Dienstag, 17. Dezember 2013

Steven Morrys – Debüt




Steven Morrys – Debüt


Besetzung:

Steven Morrys – Gesang, Gitarre


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Steven Morrys Records


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Pop


Trackliste:

1. Feel Good (4:36)
2. Leise Schreien (5:00)
3. Anymore (3:30)
4. Nah Bei Mir (3:39)
5. Nobody (3:38)
6. Die Zeit Ist Reif (4:04)
7. Free (3:27)
8. Release Your Mind (3:47)
9. Immer Weiter (4:19)
10. Time Is Gone (5:05)

Gesamtspieldauer: 41:06




Steven Morrys alias Stefan Martin ging einen anderen Weg. In einer Zeit, in der die meisten Plattenlabels meist nur auf „Altbewährtes“ setzen, gründete er 2012 seine eigene Plattenfirma und am 1. November 2013 war es dann soweit, sein Debut-Album mit dem passenden Titel „Debüt“ wurde veröffentlicht. Und dieser Schritt hat sich gelohnt.

Der Komponist und Texter griff bei seiner ersten Veröffentlichung auf Kompositionen zurück, die in den Jahren zwischen 2005 und 2013 entstanden sind. Dabei steuerte er zu diesem Album vier Titel bei, die er in Deutsch einsang, sechs Lieder besitzen einen englischen Text. Und wie man ebenfalls auf seiner Facebook-Seite und diversen Presseveröffentlichungen nachlesen kann, in eine bestimmte musikalische Schublade lässt sich Steven Morrys dabei nicht stecken. Mal klingt es ein wenig rockiger, dann wieder poppig, schließlich werden auch die Genres Reggae, Funk und irgendwie auch der Soul bedient. Beschlossen wird das Album schließlich mit der sehr schönen Ballade „Time Is Gone“. Dieser Stilmix wiederum macht die Scheibe sehr abwechslungsreich und spannend, sodass nie auch nur der Hauch von Langeweile aufkommt.

Die Titel sind perfekt arrangiert und auch gerade die Stimme des Steven Morrys kann durchgängig und in allen Lagen überzeugen. Schließlich hat die Platte sogar noch einen ganz entscheidenden Vorteil, etwas, was oftmals das „gewisse Etwas“ in der Musik ausmacht: Das Album „Debüt“ wächst mit jedem weiteren Durchlauf. Mit jedem weiteren Hören werden viele der einzelnen Titel zu Begleitern, welche in der Lage sind, einem den Tag aufzuhellen oder es aber schaffen in süßer Melancholie zu versinken.

Fazit: „Debüt“ von Steven Morrys ist ein schönes Debut geworden. Der oben bereits erwähnte Genre-Mix bewirkt natürlich aber auch, dass jeder Hörer seine Favoriten finden wird, andererseits unter Umständen jedoch auch Titel, mit denen er deutlich weniger anzufangen weiß. Eben ganz nach dem eigenen Musikgeschmack. Nichtsdestotrotz überwiegen auch bei mir die schönen Momente, die Musik beinhalten, in die sich unbedingt einzutauchen lohnt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Feel Good, Leise Schreien, Immer Weiter, Time Is Gone



Montag, 16. Dezember 2013

Kasabian – Kasabian




Kasabian – Kasabian


Besetzung:

Tom Meighan – lead vocals except "Test Transmission" and "U Boat"
Sergio Pizzorno – rhythm guitar, backing vocals, synths, lead vocals on "Test Transmission" and "U Boat", piano on "Ovary Stripe"
Christopher Karloff – lead guitar, synths, omnichord, bass on "Club Foot", "Reason Is Treason" and "Test Transmission", keyboards on "Orange" and "Pinch Roller", effects on "Pinch Roller", organ on "Ovary Stripe", drum machine on "Club Foot"
Chris Edwards – bass all tracks except "Club Foot", "Reason Is Treason" and "Test Transmission"
Ian Matthews – drums on "Processed Beats", "Butcher Blues", "Orange" and "Ovary Stripe"


Gastmusiker:

Ryan Glover – drums on "Reason Is Treason" and "Test Transmission"
Daniel Ralph Martin – drums on "L.S.F. (Lost Souls Forever)" and "Cutt Off"


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Alternative, Independent


Trackliste:

1. Club Foot (3:35)
2. Processed Beats (3:08)
3. Reason Is Treason (4:35)
4. I.D. (4:48)
5. L.S.F. (3:18)
6. Running Battle (4:16)
7. Test Transmission (3:56)
8. Cutt Off (4:37)
9. Butcher Blues (4:29)
10. U Boat + Reason Is Treason (Jacknife Lee Version) [Hidden Track] (10:54)

Gesamtspieldauer: 47:35




Guten und eingängigen Alternative Rock bietet die britische Band Kasabian ihren Hörern auf ihrem 2004, unter dem Bandnamen erschienenen Debut-Album. Die Platte rockt und kann gleichzeitig auch mit ihrer Melodiösität punkten. So gehen die Titel ziemlich schnell ins Ohr ohne dabei ihren immer vorhandenen Groove zu verlieren. Die Füße können gar nicht anders, als mit zu wippen.

Klasse gelungen ist den Jungs aus Leicester dabei auch der immer wieder verwendete mehrstimmige Gesang, der zusätzlich zur Eingängigkeit auch zur Fülle der einzelnen Titel beiträgt. Ein wenig erinnert die Musik dabei an Kula Shaker – sowohl in den Arrangements als auch im Aufbau der Stücke. Ist Hip-Hop auf späteren Veröffentlichungen der Band immer wieder ein gern verwendetes Genre, so wird hier auf Kasabian dieser Musikstil nur sehr angedeutet wiedergegeben. Immer nur angespielt und abschnittsweise hält auch mal der Sprechgesang Einzug in die Lieder.

Festzuhalten bleibt auch, dass die Lieder in der ersten Hälfte der CD noch ein wenig mehr gelungen sind, als im weiteren Verlauf. Ein klein wenig interessanter, spannender und nachhaltiger generieren sich hier die einzelnen Titel, ohne jedoch feststellen zu müssen, dass sich starke Ausschläge nach unten unter den einzelnen Nummern befinden. Aber das liegt sowieso ganz im und am Ohr des Hörers.

Fazit: Coolen Alternative Rock gibt es auf Kasabian von Kasabian zu hören. Hier wird gerockt, ohne dabei in Härte abzudriften – die Melodie und Harmonie scheint den Musikern ein großes Anliegen zu sein. Somit bleibt festzuhalten, dass Freunde der Musik von Kula Shaker oder aber auch Live hier durchaus etwas für sich finden werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Club Foot, Processed Beats, I.D.



Sonntag, 15. Dezember 2013

CocoRosie – Grey Oceans




CocoRosie – Grey Oceans


Besetzung:

Bianca “Coco” Casady – all instruments and vocals
Sierra “Rosie” Casady – all instruments and vocals


Gastmusiker:

Gael Rakotondrabe – piano and keys
Christina Chalmers – intro and extra vocals “Undertaker”
Martin Pantirer – bass, clarinette, alto sax “Undertaker”, “The Moon Asked The Crow”
Todd Simon – trumpet “Lemonade”
Gustavo “Bolsa” Gonzalez – drums “Hopscotch”
Florence Fritz – violin, backup vocals “Gallows”
Neda Sanai – spoken word “R.I.P. Burn Face”


Label: Souterrain Transmissions


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Art Rock, Experimental Rock


Trackliste:

1. Trinity's Crying (4:40)
2. Smokey Taboo (4:48)
3. Hopscotch (3:08)
4. Undertaker (3:52)
5. Grey Oceans (4:32)
6. R.I.P. Burn Face (4:38)
7. The Moon Asked The Crow (3:50)
8. Lemonade (5:14)
9. Gallows (4:25)
10. Fairy Paradise (4:20)
11. Here I Come (3:28)

Gesamtspieldauer: 46:54




Nun, wie soll man die Musik der beiden Schwestern Bianca “Coco” und Sierra “Rosie” Casady auf ihrem vierten Album mit dem Titel „Grey Oceans“ umschreiben? Ungewöhnlich? Auf jeden Fall! Irgendwie mystisch? Genau! Verspielt und verträumt? Natürlich! Eingängig? Nicht bei jedem Titel gleich beim ersten Mal! Fordernd? Mit Sicherheit!

2010 wurde „Grey Oceans“ veröffentlicht und es ist schön zu hören, dass es solche Musik heutzutage überhaupt noch gibt. So gar keine Lieder für die Hitparaden-Stationen dieser Welt befinden sich darauf. Hier ist nur wenig „normal“, alles ein klein wenig skurril, überraschend und auf eine ganz spezielle Art abgefahren. Dies wiederum lässt Spannung entstehen, die den Hörer immer wieder fordert und gleichzeitig auch mit toller Musik belohnt. Dabei ist die Platte zugegebenermaßen sehr marode, ein Großteil der Texte befasst sich mit dem Tod und dem Sterben. Auch die Stimmung der Musik selbst ist über die ganze Platte hinweg nachdenklich bis traurig. Am Deutlichsten tritt dies wohl beim Titel „Gallows“ (Galgen) zutage. Hier lohnt es sich wahrlich, sich das dazugehörende Video mal auf den diversen Plattformen anzusehen.

Meist sind die einzelnen Stücke nur sehr zurückhaltend instrumentiert, in einer Mischung aus elektronischen und analogen Instrumenten. Diese sind in einer Mixtur der musikalischen Genres Electronica, Folk, Experimentalmusik, Oper und progressiven Ausschlägen eingebettet, die immer wieder Erinnerungen beziehungsweise Vergleiche zu isländischen Künstlern wie Björk oder aber auch Sigur Rós aufkommen lassen. Trotzdem ist das Gehörte von CocoRosie hier durchweg eigenständig und in dieser Form bisher so auch ungehört. So schaffen es die beiden Schwestern ihre ganz eigene musikalische Welt zu erschaffen, was diese Platte zusätzlich so unglaublich spannend und hörenswert werden lässt. Dazu gesellen sich verschiedenste Stimmvariationen, die einmal kindlich klingen, dann wieder selbstbewussten und weiblichen Pop-Gesang darstellen, aber auch gehaucht und sehr zerbrechlich dargeboten werden können und schließlich fast schon opernmäßigen Sopran beinhalten. Dies alles in einer Selbstverständlichkeit, die keinen Raum für Fragen lässt. Alles muss genau so und nicht anders klingen. Und genau so klingt es gut.

Fazit: Die Mischung macht es hier. Die Mischung verschiedener Musikgenres und Gesangsstimmen, die diese „Eigenartigkeit“ der Musik von CocoRosie zusätzlich befeuern. Dabei kann man die Musik der beiden Schwestern durchweg als melodiös und harmonisch bezeichnen – auch wenn dies nicht unbedingt gleich beim ersten Hören bei jedem Titel sofort so wahrgenommen werden kann. Schwer ist es auch, diese Musik in irgendeine Schublade zu stecken. Am ehesten passt dann wohl wirklich diese „dunkle“, nordische Musik der oben bereits erwähnten Künstler. Obwohl? Die Musik von CocoRosie auf „Grey Oceans“ ist eigentlich doch anders… Elf Punkte.

Anspieltipps: Gallows



Samstag, 14. Dezember 2013

Mike Oldfield – Crisis




Mike Oldfield – Crisis


Besetzung:

Mike Oldfield – guitars, fairlight, oberheim, dsx & dmx, simmons drums, bass, piano, prophet, farfisa, harp, mandolin, quantec room simulator, roland strings, adamus, acoustic bass, bells, tambourine, shaker, banjo, vocals


Gastmusiker:


Phil Spalding – bass
Anthony Glynne – guitars
Rick Fenn – guitars
Simon Phillips – drums, shaker, finger snaps, bells, tambourine, boots
Maggie Reilly – vocals
Jon Anderson – vocals
Pierre Moerlen – vibraphone, percussion
Roger Chapman – vocals
Tim Renwick – guitars
Tim Cross – keyboards
Morris Pert – percussion, keyboards
Barry Palmer – vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1983; Deluxe Edition 2013


Stil: Instrumentalmusik, Pop


Trackliste:

1. Crises (20:58)
2. Moonlight Shadow (3:39)
3. In High Places (3:34)
4. Foreign Affair (3:54)
5. Taurus 3 (2:26)
6. Shadow On The Wall (3:14)


Bonus Tracks (30th Anniversary Edition):

7. Moonlight Shadow (3:37)
8. Shadow On The Wall (3:24)
9. Mistake (2:57)
10. Crime Of Passion (4:12)
11. Jungle Gardenia (2:47)
12. Moonlight Shadow (5:17)
13. Shadow On The Wall (5:10)

Gesamtspieldauer: 1:05:07




Nach den ersten Hitparadenerfolgen mit „Five Miles Out“ legte Mike Oldfield gleich im darauffolgenden Jahr mit „Crises“ nach. Die Hits dieses Albums, welches 1983 erschien, hießen „Moonlight Shadow“, erneut gesungen von Maggie Reilly und „Shadow On The Wall“, wobei hier Roger Chapman den Titel einsang. Aber diese beiden Musiker waren nicht die einzigen bekannten Protagonisten, die sich auf diesem Album mit ihrer Stimme verewigten. Auch Jon Anderson von Yes ist zu hören und zwar beim Titel „In High Places”.

Das Album hat allerdings so gar nichts mehr mit progressivem Rock zu tun. Das, was auf “Crises” zu hören ist, das ist Pop-Musik, die manchmal auch ein wenig in die Richtung Rock abdriftet, wie beim bereits erwähnten Stück “Shadow On The Wall” mit Roger Chapman und zum Teil auch im Titeltrack. Was man den einzelnen Liedern dabei wahrlich nicht absprechen kann, ist die Eingängigkeit und Melodiösität, die vielen der Titel innewohnt. Nicht anders lässt sich auch der große Erfolg der Platte erklären.

Und klar, irgendetwas haben die Songs auch. Das kann man alles sehr gut anhören, manchmal nervt ein wenig dieser Plastik-Sound, der vielen der Lieder anhängt, aber die Nummern gehen nichtsdestotrotz schnell ins Ohr. Etwas Besonderes ist das allerdings aber auch nicht mehr. Genauso wenig wie der Titelsong “Crises”, von dem man alleine aufgrund der Länge vermuten würde, dass er in der Tradition Mike Oldfields durchaus dem Progressive Rock hinzuzuzählen wäre. Ist er aber nicht. Die Länge macht es hier nicht aus. Das Lied ist eher eine Instrumentalnummer, die nicht so recht weiß, was sie eigentlich will. Überaus langweilig und langatmig. Das Stück schafft es einfach nicht, den Hörer einzufangen. Das wirkt alles etwas konstruiert und auf die Schnelle hinzugefügt. Man erkennt dabei zwar, dass es ein Mike Oldfield Stück ist, was durch den Gitarrensound absolut unüberhörbar ist, aber interessanter wird der Titel dadurch leider auch nicht.

Zum 30. “Geburtstag” des Albums gibt es 2013 eine erweiterte Version von “Crises”. Neu abgemischt und mit einigen Zugaben versehen, die sich allerdings häufig als alternative Versionen der beiden Hits des Albums herausstellen. Dazu gesellt sich mit “Mistake” eine weitere Pop-Nummer, die dieses Mal allerdings auch nicht gelungen ist. “Jungle Gardenia” ist eine Art Chill-Out-Stück und lediglich “Crime Of Passion” kann hier wieder als Pop-Lied überzeugen. Hier singt Barry Palmer und dieser Song schafft es dann auch wieder besser hängenzubleiben.

Fazit: Ein Pop-Album mit einem Longtrack stellt „Crises“ dar. Eingängig allerdings nicht unbedingt essentiell. Mike Oldfield hat deutlich schlechtere Platten veröffentlicht. Jedoch auch schon deutlich bessere Scheiben. Somit liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte. Wer auf guten gemachten und melodiösen Pop steht, der kann mit dieser Platte wahrlich nichts falsch machen. Wer den Mike Oldfield von seinen Wurzeln her liebt, der wird wahrscheinlich beim Hören so seine Schwierigkeiten haben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Moonlight Shadow, In High Places, Shadow On The Wall



Freitag, 13. Dezember 2013

John Cougar Mellencamp – American Fool




John Cougar Mellencamp – American Fool


Besetzung:

John Cougar – lead vocals


Gastmusiker:

Larry Crane – guitar, background vocals
Mike Wanchic – guitar, background vocals
Kenny Aronoff – drums
George "Chocolate" Perry – bass


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Mainstream Rock, AOR


Trackliste:

1. Hurts So Good (3:42)
2. Jack & Diane (4:16)
3. Hand To Hold On To (3:26)
4. Danger List (4:29)
5. Can You Take It (3:35)
6. Thundering Hearts (3:40)
7. China Girl (3:35)
8. Close Enough (3:39)
9. Weakest Moments (4:07)

Gesamtspieldauer: 34:28




„American Fool“ nannte der Amerikaner John Cougar Mellencamp sein fünftes und auch erfolgreichstes Album, welches 1982 erschien. Der Sänger veröffentlichte seine Platten mal unter dem Namen John Cougar, dann wieder unter John Mellencamp oder aber auch John Cougar Mellencamp ist in seinem Repertoire. Dieses hier erschien unter dem Namen John Cougar. Und zu hören gibt es auf „American Fool“ amerikanischen Mainstream Rock in Reinkultur. „Adult Oriented Rock“, also AOR ist dafür auch ein passender Begriff.

So reiht sich auf der Scheibe Rock-Song an Rock-Song, die alle austauschbar erscheinen. Die Texte handeln zum großen Teil von der Liebe und schmachten vor sich hin. Alles ist relativ einfach konstruiert, durchaus eingängig und trachtet danach, dem Hörer möglichst schnell ins Ohr zu gehen. Das schaffen die Lieder auch, allerdings ist das mehr ein „Passieren“. Denn genauso schnell, wie man die Lieder aufnimmt, genauso schnell hat man sie auch wieder vergessen. Da gibt es nichts „Greifbares“, welches sich länger im Gehirn des Hörers festzusetzen weiß. Die einzelnen Titel haben durchweg eine gewisse „Härte“, sodass man wahrlich nicht von Pop-Musik, sondern viel mehr von Rock-Musik sprechen muss. Die Ausnahme aus diesem Einheitsbrei stellt dabei der letzte Song „Weakest Moments“ dar, der eher eine Ballade als einen Rock-Song darstellt. Durchaus noch gelungen.

Aber noch ein Lied gilt es hier ein wenig herauszuheben: „Jack & Diane“. Diese Nummer hat das gewisse Etwas, welches beim Musikkonsumenten hängenbleibt. Der Titel ist rockig und melodiös und hat das Potential sich durchaus längerfristig im Musikzentrum des Hörers zu verankern. Und er ist gleichzeitig auch eines der bekanntesten, wenn nicht sogar das bekannteste Lied des John Cougar Mellencamp, welches auch einen nicht unerheblichen Anteil daran hatte, dass sich die Platte so gut verkaufte. Leider aber die Ausnahme und das einzige wirkliche Highlight auf „American Fool“.

Fazit: Wenn Belanglosigkeit in der Musik exemplarisch dargestellt werden sollte, dann wäre „American Fool“ von John Cougar ein heißer Anwärter dafür, hier als Beispiel Erwähnung zu finden. Okay, zwei Ausnahmen gibt es und eine davon ist mit „Jack & Diane“ sogar richtig gut gelungen. Das war es allerdings auch bereits. Die anderen Titel sind Lieder, die einen zwar nicht dazu zwingen, ganz schnell das Zimmer verlassen zu müssen, allerdings nicht nachhallen, keine Spuren hinterlassen – belanglos eben. Sich allerdings mit Musikhören zu langweilen, kann nicht der Sinn des Musikhörens sein. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Jack & Diane, Weakest Moments



Donnerstag, 12. Dezember 2013

Owl City – Ocean Eyes




Owl City – Ocean Eyes


Besetzung:

Adam Young – vocals, keyboards, synthesizers, piano, guitars, bass, drums, programming


Gastmusiker:

Breanne Düren – additional vocals on tracks 5 & 8
Austin Tofte – additional vocals on track 8
Matthew Thiessen – additional vocals on tracks on 1, 2, 9, 12 & 14
Melisa Morgan – additional vocals on tracks 7 & 10
Jolie Lindholm – additional vocals on track 7
Phil Peterson – cello on tracks 1, 4, 8, 9 & 10


Label: Universal Republic


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Synthie Pop


Trackliste:

1. Cave In (4:02)
2. The Bird And The Worm (3:28)
3. Hello Seattle (2:47)
4. Umbrella Beach (3:51)
5. The Saltwater Room (4:03)
6. Dental Care (3:12)
7. Meteor Shower (2:14)
8. On The Wing (5:01)
9. Fireflies (3:48)
10. The Tip Of The Iceberg (3:23)
11. Vanilla Twilight (3:52)
12. Tidal Wave (3:10)

Gesamtspieldauer: 42:50




Ich habe mich lange gewährt diese CD käuflich zu erwerben. Aber „Fireflies“ ist schon ein schönes Lied, um welches man ja auch gar nicht herumkam, auch wenn dieses nicht so ganz meinen musikalischen „Geschmack“ trifft. Das Video dazu war auch nicht schlecht gemacht und in seiner Naivität sehr passend zu dem Song. Eben mal was anderes. Dann kam die Zeit, zur der einem „Ocean Eyes“ von Adam Young alias Owl City fast schon nachgeschmissen wurde. Mal kurz reingehört, die Songs waren ähnlich diesem Hit und für fünf Euro kann man da ja eigentlich nicht viel falsch machen…

Im Grunde genommen war der Preis dann allerdings doch zu hoch. Fünf Euro für eine „Single“, das ist dann doch zu viel. Denn um nichts anderes handelt es sich bei „Ocean Eyes“, bei der sich die Lieder so unglaublich gleichen, dass man sich sehr schwer tut, irgendwo länger hängenzubleiben. Es wirkt ein klein wenig so, als ob „Fireflies“ in zwölf verschiedenen Versionen auf CD gepresst wurde. Die Musik rauscht so durch, ohne sich auf irgendeine Art und Weise zu verfestigen. Dazu kommt dieser, nach mehrmaligem Hören fast schon nervende Gesang, der wahrlich ohne großartige Variationen eingespielt wurde und ebenfalls von einem Lied auf das andere Lied eins zu eins übertragen werden kann.

Synthie Pop in allen Ehren, aber ein wenig mehr Abwechslung hätte es dann doch sein können. Alle Lieder im Mid-Tempo gehalten, zugegebenermaßen eingängig, was wohl allerdings nicht zuletzt an dieser Ähnlichkeit der Stücke untereinander liegt. Und selbst der Umstand, dass Adam Young hier in seinen Texten ganz nette Geschichten erzählt, kann diese Monotonie nicht mehr aufwiegen.

Fazit: Es gibt sehr viel schlechtere Musik. Ganz klar. Aber es gibt auch sehr viel abwechslungsreichere Alben. Sehr, sehr viele sogar. Die Musik ist eingängig und melodiös, gleichzeitig allerdings auch langweilig. Ein Umstand, den ich bisher sonst noch nirgendwo in solch einer Ausprägung zu Ohren bekommen habe. Schade, mal was anderes und dann doch irgendwie nichts richtig Überzeugendes. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Fireflies



Mittwoch, 11. Dezember 2013

Van Der Graaf Generator – H To He Who Am The Only One




Van Der Graaf Generator – H To He Who Am The Only One


Besetzung:

Guy Evans – drums, tympani, percussion
Hugh Banton – hammond and farfisa organs, piano, oscillator, vocals, bass
Peter Hammill – lead vocals, acoustic guitar, piano
David Jackson – alto, tenor and baritone saxophone and devices, flute and vocals


Gastmusiker:

Robert Fripp – guitar on 3
Nic Potter – bass on 1, 3, 4


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Killer (8:22)
2. House With No Door (6:30)
3. Emperor In His War-Room (8:19)
   The Emperor
   The Room
4. Lost (11:13)
   The Dance In Sand And Sea
   The Dance In Frost
5. Pioneers Over C (12:52)


Bonus Tracks:

6. Squid 1/ Squid 2 / Octopus (15:24)
7. Emperor In His War-Room (First Version) (8:50)

Gesamtspieldauer: 1:11:30




„H To He Who Am The Only One”, ist das dritte Album der Briten von Van Der Graaf Generator und gleichzeitig bereits die zweite Studio-Platte, die im Jahr 1970 veröffentlicht wurde. Und diese Scheibe ist zweifelsfrei nur etwas für Freunde der manchmal auch vertrackten progressiven Rockmusik. Denn nichts anders gibt es hier zu hören. Progressiven Rock in Vollendung. Nichts ist hier mehr einfach, alles ist kompliziert. Nur wenig klingt gleich beim ersten Hören, nur wenig wirkt bereits beim ersten Durchgang melodiös. Die Musik hört sich mitunter hektisch und atonal an, ist fordernd und ist alles andere als einfach – nein, sie ist sogar sehr kompliziert.

Es gibt auf „H To He Who Am The Only One” kaum eine E-Gitarre zu hören. Nur wenn Robert Fripp als Gastmusiker in die Saiten greift – das passiert lediglich beim dritten Stück „Emperor In His War-Room“ – gibt es diese mal zu hören. Ansonsten steht ganz klar der überaus ausdrucksstarke und kraftvolle Gesang Peter Hammills (wann hat er jemals eindringlicher geklungen?), die Orgel, der treibende Bass sowie das Saxophon und mitunter auch die Querflöte im Vordergrund.

Die Musik wirkt dabei überaus verspielt, häufig auch hektisch und wird nur zeitweise etwas entspannter und dann jedoch immer auch gleich sehr viel, eingängiger. Allerdings kann sich ein Stück phasenweise auch fast schon zur Kakophonie entwickeln, wie beim Bonus Track „Squid 1/ Squid 2 / Octopus“, bei dem Jazz-Anleihen auch nicht zu überhören sind. Da wirkt es dann geradezu wie eine Erlösung, wenn doch mal wieder eine Melodie-Struktur zu erkennen ist.

Es kommt zur Kernfusion, nichts anderes sagt bereits der Titel (H zu He, Wasserstoff zu Helium) aus. Der Wahnsinn wird groß geschrieben auf diesem Album, welches trotz oder gerade wegen allem bisher geschriebenen ein großes Album ist, wenn man es denn schafft sich darauf einlassen zu können. Man glaubt zerrissen, um dann wieder weich mit den schon erwähnten melodiösen Abschnitten aufgefangen zu werden. Beispielhaft dafür steht die Nummer „House With No Door“, die mit ihrer, hier jetzt konstant vorhandenen Lieblichkeit, den Hörer einfängt, bevor er wieder in andere „Sphären“ entlassen wird, die jedoch auch immer wieder solch entspannende Momente aufweisen. „H To He“ ist eine Reise. Ein Trip in Abgründe und wärmende Gefühle. Eine Platte, die verstört und einen dann wieder umschmeichelt. Allerdings ziehen einen diese „verstörenden“ Momente eben auch, mit jedem weiteren Durchgang, immer weiter in den Bann.

Fazit: Mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Musik für Hörer, die es lieben Musik zu erarbeiten. Musik für Hörer, die wissen, dass Musik, gute Musik, Zeit braucht im Ohr zu reifen. Dann kann auch „H To He Who Am The Only One” ein wertvoller Begleiter werden, denn dieses Album ist ein wahres Füllhorn an Abwechslungsreichtum und verschiedenen betörenden Stimmungen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Emperor In His War-Room



Dienstag, 10. Dezember 2013

Fleetwood Mac – Future Games




Fleetwood Mac – Future Games


Besetzung:

Danny Kirwan – guitar, vocals
Bob Welch – guitar, vocals
Christine McVie – keyboards, vocals
John McVie – bass guitar
Mick Fleetwood – drums, percussion


Gastmusiker:

John Perfect – saxophones


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Woman Of 1000 Years (5:29)
2. Morning Rain (5:39)
3. What A Shame (2:20)
4. Future Games (8:18)
5. Sands Of Time (7:24)
6. Sometimes (5:27)
7. Lay It All Down (4:31)
8. Show Me A Smile (3:21)

Gesamtspieldauer: 42:28




Nachdem das erste Album nach dem Weggang Peter Greens, “Kiln House”, schon sehr gewöhnungsbedürftig war, da vor allem sehr unausgegoren und uneinheitlich, so wurde es mit dem fünften Studio-Album „Future Games“, welches 1971veröffentlicht wurde, musikalisch gesehen wieder deutlich besser. Fleetwood Mac hatten ihren damaligen Stil gefunden. Jeremy Spencer hatte die Band verlassen, somit fielen schon mal diese, na nennen wir sie mal „Rock’n’Roll-Parodien“ unter den Tisch. Christine McVie war nun festes Mitglied geworden und hatte ihre Einsätze an den Keyboards und auch beim Gesang, nachdem sie dort als Hintergrundsängerin auch schon auf „Kiln House“ zu hören war.

Die Musik auf „Future Games“ ist groovy, relaxt und völlig entspannt. Richtig gut wird sie immer dann, wenn sie nicht nur groovy ist, sondern auch groovt. Das ist vor allem beim Stück „Sands Of Time“ aus der Feder Danny Kirwans der Fall. Ein tolles Lied, sicherlich auch der Höhepunkt der Platte. Aber auch das kurze „What A Shame“, eine Instrumentalnummer, hat was. Hier wird ein so lockerer Rock dargeboten, wie man ihn selten zu Ohren bekommt. Extrem gelungen hier auch der Saxophon-Part. Noch einen weiteren überzeugenden Track stellt „Sometimes“ dar, der ebenfalls von Danny Kirwan geschrieben wurde. Auch hier groovt es klasse.

„Woman Of 1000 Years” wird sehr schön mit der akustischen Gitarre eingeleitet, entwickelt sich dann allerdings ein klein wenig „ölig“. Das kann man von „Show Me A Smile” von Christine McVie nicht mehr behaupten, denn das klingt dann sogar noch sehr viel schmalziger. Der Rest der Lieder auf der Platte beinhaltet meist gute und weniger gute Passagen. Stellvertretend hierfür sei der Titeltrack „Future Games“ genannt, der immer dann überzeugend wird, wenn Danny Kirwan und Bob Welch sich an der Gitarre austoben können. Die Gesangsparts hören sich da schon weit weniger begeisternd an.

Fazit: Deutlich besser als der Vorgänger hält „Future Games“ ein paar sehr gute Lieder für den Hörer parat. Nur wenig auf der CD kann gar nicht überzeugen, der Rest ist musikalisch gutes Mittelfeld. Mal hat man beim Hören mehr Spaß, mal wird das deutlich schwieriger. Sicherlich kein Meilenstein, aber auch wahrlich kein schlechtes Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: What A Shame, Sands Of Time, Sometimes



Montag, 9. Dezember 2013

The Flaming Lips – The Soft Bulletin




The Flaming Lips – The Soft Bulletin


Besetzung:

Wayne Coyne – vocals, guitar, percussion
Steven Drozd – guitar, accompaniment harmony vocals, keyboards, synthesizers, drums, xylophone, glockenspiel, unison tuned pedal steel guitar
Michael Ivins – bass guitar, vocals


Gastmusiker:

Scott Bennett – additional bass on “Waitin’ For A Superman”


Label: Warner Bros. Records Inc.


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Race For The Price (4:18)
2. A Spoonful Weights A Ton (3:32)
3. The Spark That Bled (5:55)
4. Slow Motion (3:39)
5. What Is The Light? (4:05)
6. The Observer (4:11)
7. Waitin’ For A Superman (4:17)
8. Suddenly Everything Has Changed (3:54)
9. The Gash (4:02)
10. Feeling Yourself Disintegrate (5:17)
11. Sleeping On The Roof (3:09)
12. Race For The Price (4:09)
13. Waitin’ For A Superman (4:20)
14. Buggin’ (3:16)

Gesamtspieldauer: 58:16




Es gibt so Scheiben, die werden hochgelobt, passen im Grunde genommen auch, zumindest wenn es um das Musik-Genre geht, in das eigene Beuteschema – und trotzdem wird man mit dem, was man da zu hören bekommt einfach nicht richtig warm. Dabei wird „The Soft Bulletin“ von den Flaming Lips sowohl von Kritikern, wie von den Fans in den höchsten Tönen gelobt. Da werden Vergleiche zu den Beach Boys, den Beatles, Pink Floyd und was weiß ich nicht noch alles gezogen. Und gerade der Vergleich zu Pink Floyd ist dabei schon mal gar nicht nachvollziehbar.

Die Musik klingt in etwa so, als ob frühere Pop-Musik in drei Jahrzehnte später transformiert wurde, mit Ausnahme der auch vorhandenen Instrumentalstücke. Dazu gesellt sich der naiv kindliche Gesang des Wayne Coyne und fertig ist ein Album, welches sich zwar ganz nett anhört, auch schöne Ideen aufweist, aber trotzdem nicht endgültig zünden will. So ist etwa das Zusammenspiel des elektronischen Sounds mit orchestralen Ansätzen durchaus spannend, kann jedoch auch nicht durchgehend überzeugen, da es mitunter ein wenig sehr konstruiert wirkt.

Was immer wieder auffällt ist das mitunter sehr coole Bass-Spiel des Michael Ivins, welches besonders in den treibenderen Passagen der Platte klasse zum Ausdruck kommt. Meist ist die Musik jedoch ruhig und zurückhaltend geartet, wodurch dieser sehr zerbrechlich wirkende Gesang noch ein wenig mehr zur Geltung kommt.

Fazit: Unaufgeregte und zugegebenermaßen nicht alltägliche Pop-Musik gibt es auf „The Soft Bulletin“ zu hören. Die Musik klingt, ohne dabei restlos überzeugen zu können. Oftmals läuft das Ganze einfach so durch, ohne den gewissen Wiedererkennungswert, ohne großartige Nachhaltigkeit. Wahrlich kein schlechtes Album - allerdings auch kein Meisterwerk. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Gash, Feeling Yourself Disintegrate; Buggin’



Sonntag, 8. Dezember 2013

Mike Oldfield – Five Miles Out




Mike Oldfield – Five Miles Out


Besetzung:

Mike Oldfield – guitars, bass, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Maggie Reilly – vocals
Rick Fenn – guitars
Tim Cross – keyboards
Morris Pert – percussion, keyboards
Mike Frye – percussion
Paddy Moloney – uileann pipes on “Taurus II”
Carl Palmer – percussion on “Mount Teidi”
Graham Broad – drums on “Five Miles Out”


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Instrumentalmusik, Pop


Trackliste:

1. Taurus II (24:45)
2. Family Man (3:46)
3. Orabidoo (13:04)
4. Mount Teidi (4:11)
5. Five Miles Out (4:23)


Bonus Track:

6. Waldberg (The Peak) (3:28)
7. Five Miles Out (Demo) (4:11)

Gesamtspieldauer: 57:46




Mit seinem 1982 erschienenen siebten offiziellen Studioalbum „Five Miles Out“, hat sich Mike Oldfield noch ein wenig mehr vom Progressive Rock verabschiedet und sich deutlich mehr dem Pop angenähert. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass das Titelstück gleich der erste richtige Single-Hitparadenerfolg des Mike Oldfield wurde, denn dieses Stück ist wahrlich eine Pop-Perle, die sofort ins Ohr geht. Die Nummer enthält noch die Zutaten des Mike Oldfield, seinen so typischen Sound, nur eben heruntergekürzt auf etwas mehr als vier Minuten Spieldauer und im Gewande der Pop-Musik. Der Titel ist spannend aufgebaut, in seinem Verlauf abwechslungsreich, was nicht nur an verschiedenen Gesangsstimmen, sondern auch an den unterschiedlichen Stimmungen liegt, die hier transportiert werden.

Eröffnet wird die Platte mit dem zweiten Teil der „Taurus-Trilogie“. Auch dieser Longtrack ist dabei sehr gelungen. Er kommt zwar qualitativ nicht mehr an die Stücke auf den ersten Veröffentlichungen des Mike Oldfield heran, kann jedoch auch durch seine Mannigfaltigkeit und Melodiösität punkten. Allerdings klingt die Nummer sehr poppig, was sicher der damaligen Zeit und dem Musikgeschmack Anfang der 80er geschuldet ist. „Family Man” ist ebenfalls eine Pop-Nummer, die hitparadentauglich fast schon einen discomäßigen Sound aufweist, auch wenn dieser ein klein wenig härter eingespielt wurde. Schön und gelungen ist hier auch wieder der Gesang der Maggie Reilly.

Mit „Orabidoo“ folgt im Anschluss ein zunächst sehr verträumter Instrumental-Titel, der sich im weiteren Verlauf in Bezug auf Rhythmus und Tempo steigert. Über allem liegt dabei wieder das Gespür des Mike Oldfield für Harmonie und Eingängigkeit. „Mount Teidi”, ebenfalls ein Instrumental-Stück, fällt dabei in die gleiche Kategorie: Zunächst etwas sphärisch, sich dann steigernd und immer auf Harmonie bedacht. Ursprünglich beschlossen wurde das Album dann vom bereits erwähnten Titel-Lied „Five Miles Out“.

Zwei Zugaben wurden der remasterten Fassung des Albums hinzugefügt. Zum einen ist dies eine Demo-Version von „Five Miles Out“, an der man sehr schön die Entwicklung ablesen kann, die dieser Titel bis zu seiner endgültigen Fertigstellung zu durchlaufen hatte. Bliebe schließlich noch „Waldberg (The Peak)“. Erneut ein Instrumentalstück, erneut melodiös, dieses Mal allerdings etwas platter und ein wenig anbiedernd, da allzu offensichtlich auf einfache Eingängigkeit getrimmt.

Fazit: Nun, während die ganz alten Mike Oldfield Fans spätestens hier die Hände über den Köpfen zusammenschlugen und in Deckung gingen, so eröffnete sich Mike Oldfield mit diesem Album einen neuen Hörerkreis. „Five Miles Out“ ist eindeutig als Mike Oldfield Album auszumachen, auch wenn die Musik dann doch so eine andere ist als jene, die er zu Beginn seiner Karriere einspielte. Trotzdem hat auch diese Platte etwas, was es lohnt gehört zu werden. Für Freunde des harmonischen Pops und einer unaufgeregten Instrumentalmusik durchaus zu empfehlen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Orabidoo, Five Miles Out



Samstag, 7. Dezember 2013

The Clash – London Calling




The Clash – London Calling


Besetzung:

Mick Jones – guitars, vocals
Joe Strummer – vocals, rhythm guitar
Paul Simonon – bass, vocals
Topper Headon – drums, percussion


Gastmusiker:

Micky Gallagher – organ
The Irish Horns – brass


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Punk


Trackliste:

1. London Calling (3:20)
2. Brand New Cadillac (2:08)
3. Jimmy Jazz (3:55)
4. Hateful (2:44)
5. Rudie Can't Fail (3:29)
6. Spanish Bombs (3:19)
7. The Right Profile (3:55)
8. Lost In The Supermarket (3:47)
9. Clampdown (3:49)
10. The Guns Of Brixton (3:10)
11. Wrong 'Em Boyo (3:11)
12. Death Or Glory (3:55)
13. Koka Kola (1:48)
14. The Card Cheat (3:50)
15. Lover's Rock (4:03)
16. Four Horsemen (2:56)
17. I'm Not Down (3:06)
18. Revolution Rock (5:33)
19. Train In Vain (3:10)

Gesamtspieldauer: 1:05:08




Das dritte Album der britischen Band The Clash, 1979 als Doppelalbum veröffentlicht, gilt allgemein als Meisterwerk und wurde nicht zuletzt vom Rolling Stones Magazin zum achtbesten Album aller Zeiten gewählt. Und wenn man dann die Meinungen im Internet dazu liest, dann muss man feststellen, dass alle Hörer wie Kritiker - fast durch die Bank weg - von diesem Album begeistert zu sein scheinen und davon schwärmen. Festzustellen ist dabei ebenfalls, dass es sich hierbei mitnichten um ein reines Punk-Album handelt, denn auch Ska-, Reggae- und Rock-A-Billy-Anleihen finden sich immer wieder auf „London Calling“ – allerdings wird auch gerockt wird auf dieser Scheibe, was mit Hard Rock jedoch nur wenig zu tun hat.

Darf man so einen „Meilenstein“ denn dann auch kritisieren, wenn sowieso alle der Meinung sind, dass dies ein ganz großer Wurf war? Was ist es denn, was diese Platte so überaus angesehen bei den meisten Kritikern und Fans machte und auch heute noch macht? Nun, ich muss zugeben, ich weiß es nicht! Klar, der Titelsong „London Calling“ war ein Hit und ist wirklich eine schöne und eingängige Nummer, die den Hörer mitzureißen versteht. Auch kann man der Platte wahrlich nicht vorwerfen, dass hier an irgendeiner Stelle mal Langeweile entstehen würde. Die einzelnen Titel unterscheiden sich deutlich voneinander und sorgen zu jeder Zeit für Abwechslung beim Hörer. Und dann haben The Clash mit „London Calling“ natürlich zur damaligen Zeit Neuland betreten. Aus der Not heraus, da verschuldet und im Clinch mit der Plattenfirma liegend, hauten sie dieses Album raus, welches gerade auch durch die Mannigfaltigkeit an verschiedenen Genres Eindruck hinterlässt.

Das war es dann aber auch schon. Melodiös kann man die Platte wahrlich nicht bezeichnen, das ist aber wohl auch nicht der Anspruch der Scheibe. Die Titel wollen, bis auf bereits erwähntes „London Calling“, einfach nicht so recht ins Ohr gehen. Auch nicht nach vielmaligem Hören. Klar wird die Musik einem dann vertrauter, aber es bleibt trotzdem insgesamt eine Platte, die so ein wenig mitläuft. Das bedeutet nicht, dass man die Scheibe so nebenbei hören kann, denn darauf sollte man sich schon konzentrieren. Es bedeutet jedoch, dass nach dem Hören nicht viel davon hängenbleibt – allerdings kann dies auch daran liegen, dass ich zum Beispiel nicht mit diesem Album groß geworden bin und ich viele Erinnerungen und Situationen eben nicht mit dieser Platte verbinde.

Musikalisch ist das, was man hier zu hören bekommt leider oftmals poppiger Punk Rock, der immer wieder mal variiert wird, ohne dabei jedoch Höhepunkte in der Geschichte des Rocks darzustellen. Das wiederum erzeugt eine gewisse Art der Langeweile, die nicht an der Zusammenstellung der Titel selbst, dafür jedoch an der Art der Musik liegt.

Fazit: Über den Musikgeschmack lässt sich trefflich streiten. Sollte man allerdings trotzdem nicht machen, da es einfach nichts bringt. „London Calling“ von The Clash ist für mich ein überholtes Album, welches Ende der 70er beziehungsweise Anfang der 80er Jahre durchaus seine Daseinsberechtigung hatte, heute jedoch eher unentschlossen wirkt, da es die Songs, zumindest bei mir nicht schaffen, irgendeine Art der Begeisterung hervorzurufen. Sechs Punkte.

Anspieltipps: London Calling, Lost In The Supermarket, The Guns Of Brixton, The Card Cheat



Freitag, 6. Dezember 2013

Mark Knopfler – Get Lucky




Mark Knopfler – Get Lucky


Besetzung:

Mark Knopfler – vocals, guitar


Gastmusiker:

Richard Bennett – guitar
John McCusker – violin, cittern
Matt Rollings – keyboards
Guy Fletcher – keyboards, string arrangements
Glenn Worf – bass guitar, string bass
Danny Cummings – drums
Phil Cunningham – accordion (1,4,10,11)
Michael McGoldrick – flute, whistle (1,4,10,11)
Rupert Gregson-Williams – strings conductor, french horn


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Folk, Blues, Pop


Trackliste:

1. Border Reiver (4:35)
2. Hard Shoulder (4:34)
3. You Can't Beat The House (3:26)
4. Before Gas And TV (5:50)
5. Monteleone (3:40)
6. Cleaning My Gun (4:43)
7. The Car Was The One (3:56)
8. Remembrance Day (5:06)
9. Get Lucky (4:34)
10. So Far From The Clyde (5:59)
11. Piper To The End (5:47)

Gesamtspieldauer: 52:10




Eine Mischung aus Folk, Blues und Pop serviert Mark Knopfler dem Hörer auf seinem sechsten Album aus dem Jahre 2009. Dabei wirkt die Musik des Schotten am Besten, wenn sie auch schottisch klingt. So wie gleich beim Opener „Border Reiver”. Mit der Flöte eingeleitet klingt hier alles nach der Weite der Highlands, nach trübem Wetter, durch dessen Wolken allerdings dann die Sonne durchbricht und es entwickelt sich eine flotte und sehr melodiöse Folk-Nummer.

Auch in diese schottische Folk-Rock-Schublade passt das sehr melancholische und sentimentale „Before Gas And TV“ sowie der Abschluss des Albums mit dem passenden Titel „Piper To The End“. So bildet sich zusammen mit dem ersten Titel also ein thematischer Ringschluss. Folkig wird „Get Lucky“ eingeleitet und genau so klingt es auch aus. Und dazwischen? Dazwischen finden sich die restlichen, oben angegebenen Musikgenres, die beim sanften Pop des Mark Knopflers - nicht nur bezüglich der Stimme - immer wieder sehr stark an die Dire Straits erinnern. Überaus gelungen sind dabei die Titel „Monteleone“.der Titeltrack „Get Lucky“ sowie das ebenfalls sehr schöne und verträumte „So Far From The Clyde“.

Etwas aus der Reihe fällt das Stück „You Can't Beat The House“. Das passt irgendwie so gar nicht zum Rest der Platte. Die Nummer klingt nach Südstaaten-Blues und groovt deutlich mehr als der Rest der Scheibe. Das hat hier immer wieder große Auftritte, natürlich neben der Gitarre Mark Knopflers.

Fazit: „Get Lucky“ ist ein schönes und meist sehr ruhiges Album geworden. Oftmals hat man das Gefühl, dass die Zeit überhaupt nicht vergangen sei, denn vieles erinnert an die Dire Straits. Auf „Get Lucky“ gibt es jede Menge Musik zu hören, welche einem bekannt vorkommt – und das ist nicht langweilig, sondern schön. Ein Album für die ruhigeren Stunden des Tages. Immer melodiös und eingängig. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Border Reiver, Before Gas And TV, So Far From The Clyde



Donnerstag, 5. Dezember 2013

Gong – Angel’s Egg




Gong – Angel’s Egg


Besetzung:

Daevid Allen – vocals, guitars
Gilli Smyth – vocals, space whisper
Didier Malherbe – saxophone, flute, vocals
Steve Hillage – guitars
Tim Blake – keyboards
Mike Howlett – bass
Pierre Moerlen – drums, percussion, vibraphone, glockenspiel


Gastmusiker:

Mireille Bauer – percussion


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Spacerock, Jazzrock


Trackliste:

1. Other Side Of The Sky (7:39)
2. Sold To The Highest Buddha (4:28)
3. Castle In The Clouds (1:12)
4. Prostitute Poem (4:54)
5. Givin My Luv To You (0:47)
6. Selene (3:43)
7. Flute Salad (2:10)
8. Oily Way (3:38)
9. Outer Temple (1:09)
10. Inner Temple (2:34)
11. Percolations (0:46)
12. Love Is How Y Make It (3:29)
13. I Never Glid Before (5:38)
14. Eat That Phone Book Coda (3:14)


Bonus Tracks:

15. Other Side Of The Sky (Single Version) (4:36)
16. Ooby-Scooby Doomsday Or The D-day DJ's Got The D.D.T. Blues (5:11)
17. Love Is How Y Make It (1973 Vocal Mix) (2:32)
18. Eat That Phone Book Coda (Early Version) (3:09)

Gesamtspieldauer: 1:00:48




Von Rock, der sich mal sphärischer, mal auch ein wenig progressiv anhört, über Trinklieder und Walzer-Klänge, bis hin zum Jazz gibt es auf “Angel’s Egg” von Gong eine ganze Menge verschiedenartigster Musik zu hören. Das Album ist der zweite Teil der „Radio Gnome Invisible“ Trilogie und hält dabei Allerlei für den Hörer parat. Das kann mitunter melodiös klingen, ein anderes Mal allerdings auch schon ein wenig verstörend. Dabei sind Gong die sphärischen Space Rock Titel wohl am ehesten gelungen. Als Beispiel hierfür steht stellvertretend der Opener „Other Side Of The Sky”. Aber auch, wenn es mal völlig anders klingt wie bei „Prostitute Poem“, kann man hier schöne und interessante Momente in der Musik von Gong entdecken. Bei letztgenannten Titel hört man jedoch keinen Space Rock, sondern eher Zirkusmusik, die im Walzertakt wiedergegeben wird.

Im Vordergrund auf „Angel’s Egg“ steht die Instrumentierung selbst. Klasse schwebende und sehr atmosphärische Momente gibt es hier zu erhören und wer den Einsatz eines Saxophons oder der Querflöte in der Rockmusik liebt, auch der wird auf „Angel’s Egg“ auf seine Kosten kommen. Glockenspiel und Vibraphone sorgen dabei neben dem Schlagzeug für die überzeugende rhythmische Instrumentierung der einzelnen Songs.

Einheitlich ist allerdings nichts auf diesem Album, sodass es nicht weiter verwunderlich sein dürfte, dass man als Hörer kaum in die Situation gerät, alles klasse auf dieser Platte zu finden. Dazu sind die Stile einfach zu unterschiedlich, manchmal fast experimentell, dann wieder jazzig, um beim nächsten Lied schließlich deutlich melodiöser und poppig bis rockig zu klingen. Auf dem Album wird eine Geschichte erzählt, die man auch im Booklet nachlesen kann und genau dieser Tatsache wird hier Rechnung getragen. Die Musik passt sich an die Szenen der Geschichte an, die eben verschiedene Stimmungen und Situationen wiedergeben. Dies wiederum bewirkt, dass man sich „Angel’s Egg“ wohl am besten mit der dazugehörenden Geschichte zu Gemüte führt, da die Lieder für sich alleine manchmal nicht wirken. Allerdings wirken sie in ihrer Gesamtheit, sodass ein einzelner Song, isoliert gehört, wohl meist nur Verwunderung beim Hörer zurücklässt - im Kontext der Gesamtheit der Stücke auf dem Album jedoch zu wirken weiß.

Fazit: Man muss sich reinhören und reindenken in diese Scheibe, die hier so überaus abwechslungsreich und variantenreich dargeboten wird. Sicherlich keine einfache Kost, zumal die melodiösen, sofort ins Ohr gehenden Abschnitte äußerst rar gesät sind. Alleine wirken die einzelnen Titel häufig nicht, in ihrer Gesamtheit gewinnen sie jedoch an Fülle und Ausstrahlung. Trotzdem weist diese Platte auch immer wieder Stellen auf, die mitunter schwerverdaulich, da entweder langweilig oder aber überaus atonal geraten sind. Und da interessiert es dann wenig, an welcher Stelle der Geschichte sich man gerade befindet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Other Side Of The Sky, Prostitute Poem, Selene, Outer Temple