Montag, 20. Februar 2012

Frank Black And The Catholics – Frank Black And The Catholics





Frank Black And The Catholics – Frank Black And The Catholics


Besetzung:

Frank Black – vocals, guitar left
Scott Boutier – drums
David McCaffrey – bass, backing vocals
Lyle Workman – guitar right


Label: Cooking Vinyl


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Rock, Punk


Trackliste:

1. All My Ghosts (3:32)
2. Back To Rome (3:26)
3. Do You Feel Bad About It? (2:08)
4. Dog Gone (3:01)
5. I Gotta Move (3:37)
6. I Need Peace (5:13)
7. King & Queen Of Siam (2:51)
8. Six-Sixty-Six (3:04)
9. Solid Gold (4:19)
10. Steak 'N' Sabre (3:47)
11. Suffering (2:58)
12. The Man Who Was Too Loud (3:32)




Als Frank Black, manchmal auch Black Francis, gebürtig allerdings Charles Thompson, der Ex-Sänger der Pixies, 1998 mit seiner neuen Begleitband, „The Catholics“ ein neues Album auf den Markt brachte, konnte man gespannt sein. Denn es war eine Live-Aufnahme im Tonstudio, die hier mit einem Zweispurgerät aufgenommen wurde. Dieser Live-Sound wird durch diverse Einzählungen in die Titel auch immer wieder betont. Man kann es sogar in den Credits nachlesen, Frank Blacks Gitarre kommt aus dem linken, die von Lyle Workman aus dem rechten Lautsprecher. Und auch wenn die Becken irgendwie scheppern, so bleibt am Sound des Albums nicht viel auszusetzen. Denn der klingt durchaus gelungen.

Anders sieht es da leider ein wenig bei den Songs des Albums aus. Die wirken mitunter nach Schnellschuss, manchmal auch etwas uninspiriert. Da gibt es zum Beispiel die Country Adaption „Six Sixty-Six“, ein Stück, welches unglaublich langweilig klingt. Und wenn Frank Black dann auch zu schreien anfängt, dann wird es richtig unangenehm. Dass der Mann nicht unbedingt begnadet singen kann, das weiß man. Dass dieser „Mangel“ allerdings so „zur Schau“ gestellt werden muss, ist zumindest skurril. Und beim Hören dieses Stückes denkt man auch nicht an Ironie, die mit dem Gesang vielleicht vermittelt werden sollte. Irgendwann klingt es nur noch schlecht.

Glücklicherweise ist dieser Titel allerdings der tiefste Ausschlag nach unten. Der Rest der Lieder ist meist ziemlich nichtssagend, manchmal noch ganz guter Rock, allerdings nichts, was einen packt, womit man sich länger und öfters beschäftigen möchte. Irgendwie ein Einheitsbrei. Allgemein lockert es Musik auch immer wieder auf, wenn da mal ein „falscher“ Ton eingestreut wird. Das kann spannend sein. Wenn es aber so wirkt und klingt, dass das nicht beabsichtigt war (was es aber natürlich doch war), dann klingt es einfach nicht mehr gut. Und das kommt immer wieder vor.

Ganz gelungen sind „Back To Rome“, ein guter Rocker, der groovt und nett anzuhören ist. Selbiges gilt für „Do You Feel Bad About It?“ Schöne, eingängige Melodie und ein Rhythmus, der zum Mitwippen animiert. „Dog Gone“, im Anschluss daran, wird dann fast schon balladenartig vorgetragen. Auch ein guter Track, der sogar richtig ins Ohr geht. „Steak ‚n‘ Sabre“ macht dies ebenfalls. Hier muss man sich mit dem Gesang Frank Blacks allerdings schon arrangieren können. Trotzdem bleibt es ein guter Song, der dieses gewisse Etwas hat, was hängenbleibt.

Der Rest der Nummern ist, naja, „nicht schlecht“. Aber der Rest der Nummern ist auch nichts Besonderes. Ganz nett anzuhören, aber das bewegt nicht weiter. Wenn man es gut meint, kann man sagen, die anderen Titel spiegeln den „ehrlichen“ Rock wider, den Rock, der ein wenig rocken will - sonst nichts.

Fazit: Wer auf straighten, ehrlichen Gitarrenrock steht, der sich seinen Weg schnörkellos zum Ohr bahnt, der könnte mit dieser Platte einen richtigen Treffer landen. Wenn man sich dazu noch für die Texte der Lieder interessiert, die alle was haben, dann spricht dies auch für den Kauf dieser CD. Wer allerdings auf Melodien steht, auf Musik, die länger beschäftigt und nicht dadurch vergangen ist, dass man den CD-Player ausgeschaltet hat, den könnte diese CD von Frank Black ein wenig langweilen. Und sorry, ja ein wenig geht es mir auch so. Deshalb auch nur fünf Punkte.

Anspieltipps: Back To Rome, Do You Feel Bad About It?, Dog Gone, Steak ‘n’ Sabre



Sonntag, 19. Februar 2012

Fugazi - End Hits





Fugazi - End Hits


Besetzung:

Ian Mckaye: guitar, vocals
Guy Picciotto: guitar, vocals
Joe Lally: bass
Brendan Canty: percussion


Label: Dischord Records


Erscheinungsdatum: 1997


Trackliste:

1. Break (2:12)
2. Place Position (2:45)
3. Recap Modotti (3:51)
4. No Surprise (4:12)
5. Five corporations (2:29)
6. Caustic Acrostic (2:01)
7. Closed Captioned (4:53)
8. Floating Boy (5:46)
9. Forman’s Dog (4:21)
10.Arpeggiator (4:29)
11. Guilford Fall (2:57)
12. Pink Frosty (4:09)
13. F/D (3:42)




Fugazi gründete sich 1987 in Washington DC. Zunächst begann die Band als Trio, bestehend aus Ian Mackaye an der Gitarre und als Sänger, Joe Lally am Bass, und Brendan Canty am Schlagzeug.

Am Anfang spielten Fugazi nur live, ohne eine CD aufgenommen zu haben. Sie traten an der Ost- wie Westküste der USA sowie in Europa auf. Bei diesen Shows stieß der Roadie Guy Picciotto zur Band. Er schrieb auf der Tournee einige Songs für die Band und war bald ein vollwertiges Mitglied von Fugazi.

Fugazi versuchten dann ihre „Live-Energie“ ins Tonstudio zu übertragen. So nahmen sie 1988 zwei EP's mit den Namen Fugazi und Margin Walker auf. Schon bald wurde die Band auch außerhalb von Washington DC immer bekannter. War der Stil der Band zunächst im Post Hardcore angesiedelt, so wurden spätestens mit dem 5. Album „End Hits“ neue Wege beschritten. Die Musik wurde nun deutlich experimenteller, verschachtelter und proggiger.

Das fünfte Album der US-Amerikaner war ein Einschnitt in der Geschichte von Fugazi. Und das lag nicht nur am Titel „End Hits“, der für zahlreiche Spekulationen sorgte. Doch die Band hatte den Titel nicht gewählt, um ihre bevorstehende Demission anzukündigen, sondern der Titel sollte mehr auf das Ende des Jahrtausends hinweisen, wie Ian Mckaye in einem Interview klarstellte.

Beim Hören des Albums gibt es viel zu entdecken. Gleich zu Beginn kann man sich eines Vergleichs mit King Crimson Anfang der Achtziger nicht erwehren. „Break“ und „Place Position“ erinnern in ihren Gitarren- und Bassläufen zu sehr an Discipline. Nur der Gesang unterscheidet sich deutlich von dem des Adrian Belew.

Auch “No surprise” passt in diese Kategorie, wenn es auch deutlich härter gespielt wird. Das Lied ist immer wieder von Breaks unterbrochen, die allerdings den Songverlauf in keinster Weiser negativ beeinflussen. Bei den Tracks „Five corporations” und “Caustic Acrostic” können die vier Musiker ihre ursprüngliche Herkunft aus dem Punk dann nicht mehr verbergen. Aber mit „Closed Captioned” wird es anschließend schon wieder schön schräg, wohingegen „Floating Boy“ sehr experimentell ist und die Melodieführung nicht immer ganz leicht zu finden ist.

Ganz im Gegenteil zu „Forman’s Dog“, das kraftvoll mit verzerrten Gitarren beginnt. Aber auch hier gibt es wieder überraschende und schön schräge Ansätze. „Arpeggiator” ist dann ein härteres Instrumentalstück, auf dem ein Gitarrenlauf im Mittelpunkt steht, der zu gefallen weiß.

Der Track „Pink Frosty” ist Experiment pur. Sehr langsam und spärlich instrumentiert bildet es allerdings eine schöne Abwechslung, bis mit F/D ein wieder härteres Lied das Album beschließt. „F/D“ ist nur 2:07 Minuten lang, was dann folgt ist ein Hidden Track, den die vier Musiker auch gerne weglassen hätten können.

Fazit: Ein Album, was zu Beginn an King Crimson erinnert und immer wieder Überraschungen bereithält. Wer auf Rockmusik mit Progeinschüben steht, der wird diese CD immer wieder gerne einlegen wollen. End Hits erhellt neun Punkte

Anspieltipps: Break, Place Position, No Suprise



Samstag, 18. Februar 2012

Joe Jackson – Night And Day





Joe Jackson – Night And Day


Besetzung:

Joe Jackson – piano, fender Rhodes and Yamaha electric pianos, Hammond organ, gem organ, prophet-5 and minimoog synthesizers, alto saxophone, vibes and lead vocals


Gastmusiker:

Graham Maby – bass, vocals, percussion
Larry Tolfree – drums, timbales, percusssion
Sue Hadjopoulos – congas, bongos, timbales, orchestra bells, xylophone, miscellaneous percussion, flute and vocals
Ricardo Torres – bongos, cowbell and clave on “Target” and “Cancer”
Ed Rynesdal – violins on “Real Man” and “A Slow Song”
Al Weisman – background vocals
Grace Millan – background vocals


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Pop


Trackliste:

1. Another World (4:00)
2. Chinatown (4:04)
3. T.V. Age (3:44)
4. Target (3:50)
5. Steppin' Out (4:23)
6. Breaking Us In Two (4:531)
7. Cancer (6:01)
8. Real Men (4:05)
9. A Slow Song (7:02)




Eine ganze Menge Musikstile gibt es auf Joe Jacksons viertem Album, „Night And Day“ aus dem Jahr 1982 zu hören. Pop, Calypso, Swing, Jazz-Anleihen, New Wave und manchmal auch ein ganz klein wenig Rock werden dem Hörer da in einer sehr lockeren und beschwingten Art und Weise präsentiert. Textlich gesehen ist „Night And Day“ sogar eine Art Konzeptalbum, denn die auf dem Album enthaltenen Titel beschäftigen sich alle mehr oder weniger mit New York, beziehungsweise den Menschen und dem Leben in New York.

Auf „Night And Day“ ist kein Allerwelts-Pop zu hören und die Titel sind auch nicht immer richtig eingängig, mitunter sogar ziemlich schräg. Das ist sicherlich keine Musik für jeden, beziehungsweise die große Masse der Musikhörer. Und das, obwohl sich auf „Night And Day“ der einzige größere Hit des Joe Jackson befindet. „Steppin‘ Out“. Das wiederum ist eine richtig gute Nummer. Schön beschwingt entfaltet sich hier ein Gute-Laune-Lied, welches melodisch und auch rhythmisch zu gefallen weiß. Ein Titel, den man immer wieder hören kann.

Aber „Steppin‘ Out“ das ist noch nicht der absolute Höhepunkt des Albums. Dieser verbirgt sich hinter dem Titel „Real Men“. Wunderschöne Musik ist das, ein wenig getragen und durch das Piano und eine Violine genial instrumentiert. Es nervt lediglich ein bisschen die Drum-Machine, die zur Rhythmusgebung ausgesucht wurde. Zu der tollen Musik gesellt sich noch ein schöner und eindringlicher Text über das „Schwulsein“. Zwei weitere ruhige Titel verbergen sich noch hinter „Breaking Us In Two“ und „A Slow Song“. Beide erreichen jedoch nicht die Klasse von „Real Men“, da sie sich dem Schmalz bereits gefährlich nahe annähern.

Und der Rest? Wie bereits geschrieben hört man dort Pop mit Calypso-Anleihen, jazzigen Abschnitten und Bereichen, die dem New Wave der 80er Jahre entsprechen. Alles nichts besonders Bewegendes. Nichts was länger hängenbleibt oder einen ein wenig mehr beschäftigt. Dazu sind die restlichen Songs zusätzlich auch nur wenig eingängig und schaffen es irgendwie nicht so ganz zu überzeugen.

Fazit: Ein Pop-Album hat Joe Jackson mit „Night And Day“ vorgelegt. Und dieses Album enthält mit „Steppin‘ Out“ und „Real Men“ zwei richtig gute Songs. Das war es dann allerdings leider auch schon. Für Joe Jackson Fans ist die Platte natürlich ein Muss, für alle anderen bin ich mir da nicht so sicher. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Steppin' Out, Real Men, A Slow Song



Freitag, 17. Februar 2012

Dredg - The Pariah, The Parrot, The Delusion





Dredg - The Pariah, The Parrot, The Delusion


Besetzung:

Gavin Hayes – vocals, guitar
Mark Engles – guitar
Dino Campanella – drums, piano
Drew Roulette – bass


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative, Progressive Rock


Trackliste:

1. Pariah (4:07)
2. Drunk Slide (1:27)
3. Ireland (3:41)
4. Stamp Of Origin: Pessimistic (0:50)
5. Light Switch (3:30)
6. Gathering Pebbles (4:59)
7. Information (5:45)
8. Stamp Of Origin: Ocean Meets Bay (0:30)
9. Saviour (3:56)
10. R U O K ? (2:12)
11. I Don't Know (3:45)
12. Mourning This Morning (5:41)
13. Stamp Of Origin: Take A Look Around (0:58)
14. Long Days And Vague Clues (1:52)
15. Cartoon Showroom (4:18)
16. Quotes (6:04)
17. Down To The Cellar (3:41)
18. Stamp Of Origin: Horizon (2:20)




Dredg wurde 1993 in der San Francisco Bay Area gegründet und hat bis heute (2011) fünf Studioalben veröffentlicht. Bei dem Album „The Pariah, The Parrot, The Delusion” handelt es sich um die vierte Veröffentlichung aus dem Jahr 2009. Standen zu Beginn der Bandgeschichte meist die „härteren Töne“ im Vordergrund, so hielten mit der Fortdauer des Bestehens der Formation immer mehr unterschiedliche Stilrichtrungen Einfluss in die Musik von Dredg. Diese reichen von Jazz über Rock bis hin zu Ambiente. Auf einer Fanseite findet sich der Begriff „Audio-Landschaft“ zur Beschreibung der Musik. Nicht ganz passend, denn mit der Veröffentlichung von „The Pariah, The Parrot, The Delusion“ haben die vier Kalifornier einen größeren Schritt in die Richtung Prog getan.

Das wird auch gleich beim ersten Lied der CD, „Pariah“, deutlich, was nicht nur aufgrund der verzerrten Gesangsstimme Erinnerungen an „The Court Of The Crimson King“ von King Crimson aufkommen lässt. In Verbindung mit einem Kinderchor im Hintergrund wirkt das Ganze noch nicht einmal abgekupfert, sondern irgendwie „in Teilen angelehnt“. Eine Reminiszenz eben. Etwas schräger geht es dann mit „Drunk slide“ weiter, einem kurzen Instrumentalstück, stilistisch eher den King Crimson Werken der frühen 80er zuzuordnen. Beim nächsten Lied „Ireland“ kommen wieder Assoziationen zu Greg Lake der früheren Jahre auf. Bleibt dem Hörer nur die Entscheidung, ob man diese Erinnerungen eher Emerson, Lake and Palmer oder doch King Crimson zuordnen soll. Und so ergeht es einem bei einigen Titeln. Manches scheint man so ähnlich vor vielen Jahren schon mal gehört zu haben, aber trotzdem wirken die einzelnen Stücke nicht abgekupfert, sondern ganz geerdet und diesem Jahrtausend zugehörig.

Und Dredg bietet viel Abwechslung in diesen 18 Stücken, von denen das längste 6:05, das kürzeste lediglich 0:31 Minuten lang ist. Sphärische Töne wie in „RUOK?“ oder eine orchestrale Instrumentierung wie in dem genialen „Long Days And Vague Clues“, was mit seinen knapp zwei Minuten viel zu kurz ist. Bei „Saviour“ sind härtere Töne angesagt, die an den Erstling "Leitmotif" erinnern. „Mourining This Morning“ lebt wiederum vom treibenden Zusammenspiel von Gitarre, Bass und Percussion.

Weniger zu diesem Album passend, da allzu sehr nach Mainstream klingend, sind die Lieder 7 und 15, „Information“ und „Cartoon Showroom“. Dabei sind die beiden Stücke gar nicht mal schlecht gemacht, fallen jedoch von der Stimmung her gegenüber den anderen Tracks ab und hätten sehr gut auf eine der ersten Asia Veröffentlichungen gepasst.

Das Album ist teilweise inspiriert von Salman Rushdies Essay “Imagine There's No Heaven: A Letter To The 6 Billionth Citizen”. Am deutlichsten wird das bei den vier mit „Stamp Of Origin“ betitelten Stücken, die lediglich mit einem Wurlitzer Piano und dem fast schon beschwörenden Gesang von Gavin Hayes instrumentiert sind und dadurch eine ganz besondere Stimmung hervorrufen.

Nun, Dredg hat hier mit Sicherheit keine neue Musikrichtung erfunden und alles war auch irgendwie schon mal da. Trotzdem ist „The Pariah, The Parrot, The Delusion” ein klasse Album, was von seiner Abwechslung und den Erinnerungen an lang vergangene Prog-Zeiten lebt, die es hervorzurufen vermag. Dafür gibt es elf Punkte.

Anspieltipps: Pariah, Light Switch, Long Days And Vague Clues, Down To The Cellar, Stamp Of Origin (alle vier Stücke)



Donnerstag, 16. Februar 2012

Rainbow - Rising





Rainbow - Rising


Besetzung:

Jimmy Bain – bass
Ritchie Blackmore – guitar
Tony Carey – keyboards
Ronnie James Dio – vocals
Cozy Powell – drums


Erscheinungsjahr: 1976


Stil: Rock, Hard Rock


Label: Polydor


Trackliste:

1. Tarot Woman (6:04)
2. Run With The Wolf (3:43)
3. Starstruck (4:08)
4. Do You Close Your Eyes (3:02)
5. Stargazer (8:32)
6. A Light In The Black (8:12)




Nach seinem ersten Ausstieg bei „Deep Purple“ gründete Ritchie Blackmore im Jahr 1975 die Hard Rock Formation „Rainbow“. Dazu bediente er sich vierer Musiker der New Yorker Band „Elf“, die sich gerade aufgelöst hatte. Und einer dieser Musiker war glücklicherweise der Sänger Ronnie James Dio, der mit seiner Stimme auch zum Erfolg der ersten drei „Rainbow-Scheiben“ beitrug. Mit „Rising“ legte die Band 1976 bereits ihr zweites Album vor. Nur Blackmore und Dio waren zu diesem Zeitpunkt noch von der ursprünglichen Formation übrig geblieben. Und diese Platte „Rising“ sollte auch den Höhepunkt im Schaffen von „Ritchie Blackmore’s Rainbow“, wie die Band zunächst hieß, darstellen.

Nun, ganz stimmt das auch nicht. Genauer müsste es heißen: Die ehemals zweite Seite der Platte „Rising“ mit den Titeln „Stargazer“ und „A Light In The Black” stellt den Höhepunkt der Kreativität der Band „Rainbow“ dar. Dies ist damit zu begründen, dass die vier Titel, die ehemals die erste Seite der Schallplatte zierten, zwar wahrlich keine schlechten Nummern sind, jedoch auch nichts absolut Umwerfendes darstellen. Gut gemachter Hard Rock eben, den so oder so ähnlich, allerdings auch andere Bands zu fabrizieren in der Lage gewesen waren und auch heute noch sind.

„Tarot Woman“ beginnt ganz spannend mit einer Keyboardeinleitung, die das ganze Lied zunächst sphärisch erscheinen lässt. Dann entwickelt sich die Nummer zu einem guten Rock-Titel, der groovt, der ins Ohr geht, ein schönes Ritchie Blackmore Solo aufweist und den Höhepunkt auf der ehemaligen ersten Seite darstellt. Und hier muss man ihn gleich loben, den Gesang Ronnie James Dios, der 2010 leider im Alter von 67 Jahren verstorben ist. Es gibt nicht viele Sänger, die den Hard Rock so in der Stimme haben wie er. Sicherlich noch Ian Gillan und wohl ebenfalls noch David Coverdale.

Die folgenden drei Nummern, „Run With The Wolf“, „Starstruck“ und „Do You Close Your Eyes” sind alle drei ebenfalls gut gemachte Hard Rock Nummern, die abrocken, die allerdings nur in geringerem Maße hängenbleiben. Wären alle Titel auf der CD so wie diese, wäre „Rising“ ein vielleicht gerade mal durchschnittliches, härteres Album geworden, welches heute vielleicht sogar als Rarität durchgehen würde, da es schon lange nicht mehr aufgelegt worden wäre.

Aber „Rising“ von Rainbow lebt auch heute noch und die CD gibt es auch heute noch überall zu erwerben. Und „Schuld“ daran sind die beiden Achtminüter „Stargazer” und “A Light In The Black“. Selten, nur ganz selten bekommt man irgendwo anders Hard Rock zu hören, der so kracht, einschlägt, begeistert, packt und gleichzeitig so überaus melodiös, harmonisch, entspannt, bombastisch, episch und eingängig ist. Bei beiden Stücken passt einfach alles. Der kraftvolle, keine Grenzen zu kennende Gesang Ronnie James Dios. Das schnelle, packende und begeisternde Melodien hervorzaubernde Gitarrenspiel Ritchie Blackmores, welches nicht mit mitreißenden Soli geizt. Dieses, dem Sound Fülle und ebenfalls Melodiösität verleihende Keyboard, sowie die treibenden Rhythmusparts von Bass und Schlagzeug, die immer alles auf den Punkt bringen. Und Cozy Powell sticht hier wahrlich als Meister seines Faches heraus. Unübertrieben, zwei Meisterwerke sind den fünf Musikern hier gelungen, die in den Weiten des Hard Rock nur wenig Gleichwertiges um sich herum wissen.

Fazit: Wer auf treibenden Hard Rock steht und nicht überrascht ist, dass diese Musik sowohl melodiös als auch bombastisch sein kann, der wird mit „Rising“ bestens bedient. Ist auf der ehemaligen ersten Seite der Platte noch Durchschnittsware zu hören, so erschließen sich dem geneigten Zuhörer mit den letzten beiden Stücken begeisternde Welten des Rock. Und so gibt es für die ersten vier Songs die Note „befriedigend“, für die letzten beiden die Auszeichnung „absolute Klasse“. Und das macht summa summarum zwölf Punkte.

Anspieltipps: Stargazer, A Light In The Black



Mittwoch, 15. Februar 2012

Lilium – Felt






Lilium – Felt


Besetzung:

Pascal Humbert – acoustic guitars, acoustic bass, electric bass, bowed bass, thunderbird bass. piano, dobro, melodica, mental travelling machine, leo’s drum, qy70;


Gastmusiker:

Hugo Race – vocals, track 1, 5, 8, 10; twanguitar solo track 8
Marta Collica – vocals track 1
Kal Cahoone – vocals Track 2, 6
Christian Lechevettel – trumpet
Vassilli Caillosse – pedal steel; dobro track 4, 5
Thomas Belhom – drums, percussion
Bruno Green – electric guitar, distorded guitar, loops


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2010


Trackliste:

1. Right Where You Are (4:38)
2. Mama Bird (3:46)
3. Open (1:34)
4. Felt (2:39)
5. Her Man Has Run (3:11)
6. Lily Pool (3:20)
7. Amsterdam – Paris (6:53)
8. Miracle (3:49)
9. One Bear With Me (3:11)
10. Believer (5:18)




Aus der Band 16 Horsepower gingen die beiden „Nachfolger“ "Woven Hand" und "Lilium" hervor. Für Lilium zeichnet sich Pascal Humbert verantwortlich. Dieser hatte sein Projekt bereits zu Zeiten von 16 Horsepower gepflegt und Alben veröffentlicht. Wurde er zu Zeiten von 16 Horsepower bei Lilium noch von dessen Schlagzeuger Jean-Yves Tola unterstützt, so zeigt er sich nach der Auflösung, bei Lilium, alleine für die musikalische Ausrichtung verantwortlich.

Nein, Lilium macht keine eingängige Musik. Dazu ist die Musik mitunter zu schräg und in Teilen auch zu minimalistisch. Das eine Drittel der Ex-Mitglieder von 16 Horsepower, Pascal Humbert, hat mit „Felt“ ein sehr ruhiges Album vorgelegt, in dem man viele Stile entdecken kann und welches einen nach dem ersten Hören etwas ratlos zurücklässt.

Das erste Lied „Right Where You Are“ kommt schön getragen daher und die mitverwendete Pedal-Steel-Gitarre lassen fast schon Assoziationen zur amerikanischen Countrymusik aufkommen, obwohl das Lied weit davon entfernt ist, ein solches zu sein. Vor allem der Wechselgesang zwischen Hugo Race und Marta Collica, sowie die unaufdringliche Trompete im Hintergrund, lassen eine ganz eigene Stimmung entstehen. „Mama Bird“ quillt dann ebenfalls sehr ruhig aus den Lautsprechern und das Stück ähnelt in seiner Art auch dem ersten Track.

Bei „Open“, dem dritten Track, den Pascal Humbert völlig alleine eingespielt hat, kann der Musiker dann seine Herkunft bezüglich 16 Horsepower nicht mehr verbergen. Tieftraurig wird hier jede Note gesetzt und obwohl das Ganze sehr minimalistisch eingespielt wird, fehlt hier kein Instrument, ist keine Note zu wenig gespielt worden.

Abwechslungsreich geht es auf dem Album weiter. Man kann sich nie sicher sein, was als nächstes auf einen wartet. „Felt“ zum Beispiel, der Titelsong, weiß ebenso als Instrumentalstück zu überzeugen, wie „One Bear With Me“, wobei letzterer Titel als Höhepunkt des ganzen Albums gesehen werden kann.

Klasse auch immer wieder der schön traurige und getragene Gesang von Hugo Race in Verbindung mit der dezent eingesetzten Instrumentierung. „Amsterdam – Paris“ stellt dann einen sehr sphärischen Klangteppich dar, der zum Teil an deutsche, elektronische Musik der 70er erinnert. Einmal mehr Abwechslung.

Fazit: Ein schönes und ruhiges Album ist Pascal Humbert da gelungen, traurig und melancholisch und mitunter auch minimalistisch, ohne, dass Letzteres dabei negativ zu bewerten wäre. Wer auf schräge Töne steht, die hier aber ausschließlich leise wiedergegeben werden, wird an diesem Album Gefallen finden. Und somit erhält „Felt“ hochverdiente acht Punkte.

Anspieltipps: One Bear With Me, Open, Felt



Dienstag, 14. Februar 2012

Blackfield – Blackfield II





Blackfield – Blackfield II


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, guitars, keyboards
Aviv Geffen – vocals, keyboards, guitars


Gastmusiker:

Daniel Salomon – piano
Seffy Efrati – bass
Tomer Z – drums, percussion
Ofer Meiri – additional keyboards and programming on “1000 People”
Harel Ben-Ami – electric and acoustic guitars on “1000 People”
Itamar Leshem – french horn on “1000 People”
Richard Barbieri – electric piano and stylophone on “Christenings”
Gavin Harrison – drums on “Christenings”
Daniella Pick – backing vocals on “Epidemic”
Eran Mitelman – electric piano on “My Gift To Silence”


Label: Snapper Music


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Once (4:03)
2. 1.000 People (3:54)
3. Miss U (4:13)
4. Christenings (4:38)
5. This Killer (4:06)
6. Epidemic (4:59)
7. My Gift Of Silence (4:05)
8. Some Day (4:22)
9. Where Is My Love? (3:00)
10. End Of The World (5:14)




Eines sollte wahrlich nicht verwundern. Wenn der Name einer Band auf dem Cover steht, dann sollte es durchaus nicht überraschend sein, dass auch die Musik, die anschließend, nach dem Einlegen der CD zu hören ist, nach der, auf dem Cover genannten Band, klingt. Und nicht anders ist es bei Blackfield. Denn es stimmt, das Album „Blackfield II“ klingt ähnlich dem Debutalbum „Blackfield“ der gleichnamigen Band, bestehend aus Aviv Geffen und Steven Wilson. Auch diese CD ist vollgepackt mit hauptsächlich ruhigen, meist sehr harmonischen und immer melodiösen Titeln.

Zehn Stücke gibt es auf „Blackfield II“ zu hören. Zehn Titel, die maximal ein ganz kleines bisschen noch an die eher ruhigen Stücke von „Porcupine Tree“ erinnern. Diese Assoziation kommt allerdings irgendwann zwangsläufig auf, da Steven Wilson bei allen Titeln, mit einer Ausnahme, den Hauptgesang hinzusteuerte. Sehr viel mehr erinnern die Lieder jedoch an das Debut-Album „Blackfield“, denn in genau dieser Tradition wurden auch die Stücke auf „Blackfield II“ geschrieben. Die einzelnen Nummern sind ebenfalls wieder relativ kurz gehalten und haben mit progressiver Rockmusik, für die in großen Teilen „Porcupine Tree“ steht, so gar nichts gemeinsam. Was hier, wie beim Debut, allerdings wieder negativ auffällt, das ist die Kürze der gesamten Darbietung. Um die 40 Minuten für eine CD im 21. Jahrhundert. Da wird nur relativ kurz etwas für das Geld geboten.

Das, was allerdings geboten wird, das kann sich sehen oder besser hören lassen. Eingängiger Pop-Rock ist da zu hören. Pop-Rock der deutlich besseren Sorte. Ruhiger, melodiöser Pop-Rock, der durchaus auch mal im Hintergrund laufen kann. Selbst beim Lesen eines Buches wird „Blackfield II“ nicht großartig ablenken. Und das ist sicherlich für viele Hörer die Schwäche dieses Albums, Ecken und Kanten fehlen nämlich auf „Blackfield II“ vollständig. Und was ebenfalls fehlt, das sind diese Lieder die herausstechen, die, nennen wir sie mal „Übersongs“, die uns ein Album immer wieder einlegen lassen. Auf „Blackfield II“ befindet sich keine schlechte Musik und auch kein einziger schlechter Song. Alles ist irgendwie gut – allerdings richtig überragend ist es auch nicht.

Fazit: Dieses Album strömt Melancholie aus. Hier hört man keine progressive Rockmusik à la „Porcupine Tree“. Nein, hier hört man ruhige Musik, die sich irgendwo zwischen Pop und Rock ansiedelt. Und diese Musik ist überaus harmonisch und melodiös. Wahrlich kein schlechtes Album und für alle die gedacht, die es lieben in Musik zu schwelgen, von ihr umschlungen zu werden und mit Musik zu träumen. Dafür gibt es zehn Punkte.

Anspieltipps: Once, Christenings, Epidemic, My Gift Of Silence, Some Day, End Of The World. Tatsächlich, irgendwie ist alles gut.



Montag, 13. Februar 2012

Dredg - Chuckles And Mr. Squeezy





Dredg - Chuckles And Mr. Squeezy


Besetzung:

Gavin Hayes – vocals, guitar
Mark Engles – guitar
Dino Campanella – drums, piano
Drew Roulette – bass


Gastmusiker:

Dan the Automator – programming
Tim Carter – additional guitars, keyboards, bass, percussion
Dave Choe – additional percussion
James Jean – trumpet on “The Ornament”


Label: Universal Music GmbH


Erscheinungsdatum: 2011


Trackliste:

1. Another Tribe (3:45)
2. Upon Returning (3:50)
3. The Tent (4:46)
4. Somebody Is Laughing (3:31)
5. Down Without A Fight (3:51)
6. The Ornament (4:05)
7. The Thought Of Losing You (3:33)
8. Kalathat (3:22)
9. Sun Goes Down (3:47)
10. Where I’ll End Up (3:55)
11. Before It Began (2:58)




Ich habe sehr lange überlegt, wie ich diesem neuesten Werk von Dredg gerecht werden kann, wie ich diese Rezension am Besten beginnen könnte. Schließlich habe ich mich dazu entschlossen, die Geschichte von „Chuckles and Mr. Squeezy“ aus dem Booklet abzuschreiben. Und hier ist sie, die vollständige Titelgeschichte! Viel Spaß beim Lesen!



Chuckles and Mr. Squeezy

Chuckles has a lollipop. Mr. Squeezy sees him while walking down the street. He asks: “Do you have another lollipop?“ Chuckles grins and gives him another lollipop. Mr. Squeezy jumps around and does stuff like a four year old would do, when he gets a lollipop. He sucks it then...Gulp! He ate it all in one bite. He is confused but then gets mad at himself. He storms away all mad while Chuckles is laughing to death. The end.


Verwirrt? Ich war es, als ich diesen Schwachsinn las. Nun, es soll hier aber natürlich nicht die Titelgeschichte des Albums rezensiert werden, sondern dessen Musik.

Leider wird es aber nicht viel besser! Was ist aus Dredg geworden? Dredg leitet sich von dem englischen Wort „to dredge“ ab, was so viel wie ausbaggern bedeutet. Sie wollten tiefschürfend sein, in ihrer Musik und in ihren Texten tiefgründiger sein als andere Bands. Dies war ihnen in den ersten Veröffentlichungen auch durchaus des Öfteren gelungen, aber gleich beim ersten Stück auf Chuckles and Mr. Squeezy, „Another tribe“, stellen sich dem gewogenen Dredg-Freund die Nackenhaare auf. Das klingt nicht nach Dredg, das klingt nach Dieter Bohlen, der wieder mal den Siegersong für DSDS komponiert hat. Und ich hoffe ich tue ihm da nicht unrecht, denn den neuesten Siegertitel kenne ich noch gar nicht. Das Lied zeichnet sich durch eine überaus seichte und einfache Melodieführung aus und wo auf früheren Alben ein kraftvolles Schlagzeug zu hören war, hört man jetzt eine Drum-Machine. Und erst der Refrain: Mainstream im Quadrat!

Das nächste Stück „Upon Returning“ fängt noch ganz interessant an, verflacht dann aber schnellstens und ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass beim Refrain ein 80er Jahre Keyboardsound hinterlegt wurde. Auch hier ist es schwer zu glauben, dass es sich bei dem, was man da hört, um die Band Dredg handelt, die oftmals so progressiv klang.

Dass sie es doch noch besser können, zeigen die Kalifornier im nächsten Stück „The Tent“. Eine schöne Melodie und ein fast schon beschwörend wirkender Refrain. Ein tolles Stück Musik, was auch einen angemessenen Platz auf dem Vorgänger „The Pariah, The Parrot, The Delusion“ gefunden hätte.

Aber trotz dieser kleinen Versöhnung kann man nur sehr schwer mit diesem Album warm werden. Immer wieder nervt ein Rhythmusgerät oder ein seltsamer Keyboardsound. Es wirkt so, als ob die Jungs einfach ein bisschen mehr Geld mit ihrer Musik verdienen wollen. Was ihnen ja auch gegönnt sei, aber bitte doch nicht so. Wieder etwas mehr alten Dredg-Sound bekommt man bei „The Thought Of Losing You“ zu hören. Aber wirklich überzeugen kann dieses Lied auch nicht.

Ein Highlight gibt es aber noch: „Kalathat“. Der Gesang wird zunächst nur von einer akustischen Gitarre begleitet. Das Lied kann mit seiner Stimmung, seiner Instrumentierung und auch textlich überzeugen.

Die beiden folgenden Stücke fallen wieder in die Kategorie: Ganz, ganz, aber wirklich ganz schnell vergessen. Bliebe zu guter Letzt noch Titel Nummer 11, „Before It Began“. Ein etwas spanisch angehauchtes Stück, welches zum Schluss des Albums doch noch ein wenig versöhnen kann. Aber das war auch schon das letzte Lied.

Fazit: Vielleicht liegt es an „Dan the Automator“, der dieses Werk produziert, arrangiert und gemixt hat, vielleicht aber auch an der Einfallslosigkeit der Band. Nur drei Höhepunkte auf einer CD, die insgesamt elf Titel aufweist und in der heutigen Zeit mit 41:28 Minuten Gesamtspielzeit auch noch überaus kurz geraten ist. Die anderen acht Titel sind mehr oder weniger Pop-Songs, die sicher auch Anhänger finden werden, aber wohl nur wenige bei Freunden progressiver Rockmusik. Vergleichbar ist dieses Album hier mit Mainstream Pop. Nur selten hört man noch die alten Dredg durchklingen.

Anspieltipps: The Tent; Kalathat; Before It Began; (aber Achtung: Der Rest ist grausam!)



Sonntag, 12. Februar 2012

Electric Light Orchestra – Xanadu





Electric Light Orchestra – Xanadu


Besetzung:

Jeff Lynne – lead vocals, lead and rhythm guitars
Bev Bevan – drums and percussion
Richard Tandy – keyboards
Kelly Groucutt – bass guitar, vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Schlager, Pop


Trackliste:

1. Magic (Olivia Newton-John) (4:25)
2. Suddenly (Olivia Newton-John und Cliff Richard) (4:03)
3. Dancin’ (Olivia Newton John und The Tubes) (5:14)
4. Suspended In Time (Olivia Newton John) (3:52)
5. Whenever You’re Away From Me (Olivia Newton-John und Gene Kelly) (4:15)
6. I’m Alive (Electric Light Orchestra) (3:46)
7. The Fall (Electric Light Orchestra) (3:34)
8. Don’t Walk Away (Electric Light Orchestra) (4:48)
9. All Over The World (Electric Light Orchestra) (4:04)
10. Xanadu (Electric Light Orchestra und Olivia Newton-John) (3:30)

Gesamtspieldauer: 41:31




Zwei Fragen haben mich, wenn es um die Bewertung von Platten geht, schon lange beschäftigt. Die erste war: Werde ich es echt mal schaffen ein Album zu hören, dem ich null Punkte geben werde? Klar, wenn man lange sucht und so etwas wie „Die Flippers“ hört (denen möchte ich jetzt allerdings nicht zu nahe treten, da ich nur sehr wenig von ihnen kenne und ihnen am Ende unrecht tue ;-))), könnte das vielleicht theoretisch passieren. Aber solche Musik wie die der Flippers, Wendler, DSDS-„Stars“, Modern Talking und Konsorten möchte ich hier nicht bewerten. Das ist nicht mein Ding, so viel Zeit habe ich nicht zu verschwenden, um dieses Zeugs überhaupt anzuhören.

Die zweite Frage, die sich mir stellte, war jene, ob es das Electric Light Orchestra schaffen würde, eine noch schlechtere und mainstreammäßigere Platte als Discovery auf den Markt zu bringen. War es wirklich möglich, dass sie ihren Bodensatz noch nicht gefunden hatten? Und beide Fragen kann ich jetzt getrost mit „Ja“ beantworten - nachdem ich den Soundtrack „Xanadu“ gehört habe.

Eins gleich vorweg, das Album war erfolgreich, verkaufte sich millionenfach und war die zweiterfolgreichste Veröffentlichung des Electric Light Orchestras, nach dem anderen musikalischen Tiefpunkt „Discovery“. Und wieder einmal bestätigt sich, dass nicht alles, was sich verkauft auch gut ist. „Xanadu“ ist nämlich das genaue Gegenteil von gut. Es ist schlecht, abgrundtief schlecht. Und das liegt nicht daran, dass es sich hierbei um pure Popmusik handelt. Popmusik kann gut, interessant, fesselnd, begeisternd und was weiß ich nicht alles sein. „Xanadu“ ist belanglos, flach, langweilig, nervig, peinlich.

Klar, es gibt es auch Menschen, die diese Platte gut finden. Nachlesen kann man das ab und zu auf anderen Rezensionsplattformen im Internet. Allerdings vergleiche ich hier das Album „Xanadu“ mit den ersten Veröffentlichungen von ELO. Und dieses Gepäck wiegt schwer. Sehr schwer sogar. Denn 1980 war nun gar nichts mehr von diesem Anspruch an die Musik übrig geblieben, der auf den ersten Alben immer wieder herauszuhören war. Auf „Xanadu“ geht es nur noch um das massentaugliche Radioprodukt, das möglichst schnell, möglichst viel Geld in die Kassen spülen soll. Das war der Ansatz und dieser wurde mit Leben gefüllt und umgesetzt. Ziel erreicht.

Ach ja, noch was. Über Olivia Newton-John muss man natürlich erst recht kein Wort mehr verlieren. Die Frau kann nämlich echt nicht singen.

Fazit: Das ist gar nichts mehr. Das Album verfügt noch nicht einmal über, zumindest nette Melodien. Mit diesem Werk hat Jeff Lynne den Ruf des Electric Light Orchestras bei den Fans der ersten Stunde endgültig zerstört. Obwohl, das passierte wohl schon ein bis zwei Alben davor. Hochverdiente null Punkte.

Anspieltipps: Gibt es nicht.





Samstag, 11. Februar 2012

Stefanie Hertel – Über Jedes Bacherl Geht A Brückerl




Stefanie Hertel – Über Jedes Bacherl Geht A Brückerl


Besetzung:

Stefanie Hertel – Gesang


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Volkstümlicher Schlager


Trackliste:

1. Über Jedes Bacherl Geht A Brückerl (2:55)
2. Mit Sonnenschein Im Herzen (2:33)
3. Achmed (Wo Die Sonne Immer Scheint) (3:03)
4. Mama Veronika (4:09)
5. Kleiner Clown (3:14)
6. Mit Einem Rucksack Voller Lieder (3:13)
7. Das Glück Fällt Ganz Leise Vom Himmel (3:21)
8. Heut' Möcht' Ich Am Liebsten Ein... (2:45)
9. Für Opa Ist Immer Ein Zimmer Frei (2:48)
10. Auf Einer Insel Am Ende Der Welt (2:52)
11. Er Wär So Gern Ein Cowboy (2:56)
12. Die Alte Birke Darf Nicht Sterben (3:39)

Gesamtspieldauer: 37:34




„Über Jedes Bacherl Geht A Brückerl“ heißt das zweite Studioalbum der Vogtländerin Stefanie Hertel, auf der sich auch ihr gleichnamiger Siegertitel des Grand Prix der Volksmusik befindet. Man hört hier eine Mischung aus gespieltem bayerischen Akzent gepaart mit schlechtem und billigen deutschen Schlager. Dieses Album gibt es zur Zeit für sieben Cent zu kaufen. Es ist ganz klar, dass man diese sieben Cent deutlich besser investieren kann.

Die Musik ist unterhalb jedweder Qualität angesiedelt, aber die Texte schaffen das noch zu toppen. Hier werden zum Teil „soziale“ Themen aufgegriffen und unsäglich abgearbeitet. Solch Titel wie „Achmed (Wo Die Sonne Immer Scheint)“ und „Für Opa Ist Immer Ein Zimmer Frei“ lassen einen den Atem stocken.

Fazit: Unfassbar. Null Punkte.

Anspieltipps: Achmet



Freitag, 10. Februar 2012

Schacht - Abwärts





Schacht - Abwärts


Lange dachte ich ja, da ist Schicht im Schacht. Da legt diese Band ein sehr beeindruckendes Demo vor und dann kommen sie nicht in die Pötte. Doch nun liegt das Ding endlich vor mir. Schon das Cover, gestaltet von Jens Maria Weber ist beeindruckend. Ein gezeichneter Förderturm, leicht verwischt und einige Kumpels darauf zulaufend. Es erinnert an diese alte Ruhrpott- und Arbeiterkunst, geprägt von seltsamer Romantik im Angesicht eines kräftezehrenden Alltags. Das alleine schon gibt den Ton an. Schacht sind keine blassen Buben, hier wird geackert, malocht, geschuftet. Harter Sound, geballte Ladung Gitarren, hammerharter Beat. Dazu immer wieder das Thema Bergbau, Kumpels, Zechenalltag. Sogar das "Steigerlied" wird auf brutal-geniale Weise verarbeitet. Schacht liefern mit ihrem Album "Abwärts" eine Art Arbeiter Soundtrack für eine Industrie ab, die es so schon lange nicht mehr in Deutschland gibt. Aber das alles ist nicht von gestern, kein verblümter Blick zurück. Es ist vielmehr eine neue Herangehensweise an ein Thema, das eine Region und ganz Deutschland geprägt hat. Man sollte diesen Steigern durchaus Gehör schenken. Schacht sind eine absolut empfehlenswerte Neuentdeckung. Glück auf! 10 Punkte.

Donnerstag, 9. Februar 2012

Soap & Skin - Lovetune for Vacuum





Soap & Skin - Lovetune for Vacuum


Wie man mit 18 Jahren so eine Platte erstehen lassen kann ist mir schleierhaft. "Lovetune for Vacuum" heisst dieses Erstlingswerk von Anja Plaschg, die unter dem Projektnamen "Soap & Skin" auftritt. Ja, die Musik geht unter die Haut und vielleicht wäscht sie einen auch ein bisschen rein, denn diese Songs lassen einen einsacken in sich selbst, eintauchen in die Tiefen und Wirren des eigenen Ich. Man räumt seinen eigenen Keller gedanklich auf beim Hören dieser Lieder. Wunderschöne Melodien, traurig, düster, depressiv. Das ist nichts für eine Party, das ist nichts für einen kuscheligen Abend und erst recht nichts für einen Balanceakt am Abgrund. Ich habe diese Platte zum ersten mal auf der Autofahrt durch die Winterlandschaft in Deutschland gehört. Gefährlich, denn man versinkt in seinen Gedanken, hängt ihnen nach mit diesem famosen Emotionssoundtrack. Anja Plaschg zieht einen hinab und das wohl ganz bewusst. Die junge Österreicherin aus der Steiermark trifft genau den Punkt. Sie musikalisch einzuordnen ist schwer. Ganz spartanisch kommt sie daher, und gerade das ist überzeugend. Da wird nicht gross auf dem Synthesizer rumgefrickelt, da ist ein Klavier, eine Klarinette und da ist die beeindruckende Stimme dieser jungen Frau. "Lovetune for Vacuum" ist ein bewegendes Album, das für mich zu einen der besten 2009 zählt. 13 Punkte.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Faust - Faust Is Last





Faust - Faust Is Last


Man findet sie in jedem guten Musiklexikon, sie gelten als die "Godfathers of Industrial" und sie kennen keine musikalischen Grenzen. Faust spielen in einer eigenen Klasse und das nun schon seit 40 Jahren. Die bekannteren Industrial Vertreter, die Einstürzenden Neubauten, sind im Laufe der Jahre weicher und melodiöser geworden. Faust hingegen blieben sich treu und testeten aus, was mit Instrumenten, Materialien, Aufnahmetechniken und Sounds möglich war. Und dabei blieben sie auch auf der neuesten CD "Faust is last" . Es ist das erste Studioalbum nach der 99er Platte "Ravvivando" und die erste nach dem Abgang von Zappi Diermaier von Faust. Und dieses Doppel-Album ist genauso schräg, störend, ergreifend, umfassend, erfüllend, ja fantastisch, wie das Erstlingswerk 1971. Auf "Faust is last" findet man Musik die zeitlos ist. Keine leichte Kost, aber wer auf Berieselung steht, wird sowieso nicht zu diesem Album greifen. Es ist ein Klangbad, ein intensives akustisches Erlebnis. Und es ist darauf alles zu finden, von ganz leisen Tönen, Krach, Melodien, aufbäumenden Klanggewittern bis hin zu gewaltigen Wellen aus Sound. Es klingt wie Krautrock zu den besten Zeiten, weite getragene Flächen durchzogen von experimentellen Störmanövern, und dann wieder wie Grobschnitt auf Acid. Einfach wunderbar, nicht einzuordnen, zu keinem Zeitpunkt langweilig. Ein Hörgenuss, deshalb unbedingt zugreifen. 13 Punkte.

Dienstag, 7. Februar 2012

ALP - El Arte Nunca Muerte





ALP - El Arte Nunca Muerte


In 13 Jahren Radio Goethe bin ich schon über viele Platten gestolpert. Wirklich gestolpert, denn hier stapeln sich die CDs. Und erst heute fand ich in einem der Stapel ALPs "El Arte Nunca Muerte" wieder. ALP sind aus Berlin und für mich sind sie eine Band, die für mich den vielseitigen Berliner Sound widergeben, den es gar nicht gibt. Ich sehe sie als die Soundtrack Produzenten eines Berlinfilms, der noch gar nicht gedreht ist, den es nie geben wird. ALPs Musik ist ein Rausch, ein Bilderrausch für den Hörer. Kein Wunder also, dass die Band diese Eigenart ihrer Musik selbst nutzt und live Musik zu Stummfilmen der 20er Jahre offeriert. Ich hatte einmal das Glück ALP in irgendeinem Hinterhofclub in Friedrichshain zu sehen. Eintritt 1 Euro, das Bier 1 Euro. Ein paar Sessel standen herum und dann traten die drei Musiker auf die Bühne und hinter ihnen lief der Stummfilm über den Panzerkreuzer Potemkin. Es war ein Rausch der Bilder vor einem und in einem. ALP Musik ist ein Genuss, ein Hochgenuss. Sehr empfehlenswert. 12 Punkte.