Montag, 18. Juli 2016

Jimi Hendrix – All The Hits




Jimi Hendrix – All The Hits


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Universe


Erscheinungsdatum: 1991 (Musik aus den Jahren Ende der 60er)


Stil: Rock, Blues Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Let Me Light Your Fire (2:41)
2. Highway Chile (3:32)
3. Hey Joe (3:27)
4. Voodoo Chile (5:16)
5. Purple Haze (2:50)
6. Long Hot Summer Night (3:29)
7. The Wind Cries Mary (3:19)
8. Foxy Lady (3:16)
9. Remember (2:46)
10. Gypsy Eyes (3:45)
11. All Along The Watchtower (4:01)
12. Burning Of The Midnight Lamp (3:38)
13. Stone Free (3:37)
14. Manic Depression (3:39)
15. Cross Town Traffic (2:21)
16. 51st Anniversary (3:15)

Gesamtspieldauer: 55:00




Da kann man zu Blues-Rock stehen wie man will, Jimi Hendrix ist auf jeden Fall ein musikalisches Erlebnis. Drei Studio-Alben nahm der gebürtige US-Amerikaner, der allerdings erst durch seinen Aufenthalt in England seinen Durchbruch schaffte, zu seinen Lebzeiten auf. Diese wurden in den Jahren 1967 und 1968 veröffentlicht. Unzählige Kompilationsalben wurden dann nach seinem Tod am 18. September 1970 veröffentlicht, was einmal mehr den Spruch „Death Sells“ unterstreicht.

Eine dieser Zusammenstellungen ist die im Jahr 1991 auf Universe veröffentlichte Platte „All The Hits“. Obwohl auch hier wieder festzuhalten ist, dass die Original-Alben einem einen wesentlich besseren Überblick über das Schaffen eines Künstlers beziehungsweise einer Band ermöglichen, so bekommt man mit solch einer Zusammenstellung doch immerhin eine grobe Richtung über die Musik des jeweiligen Musikers aufgezeigt. Nun und diese ist im Falle des Jimi Hendrix und „All The Hits“ sehr intensiv. Absolut kraftvoll und begeisternd klingt dessen Gitarrenspiel. Und hier von Blues Rock zu sprechen ist gar nicht mal so zutreffend. Sehr oft geht das Ganze dann doch auch in die Richtung Psychedelic Rock. Stellvertretend dafür steht die geniale Nummer „Voodoo Chile“, einfach mitreißend.

Natürlich sind auch alle „Hits“ des Jimi Hendrix enthalten. „Hey Joe“, „Purple Haze“, „The Wind Cries Mary“, „All Along The Watchtower“, „Manic Depression“ und wie sie alle heißen. Das Interessante dabei ist, dass man dieser Musik einfach nicht anhört, dass sie bereits bald fünfzig Jahre alt wird. Irgendwie klingt das Ganze auch heute noch frisch, kraftvoll und völlig auf der Höhe der Zeit. Dies kann man wahrlich nicht von jeder Musik behaupten und macht die Lieder des Jimi Hendrix darum umso wertvoller.

Fazit: Klar, als Rock Fan sollte man auch mal Jimi Hendrix gehört haben. Und das ist wahrlich ein Erlebnis, obwohl bei dieser Art der Musik nur wenig gleich beim ersten Mal des Hörens hängenbleiben möchte. Dafür klingt diese Musik vom ersten Takt an spannend und nistet sich dann im Laufe der Zeit ebenfalls im Musikzentrum der Hörerin beziehungsweise des Hörers ein. Wer auf gut gemachten Rock steht, dem Blues nicht ganz abgeneigt ist und auch diverse psychedelische Ausflüge zu schätzen weiß, der ist allgemein mit der Musik des Jimi Hendrix gut bedient und kann auch mit dieser Zusammenstellung so gut wie nichts falsch machen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Voodoo Chile, Purple Haze, All Along The Watchtower



Sonntag, 17. Juli 2016

Kula Shaker – K




Kula Shaker – K


Besetzung:

Crispian Mills – singing, electric & acoustic guitars, tamboura
Alonza Bevan – bass, piano, tabla, backing vocals
Paul Winterhart – drums
Jay Darlington – organ, mellotron, piano


Gastmusiker:

Wajahat Kahn – sarod on "Sleeping Jiva" 
Himangsu Goswami – tabla on "Govinda" and "Jerry Was There"
Gauri – backing vocals on "Govinda"
The Kick Horns – horns on "Start All Over"


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Psychedelic Rock, Raga Rock


Trackliste:

1. Hey Dude (4:10)
2. Knight On The Town (3:25)
3. Temple Of Everlasting Light (2:33)
4. Govinda (4:57)
5. Smart Dogs (3:16)
6. Magic Theatre (2:38)
7. Into The Deep (3:49)
8. Sleeping Jiva (2:02)
9. Tattva (3:46)
10. Grateful When You're Dead/Jerry Was There (5:42)
11. 303 (3:08)
12. Start All Over (2:35)
13. Hollow Man (Parts 1 & 2)" (inklusive 0:12 Hidden Track nach 13:04 Minuten Stille) (6:10)

Gesamtspieldauer: 48:31




Nur ganz kurz mit „K“ betitelten die vier Briten von Kula Shaker ihr erstes Studioalbum, welches im Jahr 1996 auf dem Musiklabel Columbia Records veröffentlicht wurde. Und die vier Musiker betraten damit durchaus Neuland in der populären Musik. Noch nie hatte es eine Band gegeben, die britischen Pop und Rock so konsequent mit indischen Tönen in Verbindung brachte. Und das Schöne daran ist, das Ganze wirkt auch noch sehr überzeugend, klingt einfach gut, manchmal sogar richtiggehend mitreißend.

Ein paar Anläufe muss man der Musik von Kulka Shaker allerdings zugestehen. Nicht, dass diese Platte nicht gleich beim ersten Male des Hörens einen Eindruck hinterlassen würde, allerdings wächst sie mit jeder weiteren Umdrehung nochmals. Diese Verschmelzung ganz unterschiedlicher Musikstile wirkt hier nahezu perfekt. Und Pop ist das, was uns Kula Shaker hier präsentieren, auch nur am Rande. Die Umschreibung ist da mit „Rock“ schon deutlich genauer.

Die einzelnen Titel gehen alle ins Ohr, sind melodiös und man kommt gar nicht umhin, die Füße mitwippen zu lassen, wenn man denn auf gut gemachten Rock steht. Alle dreizehn Lieder auf „K“ wirken. Ausfälle gibt es keine auf diesem Album zu beklagen und diese Stille zum Schluss, die in den 90ern so viele Bands auf ihren Alben mit einbauten, um mehr oder weniger sinnfreie Hidden Tracks zu platzieren, die sei Kula Shaker an dieser Stelle auch verziehen. Dies war nun mal der damals vorherrschende Zeitgeist, um die Laufzeit einer Platte etwas aufzupumpen. Hörenswert ist diese zwölf Sekunden andauernde Soundkollage übrigens bei Kula Shaker ebenfalls nicht. Dies gilt jedoch nicht für den Rest der Scheibe, auf denen sich einige Titel befinden, die sich trefflich in das Musikzentrum der Hörerin beziehungsweise des Hörers einzubrennen verstehen. Sehr gelungene Beispiele wären hierfür „Temple Of Everlasting Light“, „Govinda“, „Magic Theatre“, „Tattva“, „Grateful When You're Dead/Jerry Was There“ und und und. Im Grunde genommen hätte ich hier auch die anderen Nummern aufzählen können. Die Musik von Kula  Shaker auf „K“ wirkt.

Fazit: Ein sehr überzeugendes Debut Album ist Kula Shaker mit „K“ gelungen. Die Musik auf dem Album ist sicherlich kein BritPop, mit dem Kula Shaker auch immer wieder in Verbindung gebracht werden. Hier hört man Rock Musik, die eng mit indischen Klängen verwoben wurde und manchmal bis in den Bereich des Psychedelic Rock hineinreicht. Die einzelnen Titel gehen schnell ins Ohr und werden nach dem mehrmaligen Hören immer intensiver. „K“ von Kula Shaker lohnt sich – auch oder vielleicht sogar gerade, weil Kula Shaker anders klingt, als andere Bands. Elf Punkte.

Anspieltipps: Govinda, Magic Theatre



Samstag, 16. Juli 2016

Peter Baumann – Machines Of Desire




Peter Baumann – Machines Of Desire


Besetzung:

Peter Baumann – synthesizer


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Bureau B


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Elektronische Musik, Instrumentalmusik


Trackliste:

1. The Blue Dream (5:53)
2. Searching In Vain (5:36)
3. Valley Of The Gods (4:12)
4. Echoes In The Cave (3:55)
5. Ordinary Wonder (6:00)
6. Crossing The Abyss (5:57)
7. Dancing In The Dark (4:57)
8. Dust To Dust (6:24)

Gesamtspieldauer: 42:57




„Machines Of Desire“ heißt das fünfte Studio-Album des ehemaligen Tangerine Dreams Mitglieds Peter Baumann und ist gleichzeitig seine erste neue Studio-Veröffentlichung seit 33 Jahren. Veröffentlicht wurde die Scheibe im Mai 2016 auf dem Label Bureau B. Ursprünglich war das Comeback des Peter Baumann wohl als Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Tangerine Dream Kollegen Edgar Froese geplant, nach dessen Tod im Januar 2015 zerschlug sind natürlich dieser Plan und so wurde „Machines Of Desire“ nun also ein reines Solo-Album.

Das, was man auf „Machines Of Desire“ zu hören bekommt, weiß dabei durchaus zu überzeugen und stellt eine kurzweilige, elektronische Klangreise dar. Es sind allerdings nicht mehr diese langen und breiten Synthesizer-Teppiche, die der gebürtige Berliner hier seinen Hörerinnen und Hörern serviert, jedoch befinden sich auf der Scheibe acht sehr abwechslungsreiche und durchaus auch melodische Titel, die zu überzeugen wissen. Die Musik hat dabei nicht mehr so sehr viel mit seinen Beteiligungen bei Tangerine Dream zu tun, wirkt auf „Machines Of Desire“ jedoch sogar etwas abwechslungsreicher zum Teil auch ein wenig „aufgeregter“.

Die Abwechslung auf der Scheibe rührt auch daher, dass die Lieder für reine elektronische Titel ziemlich kurz geraten sind. Anstatt hier ein Thema auszuwalzen, wird ein neues Thema in Form eines weiteren Liedes nachgeschoben. Immer wieder gibt es etwas zu entdecken, die atmosphärischen Stimmungen reichen dabei von fast schon mystisch über düster, bis hin zu fröhlich. Auch verwendet Peter Baumann häufig Sprachfetzen, die elektronisch verfremdet in die einzelnen Titel eingebunden werden. Nur beim letzten Titel, „Dust To Dust“, stimmt das dann nicht so ganz. Ein biblisches Zitat wird mittels Synthesizer-Musik und Rhythmik in Verbindung mit an gregorianische Choräle erinnernden Gesang umgesetzt – dieses Mal jedoch nicht verfremdet und auch das klingt in meinen Ohren gut.

Fazit: Eine interessante Platte ist „Machines Of Desire“ geworden, angefüllt mit elektronischer Musik, die nicht nur mit stimmungsvollen Atmosphären, sondern auch mit Melodien punkten kann. Besorgt man sich die Vinylausgabe der Scheibe, bekommt man hier die CD gleich mitgeliefert. Sehr kurzweilig das Ganze. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Blue Dream, Searching In Vain, Dust To Dust



Freitag, 15. Juli 2016

Oasis – Standing On The Shoulder Of Giants




Oasis – Standing On The Shoulder Of Giants


Besetzung:

Liam Gallagher – lead vocals, tambourine
Noel Gallagher – lead guitar, rhythm guitar, acoustic guitar, backing vocals, lead vocals on "Where Did It All Go Wrong?" and "Sunday Morning Call", additional vocals on "Put Yer Money Where Yer Mouth Is", bass, keyboards
Alan White – drums, percussion


Gastmusiker:

Paul Stacey – keyboards, additional lead guitar on "Fuckin' In The Bushes", backwards guitar on "Who Feels Love?", bass on "Who Feels Love?", "Gas Panic!", "I Can See A Liar" and "Roll It Over", additional acoustic guitar on "Where Did It All Go Wrong?", guitar solo on "Roll It Over"
P. P. Arnold – backing vocals on "Fuckin' in the Bushes", "Put Yer Money Where Yer Mouth Is" and "Roll It Over"
Linda Lewis – backing vocals on "Fuckin' in the Bushes", "Put Yer Money Where Yer Mouth Is" and "Roll It Over"
Mark Coyle – electric sitar on "Put Yer Money Where Yer Mouth Is", twelve-string acoustic guitar on "Little James"
Mark Feltham – harmonica on "Gas Panic!"
Tony Donaldson – Minimoog & Mellotron on "Gas Panic!"
Charlotte Glasson – flute on "Gas Panic!"


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Rock, BritPop


Trackliste:

1. Fuckin' In The Bushes (3:18)
2. Go Let It Out (4:3()
3. Who Feels Love? (5:44)
4. Put Yer Money Where Yer Mouth Is (4:27)
5. Little James (4:15)
6. Gas Panic! (6:08)
7. Where Did It All Go Wrong? (4:26)
8. Sunday Morning Call (5:12)
9. I Can See A Liar (3:1")
10. Roll It Over (6:31)

Gesamtspieldauer: 47:56




„Standing On The Shoulder Of Giants“ heißt das vierte Studio-Album der englischen Alternative Rock und BritPop-Band Oasis, welches im Jahr 2000 auf dem Label Sony Music veröffentlicht wurde. Ihre vorherige Plattenfirma Creation Records hatte Konkurs anmelden müssen und war in diesem Zuge an Sony Music verkauft worden. Aber dies war nicht die einzige Veränderung bei Oasis. Mit Paul "Bonehead" Arthurs sowie Paul McGuigan hatten zwei der Gründungsmitglieder die Band verlassen. Dazu kamen die dauernden Streitereien der Brüder Liam und Noel, deren Drogenverbrauch sowie ein erneuter Stilwechsel. Zwar steht, wie bereits beim Vorgängeralbum, nicht mehr der BritPop im Vordergrund, für den Oasis zunächst standen. Allerdings ist die Scheibe auch deutlich weniger Rock-lastig als das Album zuvor. „Standing On The Shoulder Of Giants“ klingt elektronischer, mitunter sogar ein wenig psychedelisch, was an Soundkollagen und asiatischen Einflüssen in der Musik liegt. Und schließlich steuerte Liam Gallagher erstmals mit „Little James“ auch ein Lied zur Platte bei. Was davon dazu beitrug, dass „Standing On The Shoulder Of Giants“ weit weniger erfolgreich war, als noch das Vorgängeralbum „Be Here Now“, kann ich nicht beurteilen, es überrascht allerdings schon etwas, denn musikalisch kann diese Scheibe doch sogar etwas mehr überzeugen, als eben jenes Vorgängeralbum.

Die Musik auf „Standing On The Shoulder Of Giants“ ist abwechslungsreicher geworden. Da gibt es Klangkollagen, indisch angehauchte Titel, eingängige Pop Songs und auch rockigere Stücke. Auf der Scheibe sind wieder deutlich mehr Melodien zu entdecken, die sofort zünden und in die Richtung „Ohrwurm“ driften. Man benötigt nicht allzu viele Durchläufe der Platte, um hier etwas für sich zu finden. Auch der von Liam Gallagher geschriebene Titel „Little James“ fügt sich in die Reihe der zehn überzeugenden Titel ein, von denen keiner einen Ausfall darstellt.

Die Höhepunkte der Scheibe befinden sich auf der hinteren Hälfte des Albums. „Where Did It All Go Wrong?“ funktioniert sofort beim ersten Hören und es besteht auch nicht die Gefahr, sich daran zu überhören. Werden hier noch rockigere Töne angeschlagen, so ist der nächste Titel „Sunday Morning Call“ dann fast schon wieder im BritPop angesiedelt. Am eindrucksvollsten allerdings klingt das letzte Stück der Scheibe „Roll It Over“. Hier wechselt die Band zwischen poppigen und rockigen Abschnitten hin und her und immer wieder scheinen die Beatles und dann sogar auch Pink Floyd hier ihren Einfluss geltend machen zu wollen. 

Fazit: „Standing On The Shoulder Of Giants“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden. Anders als seine Vorgänger gibt es auf dieser Platte diverse musikalische Stile zu erhören, die alle auch durchaus gut umgesetzt wurden und zu gefallen wissen. Dieser dieses Mal etwas breitere Fächer in der Musik der Band passt und sitzt. Zwar fehlt dem Album ein Hit, der wohl für einen besseren kommerziellen Erfolg gesorgt hätte, doch dafür punktet die Scheibe in ihrer Gesamtheit. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Little James, Roll It Over



Donnerstag, 14. Juli 2016

Big Country – The Crossing




Big Country – The Crossing


Besetzung:

Stuart Adamson – vocals, guitar, piano, e-bow
Bruce Watson – guitar, mandolin, sitar, vocals, e-bow
Tony Butler – bass, vocals
Mark Brzezicki – drums, percussion, vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Alternative Rock, New Wave


Trackliste:

1. In A Big Country (4:43)
2. Inwards (4:36)
3. Chance (4:26)
4. 1000 Stars (3:52)
5. The Storm (6:21)
6. Harvest Home (4:20)
7. Lost Patrol (4:51)
8. Close Action (4:14)
9. Fields Of Fire (400 Miles) (3:31)
10. Porrohman (7:51)
11. Angle Park (4:07)
12. All Of Us (4:09)
13. The Crossing (7:08)
14. Heart & Soul (4:33)

Gesamtspieldauer: 1:08:49




„The Crossing“ heißt das erste Studio-Album der schottischen Rock-Band Big Country und wurde im Juli 1983 auf dem Plattenlabel Mercury Records veröffentlicht. „The Crossing“ ist die mit Abstand erfolgreichste Veröffentlichung der Band und erreichte in Großbritannien wie in Kanada Platin Status. Zu hören gibt es darauf eine irgendwie geartete Mischung aus Alternative Rock und New Wave.

Die Musik der Band ist nicht unbedingt spektakulär und erfindet auch kein neues musikalisches Genre – muss sie allerdings natürlich auch nicht. Das, was man Big Country jedoch wahrlich nicht absprechen kann ist, dass sie mit „The Crossing“ ein Album veröffentlicht haben, welches angefüllt ist mit leichten und größtenteils fröhlichen Titeln, die allesamt wirken und ins Ohr gehen. Ursprünglich waren das zehn Nummern, im Rahmen der remasterten Wiederveröffentlichung wurden dem Album die letzten vier Titel, von denen zwei („Angel Park“ und „Heart & Soul“) bereits auf der ursprünglichen Kassetten-Ausgabe des Albums im Jahr 1983 vorhanden waren, noch hinzugefügt.

Ein Höhepunkt der Scheibe ist das packende „The Storm“, bei dem man auch sehr gut die schottischen musikalischen Wurzeln der Band heraushören kann. Das Lied wirkt bereits beim ersten Mal des Hörens und weiß sich auch festzusetzen. Ebenfalls sehr gelungen ist „Lost Patrol“. Ein treibender Rhythmus und ein Refrain zum Mitgrölen bedingen den Wiedererkennungswert des Stücks. Und schließlich ist da auch noch der ursprünglich letzte Titel der Scheibe „Porrohman“. Nach zweieinhalb Minuten setzt hier erst der Gesang ein, der dann allerdings wieder schnell von einem längeren Instrumentalpart abgelöst wird. Es folgen ganz neue Parts und machen das Lied zu einer sehr abwechslungsreichen musikalischen Reise, die sich lohnt angetreten zu werden.

Fazit: „The Crossing“ ist das erste Album der schottischen Band Big Country und gleich ein überzeugendes geworden Die Stimmung auf der Scheibe ist eine fröhliche. Viele der Lieder gehen ins Ohr, auch wenn ein oder gar mehrere Ohrwürmer nicht auf der Platte vertreten sind. Trotzdem lässt sich das alles gut anhören und macht auch Spaß. Kein Meilenstein der Musik, jedoch ein Album, mit dem man nicht viel falsch machen kann, wenn man auf die Musik der 80er Jahre steht, die nicht ganz im Synthesizer-Wahn des New Wave der damaligen Zeit ertrinkt. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Storm, Lost Patrol, Porrohman



Mittwoch, 13. Juli 2016

Cursive – I Am Gemini




Cursive – I Am Gemini


Besetzung:

Tim Kasher – vocals, guitars, keyboards, piano
Matt Maginn – bass, keyboards
Tod Stevens – guitars, vocals, keyboards
Cully Symington – drums, percussion


Gastmusiker:

Patrick Newbery – keyboards, piano
Matt bayles – keyboards, guitar
Erin Rubin – vocals
Nouela Johnston – vocals
Naum Hoffman – vocals


Label: Saddle Creek Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. This House Alive (4:12)
2. Warmer, Warmer (3:55)
3. The Sun And Moon (3:57)
4. Drunken Birds (2:33)
5. Lullaby For No Name (1:23)
6. Double Dead (2:46)
7. Gemini (2:28)
8. Twin Dragon / Hello Skeleton (5:56)
9. Wowowow (3:08)
10. This House A Lie (1:30)
11. The Cat And Mouse (2:39)
12. A Birthday Bash (4:24)
13. Eulogy For No Name (4:12)

Gesamtspieldauer: 43:09




„I Am Gemini“ ist das siebte Studioalbum der Independent Rock Band Cursive aus Omaha, Nebraska. Veröffentlicht wurde die Scheibe im Februar 2012 auf dem Label Saddle Creek Records. Das Konzept-Album hält dabei sehr eingängigen und trotzdem nicht anbiedernden Rock für die Hörerinnen und Hörer parat, der schnell ins Ohr geht und bereits beim ersten Mal des Hörens zu überzeugen weiß.

Die Musik auf „I Am Gemini“ ist überaus abwechslungsreich. Von „zart“ bis „hart“ wird hier ein breites musikalisches Spektrum geboten, wobei die jeweiligen „Pole“ nicht überstrapaziert werden. Spannend klingt das Ganze, da immer wieder neue Ideen kreiert, die dann auch trefflich musikalisch umgesetzt werden. Melodiös hört sich das immer an, ganz gleich, ob die Musik mal lauter und fordernder wird oder sich eher etwas sanfter gibt.

Die Höhepunkte der Platte befinden sich am Ende der Scheibe mit den Liedern „The Cat And Mouse“, „A Birthday Bash“ und „Eulogy For No Name“. Hier gibt es auch mal den ein oder anderen „schrägen“ Ton zu hören, der die Musik von Cursive allerdings durchaus noch zusätzlich bereichert. Rockig sind sie auch, diese Titel und gleichzeitig wird sehr viel mit Stimmungen gespielt. Hier gibt es die atmosphärischen Wechsel dann dicht gedrängt in den Liedern geliefert.

Fazit: Ein schönes und spannendes Album ist „I Am Gemini“ von Cursive geworden. Die Musik klingt und geht ins Ohr. Mal ist das Ganze härter aufgezogen, dann wieder wird die Musik langsamer und nachdenklicher. Die Lieder auf der Scheibe sind durch die Bank weg melodiös und gehen sehr schnell ins Ohr. Für Freunde des gut gemachten Independent Rock sehr zu empfehlen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Warmer Warmer, A Birthday Bash, Eulogy For No Name



Dienstag, 12. Juli 2016

Patti LaBelle – Live! One Night Only




Patti LaBelle – Live! One Night Only


Besetzung:

Patti LaBelle – vocals



Gastmusiker:

Abe Appleman – violin
John Beal – bass (acoustic)
John Blackwell – drums
Charles Buie – vocals (background)
Mariah Carey – vocals
Robert Chausow – violin
Karen Dreyfus – viola
John R. Faith – string arrangements
Larry Farrell – trombone
George Flynn – trombone (bass)
Ann Leathers – violin
Jeanne LeBlanc – cello
Eddie Levert – vocals
Gerald Levert – vocals
Charles Libove – concert master, violin
Emily Mitchell – harp
Joel Pitchon – violin
Richard Rood – violin
Jose Rossy – percussion
Mark Orrin Shuman – cello
James Herb Smith – guitar
Lew Soloff – trumpet
John Stanley – keyboards, piano, vocals (background)
Gary Topper – saxophone (tenor)
Luther Vandross – vocals
Nathanial Wilkie – leyboards
Anthony Williams – vocals (background)
Eric Wyrick – violin
Manuel Yanes – bass


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Rhythm and Blues


Trackliste:

CD1:

1. I Believe (3:55)
2. When You Talk About Love (4:59)
3. Flame (4:28)
4. He Doesn't Love You (3:01)
5. New Attitude (2:23)
6. If You Asked Me To (3:13)
7. If Only You Knew (7:13)
8. You Are My Friend (5:21)
9. Lord's Side (6:12)


CD2:

1. The Bells (3:17)
2. Is It Still Good to You (4:41)
3. Don't Make Me Over (3:13)
4. If You Love Me (6:35)
5. On My Own (5:14)
6. Sparkle (1:05)
7. Got to Be Real (3:24)
8. Lady Marmalade (5:08)
9. Patti Talk (3:09)
10. A Change Is Gonna Come (4:04)
11. Hold On (4:55)
12. Over the Rainbow (5:12)
13. I Believe I Can Fly (2:51)

Gesamtspieldauer CD1 (40:49) und CD2 (52:55): 1:33:44




Die US-amerikanische Rhythm & Blues-Sängerin Patti LaBelle hat in der Zeit zwischen 1977 und 2008 achtzehn Studio-Alben und drei Live-Alben veröffentlicht. „Live! One Night Only“ ist dabei ihr zweites Live-Album, aufgenommen in New York und veröffentlicht im September 1998 auf dem Label MCA Records in Form einer Doppel-CD. Nun, ganz schnell komme ich hier jetzt an meine Grenzen. An meine Grenzen der Erträglichkeit und auch an jene, die mich ein Album beurteilen lassen.

Im Grunde genommen kann ich das nicht bei Patti LaBelle. Für mich ist dieser Rhythm And Blues ein absolut unmelodiöses Gejammere und Gejaule und Gekreische, welches kaum in Worte zu fassen ist. Anderen gefällt das aber wohl, denn die Scheibe erklomm Position 182 der US-amerikanischen Billboard Charts und Nummer 51 der Top R&B Album-Charts. Für mich absolut unfassbar, dass sich jemand so etwas freiwillig antut.

Und da sind wir wieder an dem Punkt angelangt, dass alles was ich hier schreibe absolut subjektiv ist. Ich bin Rock-Fan, kann mir nicht vorstellen, dass dieses Gejaule einem Menschen gefällt, der nur annähernd meinen Musikgeschmack teilt. Hier finde ich absolut überhaupt nichts Interessantes oder Schönes. „Live! One Night Only“ ist absolute Qual, die weh tut und kaum auszuhalten ist.

Fazit: Rhythm and Blues-Fans könnte das gefallen. Jedoch Vorsicht, dies hier ist die Hardcore-Ausgabe dieses musikalischen Genres. Hier wird gesungen, dass sich die Stimme immer wieder überschlägt, alles wirkt süßlich und klebrig. Es wird gejault, sich irgendwie selbst gefeiert. Verschiedene Gastsängerinnen und Gastsänger kommen zu Wort, darunter Mariah Carey, was alles nur noch grausamer werden lässt. Obwohl, das geht kaum. Und selbstverständlich gebe ich auch gerne zu, dass ich diese Musik überhaupt nicht zu schätzen weiß und hier völlig überfordert bin. Ein Punkt.

Anspieltipps: Alles



Montag, 11. Juli 2016

Massive Attack – 100th Window




Massive Attack – 100th Window


Besetzung:

Robert "3D" Del Naja – synthesizers, vocals


Gastmusiker:

Neil Davidge – synthesizers
Horace Andy – vocals
Sinéad O'Connor – vocals
Damon "2D" Albarn – vocals
Alex Swift – additional programming and keyboards
Angelo Bruschini – guitars
Jon Harris – bass
Damon Reece – drums
Stuart Gordon – violin
Skaila Hanka – harp
Craig Pruess – string conduction


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: TripHop, Electronica


Trackliste:

1. Future Proof (5:38)
2. What Your Soul Sings (6:38)
3. Everywhen (7:39)
4. Special Cases (5:09)
5. Butterfly Caught (7:34)
6. A Prayer For England (5:48)
7. Small Time Shot Away (7:59)
8. Name Taken (7:49)
9. Antistar (inklusive Hidden Track) (19:38)

Gesamtspieldauer: 1:13:56




Es hatte sich einiges getan bei Massive Attack nach dem Album „Mezzanine“. Andrew Vowles verließ die Band kurz nach der Fertigstellung von „Mezzanine“ und schließlich sagte auch Grant Marshall seine Beteiligung am vierten Massive Attack Album mit dem Titel „100th Window“ ab. Dieses wurde im Februar 2003 auf dem Label Virgin Records veröffentlicht und der verbliebene Robert Del Naja zeichnete sich nun hauptsächlich für die Kompositionen aus. Unterstützung erhielt er dabei von Neil Davidge. Bei den Titeln „What Your Soul Sings“, „Special Cases“ und „A Prayer For England“ hört man zudem nicht nur den Gesang der Sinéad O'Connor, sie war sogar am Entstehungsprozess dieser Lieder beteiligt.

Es ist die Stimmung, die Atmosphäre, die „100th Window“ ausmacht. Diese ist eher zurückhaltend bis traurig, dunkel bis schwermütig und wirkt an vielen Stellen sogar irgendwie mystisch. Auf Samples haben Massive Attack hier zum ersten Mal vollständig verzichtet und auch die Ausflüge in den Jazz sind nicht mehr vorhanden. Somit hört man auf dem vierten Studioalbum der englischen Band sehr elektronische und intensive Musik, die einen durchaus zu packen versteht. Alles auf „100th Window“ klingt dabei auf seine Art geheimnisvoll und hintergründig. Häufig scheint man hier auch orientalischere Töne wahrzunehmen, die einen in ganz andere musikalische Welten zu entführen verstehen. Der TripHop lebt auf dieser Scheibe durchaus und erfordert die ganze Aufmerksamkeit der Hörerin beziehungsweise des Hörers, um seine Magie ganz und vollständig entfalten zu können.

Ein Lied auf diesem Album besonders herauszuheben, ist wahrlich schwierig, da alles seine Qualität besitzt. Andererseits ist genau dies allerdings auch das kleine Manko der Scheibe, so richtig sticht nämlich kein Titel heraus, sodass auch nach mehrmaligem Hören nicht allzu viel von der Platte hängenbleibt. Fast scheint es so, als sei diese Musik nur für den Moment des Hörens erschaffen worden, für diesen kurzen Augenblick, in dem man in diese Lieder eintauchen kann, um danach sofort wieder in die Realität entlassen zu werden, ohne irgendwelche Spuren mit sich herumtragen zu müssen.

Fazit: Auch ohne besondere Höhepunkte wirkt diese Platte. Es ist die Atmosphäre, die Stimmung auf „100th Window“, die einen ganz einhüllt und einen tiefen Eindruck hinterlasst. Diese Stimmung ist auf ihre Art geheimnisvoll geartet, niemals fröhlich, eher dann doch melancholisch bis traurig. Durchaus ein intensives Hörerlebnis, welches sich lohnt mit Aufmerksamkeit genossen zu werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: A Prayer For England, Antistar



Sonntag, 10. Juli 2016

The Sisters Of Mercy – Floodland




The Sisters Of Mercy – Floodland


Besetzung:

Andrew Eldritch – vocals, keyboards, synthesizers, guitar, bass guitar, programming
Patricia Morrison – bass guitar, vocals
Doktor Avalanche – drums


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Gothic Rock, Dark Wave


Trackliste:

1. Dominion / Mother Russia (7:01)
2. Flood I (6:22)
3. Lucretia My Reflection (4:56)
4. 1959 (4:10)
5. This Corrosion (10:55)
6. Flood II (6:46)
7. Driven Like The Snow (6:27)
8. Never Land (A Fragment) (2:56)

Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung:

9. Torch (3:49)
10. Colours (7:18)

Gesamtspieldauer: 1:00:45




„Floodland“ heißt das zweite, bekannteste und erfolgreichste Album der englischen Gothic Rock Band The Sisters Of Mercy, die sich mit dieser Scheibe allerdings endgültig zu einer Art Ein-Mann-Unternehmung des Andrew Eldritch entwickelt hatte. Andrew Eldritch zeichnet sich auf „Floodland“ für alle Kompositionen verantwotlich und spielte auch den allergrößten Teil der Instrumente selbst ein. Seit der letzten Veröffentlichung der Sisters Of Mercy hatte Andrew Eldritch zwischenzeitlich mit der Band Sisterhood ein Album veröffentlicht, was jedoch bei Kritikern und Fans floppte. So entschied er sich The Sisters Of Mercy wiederzubeleben und nahm einen Titel, „This Corrosion“, der eigentlich für das zweite Sisterhood Album gedacht war, als Grundlage für die neue The Sisters Of Mercy Platte.

Auf „Floodland hört man sehr Synthesizer-lastigen Gothic Rock, der praktisch immer und an jeder Stelle dunkel und düster klingt. Allerdings gehen die einzelnen Titel der Scheibe auch durchaus gut ins Ohr. Lieder wie „Dominion / Mother Russia“ und natürlich „This Corrosion“ zünden sofort beim ersten Mal des Hörens und setzen sich fest. „This Corrosion“ entwickelte sich vor allen Dingen in England und Deutschland zum Hit und wurde dort in den entsprechenden Clubs rauf- und runtergespielt. Die Nummer beginnt ziemlich untypisch mit vielen „Aaahs“ und „Ooohs“ weiblicher wie männlicher Chorstimmen. Dann setzen Rhythmus und Instrumente ein und das Lied groovt, immer wieder ergänzt durch diese Chorstimmen. Trotz seiner knapp zwölfminütigen Spieldauer passiert in dem Lied nicht allzu viel. Klar, die Nummer geht ins Ohr, sehr schnell sogar, durch die vielen Wiederholungen ist es allerdings auch eine Art meditativer Ansatz, der dieses Stück zu etwas Besonderem werden lässt.

Auch der Rest auf „Floodland“ kann sich hören lassen, wobei hier das Lied „1959“ noch ein wenig vor den anderen hervorsticht. Nur Piano und Gesang sind hier zu hören, erneut sehr eingängig komponiert und arrangiert, umschmeicheln hier die weichen Töne das Ohr von Hörerin und Hörer. Dabei kommt natürlich der sehr intensive Gesang des Andrew Eldritch besonders gut zum Tragen, der hier seine Worte fast schon beschwörerisch ins Mikro hineinhaucht.

Fazit: Ein schönes und abwechslungsreiches Album ist „Floodland“ von den Sisters Of Mercy geworden. Im Alleingang komponiert und fast im Alleingang eingespielt, hat Andrew Eldritch auf dieser Scheibe so ziemlich alles richtig gemacht. Einige Höhepunkte hält die Platte für die Hörerinnen und Hörer parat und wird dann überzeugen, wenn man düsteren Gothic Rock zu schätzen weiß. Zudem klingt einem hier einmal mehr der Sound der 80er Jahre entgegen. Wer die Musik dieser Zeit mag, wird auch „Floodland“ mögen. Elf Punkte.

Anspieltipps: 1959, This Corrosion



Samstag, 9. Juli 2016

Red Hot Chili Peppers – The Getaway




Red Hot Chili Peppers – The Getaway


Besetzung:

Flea – bass, piano, backing vocals, trumpet
Anthony Kiedis – lead vocals
Josh Klinghoffer – guitars, backing vocals, bass
Chad Smith – drums, percussion


Gastmusiker:

Brian ‘Danger Mouse’ Burton – mellotron, organ, synthesizers
Elton John – piano
Mauro Refosco – percussion
Anna Waronker – additional vocals
Beverley Chitwood – vocal solo
Peter Kent – 1st violin
Sharon Jackson – 2nd violin
Briana Bandy – viola
Armen Ksajikian – cello
Beverley Chitwood – choir
Alexx Daye – choir
David Loucks – choir
Kennya Ramsey – choir
Matthew Selby – choir
SJ Hasman – choir
Loren Smith – choir
Gregory Whipple – choir


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Rock, Pop, Funk Rock


Trackliste:

1. The Getaway (4:10)
2. Dark Necessities (5:02)
3. We Turn Red (3:20)
4. The Longest Wave (3:31)
5. Goodbye Angels (4:28)
6. Sick Love (3:41)
7. Go Robot (4:23)
8. Feasting On The Flowers (3:22)
9. Detroit (3:46)
10. This Ticonderoga (3:35)
11. Encore (4:14)
12. The Hunter (4:00)
13. Dreams Of A Samurai (6:09)

Gesamtspieldauer: 53:47




Am 17. Juni 2016 wurde das elfte Studioalbum der US-amerikanischen Band Red Hot Chili Peppers auf dem Label Warner Bros. Records mit dem Titel „The Getaway“ veröffentlicht. Natürlich rauschten die Verkaufszahlen sofort wieder in die Höhe, wie bei jeder Veröffentlichung der Red Hot Chili Peppers in den letzten zweieinhalb Dekaden. Aber sowohl bei Fans wie bei Kritikern stieß die Platte nicht ganz so uneingeschränkt auf Begeisterung. Da gab es Lob und Lobeshymnen bis hin zum totalen Verriss. Jedoch wie immer in solchen Fällen, liegt die Wahrheit wohl wieder irgendwo in der Mitte. Obwohl, schlecht ist die Scheibe auf gar keinen Fall geworden.

Natürlich hat die Musik der Red Hot Chili Peppers nur noch wenig bis gar nichts mehr mit jener zu tun, für die die Band zu Beginn ihrer Karriere stand. Harten HipHop gibt es hier auch nicht mehr zu hören. Zudem fällt der Rock-Anteil auf „The Getaway“ einigermaßen niedrig aus. Viel eher ist die Musik der US-Amerikaner sanfter und vor allen Dingen auch irgendwie melodischer geworden. Hintergrundchöre und Streicher erweitern immer wieder mal die etwas nachdenklichere Stimmung und verstärken diese noch. Trotzdem gibt es allerdings noch diese etwas funkigeren Elemente in der Musik der Red Hoit Chili Peppers, für die sie früher schon standen – allerdings eben nicht mehr in diesem Ausmmaß.

Die Musik auf „The Getaway“ geht ins Ohr und es ist dabei glücklicherweise kein einziger Ausfall zu verzeichnen. Alles klingt und wirkt auf seine Art, wenn auch dieser eine, irgendwie herausragende Ohrwurm auch nicht auf dieser Scheibe zu finden ist. Doch macht die Musik trotzdem Spaß und hat gerade ihre Stärken in den sanften, ruhigen und etwas sentimental-melancholischen Momenten. Sehr gelungen ist dabei die Nummer „The Longest Wave“, welche sich bereits nach wenigen Durchläufen im Ohr festzusetzen versteht. Und hier klingen die Red Hot Chili Peppers dann auch wunderschön verträumt. Ebenfalls sehr gelungen sind die beiden Stücke am Ende des Albums. „The Hunter“ und „Dreams Of A Samurai“ gehören ebenfalls zur Kategorie des sanften Rock-Songs – wobei beim letzten Titel „Dreams Of A Samurai“ durchaus auch gerockt wird. Oder ist das hier schon Pop? Nein wohl kaum, jedoch sehr nachdenklicher Rock, der manchmal eben doch Fesseln abwirft und je häufiger gehört, desto mehr zu überzeugen weiß.

Fazit: „The Getaway“ ist sicherlich nicht das beste Album der Red Hot Chili Peppers geworden und sie erfinden hier auch die Musik nicht neu. Innovationen auch in der Musik der Band selbst, gibt es hier nicht zu hören. Dafür allerdings ist „The Getaway“ vollgestopft mit schöner und sanfter Rock-Musik, die manchmal auch etwas die Bremse löst und dann doch Geschwindigkeit aufnimmt. Selten zwar, aber auch diese Stellen gibt es. Hörerinnen und Hörer, die Wert auf Melodiösität und Eingängigkeit in den Liedern legen, können hier im Grunde genommen nichts falsch machen. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Longest Wave, The Hunter, Dreams Of A Samurai



Freitag, 8. Juli 2016

Opeth – Pale Communion




Opeth – Pale Communion


Besetzung:

Mikael Åkerfeldt – vocals, guitar, production, art direction, engineering
Fredrik Åkesson – guitar, backing vocals
Joakim Svalberg – piano, keyboard, backing vocals
Martín Méndez – bass guitar
Martin Axenrot – drums, percussion


Gastmusiker:

Dave Stewart – string arrangements


Label: Roadrunner Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Eternal Rains Will Come (6:43)
2. Cusp Of Eternity (5:36)
3. Moon Above, Sun Below (10:53)
4. Elysian Woes (4:48)
5. Goblin (4:34)
6. River (7:33)
7. Voice Of Treason (8:00)
8. Faith In Others (7:41)

Gesamtspieldauer: 55:51




„Pale Communion“ heißt das elfte Studioalbum der schwedischen Band Opeth, die in ihrer Historie mit dem musikalischen Stil Progressive Metal startete und schließlich immer mehr in den Progressive Rock hinüberwechselte. Das merkt und hört man unter anderem an der Tatsache, dass es ein Growling in der Musik von Opeth inzwischen nicht mehr gibt – auch sind die Töne insgesamt gemäßigter geworden. Die Platte wurde im August 2014 auf dem Label Roadrunner Records veröffentlicht und ist eine der erfolgreichsten der Schweden.

Zu hören gibt es auf „Pale Communion“ Progressive Rock, der manchmal rockig und dann auch mal ein wenig vertrackt klingt. Zumeist ist die Musik allerdings sanft. Sanft und melodisch. Und genau darin liegt auch die Stärke dieses Albums. In diesen sanften, melodischen und eingängigen Nummern „Moon Above, Sun Below“, „Voice Of Treason“ und „Faith In Others“ spiegelt sich die Essenz dieses Albums wider, welches das Ohr umschmeichelt und auch ohne Kompliziertheit und Komplexität zu überzeugen weiß. Diese sind zwar vorhanden, treten jedoch nicht so in den Vordergrund. „Pale Communion“ ist weder kompliziert noch ist es vertrackt.

Die Richtung der Platte wird vorgegeben gleich durch die erste Nummer „Eternal Rains Will Come“. Darin enthalten ist das rockige Moment, ebenso wie der melodiöse Augenblick. Die Musik fordert einen zunächst, wird dann eingängig, sanft und umspielt und umschmeichelt das Ohr. Da gibt es gleich diesen Harmoniegesang, der sich über das gesamte Album immer wieder einbringt. Das Ganze klingt irgendwie spannend, wenn auch unaufgeregt. Manches Mal wird das Tempo in der Musik angezogen, doch immer klingt sie rund und genau so gewollt. Das wiederum macht Spaß. Erfreut den Progressive Rock Fan, wie auch die Freundin beziehungsweise den Freund der etwas „alltäglicheren“ Musik.

Fazit: Wenn mich einer fragen würde, ob es vom Genre Progressive Rock auch heutzutage etwas geben würde, was dieses Genre gut abbildet, dann würde ich unter anderem Opeth mit ihrem Album „Pale Communion“ nennen. Diese Scheibe macht Spaß. Sie biedert sich nicht an, ist rockig und geht trotzdem ins Ohr – auch und gerade wegen den zahlreich vorhandenen sanften Nummern. Öfters angehört gefällt das wohl den meisten Musikhörern, auch wenn es nicht so ganz einfach ist. Aber obwohl, zum Anhören ist das dann doch einfach. Elf Punkte.

Anspieltipps: Eternal Rains Will Come, Elysian Woes, Voice Of Treason, Faith In Others



Donnerstag, 7. Juli 2016

Magma – Ëmëhntëhtt-Ré




Magma – Ëmëhntëhtt-Ré


Besetzung:

Stella Vander – chant, chœurs, percussions (1-2-3-4-5)
Isabelle Feuillebois – chant, chœurs (1-2-3-4)
Hervé Aknin – chant, chœurs (1-2-3-4-5)
Benoit Alziary – vibraphone (1-2-3-4)
James Mac Gaw – guitare (1-2-3-4)
Bruno Ruder – fender rhodes (2-3-4)
Philippe Bussonnet – basse, basse piccolo (1-2-3-4-5)
Christian Vander – batterie, chant, piano, fender rhodes, clavier, percussions


Gastmusiker:

Emmanuel Borghi – piano (1-2-3)
Claude Lamamy – chœurs (1)
Marcus Linon – chœurs (1)
Pierre-Michel Sivadier – chœurs (1)
Himiko Paganotti – chœurs (1-2)
Antoine Paganotti – chœurs (1-2)


Label: Seventh Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Zeuhl


Trackliste:

1. Ëmëhntëhtt-Ré I (6:54)
2. Ëmëhntëhtt-Ré II (22:24)
3. Ëmëhntëhtt-Ré III (13:07)
4. Ëmëhntëhtt-Ré IV (3:54)
5. Funëhrarïum Kanht (4:13)
6. Sêhë (0:25)

Gesamtspieldauer: 51:01




Magma ist eine französische Band, die sich 1969 gegründet hat. Zunächst war diese etwas im Progressive Rock beheimatet, gilt dann als Begründer des Zeuhl. Zeuhl? Nun, ich zitiere an dieser Stelle mal Wikipedia, da es dort schön und einfach umschrieben ist: „Zeuhl (ausgesprochen etwa ['zœl]) ist eine Musikrichtung, die in den frühen 1970ern von der französischen Band Magma um den klassisch ausgebildeten Schlagzeuger Christian Vander etabliert wurde. Die Genrebezeichnung ist dabei der von Vander erfundenen Kunstsprache Kobaïanisch entliehen, in der Zeuhl Wortz so viel bedeutet wie himmlische Musik.“

Seit 1970 hat Magma vierzehn Studio-Alben veröffentlicht, wobei „Ëmëhntëhtt-Ré“ die elfte Scheibe dieser Reihe ist. Der gerade bereits erwähnte Christian Vander ist dabei nicht nur der kreative Kopf von Magma, sondern auch das einzig verbliebene Gründungsmitglied dieser nicht ganz alltäglichen Band. „Ëmëhntëhtt-Ré“ wurde im November 2009 auf dem Label Seventh Records veröffentlicht und zieht kaum einfach so an einem vorbei. Diese Musik hinterlässt auf jeden Fall Spuren und ganz sicher auch eine Meinung bei der Hörerin beziehungsweise dem Hörer. Man findet diese Musik toll, spannend und begeisternd oder kann damit nicht ganz so viel anfangen. Letzteres wird wohl auf die meisten Musikkonsumenten zutreffen.

Die Musik auf „Ëmëhntëhtt-Ré“ beinhaltet eine sehr dominante Rhythmusfraktion, was aufgrund der Beteiligung von Christian Vander auch nicht weiter verwundern wird. Die einzelnen Lieder auf der Scheibe beinhalten Einflüsse des Jazz und der klassischen Musik. Rock ist das definitiv nicht mehr – auch kein Progressive Rock. Neben der gar nicht mal sehr melodiösen Musik steht immer wieder der Gesang im Vordergrund. Dieser fällt nicht nur auf, weil er eben in dieser doch etwas ungelenk klingenden, Kunstsprache gehalten ist, manchmal ein wenig an Operettengesang erinnert, sondern häufig auch im Chor vorgetragen wird. Insgesamt wirkt das Ganze meist furchtbar hektisch und immer nach vorne treibend. Hört man diese Musik beim Autofahren, streift man automatisch die Leitplanke. Immer wieder werden rhythmische Kapriolen geschlagen oder der Atonalität gefrönt. Die Musik auf „Ëmëhntëhtt-Ré“ klingt zwar nicht so, dass man sofort panisch den Raum verlassen müsste, allerdings gewöhnungsbedürftig ist das Ganze schon sehr. Neben der Musik-CD befindet sich in dem wirklich toll gestalteten Digi-Pack noch eine 56-minütige DVD, auf der man der Band bei den Studioaufnahmen zusehen darf.

Fazit: „Ëmëhntëhtt-Ré“ von Magma beinhaltet Zeuhl. Eine musikalische Richtung, mit der man gewiss nicht so ohne Weiteres etwas anzufangen weiß – zumindest nicht, wenn man sich nicht allzu häufig in den Gefilden des Jazz bewegt. Die Musik wirkt manchmal ein wenig hypnotisch, immer jedoch hektisch. Der Gesang auf „Ëmëhntëhtt-Ré“ erinnert mitunter entfernt an Carl Orffs Carmina Burana und ist wie die Musik alles andere als mit „melodiös“ zu umschreiben. Diese Kunstsprache „kobaïanisch“ klingt entfernt wie klingonisch bei Raumschiff Enterprise und macht die Musik von Magma dadurch noch ein wenig skurriler. Ich liebe auch das Ausgefallene in der Musik, aber Zeuhl? Leider wieder Musik, die ich wohl nicht richtig zu schätzen weiß. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Ëmëhntëhtt-Ré II



Mittwoch, 6. Juli 2016

Coldplay – A Rush Of Blood To The Head




Coldplay – A Rush Of Blood To The Head


Besetzung:

Chris Martin – vocals, acoustic guitar, keyboards
Jonny Buckland – electric guitar
Guy Berryman – bass guitar
Will Champion – drums, harmony vocals, percussion


Gastmusiker:

Ann Lines – strings
Audrey Riley – strings
Chris Tombling – strings
Dan Green – strings
Laura Melhewish – strings
Leo Payne – strings
Peter Lale – strings
Richard George – strings
Susan Dench – strings


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Pop, Rock, BritPop


Trackliste:

1. Politik (5:18)
2. In My Place (3:48)
3. God Put A Smile Upon Your Face (4:57)
4. The Scientist (5:09)
5. Clocks (5:07)
6. Daylight (5:27)
7. Green Eyes (3:43)
8. Warning Sign (5:31)
9. A Whisper (3:58)
10. A Rush Of Blood To The Head (5:51)
11. Amsterdam (5:19)

Gesamtspieldauer: 54:12




„A Rush Of Blood To The Head“ heißt das zweite Album der englischen Band Coldplay, welches zwei Jahre nach dem Debut-Album „Parachutes“ im Mai 2002 veröffentlicht wurde. Mit diesem, auf dem Label Parlophone veröffentlichten Album, schafften die vier Briten endgültig ihren Durchbruch. Kaum ein westliches Land, in welchem die Scheibe nicht bis auf Platz 1 der Charts kletterte. Außerdem stellt „A Rush Of Blood To The Head“ mit bald zwanzig Millionen verkauften Exemplaren auch die mit Abstand erfolgreichste Scheibe von Coldplay dar.

Nun, für Rocker ist dieses Album definitiv nicht geeignet, denn die Musik darauf kann durchaus mit weich und sanft umschreiben werden. Rock ist das nur an wenigen Stellen, vielmehr steht hier der Pop im Vordergrund, der zugegebenermaßen allerdings manchmal auch leicht rockige Passagen für die Hörerin beziehungsweise den Hörer bereit hält. Und dann ist da natürlich auch noch die Stimme des Chris Martin, die mit Sicherheit auch nicht jedermanns Sache ist, da sie allzu oft sehr weich und mitunter auch ein wenig weinerlich klingt. Andererseits passt die Stimme somit natürlich absolut perfekt zur Musik auf „A Rush Of Blood To The Head“. Beides ergänzt sich prima.

Nun, wer also auch mit den sanfteren Tönen in der Musik etwas anzufangen weiß, die oder der dürfte hier durchaus etwas für sich entdecken. Alle Titel sind äußerst melodiös und gehen auch schnell ins Ohr, ohne dort allesamt gleich zum Ohrwurm zu mutieren. Aber auch diese Titel gibt es auf der Scheibe. Ganz bestimmt sogar mit dem Titel „Clocks“, was gleichzeitig wohl auch das bekannteste Lied von Coldplay darstellt. Ein Lied, welches man einmal gehört, nicht mehr so ohne weiteres vergisst. Auch das Titellied „A Rush Of Blood To The Head“ weiß sich gut festzusetzen, wobei hier allerdings der Gesang des Chris Martin besonders intensiv zum Tragen kommt. Gleiches gilt auch für den letzten Titel des Albums. „Amsterdam“ ist ein sanftes Lied, bei dem Chris Martin lediglich vom Piano begleitet wird und welches sich ebenfalls nach wenigen Durchläufen bereits fest im Ohr verankert hat.

Fazit: Sanften und weichen Pop bekommt man auf „A Rush Of Blood To The Head“ von Coldplay zu hören. Das bisher bekannteste Lied der Band, „Clocks“ ist darauf ebenfalls enthalten. Die Musik besteht aus durchgängig melodiösen und eingängigen Titeln, wobei sich kein Ausfall unter den elf Nummern befindet. Manchmal wünscht man sich allerdings ein klein wenig mehr „Leben“ in den einzelnen Liedern, die konzeptionell alle ähnlich aufgebaut sind. Was bleibt ist sanfte Musik für die Träumerinnen und Träumer unter uns. Neun Punkte.

Anspieltipps: Politik, Clocks, A Rush Of Blood To The Head, Amsterdam