Dienstag, 22. Januar 2019

Manfred Mann’s Earth Band – The Good Earth




Manfred Mann’s Earth Band – The Good Earth


Besetzung:

Manfred Mann – keyboards
Mick Rogers – guitars, vocals
Chris Slade – drums
Colin Pattenden – bass guitar


Label: Bronze Records


Erscheinungsjahr: 1974


Stil: Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Give Me The Good Earth (8:29)
2. Launching Place (5:52)
3. I’ll Be Gone (3:42)
4. Earth Hymn (6:21)
5. Sky High (5:16)
6. Be Not Too Hard (4:12)
7. Earth Hymn Part 2 (4:14)

Gesamtspieldauer: 38:08




„The Good Earth“ heißt das fünfte Studioalbum von Manfred Mann‘s Earth Band, welches am 11. Oktober 1974 auf dem Plattenlabel Bronze in Europa veröffentlicht wurde. In den USA erschien das Album bei Warner Bros. Als besondere Zugabe gab es für die Käufer der ersten Alben ein etwa 30 mal 30 Zentimeter großes Stück Land in Llanerchyrfa in der Grafschaft Brecon in Wales. Die Innenhülle enthielt einen Coupon, der zur Registrierung eingeschickt werden musste. Die Registrierung konnte bis zum 31. Dezember 1975 erfolgen und wurde auch von zahlreichen Fans wahrgenommen.

Die ehemalige Seite 1 der LP besteht aus drei Cover-Songs. „Give Me The Good Earth” wurde von Gary Wright geschrieben und auf seinem 1971er Soloalbum „Footprint“ veröffentlicht. Die Lieder „Launching Place“ sowie „I’ll Be Gone“ stammen von der australischen Progressive Rock Band Spectrum. „Give Me The Good Earth” ist eine rockige Nummer mit langen Solo-Parts der Gitarre und des Synthesizers. Das klingt nicht gleich beim ersten Mal des Hörens interessant, jedoch mit den weiteren Durchgängen durchaus. „Launching Place“ beginnt sanft, steigert sich langsam und wird zu einer fast schon hymnischen Nummer, die ins Ohr geht. „I’ll Be Gone“ stammt, wie bereits erwähnt, ebenfalls von der australischen Band Spectrum. Das Lied war für die Australier ihr Nummer 1 Hit in der Heimat, ist ein bluesiger Titel, der zwar groovt, jedoch sonst keine großartigen Spuren hinterlässt.

Auf der ehemaligen zweiten Seite von „The Good Earth“ sind dann die Eigenkompositionen der Manfred Mann’s Earth Band zu hören. „Earth Hymn“ startet hymnisch wie der Name verspricht und entwickelt sich dann zu einem flotten Rocker, bei dem mal Manfred Mann mit seinem Mini Moog, dann wieder Mick Rogers mit der Gitarre vorlegt. „Sky High“ ist eine Instrumentalnummer, bei der erneut den Tasteninstrumenten, der Gitarre und schließlich auch dem Bass Zeit eingeräumt wird, sich zu präsentieren. Das Lied klingt ein klein wenig hektisch und jazzig und beinhaltet sehr viel Spielfreude. Deutlich entspannter klingt es dann beim Titel „Be Not Too Hard“, einer eingängigen, poppig rockigen Nummer. Beendet wird „The Good Earth“ schließlich mit dem Titel „Earth Hymn Part 2“, der mit dem ersten Teil des Liedes den Höhepunkt des Albums darstellt. Der Sound der Musik der Earth Band klingt satt und voll, die Melodie geht ins Ohr und ist dabei abwechslungsreich und nachhallend.

Fazit: „The Good Earth“ ist ein schönes Album geworden, was im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers noch zu wachsen versteht. Die Melodien gehen immer besser ins Ohr und dabei gestaltet sich die Musik insgesamt sehr spannend und abwechslungsreich. Der Platte hört man ihr Alter keineswegs an, sie klingt auch heute noch modern und aktuell. Elf Punkte.

Anspieltipps: Earth Hymn, Earth Hymn Part 2



Montag, 21. Januar 2019

Go By Ocean – Faded Photographs




Go By Ocean – Faded Photographs


Besetzung:

Ryan McCaffrey – vocals, acoustic & electric guitars
Eric Diberardino – bass guitar
Clay Welch – lead guitar
Scott Rager – drums


Gastmusiker:

Tim Bluhm – backing vocals
Danny Eisenberg – keyboards, synthesizer
Shaun Gregg – trumpet
Kevin Friedrichson – systhesia


Label: Independent


Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Independent Rock, Independent Pop


Trackliste:

1. Hard To Reach (4:11)
2. Come Down (4:21)
3. Coming On Strong (3:51)
4. They Warned You (3:25)
5. Fading (3:22)
6. Crowned With Roses (3:51)

Gesamtspieldauer: 23:03



Ryan McCaffrey ist Sänger, Gitarrist und Songschreiber der Independent Rockband Go By Ocean, die am 14. Dezember 2018 die EP „Faded Photographs“ veröffentlichte. Darauf zu hören gibt es sechs überwiegend sanfte Titel, die allesamt im Bereich des Independent Rock bis Pop angesiedelt sind. In den letzten Jahren hat Ryan McCaffrey zahlreiche Lieder geschrieben, „Faded Photographs“ stellt somit den Auftakt zu einer Reihe von EP-Veröffentlichungen dar, die es von Go By Ocean zu hören geben wird. Man kann sich also auf weitere Musik von Go By Ocean freuen.

Zu dieser ersten Veröffentlichung sagt der Musiker selbst: „Die EP ist ein Rückblick auf meine Entwicklung in den letzten zehn Jahren meines Lebens, ein Loslassen und ein Weitermachen. Wie viele andere meiner Liedtexte zeigt auch dieses Album die harten Zeiten auf, mit Hoffnung auf bessere Tage, die kommen würden.“ Und so klingen die Lieder auf „Faded Photographs“ zumeist melancholisch bis nachdenklich. Der Hoffnungsschimmer auf bessere Tage mag da durchaus bereits erglimmen, er erleuchtet die Welt des Ryan McCaffrey jedoch noch nicht allzu hell. Atmosphären, die mit den sechs Liedern transportiert werden, sind eher dunkler Natur, die Tempi der Rhythmen erreichen maximal den mittleren Bereich. Dabei erklingen die Melodien auf „Faded Photographs“ eingängig und melodiös und setzen sich bereits nach wenigen Durchläufen des kurzen Albums fest.

Alle sechs Titel wirken auf dieser Scheibe. Einen Ausfall gibt es nicht zu beklagen und so lässt sich in die musikalische Welt von Go By Ocean allerbestens eintauchen. Mein Höhepunkt auf „Faded Photographs“ ist der Titel „Coming On Strong“, der allein schon durch die außergewöhnliche Perkussion aus dem Rahmen fällt, sich steigert und dessen Melodie sich schnell im Ohr festsetzt.

Fazit: Eine EP mit sechs durchwegs gelungenen Titeln legen Go By Ocean mit „Faded Photographs“ vor. Die Musik klingt eher nachdenklich, geht schnell ins Ohr und ist genremäßig im Bereich des Independent Rock bis Pop angesiedelt. Lohnt sich. Neun Punkte.

Anspieltipps: Coming On Strong



Sonntag, 20. Januar 2019

A Perfect Circle – Mer De Noms




A Perfect Circle – Mer De Noms


Besetzung:

Maynard James Keenan – vocals (tracks 1-12), gord (kalimba) (track 12)
Billy Howerdel – guitar (tracks 1-11), bass (tracks 1-6, 8, 10, and 11) background vocals (tracks 1, 4, 5, and 9-11), keyboards (track 5), piano (tracks 9 and 12)
Josh Freese – drums (tracks 2-11), percussion (track 9)
Paz Lenchantin – violin (tracks 3, 6, and 9), bass (track 7), backing vocals (tracks 4, 5, and 9)
Troy Van Leeuwen – lead guitar parts at end of song (tracks 7 and 10)


Gastmusiker:

Tim Alexander – drums (track 1)
Luciano Lenchantin – viola (track 6)
Draven Godwin – percussion (track 8)
Kelli Shafer – backing vocals (track 9)


Label: Virgin Records


Erscheinungsjahr: 2000


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. The Hollow (2:58)
2. Magdalena (4:06)
3. Rose (3:26)
4. Judith (4:07)
5. Orestes (4:48)
6. 3 Libras (3:39)
7. Sleeping Beauty (4:10)
8. Thomas (3:29)
9. Renholdër (2:24)
10. Thinking Of You (4:34)
11. Breña (4:24)
12. Over (2:21)

Gesamtspieldauer: 44:31



„Mer De Noms“ nannte die US-amerikanische Rockband A Perfect Circle ihr erstes Studioalbum. „Mer De Noms“ wurde am 23. Mai 2000 auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht und platzierte sich mit dem Erscheinen sofort auf Platz 4 in das US Billboard 200 Charts. Damit stellt dieses Album den bisher höchsten Billboard 200-Einstieg für das erste Album einer Rockband dar. Es verkaufte sich in der ersten Woche über 188.000 Mal und wurde im selben Jahr in den USA noch mit Platin ausgezeichnet. Drei Singles wurden aus „Mer De Noms“ ausgekoppelt. „Judith“, „3 Libras“ sowie „The Hollow“ konnten sich ebenfalls in den Charts platzieren. A Perfect Circle ist das Nebenprojekt von Sänger Maynard James Keenan, dem Sänger von Tool, der A Perfect Circle zusammen mit dem Gitarristen Billy Howerdel gründete.

A Perfect Circle klingen auch nach Tool, zumindest auf diesem Debut-Album. Das liegt nicht nur am Gesang des Maynard James Keenan, sondern auch am Sound der Musik selbst. Schwere Gitarren, knallhart und kompromisslos gibt es hier zu hören. Die einzelnen Lieder regen nicht selten zum Headbanging an, zumindest soweit man darauf steht oder man lässt eben in der gemäßigteren Variante die Füße mitwippen. Doch trotz der Ähnlichkeit des Sounds insgesamt, machen A Perfekt Circle dann aber doch völlig andere Musk als Tool. Denn zwei wichtige Bestandteile der Tool-Musik fehlen hier. Da ist zum einen der progressive Ansatz der Musik. A Perfect Circle sind sehr geradlinig in ihren Liedern. Da werden kaum bis keine Experimente unternommen, wir befinden uns im Segment des Alternative Rocks, wenn auch der etwas härteren Ausprägung. Das zweite Element, welches bei A Perfect Circle im Gegensatz zu Tool fehlt, ist der hypnotische Ansatz in der Musik. Elf relativ kurze Lieder befinden sich auf dem Album, eine Melodie wird angestimmt und hallt nach spätestens vier Minuten wieder aus. Nichts wird hier im positiven Sinne „ausgewalzt“, um durch häufige Wiederholung eines Themas die Musik noch etwas intensiver werden zu lassen.

Wenn man auf Hard Rock und Alternative Rock steht, dann macht „Mer De Noms“ von A Perfect Circle definitiv Spaß. Auch wenn die wahrlich herausragenden Titel fehlen, so lässt sich alles auf diesem Album gut hören und unterhält ebenso. Somit fällt es auch etwas schwer, einzelne Lieder besonders zu empfehlen beziehungsweise herauszuheben. Andererseits bedeutet dies allerdings auch, dass auf „Mer De Noms“ kein Füllmaterial vorhanden ist und die Platte sich in einem gut durchhören lässt. Zum Reinhören eignen sich sehr gut zwei der drei Singleauskopplungen des Albums. Die Titel „The Hollow“ sowie „3 Libras“ geben einen guten Eindruck über die Musik auf „Mer De Noms“ und stehen somit beispielhaft für die restlichen Lieder von A Perfect Circle zum Beginn ihrer Bandkarriere.

Fazit: Wie das etwas gezügelte Tool klingen A Perfect Circle auf ihrem ersten Album mit dem Titel „Mer De Noms“. Man hört auf der Scheibe kraftvollen und zumeist harten Alternative Rock, der immer wieder an die Musik von Tool erinnert, sich dennoch von dieser deutlich unterschiedet. „Mer De Noms“ klingt konventioneller, weniger experimentierfreudig, weniger progressiv. Alternative Rock eben. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Hollow, 3 Libras



Samstag, 19. Januar 2019

Focus – Mother Focus




Focus – Mother Focus


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, electric piano, grand piano, solina string machine, synthesizers, concert and alto flutes, voices, synthesizers, piano, saxophone on track 8, flute, non-lexical vocables (track 1)
Jan Akkerman – guitar
Bert Ruiter – bass guitar, vocals (track 2)
David Kemper – drums
Colin Allen – drums (track 2)


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Easy Listening, Funk Rock


Trackliste:

1. Mother Focus (3:05)
2. I Need A Bathroom (3:06)
3. Bennie Helder (3:32)
4. Soft Vanilla (3:03)
5. Hard Vanilla (2:36)
6. Tropic Bird (2:43)
7. Focus IV (3:58)
8. Someone’s Crying … What! (3:19)
9. All Together … Oh, That! (3:41)
10. No Hang Ups (2:56)
11. My Sweetheart (3:37)
12. Father Bach (1:34)

Gesamtspieldauer: 37:15




„Mother Focus“ heißt das fünfte Studioalbum der niederländischen Band Focus. Im Oktober des Jahres 1975 wurde das Album auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht. Mit dieser Scheibe gab es eine Zäsur in der Musik von Focus. Zum einen klangen die Lieder deutlich weniger progressiv, als noch einige auf den Vorgängeralben. Die Musik der Band hört sich nun deutlich funkiger an, wie in den Jahren zuvor. Zum anderen wurde die Band mit diesem stilistischen Wechsel auch immer weniger interessant für die Fans, was auch durch die nun noch schlechteren Chartplatzierungen zum Ausdruck kam. Aber immerhin gab es diese Listungen bei „Mother Focus“ noch.

Bassist Bert Ruiter steuerte dieses Mal vier Titel zum Album bei. Mit „I Need A Bathroom“ auch die einzige Nummer, auf der gesungen wird. An dem Stilwechsel scheint Ruiter einen maßgeblichen Anteil zu haben, denn gerade die Titel, die allein aus seiner Feder stammen, klingen deutlich anders, als jene vergangener Platten. Und somit kommen wir auch gleich zu den Schwachpunkten dieser Scheibe, die insgesamt kaum mehr zu überzeugen weiß. Die weiteren Lieder des Bert Ruiter heißen „Soft Vanilla“, „Hard Vanilla“ und „Tropic Bird“. Funkige Fahrstuhlmusik wäre meiner Ohren nach eine sehr passende Umschreibung für diese Art der Musik. Das ist Langeweile pur, Easy Listening der ganz besonders üblen Sorte. Doch man muss den Bassisten von Focus in Schutz nehmen. Auch der Rest der Platte ist maximal noch Durchschnitt und gerade so eben erträglich. Sind dann doch einmal Ansätze an frühere Zeiten in der Musik von Fokus zu hören, so sind diese sehr weichgespült und klingen zumeist eher kitschig als interessant. „Focus IV“ ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Den musikalischen Absturz, den viele Heroen des Progressive Rocks zwei bis drei Jahre später erlebten, den begingen Focus bereits im Jahr 1975.

Lediglich die beiden Nummern mit dem „!“ am Ende des Namens, setzen auch ein kleines Ausrufezeichen. „Someone’s Crying … What!“ klingt schön verträumt und phasenweise ein wenig nach Pink Floyds „Mudmen“ auf dem Album „Obscured By Clouds“. Der Höhepunkt auf „Mother Focus“ ist dann das folgende Lied „All Together … Oh, That!“. Etwas folkig angehaucht und fröhlich locker, entwickelt sich hier eine eingängige Melodie, die zumindest ein klein wenig besser ins Ohr geht. Aber Progressive Rock ist das natürlich schon lange nicht mehr.

Fazit: „Mother Focus“ ist ein Album, welches sehr viel mehr enttäuscht denn begeistert. Zumeist hört man darauf seichte, instrumentale Easy Listening Musik, die Taubheitsgefühle im ganzen Körper auslöst ohne, dass man dafür schnell zu Arzt rennen muss. Diese Risiken und Nebenwirkungen lassen sich durch einen raschen Tonträgerwechsel schnell wieder ausräumen. Sowas von langweilig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Someone’s Crying … What!, All Together … Oh, That!



Freitag, 18. Januar 2019

Haken – Restoration




Haken – Restoration


Besetzung:

Ross Jennings – vocals
Richard Henshall – guitar, keyboards
Charlie Griffiths – guitar
Conner Green – bass guitar
Diego Tejeida – keyboards, sound design
Raymond Hearne – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Pete Rinaldi – acoustic guitar (track 3)
Mike Portnoy – gong (track 3)


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Darkest Light (6:43)
2. Earthlings (7:51)
3. Crystallised (19:22)

Gesamtspieldauer: 33:57




„Restoration“ ist kein vollständiges Album der englischen Progressive Rock Band Haken, sondern eine EP (Extended Play) geworden. Die Scheibe wurde am 27. Oktober 2014 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht und enthält insgesamt drei Stücke mit einer Gesamtspielzeit von knapp 34 Minuten. Ursprünglich musste man die Vinyl-Platte kaufen, bekam dann allerdings die CD mitgeliefert. Diese Marketing-Vorgehensweise fand nicht allzu viel Applaus bei den Käuferinnen und Käufern, die sich nicht vorschreiben lassen wollten, auf welchem Abspielgerät sie die Musik zu konsumieren haben. Das erkannte wohl schließlich auch die Plattenfirma und kurze Zeit später wurde „Restoration“ schließlich auch in Form einer CD wiederveröffentlicht – ohne Platte.

Auf „Restoration“ hört man wahrlich begeisternden Progressive Rock, der in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts angekommen ist und dabei auch nicht die Wurzeln dieses musikalischen Genres vergisst. Ist die erste Nummer „Darkest Light“ sogar ein wenig frickelig geraten und erschließt sich einem erst nach mehrmaligem Hören, so zündet „Earthlings“ bereits mit dem ersten Durchlauf. Jetzt klingen Haken sehr dunkel und düster, dabei jedoch auch absolut melodiös und eingängig. Zwei völlig verschiedene und sehr abwechslungsreiche Titel bekommen die Hörerin und der Hörer hier dargeboten, welche beide auf völlig unterschiedliche Weise überzeugen.

Es folgt schließlich noch das mit knapp zwanzig Minuten Spieldauer längste Stück dieses etwas verkürzten Albums, das Lied „Crystallised“. Äußerst abwechslungsreich werden hier rockigere sowie sanftere und sogar sphärischere Passagen miteinander in Verbindung gebracht und fließen ineinander über. In diesem Lied hört man mehrstimmigen Gesang der geradezu so klingt, als ob er von den Musikern von Gentle Giant stammen würde. Das Ganze ist in sich sehr stimmig und dürfte Fans des Progressive Rock die Herzen aufgehen lassen.

Fazit: Ein kurzes, jedoch äußerst gelungenes Album ist die EP mit dem Namen „Restoration“ von Haken geworden. Die Briten zeigen hier, dass sie zur Zeit eine der besten Bands auf diesem musikalischen Parkett sind und diese kleine Platte lohnt für Haken Fans wie für alle anderen Proggerinnen und Progger. Elf Punkte.

Anspieltipps: Earthlings, Crystallised



Donnerstag, 17. Januar 2019

Cream – Fresh Cream




Cream – Fresh Cream


Besetzung:

Ginger Baker – drums, percussion, vocals
Jack Bruce – vocals, bass guitar, harmonica, piano
Eric Clapton – guitar, vocals


Label: Polydor (ursprünglich Reaction Records)


Erscheinungsjahr: 1966


Stil: Blues Rock, Experimental Rock


Trackliste:

1. I Feel Free (2:53)
2. N.S.U. (2:47)
3. Sleepy Time Time (4:22)
4. Dreaming (2:01)
5. Sweet Wine (3:20)
6. Spoonful (6:33)
7. Cat’s Squirrel (3:05)
8. Four Until Late (2:10)
9. Rollin’ And Tumblin’ (4:43)
10. I’m So Glad (3:59)
11. Toad (5:09)

Gesamtspieldauer: 41:07



Ich mag es immer sehr, mir auch Klassiker anzuhören, die vorher schon jahrelang an mir vorbeigegangen sind, Cream ist so eine Band, stilbildend, andere Musiker beeinflussend. Und ich kenne sie kaum? Das musste unbedingt geändert werden. Vier Studioalben haben die drei englischen Musiker in den lediglich vier Jahren, in denen sie im Rahmen von Cream aktiv waren, zusammen veröffentlicht. „Fresh Cream“ heißt das erste Studioalbum der Briten, welches am 9. Dezember 1966 in Großbritannien veröffentlicht, als erste LP auf dem Label Reaction Records, das dem Produzenten Robert Stigwood gehörte (insgesamt wurden auf diesem Label lediglich drei Patten veröffentlich. Neben „Fresh Cream“ von Cream noch „A Quick One” vom The Who und „Disraeli Gears“ ebenfalls von Cream). In den USA erschien die Platte auf dem Label Atco Records und erreichte dort Platz 39 der Charts. In Großbritannien immerhin Platz 6 der UK-Albums-Charts. Im Jahr 2003 wurde das Album auf der Liste der 500 größten Alben aller Zeiten des Rolling Stone Magazins auf Platz 101 geführt.

„Fresh Cream“ ist schwierig. Was sich damals ganz toll und modern angehört haben mag, klingt heutzutage eher langweilig, zum Teil auch richtiggehend altbacken. Nun bin ich kein Musikwissenschafter und beurteile die Musik durchaus sehr danach, ob sie mit etwas gibt oder eben nicht. Im Falle von Creams „Fresh Cream“ ist das allerdings sehr wenig, was ich erhalte. Viel zu wenig, denn man hört auf dem Album größtenteils Blues Rock, der alles andere als ins Ohr gehen möchte, wenig innovativ klingt – zumindest für heutige Ohren. Schließlich gibt es noch experimentelle Ausflüge, wie das Lied „Rollin’ And Tumblin’“, bei dem ich wahrlich den zwanghaften Drang verspüre den Tonabnehmer einen Zentimeter weiter nach vorne zu setzen. Ich liebe Experimente in der Musk, diese sind oft atonal und wirr, doch zumindest interessant. „Rollin’ And Tumblin’“ ist einfach nervig und schlecht. Rock und Blues aggressiv miteinander verbunden, sodass es schmerzt.

„I Feel Free“ kennt man. Das Lied wurde von Jack Bruce geschrieben, ist eines der bekanntesten Stücke von Cream und stellt zusammen mit dem nachfolgenden Titel „N.S.U.“, ebenfalls aus Jack Bruces Feder, gleich mit den Höhepunkt der Platte dar. Noch zwei Titel sind hörenswert, dieses Mal jedoch wurden sie von Ginger Baker geschrieben. Zum einen das rockige „Sweet Wine“ und schließlich die letzte Nummer „Toad“, die hauptsächlich ein Schlagzeug-Solo darstellt. Eric Clapton hat kein Lied auf diesem Album geschrieben. Allerdings hat er zwei Lieder mit arrangiert beziehungsweise bearbeitet. Viele der Stücke wurden auch nicht von den Mitgliedern von Cream geschrieben. Auf Seite 2 der LP ist es zum Beispiel lediglich das bereits erwähnte „Toad“, welches von einem der drei Musiker stammt.

Fazit: Coole und tolle Musik klingt anders. Zumindest heute. Es gibt Lieder, denen hört man das Alter einfach an, auf „Feash Cream“ von Cream gibt es einige davon zu hören. Wer allerdings Blues Rock mit ein paar ausgefallenen Ideen mag, die oder der wird hier dennoch fündig. Vielleicht liegt es an meinem fehlenden Blues Feeling, aber mich spricht auf „Fresh Cream“ wenig bis gar nichts an und die erwähnten Höhepunkte würden in anderem Kontext von mir noch nicht einmal erwähnt werden. Fünf Punkte.

Anspieltipps: I Feel Free



Mittwoch, 16. Januar 2019

Focus – Hamburger Concerto




Focus – Hamburger Concerto


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, flute, piano, harpsichord, moog, arp synthesizer, recorder, mellotron, non-lexical vocables, vocals, accordion organ of St. Mary The Virgin
Jan Akkerman – guitar
Bert Ruiter – bass guitar
Colin Allen – drums


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Delitæ Musicæ (1:13)
2. Harem Scarem (5:52)
3. La Cathedrale De Strasbourg (5:00)
4. Birth (7:46)
5. Hamburger Concerto (20:19)
     I. Starter
     II. Rare
     III. Medium I
     IV. Medium II
     V. Well Done
     VI. One For The Road
6. Early Birth (2:54)

Gesamtspieldauer: 43:07




„Hamburger Concerto“ heißt das vierte Studioalbum der niederländischen Progressive-Rock-Band Focus. Das Album wurde im April 1974 auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht Titel und erreichte in den britischen Charts immerhin noch Platz 20. Titelgebend ist das Stück „Hamburger Concerto“, welches auf Variationen eines Themas von Joseph Haydn von Johannes Brahms basiert.

Auf keinem anderen Focus-Album hört man solch eine starke Annäherung der niederländischen Musiker an das Genre der Klassik – allerdings handelt es sich bei der Musik auf „Hamburger Concerto“ keineswegs um „verklassischte“ Rockmusik, sondern ganz eindeutig noch um Progressive Rock. Dabei gehen Focus die leicht jazzigen Ansätze in der Musik verloren, dies allerdings mit einer sehr viel stärker ausgeprägten Harmonie in den Stücken. Die Lieder klingen allesamt sehr eingängig und melodiös. Wie auch bereits die vorherigen Alben der Band, so wird auch auf „Hamburger Concerto“ kaum gesungen, Focus ist und bleibt mit seinen Titeln hauptsächlich eine Instrumentalband. Die zum Teil sehr seltsamen Laute des Thijs van Leer, die in den Credits mit „Non-lexical Vocables“ angegeben werden, zähle ich bewusst mal nicht zum Gesang hinzu.

Die einzelnen Nummern gehen allesamt ins Ohr, klingen zum Teil schwelgerisch melodisch, wenig vertrackt. Selten nur hört man Jan Akkerman mit bluesigen Ausflügen auf seiner Gitarre wie auf dem Titellied. „Hamburger Concerto“. Die Platte ist durchgängige auf größtmögliche Eingängigkeit hin getrimmt. Das mag man oder man mag es eben nicht. Da die Musik auch sehr abwechslungsreich gestaltet ist, kann ich diesem Album trotzdem nicht die viel zitierten Ecken und Kanten absprechen. Besonders gelungen klingen die beiden längsten Stücke der Platte, „Birth“ sowie das Titellied „Hamburger Concerto“. Hier zeigt sich einmal mehr die Spielfreude der Niederländer, die ihre Musik zu zelebrieren scheinen. Abwechslungsreich, mal schwelgend, mal sanft, mal rockiger unterhalten diese beiden Stücke im Kontext des Progressive Rock bestens.

Fazit: Das Album „Hamburger Concerto“ der niederländischen Band Focus ist eines ganz im Stile des Progressive Rocks der früheren 70er Jahre geworden. Zumeist instrumental gehalten, klingt die Musik sehr abwechslungsreich und jederzeit melodiös und eingängig. Mitunter nähern sich die Lieder etwas der klassischen Musik an, ohne jedoch wie diese zu klingen. Die Platte unterhält und gehört zu den guten der Niederländer. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Birth, Hamburger Concerto



Dienstag, 15. Januar 2019

AC/DC – Rock Or Bust




AC/DC – Rock Or Bust


Besetzung:

Brian Johnson – lead vocals
Angus Young – lead guitar, backing vocals
Stevie Young – rhythm guitar
Cliff Williams – bass guitar, backing vocals
Phil Rudd – drums


Label: Columbia Records


Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Rock Or Bust (3:03)
2. Play Ball (2:47)
3. Rock The Blues Away (3:24)
4. Miss Adventure (2:57)
5. Dogs Of War (3:35)
6. Got Some Rock & Roll Thunder (3:22)
7. Hard Times (2:44)
8. Baptism By Fire (3:30)
9. Rock The House (2:42)
10. Sweet Candy (3:09)
11. Emission Control (3:41)

Gesamtspieldauer: 34:58



„Rock Or Bust“ heißt das fünfzehnte international veröffentlichte Studioalbum der australischen Hard Rock Band AC/DC. Das Album erschien am 28. November 2014 auf dem Plattenlabel Columbia Records. „Rock Or Bust“ ist das erste Album von AC/DC ohne Gründungsmitglied und Rhythmusgitarristen Malcolm Young, der sich 2014 aus gesundheitlichen Gründen aus der Band zurückgezogen hatte, obwohl er an der Entstehung von jedem Lied des Albums noch beteiligt war. Am 18. November 2017 verstarb der an Demenz erkrankte Musiker. Bassist Cliff Williams beendete seine aktive Karriere nach der Tour zum Album ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen. Schlagzeuger Phil Rudd konnte an der Tour zum Album erst gar nicht teilnehmen, da er zu dieser Zeit unter Hausarrest stand. Bei ihm waren Drogen gefunden worden und er hatte angeblich einen Mord in Auftrag gegeben, der jedoch nicht ausgeführt wurde. Sänger Brian Johnson schließlich musste die Tour abbrechen, da er von Taubheit bedroht war. Axl Rose ersetzte ihn für die restlichen Konzerte.

Mit den Liedern „Play Ball“, „Rock Or Bust” sowie “Rock The Blues Away“ wurden drei Singles aus dem Album ausgekoppelt. Das Album „Rock Or Bust” erreichte in zwölf Ländern, darunter Australien, Kanada, Deutschland und Schweden die Spitze der Charts. In weiteren zwölf Ländern, unter anderem Neuseeland, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Italien erreichte sie die Top 5. „Rock Or Bust” ist das kürzeste Studioalbum, welches je von der Band veröffentlicht wurde. Mit knapp 35 Minuten Spielzeit ist es nochmal zwei Minuten kürzer als ihr vorheriges kürzestes Album „Flick Of The Switch“ aus dem Jahr 1983.

„Rock Or Bust“ ist eindeutig ein AC/DC Album geworden. Das hört man vom ersten bis zum letzten Akkord, vom ersten bis zum letzten Takt. Keine Experimente wurden also unternommen, die Fans hätten es wohl auch nicht anders gewollt. Allerdings scheint es fast so, als ob die letzte Geschichte von AC/DC in Form eines Liedes bereits erzählt sei. Man hört auf „Rock Or Bust” handwerklich gut gemachten Hard Rock, der allerdings bereits bekannt zu sein scheint. Die Lieder ähneln allesamt, auch zum letzten Album. Dazu gesellt sich der Umstand, dass auf der Platte keine außergewöhnlichen Stücke mehr zu hören sind. Zwar gibt es auch nicht die Ausreißer nach unten, sämtliche Lieder besitzen die für AC/DC typische Qualität, doch Höhepunkte findet man leider auch keine mehr auf dieser Scheibe, die auch wirklich schnell durchläuft. Und so bleibt nicht viel hängen am Ende dieser Platte, die etwas weniger AC/DC-Musik enthält als frühere Veröffentlichungen und leider auch ein wenig langweilig klingt.

Fazit: Ein typisches AC/DC Album der späteren Schaffensphase der Australier ist „Rock Or Bust” geworden. Die Fans dürfte es freuen, denn sie bekommen eine Ausweitung dessen, was sie lieben. Manch einen wird es vielleicht auch ein wenig langweilen, denn alles was man auf dieser Platte hört, hat man von AC/DC schon in leicht abgewandelter Art und Weise vernommen. Nichts Neues also, eher Bewährtes oder Langeweile – ganz wie man es sehen will. Acht Punkte.

Anspieltipps: Dogs Of War



Montag, 14. Januar 2019

Heated Land – In A Wider Tone




Heated Land – In A Wider Tone


Label: K&F Records


Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Folk



Der Sänger kommt ursprünglich aus Augsburg, vor dem Watt in Emmelsbüll-Horsbüll wurde aufgenommen, veröffentlicht wird auf dem Dresdner Indie-Label KF-Records. „Heated Land“ schaffen es erneut, den Klang des amerikanischen Westens, die Stimmung zwischen den Jahren, die Schwere dieser Zeit in ihrer Musik einzufangen.

„In a wider tone“ heißt die neue Platte, die Anfang Februar erscheinen wird. Es ist die zweite von „Heated Land“ und ein großer musikalischer Schritt. Die Band schafft es darauf problemlos zwischen durchaus hörbaren Anlehnungen an bedeutende Musiker wie Bob Dylan und Townes van Zandt ihren eigenen Weg zu gehen. Hier spielt eine Band, die ganz tief in die wunderbare Welt der amerikanischen Folk Musik vorgedrungen ist, die Wurzeln erkennt und sie für sich ganz neu und ganz eigen entdeckt.

Selten hört man ein so komplettes Album. „Heated Land“ haben sich zwischen den beiden Veröffentlichungen ihrer Alben fast sechs Jahre lang Zeit gelassen. Da wurde nichts hastig aufgenommen, nichts übereilt auf den Markt geworfen, alles klingt so, wie es klingen soll, wie es klingen muss. Für solch eine Platte braucht man Zeit. Sie muss wachsen, sich langsam entwickeln, Ton für Ton, Zeile für Zeile, Song für Song. „In a wider tone“ ist für mich ein absolutes Highlight in diesem noch sehr jungen Jahr und ich bin mir sicher, dass „Heated Land“ mit diesem Album am Ende des Jahres in meinen Top Ten für 2019 zu finden sein werden. Es ist einfach richtig gute Musik. Bewegend, handgemacht, mit Tiefe und Zärtlichkeit. Perfekt für diese verrückte Zeit, in der man solche Klanginseln zum Verweilen, zum Ausruhen, zum Nachdenken schlichtweg braucht.



Sonntag, 13. Januar 2019

Enchant – The Great Divide




Enchant – The Great Divide


Besetzung:

Sean Flanegan – drums, percussion
Bill Jenkins – keyboards, organ, piano
Ted Leonard – vocals, guitar
Douglas A. Ott – guitar, vocals, bass pedals, mellotron
Ed Platt – bass


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Mainstream, Rock, Progressive Metal


Trackliste:

CD1 (Album „The Great Divide“):

1. Circles (7:59)
2. Within An Inch (7:34)
3. The Great Divide (9:05)
4. All Mixed Up (4:12)
5. Transparent Man (6:20)
6. Life In A Shadow (5:00)
7. Deserve To Feel (8:01)
8. Here And Now (7:33)

Bonus Track:

9. Prognosticator (8:22)

CD2: (Best Of… Album):

1. The Thirst (6:16)
2. Oasis (8:12)
3. Pure (7:19)
4. New Moon (8:24)
5. Break (5:06)
6. Paint The Picture (7:02)
7. Under Fire (5:58)
8. Sinking Sand (7:09)
9. Comatose (8:51)
10. At Death’s Door (Live) (7:07)

Gesamtspieldauer CD1 (1:04:10) und CD2 (1:11:29): 2:15:39



Enchant ist eine amerikanische neo-progressive Rockband, die 1989 gegründet wurde. „The Great Divide“ heißt das achte Studioalbum der Band. Es erschien am 30. September 2014 auf dem Plattenlabel InsideOut Music, elf Jahre nach ihrem vorherigen Studioalbum „Tug Of War“. Das Album gibt es auch in einer Special Edition, inklusive „Best Of…“-CD und schön gestaltetem Innen-Booklet. Diese elf Jahre, die es dauerte, bis „The Great Divide“ endlich veröffentlicht wurde, bedeuten keineswegs, dass es sich bei der jetzigen Formation um eine Neugründung der Band aus Stammmusikern und neu dazugestoßenen Musikern handelt. Es liegt auch keine Re-Union vor. Enchant hatten einfach Pause gemacht, die einzelnen Mitglieder waren in anderen Projekten und Bands eingebunden gewesen und nun war die Zeit endlich reif genug beziehungsweise passend, um ein neues Album anzugehen und zu veröffentlichen.

Auf „The Great Divide“ hört man Mainstream Rock. Mag man es AOR, Melodic Rock oder sonst wie nennen, der „progressive Anteil“ in der Musik der US-Amerikaner ist definitiv sehr stark in den Hintergrund getreten. Alles auf dieser Platte ist auf die gute Eingängigkeit hin produziert worden, ohne dass dies anbiedernd klingen würde. Doch klingen die Lieder des Albums durchaus geschliffen, von Ecken und Kanten größtenteils befreit. Das fertige Ergebnis funktioniert dabei gut, die Musik geht ins Ohr und bei keinem der Titel hat man das Gefühl diesen möglichst schnell überspringen zu müssen. Allerdings fehlt in der Musik von Enchant dann doch dieser überraschende, dieser außergewöhnliche Moment, die die Lieder der Band zu wirklich progressiver Musik werden lassen würde. Und da spielt es keine Rolle, ob man hier eher Progressive Metal oder Progressive Rock meint. Lediglich mal ein ungerader Takt, eine ausgelassene Note genügen nicht, um Spannung zu erzeugen. Schade irgendwie. Alles klingt und doch verpufft es sofort wieder, nachdem es ausgeklungen ist. Zum einen ähneln die Lieder sich nämlich sehr, zum anderen meint man das alles auch schon mal gehört zu haben. Somit klingen die einzelnen Stücke auf „The Great Divide“ durchaus unterhaltsam, jedoch auch irgendwie abgegriffen.

Die Höhepunkte des Albums sind für mich die beiden Lieder „Within An Inch“ und das letzte Lied der CD1 dieser Ausgabe, die Nummer „Prognosticator“. „Within An Inch“ geht so wunderbar schnell ins Ohr und besitzt diesen gewissen Wiedererkennungswert. Gleiches gilt für das Lied „Prognosticator“, doch dieses rockt dabei zusätzlich noch überzeugend. „Prognosticator“ ist eine Instrumentalnummer, auf der man besonders die Spielfreude von Gitarrist Douglas A. Ott herauszuhören scheint. Umso überraschender ist dabei allerdings die Tatsache, dass gerade diese Nummer einigen Ausgaben des Albums nur als Bonus Track hinzugefügt wurde. Einfach schade. Der ganze Rest auf „The Great Divide“ klingt wie bereits erwähnt ebenfalls eingängig und auch melodiös, nur leider nicht besonders innovativ oder spannend.

Der Special Edition der Platte ist noch eine zweite, eine „Best Of…“-CD beigefügt. Darauf vertreten sind zehn Lieder, die allen acht zuvor erschienenen Alben der Band entnommen wurden, inklusive dem bisher einzigen Live-Album von Enchant, der im Jahr 2004 erschienen Platte „Live At Last“. Ich höre dabei stilistisch und auch atmosphärisch kaum einen Unterschied zum vorliegenden Album „The Great Divide“ heraus. Auch diese zehn Titel beinhalten Musik, die eher im Mainstream denn im Progressive Rock angesiedelt ist. Genauso unterhaltend, genauso eingängig. Mit dieser zusätzlichen CD kann man sich den musikalischen Eindruck, den man von Enchant gewonnen hat, nochmals bestens bestätigen lassen.

Fazit: Ein sehr eingängiges und größtenteils im Mainstream des Rocks beheimatetes Album haben die US-Amerikaner von Enchant mit ihrem achten Studioalbum „The Great Divide“ veröffentlicht. Darauf zu hören ist Musik, die schnell ins Ohr geht, doch nicht unbedingt dauerhaft dort verbleibt. Dazu hat man diese Art der Musik einfach schon zu oft gehört. Trotzdem ist „The Great Divide“ kein schlechtes, sondern ein unterhaltsames Album geworden. Wer Mainstream und AOR mag, wird auch diese Scheibe lieben. Wer ausgeprägten Progressive Rock oder Progressive Metal erwartet, wird eher enttäuscht werden. Mit der vorliegenden Ausgabe inklusive „Best Of…“-Zusatz-CD kann man allerdings nichts falsch machen, da diese gerade zum sehr kleinen Preis angeboten wird. Acht Punkte.

Anspieltipps: Within An Inch, Prognosticator, Under Fire, Comatose



Samstag, 12. Januar 2019

Rival Sons – Hollow Bones




Rival Sons – Hollow Bones


Besetzung:

Jay Buchanan – vocals
Scott Holiday – guitar, string arrangement
Dave Beste – bass guitar
Michael Miley – drums


Gastmusiker:

Todd E. Ogren-Brooks – keyboards
Kristen Rogers – backing vocals on "Tied Up" and "Black Coffee"
Whitney Coleman – backing vocals on "Tied Up" and "Black Coffee"
April Rucker – backing vocals on "Tied Up" and "Black Coffee"
Eamon McLoughlin – cello, violin


Label: Earache Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Hollow Bones Pt. 1 (2:52)
2. Tied Up (3:27)
3. Thundering Voices (2:52)
4. Baby Boy (3:36)
5. Pretty Face (3:23)
6. Fade Out (4:49)
7. Black Coffee (5:33)
8. Hollow Bones Pt. 2 (6:50)
9. All That I Want (3:39)

Gesamtspieldauer: 37:05



„Hollow Bones“ heißt das fünfte Studioalbum der amerikanischen Rockband Rival Sons und wurde am 10. Juni 2016 auf dem Plattenlabel Earache Records veröffentlicht. Während die Scheibe im Heimatmarkt der US-Amerikaner lediglich bis auf Platz 115 der US Billboard 200 kletterte, so erreichte „Hollow Bones“ in Deutschland immerhin Platz 12 der Charts und ist damit das bisher erfolgreichste Album der Rival Sons in Deutschland.

Dies ist umso überraschender, da das Vorgängeralbum „Great Western Valkyrie“ noch eine Idee eingängiger und melodiöser klang. Allerdings auch nur auf das erste Mal des Hörens hin. Die Lieder auf „Hollow Bones“ klingen zum Teil vielleicht ein wenig rauer, doch die Musik erschließt sich einem mit jedem weiteren Durchlauf des Albums immer besser. Vorher kantige Passagen scheinen plötzlich deutlich geschmeidiger und eindringlicher zu sein. Die Platte rockt und zeigt nur wenige Passagen im Bereich des Blues Rocks. Oftmals klingt der Rock auf „Hollow Bones“ sehr geradlinig, ohne jedoch zu hart zu klingen. Dabei ist die Musik weniger verspielt und regt die Füße zum Mitwippen an.

Höhepunkte der Platte sind für mich die beiden Titel „Fade Out“ und „Hollow Bones Pt. 2“. „Fade Out“ beginnt wunderschön rockig, um danach sofort deutlich langsamer und eingängiger zu klingen. Im Refrain knallt die Musik dann richtiggehend und setzt sich fest. Auch „Hollow Bones Pt. 2“ ist ein sehr abwechslungsreiches Stück, welches mit Stimmungen und Atmosphären spielt. Gerade in den etwas rockigeren Abschnitten scheint die Nummer nahezu aus den Boxen heraus zu explodieren. „Hollow Bones Pt. 2“ ist ein mitreißendes Stück, rockig und spannend. Genau so muss Rock auch klingen, wenn er begeistern möchte.

Fazit: Vielleicht zu Beginn noch nicht ganz so überzeugend und eingängig wie der Vorgänger „Great Western Valkyrie“, so entwickelt sich „Hollow Bones“ jedoch mit jedem weiteren Durchlauf weiter, bis die Musik schließlich endgültig zündet. Gut gemachten Rock, der zu begeistern weiß und nie langweilig wird gibt es auf diesem Album zu hören. Pop sucht man hier vergebens. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Fade Out, Hollow Bones Pt. 2



Freitag, 11. Januar 2019

U2 – October




U2 – October


Besetzung:

Bono – lead vocals
The Edge – guitar, piano, backing vocals
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen Jr. – drums


Gastmusiker:

Vinnie Kilduff – Uileann pipes, bodhrán


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Rock, Post Punk


Trackliste:

1. Gloria (4:12)
2. I Fall Down (3:39)
3. I Threw A Brick Through A Window (4:54)
4. Rejoice (3:38)
5. Fire (3:52)
6. Tomorrow (4:39)
7. October (2:21)
8. With A Shout (Jerusalem) (4:02)
9. Stranger In A Strange Land (3:56)
10. Scarlet (2:53)
11. Is That All? (3:01)

Gesamtspieldauer: 41:12




„October“ nannte die irische Band U2 ihr zweites Studioalbum. Dieses wurde am 12. Oktober 1981 erneut auf dem Plattenlabel Island Records veröffentlicht und von Steve Lillywhite produziert. Das Album wurde lyrisch durch die Mitgliedschaften von Bono, The Edge und Larry Mullen Jr. in einer christlichen Gruppe namens „Shalom Fellowship“ inspiriert und enthält daher spirituelle und religiöse Themen. Im Juli 1981 war bereits die Single „Fire“ veröffentlicht worden. Die zweite Auskopplung „Gloria“ erschien zeitgleich mit der Album-Veröffentlichung. Bei den Kritikern kam „October“ nicht mehr ganz so gut an wie noch der Vorgänger „Boy“. Die Platte kletterte in den britischen Charts allerdings immerhin bis auf Platz 11 und erreichte in den US Billboard 200 Position 104.

„October“ klingt etwas uneinheitlicher als noch der Vorgänger. Neben Rock und Punk-Anleihen gibt es auch bereits poppigere Passagen zu hören, die die Platte schnell etwas eingängiger wirken lassen. Doch wie auch schon beim Debut-Album, so scheinen U2 auf „October“ ebenfalls noch auf der Suche „ihres“ genauen Stils zu sein, der hier deutlich breiter gestreut wurde. Das Album ist keines, welches bei der Hörerin oder beim Hörer einen tiefen Eindruck hinterlässt, wirkt dabei eben doch zu uneinheitlich und nicht eindringlich genug. Und dann ist da noch die Soundqualität, die ich auf diesen Seiten nur selten bemängele. Aber dieses Mal muss es einfach sein, da es wohl keine Veröffentlichung dieses Albums gibt, welches einen soundtechnisch zufrieden stellt. Entweder rauscht es oder ist im Remaster aller Breite beraubt oder klingt dumpf. Schade.

Die Höhepunkte liegen in der Mitte der Platte. Das sehr eindringliche „Tomorrow“, welches Bonos früh verstorbener Mutter gewidmet ist und durch den Einsatz der Uileann Pipes auch sehr irisch und sehnsüchtig klingt ist ein solcher Höhepunkt. Genau wie das sich anschließende, fast schon zerbrechlich klingende Titellied „October“. Beides schöne und ruhige Lieder, die nicht gerade typisch für diese Platte sind, jedoch bereits das Gespür für die schöne Melodie der Musiker unter Beweis stellen.

Fazit: Ein Album, auf dem die zu hörende Musik über mehrere musikalische Genres reicht, ist die zweite Platte von U2 geworden. Dies spricht für Abwechslung, andererseits lässt es diese Scheibe auch einigermaßen uneinheitlich erscheinen. Trotzdem unterhält auch „October“ und besitzt seine Höhepunkte. An die Höhepunkte der Band reicht diese Platte allerdings noch nicht heran. Auch der Sound des Albums lässt einige Wünsche offen. Überzeugend klingt dieser nie. Acht Punkte.

Anspieltipps: Tomorrow, October



Donnerstag, 10. Januar 2019

Ryan Adams – Love Is Hell




Ryan Adams – Love Is Hell


Besetzung:

Ryan Adams – vocals, guitars, piano, and other instruments


Gastmusiker:

New York Band on tracks 1, 2, 3, 4, 5, 12, 14

Paul Garisto – drums
John Pisano – bass
Joe McGinty – piano
Johnny McNabb – lead guitar

New Orleans Band on tracks 6, 7, 8, 9, 10, 11, 13, 15, 16

Greg Leisz – lead guitar, pedal steel
Ricky Fataar – drums on all except 10, 11, 13, 15
Hutch Hutchinson – bass on all except 10, 13, 15
Ian McLagan – B3 organ, Wurlitzer electric piano on all except 11, 13, 15, 16
Jon Cleary – piano, Wurlitzer electric piano, rhythm guitar on all except 10, 11, 13
Ruth Gottlieb – violin on all except 11, 16
Sarah Wilson – cello on all except 11, 16


Label: Lost Highway Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Alternative Rock, Folk, Alternative Country, Blues


Trackliste:

1. Political Scientist (4:33)
2. Afraid Not Scared (4:13)
3. This House Is Not For Sale (3:53)
4. Anybody Wanna Take Me Home (5:31)
5. Love Is Hell (3:19)
6. Wonderwall (4:09)
7. The Shadowlands (5:18)
8. World War 24 (4:17)
9. Avalanche (5:09)
10. My Blue Manhattan (2:23)
11. Please Do Not Let Me Go (3:37)
12. City Rain, City Streets (3:49)
13. I See Monsters (3:57)
14. English Girls Approximately (5:42)
15. Thank You Louise (2:52)
16. Hotel Chelsea Nights (5:10)

Gesamtspieldauer: 1:08:00




„Love Is Hell“ ist das fünfte Studioalbum des Alternative Country Sängers und US-Amerikaners Ryan Adams, welches am 4. Mai 2004 auf dem Plattenlabel Lost Highway Records veröffentlicht wurde. Das Album war ursprünglich auf Drängen der Plattenfirma als zwei EPs, „Love Is Hell Part 1“ und „Love Is Hell Part 2“, veröffentlicht worden, da diese das Album für kommerziell nicht besonders geeignet hielt. Eine komplette und zusammengefasste Version des Albums wurde erst veröffentlicht, als sich die beiden EPs dann doch sehr viel besser als erwartet verkauften. Hauptsächlich hört man auf „Love Is Hell“ Alternative Rock und Folk. Ein wenig erinnert auch an Alternative Country und der Blues fehlt ebenso nicht völlig auf dieser Scheibe.

„Love Is Hell“ ist ein durchaus abwechslungsreiches Album geworden, kann dabei jedoch leider nicht durchgängig überzeugen. Neben einigen sehr schönen Nummern befinden sich auf dem Album auch Titel, die eher in der Kategorie „langweilig“ zu verorten sind. Mitunter klingt die Musik zu sanft, zu weich und zart und damit auf eine gewisse Weise fad. Und wenn sich dann noch in diese Stimmung eine Slide Gitarre mischt, würde man am liebsten den Cowboy Hut schwenken, wenn man ihn denn hätte. Sicherlich gibt es auch Menschen, die Ryan Adams gerade für einen Titel wie „Please Do Not Let Me Go“ lieben werden, für einen Freund des Rocks klingt so etwas allerdings leider nur allzu schnulzig und kitschig.

Doch es gibt auch die sehr schönen Stellen auf „Love Is Hell“.Besonders gelungen klingt dabei gleich der Opener „Political Scientist“. Das Lied beginnt hauchzart mit ganz sanften Piano-Klängen und dem zerbrechlich klingenden Gesang des Ryan Adams. Es steigert sich jedoch im weiteren Verlauf, entwickelt sich hin zu einer rockigen Nummer, während der der Musiker immer verzweifelter zu singen scheint und bleibt dabei im Ohr hängen. Im Ohr verweilt ebenfalls länger das folkige „I See Monsters“. Ein Lied, nun wieder sehr sanft, in dem man Ryan Adams an der akustischen Gitarre hört. Schließlich sollte als einer der Höhepunkte des Albums auch die Nummer „English Girls Approximately“ Erwähnung finden. Ein sehr melodisches und eingängiges Lied, ebenfalls im Folk beheimatet mit leichter, sehr leichter Annäherung an die Country Musik.

Fazit: Abwechslungsreich ist das Album „Love Is Hell“ des US-Amerikaners Ryan Adams auf jeden Fall geworden. Alternative Rock, Folk, Blues und Alternative Country gibt es darauf zu hören. Nicht jeder der sechzehn Titel überzeugt dabei restlos, doch die schönen Stellen sind eben auch vorhanden und stellen Lieder dar, die diesen gewissen Wiedererkennungswert aufweisen und die man immer wieder gern hört. Neun Punkte.

Anspieltipps: Political Scientist, I See Monsters, English Girls Approximately



Mittwoch, 9. Januar 2019

Focus – At The Rainbow




Focus – At The Rainbow


Besetzung:

Thijs van Leer – keyboards, flute, vocals
Jan Akkerman – guitar
Bert Ruiter – bass guitar
Pierre van der Linden – drums


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Focus III (3:53)
2. Answers? Questions! Questions? Answers! (11:29)
3. Focus II (4:36)
4. Eruption (Excerpt) (8:28)
5. Hocus Pocus (8:30)
6. Sylvia (2:47)
7. Hocus Pocus (Reprise) (2:49)

Gesamtspieldauer: 42:35




„At The Rainbow“ ist das erste Live-Album der niederländischen Rockband Focus, welches im Oktober 1973 auf dem Plattenlabel Imperial Records veröffentlicht wurde. Das Album wurde am 5. Mai 1973 im Rainbow Theatre in London aufgenommen. Ein Studioalbum war ursprünglich für die Veröffentlichung vorgesehen, wurde aber aufgrund von Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band verschoben (ein aus den Bändern dieser Sessions zusammengestelltes Album wurde später unter dem Titel „Ship Of Memories“ veröffentlicht).

Auf keinem anderen Album klingen Focus kraftvoller, abwechslungsreicher und auch progressiver als auf „At The Rainbow“. Sanfte Titel oder Passagen wechseln sich mit rockigeren und auch fordernden Abschnitten ab. Mal schwelgt man in der Musik, ein anders Mal versuchen die Füße einen fast schon arhythmischen Takt mitzuhalten. Von sanften Klängen bis hin zu jazzigen Abschnitten kann man alles auf diesem Live-Album hören, welches auch soundtechnisch äußerst gelungen ist. Jederzeit spürt man dabei die Spielfreude der Musiker, die an diesem Abend im Mai 1973 allerbestens aufgelegt zu sein schienen.

„At The Rainbow“ lässt sich in einem durchhören, es gibt dabei keine Schwächen auf der Platte zu beanstanden. Die Musiker von Focus haben für diese Platte auch die besten Stücke ihrer ersten drei Alben ausgesucht, um diese nun live zu zelebrieren. Der Auszug aus „Eruption“ und das verlängerte „Hocus Pocus“ sollten hier dann aber doch Erwähnung finden, da sie irgendwie stellvertretend für das ganze, wahrlich gelungene Album stehen.

Fazit: Ein sehr schönes Live-Album ist „At The Rainbow“ der niederländischen Band Focus geworden. Die Lieder klingen fast besser und ganz bestimmt mitreißender, als auf den einzelnen Studioalben. Von daher ist solch ein Live-Album dieser Art ganz bestimmt eine lohnende Anschaffung und wertet die Diskographie einer Band auf. Und auch für Leute, die einen Einstieg in die Musik von Focus suchen, stellt „At The Rainbow“ den perfekten Türöffner dar. Elf Punkte.

Anspieltipps: Eruption, Hocus Pocus