Mittwoch, 9. November 2016

Yes – Highlights – The Very Best Of




Yes – Highlights – The Very Best Of


Besetzung:

Jon Anderson – vocals
Chris Squire – bass and vocals
Patrick Moraz – keyboards (8)
Tony Kaye – keyboards (1-4, 11-13)
Rick Wakeman – keyboards (5-7, 9-10)
Alan White – drums (8-13)
Bill Bruford – drums (1-7)
Peter Banks – guitars (1-2)
Trevor Rabin – guitars and vocals (10-13)
Steve Howe – guitars (3-9)


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Progressive Rock, Mainstream


Trackliste:

1. Survival (6:20)
2. Time And A Word (4:30)
3. Starship Trooper (9:25)
     1. Life Seeker
     2. Disillusion
     3. Würm
4. I've Seen All Good People (6:54)
     1. Your Move
     2. All Good People
5. Roundabout (8:32)
6. Long Distance Runaround (3:31)
7. Soon (Single Edit) (4:07)
8. Wonderous Stories (3:51)
9. Going For The One (5:33)
10. Owner Of A Lonely Heart (4:29)
11. Leave It (4:15)
12. Rhythm Of Love (4:45)

Gesamtspieldauer: 1:06:18




Dass solch eine Zusammenstellung wie „Highlights – The Very Best Of“ von Yes, auf der insgesamt zwölf zumeist kürzere Titel vertreten sind, nie das halten kann, was der Name verspricht, das dürfte jeder Freundin und jedem Freund der Musik dieser außergewöhnlichen Band klar sein. Kein einziger wirklich langer Titel aus dem musikalischen Katalog von Yes ist hier vertreten, von daher kann das unmöglich „The Very Best Of Yes“ sein, denn gerade in den ausufernden und langen Liedern der Band stecken eben auch oftmals die weiteren Höhepunkte von Yes.

Die Scheibe erschien im September 1993 und enthält zwölf Nummern vom ersten Album „Yes“ bis hin zur 1987 erschienenen Platte „Big Generator“. Die Lieder entstammen dabei acht der bis dahin veröffentlichten zwölf Yes-Studioalben. Natürlich klingt die Musik gut, wenn man Yes mag. Die einzelnen Titel sind chronologisch angeordnet und man hört hier auch sehr gut, wie die Band in den 80ern weg vom Progressive Rock, hin zum radiotauglichen Pop driftete. Dieser war dann noch erfolgreicher, für die Fans der ersten Stunde aber natürlich nur schwer zu verdauen.

Eine Bewertung des Albums verbietet sich hier, da man natürlich lieber die Originalalben anhören sollte, die Lieder allerdings trotzdem gut bis sehr gut sind. Um eine Übersicht über die Entwicklung und das Schaffen dieser Band zu erlangen, dafür kann „Highlights – The Very Best Of“ durchaus herhalten. Für Leute, die die einzelnen Studioalben schon besitzen, jedoch absolut überflüssig.

Fazit: Die Musik ist toll, trotzdem benötigt man diese Scheibe als Yes-Kenner und Fan nicht. Allerdings hat diese Platte durchaus auch das erreicht, was die Plattenmanager und auch die Musiker sicherlich auch erreichen wollten, nämlich Geld zu verdienen. Die Scheibe verkaufte sich in den USA immerhin so gut, dass sie mir Platin ausgezeichnet wurde. Es sei ihnen gegönnt. Für jemanden, die oder der Yes nicht kennt vielleicht interessant, für alle anderen irgendwie seltsam, denn viele wichtige Lieder fehlen. Ohne Bewertung.

Anspieltipps: Die ersten Stücke bis zur Mitte.



Dienstag, 8. November 2016

Justin Sullivan & Dave Blomberg – Big Guitars In Little Europe




Justin Sullivan & Dave Blomberg – Big Guitars In Little Europe


Besetzung:

J8ustin Sullivan – guitar, vocals
Dave Bloomberg – guitar, backing vocals


Label: Wooltown Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Live Akustik


Trackliste:

1. Modern Times (3:29)
2. Ghost Of Your Father (3:22)
3. Turn Away (5:11)
4. Changing Of The Light (3:11)
5. No Pain (5:12)
6. Bad Old World (3:27)
7. Living In The Rose (3:29)
8. White Light (4:16)
9. All Of This (3:20)
10. Space (3:39)
11. Inheritance (4:32)
12. Vengeance (4:53)
13. Freeworld (3:51)
14. 225 (3:36)

Gesamtspieldauer: 55:32




Wer die Musik von New Model Army liebt, die oder der wird auch „Big Guitars In Little Europe“ lieben, eine Platte, die Justin Sullivan, Sänger, Gitarrist und Hauptsongschreiber bei New Model Army zusammen mit Dave Bloomberg einspielte. Die einzelnen Stücke wurden live auf einer Tour der beiden Freunde im Jahr 1994 in Holland und Schweden aufgenommen. Zu hören gibt es nur die Gitarren der beiden Musiker, dazu den ausdrucksstarken Gesang des Justin Sullivan und ein wenig Hintergrundgesang von Dave Bloomberg.

Und mehr braucht es auch nicht, um „Big Guitars In Little Europe“ zu etwas Besonderem werden zu lassen. Die hier zu hörenden New Model Army Lieder wirken in diesen „Unplugged“ Versionen sehr intensiv und absolut mitreißend. Ganz ohne Drums, Bass oder Keyboards werden auf „Big Guitars In Little Europe“ wunderschöne Melodien entwickelt, Rock in einer ruhigen, jedoch begeisternden Ausprägung. Die Stücke „Turn Away“, „Changing Of The Light“ und „No Pain“ sind dabei neu und entstammen keinem New Model Army Album. Schließlich gibt es mit Freeworld sogar noch ein sehr gelungenes Neil Young Cover.

„Unplugged“ stimmt übrigens nicht ganz, denn die E-Gitarre ist durchaus mal zu hören, selten zwar, aber sie wird auch eingesetzt. Das schmälert den Gesamteindruck der Scheibe allerdings überhaupt nicht. Es macht einfach Spaß den beiden Musikkern zuzuhören, die ganz offensichtlich auch sehr viel Spaß daran haben, nur mit ihren Gitarren vor Publikum zu spielen.

Fazit: Hier hört man die Musik von New Model Army mal auf eine ganz andere Art und Weise. Keineswegs weniger intensiv oder weniger mitreißend, denn die beiden Musiker zaubern eine tolle Stimmung auf die Bühne und auch auf die Platte. Klasse Musik, die ins Ohr geht, begeistert und nicht nur für Fans von New Model Army einiges zu bieten hat. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Modern Times, Ghost Of Your Father, Turn Away



Montag, 7. November 2016

Pearl Jam – Binaural




Pearl Jam – Binaural


Besetzung:

Jeff Ament – bass guitar, upright bass
Matt Cameron – drums
Stone Gossard – rhythm guitar
Mike McCready – lead guitar
Eddie Vedder – lead vocals, rhythm guitar, ukulele


Gastmusiker:

April Cameron – viola
Dakota – canine vocal
Justine Foy – cello
Mitchell Froom – keyboard, harmonium
Wendy Melvoin – percussion
Pete Thomas – percussion


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Breakerfall (2:19)
2. Gods' Dice (2:26)
3. Evacuation (2:56)
4. Light Years (5:06)
5. Nothing As It Seems (5:23)
6. Thin Air (3:32)
7. Insignificance (4:28)
8. Of The Girl (5:07)
9. Grievance (3:14)
10. Rival (3:38)
11. Sleight Of Hand (4:47)
12. Soon Forget (1:46)
13. Parting Ways (7:17)

Gesamtspieldauer: 52:05




„Binaural“ heißt das sechste Studioalbum der US-amerikanischen Alternative Rock Band Pearl Jam, welches am 16. Mai 2000 auf dem Label Epic Records veröffentlicht wurde. Während des Entstehens der Platte rutschte Eddie Vedder in eine Schreibblockade und Gitarrist Mike McCready musste sich einem Drogenentzug unterziehen. Keine allzu guten Voraussetzungen also, um erneut ein tolles Album auf den Markt zu bringen. Nun, von den Kritikern wurde „Binaural“ durchaus gelobt, von den Käufern allerdings nicht mehr ganz so enthusiastisch aufgenommen. So ist dieses sechste Album von Pearl Jam das erste, welches in den USA nicht mehr Platinstatus erreichte.

Die Atmosphäre auf der Platte ist eher eine düstere bis dunkle, die Texte drehen sich um sozialkritische Themen. Ein absolut herausragender Titel lässt sich auf der Scheibe nicht finden. Die Musik auf dem Album klingt allerdings zu 100 Prozent nach Pearl Jam, dazu trägt nicht nur der Gesang des Eddie Vedder bei. Der Klang und auch diese etwas dunklere Stimmung weisen eindeutig auf die Musik von Pearl Jam hin. Allerdings klingt da alles eben nicht mehr allzu aufregend und schon gar nicht mehr besonders. Ein wenig scheint sich beim Hören von „Binaural“ zu bestätigen, dass während des Entstehungsprozesses des Albums einige Klippen zu umschiffen waren. Die Scheibe ist wahrlich kein schlechtes Album geworden, jedoch eines, welches so ein klein wenig durchläuft, ohne eine Spur zu hinterlassen. Das Ganze klingt schon etwas langweilig, ein Eindruck, den auch die ab und an eingesetzten Streicher nicht mehr retten können.

Stücke besonders herauszuheben fällt da fast schon schwer. Es gibt keine Ausfälle auf „Binaural“, jedoch sind die Höhepunkte auch sehr rar gesät. Am Überzeugendsten klingt das Lied „Nothing As It Seems“. Eine langsame Nummer, die glücklicherweise auch ins Ohr geht. Hier klingen Pearl Jam richtig gut. Das Highlight der Platte schlechthin. Ebenfalls noch gelungen sind die beiden Stücke „Insignificance“ und „Rival“, bei denen ebenfalls so etwas wie ein Wiedererkennungswert auszumachen ist. Aber der ganze Rest? Nicht schlecht, schwimmt aber trotzdem einfach nur so mit und durch. Und dann ist da auch noch die letzte Nummer der Platte, die doch wahrlich auch wieder einen Hidden Track enthält. Dieser schlechte musikalische Scherz zahlreicher Bands in den 90er Jahren wurde von Pearl Jam sogar bis ins neue Jahrtausend hinübergerettet. Hätte auch nicht sein müssen.

Fazit: „Binaural“, das sechste Album von Pearl Jam, ist eher etwas für die eingefleischten Fans der Band geworden. Die Platte besitzt wenige Höhepunkte, dafür allerdings glücklicherweise auch keine Ausfälle. Jedoch klingt das viel auf „Binaural“ irgendwie ähnlich und manches Mal sogar ein klein wenig langweilig. Sicherlich nicht die beste Platte von Pearl Jam, allerdings immer noch angefüllt mit Musik, welche andere Bands nie erreichen werden. Acht Punkte.

Anspieltipps: Nothing As It Seems, Insignificance, Rival



Sonntag, 6. November 2016

Snow Patrol – Eyes Open




Snow Patrol – Eyes Open


Besetzung:

Gary Lightbody – vocals, guitar, backing vocals
Nathan Connolly – guitar, backing vocals
Paul Wilson – bass guitar, backing vocals
Jonny Quinn – drums, percussion
Tom Simpson – keyboards, samples


Gastmusiker:

Iain Archer – background vocals, choir, chorus
Paul Archer – background vocals, choir, chorus
James Banbury – arranger, cello
Sam Bell – engineer
Leon Bosch – double bass
Adrian Bradbury – cello
Charlie Clark – choir, chorus
Caroline Dale – cello
Caroline Dearney – cello
Richard George – violin
Ursula Gough – violin
Janice Graham – violin, leader
Timothy Grant – viola
Ciaran Gribbin – choir, chorus
Hrafnhildur Halldorsdottir – choir, chorus
William Hawkes – viola
Rebecca Hirsch – violin
Eugene Kelly – choir, chorus
Alastair King – choir, background vocals
Jacknife Lee – keyboards, programming, background vocals
Karin Leishman – violin
Beatrix Lovejoy – violin
Pauline Lowbury – violin
Maya Magub – violin
Zoe Martlew – cello
David McGinty – choir, chorus
Richard Milone – violin
Maxine Moore – viola
Steve Morris – violin
Everton Nelson – violin
Richael Reader – choir, chorus
Jenny Reeve – choir, chorus
Ben Russell – double bass
Claire Scott – choir, chorus
Stacey Seivewright – choir, chorus
Charles Sewart – violin
Hilary Skewes – string contractor
Matthew Souter – viola
Cenzo Townshend – mixing
Martha Wainwright – vocals
Paul Willey – violin
Lucy Williams – violin
Sara Wilson – choir, chorus
Warren Zielinski – violin


Label: Fiction Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Rock, Soft Rock, Pop


Trackliste:

1. You're All I Have (4:33)
2. Hands Open (3:17)
3. Chasing Cars (4:27)
4. Shut Your Eyes (3:17)
5. It's Beginning To Get To Me (4:35)
6. You Could Be Happy (3:02)
7. Make This Go On Forever (5:47)
8. Set The Fire To The Third Bar (3:23)
9. Headlights On Dark Roads (3:30)
10. Open Your Eyes (5:41)
11. The Finish Line (3:28)

Gesamtspieldauer: 45:05




„Eyes Open“ heißt das vierte Studio-Album der Nordirischen / Schottischen Band Snow Patrol. Veröffentlicht wurde die Platte im Mai 2006 auf dem Musiklabel Fiction Records. Es hatte einige Umbesetzungen im Band Line-Up von Snow Patrol gegeben. So hatte der bisherige Bassist Mark McClelland Snow Patrol verlassen und war durch Paul Wilson ersetzt worden. Auch Keyboarder Tom Simpson hört man auf „Eyes Open“ zum ersten Mal. Insgesamt sechs Singles wurden aus dem Album veröffentlicht, wobei „You're All I Have“ und „Chasing Cars“ bis in die Top Ten der britischen Charts kletterten. Das letztgenannte Lied, „Chasing Cars“, trägt wohl auch zu dem großen Erfolg des Albums einen nicht unerheblichen Teil bei. Das Lied wurde während des Finales des zweiten Staffel der amerikanischen Krankenhaus-Serie „Grey's Anatomy“ gespielt und verkaufte sich anschließend über fünf Millionen Mal. Der Titel hielt sich insgesamt 166 Wochen in den britischen Singles Charts, länger als jedes andere Lied zuvor. Weltweit wurden von dem gesamten Album bisher sechs Millionen Kopien verkauft.

Auf „Eyes Open“ hört man eingängigen Rock, mit einem starken Einschlag hin zum Pop. Alles, wirklich alles auf „Eyes Open“ klingt harmonisch und melodiös. Kaum ein Lied ist dabei, welches nicht gleich beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht. Dabei sind das erwähnte „Chasing Cars“, „Shut Your Eyes“, „You Could Be Happy“, „Set The Fire To The Third Bar“ und „Open Your Eyes“ richtiggehende Ohrwürmer. Alles klingt irgendwie ruhig und sehr eingängig auf „Eyes Open“. Dazu trägt nicht nur der sanfte und samtige Gesang des Gary Lightbody bei, sondern auch jede Menge Streicher, die an vielen verschiedenen Stellen des Albums ihren Auftritt haben und alles noch ein wenig lieblicher klingen lassen.

Ein Lied zu finden, welches nicht mit diesen Charakteristika ausgestattet ist, gestaltet sich schwierig, beziehungsweise ist das unmöglich, da wirklich kein Titel großartig gegenüber dem anderen abfällt. Diese Platte dann allerdings unter der Überschrift „Alternative Rock“ einzugruppieren, wie dies häufig geschieht, scheint einigermaßen verfehlt bis völlig unangebracht. Eher geht das Ganze in die Richtung Soft Rock bis eben Pop, was an sich garantiert auch nichts Schlechtes bedeuten muss. Allerdings sollte hier auch erwähnt werden, dass das Album insgesamt sehr glatt klingt. Alles ist eben auf diese durchaus immer vorhandene Eingängigkeit hin getrimmt worden. Ein paar Ecken und Kanten hätten der Platte allerdings auch gut zu Gesicht gestanden. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Fazit: Unter der Überschrift „Pop“ lässt sich „Eyes Open“ sehr gut eingruppieren und stellt wahrlich ein sehr überzeugendes Album dar. Mit Alternative Rock, was man in Verbindung von Musik und Snow Patrol auch immer wieder lesen kann, damit hat „Eyes Open“ allerdings gar nichts zu tun. Wenn Rock, dann schon Soft Rock. Aber egal, die Lieder auf dem Album gehen gut ins Ohr und wissen zu überzeugen und auch sehr zu unteralten. Wer auf sanfte und melancholische Musik steht, die oder der wird viel Spaß mit „Eyes Open“ haben. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Chasing Cars, Shut Your Eyes, Set The Fire To The Third Bar



Samstag, 5. November 2016

World Party – Egyptology




World Party – Egyptology


Besetzung:

Karl Wallinger – all songs played, recorded, written, produced by Karl Wallinger
Chris Sharrock – drums, northern vibes


Gastmusiker:

Johnson Somerset – loops on tracks 11 and 15
Anthony Thistlethwaite – additional massed saxes on track 3
John Turnbull – guitar on track 12
The Swingle Singers – vocals on track 6


Label: The Enclave


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock, Pop


Trackliste:
1. It Is Time (3:22)
2. Beautiful Dream (4:43)
3. Call Me Up (2:58)
4. Vanity Fair (3:35)
5. She's The One (4:56)
6. Vocal Interlude (0:24)
7. Curse Of The Mummy's Tomb (5:59)
8. Hercules (3:16)
9. Love Is Best (3:05)
10. Rolling Off A Log (5:56)
11. Strange Groove" (4:09)
12. The Whole Of The Night (4:24)
13. Piece Of Mind (4:59)
14. This World (4:20)
15. Always (4:23)

Gesamtspieldauer: 1:00:37




„Egyptology“ heißt das vierte Album der Band World Party, die im Grunde genommen der Waliser Karl Wallinger ist. Veröffentlicht wurde die Platte im Juni 1997 auf dem amerikanischen Plattenlabel „The Enclave“, welches nur kurze Zeit später von EMI in Virgin Records integriert wurde. Auf „Egyptology“ hört man die Single „Beautiful Dream“, die bis auf Platz 31 der britischen Charts kletterte. Trotzdem war die Platte verkaufstechnisch gesehen nicht sonderlich erfolgreich. Allerdings enthält das Album das Lied, „She's The One“. Zunächst war Karl Wallinger angeblich ziemlich sauer, als er mitbekam, dass Robbie Williams das Lied zwei Jahre später coverte. Diese Version – die übrigens sich kaum vom Original von World Party unterscheidet – kletterte dann allerdings bis auf Platz 1 der britischen Charts und war auch in Deutschland erfolgreich. Zudem gewann Robbie Williams mit seiner Version von „She's The One“ zahlreiche Preise. Als Karl Wallinger dann, nachdem er ein Aneurysma erlittenen hatte, über Jahre hinweg kaum mehr selbst in der Lage war, sein Geld als Musiker zu verdienen, entpuppte sich der Hit als wahrer Glücksgriff für ihn, denn die Tantiemen sprudelten und Karl Wallinger empfand es nun als großen Glücksfall, dass Robbie Williams das Lied ebenfalls veröffentlichte.

„She's The One“ ist wahrlich ein schönes Lied. Ein Titel, der sofort ins Ohr geht, gleich beim ersten Mal des Hörens. Nun, von Rock muss man da nicht mehr sprechen, das ist schon eindeutig Pop-Musik, die bei diesem Titel zu hören ist. Sehr gelungener Pop mit Ohrwurmcharakter. Das Schöne an „Egyptology“ ist allerdings, dass Karl Wallinger auf dem Album noch mehr sehr überzeugende Titel für seine Hörerinnen und Hörer bereithält. Diese gehen mal in die Richtung Pop, sind ein anderes Mal eher rockig gehalten. Sehr gute Beispiele für das absolut gelungene Songwriting des Waliser Wallinger sind die Nummern „Call Me Up“, „Vanity Fair“, „Curse Of The Mummy's Tomb“ oder „Rolling Off A Log“. Alle diese Lieder gehen ziemlich schnell in Ohr und auch nach vielen Durchläufen hat man sich an diesen Nummern noch nicht überhört.

Da nun allerdings auch die anderen Stücke des Albums nicht abfallen, stellt „Egyptology“ ein Album dar, welches ideal geeignet ist für Menschen, die in der Musik Melodiösität und Eingängigkeit suchen, die allerdings an keiner Stelle platt und aufgesetzt klingen. Zudem lohnt es sich einmal mehr, den Texten des Karl Wallinger aufmerksam zu lauschen beziehungsweise diese mitzulesen. Auch hier gibt es keine Massenware à la Herzschmerz oder großer Liebe. Bei World Party werden auch ganz andere Themen angesprochen und intelligent verarbeitet.

Fazit: „Egyptology“ von World Party macht jede Menge Spaß. Man hört auf der Scheibe sehr eingängige Musik, die sich irgendwo in den Grenzgebieten zwischen Pop und Rock bewegt. Viele der Lieder sind kleine Ohrwürmer. Auch die Texte wissen auf „Egyptology“ zu überzeugen, sodass man sich fragt, warum diese Scheibe nicht erfolgreicher war. Eine gute Platte. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Call Me Up, Vanity Fair, She’s The One, Curse Of The Mummy's Tomb, Rolling Off A Log



Freitag, 4. November 2016

Saga – Silent Knight




Saga – Silent Knight


Besetzung:

Michael Sadler – lead vocals, keyboards, bass guitar
Ian Crichton – electric and acoustic guitars
Jim Gilmour – keyboards, backing vocals, vocoder, moogs
Jim Crichton – bass guitar, moog bass synthesizer
Steve Negus – drums, percussion


Label: Portrait Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Melodic Rock, Mainstream Rock


Trackliste:

1. Don't Be Late (Chapter Two) (6:09)
2. What's It Gonna Be? (4:33)
3. Time To Go (4:28)
4. Compromise (3:25)
5. Too Much To Lose (Chapter Seven) (4:43)
6. Help Me Out (5:55)
7. Someone Should (4:09)
8. Careful Where You Step (4:21)

Gesamtspieldauer: 37:47




„Silent Knight“ heißt das dritte Studioalbum der kanadischen Rock Band Saga. Veröffentlicht wurde die Scheibe zum ersten Mal im November des Jahres 1980 auf dem Label Portrait Records. Auch diese Platte wird von einigen Kritikern und Rezensenten unter der Überschrift „Progressive Rock“ geführt. Nun, dies scheint eher ein wenig irreführend, denn Progressive Rock mag die Musik von Saga auf „Silent Knight“ in den Randbezirken sein, ansonsten hört man hier etwas aufwendiger gestalteten Mainstream Rock, Adult Oriented Rock oder von mir aus auch Musical Rock, denn die Stimme des Michael Sadler lässt diese geistige Assoziation in Verbindung zu der mitunter bombastischen Musik durch aus zu.

Die Lieder von Saga auf „Silent Knight“ sind immer eingängig und sehr melodiös. Allzu viele Durchläufe der Platte benötigt man hier nicht, um mit der Musik „warm“ zu werden, sie für sich zu eröffnen. Auch wieder eine Gemeinsamkeit zu den bereits erwähnten Musicals, die ihre Zuhörer und Zuseher oftmals auch mit dem ersten Kontakt begeistern müssen. Nun, darin liegt auch ein wenig das Problem von Saga auf „Silent Knight“. Mitunter klingt das Ganze ein wenig aufgesetzt, zu sehr auf den schnellen Konsum hin komponiert und produziert. Von daher sind manche Melodiebögen zu anbiedernd, sodass sie nach dem mehrmaligen Hören bereits wieder langweilig zu werden drohen. Jetzt bin ich kein „Saga-Kenner“, aber das selbstbetitelte Debut-Album hielt da schon einiges Überzeugenderes mehr parat – zumindest für meine Ohren.

Nun, wie bereits erwähnt, eingängig ist irgendwie alles auf „Silent Knight“, nachhaltig nicht unbedingt genauso viel. Am gelungensten klingen für mich „Time To Go“. Hier ist es das Keyboardspiel des Jim Gilmour, welches auch längerfristig hängenbleibt. Vor allen Dingen im Refrain klingt das wirklich eindrucksvoll und daran kann man sich wahrlich nicht überhören. Ebenfalls sehr überzeugend klingt das letzte Stück der Platte, „Careful Where You Step“. Hier ist es die Abwechslung im Lied selber, die Spaß macht und den Titel nie langweilig werden lässt. Und dass die fünf Musiker Meister ihres Faches sind, kann man hier ebenfalls sehr schön heraushören. Ansonsten ist alles „ganz nett“ geworden, die Stimme des Michael Sadlers natürlich etwas gewöhnungsbedürftig, aber diese gehört einfach zur Musik von Saga.

Fazit: Ein Mainstream / AOR-Album mit kleinen progressiven Ausflügen ist „Silent Knight“ von Saga geworden. Mitunter macht das Zuhören durchaus auch Spaß, manchmal wird es allerdings auch ein wenig langweilig, wenn das Ganze dann irgendwie zu aufgesetzt, zu sehr auf die schnelle Eingängigkeit getrimmt wirkt. Hier besteht dann auch durchaus die Gefahr, dass man sich an dieser Scheibe überhört. Sicherlich keine schlechte Platte, jedoch haben Saga durchaus bessere Alben veröffentlicht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Time To Go, Careful Where You Step



Donnerstag, 3. November 2016

Tangerine Dream – Rubycon




Tangerine Dream – Rubycon


Besetzung:

Edgar Froese – mellotron, organ, guitar, gong and vcs 3 synthesizer
Christopher Franke – double moog synthesizer, synthi a, gong, organ, modified elka organ and prepared piano
Peter Baumann – organ, ems synthi a, electric piano (fender rhodes), prepared piano, voice and arp 2600


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Rubycon, Part One (17:20)
2. Rubycon, Part Two (17:34)

Gesamtspieldauer: 35:55




„Rubycon“ heißt das sechste Studioalbum der Berliner Band Tangerine Dream, die mit ihrer elektronischen Musik auch international eine Fangemeinde um sich sammelte. „Rubycon“ wurde im März 1975 auf dem Label Virgin Records veröffentlicht und kletterte sogar bis auf Platz 10 der britischen Albumcharts. Kein anderes Album von Tangerine Dream war davor oder danach erfolgreicher. Die Platte stellt eine Art Bindeglied unterschiedlicher Phasen der Band dar. Zum einen hört man darauf noch Abschnitte mit sehr sphärischer bis spaceiger Musik, zum anderen sind hier bereits Passagen mit Sequencer-lastiger Musik zu hören, welche im weiteren Verlauf der 70er Jahre eine zentrale Rolle in der Musik von Tangerine Dream einnehmen sollten.

„Rubycon“ gilt für viele Freunde der Musik von Tangrine Dream als eines oder das beste ihrer Alben. Durchaus verständlich, denn das Album ist ein mystische Reise durch Stimmungen und Atmosphären, die die Hörerin beziehungsweise den Hörer immer wieder umschweben, einhüllen und vorsichtig wegtragen. Und lässt man sich in diese sphärischen Bereiche der Musik fallen, so wird man kurze Zeit später von rhythmischen Geflechten aufgefangen, die einen in das Hier und Jetzt zurückführen. Alles klingt perfekt ineinander verwoben und berührt. Die Grundstimmung auf „Rubycon“ ist zumeist eine mystisch verwunschene, ein in gewisser Weise hypnotischer Effekt der Klänge ist dabei nicht von der Hand zu weisen.

Beim Hören entstehen Bilder vor dem geistigen Auge, die sicherlich jeder anders wahrnehmen wird. Auf jeden Fall werden es Reisen sein, zu bisher noch nie gesehenen Orten, noch nie besuchten Welten. Bewusstseinserweiternde Musik nennt man das wohl, Musik ganz ohne Nebenwirkungen, jedoch mit diversen Phantasie-Effekten. Na, wenn das nicht mal was Besonderes ist.

Fazit: „Rubycon“ von Tangerine Dream ist sphärisch und gleichzeitig auch rhythmisch. Hier kombiniert die Berliner Band irgendwie geartete kosmische Klänge mit Sequenzer-Rhythmen. Das passt alles perfekt zusammen, ergibt ein rundes und spannendes Gesamtergebnis und Erlebnis. Klar, diese Art der Musik ist ganz bestimmt nicht für jede und jeden geeignet. Wer allerdings elektronische Musik mag, die oder der sollte ganz bestimmt mal bei „Rubycon“ reinhören. Elf Punkte.

Anspieltipps: Rubycon Part One, Rubycon Part Two



Mittwoch, 2. November 2016

Savatage – Streets: A Rock Opera




Savatage – Streets: A Rock Opera


Besetzung:

Jon Oliva – vocals, piano, keyboard, drums
Criss Oliva – guitar, backing vocals, bass
Johnny Lee Middleton – bass, backing vocals
Steve "Doc" Wacholz – drums


Gastmusiker:

Robert Kinkel – keyboards
John Zahner – keyboards, rhythm guitar, backing vocals
Abi Reid – female background vocals
Mozart's Magic Flute – child background intro (on "Streets"): 
Elena Doria - director of children's choir
Bob Kinkel – children's choir conductor


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Streets (6:50)
2. Jesus Saves (5:13)
3. Tonight He Grins Again (3:29)
4. Strange Reality (4:58)
5. A Little Too Far (3:26)
6. You're Alive (1:51)
7. Sammy And Tex (3:08)
8. St. Patrick's (4:18)
9. Can You Hear Me Now? (5:11)
10. New York City Don't Mean Nothing (4:02)
11. Ghost In The Ruins (5:33)
12. If I Go Away (5:17)
13. Agony And Ecstasy (3:34)
14. Heal My Soul (2:36)
15. Somewhere In Time (3:17)
16. Believe (5:42)

Gesamtspieldauer: 1:08:34




„Streets: A Rock Opera“ heißt das sechste Studio-Album der US-amerikanischen Band Savatage aus Florida. Veröffentlicht wurde die Platte im Oktober 1991 auf dem Label Atlantic Records. Produzent Paul O'Neill hatte die Idee hierzu, allerdings bereits im Jahr 1979, denn damals schrieb er die Story zu dem Stück, welches er eigentlich mal am Broadway veröffentlichen wollte. Doch nun lag das irgendwo bei ihm herum und zufällig wurde Gitarrist Chris Oliva darauf aufmerksam, der sogleich begeistert war und schließlich vorschlug, das Stück zur Grundlage des nächsten Savatage-Albums zu machen. Somit wurde alles nochmals überarbeitet, das Komponieren übernahmen Paul O'Neill, Jon Oliva und Criss Oliva, wohingegen die Texte von Paul O'Neill und Jon Oliva stammen. Erzählt wird auf „Streets: A Rock Opera“ die Geschichte des DT Jesus, der zunächst auf den Straßen New Yorks Cities als Drogendealer seinen Lebensunterhalt verdient. Schließlich meint es das Schicksal aber gut mit ihm und er steigt zum Rockstar auf. Nun, ein wenig Tragödie muss eben sein, denn der Aufstieg des DT Jesus ist nicht von allzu langer Dauer und er stürzt erneut ab auf den Straßen New Yorks.

Eine „Rock-Oper“ sollte es also sein, was immer dieser Begriff auch bedeuten soll, so ganz erschließt er sich mir allerdings nicht. Schon gar nicht beim Hören von „Streets: A Rock Opera“. Das Besondere an dem Album ist sicherlich, dass es das erste richtige Konzeptalbum des Genres Metal war. Nun, die Geschichte hinter dem Album wird auch konsequent durchgezogen und erzählt, musikalisch gesehen ist da aber nur wenig Zusammenhang zu erkennen. Wie bei anderen Savatage-Alben auch gibt es hier die klavierdominierte Ballade, neben dem harten Rocker und immer wieder wird eine ordentliche Prise Bombast mit eingestreut. Soweit also nichts Neues. Was Sänger Jon Oliva wahrlich gut gelingt ist jedoch, in die verschiedenen Rollen des Stücks zu schlüpfen, die er auch stimmlich voneinander sehr gut differenziert umzusetzen versteht.

Mit einmal kurz hören ist bei „Streets: A Rock Opera“ absolut nichts zu machen. Um mit der Musik vertrauter zu werden und diese auch etwas für sich zu erschließen, dafür bedarf es schon ein paar mehr Durchläufe. Nun, die Platte ist Kult bei den Fans der Band und rangiert auch auf Platz 310 der Liste der 500 besten Rock & Metal Alben aller Zeiten des Rock Hard Magazines. Auch wenn ich mich persönlich nicht als Fan in vorderster Reihe der Band sehe, so gefallen und begeistern mich doch einige Alben von Savatage sehr. Bei „Streets: A Rock Opera“ ist das jedoch deutlich schwieriger. Irgendwie wollen viele der Titel auf diesem Album einfach nicht so zünden, wie sie es auf Vorgänger- beziehungsweise Nachfolgealben der Band gemacht haben.

Das Zusammenspiel aus Härte und weichen Momenten, dann zumeist in der Verbindung mit warmen Pianoklängen, das versteht die Band schon immer perfekt umzusetzen und somit auch die ganze Breite des Metal bestens abzudecken. Nur dieses Mal gelingt ihnen das in meinen Ohren leider nur zum Teil. Es sind vor allen Dingen die härteren Stücke, die bei diesem Album irgendwie nicht so ganz mitreißen können, die auf anderen Savatage-Platten deutlich mehr zu überzeugen verstehen. So sind die herausragenden Titel auf „Streets: A Rock Opera“ eher die sanften Balladen, für die Savatage schon immer das perfekte Gefühl hatten. Hier lohnt es sich dann sehr, sich fallen zu lassen und ganz tief einzutauchen in den Klangkosmos der Band.

Fazit: Wahrlich keine schlechte Scheibe, dieses „Streets: A Rock Opera“, das erste Metal-Konzeptalbum. Am überzeugendsten klingt dies dann, wenn die Musiker in die weichen und sanften Balladen eintauchen. Die härteren Rockstücke klingen hier nicht ganz so überzeugend, wie auf mancher Scheibe davor und danach. Trotzdem, wie bereits geschrieben, absolut keine schlechte Scheibe. Neun Punkte.

Anspieltipps: Streets, Tonight He Grins Again, A Little Too Far, Can You Hear Me Now? Heal My Soul



Dienstag, 1. November 2016

Neil Young – Everybody Knows This Is Nowhere




Neil Young – Everybody Knows This Is Nowhere


Besetzung:

Neil Young — guitar, lead vocals


Gastmusiker:

Danny Whitten – guitar, vocals
Billy Talbot – bass guitar
Ralph Molina – drums, vocals
Bobby Notkoff – violin on “Running Dry (Requiem For The Rockets)”
Robin Lane – harmony vocal on “Round And Round (It Won't Be Long)”


Label: Reprise Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk Rock, Country Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Cinnamon Girl (3:01)
2. Everybody Knows This Is Nowhere (2:31)
3. Round & Round (It Won't Be Long) (5:54)
4. Down By The River (9:27)
5. The Losing End (When You're On) (4:08)
6. Running Dry (Requiem For The Rockets) (5:36)
7. Cowgirl In The Sand (10:06)

Gesamtspieldauer: 40:47




„Everybody Knows This Is Nowhere“ heißt das zweite Studioalbum des Neil Young. Gleichzeitig ist es das erste, welches er mit seiner Begleitband Crazy Horse eingespielt hat. Noch etwas Besonderes gibt es von dieser Platte zu berichten, die am 22. Mai 1969 auf Reprise Records veröffentlicht wurde. Die Scheibe wurde noch nicht einmal vier Monate nach dem selbstbetitelten Debut-Album des Neil Young veröffentlicht. So etwas nennt man dann wohl „produktiv“.

Bei vielen Neil Young Fans ist diese Platte absoluter Kult und wird in den allerdhöchsten Tönen gelobt. Nun, das kann man zum Teil auch sehr gut nachvollziehen, denn die Scheibe hat durchaus Höhepunkte, die unbedingt gehört gehören. Und dies sind gleichzeitig drei der vier längsten Stücke auf „Everybody Knows This Is Nowhere“. Das über neunminütige „Down By The River“ klingt alleine schon wegen dem witzigen Hintergrundgesang gelungen. Allerdings ist es nicht dieser, der das Lied zu etwas Besonderem werden lässt. Es ist der lange Instrumentalteil, der sich wie eine lange Jam-Session anhört und dabei doch so wunderbar ins Ohr wie in die Füße geht. Noch etwas eingängiger und auch noch etwas intensiver im langen, bluesigen Instrumentalpart, ist das etwas rockigere und über zehnminütige „Cowgirl In The Sand“. Eine grandiose Nummer, die man allerdings unbedingt mehrmals hören sollte, um ganz darin eintauchen zu können.

Ganz anders überzeugt dagegen „Running Dry (Requiem For The Rockets)“. Dies ist ein sanftes Folk-Lied, sehr melodiös, welches seinen Reiz aus dem Spiel der Violine zu den anderen Instrumenten zieht. Absolut eingängig und sehr gelungen, wenn auch etwas tragend. Nun, dann gäbe es da noch eines der bekannteren Lieder des Neil Young, „Cinnamon Girl“. Ein rockiges Lied, allerdings nichts großartig Besonderes mehr. Und die restlichen drei Stücke? Die fallen stark gegenüber dem Rest der Platte ab und haben ihren absoluten Tiefpunkt in der Nummer „The Losing End (When You're On)“. Ein unsäglicher Folk-Country-Titel, wobei die Betonung sehr stark auf „Country“ und noch mehr auf „unsäglich“ liegt. Das wiederum lässt die gesamte Scheibe leider ein wenig uneinheitlich wirken, macht es schwer, in die Atmosphäre der Musik eintauchen zu können, da sie mit dem nächsten Lied bereits wieder beendet sein kann.

Fazit: Tolle Höhepunkte und grandiose Tiefpunkte gibt es auf „Everybody Knows This Is Nowhere“ zu hören. Sicherlich überwiegen die Höhepunkte, da diese Lieder glücklicherweise auch über die deutlich längere Laufzeit verfügen. Neil Young klingt auf seiner zweiten Platte immer dann gut, wenn er sich rockig und bluesig anhört, sich in langen Soli zu verlieren scheint. Die Country-Ansätze auf der Scheibe nerven jedoch stark. Insgesamt bleibt „Everybody Knows This Is Nowhere“ allerdings ein sehr lohnenswertes Hör-Erlebnis. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Down By The River, Running Dry (Requiem For The Rockets), Cowgirl In The Sand



Montag, 31. Oktober 2016

Thirty Seconds To Mars – A Beautiful Lie




Thirty Seconds To Mars – A Beautiful Lie


Besetzung:

Jared Leto – vocals, guitar, programming
Shannon Leto – drums, percussion
Tomo Miličević – guitar, synthesizer
Matt Wachter – bass guitar, synthesizer


Gastmusiker:

Miguel Atwood-Ferguson – viola on track 10
Caroline Campbell – violin on track 10
Steve Dress – strings contractor and double bass on track 10
Vanessa Freebairn-Smith – cello on track 10
Oliver Goldstein – additional synthesizer on tracks 1, 6–7
Neel Hammond – violin on track 10
Wataru Hokoyama – string arranger on track 10
Jeremy Rubolino – programming on track 12
Matt Serletic – piano on track 3


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Attack (3:09)
2. A Beautiful Lie (4:05)
3. The Kill (3:51)
4. Was It A Dream? (4:15)
5. The Fantasy (4:29)
6. Savior (3:24)
7. From Yesterday (4:08)
8. The Story (3:55)
9. R-Evolve (3:59)
10. A Modern Myth (Includes Hidden Track "Praying For A Riot") (14:14)

Bonus Tracks:

11. Battle Of One (2:47)
12. Hunter (3:54)

Gesamtspieldauer: 56:14




„A Beautiful Lie“ heißt das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Alternative Rock Band Thirty Seconds To Mars. Veröffentlicht wurde die Platte am 30. August 2005 in den USA und Kanada auf dem Musiklabel Virgin Records. In Deutschland erschien „A Beautiful Lie“ allerdings erst im Frühjahr 2007. Vier Singles wurden aus dem Album ausgekoppelt, die da wären „Attack“, „The Kill“, „From Yesterday“ sowie der Titeltrack „A Beautiful Lie“. Die Musik zum Album wurde auf vier verschiedenen Kontinenten und in fünf verschiedenen Ländern eingespielt, dies alles über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg. Diese Vorgehensweise war notwendig aufgrund der Schauspielkarriere von Sänger Jared Leto, der sich zu Film-Aufnahmen immer wieder an anderen Orten aufhielt.

Die Musik der Band hatte sich zum Vorgänger- und Debut-Album verändert. Sie war geradliniger geworden, durchaus härter, sodass man bei vielen Titeln gar nicht mehr von Alternative Rock sprechen kann, sondern bereits Hard Rock hört. Das Album ist von Josh Abraham perfekt produziert worden, der sich vorher schon Linkin Park angenommen hatte. Alles passt diesbezüglich und auch die Musik klingt kraftvoll, die zumeist von Jared Leto geschrieben wurde. An vielen Stellen gehen die einzelnen Titel sofort ins Ohr. Dies übrigens schon beim ersten Mal des Hörens. Die Produktion ist dabei fast zu perfekt geraten, sodass das ein oder andere Lied Gefahr läuft, auch mal ein klein wenig steril zu klingen. Allerdings nur fast, denn ein „Überproduzieren“ von „A Beatiful Lie“ haben die Band wie Produzent noch verhindert.

Einzelne Lieder besonders hervorzuheben scheint hier fasst sinnlos, denn die Titel verfügen über eine gleichleibende, gelungene Qualität. Die beiden bekanntesten Nummern des Albums dürften die Stücke „The Kill“ und vor allen Dingen „From Yesterday“ sein. Gerade letztgenanntes Lied hat viel zum Erfolg des ganzen Albums, als auch zum endgültigen Durchbruch der Band beigetragen.

Fazit: Alternative Rock bis Hard Rock gibt es auf „A Beautiful Lie“ von Thirty Seconds To Mars zu hören. Dieser ist, bei aller Härte, immer auch sehr melodiös gehalten und geht ins Ohr. Dieses Album bewirkte den Aufstieg der Band, die von nun an auch die großen Hallen problemlos füllen konnte. Etwas Neues gibt es auf „A Beatiful Lie“ nur in Bezug auf die Band selbst zu hören, da sich ihr Stil gegenüber dem Debut-Album noch mal verändert hat. Ansonsten nichts Neues, das allerdings gut gemacht. Neun Punkte.

Anspieltipps: From Yesterday



Sonntag, 30. Oktober 2016

Simple Minds – Street Fighting Years




Simple Minds – Street Fighting Years


Besetzung:

Jim Kerr – vocals
Charlie Burchill – acoustic & electric guitars
Mick MacNeil – piano, accordion, keyboards


Gastmusiker:

John Giblin – fretted and fretless bass guitar
Stephen Lipson – bass guitar, producer
Mel Gaynor – drums
Manu Katché – drums
Stewart Copeland – drums
Lou Reed – vocals on "This Is Your Land"
Lisa Germano – violin
Lorna Bannon – backing vocals
Maureen Kerr – penny whistle, bodhran
Sidney Thiam, Abdul M'boup, Leroy Williams – percussion
William Lithgow, Sheena McKenzie – cellos
Roger Sharp – bagpipes
John Altman – orchestral arrangements


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Street Fighting Years (6:26)
2. Soul Crying Out (6:07)
3. Wall Of Love (5:20)
4. This Is Your Land (6:22)
5. Take A Step Back (4:23)
6. Kick It In (6:11)
7. Let It All Come Down (4:56)
8. Mandela Day (5:45)
9. Belfast Child (6:42)
10. Biko (7:34)

Bonus Track der CD Ausgabe des Albums:

11. When Spirits Rise (2:01)

Gesamtspieldauer: 1:01:51




„Street Fighting Years“ heißt das achte Studioalbum der schottischen Rock Band Simple Minds. Veröffentlicht wurde das Album im Mai 1989 auf dem Musiklabel A&M Records. Mit dem Titel „Don't You (Forget About Me)“, enthalten auf dem Soundtrack zum 1985 erschienen Film „The Breakfast Club“ und dem im selben Jahr veröffentlichten siebten Album „Once Upon A Time“, hatten die Simple Minds weltweit endgültig den Durchbruch geschafft. „Street Fighting Years“ sollte nun daran anknüpfen und dazu wurde extra Trevor Horn als Produzent engagiert, der mit den Buggles und auch Yes bereits Erfolge gefeiert hatte. Und die Platte wurde auch sehr erfolgreich, erreichte jeweils die ersten Plätze der Charts in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, der Schweiz und Italien. In den USA allerdings kletterte die Platte lediglich bis auf Platz 70 der Charts, konnte beim amerikanischen Publikum nicht so überzeugen wie noch der Vorgänger.

Auf „Street Fighting Years“ gibt es eingängigen Pop bis Rock zu hören, immer melodiös, manchmal sanft, manchmal etwas rauer, jedoch fast immer mit einer Melodie ausgestattet, die sich im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers zu verankern versteht. Das bekannteste Lied der Scheibe heißt „Belfast Child“. Die Musik des Titels wurde dem irischen Folk-Song „She Moved Through The Fair“ entnommen, der Text handelt laut Jim Kerr vom Wahnsinn, der Traurigkeit und der Leere, die der Nordirland-Konflikt bei den dort lebenden Menschen hinterlässt. Eine schöne und ergreifende Nummer, die ebenfalls Platz 1 erreichte, dieses Mal in den britischen Single-Charts.

Auf „Street Fighting Years“ findet sich auch die Cover-Version zu Peter Gabriels „Biko“. Diese klingt im Original etwas gelungener, dies mag aber die- oder derjenige anders sehen, die oder der diese Version vor dem Original kennenlernte. Dass sich gerade dieser Titel auch mit auf der Platte befindet wundert jedoch keineswegs, denn die Scheibe ist angefüllt mit politischen Aussagen und Statements zu sozialen Problemen. Musikalisch sehr gelungen ist dazu noch der Titeltrack, gleich das erste Lied des Albums. Nun, Ausfälle gibt es allerdings sowieso nicht zu beklagen, sodass Freunde des rockigen Pops beziehungsweise poppigen Rocks durchaus auf ihre Kosten kommen dürften.

Fazit: „Street Fighting Years“ von den Simple Minds ist ein sehr abwechslungsreiches und unterhaltsames Album geworden. Die Titel auf der Scheibe gehen allesamt gut ins Ohr, die musikalischen Stimmungen variieren genau wie die Arrangements, wodurch jede Menge Abwechslung garantiert ist. Die textlichen Aussagen auf „Street Fighting Years“ sind meist etwas anklagend und vielleicht manchmal etwas zu „Simple“ gestrickt. Trotzdem macht das Album Spaß. Neun Punkte.

Anspieltipps: Street Fighting Years, Belfast Child



Samstag, 29. Oktober 2016

Lynyrd Skynyrd – Vicious Cycle




Lynyrd Skynyrd – Vicious Cycle


Besetzung:

Johnny Van Zant – lead vocals harmonica
Gary Rossington – guitars
Billy Powell – keyboards
Ean Evans – bass guitar
Michael Cartellone – drums
Rickey Medlocke – guitars & vocals, harmonica
Hughie Thomasson – guitars & background vocals
Leon Wilkeson – bass guitar on “The Way" and "Lucky Man”


Gastmusiker:

Carol Chase – background vocals
Dale Krantz-Rossington – background vocals
Kid Rock – vocals in “Gimme Back My Bullets”


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Southern Rock, Blues Rock, Country Rock


Trackliste:

1. That's How I Like It (4:33)
2. Pick Em Up (4:20)
3. Dead Man Walkin' (4:30)
4. The Way (5:32)
5. Red, White, & Blue (5:31)
6. Sweet Mama (3:59)
7. All Funked Up (3:33)
8. Hell Or Heaven (5:14)
9. Mad Hatter (5:38)
10. Rockin' Little Town (3:36)
11. Crawl (5:09)
12. Jake (3:41)
13. Life's Lessons (5:59)
14. Lucky Man (5:35)
15. Gimme Back My Bullets (3:41)

Gesamtspieldauer: 1:10:40




„Vicious Cycle“ heißt das zwölfte Studio-Album von Lynyrd Skynyrd, dieses wurde im Mai 2003 auf Sanctuary Records veröffentlicht. Es ist das erste Album, welches die Band nach dem Tod von Gründungsmitglied und Bassist Leon Wilkeson veröffentlichte. Der Titel „Mad Hatter“ ist ihm gewidmet. Er starb während der Aufnahmen zu „Vicious Cycle“ und ist noch auf den Liedern „The Way“ und „Lucky Man“ zu hören. Gleichzeitig hört man auf „Vicious Cycle“ zum ersten Mal Ean Evans am Bass und Michael Cartellone am Schlagzeug. Außerdem ist es die letzte Platte von Lynyrd Skynyrd, auf der das weitere Gründungsmitglied und gleichzeitig Gitarrist Hughie Thomasson zu hören ist. Er starb am 9. September 2007 an einem Herzinfarkt.

Auf „Vicious Cycle“ bekommt man Southern Rock zu hören, der mitunter auch Anleihen des Country und des Blues in sich enthält. Mit diesen musikalischen Genres sollte man nicht nur vertraut sein, man sollte sie auch durchaus verinnerlicht, sie als seine Musik entdeckt haben, um diese Platte uneingeschränkt genießen zu können. Ansonsten läuft das Ganze leider oftmals nur so an einem vorbei. Sonst klingt alles „ganz nett“, die richtigen Höhepunkte fehlen nun allerdings. Aber natürlich kann man nicht regelmäßig Titel wie „Free Bird“ oder „Tuesday's Gone“ schreiben.

Doch Höhepunkte gibt es durchaus auf „Vicious Cycle“. Für mich heißen diese „The Way“, „Red, White, & Blue“ und vor allen Dingen „Crawl“. Gerade bei letzter Nummer holen die Südstaatler noch mal alle Zutaten hervor, die sie zu Beginn ihrer Karriere auch in so manchen Song steckten. Tolle Melodie mit Ohrwurmcharakter, eine deutlich erweiterte Instrumentierung, neben den klassischen Rock-Instrumenten und einen Text, der im Refrain geradezu prädestiniert ist, mitgesungen zu werden. Macht Spaß. Und auch gegen Ende der Scheibe finden sich mit „Life's Lessons“ und „Lucky Man“ zwei sehr überzeugende Nummern. Immer wenn es allerdings zu sehr in die Richtung Rock’n’Roll geht, am Ende noch vermischt mit Country-ähnlichen Tönen, dann wird es sehr viel schwieriger, der Platte folgen zu können und dann klingen Lynyrd Skynyrd längst nicht mehr so innovativ, wie sie früher einmal klangen. Der Niederschlag folgt dann leider mit der allerletzten Nummer „Gimme Back My Bullets“, in der Kid Rock beim Gesang zu hören ist. Klar die Nummer ist härter, bringt Abwechslung in die Scheibe, trotzdem klingen Lynyrd Skynyrd hier eher seltsam denn inovativ.

Fazit: Der Grundsound von Lynyrd Skynyrd ist auch noch auf deren zwölftem Album mit dem Titel „Vicious Cycle“ zu hören. Dass ist immer noch Southern Rock, ganz klar. Alle Freunde dieser Musik werden die Scheibe lieben. Mir persönlich gefiel die Band immer dann besser, wenn sie außergewöhnlich klang. Wenn sie das Piano mit in ihre Musikwelt einbaute, den Pfad des Southern Rock nicht verließ, jedoch auch mal über den Tellerrand hinaussah. Das gibt es hier auf „Vicious Cycle“ weniger zu hören. Deswegen werden alle Freunde des Südstaaten-Rocks ihre helle Freude an dieser Scheibe haben, für mich klingt das allerdings nun etwas langweiliger. Trotzdem sicher ein gutes Album in der Tradition von Lynyrd Skynyrd. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Way, Red, White, & Blue, Crawl, Life's Lessons, Life's Lessons, Lucky Man



Freitag, 28. Oktober 2016

R.E.M. – Green




R.E.M. – Green


Besetzung:

Bill Berry – drums, percussion, backing vocals, bass guitar
Peter Buck – guitar, mandolin, drums
Mike Mills – bass guitar, keyboards, accordion, backing vocals
Michael Stipe – vocals


Gastmusiker:

Bucky Baxter – pedal steel guitar on “World Leader Pretend“
Keith LeBlanc – percussion on “Turn You Inside-Out“
Jane Scarpantoni – cello on “World Leader Pretend“


Label: Warner Brothers


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Alternative Rock, Pop


Trackliste:

1. Pop Song 89 (3:05)
2. Get Up (2:40)
3. You Are the Everything (3:46)
4. Stand (3:12)
5. World Leader Pretend (4:19)
6. The Wrong Child (3:36)
7. Orange Crush (3:51)
8. Turn You Inside-Out (4:17)
9. Hairshirt (3:55)
10. I Remember California (5:03)
11. Untitled (3:11)

Gesamtspieldauer: 41:01




„Green“ heißt das sechste Studioalbum der US-amerikanischen Alternative Rock Band R.E.M.. Veröffentlicht wurde die Scheibe im November 1988 auf dem Musiklabel von Warner Brothers und stellt gleichzeitig das erste Album von R.E.M. dar, welches auf einem der Major-Label veröffentlicht wurde. Und das hört man der Musik von R.E.M. auch ein klein wenig an. Die Lieder sind etwas glatt geschliffener, etwas massentauglicher produziert und komponiert geworden, als dies noch zuvor der Fall war.

Das wiederum hat nicht allzu viel zu bedeuten, zumindest nichts unbedingt Negatives, denn für Freunde von R.E.M. hat die Scheibe sehr viel zu bieten, die zu 100% nach genau eben dieser Band klingt. Da ist zum einen der unverwechselbare Gesang des Michael Stipe, man hört hier zum ersten Mal Peter Buck an der Mandoline und schließlich steht da über allem der Gesamtsound, dieses Zusammenspiel aus Gitarre und Keyboards und Gesang, welches den musikalischen Auftritt von R.E.M. so unverwechselbar werden lässt. Allerdings werden sich Freunde der Band der ersten Alben deutlich schwerer tun mit dieser Scheibe. Alles auf „Green“ ist auf Radiotauglichkeit getrimmt. Das meiste davon geht auch gut ins Ohr, einiges davon allerdings nicht allzu lange. Die Musik insgesamt ist eine Mischung aus Alternative Rock mit ganz klarem Pop-Einschlag. Radiotauglich eben.

Die erfolgreichen Single-Hits der Scheibe heißen „Stand“ und „Orange Crush“. Doch das sind wahrlich nicht die überzeugendsten Titel der Platte. Diese wiederum heißen „The Wrong Child“ und „I Remember California“. Während „The Wrong Child“ mit tollem mehrstimmigen Gesang glänzen kann und dabei immer wieder auch ein klein wenig schräg klingt, so ist es bei „I Remember California“ der rockige Charakter, der das Lied zu einem Höhepunkt werden lässt. Dazu gesellt sich eine Melodie, die hängenbleibt und fertig ist das Highlight der ganzen Scheibe.

Fazit: „Green“ war der bis dahin größte Erfolg von R.E.M. und gleichzeitig das Album, welches die Band auf einem der größeren Musiklabel einspielte. Das hört man an jeder Stelle der Platte, die auf Eingängigkeit und Radiotauglichkeit hin produziert wurde. Das klingt nicht immer spannend, jedoch immer melodiös. Manches an Atmosphäre geht bei solch etwas glatt geschliffenen Titeln jedoch verloren. Trotzdem, R.E.M. haben mit „Green“ endgültig ihren Sound gefunden, womit noch tolle Platten später ausgestattet werden sollten. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Wrong Child, I Remember California