maya Gold (4:01)
14. Moonshine (1:42)

Gesamtspieldauer: 58:40




Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, das 1992 veröffentlichte Album von Mike Oldfield kommt nicht an das Original aus dem Jahr 1973 heran. Und ein zweites Mal „Nein“, denn Tubular Bells II ist nicht etwa eine Kopie des Originals, welches hier nur mit den neuen technischen Möglichkeiten knapp zwanzig Jahre später erneut eingespielt wurde. Tubular Bells II steht sehr selbstständig da, auch wenn immer wieder, vom Anfang bis zum Ende der Platte, Reminiszenzen an den Vorgänger aufgegriffen und verarbeitet werden, um dann wieder mehr Eigenständigkeit zu entwickeln.

So ist Tubular Bells II ein Album, welches nicht nur vom Aufbau her die ursprüngliche Tubular Bells Platte kopiert. Auch die Stimmungen werden entsprechend in den einzelnen Teilen wiedergegeben. Allerdings ist die Musik nicht 1:1 übertragen worden, sie wird hier variiert dargeboten, sodass sie zwar stets an die Platte aus dem Jahre 1973 erinnert, dabei jedoch die einzelnen musikalischen Themen variiert. Und so sind die Anlehnungen nicht überhörbar, neue Elemente lassen sich jedoch auch ausmachen. Mal singt zum Beispiel Sally Bradshaw ihre „Aaahs“ so schön, dass man glaubt gerade einen Auszug eines Titels von Ennio Morricone zu hören, der wieder einen Italo-Western vertont hat. Auch der Abschluss wurde dieses Mal anders gewählt und variiert. Da, wo man beim Original die Hornpipes hörte, da gibt es jetzt für knappe zwei Minuten Country Musik in Reinkultur zu hören.

Die Musik wirkt hier in ihrer Gesamtheit nicht ganz so ausdrucksstark wie beim Original. Das wiederum kann allerdings auch damit zusammenhängen, dass das Original dem Hörer eben weitaus bekannter und damit auch deutlich vertrauter ist. Mike Oldfield meinte zur Platte, dass diese so klingen würde, wie Tubular Bells hätte klingen sollen. Somit hat man als Fan der Musik von Mike Oldfield Glück gehabt, dass die technischen Möglichkeiten Anfang der 70er Jahre noch nicht so überragend waren und man dadurch in den Genuss zweier dieser Werke kommt.

Fazit: Wem Tubular Bells gefallen hat, dem wird auch Tubular Bells II gefallen. Mit Sicherheit nicht gleichwertig, trotzdem ist die Platte eine schöne Ergänzung zum Original. Irgendwie kopiert zwar, aber dann doch wieder nicht, eher variiert. Aber was soll’s. Für Freunde der Musik von Mike Oldfield mit Sicherheit ein überaus lohnender Kauf. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Wie meist bei Mike Oldfield: Muss man durchhören.





Donnerstag, 31. Oktober 2013

Radiohead – Itch




Radiohead – Itch


Besetzung:

Thom Yorke – vocals, guitar
Jonny Greenwood – guitar, keyboards
Ed O'Brien – guitar, vocals
Colin Greenwood – bass
Phil Selway – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Stop Whispering (Us Version) (4:13)
2. Thinking About You (2:18)
3. Faithless, The Wonder Boy (4:10)
4. Banana Co. (2:27)
5. Killer Cars (Live) (2:17)
6. Vegetable (Live) (3:12)
7. You (Live) (3:39)
8. Creep (Acoustic) (4:20)

Gesamtspieldauer: 26:35




„Itch“ ist eine EP der Alternative Rock Band Radiohead aus Oxford, England. Nur „Faithless, The Wonder Boy“ ist dabei ein neues Lied, beim Rest handelt es sich um alternative sowie Live-Versionen bereits veröffentlichter Titel. Das interessante an der EP ist eigentlich lediglich, dass die Band hier durchgehend sehr melodiös klingt, schräge Töne sucht man auf dieser etwas länger geratenen Single vergeblich. Am ehesten findet man diese vielleicht noch bei den Live-Versionen von „Vegetable“ und „You“, obwohl sie bei letzterem Song eher „hart“ denn „schräg“ sind. Das neue Lied „Faithless, The Wonder Boy“ reiht sich da ganz zwanglos in die Harmonien des Albums mit ein und ist ebenfalls sehr melodiös.

Fazit: Nur was für wirkliche Fans, denn die Lieder wurden inzwischen alle auch auf diversen Special Editions anderer Alben veröffentlicht. Hier sind also die Sammler gefragt. Ob sich das aber lohnt, bei den Preisen, die dafür verlangt werden, sei mal so dahingestellt. Die Musik ist auf jeden Fall gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Faithless The Wonder Boy




Mittwoch, 30. Oktober 2013

Lindisfarne – Back And Forth




Lindisfarne – Back And Forth


Besetzung:

Alan Hull – acoustic guitars, piano, vocals
Simon Cowe – electric- and acoustic guitars, banjo, mandolin, vocals
Rod Clements – fretless bass, fiddle
Ray Laidlaw – drums, percussion
Ray Jackson – mandolin, harmonica, percussion, vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Folk, Pop, Rock


Trackliste:

1. Juke Box Gypsy (2:24)
2. Warm Feeling (4:06)
3. Woman (3:27)
4. Only Alone (3:45)
5. Run For Home (4:24)
6. Kings Cross Blues (3:46)
7. Get Wise (3:08)
8. You And Me (3:06)
9. Marshall Riley's Army (3:39)
10. Angels At Eleven (2:55)
11. Make Me Want To Stay (3:58)

Gesamtspieldauer: 38:36




1973 hatte sich Lindisfarne aufgelöst. Kurze Zeit später belebte Alan Hull zusammen mit Ray Jackson und vier weiteren Musikern die Band erneut. Zwei Alben wurden veröffentlicht, die allerdings nicht erfolgreich wurden. 1978 kam es dann erneut zum Zusammenfinden der fünf ursprünglichen Mitglieder von Lindisfarne und das Album „Back And Fourth“, das jetzt bereits sechste der gesamten Bandgeschichte, wurde veröffentlicht – und der Erfolg stellte sich wieder ein, denn die Platte hielt sich immerhin elf Wochen in den britischen Album-Charts.

Nun, einen Stilmix hatte die Band ja schon immer für ihre Hörer parat, der sich über Folk, Pop und manchmal auch Progressive ersteckte - jetzt kam auch noch Soul in Form des Titels „Woman“ hinzu. Das hätte wahrlich nicht sein müssen und passt auch so überhaupt nicht zur Musik von Lindisfarne. Ganz schlimm. Aber das Album hält auch einige schöne Momente für den Zuhörer parat. Da ist zum einen „Run For Home“, das Lied, welches wohl die meisten Menschen kennen, die trotzdem noch nie etwas in ihrem Leben von der Band Lindisfarne gehört haben. Eine schöne Pop-Nummer mit vielen Streichern und Oboe, die ein klein wenig an die Anfänge des Electric Light Orchestras erinnert.

Auch die letzten drei Titel der Platte sind richtig gut gelungen. „Marshall Riley's Army“ ist eine tolle Folk-Nummer, „Angels At Eleven“ klingt genauso, wie es schon der Titel des Liedes andeutet: himmlisch verträumt und mit viel Piano und einem ganzen Orchester versehen. „Make Me Want To Stay“ ist schließlich eine schöne und melodische Folk-Pop-Nummer, die ebenfalls sofort ins Ohr geht.

Fazit: Wieder gibt es viele unterschiedliche Genres auf einem Lindisfarne-Album zu erlauschen. Pop, Rock, Folk, Country und okay, leider auch dieses eine Stück mit dieser Soul-Geschichte. Die Höhepunkte sind aber deutlich in der Überzahl, sodass „Back And Fourth“ ein schönes Album geworden ist. Neun Punkte.

Anspieltipps: Run For Home, Marshall Riley's Army, Angels At Eleven, Make Me Want To Stay




Dienstag, 29. Oktober 2013

Alanis Morissette – Flavors Of Entanglement




Alanis Morissette – Flavors Of Entanglement


Besetzung:

Alanis Morissette – vocals


Gastmusiker:

Andy Page – guitars
Sean McGhee – programming, backing vocals
Blair Sinta – drums
Peter Freeman – bass
Fiora Cutler – string arrangement




Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Citizen Of The Planet (4:22)
2. Underneath (4:07)
3. Straitjacket (3:08)
4. Versions Of Violence (3:36)
5. Not As We (4:45)
6. In Praise Of The Vulnerable Man (4:07)
7. Moratorium (5:35)
8. Torch (4:50)
9. Giggling Again For No Reason (3:48)
10. Tapes (4:26)
11. Incomplete (3:30)

Gesamtspieldauer: 46:15



2007 veröffentlichte Alanis Morissette „Flavors Of Entanglement“, ein Album, auf dem die Musik der Kanadierin nach den letzten, etwas enttäuschenderen Alben wieder sehr viel ausdrucksvoller, variantenreicher und interessanter klingt. Orientalische Klänge gibt es wieder zu hören, aber auch sehr schöne Balladen wie „Not As We“. Die Abwechslung hat wieder Einzug gehalten auf eine Platte der Alanis Morissette.

Es klingt alles irgendwie gar nicht mehr immer so poppig, mitunter manchmal sogar ein klein wenig nach Post Rock. Die Stücke, die man von Alanis Morissette bereits zu kennen glaubt und am ehesten unter der Kategorie „Nichts Neues“ einzuordnen versucht, wie zum Beispiel die Nummern „Torch“ oder „Giggling Again For No Reason“, die gibt es zwar auch, allerdings befinden sich auf der Platte ebenfalls so spannende und bisher ungewohnte Lieder wie „Citizen Of The Planet“ oder „Moratorium“, in denen die Kanadierin ihr musikalisches Spektrum auf sehr angenehme Art und Weise erweitert.

Kraftvoller wirkt dieses Album, wie man es seit „Jagged Little Pill“ von Alanis Morissette nicht mehr gewohnt war. Es ist nicht mehr nur dieser radiotaugliche Pop, sondern man kann hier auf „Flavors Of Entanglement“ in manchen Liedern auch wieder das Besondere entdecken, was einen guten von einem „normalen“ Pop-Song unterscheidet. Auch die sehr viel sanfteren Töne, die auf den vorherigen Alben nicht so zu finden waren, die werden hier bedient und das freut den Musikfreund, denn Alanis Morissette präsentiert hier dem Hörer eine breite Palette unterschiedlichster Songs, die es immer wieder schaffen einen einzufangen und dabei nie langweilig werden.

Fazit: „Flavors Of Entanglement“ ist wieder abwechslungsreicher als die Vorgänger-Alben geworden. So macht das Musikhören erneut sehr viel Spaß. Es wäre schade, diese Platte einfach nur so nebenbei laufen zu lassen. Hier lohnt sich wieder ein wenig Konzentration auf das, was uns Alanis Morissette darbietet – deutlich mehr als auf den letzten Alben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Citizen Of The Planet, Straitjacket, Not As We, Moratorium, Incomplete



Montag, 28. Oktober 2013

The Doors – L.A. Woman




The Doors – L.A. Woman


Besetzung:

Jim Morrison – lead vocals, piano on "Orange County Suite"
Ray Manzarek – hammond c-3 organ on track 1, 7 and 9, tack piano on tracks 2 and 5, vox continental on track 2, rhythm guitar on track 3, gibson g-101 on track 6, wurlitzer electric piano on track 8, fender rhodes electric piano on tracks 5, 10 and 12, lead vocals on "(You Need Meat) Don't Go No Further"
Robby Krieger – guitar
John Densmore – drums



Gastmusiker:

Jerry Scheff – bass guitar
Marc Benno – rhythm guitar on tracks 3-5, 8


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Psychedelic Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. The Changeling (4:25)
2. Love Her Madly (3:40)
3. Been Down So Long (4:44)
4. Cars Hiss By My Window (4:59)
5. L.A. Woman (8:00)
6. L'America (4:34)
7. Hyacinth House (3:13)
8. Crawling King Snake (5:01)
9. The WASP (Texas Radio And The Big Beat) (4:16)
10. Riders On The Storm (7:09)


Bonustitel der 40th Anniversary Edition:

11. Orange County Suite (5:45)
12. (You Need Meat) Don't Go No Further (3:41)

Gesamtspieldauer: 59:27




Auf dem letzten und sechsten Doors-Album, welches noch zu Lebzeiten Jimmy Morrisons eingespielt wurde, hat sich die Musik der Band noch ein wenig mehr dem Blues angenähert. Eine Entwicklung die auf dem vorherigen Album „Morrison Hotel“ bereits eingeleitet worden war. Das lässt ein etwas zwiespältiges Gefühl zurück, wenn man sich dieses Album anhört. Einerseits gibt es da so einen „Monstersong“ wie „Riders On The Storm“, zum anderen aber auch solch Titel wie „Been Down So Long“, „Cars Hiss By My Window“ oder „The WASP (Texas Radio And The Big Beat)“ – um nur einige zu nennen, mit denen die Doors sich sehr weit von ihrer ursprünglichen Musik entfernt haben und somit nicht mehr jeden der damaligen und heutigen Fans einfangen konnten. Der Stil der Musik hatte sich deutlich hin zum Blues entwickelt.

Nun, das ist es aber also, das letzte „richtige“ Doors-Album. So zwiespältig, wie kein anderes der fünf vorherigen Platten. Für die Rockfreunde gibt es noch „Love Her Madly“ und auch den Titeltrack „L.A. Woman“. Der Rest ist wie bereits geschrieben hauptsächlich sehr blueslastig gehalten, sodass dieses Album für Freunde jenes Genres ein wunderschönes Geschenk darstellen sollte. Allerdings konnte dieses Konzept die Fans weltweit nicht mehr so richtig überzeugen, was sich auch in den Verkaufszahlen ausdrückte, da das Album in den USA zum Beispiel lediglich noch Platz neun der Charts erreichte, wohingegen alle vorherigen Platten der Band deutlich bessere Platzierungen erklommen. Und dieser Umstand wirkt noch ein wenig mehr vor der allgemein gültigen Schlagzeile „Death Sells“. Die Platte wurde im April 1971 veröffentlicht, drei Monate bevor Jim Morrison in Paris verstarb. Eine oftmals bei solchen Umständen gesehene „Verkaufsexplosion“ blieb hier weitestgehend aus.

Die Doors hatten vor den Aufnahmen Ende 1970 ihren Produzenten gewechselt und zusammen mit diesem Umstand wirkt es ein klein wenig so, als ob den Musikern ein bisschen die Ideen ausgegangen wären. So richtig packen können einen die Titel, mit Ausnahme des bereits erwähnten „Riders On The Storm“, nämlich nicht mehr. Das wirkt sonst noch ganz nett, allerdings wird man als Hörer nicht mehr gefesselt von den Liedern, ganz zu schweigen davon, dass die Doors hier irgendwelche neuen Wege gehen würden, die man auf den vorherigen Veröffentlichungen immer entdecken konnte.

Zum 40. Geburtstag des Albums gab es dieses Mal lediglich zwei Zugaben. „Orange County Suite“ ist dabei eine wirklich schöne und ruhige Nummer, zwar ebenfalls dem Blues nahe, diesen aber noch nicht ganz erreichend. „(You Need Meat) Don't Go No Further“ ist ein Willie Dixon Titel – Blues, was sonst?

Fazit: „L.A. Woman“ hält noch ein paar Höhepunkte parat, kann aber nicht mehr in seiner Gesamtheit überzeugen und wirkt an manchen Stellen leider fast schon uninspiriert. Aber es gibt auch die paar sehr schönen Stellen auf dem Album zu entdecken. Und somit ist die Platte für den Doors-Fan sowieso ein Muss, für Bluesfreunde auch sehr zu empfehlen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Love Her Madly, L.A. Woman, Hyacinth House, Riders On The Storm





Sonntag, 27. Oktober 2013

Black Sabbath – Paranoid




Black Sabbath   Paranoid


Besetzung:

Ozzy Osbourne – vocals
Tony Iommi – lead guitar
Greezer Butler – bass guitar
Bill Ward – drums


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. War Pigs (7:58)
2. Paranoid (2:54)
3. Planet Caravan (4:34)
4. Iron Man (5:57)
5. Electric Funeral (4:53)
6. Hand Of Doom (7:08)
7. Rat Salad (2:31)
8. Fairies Wear Boots (6:14)

Gesamtspieldauer: 42:08




Die zweite Platte der Hard Rocker von Black Sabbath erschien noch im selben Jahr wie das Debut-Album, unter dem Titel „Paranoid“. Und natürlich wird auch hier wieder gerockt, was die Instrumente hergeben. Allerdings ist die Musik ein klein wenig melodiöser geworden, was nicht nur am Titeltrack und Klassiker „Paranoid“ auszumachen ist. Auch so ein ruhiges Stück wie „Planet Caravan“ sucht man auf dem Debut-Album noch vergeblich, wobei dieser Song hier fast schon dem Progressive Rock, unzweifelhaft zumindest dem Genre Psychedelic Rock sehr nahe kommt. Eine irgendwie „unheimliche“ Stimmung wird in diesem Lied aufgebaut und transportiert, welche meist sehr sphärisch aus den Boxen wabert.

Auch sonst sind in den Songs auf „Paranoid“ durchaus immer wieder „besinnlichere“ Töne mit eingebaut. Es wird zwar gerockt, jedoch nicht mehr nur durchgängig. Härtere Passagen wechseln sich mit ruhigeren Parts ab. Bestes Beispiel dafür die Nummer „Hand Of Doom“, bei der mit den Stimmungen quasi gespielt wird. Ansonsten finden sich natürlich auch wieder deutlich kompromisslosere Abschnitte, in denen es hauptsächlich um die Härte geht, welche hier in der Musik transportiert werden soll. Und noch etwas bleibt festzustellen: Die Titel klingen durchweg ein wenig „dumpfer“, als noch auf dem ersten Album „Black Sabbath“. Noch schwärzer, irgendwie noch „unheiliger“. Und damit ist nicht der Sound gemeint, es ist die Stimmung, die mit den einzelnen Liedern heraufbeschworen wird.

Fazit: Auch das zweite Werk von Black Sabbath ist gelungen, wenn man denn mit Hard Rock der düsteren Sorte etwas anfangen kann. Spannend ist hier auf jeden Fall die Abwechslung in den Geschwindigkeiten und Rhythmen der einzelnen Lieder untereinander, sowie in den Songs selbst. Somit ist „Paranoid“, genau wie sein Vorgänger, ein Klassiker dieses Genres und sollte bei keinem „Heavy-Fan“ in der Sammlung fehlen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Paranoid, Planet Caravan, Hand Of Doom



Samstag, 26. Oktober 2013

The Pogues – Peace And Love




The Pogues – Peace And Love


Besetzung:

Shane MacGowan – vocals
Jem Finer – banjo
Spider Stacy – tin whistle
James Fearnley – accordion
Andrew Ranken – drums
Philip Chevron – guitar
Darryl Hunt – bass guitar
Terry Woods – cittern, mandolin


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Irish Folk


Trackliste:

1. Gridlock (3:33)
2. White City (2:32)
3. Young Ned Of The Hill (2:45)
4. Misty Morning, Albert Bridge (3:01)
5. Cotton Fields (2:51)
6. Blue Heaven (3:36)
7. Down All The Days (3:45)
8. USA (4:53)
9. Lorelei (3:34)
10. Gartloney Rats (2:32)
11. Boat Train (2:40)
12. Tombstone (2:58)
13. Night Train To Lorca (3:29)
14. London You're A Lady (2:56)

Gesamtspieldauer: 45:07




Der Big Band Sound hat Einzug in die Musik der Pogues gehalten. Das könnte man zumindest meinen, wenn man „Peace And Love“, das vierte Album der Iren, zum ersten Mal einlegt und die Platte mit „Gridlock“ beginnt. Aber keine Sorge, das bleibt nicht so, gleich mit dem nächsten Track geht es wieder Irish-Folk-mäßig weiter - beziehungsweise beginnt es auch auf diese Weise.

Richtig verträumt wird es dann beim nächsten Titel  „Young Ned Of The Hill“, bis auch diese Nummer an Geschwindigkeit zulegt. Klasse gelungen diese Steigerung. Und so gibt es hier mal die etwas verträumteren Stücke, dann wieder die mitreißenden irischen Töne zu hören. Wirklich schön in die Lieder integriert wird dabei immer wieder die „Tin Whistle“ des Spider Stacy, für die es glaube ich noch nicht mal eine passende deutsche Bezeichnung gibt.

Den Bläsern wird auf „Peace And Love“ auch ein größerer Spielraum eingeräumt, als noch auf den Vorgängeralben. Das passt nicht immer ganz so, mag aber natürlich auch eine Geschmackssache sein. Aber originell ist die Musik der Pogues auch so. Wo hört man denn sonst mal eine in die Musik integrierte Schreibmaschine? Ich erinnere mich da nur an Jerry Lewis mit seiner Interpretation des „Hummelflugs“ – irgendwann Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Und dann gibt es da jetzt auch so einen Song wie „Lorelei“, der schon sehr viel eher nach Rock klingt, als an irischen Weisen. Die Musik der Pogues ist eindeutig mannigfaltiger und vielschichtiger geworden.

Fazit: Die Melodien zünden auf „Peace And Love“ für mich zwar nicht mehr ganz so, wie noch auf dem Vorgänger-Album – trotz aller Abwechslung, die man hier auf der Platte findet - aber natürlich hört man hier auch noch gut gemachten Irish Folk, der mit Punk allerdings, für den in gewisser Hinsicht die Pogues ja auch mal standen, überhaupt nichts mehr zu tun hat. „Peace And Love“ ist ein sehr vielschichtiges Album geworden, bei dem die einzelnen Titel jedoch nicht mehr ganz an die Qualität von „If I Should Fall From Grace With God“ heranreichen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Young Ned Of The Hill, USA, Tombstone





Freitag, 25. Oktober 2013

AC/DC – Ballbreaker




AC/DC – Ballbreaker


Besetzung:

Angus Young – lead guitar
Malcolm Young – rhythm guitar
Brian Johnson – vocals
Cliff Williams – bass guitar
Phil Rudd – drums


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Hard-Rock


Trackliste:

1. Hard As A Rock (4:32)
2. Cover You In Oil (4:33)
3. The Furor (4:10)
4. Boogie Man (4:07)
5. The Honey Roll (5:35)
6. Burnin' Alive (5:06)
7. Hail Caesar (5:14)
8. Love Bomb (3:14)
9. Caught With Your Pants Down (4:15)
10. Whiskey On The Rocks (4:35)
11. Ballbreaker (4:32)

Gesamtspieldauer: 49:53




Mit „Ballbreaker“ betitelte die australische Hard-Rock-Formation AC/DC ihr zwölftes Studioalbum, welches 1995 veröffentlicht wurde. Und wieder gibt es satt auf die Ohren, wenn man denn mit Hard’n’Heavy etwas anzufangen versteht. Nichts Neues also, sollte man meinen. Im Line-Up der Band hatte sich allerdings eine Veränderung ergeben. Phil Rudd, der auf den Alben von „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ bis „Flick Of The Switch“ bereits an den Drums saß, war zurückgekehrt und vervollständigte somit die „klassische“ Besetzung der Band wieder – natürlich mit der Ausnahme von Bon Scott.

Die Musik auf „Ballbreaker“ sehe ich ein wenig differenziert. Da gibt es zum einen solch absolute Highlights wie „The Furor“, eines der besten Lieder in der Diskographie der Band. Allerdings findet sich auf der Platte auch eine ganze Menge „Ware“, die zwar hart klingt, jedoch qualitativ nicht mehr den Stand erreicht, den AC/DC-Titel oftmals innehatten. Im Komponieren der einzelnen Titel ist dieser Wiedererkennungswert, diese Eingängigkeit der Stücke, den Australiern zum Teil abhandengekommen. Ausnahmen von diesem Umstand wären noch „Hard As A Rock“ und das für AC/DC-Verhältnisse fast schon gemäßigte und ruhige „Boogie Man“ sowie, jedoch bereits mit Abstrichen, der Titeltrack „Ballbreaker“.

„Burnin‘ Alive“ weiß ebenfalls noch zu zünden, der Rest geht jedoch ein wenig unter, stellt nichts Besonderes mehr dar, bleibt einfach nicht hängen. Das geniale Riff, die einen packenden Akkordfolge, die finden sich hier einfach in manchen Titeln nicht mehr. Wahrlich ist der Rest der Platte nicht schlecht, nur ragt er eben nicht mehr aus dem Durchschnitt heraus, den AC/DC-Titel eigentlich so oft zu erreichen verstehen. Nicht schlecht also, aber eben auch nicht mehr.

Fazit: „Ballbreaker“ besitzt seine Stärken und die befinden sich vor allem im Song „The Furor“. Als meine Kinder noch klein waren, meinten sie bei diesem Titel immer: „Papa, da singt wieder der Wütende!“ Passender hätte man das nicht umschreiben können. Das Album hat seine paar Höhepunkte, jedoch auch einige Längen. Trotzdem noch zehn Punkte.

Anspieltipps: Hard As A Rock, The Furor, Boogie Man, Ballbreaker




Donnerstag, 24. Oktober 2013

Audioslave – Out Of Exile




Audioslave – Out Of Exile


Besetzung:

Chris Cornell – vocals
Tim Commerford – bass
Brad Wilk – drums
Tom Morello – guitars


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Your Time Has Come (4:15)
2. Out Of Exile (4:51)
3. Be Yourself (4:39)
4. Doesn't Remind Me (4:15)
5. Drown Me Slowly (3:53)
6. Heaven's Dead (4:36)
7. The Worm (3:57)
8. Man Or Animal (3:53)
9. Yesterday To Tomorrow (4:33)
10. Dandelion (4:38)
11. #1 Zero (4:59)
12. The Curse (5:09)

Gesamtspieldauer: 53:43




Auch auf dem zweiten Album von Audioslave kann man in den Credits nachlesen: „All Sounds Made By Guitar, Bass, Drums and Vocals“. 2005 erschien dieses Werk unter dem Titel „Out Of Exile“ und um es gleich vorweg zu nehmen, geändert hat sich nicht viel. Es ist immer noch dieser dichte und knallharte Rock, den man von Audioslave auf und um die Ohren bekommt. Und warum hätten die vier Musiker, die sich aus den Ex-Mitgliedern von Soundgarden und Rage Against The Machine zusammensetzen, auch großartig etwas ändern sollen? Die Musik auf „Out Of Exile“ rockt und groovt in bewährter Manier, sodass die Fans ihre Freude haben dürften.

Für mich haben die US-Amerikaner sogar noch einen Schritt nach vorne getan, denn „Out Of Exile“ klingt eingängiger - ohne dabei etwas an dem harten Sound zu verändern. Aber es wurde mehr Wert auf die Melodie, die Eingängigkeit und Einprägsamkeit gelegt. Deutlich wird das gleich beim dritten Titel „Be Yourself“, der bei weitem mehr Ohrwurmcharakter besitzt, als die Songs auf dem Debut-Album. Auch „Doesn’t Remind Me“ beginnt mit einem schönen, etwas zurückhaltenden Riff, um dann an den entsprechenden Stellen wieder ordentlich loszurocken. Die Musik ist wahrlich abwechslungsreicher geworden – ohne dabei den Anspruch des Hard’n’Heavy aufzugeben.

Die einzelnen Songs krachen jedoch nicht mehr so sehr von vorne bis hinten durch, es gibt leisere und sanftere Zwischentöne zu hören, die das gesamte Geschehen auflockern und auch bereichern. Und dann gibt es auch so Stücke wie „Heaven’s Dead“, die eine Bandbreite von ruhig bis hin zum Mid-Tempo aufweisen und dabei trotzdem zu rocken verstehen. Aber natürlich finden sich auch noch solch kompromisslose Rocker wie „Man Or Animal“ auf der Platte, bei dem man die Haare fliegen lassen kann und dabei Gefahr läuft, sich eine Gehirnerschütterung einzufangen.

Fazit: Die etwas größere Bandbreite an Sounds macht es aus, dass „Out Of Exile“ interessanter wirkt als sein Vorgänger. Dies alles allerdings vor dem Hintergrund, dass auch auf dieser zweiten Platte Audioslaves nichts weichgespült wurde. Allerdings wird die Musik ein wenig mehr variiert, was das Gesamtprodukt abwechslungsreicher erscheinen lässt. Dies beinhaltet bei mir auch, dass mir die Songs besser im Gedächtnis bleiben, nicht nur kurzfristig während des Abspielens einen Eindruck vermitteln, der nach Beendigung des Liedes beziehungsweise der Platte bereits wieder verwischt ist. Dieser absolute Übersong, der im Olymp der Musik neben einigen anderen Titeln seinen Platz gefunden hätte, der fehlt mir allerdings auch auf „Out Of Exile“. Am ehesten in diese Richtung geht da noch „Yesterday To Tomorrow“. Aber der absolut geniale Titel, nein, das ist er auch nicht, aber zumindest ein sehr guter. Neun Punkte.

Anspieltipps: Be Yourself, Doesn't Remind Me, Man Or Animal, Yesterday To Tomorrow